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Die
vorliegende Erfindung wurde durch Geldmittel (Nr. DK 47757-02 und
AI 34412-02) der National Institutes of Health unterstützt. Die
Regierung der Vereinigten Staaten besitzt gewisse Rechte an dieser
Erfindung.
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Technisches
Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein die Gentherapie und insbesondere
die Verwendung von Immunmodulatoren sowie gleichzeitig verabreichten
rekombinanten Viren zur Herstellung von Arzneimitteln, bei denen
der Immunmodulator die Immunantwort gegen das rekombinante Virus
hemmt.
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Stand der
Technik
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Rekombinante
Adenoviren haben sich als attraktive Vehikel für den in-vivo-Gentransfer in
viele verschiedene Zelltypen erwiesen. Dabei sind Vektoren der ersten
Generation, die durch eine Abreicherung der sehr frühen Gene
E1a und E1b einen Replikationsdefekt aufweisen, zu einem hocheffizienten
in-vivo-Gentransfer in sich nicht teilende Zielzellen fähig [M.
Kay et al, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 91:2353–2357 (1994); S. Ishibashi
et al, J. Clin. Invest., 92:883–893
(1993); B. Quantin et al, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 89:2581–2584 (1992);
M. Rosenfeld et al, Cell, 68:143 (1992); R. Simon et al, Hum. Gene
Thera., 4:771 (1993); Rosenfeld et al, Science, 252:431–434 (1991);
Stratford-Perricaudet et al, Hum. Gene Ther., 1:241–256 (1990)].
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Immunantworten
des Empfängers
auf den Virusvektor, das von dem Vektor getragene Transgen sowie die
virusinfizierten Zellen haben sich als wiederkehrende Probleme bei
der ersten Anwendung dieser Technologie auf Tiere und Menschen herausgestellt
[Yang et al, J. Virol., 69:2004–2015 (1995) (Yang I)]. Bei
fast allen Modellen, einschließlich
der auf die Lunge und die Leber gerichteten Gentherapie, ist die
Expression des Transgens transient und mit der pathologischen Entwicklung
an der Stelle des Gentransfers assoziiert.
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Die
transiente Art der Transgenexpression von rekombinanten Adenoviren
liegt zum Teil an der Entwicklung antigenspezifischer zellulärer Immunantworten
gegen die virusinfizierten Zellen und deren anschließende Eliminierung
durch den Wirt. Insbesondere exprimieren Vektoren der ersten Generation
trotz einer Deletion im E1a-Bereich des Vektors Virusproteine zusätzlich zu
dem Transgen. Diese Virusproteine aktivieren zytotoxische T-Lymphozyten
(CTL) [Y. Dai et al, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 91:1401–1405 (1995);
Y. Yang et al, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 91:4407–4411 (1994)
(Yang II); und Y. Yang et al, Immunity, 1:443–442 (1994) (Yang III)]. Die
Zusammenarbeit von gegen neu synthetisierte Virusproteine gerichteten
CTLs und virusspezifischen T-Helferzellen
[Zabner et al, Cell, 75:207–216
(1993); Crystal et al, Nat. Genet., 8:42–51 (1994)] führt zur
Zerstörung
der virusinfizierten Zellen.
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Ein
weiteres antigenes Ziel für
die immunvermittelte Clearance virusinfizierter Zellen kann das
Produkt des Transgens darstellen, wenn dieses Transgen ein Protein
exprimiert, das dem behandelten Wirt fremd ist. CTLs stellen somit
einen wichtigen Effektor bei der Zerstörung von Zielzellen dar, wobei
die Aktivierung in einigen Fällen
im Zusammenhang mit dem Transgenprodukt oder mit dem virussynthetisierten
Proteinen stattfindet, die jeweils durch MHC-Moleküle der Klasse
I präsentiert
werden [Yang I; und Zsengeller et al, Hum. Gene Thera., 6:457–467 (1995)].
Ebenso wurde festgestellt, daß diese
Immunantworten das Auftreten einer assoziierten Hepatitis verursachen,
die sich in Empfängern
einer auf die Leber gerichteten in-vivo- Gentherapie innerhalb von 2–3 Wochen
nach der ersten Behandlung entwickelt.
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Eine
weitere Einschränkung
für rekombinante
Adenoviren für
die Gentherapie lag in der Schwierigkeit, nach einer zweiten Verabreichung
des Virus einen nachweisbaren Gentransfer zu erhalten. Diese Einschränkung ist
besonders problematisch bei der Behandlung von durch ein einzelnes
Gen vererbten Erkrankungen oder von chronischen Krankheiten, wie
beispielsweise zystischer Fibrose (CF), bei denen wiederholte Therapien
erforderlich sind, um eine lebenslange genetische Rekonstitution
zu erzielen. Ein verminderter Gentransfer nach einer zweiten Therapie
konnte in vielen verschiedenen Tiermodellen nach intravenöser oder
intratrachialer Viruszuführung
gezeigt werden [T. Smith et al, Gene Thera., 5:397 (1993); S. Yei
et al, Gene Thera., 1:192–200
(1994); K. Kozarsky et al, J. Biol. Chem., 269:13695 (1994]]. Dabei
wurde jeweils die Resistenz gegenüber einer wiederholten Gentherapie
mit der Entwicklung eines neutralisierenden Anti-Adenovirus-Antikörpers assoziiert,
der den erfolgreichen Gentransfer nach einer zweiten Verabreichung
des Virus vereitelte.
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Mögliche Lösungen für diese
Probleme richteten sich auf die Entwicklung rekombinanter Viren
der zweiten Generation [Y. Yang et al, Nat. Genet., 7:362–369 (1994)
(Yang IV); und J. Engelhardt et al, Hum. Gene Thera., 5:1217 (1994)],
die zur Verminderung der Expression neu synthetisierter Virusproteine
konstruiert wurden, sowie die Verwendung nichtimmunogener Transgene
zur Verhinderung der CTL-Aktivierung.
In der WO 92/19266 (US Gov't/Schlom)
wird ein rekombinantes karzinoembryonales Antigen (CEA)/Vacciniavirus
bzw. ein anderer Virusvektor beschrieben, bei dessen Verwendung
in vivo eine humorale Immunantwort und/oder zellvermittelte Antwort
gegen CEA ausgelöst
wird. Ebenso wird die Verabreichung des Virusvektors mit Cyclophosphamid
beschrieben. Die WO 96/12030 (Rhone-Poulenc Rorer, Lee und Perricaudet)
sieht den Einschluß eines
spezifischen adenoviralen Gens, gp19k, in einem Adenoviruskonstrukt
vor, um so einer mit dem Viruskonstrukt infizierten Zelle einen
Schutzeffekt zu verleihen. In der WO 96/12406 (Genetic Therapy,
Inc., Trapnell) wird ein Behandlungsverfahren bereitgestellt, bei
dem ein Adenovirus und ein unter Anti-CD4-Antikörpern, CTLA4-Immunglobulin
sowie einigen nichtspezifischen Immunsuppressiva ausgewähltes Immunsuppressivum
verabreicht werden, das Verabreichungsschema gestoppt und die Verabreichung
des Immunsuppressivums und des Adenovirusvektors dann wiederholt
wird. Ferner ist die erneute Verabreichung eines rekombinanten Adenovirus
in Gegenwart eines Immunmodulators vorgesehen.
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Somit
besteht nach wie vor ein Bedarf im Fachgebiet an der Verbesserung
der Effizienz des Gentransfers während
wiederholter Verabreichungen von viraler Gentherapie.
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Kurze Beschreibung
der Erfindung
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In
der vorliegenden Erfindung wird zur Herstellung eines Arzneimittels
ein Immunmodulator sowie ein rekombinanter Virusvektor benutzt,
wodurch sich eine verminderte Immunantwort gegenüber dem zur Durchführung der
Therapie verwendeten rekombinanten Virusvektor ergibt. Bei der Erfindung
wird gleichzeitig mit dem gentherapeutischen Virusvektor ein ausgewählter Immunmodulator
verabreicht, der das Auftreten neutralisierender Antikörperantworten,
die gegen die vektorcodierten Antigene gerichtet sind, und/oder
der Eliminierung der virusproteinhaltigen Zellen durch zytolytische
T-Zellen weitgehend reduziert. Die Erfindung eignet sich insbesondere
für die
Fälle,
bei denen die erneute Verabreichung des rekombinanten Virus gewünscht ist.
Erfindungsgemäß kann der
Immunmodulator entweder vor oder gleichzeitig mit dem das zuzuführende Transgen tragenden
rekombinanten Virusvektor verabreicht werden.
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Handelt
es sich allerdings bei dem rekombinanten Virus um ein Adenovirus,
so wird im Hinblick auf die Offenbarung in der oben erwähnten WO
96/12406, die nach dem Anmeldedatum des vorliegenden Falls veröffentlicht
wurde, auf die erneute Verabreichung des Adenovirus in Gegenwart
eines Immunmodulators verzichtet.
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Weitere
Aspekte und Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in der folgenden
ausführlichen
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen davon weiter beschrieben.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Bei 1A handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung des in bronchoalveolärer Lavage-(BAL)-Proben
aus an Tag 0 mit Adenovirus infizierten und an Tag 28 einer Autopsie
unterzogenen C57BL-6-Mäusen,
wie in Beispiel 2 beschrieben, vorhandenen Titers von neutralisierendem
Antikörper.
Die Kontrolle repräsentiert
normale Mäuse
(„Kontrolle"); CD4 mAb repräsentiert
Mäuse mit
einem Mangel an CD4+-Zellen; IL-12 repräsentiert
mit IL-12 an Tag 0 und +1 behandelte Mäuse und IFN-γ repräsentiert
mit IFN-γ an
Tag 0 und +1 behandelte Mäuse.
Die Daten sind als Mittelwert ±1
Standardabweichung für
drei unabhängige
Experimente dargestellt.
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Bei 1B handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung der relativen
Mengen (OD405) an in BAL-Proben vorhandenem
IgG. Die Symbole sind wie in 1A beschrieben.
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Bei 1C handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung der relativen
Mengen (OD405) an in BAL-Proben vorhandenem
IgA. Die Symbole sind wie in 1A beschrieben.
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Bei 2 handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung des Titers
von neutralisierendem Antikörper,
ausgedrückt
als reziproke Verdünnung
von Serumproben für
die Tiere in Beispiel 4. Die die Mäuse repräsentierenden Symbole werden
wie folgt beschrieben: mit H5.010CMVlacZ an Tag 0 und mit H5.010BALP
an Tag 28 infizierte C57BL-6-Mäuse
(„B6-Mäuse"); mit UV-inaktiviertem H5.010CMVlacZ
an Tag 0 und mit H5.010BALP an Tag 28 infizierte C57BL-6-Mäuse („B6-UV-Mäuse); mit
H5.010CMVlacZ an Tag 0 und mit H5.010CBALP an Tag 28 infizierte
Mäuse mit
MHC-Klasse-II-Mangel
(„Klasse
II–-Mäuse"); mit H5.010CMVlacZ
an Tag 0 und mit H5.010BALP an Tag 28 infizierte Mäuse mit β2-Mikroglobulin-Mangel („β2m–-Mäuse"); sowie mit GK1.5
(anti-CD4) mAB behandelte und mit H5.010CMVlacZ an Tag 0 und mit H5.010CBALP
an Tag 28 infizierte C57BL/6-Mäuse („CD4Ab-Mäuse").
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Bei 3A handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung des Titers
von neutralisierendem Antikörper,
ausgedrückt
als reziproke Verdünnung
von Serumproben für
durch Infusion in die Schwanzvene mit H5.010CMVLDLR an Tag 0 und
mit H5.010CMVlacZ an Tag 21 und mit H5.010CBALP an Tag 42 versehene
C57BL/6-Mäuse,
denen an Tag –3,
0 und 3 jeweils Kochsalzlösung
verabreicht wurde. Der Titer ist in Abhängigkeit von den Tagen nach
der Infektion angegeben.
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Bei 3B handelt
es sich um eine ähnliche
graphische Darstellung wie die in 3A für durch
Infusion in die Schwanzvene mit H5.010CMVLDLR an Tag 0 und mit H5.010CMVlacZ
an Tag 21 und mit H5.010CBALP an Tag 42 versehene C57BLj6-Mäuse, denen
an Tag –3,
0 und 3 jeweils anti-CD40L mAb GK1.5 verabreicht wurde.
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Bei 3C handelt
es sich um eine ähnliche
graphische Darstellung wie die in 3A für durch
Infusion in die Schwanzvene mit H5.010CMVlacZ an Tag 21 und mit
H5.010CBALP an Tag 42 versehene C57BL/6-Mäuse, denen an Tag –3, 0 und
3 jeweils anti-CD4 mAb GK1.5 verabreicht wurde.
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Bei 4A handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung der relativen
Mengen (OD405) von in Serumproben vorhandenem
IgG1 in Abhängigkeit
von Probenverdünnungen,
wie in Beispiel 6 beschrieben.
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Bei 4B handelt
es sich um eine graphisch dargestellte Zusammenfassung der relativen
Mengen (OD405) von in Serumproben vorhandenem
IgG2a in Abhängigkeit
von Probenverdünnungen,
wie in Beispiel 6 beschrieben.
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Bei 5 handelt
es sich um eine graphische Darstellung des Prozentanteils der spezifischen
Lyse von scheininfizierten („mock") und mit H5.010CBALP
(„ALP") infizierten C57SV-Zellen
in Abhängigkeit
des Verhältnisses
Effektor:Ziel für
einen 51Cr-Freisetzungstest in Beispiel 6B. Dabei
wurden Milzzellen aus C57BL/6-Mäusen
(„B6") und mit IL-12 behandelten
C57BL/6-(„B6+IL12")-Mäusen 10
Tage nach Verabreichung von H5.010CBALP in vitro 5 Tage mit H5.010CMVlacZ
nochmals stimuliert.
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Bei 6A handelt
es sich um ein Balkendiagramm der neutralisierenden Antikörper gegen
Ad5, erhalten in der BAL (Lungenexperiment) in Beispiel 7. Die Ergebnisse
in Spalte 1 stammen von C57BL/6-Mäusen (Kontrolle), Ergebnisse
in Spalte 2 stammen von knockout-Mäusen mit CD40L-Mangel (CD40L-KO)
und Ergebnisse in Spalte 3 stammen von mit CD40L-Antikörper (CD40L
Ab) behandelten C57BL/6-Mäusen.
Die Daten sind als Mittelwert des Titers von neutralisierendem Antikörper von
drei Proben +/– 1
S.D. (Standardabweichung) dargestellt.
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Bei 6B handelt
es sich um ein Balkendiagramm wie in 6A beschrieben,
wobei die Daten aus Serum für
das Leberexperiment in Beispiel 7 erhalten wurden.
