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Förderung
durch die Regierung
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Die hierin beschriebene Arbeit wurde
zum Teil durch NIH-Förderung
PO1 AI35294 und NMRDC-Förderung
61153N AE.4120.001.1402 unterstützt.
Die US-Regierung kann daher bestimmte Rechte an der Endung haben.
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Hintergrund der Erfindung
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Die Steuerung des Überlebens
peripherer T-Zellen ist für
die Aufrechterhaltung eines wirksamen peripheren Immunrepertoires
entscheidend. Einige Aspekte des Überlebens von T-Zellen scheinen mit
dem Status der T-Zell-Aktivierung verbunden zu sein. T-Zell-Aktivierung wird
durch die Beteiligung des T-Zell-Rezeptor/CD3-Komplexes (TCR/CD3) über ein
Peptid-Antigen ausgelöst,
das an ein Haupt-Histokompatibilitätskomplex (MHC)-Molekül auf der
Oberfläche
einer Antigen präsentierenden
Zelle gebunden ist (Schwanz, R. H. (1990) Science 248, 1349). Dies
ist nur das erste Signal zur T-Zell-Aktivierung, zur vollständigen Aktivierung sind
weitere Rezeptor-Ligand Interaktionen zwischen APCs und T-Zellen notwendig.
Zum Beispiel kann TCR-Stimulation bei Abwesenheit anderer molekularer
Interaktionen einen Anergiestatus induzieren, so dass die Zellen
auf vollständige
Aktivierungssignale bei Restimulation nicht reagieren können (Schwanz,
R. H. (1990) Science 248, 1349; Harding, F. A., McArthur, J. G.,
Gross, J. A., Raulet, D. H. and Allison, J. P. (1992) Nature 356,
607). Alternativ wurde gezeigt, dass T-Zellen durch programmierten
Zelltod (PCD) sterben, wenn sie durch TCR-Beteiligung allein aktiviert
werden (Webb, S., Morris, C. und Sprent, J. (1990) Cell 63, 1249; Kawabe,
Y. und Ochi, A. (1991) Nature 349, 245; Kabelitz, D. und Wesselborg,
S. (1992) Int. Immunol. 4, 1381; Groux, H., Monte, D., Plouvier,
B., Capron, A. und Ameisen, J-C. (1993) Eur. J. Immunol. 23, 1623).
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Es gibt zahlreiche Rezeptor-Ligand
Interaktionen, die zwischen der T-Zelle und der APC stattfinden. Viele
Interaktionen sind adhäsiver
Natur und verstärken
den Kontakt zwischen den beiden Zellen ((Springer, T. A., Dustin,
M. L., Kishimoto, T. K. und Marlin, S. D. (1987) Annul. Rev. Immunol.
5, 223), während
andere Interaktionen zusätzliche
Aktivierungssignale auf die T-Zelle übertragen (Bierer, B. E. und
Burakoff, S. J. (1991) Adv. Cancer Res. 56, 49). Es wurde gezeigt,
dass CD28, ein Oberflächen-Glycoprotein,
das auf 80% der peripheren T-Zellen
beim Menschen vorhanden ist, ein wichtiger costimulierender Rezeptor
ist (June, C. H., Bluestone, J. A., Nadler, L. M. und Thompson,
C. B. (1994) Immunol. Today 15, 321; Linsley, P. S., Ledbetter,
J. A. (1993) Annu. Rev. Immunol. 11, 191). Ein costimulierendes
Signal wird durch CD28 übertragen,
wenn T-Zellen auf eine Antigen präsentierende Zelle treffen,
die einen der CD28-Liganden B7-1 oder B7-2 exprimiert.
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Es wurde gezeigt, dass Costimulation
von T-Zellen zahlreiche Aspekte der T-Zell-Aktivierung betrifft (June, C. H., Bluestone,
J. A., Nadler, L. M. und Thompson, C. B. (1994) Immunol. Today 15,
321). Costimulation senkt die Konzentration von anti-CD3, er benötigt wird,
um eine proliferative Reaktion in der Kultur auszulösen (Gimmi,
C. D., Freeman, G. J., Gribben, J. G., Sugita, K., Freedman, A.
S., Morimoto, C. und Nadler, L. M. (1991). Proc. Natl. Acad. Sci.
USA 88, 6575). CD28-Costimulation verstärkt auch durch transkriptionale und
post-transkriptionale Regulation der Genexpression die Produktion
von Lymphokinen durch T-Helferzellen erheblich (Lindsten, T., June,
C. H., Ledbetter, J. A., Stella, G. und Thompson, C. B. (1989) Science
244, 339; Fraser, J. D., Irving, B. A., Crabtree, G. R. und Weiss,
A. (1991) Science 251, 313), und kann das zytolytische Potential
von zytotoxischen T-Zellen aktivieren. Hemmung der CD28-Costimulation
in vivo kann die Abstoßungsreaktion
von Heterotransplantaten blockieren, und die Abstoßung von
Homotransplantaten wird signifikant verzögert (Lenschow, D. J., Zeng,
Y., Thistlethwaite, J. R., Montag, A., Brady, W., Gibson, M. G.,
Linsley, P. S. und Bluestone, J. A. (1992) Science 257, 789; Turka,
L. A., Linsley, P. S., Lin, H., Brady, W., Leiden, J. M., Wei, R-Q.,
Gibson, M. L., Zheng, X-G., Mydral, S., Gordon, D., Bailey, T.,
Bolling, S. F. und Thompson, C. B. (1992) Proc. Natl. Acad Sci.
USA 89, 11102). Zusätzlich
erleichtert die Transfektion von B7 in eine Tumorzelllinie die Erkennung und
Prävention
von Tumorwachstum (Chen, L., Ashe, S., Brady, W. A., Hellstrom,
I., Hellstrom, K. E., Ledbetter, J. A., McGowan, P. und Linsley,
P. S. (1992) Cell 71, 1093; Townsend, S. E. und Allison, J. P. (1993)
Science 259, 368).
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Bisher war relativ wenig darüber bekannt,
wie das Überleben
peripherer T-Zellen gesteuert wird. Untersuchungen legen nahe, dass
Mitogen-Aktivierung der T-Zellen ihre Widerstandskraft gegen den
programmierten Zelltod (PCD) verstärkt, der durch Behandlung mit
Mitteln wie Bestrahlung ausgelöst
wurde (Schrek, R. und Stefani, S. (1964) J. Nat. Cancer Inst. 32,
507; Lowenthal, J. W. und Harris, A. W. (1985) J. Immunol. 135,
1119; Stewart, C. C., Stevenson, A. P. und Habbersett, R. C. (1988)
J. Radiat. Biol. 53, 77). Im Gegensatz dazu wurde berichtet, dass
die Zellaktivierung durch den TCR allein die Anfälligkeit der T-Zellen, einem
PCD zu unterliegen, erhöht
(Kabelitz, D. und Wesselborg, S. (1992) Int. Immunol 4, 1381; Groux,
H., Monte, D., Plouvier, B., Capron, A. und Ameisen, J-C (1993) Eur. J.
Immunol. 23, 1623).