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Bei 7A handelt
es sich um eine lineare Auftragung des Vergleichs des Prozentanteils
an spezifischer Lyse bei aus C57BL16-Kontrollmäusen (offene Kreise) und mit
Antikörper
gegen CD40L behandelten C57BL/6-Mäusen geernteten Lymphozyten
(gefüllte
Kreise). Sieben Tage nach der Virusverabreichung wurden die Lymphozyten
nochmals 5 Tage in vitro stimuliert und auf spezifische Lyse auf
scheininfizierten C57SV-Zellen in einem 6stündigem 51Cr-Freisetzungstest
getestet. Der Prozentanteil an spezifischer Lyse ist in Abhängigkeit
von unterschiedlichen Effektor:Ziel-Verhältnissen (6:1, 12:1, 25:1 und
50:1) ausgedrückt.
Für dieses
Lungenexperiment wurden Milzzellen verwendet.
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Bei 7B handelt
es sich um eine wie in 7A beschriebene lineare Auftragung
unter Verwendung von virusinfizierten C57SV-Zellen.
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Bei 7C handelt
es sich um eine wie in 7A beschriebene lineare Auftragung
unter Verwendung scheininfizierter Zellen. Für diese Leberexperimente wurden
MLN-(Mediastinal lymph node)-Zellen verwendet.
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Bei 7D handelt
es sich um eine wie in 7A beschriebene lineare Auftragung
unter Verwendung virusinfizierter Zellen. Für diese Leberexperimente wurden
MLN-Zellen verwendet.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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In
der vorliegenden Erfindung wird ein Immunmodulator für die Herstellung
eines Arzneimittels zur Verbesserung der Fähigkeit eines Tiers oder eines
Menschen, die Verabreichung gentherapeutischer Virusvektoren zu
tolerieren, verwendet. Mit der Erfindung wird ein Arzneimittel zur
transienten Verhinderung der Aktivierung von CD4+-T-Zellen,
die sowohl an zellulären
als auch humoralen Immunschranken gegenüber der Gentherapie beteiligt
sind, bereitgestellt. Bei der Erfindung wird einem einen gentherapeutischen
Vektor erhaltendem Individuum eine geeignete Menge eines vorzugsweise
kurzzeitig wirkenden Immunmodulators verabreicht. Dabei wird der
Immunmodulator vorzugsweise gleichzeitig mit der Verabreichung des
gentherapeutischen Vektors, d.h. eines rekombinanten Virus, der
bzw. das zur Zuführung
eines für
die Gentherapie erwünschten
therapeutischen Transgens verwendet wird, verabreicht. Der Immunmodulator
kann auch vor oder nach Verabreichung des Vektors verabreicht werden,
vorrausgesetzt, daß,
wenn es sich bei dem rekombinanten Virus um ein Adenovirus handelt,
die Verwendung ferner dadurch gekennzeichnet ist, daß das Adenovirus in
Abwesenheit eines Immunmodulators erneut verabreicht wird. Im Hinblick
auf die Offenbarung in der WO 96/2406 wird auf die erneute Verabreichung
des Adenovirus in Gegenwart eines Immunmodulators verzichtet, wie
oben erwähnt.
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Die
Erfindung, durch die die Entwicklung negativer zellulärer und
humoraler Immunantworten gegenüber
gentherapeutischen Virusvektoren verhindert wird, beruht auf der
Immunsuppression zur Blockierung der Aktivierung von T-Helferzellen,
insbesondere der CD4-Funktion,
sowie B-Zellen. Im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem eine
chronische Immunsuppression durch kontinuierliche Verabreichung
nichtspezifischer Immunsuppressiva erfolgt, wird in der vorliegenden
Erfindung ein transienter Ansatz zur Immunsuppression verwendet.
Ohne an die Theorie gebunden sein zu wollen, wird von den Erfindern
die Theorie aufgestellt, daß es
sich bei dem primären
Stimulus für
die Immunaktivierung um virale Kapsidproteine aus dem rekombinanten Vektor
handelt. Bei einem solchen Szenario ist eine chronische Immunsuppression
nicht notwendig. Insbesondere wird durch die transiente Ablation
der CD4-Funktion zum Zeitpunkt oder nahe dem Zeitpunkt der Verabreichung
von rekombinantem Virus gemäß der vorliegenden
Erfindung die Bildung von neutralisierendem Antikörper verhindert,
wodurch ein effizienter Gentransfer nach wenigstens zwei nachfolgenden
Verabreichungen gentherapeutischer Virusvektoren gestattet wird.
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Wie
nachfolgend veranschaulicht, wird die Verabreichung von Immunmodulatoren
gemäß der vorliegenden
Erfindung vorzugsweise nur zum Zeitpunkt der Virusverabreichung
ausgeführt.
Allerdings kann eine längere
Immunmodulation als in den folgenden Beispielen eines Gentransfers
in Mausleber und/oder -lunge notwendig erforderlich sein, je nach
der Art und Weise, in der die Antigene in unterschiedlichen Gentherapievorschriften
präsentiert
werden. Somit kann die erfindungsgemäße transiente Immunmodulation
unter gewissen Umständen
mit Langzeit-Immunsuppression oder anderen immunmodulatorischen
Therapien kombiniert werden.
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I. Immunmodulatoren
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Der
ausgewählte
Immunmodulator ist hier als ein Mittel definiert, das zur Hemmung
der Bildung von gegen den rekombinanten Virusvektor gerichteten
neutralisierenden Antikörpern
durch aktivierte B-Zellen und/oder zur Hemmung der CTL-(Cytolytic
T Lymphozyte)-Eliminierung des Vektors fähig ist. Der Immunmodulator
kann so ausgewählt
sein, daß er
die Wechselwirkungen zwischen den T-Helfer-Untergruppen (TH1 bzw. TH2) und
B-Zellen stört,
so daß die
Bildung von neutralisierendem Antikörper gehemmt wird. Als Alternative kann
der Immunmodulator so ausgewählt
sein, daß er
die Wechselwirkung zwischen TH1-Zellen und
CTLs hemmt, so daß das
Auftreten einer CTL-Eliminierung des Vektors reduziert wird. Insbesondere
stört oder
blockiert der Immunmodulator wünschenswerterweise
die Funktion der CD4-T-Zellen.
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Immunmodulatoren
zur Verwendung bei der Hemmung der Bildung von neutralisierendem
Antikörper gemäß der vorliegenden
Erfindung können
aufgrund der Bestimmung des Immunglobulin-Subtyps eines beliebigen,
als Antwort gegenüber
dem Virusvektor produzierten neutralisierenden Antikörpers ausgewählt werden.
Der neutralisierende Antikörper,
der als Antwort auf die Verabreichung eines gentherapeutischen Virusvektors
entwickelt wird, beruht häufig
auf der Identität
des Virus, der Identität
des Transgens, welches Vehikel zur Zuführung des Vektors verwendet
wird und/oder dem Zielort bzw. Gewebetyp für die Zuführung des Virusvektors.
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So
sind beispielsweise TH2-Zellen allgemein
für die
Störung
des effizienten Transfers von während
einer Gentherapie verabreichten Genen verantwortlich. Dies ist insbesondere
dann der Fall, wenn der Virusvektor auf einem Adenovirus beruht.
Insbesondere konnte von den Erfindern bestimmt werden, daß neutralisierende
Antikörper
der Subtypen IgG1 und IgA, die von der Wechselwirkung
zwischen TH2-Zellen und B-Zellen abhängig sind,
die Hauptursache für
die hauptsächlichen
neutralisierenden Antikörper
gegen Adenovirusvektoren zu sein scheinen.
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Die
Identität
des durch Verabreichung eines spezifischen gentherapeutischen rekombinanten
Virusvektors induzierten neutralisierenden Antikörpers läßt sich leicht in Tierversuchen
bestimmen. Siehe z.B. Beispiel 6. So wird beispielsweise durch Verabreichung
adenoviraler Vektoren über
die Lungen im allgemeinen die Produktion eines neutralisierenden
IgA-Antikörpers
induziert, während
die Verabreichung adenoviraler Vektoren über das Blut im allgemeinen
einen neutralisierenden IgG1-Antikörper induziert.
In diesen Fällen
stört eine
TH2-abhängige
Immunantwort den Transfer des ein therapeutisches Transgen tragenden,
auf Adenovirus beruhenden Virusvektors.
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Handelt
es sich bei dem durch Verabreichung von Virusvektor induzierten
neutralisierenden Antikörper um
einen TH2-vermittelten Antikörper, wie
beispielsweise IgA oder IgG1, so unterdrückt oder
verhindert der ausgewählte
Immunmodulator wünschenswerterweise
die Wechselwirkung von TH2-Zellen mit B-Zellen.
Falls sich andererseits herausstellt, daß es sich bei dem induzierten
neutralisierenden Antikörper
um einen TH1-vermittelten Antikörper, wie z.B. IgG2A,
handelt, so unterdrückt
bzw. verhindert der Immunmodulator wünschenswerterweise die Wechselwirkung
von TH1-Zellen mit B-Zellen. Ist die Reduktion
der CTL-Eliminierung der Virusvektoren ebenso wie die Blockierung
der Bildung von neutralisierendem Antikörper erwünscht, so wird der Immunmodulator
aufgrund seiner Fähigkeit
zur Unterdrückung
oder Blockierung von CD4+-TH1-Zellen
ausgewählt,
um so eine längere
Anwesenheit des Virusvektors in vitro zu gestatten.
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Die
Immunmodulatoren können
lösliche
oder natürlich
vorkommende Proteine, einschließlich
Cytokine und monoklonale Antikörper,
umfassen. Die Immunmodulatoren können
weitere Pharmazeutika umfassen. Darüber hinaus können die
erfindungsgemäßen Immunmodulatoren
allein oder in Kombination miteinander verwendet werden. So können beispielsweise
Cyclophosphamid sowie der spezifischere Immunmodulator monoklonaler
Anti-CD4-Antikörper gleichzeitig
verabreicht werden. In solch einem Fall dient Cyclophosphamid als Mittel
zur Blockierung der TH1-Aktivierung und
zur Stabilisierung der Transgenexpression über den Zeitraum der durch
die Anti-CD4-MAb-Behandlung induzierten transienten Immunblockade
hinaus.
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Eine
geeignete Menge bzw. Dosierung des ausgewählten Immunmodulators hängt hauptsächlich von der
Identität des
Modulators, der Menge an das Transgen tragendem rekombinanten Vektor,
die dem Patienten zunächst
verabreicht wird, sowie dem Verfahren und/oder der Stelle der Zuführung des
Vektors ab. Diese Faktoren lassen sich empirisch vom Fachmann unter
Verwendung der hier beschriebenen Verfahrensweisen beurteilen. Weitere
Sekundärfaktoren,
wie beispielsweise das behandelte Leiden, das Alter, Gewicht, der
allgemeine Gesundheitszustand sowie Immunstatus des Patienten, können ebenso
von einem Arzt bei der Bestimmung der Dosierung von dem Patienten
zuzuführenden
Immunmodulator in Verbindung mit einem gentherapeutischen Vektor
gemäß der vorliegenden
Erfindung in Betracht gezogen werden.
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Im
allgemeinen wird beispielsweise eine für den Menschen therapeutisch
wirksame Dosierung eines Proteinimmunmodulators, z.B. IL-12 oder
IFN-γ, im
Bereich von etwa 0,5 μg
bis etwa 5 mg pro etwa 1 × 107 pfu/ml Virusvektor verabreicht. Zur Abwägung des
therapeutischen Nutzens gegen eventuelle negative Nebenwirkungen
können
vom Fachmann verschiedene Dosierungen bestimmt werden.
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A. Monoklonaler Antikörper und
lösliche
Proteine
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Vorzugsweise
beinhaltet die Hemmung einer negativen Immunantwort gegenüber dem
gentherapeutischen Vektor gemäß der vorliegenden
Erfindung eine nichtspezifische Inaktivierung von CD4+-Zellen,
beispielsweise durch Verabreichung eines entsprechenden monoklonalen
Antikörpers.
Dabei sind derartige blockierende Antikörper vorzugsweise „humanisiert", um beim Empfänger die
Entwicklung einer Immunantwort gegenüber dem blockierenden Antikörper zu
verhindern. Ein „humanisierter
Antikörper" bezieht sich auf
einen Antikörper,
dessen komplimentaritätsbestimmende
Bereiche (complementarily determining regions, CDRs) und/oder andere
Teile seiner leichten und/oder schweren variablen Domänen-Gerüstbereiche
aus einem nichtmenschlichen Donor-Immunglobulin stammen, wobei die
restlichen, von Immunglobulin abgeleiteten Teile des Moleküls aus einem
oder mehreren menschlichen Immunglobulinen stammen. Zu solchen Antikörpern können auch
Antikörper
gezählt
werden, die durch eine mit einer nichtmodifizierten Donor- oder
Akzeptor-leichten Kette oder einer chimärischen leichten Kette assoziierte
humanisierte schwere Kette oder umgekehrt gekennzeichnet sind. Eine
derartige „Humanisierung" kann mit im Fachgebiet
bekannten Verfahren bewerkstelligt werden. Siehe beispielsweise
G.E. Mark und E.A. Padlan, „Chap.
4. Humanization of Monoclonal Antibodies", The Handbook of Experimental Pharmacology,
Bd. 113, Springer-Verlag, New York (1994), S. 105–133, hiermit durch
Bezugnahme aufgenommen.
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Zu
weiteren geeigneten Antikörpern
zählen
solche, die spezifisch CD4+-Zellen hemmen
oder abreichern, wie beispielsweise ein gegen das Zelloberflächen-CD4
gerichteter Antikörper.
Es konnte von den Erfindern gezeigt werden, daß die Abreicherung an CD4+-Zellen die CTL-Eliminierung des Virusvektors
hemmt. Zu derartigen modulatorischen Agentien gehören, ohne
jedoch darauf beschränkt
zu sein, Anti-T-Zellen-Antikörper,
wie z.B. anti-OKT3+ [siehe z.B. US-Patent Nr. 4,658,019; Europäische Patentanmeldung
Nr. 501,233, veröffentlicht
am 2. September 1992]. Siehe Beispiel 2 unten, bei dem zur Abreicherung
von CD4+-Zellen der im Handel erhältliche
Antikörper
GK1.5 (ATCC Accession No. TIB207) eingesetzt wird.
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Als
Alternative eignen sich als Immunmodulator gemäß den Verfahren der vorliegenden
Erfindung alle Agentien, die die für die Aktivierung von B-Zellen
durch TH-Zellen notwendigen Wechselwirkungen
und somit die Produktion neutralisierender Antikörper stören oder blockieren. So erfordert
beispielsweise die Aktivierung von B-Zellen durch T-Zellen, daß bestimmte
Wechselwirkungen stattfinden [F.H. Durie et al, Immunol. Today, 15(9):406–410 (1994)],
wie z.B. die Bindung von CD40-Ligand
auf der T-Helferzelle an das CD40-Antigen auf der B-Zelle sowie
die Bindung der CD28- und/oder CTLA4-Liganden auf der T-Zelle an das B7-Antigen
auf der B-Zelle.
Ohne die beiden Wechselwirkungen kann die B-Zelle nicht zur Induktion der Produktion
des neutralisierenden Antikörpers
aktiviert werden.
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Die
Wechselwirkung zwischen CD40-Ligand (CD40L) und CD40 stellt einen
wünschenswerten
Punkt zur Blockierung der Immunantwort gegenüber gentherapeutischen Vektoren
dar, und zwar aufgrund ihrer breiten Aktivität sowohl bei der Aktivierung
als auch Funktion der T-Helferzellen
ebenso wie der Abwesenheit von Redundanz in ihrem Signalweg. Ein
gegenwärtig
bevorzugtes Verfahren der vorliegenden Erfindung beinhaltet somit
die transiente Blockierung der Wechselwirkung von CD40L mit CD40
zum Zeitpunkt der Verabreichung von Adenovirusvektor. Dies läßt sich
durch Behandlung mit einem Agens erreichen, das den CD40-Liganden auf
der TH-Zelle
blockiert und die normale Bindung von CD40-Ligand auf der T-Helferzelle
mit dem CD40-Antigen auf der B-Zelle
stört.
Durch die Blockierung der CD40L-CD40-Wechselwirkung wird die Aktivierung
der T-Helferzellen verhindert, die zu Problemen mit der transgenen
Stabilität
und Wiederverabreichung beiträgt.
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Somit
läßt sich
ein Antikörper
gegen CD40-Ligand (Anti-CD40L)
[erhältlich
von der Firma Bristol-Myers Squibb Co; siehe z.B. Europäische Patentanmeldung
555,880, veröffentlicht
am 18. August 1993] oder ein lösliches
CD40-Molekül
als erfindungsgemäßer Immunmodulator
auswählen.
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Als
Alternative wird durch ein Agens, das die auf T-Helferzellen vorhandenen CD28- und/oder CTLR4-Liganden
blockiert, die normale Bindung dieser Liganden mit dem Antigen B7
auf der B-Zelle gestört. Somit
läßt sich eine
lösliche
Form von B7 oder ein Antikörper
gegen CD28 oder CTLA4, z.B. CTLA4-Ig [erhältlich von der Firma Bristol-Myers
Squibb Co; siehe z.B. Europäische
Patentanmeldung 606,217, veröffentlicht am
20. Juli 1994] als erfindungsgemäßer Immunmodulator
auswählen.
Die Erfindung besitzt größere Vorteile als
die unten beschriebene Cytokinverabreichung zur Verhinderung der
TH2-Aktivierung, da sie sowohl zelluläre als auch
humorale Immunantworten gegenüber
Fremdantigenen betrifft.
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B. Cytokine
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Bei
der Erfindung können
noch weitere Immunmodulatoren, die die TH-Zellfunktion
hemmen, eingesetzt werden.
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Somit
kann zum Zeitpunkt der primären
Verabreichung des Virusvektors ein Immunmodulator zur Verwendung
bei der Erfindung verabreicht werden, durch den selektiv die Funktion
der TH1-Untergruppe von CD4+-T-Helferzellen
gehemmt wird. Ein derartiger Immunmodulator ist Interleukin-4 (IL-4).
IL-4 verstärkt
die antigenspezifische Aktivität
von TH2-Zellen auf Kosten der TH1-Zellfunktion
[siehe z.B. Yokota et al., Proc. Natl. Acad. Sci., USA, 83:5894-5898
(1986); US-Patent Nr. 5,017,691]. Dabei ist vorstellbar, daß andere
Immunmodulatoren, die in der Lage sind, die TH1-Zellfunktion zu hemmen,
ebenso bei der Erfindung geeignet sind.
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In
einer weiteren Ausführungsform
kann es sich bei dem Immunmodulator um ein Cytokin handeln, das
die Aktivierung der TH2-Untergruppe von
T-Helferzellen verhindert. Der Erfolg dieser Ausführungsformen hängt von
dem relativen Beitrag ab, den TH2-abhängige Ig-Isotypen bei der
Virusneutralisierung liefern, deren Profil durch den Stamm, die
Tierspezies ebenso wie durch die Art der Viruszuführung und
das Zielorgan beeinflußt
werden kann.
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Ein
wünschenswerter
Immunmodulator zur Verwendung bei der Erfindung, der selektiv die
Funktion der CD4+-T-Zellen-Untergruppe TH2 zum
Zeitpunkt der primären
Verabreichung des Virusvektors hemmt, umfaßt Interleukin-12 (IL-12).
IL-12 verstärkt
die antigene spezifische Aktivität
von TH1-Zellen auf Kosten der TH2-Zellfunktion [siehe
z.B. Europäische
Patentanmeldung Nr. 441,900; P. Scott, Science, 260:496–497 (1993);
R. Manetti et al, J. Exp. Med., 177:1199 (1993); A. D'Andrea et al, J.
Exp. Med., 176:1387 (1992)]. Zur Verwendung bei der Erfindung liegt
IL-12 vorzugsweise in Proteinform vor. Menschliches IL-12 kann mit
bekannten Techniken rekombinant produziert oder im Handel erworben
werden. Als Alternative kann es gentechnisch in einem Virusvektor
(bei dem es sich gegebenenfalls um den gleichen Vektor, der zur
Expression des Transgens verwendet wurde, handeln kann) eingeführt und
in einer Zielzelle in vivo oder ex vivo exprimiert werden.
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Eine
TH2-spezifische Ablation mit IL-12 ist besonders
wirksam bei lungengerichteten Gentherapien, bei denen IgA die primäre Quelle
für den
neutralisierenden Antikörper
darstellt. Bei der lebergerichteten Gentherapie tragen sowohl TH1- als auch TH2-Zellen
zur Produktion virusspezifischer Antikörper bei. Allerdings läßt sich
die Gesamtmenge an neutralisierendem Antikörper mit IL-12 vermindern.
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Ein
weiterer ausgewählter
Immunmodulator, der eine ähnliche
Funktion ausübt,
ist γ-Interferon
(IFN-γ) [S.C.
Morris et al, J. Immunol., 152:1047–1056 (1994); F.P. Heinzel
et al, J. Exp. Med., 177:1505 (1993)]. Es wird angenommen, daß IFN-γ viele der
biologischen Wirkungen von IL-12 über die Sekretion aktivierter
Makrophagen und T-Helferzellen vermittelt. IFN-γ hemmt ebenso teilweise die
IL-4-stimulierte Aktivierung von TH2. IFN-γ ist ebenfalls
von verschiedenen kommerziellen Quellen erhältlich.
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Als
Alternative kann es mit bekannten gentechnischen Verfahren in einen
Virusvektor eingeführt
und in einer Zielzelle in vivo oder ex vivo exprimiert werden.
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Vorzugsweise
liegen derartige Cytokin-Immunmodulatoren in Form menschlicher rekombinanter
Proteine vor. Diese Proteine können
mit im Fachgebiet vorhandenen Verfahren produziert werden. Aktive
Peptide, Fragmente, Untereinheiten oder Analoge der bekannten hier
beschriebenen Immunmodulatoren, wie z.B. IL-12 oder γ-Interferon, die jeweils
die TH2 hemmende Funktion dieser Proteine
teilen, sind ebenso bei diesem Verfahren geeignet, wenn es sich
bei den neutralisierenden Antikörpern
um TH2-vermittelte Antikörper handelt.
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Wie
in den Beispielen unten veranschaulicht, sieht man, daß die Cytokine
IL-12 (das TH1-Zellen aktiviert, so daß diese
IFN-γ sezernieren)
und IFN-γ lediglich
die humorale Immunität
ablatieren (d.h. sie hemmen die TH1-Differenzierung).
Die gleichzeitige Verabreichung eines der beiden Cytokine zum Zeitpunkt
der Virusinstallation verhinderte die Bildung von IgA und gestattete
eine effiziente erneute Verabreichung des Virus.
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Um
eine wirksame zweite Virusverabreichung bei der lebergerichteten
Gentherapie zu gestatten, kann das Verfahren vorzugsweise die Verabreichung
von mehr als einen Cytokin, spezifische Dosierungspläne und/oder
die gleichzeitige Verabreichung eines zusätzlichen Immunmodulators, wie
z.B. eines oder mehrerer der oben erörterten Antikörper, umfassen.
Die Verwendung von Cytokinen ist dabei vorteilhaft, da es sich bei Cytokinen
um Naturprodukte handelt, die somit wahrscheinlich keine ungünstigen
Immunantworten in dem Patienten, dem sie verabreicht werden, erzeugen.
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C. Weitere Pharmazeutika
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Ebenso
können
bei den erfindungsgemäßen Verfahren
andere Immunmodulatoren oder Agentien, die die Immunfunktion nichtspezifisch
hemmen, d.h. Cyclosporin A oder Cyclophosphamid, verwendet werden.
So konnte beispielsweise gezeigt werden, daß eine kurze Behandlung mit
Cyclophosphamid die Aktivierung sowohl von CD4- als auch CD8-T-Helferzellen
gegen das Adenovirus-Kapsidprotein zum Zeitpunkt der Viruszuführung an
die Leber erfolgreich unterbricht. Als Ergebnis fand eine verlängerte Transgenexpression
statt, und bei höheren
Dosen wurde die Bildung von neutralisierendem Antikörper verhindert,
was eine erfolgreiche Wiederverabreichung des Vektors gestattete.
In der Lunge wurde durch Cyclophosphamid die Bildung von neutralisierenden
Antikörpern
bei allen Dosen verhindert und die Transgenexpression bei hoher
Dosis stabilisiert.
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II. Virusvektoren
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Geeignete
Virusvektoren, die bei der Gentherapie von Nutzen sind, sind allgemein
bekannt, wobei dazu unter anderem Retroviren, Vacciniaviren, Poxviren,
Adenoviren und Adeno-assoziierte Viren gehören. Es wird erwartet, daß sich das
Verfahren der vorliegenden Erfindung bei allen Viren, die die Grundlage
für einen gentherapeutischen
Vektor bilden, eignet. Beispielhafte Virusvektoren für die Verwendung
in den erfindungsgemäßen Verfahren
sind jedoch Adenovirusvektoren (siehe z.B., M. S. Horwitz et al, "Adenoviridae and
Their Replication",
Virology, second edition, pp. 1712, ed. B. N. Fields et al, Raven
Press Ltd., New York (1990); M. Rosenfeld et al, Cell, 68:143–155 (1992);
J. F. Engelhardt et al, Human Genet. Ther., 4:759–769 (1993);
Yang IV; J. Wilson, Nature, 365:691–692 (Oct. 1993); B. J. Carter,
in "Handbook of
Parvoviruses", Hrsg.
P. Tijsser, CRC Press, S. 155–168 (1990).
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Besonders
wünschenswert
sind menschliche Typ-C-Adenoviren
(Ad), einschließlich
der Serotypen Ad2 und Ad5, die durch Deletion des frühen Genlocus,
der für
E1a und E1b codiert, für
die Gentherapie replikationsdefekt gemacht wurden. Es liegen zahlreiche
Veröffentlichungen über die
Verwendung E1-deletierter Adenoviren in der Gentherapie vor. Siehe,
K.F. Kozarsky und J. M. Wilson, Curr. Opin. Genet. Dev., 3:499–503 (1993).
Die DNA-Sequenzen einer Reihe von Adenovirustypen sind über Genebank
zugänglich,
einschließlich des
Typs Ad5 [Genbank Accession No. M73260]. Die Adenovirussequenzen
können
einem beliebigen bekannten Adenovirustyp entnommen werden, einschließlich den
gegenwärtig
identifizierten 41 menschlichen Typen [Horwitz et al, Virology,
2. Aufl., B. N. Fields, Raven Press, Ltd., New York (1990)]. Verschiedene
Adenovirusstämme
stehen bei der American Type Culture Collection, Rockville, Maryland,
oder sind auf Anfrage von verschiedenen kommerziellen und institutionellen
Quellen erhältlich.
In der vorliegenden Ausführungsform
wird aus Gründen
der Zweckmäßigkeit
ein Adenovirustyp 5 (Ad5) verwendet.
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Es
wird nicht erwartet, daß die
vorliegende Erfindung durch die Auswahl des für die Konstruktion der rekombinanten
Vektoren geeigneten Virus, einschließlich des Virustyps, z.B. Adenovirus,
und des Stamms beschränkt
wird.
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In ähnlicher
Weise stellt die Auswahl des im Virusvektor enthaltenen Transgens
keine Beschränkung der
vorliegenden Erfindung dar. Es wird erwartet, daß sich dieses Verfahren mit
allen Transgenen eignet. Vom Fachmann können geeignete Transgene für die Zuführung an
einen Patienten in einem Virusvektor für die Gentherapie ausgewählt werden.
Diese therapeutischen Nukleinsäuresequenzen
codieren typischerweise für Produkte
zur Verabreichung und Expression in einem Patienten in vivo oder
ex vivo, um einen vererbten oder nichtvererbten genetischen Defekt
zu ersetzen oder zu korrigieren oder eine epigenetische Störung bzw. Krankheit
zu behandeln. Zu den therapeutischen Genen, die für die Durchführung einer
Gentherapie wünschenswert
sind, gehören,
ohne darauf beschränkt
zu sein, ein Gen für
einen VLDL (very low density lipoprotein)-Rezeptor zur Behandlung
von familiärer
Hypercholesterinämie
oder familiärer
kombinierter Hyperlipidämie,
das CFTR (cystic fibrosis transmembrane regulator)-Gen zur Behandlung
von cystischer Fibrose, das DMD Becker-Allel zur Behandlung von
Duchenne-Muskeldystrophy
sowie eine Reihe anderer Gene, die vom Fachmann für die Behandlung
einer bestimmten Störung
oder Krankheit leicht ausgewählt
werden können.
Somit wird nicht angenommen, daß die
Auswahl des Transgens eine Beschränkung der vorliegenden Erfindung darstellt
da eine solche Auswahl im Bereich des fachmännischen Wissens liegt.
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Der
ein therapeutisches Gen tragende Virusvektor kann vorzugsweise als
Suspension in einer biologisch verträglichen Lösung oder einem pharmazeutisch
unbedenklichen Zuführungsvehikel
einem Patienten verabreicht werden. Als geeignetes Vehikel zählt sterile
Kochsalzlösung.
Weitere wäßrige und
nichtwäßrige isotonische
sterile Injektionslösungen
sowie wäßrige und
nichtwäßrige sterile
Suspensionen, die als pharmazeutisch unbedenkliche Träger sowie
dem Fachmann allgemein bekannt sind, können für diesen Zweck eingesetzt werden.
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Der
Virusvektor wird in ausreichenden Mengen zur Transfektion der gewünschten
Zellen und zur Bereitstellung ausreichender Transduktions- und Expressionsniveaus
des ausgewählten
Transgens verabreicht, so daß ein
therapeutischer Nutzen ohne übermäßige negative
physiologische Auswirkungen bzw. mit medizinisch unbedenklichen
physiologischen Auswirkungen, die sich vom Fachmann auf den Gebieten
der Medizin bestimmen lassen, bereitgestellt wird. Zu herkömmlichen
und pharmazeutisch unbedenklichen Verabreichungswegen zählen die
direkte Zuführung
an das Zielorgan, -gewebe bzw. den Zielort, intranasale, intravenöse, intramuskuläre, subkutane,
intradermale, orale sowie andere parenterale Verabreichungswege.