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Kürzlich
wurden mehrere Gene identifiziert, die bei der Kontrolle des Überlebens
von T-Zellen eine Rolle
zu spielen scheinen. Das Überleben
von ruhenden Lymphocyten in der Maus hängt von der Expression des
bcl-2-Gens ab (Nakayama, K-I., Nakayama, K., Negishi, I., Kuida,
K., Shinkai, Y., Louie, M. C., Fields, L. E., Lucas, P. J., Stewart,
V., Alt, F. W. und Loh, D. Y. (1993) Science 261, 1584). Tiere,
denen es am bcl-2-Gen mangelt, haben T-Zellen mit einer erhöhten Anfälligkeit,
einem PCD zu unterliegen, wenn sie in Kultur genommen werden. Tiere
mit einem Bcl-2-Mangel bekommen innerhalb der ersten Lebenswochen
eine schwere Lymphopenie (Veis, D. J., Sorenson, C. M., Shutter,
J. R. und Korsmeyer, S. J. (1993a) Cell 75, 229). Im Gegensatz dazu
sind Tiere mit Mutationen im Fas-Zelloberflächenrezeptor nicht in der Lage,
die Immunzellen zu beseitigen, die im Zuge einer Immunantwort erzeugt
werden (Watanabe-Fukunaga, R., Brannan, C. L, Copeland, N. G., Jenkins,
NA. und Nagata, S. (1992) Nature 356, 314). Tiere mit Fas-Mangel
entwickeln schließlich
eine schwere Autoimmunkrankheit. Diese Daten legen nahe, dass das Überleben
von T-Zellen möglicherweise ebenso
streng wie die T-Zell-Proliferation reguliert ist.
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Unangemessene Regulierung des T-Zell-Todes
kann zu Störungen
des Immunsystems führen
(z. B. Immunschwäche
oder Autoimmunität).
Darüber
hinaus führt
die Infektion von T-Zellen mit bestimmten infektiösen Mikroorganismen
zur Abtötung
der T-Zellen. Besonders die Infektion von T-Zellen mit dem menschlichen Immunschwäche-Virus
(HIV) führt
zum durch programmierten Zelltod ausgelösten Tod der Zellen (Gougon, M.-L.
und Montagnier, L. (1993) Science 260, 1269). Es werden daher Verfahren
zur Steuerung des T-Zell-Todes und besonders zur Hemmung eines solchen
Todes benötigt.
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Zusammenfassung
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Die vorliegende Erfindung liefert
in vitro Verfahren und Anwendungen zur Modulation des Überlebens von
T-Zellen und besonders zum Schutz einer T-Zelle vor Zelltod. Die
Verfahren der Erfindung basieren, zumindest zum Teil, auf der Entdeckung,
dass T-Zell-Costimulation (z. B. durch CD28) zu einer erhöhten Produktion
des Proteins bcl-XL in der T-Zelle führt und
das Überleben
von T-Zellen erhöht.
Darüber
hinaus führt
die verstärkte
Produktion des bcl-XL-Proteins in T-Zellen auf anderen Wegen
(z. B. Transfektion eines bcl-XL-Gens in
die T-Zellen) ebenso
zu einem erhöhten Überleben
von T-Zellen. Demzufolge ist, um eine T-Zelle vor dem Tod zu schützen, nach
den Verfahren der Erfindung der Anteil des bcl-XL-Proteins
in der T-Zelle erhöht,
so dass das Überleben
von T-Zellen verbessert ist.
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Das Überleben von T-Zellen kann
dadurch verbessert werden, dass die T-Zelle mit einem Agens in Kontakt
gebracht wird, das den bcl-XL-Proteinspiegel
erhöht.
In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird der bcl-XL-Proteinspiegel
in einer T-Zelle erhöht,
indem eine Nucleinsäure
in die T-Zelle eingebracht wird, die ein bcl-XL-Protein
codiert. Bcl-XL-Proteinspiegel in einer T-Zelle können erhöht werden,
indem die T-Zelle mit einem Agens in Kontakt gebracht wird, das
intrazellulär
wirkt, um die endogenen bcl-XL-Proteinspiegel
zu erhöhen.
Ein anderes Agens, das den bcl-XL-Proteinspiegel
erhöhen
kann, ist ein Agens, das mit einem Molekül an der Oberfläche der
T-Zelle in Wechselwirkung tritt. Die Anwendung der Erfindung kann
zur Behandlung von Störungen
oder Zuständen
eingesetzt werden, die mit erhöhtem
oder unangemessenem T-Zelltod verbunden sind, wie etwa Infektion
der T-Zellen mit HIV. Das Verfahren kann auch zur Verbesserung des Überlebens
von T-Zellen nützlich
sein, um auf diese Weise eine Immunantwort zu stimulieren, um zum
Beispiel die Eliminierung eines pathogenen Mikroorganismus zu beschleunigen.
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Kurze Beschreibung
der Abbildungen
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1 ist
eine grafische Darstellung der prozentualen Lebensfähigkeit
von CD28+-T-Zellen an den Tagen 1, 2, 3,
4 und 5 nach der Inkubation der T-Zellen über 12 Stunden im Medium allein
(offene Quadrate), in Anwesenheit von anti-CD3 (dunkle Rauten) oder
in Anwesenheit von anti-CD3 und anti-CD28 (dunkle Quadrate) vor γ-Bestrahlung
(Tafel B) oder unbehandelt (Tafel A).
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2A–D sind grafische Darstellungen der prozentualen
Lebensfähigkeit
von CD28+-T-Zellen an den Tagen 1, 2, 3, 4 und 5
nach der Inkubation der T-Zellen über 12 Stunden mit anti-CD3
allein (Tafeln A und B) oder mit anti-CD3 und anti-CD28 (Tafeln
C und D), die anschließend
vor γ-Bestrahlung
(Tafeln B und D) oder unbehandelt (Tafeln A und C) entweder in ihrem
konditionierten Medium belassen wurden (offene Quadrate), gewaschen
und in frischem Medium resuspendiert wurden (offene Rauten) oder
gewaschen und in frischem Medium resuspendiert wurden, das mit 200
U/ml rIL-2 ergänzt
war (dunkle Quadrate).
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Tafeln B, C und D der 3 stellen Northern-Blots dar, die die
Rate der bcl-X-, bcl-2- beziehungsweise HLA-Expression
in T-Zellen zeigen, die in Medium allein inkubiert wurden (MED), über 1, 6
oder 12 Stunden in der Anwesenheit von anti-CD3-Antikörper (αCD3) inkubiert
oder über
1, 6 oder 12 Stunden in der Anwesenheit von anti-CD3 und anti-CD28
(αCD3 + αCD28) inkubiert
wurden. Tafel A zeigt Ethidiumbromid-Färbung eines Aliquots jeder
RNA-Probe nach Elektrophorese auf einem nicht-denaturierenden Agarose-Gel.
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3 E
ist eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL- und bcl-XS-Protein in T-Zellen
zeigt, die allein (o) oder mit anti-CD3 (αCD3) über 6 oder 12 Stunden oder
mit anti-CD3 und anti-CD28 (αCD3
+ αCD28) über 6 oder
12 Stunden inkubiert wurden.
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4 ist
eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL- und bcl-2-Protein in T-Zellen zeigt, die
allein (o) oder mit anti-CD3 (αCD3) über 6, 12
oder 24 Stunden oder mit anti-CD3 und anti-CD28 (αCD3 + αCD28) über 6, 12
oder 24 Stunden inkubiert wurden.