Die Verabreichungswege können
dabei, falls gewünscht,
kombiniert werden.
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Die
Dosierungen des Virusvektors hängen
hauptsächlich
von Faktoren, wie z.B. dem behandelten Leiden, dem ausgewählten Gen,
dem Alter, Gewicht und Gesundheitszustand des Patienten ab und können daher
unter Patienten variieren. So liegt beispielsweise eine therapeutisch
wirksame Dosierung der Virusvektoren beim Menschen im allgemeinen
im Bereich von etwa 20 bis etwa 50 ml Kochsalzlösung mit Konzentrationen von
etwa 1 × 107 bis 1 × 1010 pfu/ml Viren. Eine bevorzugte Dosierung
bei einem Erwachsenen beträgt etwa
20 ml Kochsalzlösung
mit den obigen Konzentrationen. Die Dosierung wird zur Abwägung des
therapeutischen Nutzens gegen eventuelle Nebenwirkungen eingestellt.
Die Expressionsniveaus des ausgewählten Gens lassen sich zur
Bestimmung der Auswahl, Einstellung oder Häufigkeit der verabreichten
Dosierung verfolgen.
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III. Verabreichung des
erfindungsgemäßen Arzneimittels
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Die
Erfindung beinhaltet die gleichzeitige Verabreichung des ausgewählten Immunmodulators
mit dem ausgewählten
rekombinanten Virusvektor. Dabei findet die gleichzeitige Verabreichung
so statt, daß der
Immunmodulator und der Vektor zeitnah zueinander verabreicht werden.
Dabei ist es vorliegend bevorzugt, den Modulator gleichzeitig mit
oder nicht mehr als ein bis drei Tage vor der Verabreichung des
Vektors zu verabreichen.
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Wie
durch die Beispiele unten veranschaulicht, wird der Immunmodulator,
gleichgültig,
ob es sich dabei um einen Anti-CD40L-Antikörper, Anti-CD4-Antikörper oder
ein Cytokin handelt, wünschenswerterweise zeitnah
mit der Verabreichung des für
die Gentherapie verwendeten Virusvektors verabreicht. Insbesondere wird
durch die Verabreichung von IL-12 oder IFN-γ eine Verringerung der TH2-Zellspiegel über einen Zeitraum von 2–3 Tagen
hervorgerufen. Daher werden IL-12 und/oder IFN-γ wünschenswerterweise innerhalb
eines Tages der Verabreichung des das zuzuführende Gen tragenden Virusvektors
verabreicht. Vorzugsweise wird das IL-12 und/oder IFN-γ allerdings
im wesentlichen gleichzeitig mit dem Virusvektors verabreicht.
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Der
Immunmodulator kann in einem pharmazeutisch unbedenklichen Träger oder
Verdünnungsmittel, wie
beispielsweise Kochsalzlösung,
verabreicht werden. So wird beispielsweise der Immunmodulator bei
einer vom Virusvektor getrennten Formulierung wünschenswerterweise in Kochsalzlösung suspendiert.
Dabei kann eine solche Lösung
herkömmliche
Bestandteile, z.B. Mittel zum Einstellen des pH-Werts, Konservierungsmittel und
dergleichen, enthalten. Derartige Bestandteile sind bekannt und
können
vom Fachmann leicht ausgewählt werden.
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Als
Alternative kann der Immunmodulator selbst in Form von DNA verabreicht
werden, und zwar entweder getrennt vom Vektor oder im Gemisch mit
dem das Transgen tragenden rekombinanten Vektor. Im Fachgebiet gibt
es Verfahren zur pharmazeutischen Präparation des Modulators als
Protein oder als DNA [siehe z.B. J. Cohen, Science, 259:1691–1692 (1993)
bezüglich
DNA-Impfstoffen].
Wünschenswerterweise
wird der Immunmodulator über
den gleichen Weg wie der rekombinante Vektor verabreicht.
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Der
Immunmodulator kann direkt in die den dem Patienten verabreichten
Virusvektor enthaltende Zusammensetzung formuliert werden. Als Alternative
kann der Immunmodulator getrennt, vorzugsweise kurz vor oder nach
Verabreichung des Virusvektors, verabreicht werden. Bei einer weiteren
Alternative kann eine einen ersten Immunmodulator, wie z.B. IL-12,
enthaltende Zusammensetzung getrennt von einer einen zweiten Immunmodulator,
wie z.B. Anti-CD40L-Antikörper,
enthaltenden Zusammensetzung, und so weiter, je nach Anzahl der
verabreichten Immunmodulatoren, verabreicht werden. Diese Verabreichungen
können
jeweils unabhängig
vor, gleichzeitig mit oder nach Verabreichung des Virusvektors erfolgen.
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Die
Verabreichung des ausgewählten
Immunmodulators kann während
der Behandlung mit dem das Transgen tragenden rekombinanten Virusvektor
wiederholt werden, und zwar entweder während des Zeitraums, in dem
das Transgen exprimiert wird (wie über Tests, die die Transgenexpression
oder die vorgesehene Wirkung davon nachweisen, beobachtet), oder
jeweils mit jeder Auffrischimpfung des rekombinanten Vektors. Als
Alternative kann bei jeder erneuten Injektion des gleichen Virusvektors
ein unterschiedlicher Immunmodulator eingesetzt werden. Handelt
es sich allerdings bei dem rekombinanten Virus um ein Adenovirus,
so ist dessen Verwendung ferner dadurch gekennzeichnet, daß im Hinblick
auf die Offenbarung in der oben erwähnten WO 96/12406, die nach
dem Anmeldedatum des vorliegenden Falls veröffentlicht wurde, auf die erneute
Verabreichung des Adenovirus in Gegenwart eines Immunmodulators
verzichtet wird.
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Ein
Vorteil der Erfindung liegt darin, daß sie eine transiente Manipulation
darstellt, die lediglich zum Zeitpunkt der Verabreichung des gentherapeutischen
Vektors notwendig ist. Es wird erwartet, daß diese Strategie sicherer
ist als auf einer Toleranzinduktion beruhende Strategien, durch
die die Fähigkeit
des Empfängers,
auf Virusinfektionen zu reagieren, permanent beeinträchtigt werden
kann.
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Weiterhin
wird erwartet, daß die
bevorzugte Verwendung von Immunmodulatoren, wie beispielsweise den
oben erwähnten
Cytokinen oder Antikörpern,
sicherer ist als die Verwendung von Agentien, wie beispielsweise
Cyclosporin oder Cyclophosphamid (die eine generalisierte Immunsuppression
hervorrufen), da die transiente Immunmodulation selektiv ist (d.h.
die CTL-vermittelten
Antworten bleiben ebenso wie von der TH1-Funktion abhängige humorale
Antworten erhalten).
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In
einem Beispiel für
einen wirksamen Gentransfer gemäß der vorliegenden
Erfindung handelt es sich bei den ausgewählten Immunmodulatoren um IL-12,
das die selektive Induktion von TH1-Zellen
verursacht, und/oder IFN-γ,
das die Induktion TH2-Zellen unterdrückt. Ein
weiterer bevorzugter Immunmodulator ist der Anti-CD4+-Antikörper GK1.5,
der die TH1-Zellen abreichert und die CTL-Eliminierung
des Vektors reduziert. Noch ein weiterer bevorzugter Immunomodulator
ist der monoklonale Anti-CD40-Ligand-Antikörper MR1, der von der American
Type Culture Collection, Rockville, MD erhältlich ist.
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Wie
nachfolgend beispielhaft dargestellt, gestattete die Verwendung
der oben identifizierten Immunmodulatoren einen wirksamen Gentransfer
ebenso wie die wiederholte Verwendung des gleichen Virusvektors.
In Verbindung mit der Gentherapie, bei der ein entweder ein Transgen
für alkalische
Phosphatase („ALP"), ein Transgen für beta-Galactosidase
(„lacZ") oder ein LDLR (low
density lipoprotein receptor)-Transgen („LDLR") enthaltender Adenovirusvektor eingesetzt
wurde.
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Durch
die folgenden Beispiele werden die bevorzugten Verfahren zur erfindungsgemäßen Herstellung geeigneter,
bei der Gentherapie nützlicher
Virusvektoren veranschaulicht. Diese Beispiele dienen lediglich
der Veranschaulichung und stellen keine Beschränkung des Umfangs der Erfindung
dar.
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Beispiel 1 – Konstruktion
und Aufreinigung beispielhafter rekombinanter Adenovirusvektoren
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Das
rekombinante Adenovirus H5.010CMVlacZ wurde wie folgt konstruiert.
Verwendet wurde das Plasmid pAd.CMVlac [beschrieben in Kozarsky
et al, J. Biol. Chem., 269:13695–13702 (1994)], das die Adenovirus-Karteneinheiten 0–1 und daran
anschließend
einen Cytomegalovirus-Enhancer/Promotor [Boshart et al, Cell, 41:521–530 (1985)],
ein Gen für
E. coli-beta-Galactosidase
(lacZ), ein Polyadenylierungssignal (pA), die Adenovirus-5-Karteneinheiten
9.2–16
(Ad 9.2–16)
sowie generische Plasmidsequenzen, einschließlich eines Replikationsursprungs
und eines Ampicillinresistenz-Gens,
enthält.
pAd.CMVlacZ wurde mit NheI linearisiert und in 293-Zellen [ATCC
CRL1573] zusammen mit sub360-DNA
(aus Adenovirus-Typ 5), die mit XbaI und ClaI verdaut worden war,
wie zuvor beschrieben [K.F. Kozarsky, Somatic Cell Mol. Genet.,
19:449–458
(1993) und Kozarsky (1994), oben zitiert] cotransfiziert. Das erhaltene
rekombinante Virus H5.010CMVlacZ enthält die Adenovirus-Karteneinheiten
0–1 und
daran anschließend
einen CMV-Enhancer/Promotor, ein lacZ-Gen, ein Polyadenylierungssignal
(pA), die Adenovirus-Karteneinheiten
9.2–100,
mit einer kleinen Deletion im E3-Gen bei 78.5–84.3 mu aus dem Ad 5 sub360-Grundgerüst. Das
rekombinante Adenovirus H5.010CBALP enthält die Adenovirus-Karteneinheiten
0–1 und
daran anschließend
einen CMV-verstärkten
zytoplasmatischen β-Actin-Promotor aus
Huhn [T.A. Kost et al, Nucl. Acids Res., 11(23):8287 (1983)], ein
Gen für
ALP aus menschlicher Plazenta, ein Polyadenylierungssignal (pA)
sowie die Adenovirus-Typ 5-Karteneinheiten 9–100 mit einer kleinen Deletion
im E3-Gen bei 78.5 bis 84.3 mu aus dem Ad 5 sub360-Grundgerüst. Dieses
rekombinante Adenovirus wurde im wesentlichen ähnlich wie das oben beschriebene
H5.010CMVlacZ-Adenovirus konstruiert. Siehe auch Kozarsky (1994),
oben zitiert.
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Diese
rekombinanten Adenoviren, H5.010CMVlacZ und H5.010CBALP, wurden
nach Transfektion [Graham, Virol., 52:456–467 (1974)] isoliert und zwei
Runden Plaque-Aufreinigung
unterzogen. Lysate wurden auf zwei aufeinanderfolgenden Cäsiumchloriddichtegradienten
auf gereinigt, wie zuvor beschrieben [Englehardt et al, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA, 88:11192–11196
(1991)]. Die Abtrennung des Cäsiumchlorids
erfolgte, indem das Virus über
BioRad-DG10-Gelfiltrationssäulen
unter Verwendung von phosphatgepufferter Kochsalzlösung (phosphatebuffered
saline, PBS) gegeben wurde.
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Für die Mausexperimente
wurde entweder frisches Virus verwendet, oder es wurde nach der
Säulenreinigung
Glycerin mit einer Endkonzentration von 10% (v/v) zugegeben und
das Virus bis zur Verwendung bei –70°C gelagert.
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Beispiel 2 Verbesserung
des adenovirus-vermittelten Gentransfers nach zweiter Verabreichung
durch IL-12 und IFN-γ in
Mauslunge
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In
diesem Beispiel wurden die rekombinanten Adenoviren H5.010CMVlacZ
und H5.010CBALP verwendet. Die Viren exprimieren jeweils ein unterschiedliches
Reportertransgen, dessen Expression von der des ersten Reportertransgens
unterschieden werden kann.
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Weibliche
C57BL/6-Mäuse
(6~8 Wochen alt) wurden mit Suspensionen von H5.010CBALP (1 × 109 pfu in 50 μl PBS) über die Trachea am Tag 0 und
in ähnlicher
Weise mit H5.010CMVlacZ am Tag 28 infiziert. Dabei wurde eine Gruppe
solcher Mäuse
als Kontrolle verwendet. Bei einer weiteren Gruppe von Mäusen wurde
eine akute Abreicherung an CD4+-Zellen durch
i.p.-Injektion von Antikörper gegen
CD4+-Zellen (GK1.5; ATCC Nr. TIB207, 1:10-Verdünnung von
Aszites) zum Zeitpunkt der ersten Gentherapie (Tag –3, 0 und
+3). durchgeführt.
Eine dritte Gruppe von Mäusen
wurde mit IL-12 (1 μg
intratracheal oder 2 μg,
i.p.-Injektionen) zum Zeitpunkt der ersten Verabreichung von Virus
(Tag 0 und +1) injiziert. Eine vierte Gruppe von Mäusen wurde
mit Gamma-Interferon (1 μg
intratracheal oder 2 μg,
i.p.-Injektionen) zum Zeitpunkt der ersten Verabreichung von Virus
(Tag 0 und +1) injiziert.
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Die
Mäuse wurden
nachfolgend an Tag 3, 28 bzw. 31 getötet, wobei bei der Autopsie
Lungengewebe für
die Gefrierschnitte präpariert
wurden, während
bronchoalveoläre
Lavage (BAL) und MLN (mediastinal lymph nodes) für die immunologischen Tests
geerntet wurden.
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A. Gefrierschnitte
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Die
Lungengewebe wurden hinsichtlich ALP-Expression an Tag 3 und Tag
28 mittels histochemischer Färbung
nach den Verfahren von Yang I, oben zitiert, beurteilt. Die Die β-Galactosidase-Expression
wurde an Tag 31 mittels histochemischer X-gal-Färbung getestet. Die unten beschriebenen
Ergebnisse wurden aus den histochemischen Anfärbungen mit alkalischer Phosphatase
(100fache Vergrößerung)
bzw. X-gal-Anfärbungen mit β-Galactosidase
(100fache Vergrößerung)
erhalten.