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5 ist
eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL-Protein in T-Zellen zeigt, die über 24 Stunden
in Medium allein (Medium) oder in der Anwesenheit von anti-CD28 (αCD28), anti-CD3 (αCD3), anti-CD3
+ anti-CD28 (αCD3/αCD28) oder
anti-CD3 + IL-2 (100 Einheiten/ml) (αCD3/IL-2) inkubiert wurden.
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6 ist
eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL-Protein in T-Zellen zeigt, die in Medium
allein (ruhend) oder über
24, 48, 72, 96 oder 120 Stunden in Anwesenheit von anti-CD3- und
anti-CD28-Antikörpern
inkubiert wurden. Die untere Tafel zeigt die Lebensfähigkeit
der T-Zellen in Prozent, die in Medium allein (ruhend) inkubiert
oder über
24, 48, 72, 96 oder 120 Stunden in der Anwesenheit von anti-CD3- und
anti-CD28-Antikörpern inkubiert
wurden, worauf die Zugabe von anti-Fas-Antikörper über weitere 24 Stunden folgte.
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7A–B sind grafische Darstellungen der Überlebensrate
in Frozent von Jurkat-Clonen,
die mit einem bcl-XL-Expressionsplasmid
(bcl-XL-Clone 1, 2 und 3) oder einem Kontrollplasmid
(Neo-Clone 1, 2 und 3) transfiziert wurden, nach 0, 12, 24, 48 und
72 Stunden Behandlung mit anti-Fas-Antikörper (αFas, Tafel A) oder anti-CD3-Antikörper (αCD3), Tafel
B).
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Tafel C der 7 ist
eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL-Protein in den Jurkat-Clonen zeigt, die
mit einem bcl-XL-Expressionsplasmid (bcl-XL-Clone 1, 2 und 3) oder dem Kontrollplasmid (Neo-Clone
1,2 und 3) transfiziert wurden.
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Tafel D der 7 ist
eine grafische Darstellung der Überlebensrate
in Prozent von CTLL-2-Zell-Clonen,
die mit einem bcl-XL-Expressionsplasmid
transfiziert (CTLL-2- bcl-XL-Clone 1 und
2) oder nicht transfiziert wurden (CTLL-2), 0, 12, 24, 36 und 48
Stunden nach Entfernung von IL-2.
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Tafel E der 7 ist
eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL-Protein in den CTLL-2-Zell-Clonen zeigt,
die mit einem bcl-XL-Expressionsplasmid
transfiziert (CTLL-2-bcl-XL-Clone 1 und
2) oder nicht transfiziert wurden (CTLL-2).
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8 ist
eine Fotografie eines Western-Blots, die die Menge an bcl-XL-Protein in Lymphknotenzellen der Maus zeigt,
die über
24 Stunden in Medium allein, in der Anwesenheit von anti-CD3, in
der Anwesenheit von anti-CD3 und anti CD28 und in Anwesenheit von
anti-CD und CTLA4Ig inkubiert wurden.
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9 ist
eine grafische Darstellung der Lebensfähigkeit in Prozent von Jurkat-Zellen,
die mit einem bcl-XL-Expressionsvektor (Virusverdünnung gegen
bcl-XL-Mittelwert) oder mit einem Kontrollvektor
(Virusverdünnung
gegen neo-Mittelwert) transfiziert und mit unterschiedlichen Mengen
HIV infiziert wurden.
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Tafeln A–D der 10 sind
grafische Darstellungen des Prozentsatzes der Zellen, die Apoptose durchgemacht
haben (% Apoptose), und des Prozentsatzes der Zellen die bcl-X-Protein (% bcl-x)
exprimieren in PBMC von Kontrollen und HIV-infizieren Individuen,
die über
0, 24, 48 oder 72 Stunden mit PWM (Tafeln A und B) oder mit anti-CD3-
und anti-CD28-Antikörpern (CD/CD28,
Tafeln C und D) behandelt wurden.
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Genaue Beschreibung
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Die vorliegende Endung liefert in
vitro-Verfahren und Anwendungen zur Modulation des Überlebens von
T-Zellen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die T-Zelle
vor dem Tod geschützt.
Die Verfahren der Erfindung zum Schutz einer T-Zelle vor Zelltod
beinhalten, dass die T-Zelle mit mindestens einem Agens in Kontakt
gebracht wird, das den bcl-XL-Proteinspiegel ansteigen
lässt,
so dass das Überleben
der T-Zelle verbessert wird. In einer Ausführungsform dieses in vitro-Verfahrens
oder der Anwendung ist das Agens, das den bcl-XL-Proteinspiegel
erhöht,
eine Nucleinsäure,
die ein bcl-XL-Protein codiert, das bei
Einführung
in die T-Zelle exprimiert wird. Bcl-XL-Proteinspiegel
können
in einer T-Zelle erhöht
werden, indem die T-Zelle mit mindestens einem Agens in Kontakt
gebracht wird, das die Produktion des bcl-XL-Proteins,
z. B. vom endogenen bcl-XL-Gen, erhöht. Das
mindestens eine Agens, das den bcl-XL-Proteinspiegel
erhöht,
kann ein Agens enthalten, das mit einem Molekül an der Oberfläche einer
T-Zelle, wie etwa CD28, in Wechselwirkung tritt. Die T-Zelle kann darüber hinaus
mit einem Agens in Kontakt gebracht werden, das der T-Zelle ein
erstes Aktivierungssignal übermittelt.
Das mindestens eine Agens kann ein Agens sein, das intrazellulär wirkt,
um den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen. T-Zellen,
in denen der Spiegel des bcl-XL-Proteins
entsprechend des Verfahrens der Erfindung moduliert wird, können T-Zellen sein, die
in einem Individuum vorhanden sind, oder T-Zellen, die ex vivo in
Kultur genommen wurden. Die beschriebenen Verfahren können nützlich sein,
Immunantworten zu modulieren, z. B. Immunantworten zu verstärken oder
zu unterdrücken.
Auf diese Weise können
die beschriebenen Verfahren zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten
haben, wie etwa die Stimulation einer Immunantwort (zum Beispiel
zur Bekämpfung
einer Infektion) oder die Stimulation des Überlebens von T-Zellen, deren
Lebenszeit herabgesetzt ist (zum Beispiel als Reaktion auf eine
Infektion, wie etwa einer Infektion mit einem menschlichen Immunschwäche-Virus).
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Es wurde schon zuvor beobachtet,
dass bcl-XL in der Lage ist, die Murine
IL-3-abhängige
Prolymphocyten-Zelllinie FL5.12 vor Apoptose zu schützen, die
durch Verlust von IL-3 ausgelöst
wird (Boise, H. B. et al. (1993) Cell 74, 597 und PTC-Patentanmeldung
WO 95/00642). Weil Apoptose ein wichtiger Mechanismus zur Regulierung
von negativer und positiver Selektion von T-Zellen während der
Ontogenese ist, analysierten die Autoren den bcl-XL-mRNA-Spiegel
in T-Zellen. Weder Thymocyten noch ruhende T-Zellen oder T-Zellen, die mit PMA
und Ionomycin aktiviert worden waren, enthielten bcl-XL-mRNA.
Thymocyten und aktivierte T-Zellen enthielten jedoch bcl-XS-mRNA, eine andere Spleiß-Form des bcl-X-Gens, das ein Protein
bcl-XS codiert, von dem gezeigt wurde, dass
es Apoptose begünstigt
(Boise, H. B. et al., vorstehend, und PCT-Patentanmeldung WO 95/00642).
Diese Ergebnisse legen daher nahe, dass die Steuerung des durch
Apoptose ausgelösten Zelltodes
während
der T-Zell-Ontogenese zumindest zum Teil durch die Steuerung des
bcl-XS-Proteinspiegels statt durch die Steuerung
des bcl-XL-Proteinspiegels vermittelt wird.
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Die vorliegende Endung beruht zumindest
zum Teil auf der Entdeckung, dass Transfektion von T-Zellen mit
einer Nucleinsäure,
die menschliches bcl-XL-Protein codiert,
in der Weise, dass der bcl-XL-Proteinspiegel
in der T-Zelle erhöht
wird, zum Schutz der T-Zelle vor Zelltod führt. T-Zellen, die in dieser
Weise modifiziert wurden, waren vor dem durch verschiedene Stimuli
wie etwa γ-Bestrahlung,
T-Zell-Rezeptor-Querverknüpfung,
Fas-Querverknüpfung
und Verlust von Wachstumsfaktoren ausgelösten Zelltod geschützt. Es
ist daher ein Gegenstand der Erfindung, Proteinspiegel von bcl-XL in einer T-Zelle zu modulieren, indem die
T-Zelle mit einem Agens in Kontakt gebracht wird, das bcl-XL-Proteinspiegel in der Weise moduliert,
dass die T-Zellen vor Zelltod geschützt sind oder alternativ anfälliger für den Zelltod
werden. Die beschriebenen Verfahren können therapeutisch nützlich bei
Zuständen
sein, bei denen es wünschenswert
ist, das Überleben
von wenigstens einigen der T-Zellen
eines Individuums zu verlängern,
wie etwa von T-Zellen, die an der Bekämpfung einer Infektion beteiligt
sind.
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1. Verfahren
zum Schutz einer T-Zelle vor Zelltod
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Das in vitro-Verfahren oder die Anwendung
der Endung betrifft den "Schutz
einer T-Zelle vor Zelltod". Der
Ausdruck "T-Zelle" ist ein Fachbegriff
und soll Thymocyten, unreife T-Lymphocyten,
reife Lymphocyten, ruhende T-Lymphocyten oder aktivierte T-Lymphocyten
umfassen. Eine T-Zelle kann eine T-Helfer-(Th) Zelle sein, z. B.
eine T-Helfer 1 (Th1)- oder eine T-Helfer 2 (Th2)-Zelle. Die T-Zelle
kann eine CD4+-T-Zelle, CD8+-T-Zelle CD4+CD8+-T-Zelle, CD4-CD8–-T-Zelle
oder jede andere Zusammenstellung von T-Zellen sein. Der Ausdruck "Schutz einer T-Zelle
vor Zelltod" soll
die Hemmung oder mindestens die Verzögerung des Auftretens von Zelltod
in einer T-Zelle einschließen.
Zelltod soll den durch jeden Mechanismus eintretenden Zelltod umfassen.
Zelltod kann der programmierte Zelltod (PCD) sein, der auch "Apoptose" genannt wird. Der
Tod einer T-Zelle durch Apoptose ist durch Abläufe gekennzeichnet, die Kondensation
des nukleären
Heterochromatins, Zellschrumpfung, cytoplasmatische Kondensation
und in einem späteren
Stadium der Apoptose durch Endonuclease vermittelte Spaltung der
DNA der T-Zelle in einzelne Fragmente umschließen. Bei elektrophoretischer
Analyse der DNA einer Zelle, in der Apoptose stattgefunden hat,
erscheint eine charakteristische "Leiter" diskreter DNA-Fragmente.
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Wie beschrieben, können die
Verfahren eine T-Zelle vor Zelltod schützen, der auf natürliche Weise
eintritt, oder vor Zelltod, der auf ein ausgelöstes Signal in der Zelle zurückgeht.
Apoptose ist zum Beispiel gewöhnlich
auf die Induktion eines bestimmten Signals in der Zelle zurückzuführen. So
kann Zelltod durch Querverknüpfung
des T-Zell-Rezeptors in Abwesenheit eines costimulierenden Signals
verursacht werden. Es ist auf dem Fachgebiet bekannt, dass Querverknüpfung des
T-Zell-Rezeptors entweder durch einen polyclonalen Aktivator, etwa
einen anti-CD3-Antikörper,
oder alternativ durch ein Antigen auf einer Antigen präsentierenden Zelle
in Abwesenheit eines costimulativen Signals (z. B. in Abwesenheit
eines Signals durch CD28/CTLA4) zu T-Zell-Anergie oder zum Tod der
T-Zelle führt.
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Das beschriebene Verfahren kann auch
ermöglichen,
eine T-Zelle vor Zelltod zu schützen,
der auf Wachstumsfaktormangel zurückgeht. Zum Beispiel benötigen T-Zellen
typischerweise IL-2 zur Proliferation, und das Fehlen von IL-2 führt zum
Zelltod. Daher wird die Erhöhung
des bcl-XL-Proteinspiegels in der T-Zelle nach
den Verfahren der Erfindung eine normalerweise IL-2-abhängige T-Zelle
in Abwesenheit von IL-2 vor Zelltod schützen (d. h. die Erfindung liefert
T-Zellen, die bei Abwesenheit von IL-2 überleben können). Die beschriebenen Verfahren
können
T-Zellen vor Zelltod schützen,
der auf das Fehlen von anderen Wachstumsfaktoren, Zytokinen oder
Lymphokinen zurückgeht,
die normalerweise für
das Überleben
von T-Zellen notwendig sind. Beispiele solcher Faktoren umschließen Interleukine,
koloniestimulierende Faktoren und Interferone.
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Das beschriebene Verfahren kann ermöglichen,
eine T-Zelle vor Zelltod zu schützen,
der auf die Querverknüpfung
von Fas- oder Tumornekrosefaktor-Rezeptor (TNFR) zurück geht.
Es ist gezeigt worden, dass Querverknüpfung des Fas-Rezeptors auf
einer T-Zelle zum apoptotischen Zelltod der T-Zelle führt. Die
Fas- und TNFR-Proteine weisen bemerkenswerte Homologien auf, und
es ist möglich,
das sie zu einer umfangreichen Familie von Proteinen gehören, die
Zelltod durch Querverknüpfung
auslösen.
Daher kann das beschriebene Verfahren nützlich sein, T-Zellen vor Zelltod
zu schützen,
der auf Querverknüpfung
jedes Rezeptors, der zu dieser Familie gehört, zurückzuführen ist.
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Das beschriebene Verfahren könnte auch
ein Mittel liefern, T-Zellen vor Zelltod zu schützen, der durch den Kontakt
mit bestimmten Hormonen wie Glucocorticoide, zum Beispiel Dexamethason,
ausgelöst
wird. Darüber
hinaus kann Zelltod auch als Folge von Stress auftreten, von dem
bekannt ist, dass er erhöhte
Glucocorticoidspiegel in einem Individuum auslöst. Daher kann das beschriebene
Verfahren auch Schutz vor dem Tod von T-Zellen liefern, der darauf
zurück
geht, dass ein Individuum Stress ausgesetzt ist.
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Darüber hinaus kann das Verfahren
ermöglichen,
T-Zellen vor dem durch DNA schädigende
Agenzien ausgelösten
Zelltod zu schützen.