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Die
Instillation von ALP-Virus (109 pfu) in
die Atemwege aller Gruppen der C57BL%6-Mäuse führte zur Transgenexpression
auf hohem Niveau in der Mehrzahl der luftführenden Wege, die bis Tag 28
auf nichtnachweisbare Niveaus gefallen waren. Es konnte gezeigt
werden, daß der
Verlust an Transgenexpression an der CTL-vermittelten Eliminierung
der gentechnisch veränderten
Hepatozyten lag [Yang I, oben zitiert]. Bei den Kontrollmäusen wurde
drei Tage nach der zweiten Verabreichung von Virus, d.h. an Tag
31, keine rekombinante Genexpression nachgewiesen.
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Die
Verabreichung von Virus an die Tiere mit CD4+-Mangel
wurde mit einer rekombinanten Transgenexpression auf hohem Niveau
assoziiert, die über
einen Monat stabil war. Die Expression des zweiten Virus war an
Tag 31 nachweisbar. Somit gestattet die Abreicherung der CD4+-Zellen
auf wirksame Weise die Wiederverabreichung des Vektors ohne sofortige
CTL-Eliminierung.
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Das
ursprüngliche
hohe Gentransferniveau verringerte sich nach etwa einem Monat in
den mit IL-12 behandelten Mäusen.
Allerdings wurde im Gegensatz zur Kontrolle ein hohes Niveaus an
Gentransfer zu Luftwegepithelzellen erzielt, wenn Virus mit IL-12
behandelten Tieren an Tag 28 wieder verabreicht wurde, wie die Ergebnisse
von Tag 31 zeigen.
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Die
mit Gamma-Interferon behandelten Tiere waren praktisch von den mit
IL-12 behandelten Tieren dahingehend nicht zu unterscheiden, daß nach einer
zweiten Verabreichung von Virus ein effizienter Gentransfer erzielt
wurde.
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Somit
ermöglichte
die Verwendung dieser Cytokine als Immunmodulatoren die wiederholte
Verabreichung des Vektors ohne dessen sofortige Eliminierung durch
neutralisierenden Antikörper.
In anderen Experimenten wurden TH2-Zellen
auf Kosten einer erhöhten
TH1-Aktivierung nicht gehemmt. Bei Mäusen, die
mit dem ALP-Virus parenteral bzw. mit IL-12 i.p. behandelt worden
waren, führte
das IL-12 zu keinem Anstieg der adenovirus-spezifischen CTL-Aktivität, wie durch
Chromfreisetzungstests gezeigt werden konnte. Von besonderer Wichtigkeit
ist die Tatsache, daß es
durch die Behandlung der Tiere mit IL-12 zum Zeitpunkt der intratrachealen Instillation
von Virus zu keiner verstärkten
Entzündung
bzw. keiner verkürzten
Verweildauer des Transgens nach einer zweiten Verabreichung von
Virus kam.
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B. Immunologische Tests – MLN
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Lymphozyten
aus MLN der Kontrollgruppe sowie der mit IL-12 behandelten Gruppe
von C57BL/6-Mäusen
wurden 28 Tage nach Verabreichung von H5.010CBALP geerntet und in
vitro mit UV-inaktiviertem H5.010CMVlacZ bei 10 Partikeln/Zelle
24 Stunden erneut stimuliert. Zellfreie Überstände wurde auf das Vorhandensein
von IL-2 bzw. IL-4 auf HT-2-Zellen (einer IL-2- bzw. IL-4-abhängigen Zellinie)
getestet [Yang I, oben zitiert]. Das Vorhandensein von IFN-γ im gleichen
Lymphozytenkulturüberstand
wurde an L929-Zellen wie beschrieben gemessen [Yang I, oben zitiert].
Der Stimulationsindex (S.I.) wurde berechnet, indem in in Überständen von
mit Virus erneut stimulierten Lymphozyten kultivierte HT-2-Zellen
eingebaute 3H-Thymidin-cpm durch in in Überständen von
in antigenfreiem Medium inkubierten Lymphozyten kultivierte HT-2-Zellen
eingebaute 3H-Thymidin-cpm dividiert wurden.
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Die
Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle I dargestellt.
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Die
Stimulation von Lymphozyten aus regionalen Lymphknoten mit beiden
rekombinanten Adenoviren führte
zur Sekretion von für
die Aktivierung sowohl der TH1-Untergruppe (d. h.
IL-2 und IFN-γ)
als auch die TH2-Untergruppe (d.h. IL-4) von T-Helferzellen
spezifischen Cytokinen (Tabelle I).
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Die
Analyse von Lymphozyten aus den mit IL-12-behandelten Tieren, die in vitro mit
Virus stimuliert worden waren, zeigte eine erhöhte Sekretion von IL-2 und
IFN-γ relativ
zur Produktion von IL-4 im Vergleich mit Tieren, die kein IL-12
erhalten hatten (d. h. das Verhältnis
IL-2/IL-4 erhöhte
sich von 3 auf 6 bei Verwendung von IL-12; Tabelle I).
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C. Immunologische Tests – BAL
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Aus
Tieren 28 Tage nach dem primären
In-Kontakt-Bringen mit rekombinantem Virus erhaltene BAL-Proben
wurden hinsichtlich neutralisierenden Antikörpers gegen Adenovirus und
anti-Adenovirus-Antikörperisotypen
wie folgt beurteilt. Die gleichen vier Gruppen von C57BL/6-Mäusen, d.h. Kontrolle, CD4+-Mangel, IL-12-behandelt und IFN-γ-behandelt,
wurden mit H5.010CBALP infiziert. Neutralisierender Antikörper wurden in
Verdünnungsreihen
von BAL-Proben (100 μl)
gemessen, die mit H5.010CBlacZ (1 × 106 pfu
in 20 μl)
gemischt, eine Stunde bei 37°C
inkubiert und in 96-Loch-Platten auf 80% konfluente Hela-Zellen
(2 × 104 Zellen pro Loch) aufgetragen wurden. Nach
60 Minuten Inkubation bei 37°C
wurden in jedes Loch jeweils 100 μl DMEM
mit 20% FBS gegeben. Die Zellen wurden fixiert und am folgenden
Tag hinsichtlich β-Galactosidase-Expression
angefärbt.
-
Alle
Zellen waren in Abwesenheit von anti-adenoviralen Antikörpern lacZ-positiv.
-
Adenovirus-spezifischer
Antikörperisotyp
wurde in BAL unter Verwendung eines ELISA-Tests (enzyme-linked immunosorbent
assay) bestimmt. Dabei wurden kurz gesagt 96-Loch-Platten mit 100 μl PBS mit
5 × 109 H5.010CBlacZ-Partikeln 18 Stunden bei 4°C beschichtet.
Die Vertiefungen wurden fünfmal
mit PBS gewaschen. Nach dem Blockieren mit 200 μl 2° BSA in PBS wurden die Platten
einmal mit PBS gespült
und mit 1:10-verdünnten
BAL-Proben 90 Minuten
bei 4°C
inkubiert. Anschließend
wurden die Vertiefungen ausgiebig gewaschen und erneut mit 100 μl 1:1000-verdünntem ALP-konjugierten
anti-Maus-IgG oder IgA (Sigma) gefüllt. Die Platten wurden inkubiert,
anschließend
fünfmal
gewaschen, und die Vertiefungen wurden jeweils mit 100 μl der Substratlösung (p-Nitrophenylphosphat,
PNPP) versetzt. Die Substratumwandlung wurde durch Zugabe von 50 μl 0,1 M EDTA
gestoppt, und die Reaktionen wurden bei 405 nm gelesen.
-
Die
Ergebnisse sind in 1A bis 1C graphisch
dargestellt, und zwar als Zusammenfassung des Titers von neutralisierendem
Antikörper
und der relativen Mengen (OD405) an in BAL-Proben
vorhandenem IgG und IgA. Dabei wurde der Titer von neutralisierendem
Antikörper
für jede
Probe jeweils als die höchste
Verdünnung,
bei der weniger als 50% der Zellen blau gefärbt wurden, angegeben.
-
Wie
am ersten Balken von 1A bis 1C demonstriert,
wurden die in Tabelle 1 oben identifizierten Cytokine in den Kontrollmäusen mit
dem Auftreten von Antikörpern
sowohl des IgG- als auch des IgA-Isotyps gegen Adenovirusproteine
in BAL assoziiert, die in einem In-vitro-Test bis zu einer Verdünnung von
1:800 zur Neutralisierung des rekombinanten Ad5-Vektors fähig waren.
-
Wie
im zweiten Balken der Graphen in 1A bis 1C gezeigt,
wurde die Bildung von neutralisierendem Antikörper (1A) bzw.
virusspezifischem IgA-Antikörper (1C)
um das 80fache durch die transiente CD4+-Zellabreicherung
gehemmt, wodurch ein effizienter Gentransfer nach einer zweiten
Verabreichung von Virus erfolgen kann. 1B zeigt
ebenso eine leichte Hemmung von IgG.
-
Wie
im dritten Balken der drei Graphen dargestellt, wurde die Sekretion
von antigenspezifischem IgA durch IL-12 selektiv blockiert (1C),
ohne daß sich
dies in signifikanter Weise auf die Bildung von IgG auswirkte (1B).
Dies erfolgte gleichzeitig mit einer 20fachen Reduzierung von virusspezifischem
neutralisierendem Antikörper
(1A).
-
Die
mit Gamma-Interferon behandelten Tiere (vierter Balken in 1A und 1B)
waren praktisch von den. mit IL-12 behandelten Tieren dahingehend
nicht zu unterscheiden, daß im
Vergleich mit den nicht mit Cytokin behandelten Kontolltieren virusspezifisches
IgA (1C) und neutralisierender Antikörper (1A) reduziert
waren, jedoch nicht in dem Ausmaß wie bei den mit IL-12 behandelten
Tieren.
-
Diese
Arbeiten zeigen, daß die
Verabreichung ausgewählter
Immunmodulatoren an Empfänger
gentherapeutischer rekombinanter Virusvektoren am genauen oder ungefähren Zeitpunkt
des primären
In-Kontakt-Kommens mit dem Vektor die Bildung blockierender Antikörper und/oder
die CTL-Eliminierung des Vektors sowohl am Anfang als auch zum Zeitpunkt
eines wiederholten In-Kontakt-Kommens mit dem Virusvektor verhindern
kann. Die entsprechende Reduzierung von neutralisierendem Antikörper und
anti-viralem IgA
läßt darauf
schließen,
daß Immunglobulin
des IgA-Subtyps die Hauptverantwortung für die Blockade des Gentransfers
trägt.
-
Beispiel 3 – Verbesserung
des adenovirus-vermittelten Gentransfers nach zweiter Verabreichung
durch IL-12 und IFN-γ in
Mausleber
-
Mit
den in Beispiel 2 beschriebenen Experimenten weitgehend identische
Experimente wurden durchgeführt,
wobei Virusvektoren in das Blut zur Einführung des Transgens in die
Leber (statt intratrachealer Zuführung
in die Lunge) appliziert wurden.
-
In
diesem Beispiel wurden die rekombinanten Adenoviren H5.010CMVlacZ
und H5.010CBALP verwendet.
-
Weibliche
C57BL/6-Mäuse
(6–8 Wochen
alt) wurden mit Suspensionen von H5.010CBALP (1 × 109 pfu
in 50 μl
PBS) i.p. am Tag 0 und auf ähnlicher
Weise mit H5.010CMVlacZ am Tag 28 injiziert. Eine Gruppe solcher
Mäuse wurde
als Kontrolle verwendet. Bei einer weiteren Gruppe von Mäusen wurden
CD4+-Zellen durch i.p.-Injektion von Antikörper gegen
CD4+-Zellen (GK1.5; ATCC Nr. TIB207, 1:10-Verdünnung von
Aszites) zum Zeitpunkt der ersten Gentherapie (Tag –3, 0 und
+3) akut abgereichert. Eine dritte Gruppe von Mäusen wurde mit IL-12 (2 μg i.p.-Injektionen) zum
Zeitpunkt der ersten Verabreichung von Virus (Tag 0 und +1) injiziert.
Eine vierte Gruppe von Maüsen
wurde mit Gamma-Interferon (2 μg
i.p.Injektionen) zum Zeitpunkt der ersten Verabreichung von Virus
(Tag 0 und +1) injiziert.
-
Die
Mäuse wurden
nachfolgend an Tag 3, 28 bzw. 31 getötet, wobei bei der Autopsie
Lebergewebe für Gefrierschnitte
gemäß den für Lungengewebe
in Beispiel 2 verwendeten Verfahrensweisen präpariert wurden.
-
Die
Gefrierschnittergebnisse waren bei der lebergerichteten Gentherapie
gemäß dem vorliegenden Verfahren
wie bei der lungengerichteten Therapie in Beispiel 2 oben weitgehend ähnlich.
Die nachfolgend beschriebenen Ergebnisse wurden aus histochemischen
Anfärbungen
mit alkalischer Phosphatase (100fache Vergrößerung) bzw. X-gal-Anfärbungen
mit β-Galactosidase (100fache
Vergrößerung)
erhalten.
-
Die
Verabreichung von ALP-Virus (109 pfu) in
die Venen aller Gruppen der C57BL/6-Mäuse führte zu einer Transgenexpression
auf hohem Niveau im Lebergewebe, die bis Tag 28 auf nichtnachweisbare
Niveaus gefallen war. Es konnte gezeigt werden, daß der Verlust
an Transgenexpression an der CTL-vermittelten Eliminierung der gentechnisch
veränderten
Hepatozyten lag [siehe auch Yang I, oben zitiert].
-
Bei
den Kontrollmäusen
wurde drei Tage nach der zweiten Verabreichung von Virus, d.h. Tag
31, keine rekombinante Genexpression nachgewiesen.
-
Die
Verabreichung von Virus an die Tiere mit CD4+-Mangel
wurde mit wesentlich weniger neutralisierenden Antikörpern und
einem hohem Niveau an rekombinanter Transgen-expression, die über einen
Monat stabil war, assoziiert. Die Expression des zweiten Virus war
an Tag 31 nachweisbar.
-
Ein
anfangs hohes Gentransferniveau verringerte sich nach etwa einem
Monat in den mit IL-12 behandelten Mäusen; allerdings wurde im Gegensatz
zur Kontrolle ein gewisser Gentransfer an die Leber über das Blut
erzielt, wenn Virus mit IL-12 behandelten Tieren an Tag 28 erneut
verabreicht wurde, wobei das Niveau an neutralisierendem Antikörper reduziert
war.
-
Die
mit Gamma-Interferon behandelten Tiere waren praktisch von den mit
IL-12 behandelten Tieren dahingehend nicht zu unterscheiden, daß ein effizienter
Gentransfer nach einer zweiten Verabreichung von Virus erzielt wurde.
-
Somit
ermöglichte
die Verwendung dieser Cytokine und der anti-CD4+-Antikörper als
Immunmodulatoren die wiederholte lebergerichtete Verabreichung des
Vektors ohne dessen sofortige Eliminierung durch neutralisierende
Antikörper.