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T-Zellen unterliegen auch während der
T-Zell-Ontogenese dem Zelltod. Der Prozess von Proliferation und
Differenzierung von T-Zellen ist streng reguliert und umschließt sowohl
positive als auch negative Selektion von T-Zellen. Verfahren zur
Beeinflussung des Überlebens
von T-Zellen während
dieses Prozesses liegen gleichfalls innerhalb des Rahmens der Erfindung.
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Tod von T-Zellen kann auch auf die
Aktivität
eines Apoptose auslösenden
Proteins in der T-Zelle
wie etwa bcl-XS, Bad, p53, c-myc oder Interleukin-1β konvertierendes
Enzym (ICE) zurückzuführen sein
(Savill, J. (1994) Eur. J. Clin. Investigat. 24, 715). Daher umschließen Verfahren
im Rahmen der Endung Verfahren zum Schutz gegen Zelltod, der mit
diesen Proteinen verbunden ist.
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1.2 Verfahren zum Schutz
einer T-Zelle vor Zelltod, die das Einführen einer ein bcl-XL-Protein
codierenden Nucleinsäure
in die T-Zelle beinhalten
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist
eine T-Zelle dadurch vor Zelltod geschützt, dass in die Zelle in vitro
eine Nucleinsäure
eingebracht wird, die ein bcl-XL-Protein
codiert, so dass der bcl-XL-Proteinspiegel
in der T-Zelle erhöht
wird. Das Nucleinsäuremolekül, das ein bcl-XL-Protein codiert, liegt in einer Form vor,
die die Expression des Gens in der T-Zelle erlaubt, so dass bcl-XL-Protein in der Zelle produziert wird.
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1.2.1 Bcl-XL-Protein
codierende Nucleinsäuren
oder modifizierte Formen hiervon
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Der Ausdruck "bcl-XL codierendes
Nucleinsäuremolekül" soll jedes Nucleinsäuremolekül umschließen, das
in ein bcl-XL-Protein transkribiert und
translatiert wird, nachdem das Nucleinsäuremolekül in eine T-Zelle eingebracht
wurde (z. B. kann das Molekül
darüber
hinaus geeignete Kontrollelemente zur Regulierung der Expression
von bcl-XL enthalten). Das bcl-XL codierende Nucleinsäuremolekül kann aus der codierenden
Region des zugehörigen
bcl-XL-Gens allein bestehen, oder es kann
alternativ nicht codierende Regionen wie etwa nicht translatierte
5' oder 3'-Regionen, Introns,
Fragmente hiervon oder andere Sequenzen enthalten.
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Das bcl-XL-Protein
wird vom bcl-X-Gen codiert. Als eine Folge unterschiedlicher Spleißung produziert das
bcl-X-Gen zwei unterschiedliche mRNA-Moleküle, von denen eines das bcl-XL (für die lange
Form von bcl-X)-Protein codiert, und das andere codiert das kürzere Protein
bcl-XS (für die kurze (engt.: short)
Form von bcl-X). Das bcl-XS-Protein unterscheidet
sich durch das Fehlen eines Stranges aus 63 Aminosäuren vom bcl-XL-Protein. Diese Deletion geht auf das Spleißen des
zweiten in bcl-XL anwesenden codierenden
Exons auf einen mehr proximalen 5'-Spleißdonor innnerhalb des ersten
codierenden Exons zurück.
Es ist daher vorzuziehen, anstatt eines das bcl-X-Gen enthaltenden
genomischen Fragments, das sowohl zur Produktion von bcl-XL- als auch von bcl-XS-Proteinen
führen
kann, die bcl-XL-cDNA zur Expression von
bcl-XL in T-Zellen zu verwenden.
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Zur Behandlung menschlicher Zellen
ist die bcl-XL codierende Nucleinsäure bevorzugt
menschlichen Ursprungs; Nucleinsäuren
von anderen Tierarten sind jedoch gleichfalls in die Endung eingeschlossen.
Darüber
hinaus können
bcl-XL-Nucleinsäuren über Artgrenzen hinweg verwendet
werden, solange das von der Nucleinsäure codierte Protein T-Zellen
vor Zelltod schützt,
wenn die Nucleinsäure
in die T-Zelle eingebracht worden ist. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die bcl-XL-Protein codierende
Nucleinsäure die
menschliche c-DNA (SEQ. ID. NR: 1). Bcl-XL-Protein
codierende Nucleinsäuren,
die im Rahmen der Endung liegen, sind in der veröffentlichten PCT-Patentanmeldung
WO 95/00642 und in nachstehenden Referenzen offengelegt: Boise et
al. (1993) Cell 74, 597; und Fang et al. (1994) J. Immunol. 153,
4388. Darüber
hinaus werden die Nucleotidsequenz der menschlichen bcl-XL-cDNA und die Aminosäuresequenz des menschlichen bcl-XL-Proteins in der SEQ ID Nr: 1 bzw. 2 aufgeführt. Das
Nucleinsäuremolekül kann das
bcl-XL-Protein in voller Länge codieren,
oder die Nukleinsäure
kann alternativ ein Peptidfragment von bcl-XL codieren,
das ausreicht, einer T-Zelle Schutz vor Zelltod zu gewährleisten,
wenn sie in eine T-Zelle
eingebracht wird. Die Nucleinsäure
kann das natürliche
bcl-XL oder ein Fragment hiervon oder eine
modifizierte Form des bcl-XL-Proteins oder
eines Fragments hiervon codieren. Modifizierte Formen des natürlichen
bcl-XL-Proteins, die innerhalb des Rahmens
der Erfindung liegen, werden nachstehend beschrieben.
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Das Verfahren der Endung soll die
Verwendung von Fragmenten, Mutanten oder Varianten (z. B. modifizierte
Formen) des bcl-XL-Proteins, die die Fähigkeit
zum Schutz der T-Zellen vor Zelltod bewahren, einschließen. Der
Ausdruck "Form des
bcl-XL-Proteins" soll ein Protein kennzeichnen, das
eine signifikante Homologie mit dem natürlichen bcl-XL-Protein
aufweist und in der Lage ist, eine T-Zelle vor Zelltod zu schützen. Der
Ausdruck "Form des
bcl-XL-Proteins" soll das Protein Bcl-2 nicht einschließen. Die
hierin verwendeten Ausdrücke "biologisch aktives
bcl-XL-Protein" oder "biologisch aktive Form eines bcl-XL-Proteins" oder "funktionell aktive Form eines bcl-XL-Proteins" sollen Formen des bcl-XL-Proteins
einschließen,
die in der Lage sind, eine T-Zelle vor Zelltod zu schützen. Ein
Fachmann auf dem Gebiet kann solche Formen des bcl-XL-Proteins auswählen, denen
die Fähigkeit
zugrunde liegt, T-Zellen vor Zelltod durch Einbringen einer das
bcl-XL-Protein codierenden Nucleinsäure in die
T-Zelle zu schützen.
Die Fähigkeit
einer spezifischen Form von bcl-XL, T-Zellen
vor Zelltod zu schützen,
kann bestimmt werden, zum Beispiel durch Transfektion einer die
spezifische Form von bcl-XL codierenden
Nucleinsäure
in eine T-Zelle in der Weise, dass das bcl-XL-Protein
in den 7-Zellen unter Bedingungen synthetisiert wird, die normalerweise
den Zelltod der T-Zelle auslösen
würden.
Die Form des bcl-XL-Proteins hat eine schützende Wirkung
in T-Zellen gegen Zelltod, wenn in einer T-Zell-Population, die modifiziert
wurde, um eine Form des bcl-XL-Proteins
zu exprimieren, eine geringere Zelltod-Rate eintritt als in einer T-Zell-Population,
die nicht modifiziert wurde, um eine Form von bcl-XL-Protein
bei der Auslösung
von Zelltod zu exprimieren. Zelltod kann auf zahlreiche Weisen beobachtet
werden. Das Ausmaß von
Zelltod in einer Population von Zellen kann zum Beispiel durch Zählen der
Anzahl der T-Zellen in beiden Populationen mittels eines Hämozytometers
oder eines Coulter-Zählgeräts bestimmt
werden. Ein bevorzugtes Verfahren zur Bestimmung des Ausmaßes von
Zelltod in einer Population von T-Zellen verwendet Propidiumjodid-Ausschlußverfahren.
Propidiumjodid-Ausschlußverfahren
können
durchgeführt
werden, indem die T-Zellen mit Propidiumjodid inkubiert werden,
einem Farbstoff, der vorwiegend von toten Zellen absorbiert und
von lebenden Zellen ausgeschlossen wird. Das Ausmaß von Zelltod
wird dann durch fluoreszenzaktivierte Zellsortierungsanalyse (FACS)
bestimmt, wie in Beispiel 6 der vorliegenden Patentanmeldung beschrieben.
Weitere Farbstoffe, die verwendet werden können, umschließen Acridinorange
und Hoechst 33342. Andere Verfahren zur Messung des Ausmaßes von
Zelltod in einer T-Zell-Population umschließen zahlreiche Verfahren der
Endmarkierung von gespaltener DNA (Gavrieli, Y. et al. (1992) J.
Cell Biol. 119, 493). Ein anderes Verfahren zur Messung des Ausmaßes von
Zelltod in einer T-Zell-Population umschließt elektrophoretische Analyse
der Nucleinsäure
der T-Zellen. In diesem Verfahren wird die Nucleinsäure der
T-Zellen, die in einer gereinigten oder nicht gereinigten Form vorliegen
kann, einer Gel-Elektrophorese unterzogen, der die Anfärbung des
Gels mit Ethidiumbromid und die Sichtbarmachung der Nucleinsäure unter
ultraviolettem Licht folgt. Die Nucleinsäure einer T-Zell-Population,
in der wenigstens einige der T-Zellen einer Apoptose unterlagen,
zeigen die Erscheinung einer "Leiter", d. h. eine Population
von diskreten DNA-Fragmenten. Im Gegensatz dazu zeigt die DNA von
T-Zellen, die keiner Apoptose unterlagen, eine einzelne Bande mit
hohem Molekulargewicht.
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Zahlreiche Untersuchungen können angewendet
werden, eine Form des bcl-XL-Proteins auf
seine Fähigkeit,
eine T-Zelle vor Zelltod zu schützen,
zu überprüfen. Diese
Untersuchungen umschließen
Untersuchungen, bei denen in einer T-Zell-Population Apoptose ausgelöst wird,
indem die T-Zell-Population mit spezifischen Agenzien in Kontakt
gebracht wird. Solche Agenzien umschließen Agenzien, die eine Querverknüpfung des
T-Zell-Rezeptors bewirken, wie etwa ein anti-CD3-Antikörper, Agenzien,
die die Querverknüpfung
von Fas- oder des TNF-Rezeptors bewirken, und Glucocorticoide. Alternativ
kann Zelltod bei T-Zellen durch Wachstumsfaktormangel wie etwa IL-2-Mangel
ausgelöst
werden. Diese Untersuchungen werden durch die Beschreibung hindurch
beschrieben, besonders in den Beispielen 6 und 7.
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Die Produktion von bcl-XL-Fragmenten
in der T-Zelle kann erreicht werden, indem ein Fragment der Nucleinsäure, die
das bcl-XL-Proteinfragment codiert, in die
T-Zelle eingebracht wird. Die Nucleinsäure kann eine cDNA sein, oder
es kann alternativ ein genomisches DNA-Fragment sein. Mutanten von
bcl-XL können hergestellt
werden, indem zum Beispiel Modifikationen der Nucleotidbasenpaare
(z. B. Substitutionen, Deletionen, Additionen) in ein das bcl-XL-Protein codierendes Nucleinsäuremolekül (z. B.
eine bcl-XL-cDNA) mit Hilfe von Standardverfahren
eingebracht werden, wie etwa ortsgerichtete Mutagenese oder durch
Polymerase-Kettenreaktion vermittelte Mutagenese. Bevorzugte Modifikationen
von bcl-XL umschließen jene, die die Halbwertszeit
des bcl-XL-Proteins in der T-Zelle modifizieren.
Es kann daher wünschenswert
sein, eine Form des bcl-XL-Proteins in die
T-Zelle einzubringen, die eine sehr kurze Halbwertszeit hat, wohingegen
es in anderen Verfahren wünschenswert
sein kann, eine Form von bcl-XL in die T-Zelle
einzubringen, die eine lange Halbwertszeit aufweist.
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Das bcl-XL-Protein
kann modifiziert werden, um Interaktion mit dem "Bax"-Protein
zu erleichtern und um Interaktion mit dem "Bad"-Protein
zu hemmen oder herabzusetzen. Es ist gezeigt worden, dass die schützende Wirkung
von bcl-XL gegen Apoptose in Zellen durch
ein Heterodimer vermittelt werden kann, das aus einem bcl-XL-Protein und einem anderen Protein, "Bax" genannt, zusammengesetzt
ist. Weitere Daten weisen jedoch darauf hin, dass ein "Bad" genanntes Protein
ebenfalls mit bcl-XL in Wechselwirkung treten
kann und dass ein Heterodimer, das aus bcl-XL und
Bad zusammengesetzt ist, die schützende
Wirkung von bcl-XL gegen Zelltod inaktivieren kann (Yang,
E. et al. (1995) Cell 80, 285). Darüber hinaus ist ebenfalls gezeigt
worden, dass Bad in der Lage ist, das Bax-Protein aus dem Bax/bcl-XL-Heterodimer
zu verdrängen,
um ein bcl-XL/Bad-Heterodimer zu bilden.
Daher kann eine T- Zelle
vor Zelltod geschützt
werden, indem eine ein bcl-XL-Protein codierende
Nucleinsäure
in die T-Zelle eingebracht wird, die auf die Weise modifiziert ist,
dass die Bindung der modifizierten Form von bcl-XL an
Bad gehemmt oder wenigstens herabgesetzt ist, wohingegen die Bindung der
modifizierten Form von bcl-XL an Bax, verglichen
mit dem Wildtyp des bcl-XL-Proteins, nicht
signifikant beeinflusst wird. Die Modifikation des bcl-XL-Proteins
kann die Substitution von mindestens einer Aminosäure von bcl-XL einschließen, die in den Bcl-2-Homologie
(BH)-Domänen
1 oder 2 ("BH1" bzw. "BH2") lokalisiert ist.
BH1 ist zwischen den Aminosäuren
129 und 148 des menschlichen bcl-XL-Proteins
lokalisiert (SEQ. ID. NR: 2), und BH2 ist zwischen den Aminosäuren 180
und 191 des menschlichen bcl-XL-Proteins lokalisiert
(SEQ. ID. NR: 2) (Yang, E. et al. (1995) Cell 80, 285).