-
Beispiel 4 – adenovirus-vermittelter
Gentransfer in Mausleber
-
Die
Immunantworten gegenüber
der primären
Verabreichung von rekombinantem Virus wurden ferner unter Verwendung
unterschiedlicher Mausstämme
charakterisiert.
-
Rekombinantes
Virus (H5.010CMVLacZ oder H5.010CBALP) wurde mit ultraviolettem
Licht in Gegenwart von 8-Methoxypsoralen
inaktiviert. Dabei wurde kurz gesagt gereinigtes Virus in 0,33 mg/ml
8-Methoxypsoralen-Lösung resuspendiert
und einer UV-Lichtquelle mit 365 nm auf Eis in einem Abstand von
4 cm vom Lampenfilter 30 Minuten ausgesetzt. Anschließend wurde
das Virus über
eine mit PBS äquilibrierte
SephadexG-50-Säule gegeben.
Durch Transduktionstests mit limitierender Verdünnung von inaktivierten Virusstammlösungen konnte
gezeigt werden, daß pro
105 Partikeln inaktiviertes Virus weniger
als ein funktionelles Virus vorlag. Suspensionen der Viren (2 × 109 pfu in 100 μl PBS) wurden in die Schwanzvene
von 6 bis 8 Wochen alten weiblichen Mäusen, wie in den folgenden
Experimenten ausführlich
beschrieben, infundiert. Dabei wurde jedes Experiment mit mindestens
drei Mäusen
durchgeführt,
bei denen die Transgenexpression jeweils in Schnitten von fünf Lappen
quantifiziert wurde. Als Minimum wurden 15 Schnitte pro Versuchsbedingung analysiert.
- a. C57BL/6-Mäuse [H-2b;
Jackson Laboratories, Bar Harbor, ME) wurden mit Suspensionen von H5.010CMVlacZ
an Tag 0 und auf ähnliche
Weise mit H5.010CBALP am Tag 28 injiziert ("B6-Mäuse");
- b. C57BL/6-Mäuse
wurden mit UV-inaktiviertem H5.010CMVlacZ an Tag 0 und H5.010CBALP
am Tag 28 injiziert ("B6-UV-Mäuse");
- c. In den C57BL/6-Hintergrund gezüchtete (zwischen 5-10 Generationen)
Mäuse mit
MHC-Klasse-II-Mangel (II–) [GenPharm International,
Mountain View, CA], die den H-2b-Haplotyp tragen, sind nicht in der Lage, I-Ab-Determinanten
zu exprimieren und können
keine CD4+-T-Zellen-vermittelte Antworten entwickeln [Grusby
et al, Science, 253:1417–1420
(1991)]. Diese Mäuse
wurden mit H5.010CBALP an Tag 0 und H5.010CMVlacZ an Tag 28 infiziert
("Klasse-II–-Mäuse");
- d. In den C57BL/6-Hintergrund gezüchtete (zwischen 5–10 Generationen)
Mäuse mit β2-Mikroglobulin-Mangel
(β2m–)
[GenPharm International, Mountain View, CA), die den H-2b-Haplotyp tragen, sind nicht in der Lage
mit MHC-Klasse I assozierte Antworten zu entwicklen. Diese Mäuse wurden
mit H5.010CBALP an Tag 0 und H5.010CMVlacZ an Tag 28 infiziert ("β2m–-Mäuse");
- e. C57/BL/6-Mäusen
wurden i.p. mit 0,5-ml-Portionen einer 1:10-Verdünnung von Maus-Aszites-Flüssigkeit mit
dem GK1.5 (anti-CD4 MAb, ATCC TIB207) an Tag –3, 0 und +3, wie im Beispiel
2 beschrieben, inokuliert. Dies entsprach 100 μg gereinigtem monoklonalen Antikörper pro
Injektion. Diese CD4+-Zellen-abgereicherten
Mäuse wurden
mit H5.010CMVlacZ an Tag 0 und H5.010CBALP an Tag 28 infiziert ("CD4Ab-Mäuse"); und
- f. Mit IL-12 (2 μg
in 200 μl
PBS) i.p. an Tag 0 und Tag +1, wie in Beispiel 2 beschrieben, behandelte C57BL/6-Mäuse wurden
mit H5.010CMVlacZ an Tag 0 und H5.010CBALP an Tag 28 infiziert ("IL-12-Mäuse").
-
Mäuse aus
jeder Gruppe wurden anschließend
getötet,
und Lebergewebe wurden auf die lacZ-Expression mittels X-gal-Histochemie (100fache
Vergrößerung)
an Tag 3 und Tag 28 sowie auf ALP-Expression mittels histochemischer
Färbung
an Tag 31 (100fache Vergrößerung)
beurteilt. Die Entwicklung von neutralisierendem Antikörper gegen
Adenovirus in jeder Gruppe von Mäusen
wurde jeweils in an Tag 28 entnommenen Serumproben untersucht.
-
Die
Infusion von lacZ-Virus in C57BL/6-Mäuse wurde mit einer auf hohem
Niveau liegenden, jedoch transienten, Expression des Reportergens
und der letztendlichen Entwicklung von gegen adenovirales Antigen gerichtetem
neutralisierendem Antikörper
assoziiert (2). Kein Gentransfer wurde nachgewiesen,
wenn das ALP-Virus anschließend
durch Infusion in diese Tiere eingeführt wurde. Dagegen wurde von
den Klasse II–-Mäusen kein
neutralisierender Antikörper
produziert (2), wobei diese Mäuse für einen
Gentransfer auf hohem Niveau von einer zweiten Verabreichung von
Virus empfänglich
waren. In ähnlicher
Weise wurde von transient an CD4 abgereicherten Tieren die lacZ-Expression
teilweise stabilisiert und kein neutralisierender Antikörper entwickelt,
was die effiziente Wiederverabreichung von Virus gestattete.
-
Bei
den B6-UV-Mäusen,
die UV-inaktiviertes rekombinantes Virus erhalten hatten, erzeugte
das inaktivierte Virus eine volle Antwort mit neutralisierendem
Antikörper
(2), durch die der anschließende Gentransfer vollständig verhindert
wurde. Dieses Ergebnis zeigt, daß Kapsidproteine des eingeführten Virus
ausreichen, um eine blockierende T-Helferzellen- und B-Zellen-vermittelte
humorale Immunantwort zu aktivieren.
-
Das
Experiment mit β2m–-Mäusen wurde
durchgeführt,
um die Rolle von CD8-Zellen und der Expression von Klasse-I-MHC bei der primären Antwort
gegenüber
Virus zu beurteilen [Zijlstra et al, Nature, 344:742–746 (1990)].
Die Transgenexpression war in diesen Tieren stabil, was mit früher veröffentlichten
Daten übereinstimmt
[Yang III, oben zitiert]. Allerdings erfolgte ein Gentransfer auf
einem signifikanten Niveau unter den Bedingungen einer Wiederverabreichung
des Virus. Dies war unerwartet, da dieser Mausstamm alle zur Produktion
von neutralisierendem Antikörper
notwendigen Komponenten der Immunantwort (d.h. CD4-Zellen, MHC-Klasse-II-Expression und B-Zellen)
besitzen sollte. Diese Tiere konnten keine signifikante neutralisierende
Antikörperantwort
gegenüber
adenoviralen Antigenen entwickeln. Diese Ergebnisse lassen auf eine Fehlregulierung
der Aktivierung von T-Helfer- und/oder B-Zellen schließen (2).
-
Die
Analyse von Lymphozyten aus β2m–-Tieren
demonstrierte eine antigen-aktivierte Sekretion von IFN-γ, die über die
in C57BL/6-Mäusen
gemessene hinausging, möglicherweise
aufgrund der langen Verweildauer virusinfizierter Zellen und der
chronischen Aktivierung von TH1-Zellen.
Die amplifizierte TH1-Antwort in β2m–-Mäusen könnte zu
einer Hemmung von TH2-Zellen führen, was
in einer verminderten Produktion antiviraler Antikörper resultiert.
-
Es
stellte sich heraus, daß die
Transgenexpression in Tieren mit Mangel an CD8-Zellen und MHC-Klasse
I aufgrund einer β2m–Unterbrechung
in der Keimbahn stabilisiert ist. Die spezifische Ablation von Perforin,
dem Molekül
auf CTLs und natürlichen
Killerzellen (NK-Zellen), das Zytolyse vermittelt, verlängert auf ähnliche
Weise die Transgenexpression (Daten nicht gezeigt).
-
Beispiel 5 – Wirkung
von CD4-Antikörper
auf Advermittelten Gentransfer nach wiederholten Verabreichungen
-
Suspensionen
der unterschiedliche Transgene exprimierenden rekombinanten Adenoviren
wurden mittels Infusion in die Schwanzvene von C57BL/6-(H-2b)-Mäusen
im Abstand von jeweils 21 Tagen eingeführt. Bei H5.010CMVLDLR handelt
es sich um ein Adenovirus, bei dem die Gene E1a und E1b deletiert
sind und das eine Deletion im E3-Gen bei 78.5 bis 84.3 mu aus dem
Ad 5 sub360-Grundgerüst
aufweist, wobei anstelle der E1-Deletion
ein LDL-Rezeptor-Gen vorliegt [beschrieben in Kozarsky et al, J.
Biol. Chem., 269:1–8
(1994)].
-
H5.010CMVLDLR
wurde an Tag 0, H5.010CMVlacZ an Tag 21 und H5.010CBALP an Tag 42
verabreicht. Einer Kontrollgruppe von Mäusen wurde Kochsalzlösung in
Form von i.p.-Injektionen an Tag –3, 0, +3, jeweils mit Bezug
auf die Infusion mit Virus, verabreicht. Einer zweiten Gruppe von
Mäusen
wurden i.p.-Injektionen von CD4-abreicherndem Antikörper zur
Blockierung der T-Helferzellaktivierung
(GK1.5 mAb) in der gleichen Vorschrift gegeben. Einer dritten Gruppe
von Mäusen
wurden i.p.-Injektionen von GK1.5 mAb an Tag –3, 0, 3, 18, 21 und 24 gegeben.
Eine vierte Gruppe von Mäusen,
die keine erste Verabreichung vom H5.010CMVLDLR erhalten hatte,
wurde mit GK1.5 mAb an Tag –3,
0 und 3 behandelt.
-
Die
Mäuse wurden
anschließend
getötet
und die Lebergewebe auf LDLR-Expression mittels Immunhistochemie
an Tag 3, auf lacZ-Expression mittels X-gal-Histochemie an Tag 24
sowie auf ALP-Expression mittels histochemischer Anfärbung an
Tag 45 beurteilt. Dabei wurden die Tests wie folgt ausgeführt:
- A. Die Immunfluoreszenzanfärbung auf LDLR-Expression wurde
wie folgt durchgeführt:
gefrorene Schnitte (6 μm)
wurden in Methanol fixiert, wie bei Morris et al, oben zitiert,
beschrieben. Nach Blockierung mit 10 Ziegenserum in PBS (GS/PBS)
wurden Schnitte mit einem polyklonalem Antikörper gegen LDLR (1:200) 60
Minuten und anschließend
mit Ziege-Anti-Kaninchen-IgG-FITC 30 Minuten inkubiert. Die Schnitte
wurden gewaschen und mit Citifluor (Citifluor, UK) aufgebracht.
- B. Die X-gal-Histochemie wurde wie folgt durchgeführt: Schnitte
von frischem eingefrorenem Gewebe (6 μm) wurden 10 Minuten in 0,5%
Glutaraldehyd fixiert, zweimal jeweils 10 Minuten in PBS mit 1 mM
MgCl2 gespült und in 1 mg/ml 5-Brom-4-chlor-3-indolyl-β-D-galactopyranosid
(X-gal), 5 mM K3Fe(CN)6,
5 mM K4Fe(CN)6 und
1 mM MgCl2 in PBS 3 Stunden inkubiert.
- C. Die ALP-Histochemie wurde wie folgt durchgeführt: gefrorene
Schnitte (6 μm)
wurden 10 Minuten in 0,5% Glutaraldehyd fixiert, in PBS gespült, 30 Minuten
bei 65°C
zur Inaktivierung von endogener ALP-Aktivität inkubiert, in 100 mM Tris
(pH 9,5), 100 mM NaCl und 50 mM MgCl2 gewaschen
und im gleichen Puffer mit 0,165 mg/ml 5-Brom-4-chlor-3-indolylphosphat
(BCIP) sowie 0,3 mg/ml Nitroblau-Tetrazolium (NBT) 30 Minuten bei
37°C angefärbt.
-
Die
unten erörterten
Ergebnisse wurden aus Analysen der zytochemischen Anfärbungen
von Lebergewebe jeweils drei Tage nach der Virusinfusion, einschließlich LDLR-Virus
an Tag 0, lacZ-Virus an Tag 21 und ALP-Virus an Tag 42 erhalten
(150fache Vergrößerung).
-
Serumproben
wurden auch an Tag 0, 3, 7, 14, 21, 28, 35 und 42 aus jeder Gruppe
von Tieren gesammelt und auf den Titer von neutralisierendem Antikörper getestet.
Dabei wurden Serumproben 30 Minuten bei 56°C inkubiert und anschließend, beginnend
mit 1:20, in Zweierschritten in DMEM verdünnt. Jede Serumverdünnung (100 μl) wurde
mit H5.010CMVlacZ (2 × 106 pfu in 20 μl) gemischt, 1 Stunde bei 37°C inkubiert
und auf 80% konfluente Hela-Zellen in 96-Loch-Platten (2 × 104 Zellen pro Loch) aufgetragen. Nach 20 Minuten Inkubation
bei 37°C
wurden die Vertiefungen jeweils mit 100 μl DMEM mit 20% FBS versetzt.
Die Zellen wurden am nächsten
Tag fixiert und auf β-Galactosidase-Expression
angefärbt.
Dabei färbten
sich alle Zellen in Abwesenheit von Serumproben blau. Der Titer
von neutralisierendem Antikörper
wurde für
jede Probe jeweils als die höchste
Verdünnung
angegeben, bei der sich weniger als 50% der Zellen blau färbten. In 3A–3C ist
der Antikörpertiter
als eine Funktion der Tage nach der Infektion ausgedrückt.
-
Diese
Experimente zeigten, daß in
der Gruppe der Mäuse,
die keine CD4-Antikörper
erhalten hatten, nach dem ersten Virus ein effizienter Gentransfer
erfolgt. Allerdings wurde durch die Entwicklung von neutralisierendem
Antikörper
der Gentransfer mit den nachfolgenden beiden Viren blockiert. Dabei
trat neutralisierender Antikörper
schnell in Serum nach dem zweiten Virus auf, wenn CD4-Antikörper nicht
gleichzeitig verabreicht wurden (3B). Das
dritte Virus war in diesen Tieren nicht wirksam. Im Gegensatz wurde
durch Verabreichung von CD4-Antikörpern zum Zeitpunkt der ersten
Infusion mit Virus die Bildung neutralisierender Antikörper verhindert
(3B) und ein Gentransfer auf hohem Niveau mit dem
zweiten Virus gestattet. Das Auftreten von neutralisierendem Antikörper nach
dem zweiten Virus erfolgte schneller (3B im
Vergleich mit dem zeitlichen Verlauf einer primären Antwort in 3A)
was darauf hindeutet, daß die
Aktivierung gewisser Ebenen der zellulären Immunität selbst in Gegenwart von CD4-Antikörpern nicht
stattfindet.