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Darüber hinaus wird es Fachleuten
auf diesem Gebiet offensichtlich sein, dass Änderungen in der primären Aminosäuresequenz
von bcl-XL vermutlich toleriert werden,
ohne die Fähigkeit
des bcl-XL-Moleküls, T-Zellen vor Zelltod zu
schützen,
signifikant zu verschlechtern. Demzufolge sind mutierte Formen von
bcl-XL, die im Vergleich zu der natürlich vorkommenden
Aminosäuresequenz
eines bcl-XL-Moleküls Aminosäure-Substitutionen, Deletionen
und/oder Additionen aufweisen, aber noch die funktionelle Aktivität der natürlichen Form
von bcl-XL, wie hierin beschreiben, behalten
haben, ebenfalls in der Erfindung eingeschlossen. Um die funktionellen
Eigenschaften von bcl-XL zu behalten, werden
bevorzugt konservative Aminosäuresubstitutionen an
einem oder mehreren Aminosäureresten
vorgenommen. Eine "konservative
Aminosäuresubstitution" ist eine, in der
der Aminosäurerest
durch einen Aminosäurerest
ersetzt wird, der eine ähnliche
Seitenkette hat. Familien von Aminosäureresten mit ähnlichen
Seitenketten sind auf dem Fachgebiet definiert, einschließlich basischer
Seitenketten (z. B. Lysin, Arginin, Histidin), saurer Seitenketten
(z. B. Asparaginsäure,
Glutaminsäure), ungeladener
polarer Seitenketten (z. B. Glycin, Asparagin, Glutamin, Serin,
Threonin, Tyrosin, Cystein), unpolarer Seitenketten (z. B. Alanin,
Valin, Leucin, Isoleucin, Prolin, Phenylalanin, Methionin, Tryptophan), β-verzweigter Seitenketten
(z. B. Threonin, Valin, Isoleucin) und aromatischer Seitenketten
(z. B. Tyrosin, Phenylalanin, Tryptophan, Histidin).
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1.2.2 Regulatorische Sequenzen
zur Expression von bcl-XL codierender Nucleinsäure in T-Zellen
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Um ein bcl-XL codierendes
Nucleinsäuremolekül in einer
T-Zelle so zu exprimieren, dass der bcl-XL-Proteinspiegel
in der T-Zelle erhöht
wird (um dadurch die T-Zelle vor Zelltod zu schützen), muss die Nucleinsäure mit
Regulationselementen funktionell verbunden sein. "Funktionell verbunden" bedeutet, dass die bcl-XL codierende Nucleotidsequenz mit mindestens
einer regulatorischen Sequenz auf eine Weise verbunden ist, die
Expression der Nucleotidsequenz in der T-Zelle ermöglicht.
Regulatorische Sequenzen sollen Expression des gewünschten
Proteins in einer geeigneten T-Zelle steuern. Dem zufolge umschließt der Ausdruck "regulatorische Sequenz" Promotoren, Enhancer
und andere Kontrollelemente für
die Expression. Solche regulatorischen Sequenzen sind Fachleuten
auf dem Gebiet bekannt und weiterhin von Goeddel, Gene Expression Technology:
Methods in Enzymology 185, Academic Press, San Diego, CA (1990)
beschrieben worden.
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Diese Regulationselemente umschließen jene,
die für
Transkription und Translation der bcl-XL codierenden
Nucleinsäure
benötigt
werden, und können
Promotoren, Enhancer, Polyadenylierungssignale und Sequenzen, die
für den
Transport des Moleküls
zur geeigneten zellulären
Kompartiment, das bevorzugt die äußere Mitochondrienmembran
ist, benötigt
werden, einschließen
(Gonzales-Garcia, M. et al. (1994) Development 120, 3033). Wenn
die Nucleinsäure
eine cDNA in einem rekombinanten Expressionsvektor ist, werden die
regulatorischen Funktionen, die für Transkription und/oder Translation
der cDNA zuständig
sind, oft von viralen Sequenzen bereit gestellt. Beispiele gewöhnlich verwendeter
viraler Promotoren umschließen
jene, die von Polyoma, Adenovirus 2, Cytomegalievirus und Affenvirus
40 und retroviralen LTRs abstammen.
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Regulatorische Sequenzen, die mit
der cDNA verbunden sind, können
so ausgewählt
werden, dass sie eine konstitutive oder induzierbare Transkription
ermöglichen.
Induzierbare Transkription kann zum Beispiel durch die Verwendung
eines induzierbaren Enhancers reicht werden. Auf diese Weise ist
in einer bestimmten Ausführungsform
der Erfindung das eine Form von bcl-XL codierende
Nucleinsäuremolekül unter
der Kontrolle eines induzierbaren Kontrollelements, so dass die
Expression dieser Form von bcl-XL auf an
oder aus geschaltet werden kann (oder intermediäre Stufen dazwischen), indem
ein Agens verwendet wird, das das induzierbare Kontrollelement beeinflusst
(z. B. kann Expression moduliert werden, indem die Konzentration
des induzierenden Agens in Anwesenheit der T-Zellen moduliert wird).
Dies erlaubt das An- oder Ausschalten der schützenden Wirkung von bcl-XL gegen den Zelltod der T-Zellen. Es kann
in der Tat wünschenswert
sein, das Überleben
von T-Zellen nur unter bestimmten Bedingungen zu fördern oder
nur für
einen bestimmten Zeitraum. Zum Beispiel kann es wünschenswert
sein, an der Stelle einer Infektion in einem Individuum die Immunreaktion zu
verstärken,
um das infektiöse
Agens in einem begrenzten Zeitraum zu vernichten. Nach Entfernung
des infektiösen
Agens kann es jedoch wünschenswert
sein, die T-Zellen zu entfernen. Auf diese Weise kann die Expression
von bcl-XL in den T-Zellen, die an der Stelle
der Infektion lokalisiert sind, durch das induzierbare Kontrollelement
stimuliert werden, indem die T-Zellen mit dem induzierenden Agens
in Kontakt gebracht werden. Darauf kann, nach der Überwindung
der Infektion, das induzierende Agens entfernt werden, um die Produktion von
bcl-XL-Protein in den T-Zellen zu stoppen.
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Induzierbare Regulationssysteme zur
Verwendung in Säugerzellen
sind auf dem Fachgebiet bekannt, zum Beispiel Systeme, in denen
Genexpression durch Schwermetallionen (Mayo et al. (1982) Cell 29,
99–108; Brinster
et al. (1982) Nature 296, 39–42;
Searle et al. (1985) Mol. Cell. Biol. 5, 1480–1489), Hitzeschock (Nouer et
al. (1991) in Heat Shock Response, Hrsg. Nouer, L., CRC, Boca Raton,
FL, S. 167–220),
Hormone (Lee et al. (1981) Nature 294, 228-232; Hynes et al. (1981) Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 78, 2038–2042;
Klock et al. (1987) Nature 329, 734–736; Israel & Kaufman (1989)
Nucl. Acids Res. 17, 2589–2604)
oder Tetracyclin (Gossen, M. und Bujard, H. (1992) Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 89, 5547–5551)
reguliert wird. Weitere Systeme, die induzierbare Genexpression
ermöglichen,
die durch Zusammenbringen der T-Zellen mit spezifischen induzierenden
Agenzien steuerbar sind, werden in der veröffentlichten PCT-Patentanmeldung
Nr. WO 94/18317 und der veröffentlichten
PCT-Patentanmeldung Nr. WO 93/23431 beschrieben.