-
Diese
Ergebnisse demonstrieren, daß für einen
effizienten Gentransfer lediglich eine transiente Immunblockade
zum Zeitpunkt der Viruszuführung
im Gegensatz zu einer chronischen Immunsuppression benötigt wird.
-
Die
dritte Gruppe von Tieren erhielt CD4-Antikörper an Tag –3 ohne
H5.010CMVLDLR-Verabreichung, d.h. 21 Tage vor der primären Verabreichung
von Virus. Neutralisierender Antikörper, der sich im Anschluß an das
primäre
Challenge mit Virus entwickelt hatte, blockierte den Gentransfer
21 Tage später
(3C) in einer Weise, die von der bei nicht mit
CD4-Antikörper
vorbehandelten naiven Tieren beobachteten nicht zu unterscheiden
war (3A). Dieses Ergebnis bestätigt die transiente Art der
CD4-Abreicherung.
-
Beispiel 6 – Wirkung
von IL-12 auf Ad-spezifische Antikörper-Isotypen und CTL-Antworten
-
- A. Aus den C57BL/6-Mäusen („B6") und mit IL-12 behandelten C57BL/6-Mäusen („B6+IL-12") in Beispiel 5 erhaltene
Serumproben wurden 28 Tage nach der Infektion auf Adenovirus-spezifische
IgG1- und IgG2A-Antikörperisotypen
getestet.
-
Dabei
wurde ein Festphasen-ELISA (enzyme linked immunosorbent assay) unter
Verwendung von aufgereinigtem H5.010CMVlacZ-Virus als Antigen durchgeführt. Immunolon-2-U-Mikrotiterplatten
(Fisher) wurden mit 200 ng/Loch viralem Antigen in 100 ml PBS 6
Stunden bei 37°C
beschichtet, dreimal in PBS gewaschen und über Nacht bei 4°C in PBS/1%
BSA blockiert. Am folgenden Tag wurden die mit Antigen beschichteten
Platten jeweils mit 4fach in Verdünnungsreihen verdünnten Serumproben
versetzt und 4 Stunden bei 37°C
inkubiert. Die Platten wurden 3mal in PBS/1% BSA gewaschen und mit
Ziege-anti-Maus-IgG1-Biotin oder
Ziege-anti-Maus-IgG2A-Biotin (CALTAG Laboratories, San Francisco,
CA) in einer Verdünnung
von 1:5000 2 Stunden bei 37°C
inkubiert. Die Platten wurden wie oben gewaschen, und die Vertiefungen
wurden jeweils 1 Stunde bei 37°C
mit einer 1:5000-Verdünnung
von Avidin-ALP (Sigma) versetzt. Die Vertiefungen wurden wiederum
wie oben gewaschen und mit PNPP-Substrat
versetzt. Die optischen Dichten wurden an einem Mikroplattenablesegerät Modell
450 der Firma Biorad ausgelesen.
-
In 4A bzw. 4B sind
die in Serumproben vorhandenen relativen Mengen (OD405)
an IgG1 bzw. IgG2A in Abhängigkeit
von den Probenverdünnungen
zusammengefaßt.
Die ELISA-Tests der Seren zeigten antivirale Antikörper sowohl
des IgG1- als auch des IgG2A-Subtyps, was mit der Aktivierung sowohl
der TH1- als auch der TH2-Untergruppen übereinstimmt.
IL-12 erhaltende Tiere produzierten weniger antivirales IgG1 auf Kosten
einer erhöhten
Produktion an IgG2a.
- B. Aus C57BL/6-Mäusen („B6") und mit IL-12 behandelten
C57BL/6-Mäusen
(„B6+IL12") in Beispiel 5 geerntete
Milzzellen wurden 10 Tage nach Verabreichung von H5.010CBALP erneut
in vitro 5 Tage mit H5.010CMVlacZ in mit 5% FBS und 50 mM 2-Mercaptoethanol
supplementiertem DMEM stimuliert. Diese Zellen wurden auf die spezifische
Lyse bei scheininfizierten („mock") und mit H5.010CBALP
(„ALP") infizierten C57SV-Zellen
in einem anschließend
durchgeführten
6stündigen 51Cr-Freisetzungstest
unter Verwendung der folgenden Verhältnisse von Effektor zu Zielzellen
(C57SV, H-2b) in 200 μl DMEM mit 10% FBS in 96-Loch-Platten
mit V-Boden getastet (E:T = 50:1, 25:1, 12:1, 6:1, 5:1 und 3:1).
-
Vor
dem Mischen mit den Effektorzellen wurden Zielzellen (1 × 106) mit 100 μCi 51Cr
nach einer 24 Std.-Infektion mit H5.010CMVlacZ bei einem moi-Wert
von 50 markiert und bei 5 × 103 Zellen/Loch verwendet. Nach einer 6stündigen Inkubation
wurden Portionen von jeweils 100 μl Überstand
zum Zählen
in einem gamma-Zählgerät entnommen.
Der Prozentanteil an spezifischer 51Cr-Freisetzung
wurde berechnet als: [(cpm Probe – cpm spontane Freisetzung)/(cpm
maximale Freisetzung – cpm
spontane Freisetzung)] × 100.
Die als Prozentanteil der spezifischen Lyse in Abhängigkeit
von unterschiedlichen Effektor:Ziel-Verhältnissen angegebenen Ergebnisse
(5) zeigen, daß die
CTL-Aktivität
gegen virusinfizierte Zielzellen von einer Behandlung mit IL-12 nicht beeinflußt wurde.
-
Das
Nettoergebnis bestand in einer 3fachen Reduzierung von neutralisierendem
Antikörper,
deren Größe nicht
ausreichte, um einen effizienten Gentransfer nach erneuter Verabreichung
von Virus zu gestatten. Unterschiede in der Effizienz der erneuten
Virusverabreichung zwischen den β2m–-Mäusen und
den mit IL-12 behandelten C57BL/6-Mäusen könnte eine unzureichende Cytokin-vermittelte
Repression nach i.p.-Injektion von
IL-12 oder andere Mechanismen als die Hemmung der TH2-Aktivierung
widerspiegeln.
-
Beispiel 7 – CD40L-Mangel-Mäuse veranschaulichen
die notwendige Rolle der T-Zellaktivierung bei Wirtsreaktionen gegenüber Adenovirusvektoren
-
Die
Rolle der CD40L-vermittelten Signalgebung von T-Zellen bei zellulären und humoralen Immunantworten
gegenüber
Adenovirusvektoren wurde in Mäusen
mit genetischem Mangel an CD40L untersucht. In früheren Arbeiten
konnte gezeigt werden, daß in
diesen Mäusen
Abnormalitäten
bei den Thymus-abhängigen B-Zellantworten vorliegen
[J. Xu et al, Immunity, 1:423–431
(1994) und B. Renshaw et al, J. Exp. Med., 180:1889–1900 (1994)].
CD40L-Mangel-Mäusen
(CD40L KO) und deren normalen Wurfgenossen in einem chimärischen
C57BL/6-129-Hintergrund [J. Xu et al, oben zitiert] wurde lacZ enthaltendes
Adenovirus mit E1-Deletion (H5.010CMVlacZ) an Tag 0 in die Trachea
(1 × 10
9 in 50 μl
PBS) zur Durchführung
eines Gentransfers an die Lunge sowie in den peripheren Blutkreislauf über die
Schwanzvene (1 × 10
9 in 100 μl
in PBS) zur Ausführung
eines Gentransfers an die Leber appliziert. Die Tiere wurden erneut
mit H5.010CBALP, einem ein anderes Reportergen (alkalische Phosphatase,
ALP) enthaltenden Adenovirusvektor, an Tag 28 behandelt. Vor der
zweiten Vektorverabreichung wurde Blut auf neutralisierende Antikörper hin
analysiert, und 3 Tage später
(d.h. Tag 31) wurden Gewebe für
die Analyse der Reportergenexpression geerntet. Die Tiere wurden
3 bzw. 28 Tage später
getötet,
um die Effizienz bzw. Stabilität
der Transgenexpression zu beurteilen. In Tabelle II sind die morphometrischen
Analysen dieser Gewebe zusammengefaßt. Tabelle
II Quantitative
Analyse der Effizienz der Transgenexpression in Lunge bzw. Leber
der Maus
- 1 Daten wurden
durch Untersuchen von insgesamt 100 Luftwegen aus 3 Mäusen auf
das Vorhandensein transgenhaltiger Atemwegsepithelzellen quantifiziert,
wobei als Kriterium eines positiven Luftwegs das Transgen mehr als
25% betrug.
-
2 Die Daten sind als Mittelwert ±1 S.D.
(Standardabweichung) angegeben.
-
Normalen
Wurfgenossen, denen Vektoren verabreicht worden waren, zeigten ein
hohes Niveau der Transgenexpression an Tag 3 in der Lunge und der
Leber, > das sich
bis Tag 28 auf nicht nachweisbare Niveaus verringert hatte (ähnlich zu
dem, was in naiven C57BL/6-Mäusen
beobachtet wurde; Tabelle II). Serum- und bronchoalveoläre Lavagen (BAL) wurden auf neutralisierenden
Antikörper
gegen menschliches Ad5 analysiert, wie bei Y. Dai et al, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA, 92:1404–1405
(1995) beschrieben. Dabei hatten sich beträchtliche Mengen an neutralisierendem
Antikörper
gegen adenovirale Kapsidproteine bis Tag 28 sowohl in der BAL-Flüssigkeit
von Tieren, die Vektor intratrachial erhalten hatten, als auch im
Blut von Tieren, die Vektor über
den venösen
Kreislauf erhalten hatten, entwickelt (6).
-
Die
erneute Verabreichung von Vektor an Tag 28 war nicht erfolgreich,
wie sich anhand des Fehlens der Transgenexpression im Zielorgan
3 Tage später
zeigte (ähnlich
zu dem, was bei C57BL/6-Mäusen
beobachtet wurde, Tabelle II). Wesentlich andere Ergebnisse wurden
bei den CD40L-Mangel-Mäusen
erhalten. Die Transgenexpression war bei nur geringer Abnahme über 28 Tage
sowohl in der Lunge als auch der Leber stabil (Tabelle II). Darüber hinaus
konnte sich kein neutralisierender Antikörper entwickeln (6), was zu einer hocheffizienten Transgenexpression
nach einer zweiten Verabreichung von Virus führte (Tabelle I).
-
Beispiel 8 – Transiente
Blockade von CD40-Ligand mit Antikörper verhindert die primäre T-Zellaktivierung
und verlängert
die Transgenexpression
-
Das
folgende Beispiel zeigt, daß durch
die transiente Hemmung von CD40L mit Antikörper das Priming von CD4+-T-Zellen
im Lungenmodell der Gentherapie blockiert und CD4-T- und B-Zelleffektor-Antworten
wirksam eliminiert wurden. Die langandauernde Transgenexpression
und Effizienz der erneuten Vektorverabreichung in die Lunge war
im wesentlichen identisch bei Tieren mit genetischem CD40L-Mangel
(Beispiel 7 oben) im Vergleich mit solchen, die transient mit CD40L-Antikörper gehemmt
wurden (siehe unten).
-
Durch
die bei den CD40L-Mangel-Mäusen
erhaltenen vielversprechenden Ergebnisse, wie sie in Beispiel 7
oben dargestellt sind, wird eine Basis zur Entwicklung einer adjunkten
Gentherapie mit Adenovirusvektoren auf Grundlage der pharmakologischen
Hemmung der CD40L-Signalgebung
bereitgestellt. Diese Therapie beruht auf Erkenntnissen, daß die Kapsidproteine
des eingeführten
Virus die Hauptantigenquelle für
die CD4+-T-Zellaktivierung darstellen, wodurch
der Zeitraum der costimulatorischen Blockade auf ein kurzes Intervall
bei der Verabreichung des Vektors eingeschränkt wird.
-
Experimente
in nicht mit Antikörper
oder mit Isotyp-Kontrollantikörper behandelten
C57BL/6-Mäusen (6
Wochen alt, weiblich) zeigten ein hohes Niveau an Transgenexpression
an Tag 3 in der Lunge (Tabelle II) und der Leber (Tabelle II), das
sich bis Tag 28 auf nicht nachweisbare Niveaus verringert hatte
(Tabelle II). Ebenso wurden Gentransferexperimente in mit 100 μg mAb gegen
CD40L (MR1, ATCC Hybridoma HB11048) i.p. an Tag 3, 0, +3 und +6
relativ zur ersten Vektorverabreichung oder mit äquivalenten Mengen eines monoklonalen
Kontrollantikörpers
aus Hamster injizierten C57BL/6-Tieren durchgeführt. Untersuchungen in Mauslunge
zeigten eine Stabilisierung der Transgenexpression in mit CD40L-mAb
behandelten Tieren: die Anzahl an Luftwegen, die Transgen in >25% der Epithelzellen
zeigen, zeigte eine minimale Abnahme von 72% an Tag 3 auf 42° an Tag 28
(Tabelle II). Die Transgenexpression wurde auch in der Leber von
mit CD40L-mAb behandelten Tieren stabilisiert, wobei Transgen exprimierende
Hepatozyten leicht von 89% auf 47% über einen Zeitraum von 28 Tagen
abnahmen (Tabelle II). Die Transgenexpression ist in mit CD40L-Antikörper behandelten Tieren
wenigsten 6 Wochen stabilisiert, wobei es sich hier um den längsten beurteilten
Zeitpunkt handelt (Daten nicht gezeigt).
-
Empfängertiere
wurden auf die antigenspezifische Aktivierung von CD4
+-
und CD8
+-T-Zellen unter Verwendung von sowohl
in-vitro- als auch in-vivo-Tests analysiert. Die Auswirkung der
CD40L-Blockade auf CD4
+-T-Zellen wurde in
Proliferationstests von mit UV-inaktiviertem Adenovirus stimulierten
Lymphozyten im wesentlichen wie unten beschrieben untersucht (Tabelle
III). Dabei wurden kurz gesagt Lymphozyten aus mediastinalen Lymphknoten
(für das
Lungenexperiment) bzw. Milzzellen (für das Leberexperiment) aus
Mäusen 10
Tage nach Verabreichung von Viren 24 Stunden mit UV-inaktiviertem
Virus erneut stimuliert. Überstände wurden
an HT-2-Zellen (ATCC,
CRL 1841) auf Cytokinsekretion getestet, und die Proliferation wurde
72 Stunden später
durch Messen des Einbaus von
3H-Thymidin
beurteilt. Die Aktivierung Adenovirus-spezifischer T-Zellen, wie
sie durch den Stimulationsindex quantifiziert wurde, wurde zunächst an
Tag 7 in mit keinem Antikörper
behandelten Tieren, bei denen eine Applikation über Vektor in die Lunge oder
Leber vorgenommen wurde, dokumentiert. Die Aktivierung Adenovirus-spezifischer
T-Zellen erhöhte
sich zunehmend über
die folgenden 14 Tage. Der Stimulationsindex wurde berechnet, indem
die
3H-Zellwerte
in Gegenwart von Antigen durch diejenigen in Abwesenheit von Antigen
geteilt wurden. Die T- Zellaktivierung
wurde in beiden Modellen durch gleichzeitige Verabreichung von CD40L-Antikörper weitgehend
gehemmt. Dabei wurde die größte Hemmung
bei Tieren beobachtet, denen Vektor in die Lunge appliziert wurde. Tabelle
III CD4
+-T-Zellantworten und neutralisierender Antikörper
- 1 Daten sind als mittlerer Stimulationsindex
aus drei Bestimmungen ±1
S.D. (Standardabweichung) angegeben – N.D. – nicht bestimmt.
- 2 Daten sind als mittlerer Titer von
neutralisierendem Antikörper
(reziproke Verdünnung)
von drei Proben ±1 S.D.
angegeben.
-
Die
Aktivierung von CD8+-T-Zellen durch virusinfizierte
Zellen wurde in Chromfreisetzungstests unter Verwendung von mit
Adenovirusvektoren infizierten MHC-H-2-kompatiblen Zielzellen analysiert. Wie
bereits gezeigt, wurde bei aus C57BL/6-Empfängern an Tag 7 geernteten Lymphozyten
eine spezifische Lyse demonstriert, wobei die Lymphozyten in vitro
mit mit Adenovirus infizierten, Antigen präsentierenden Zellen stimuliert
und mit Adenovirus-infizierten Zielen inkubiert wurden (7). An scheininfizierten Zielen konnte
keine Lyse demonstriert werden.
-
Aus
mit CD40L-Antikörper
behandelten Tieren geerntete Lymphozyten zeigten ebenso CTL-Aktivität gegenüber Adenovirus-infizierten
Zellen. Allerdings war das Ausmaß der Lyse durchgehend geringer
als die bei immunablatierten Tieren erhaltene Lyse. Die Notwendigkeit,
CTL durch in-vitro-Stimulation vor dem zytolytischen Test zu amplifizieren,
kann signifikantere Unterschiede bei der CTL-Aktivierung, die nach
dem primären
Inkontaktkommen in vivo auftraten, verschleiern.
-
Der
primäre
Effekt der CD40L-Hemmung auf die Aktivierung Adenovirus-spezifischer
CD4+-T-Zellen wurde ferner in vivo unter
Verwendung von Immunzytochemietechniken beurteilt. Dabei waren diese
Experimente auf das Modell des lebergerichteten Gentransfers aufgrund
technischer Grenzen bei der Immunfluoreszenz in Lungenschnitten
beschränkt.
Die Lebergewebe wurden an Tag 14 auf die Infiltration von CD4+- und CD8+-T-Zellen
mittels Doppelimmunfluoreszenz analysiert. Mit keinem Antikörper behandelte
Tiere zeigten ein typisches gemischtes Lymphozyteninfiltrat, das
von CD4+-T-Zellen dominiert wurde und mit
einer beträchtlichen
Hochregulierung von MHC-Klasse I auf der basolateralen Oberfläche von
Hepatozyten assoziiert war. In früheren Arbeiten wurde vorgeschlagen,
daß die
Sekretion von IFN-γ aus
TH1-aktivierten CD4+-T-Zellen
zur Zunahme der MHC-Klasse I beiträgt, wodurch die Hepatozyten
gegenüber
der CTL-vermittelten Eliminierung empfindlich werden können. Von
mit Antikörper
gegen CD40L behandelten Tieren wurde immer noch ein gemischtes Lymphozyteninfiltrat
mobilisiert. Allerdings ist der Anteil an CD4+-T-Zellen
beträchtlich
niedriger und die Zunahme an MHC-Klasse I weitgehend eingedämmt. Die
Spezifität
der Immunfluoreszenztests wurde an scheininfizierten Tieren demonstriert.
-
Beispiel 9 – CD40L-Antikörper verhindert
die Bildung von blockierendem Antikörper beim lungengerichteten Gentransfer
-
In
diesem Experiment wurde die Auswirkung einer transienten Blockade
der CD40L-Signalgebung zum Zeitpunkt der Vektorverabreichung auf
die Produktion von neutralisierendem Antikörper und die Effizienz einer
wiederholten Vektorverabreichung beurteilt. Tiere, die Vektor an
Tag 0 mit oder ohne mAb erhalten hatten, wurden mit einem ein anderes
Reportergen enthaltenden Adenovirusvektor an Tag 28 erneut behandelt. Vor
Verabreichung des zweiten Vektors wurde Blut auf neutralisierende
Antikörper
analysiert, und drei Tage später
(d.h. an Tag 31) wurden Gewebe zur Analyse der Reportergenexpression
geerntet.
-
Die
beeindruckendsten Ergebnisse wurden im Modell der lungengerichteten
Gentherapie erhalten. Die Entwicklung von neutralisierendem Antikörper in
BAL nach lungengerichtetem Gentransfer von Vektor wurde bei Tieren,
denen CD40L-Antikörper
verabreicht worden war, um das 20fache gehemmt (7).
Der Gentransfer mit dem zweiten Vektor war bei nicht mit Antikörper behandelten
Tieren oder bei Tieren, die mit einem Isotyp-Kontroll-mAb behandelt
worden waren (Daten nicht gezeigt) nicht erfolgreich, wie sich am
vollständigen Fehlen
der Transgenexpression drei Tage nach erneuter Vektorverabreichung
zeigte. Dies steht im Gegensatz zu Tieren, die während der ersten Vektorverabreichung
mit CD40L-Antikörper
behandelt worden waren und bei denen ein Gentransfer nach einer
zweiten Verabreichung von Vektor erzielt wurde. Eine Transgenexpression
wurde in >25% der
Luftwegsepithelzellen von 30° der
Luftwege nach dem zweiten Vektor nachgewiesen, wobei dieser Wert
nur etwas unterhalb der Anzahl an Luftwegen liegt, die transgen
in einem mit Vektor behandelten naiven Tier exprimieren (d.h. 75%;
Tabelle II). Antikörper
gegen CD40L blockierte teilweise die Produktion von neutralisierendem
Antikörper
in Serum nach intravenöser
Infusion von Virus (7). Dies reichte
aus, um einen gewissen Gentransfer an die Leber mit dem zweiten
Vektor (8% der Hepatozyten) zu ermöglichen, der in Abwesenheit
von Antikörper
nicht auftrat, jedoch beträchtlich
niedriger liegt, als der, der nach einer primären Verabreichung von Vektor
in einem naiven Tier erzielt wurde (89%).
-
Beispiel 10 – Kurze
Behandlung mit Zyclophosphamid verhindert destruktive Immunantworten
in Lunge und Leber der Maus
-
C57BL/6-Mäusen wurde
Cyclophosphamid mit verschiedenen Dosierungsschemata zum Zeitpunkt der
Verabreichung eines lacZ-Virus mit E1-Deletion in das Blut zur Untersuchung
des lebergerichteten Gentransfers sowie in die Trachea zur Untersuchung
des lungengerichteten Gentransfers gegeben. Ein zweites Virus mit
E1-Deletion, das
das Reportergen für
alkalische Phosphatase exprimiert, wird nochmals in das gleiche
Organ, das den ersten Vektor erhalten hatte, appliziert. Lymphozyten
wurden aus regionalen Stellen isoliert und in vitro auf die vektorspezifische
T-Zellaktivierung
hin beurteilt. Gewebe wurden zu verschiedenen Zeitpunkten für die Analyse
der Entzündung
sowie ihrer Folgen ebenso wie der Expression sowohl des lacZ- als
auch des ALP-Reportergens geerntet.
-
A. Tierstudien
-
Weibliche
C57BL/6-Mäuse
wurden mit 1 × 109 pfu H5.010CMVlacZ über die Trachea (Lungenuntersuchungen)
oder die Schwanzvene (Leberuntersuchungen) an Tag 0 injiziert. Cyclophosphamidinjektionen
wurden iv wie angegeben gegeben (in 200 ml PBS). H5.010CBALP wurde
wie oben beschrieben an Tag 28 injiziert. Die Tiere wurden an Tag
3, 28, 31 und 50 für
die Analyse der Transgenexpression getötet. Bei der Autopsie wurden
Lungen- und Lebergewebe für
die Gefrierschnitte präpariert,
während
die Milz, bronchoalveoläre Lavage
(BAL) und mediostinale Lymphknoten (MLN) für immunologische Tests geerntet
wurden.
-
B. Morphologische Analysen
-
Für die immunzytochemischen
Analysen wurden Gefrierschnitte von gefrorenem Lebergewebe hergestellt,
während
die Lungen mit einem 1:1-Gemisch von PBS/OTC gefüllt, eingefroren und Gefrierschnitte
aus Blöcken
davon hergestellt wurden. Für
die Histochemie mit X-Gal (5-Brom-4-chlor-3-indolyl-b-D-galactopyranosid)
wurden gefrorene 6 mm große
Gewebeschnitte in 0,5 Glutaraldehyd 10 Min. fixiert, zweimal mit
PBS mit 1 mM MgCl2 gewaschen und in 1 mg
X-Gal pro ml, 5 mm K3Fe(CN)6,
5 mM K4FE(CN)6 und
1 mM MgCl2 in PBS 4 Stunden inkubiert. Für die Anfärbung mit
alkalischer Phosphatase wurden Gefrierschnitte in 0,5°% Glutaraldehyd
10 Minuten fixiert und zweimal in PBS gewaschen. Die Schnitte wurden
30 Minuten zur Inaktivierung endogener alkalischer Phosphataseaktivität bei 65°C inkubiert,
einmal in PBS gewaschen und in 100 mM Tris-HCl (pH 9,5), 100 mM
NaCl, 50 mM MgCl2 mit 0,165 mg BCIP (5-Brom-4-chlor-3-indolylphosphat)
und 0,33 mg Nitroblau-Tetrazolium pro ml 30 Minuten bei 37°C angefärbt.
-
C. Immunfluoreszenz
-
Gefrorene
Schnitte wurden 10 Minuten in –20°C kaltem
Methanol fixiert, an der Luft getrocknet und zweimal in PBS rehydratisiert,
und unspezifische Bindung wurde 30 Minuten in 10% Ziegenserum/PBS
blockiert. Die Schnitte wurden 1 Stunde entweder mit Ratte-anti-Maus-CD4-Antikörper (anti
L3T4, GibcoBRL, 1:100-Verdünnung
in 2 Ziegenserum) mit anschließender
30minütiger
Inkubation mit 5 mg Ziege-anti-Ratte-Immunglobulin G (igG)-Fluoreszein oder
Ratte-anti-Maus-CD8a-Fluoreszeinisothiocyanat (anti-Ly-2, GibcoBRL,
1:100-Verdünnung
in 2 Ziegenserum) inkubiert. Für
die Anfärbung
von MHC-Klasse I
wurden Schnitte mit 1:50 verdunntem Maus-Hybridomzellen-Überstand gegen H-2KbDb (20-8-4S) 60
Minuten und anschließend 30
Minuten mit 5 mg/ml Ziege-anti-Maus-IgG-konjugierten Fluoreszeinisothiocyanat
(FITC) inkubiert. Die Schnitte wurden zweimal gewaschen und mit
dem Antiausbleichmittel Citifluor (Canterbury Chemical Lab., Canterbury,
UK) aufgebracht.
-
D. CTL-Test
-
Für die CTL-Tests
wurden Milzzellen aus drei Mäusen
oder Lymphozyten aus 10 Mäusen
vereinigt. Die Zellen wurden in vitro 5 Tage mit H5.010CMVlacZ (MOI
0,5) erneut stimuliert und auf MHC-kompatible Zielzellen getestet,
die zuvor mit H5.010CMVlacZ infiziert und mit 51Cr
unter Verwendung unterschiedlicher Effektor/Zielzellen-Verhältnisse
beladen wurden. Der Prozentanteil an spezifischer 51Cr-Freisetzung
wurde berechnet als [(cpm Probe – cpm spontane Freisetzung)/(cpm
maximale Freisetzung – cpm
spontane Freisetzung) – cpm
of spontaneous realease)] × 100.
Die spontane Freisetzung wurde bestimmt, indem Zielzellen ohne Effektorzellen
in Medium getestet wurden, während
die maximale Freisetzung durch Zugabe von 5% SDS zu den Zielzellen
während
der 6stündigen
Inkubationszeit abgeschätzt
wurde.
-
E. Cytokinfreisetzungstest
-
6 × 106 Milzzellen wurden mit oder ohne Antigen
(d.h. UV-inaktiviertem H5.010CMVlacZ bei einer MOI von 10) 24 h
in einer 24-Loch-Platte kultiviert. 100 ml zellfreier Überstand
wurden auf 2 × 103 HT-2-Zellen (IL-2- und IL-4-abhängige Zellinie) in 96-Loch-Platten
mit Rundboden überführt. Als
Negativ- bzw. Positivkontrolle wurden Medium bzw. 10% Ratte-Concanavalin-A-Überstand
verwendet. Die Proliferation wurde 48 h später mit einem 6 h-Puls von
[3H]-Thymidin (0,35 mCi/Loch) bestimmt.
-
F. Neutralisierender Antikörpertest
-
Zur
Inaktivierung von Komplement wurden Serum und BAL 30 Min. bei 56°C inkubiert.
Verdünnungsreihen
von Serum und BAL in DMEM ohne FBS (50 ml, beginnend mit 1:20) wurden
mit 1 × 106 pfu H5.010CMVlacZ 60 Min. inkubiert und
auf 2 × 104 Hela-Zellen (80% konfluent) in 96-Loch-Platten aufgetragen. Nach
einer 60minütigen
Inkubation wurden 100 ml DMEM mit 20° FBS zugegeben. Die Zellen wurden
16–18 Stunden
später
fixiert und auf β-Galactosidaseaktivität angefärbt. Dabei
wurden alle Zellen blau gefärbt,
wenn statt Serum oder BAL Medium zugegeben wurde. Der Titer von
neutralisierendem Antikörper
wurde mit der höchsten
Verdünnung
bestimmt, bei der weniger als 50% Zellen blau gefärbt wurden.
-
Zahlreiche
Modifikationen und Variationen der vorliegenden Erfindung sind in
der oben angegebenen Beschreibung enthalten, wobei erwartet wird,
daß diese
für den
Fachmann naheliegend sind. Es wird angenommen, daß solche
Modifikationen und Änderungen,
einschließlich
des ausgewählten
spezifischen Immunmodulators, der Verabreichungsweise, des ausgewählten rekombinanten
Vektors und Transgens, des Verabreichungswegs usw., im Schutzumfang
der hier anhängigen
Ansprüche
liegen.