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Induzierbare Kontrollelemente können in
allen T-Zellen funktionieren oder alternativ nur in einer spezifischen
Unterart von T-Zellen wie etwa in CD4+-T-Zellen, CD8+-T-Zellen,
T-Helfer-1- (Th1),
T-Helfer-2- (Th2) Zellen. Induzierbare Kontrollelemente können auch
so ausgewählt
werden, dass sie durch ein Agens in einem Typ von T-Zellen (wie
etwa CD4+-T- Zellen),
aber durch ein anderes Agens in einem anderen Typ von T-Zellen (wie
etwa CD8+-T-Zellen)
reguliert werden.
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In einer anderen Ausführungsform
der Erfindung ist das Nucleinsäuremolekül, das das
bcl-XL-Protein codiert,
unter der Kontrolle von regulatorischen Sequenzen, die die Expression
des Nucleinsäuremoleküls konstitutiv
steuern. In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung werden
T-Zellen eines Individuums, die mit HIV infiziert sind, in der Weise
modifiziert, dass sie ein bcl-XL-Protein
konstitutiv exprimieren, so dass die T-Zellen des Individuums konstitutiv
vor Zelltod geschützt
sind. Regulationselemente, die die konstitutive Expression von Nukleinsäuremolekülen steuern,
an die sie funktionell gebunden sind, sind bevorzugt virale Promotoren.
Beispiele von gewöhnlich
verwendeten vitalen Promotoren umschließen jene, die von Polyoma,
Adenovirus 2, Cytomegalievierus und Affenvirus 40 und retroviralen
LTRs abstammen. Alternativ können T-Zell-spezifische
Enhancer verwendet werden, z. B. T-Zell-Rezeptor-Enhancer (vgl.
z. B. Winoto und Baltimore (1989) EMBOJ. 8, 729–733).
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Das funktionell mit Regulationselementen
verbundene, bcl-XL-Protein codierende Nucleinsäuremolekül wird typischerweise
in einem Vektor transportiert. Beispiele von Vektoren umschließen Plasmide,
Viren oder andere Nucleinsäuremoleküle, die
zum Beispiel Sequenzen umfassen, die für Selektion und Amplifizierung
des Nucleinsäuremoleküls in Bakterien
notwendig sind. Daher wird ein Nucleinsäuremolekül, das eine ein bcl-XL-Protein codierende Nucleotidsequenz umfasst,
die funktionell mit regulatorischen Kontrollelementen verbunden
ist, hierin auch als " bcl-XL-Expressionsvektor" bezeichnet. Auf Vektoren, z. B. virale
Vektoren, wird nachstehend genauer eingegangen.
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1.2.3. Verfahren zum Einbringen
eines ein bcl-XL-Protein codierenden Nucleinsäuremoleküls in eine
T-Zelle
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Das Nucleinsäuremolekül, das ein bcl-XL-Protein
codiert, kann durch verschiedene Verfahren, die typischerweise als
Transfektion bezeichnet werden, in die T-Zelle eingebracht werden.
Die Ausdrücke "Transfektion" oder "transfiziert mit" beziehen sich auf
das Einbringen fremder Nucleinsäure
in eine Säugerzelle
und sollen eine Reihe von Techniken umfassen, die zum Einbringen
von Nucleinsäuren
in Säugerzellen
nützlich sind,
einschließlich
Elektroporation, Calcium-Phosphat-Fällung, DEAE-Dextran-Behandlung,
Lipofektion, Mikroinjektion und virale Infektion. Geeignete Verfahren
zur Transfektion von Säugerzellen
können
bei Sambrook et al. (Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2.
Auflage, Cold Spring Harbor Laboratory press (1989) und in anderen
Laborhandbüchern
eingesehen werden.
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Das Nukleinsäuremolekül, das ein bcl-XL-Protein
codiert, kann mit Hilfe eines viralen Vektors in die T-Zelle eingebracht
werden. Solche viralen Vektoren umschließen zum Beispiel rekombinantes
Retroviren, Adenovirus, Adeno-anoziiertes Virus und Herpes simplex
Virus-1. Retrovirus Vektoren und Adeno-anoziiertes Virus-Vektoren
werden allgemein als das rekombinante Genübertragungssystem der Wahl
für den
Transfer von fremden Genen in vivo, besonders in menschliche Zellen,
angesehen. Alternativ können
solche Vektoren auch zum Einbringen fremder Gene ex vivo in T-Zellen
verwendet werden. Diese Vektoren ermöglichen eine wirksame Übertragung
von Genen in T-Zellen, und die transfizierten Nucleinsäuren werden
stabil in die chromosomale DNA der Wirtszelle integriert. Es ist
eine wesentliche Vorbedingung bei der Verwendung von Retroviren,
die Sicherheit ihrer Verwendung zu überprüfen, besonders im Hinblick
auf die Möglichkeit
der Ausbreitung eines Wildtyp-Virus in der Zellpopulation. Die Entwicklung
von speziellen Zelllinien ("Verpackungszelles" genannt), die nur
Retroviren mit Replikationsdefekt erzeugen, hat die Nützlichkeit
von Retroviren in der Gentherapie erhöht, und defekte Retroviren
sind für
den Einsatz zum Gentransfer in der Gentherapie gut charakterisiert
(für einen Überblick
vgl. Miller, A. D. (1990) Blood 76, 271). Auf diese Weise kann ein
rekombinantes Retrovirus konstruiert werden, in dem ein Teil der
retroviralen Codierungssequenz (gag, pol, env) durch Nucleinsäure ersetzt
worden ist, die ein bcl-XL-Protein der Erfindung
codiert, wobei die Replikation des Rettrovirus fehlerhaft wird.
Das Retrovirus mit Replikationsdefekt wird darauf in Virionen verpackt,
die verwendet werden können,
die Zielzelle durch die Verwendung eines Helfervirus mit Standardtechniken
zu infizieren. Protokolle zur Herstellung rekombinanter Retroviren
und zur Infektion von Zellen in vitro oder in vivo mit solchen Viren können in
Current Protocols in Molecular Biology, Ausubel, F. M. et al. (Hrsg.)
Greene Publishing Associates (1989), Abschnitte 9.10–9.14 und
in anderen Standard-Laborhandbüchern nachgeschlagen
werden. Beispiele geeigneter Retroviren umschließen pLJ, pZIP, pWE und pEM,
die Fachleuten auf dem Gebiet gut bekannt sind. Beispiele geeigneter
Viruslinien für
die Verpackung zur Herstellung von sowohl ökotropen als auch amphotropen
retroviralen Systemen umschließen ΨCrip, ΨCre, Ψ2 und ΨAm.
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Darüber hinaus ist gezeigt worden,
dass es möglich
ist, das Infektionsspektrum der Retroviren und damit der auf Retroviren
basierenden Vektoren zu begrenzen, indem die viralen Verpackungsproteine
an der Oberfläche
der viralen Partikel modifiziert werden (vgl. zum Beispiel die PCT-Veröffentlichungen
WO 93/25234 und WO 94/06920). Strategien zur Modifizierung des Infektionsspektrums
von retroviralen Vektoren umschließen zum Beispiel: Kopplung
von Antikörpern,
die spezifisch für
Antigene der Zelloberfläche
sind, an das virale env-Protein (Roux et al. (1989) PNAS 86, 9079–9083; Julan
et al. (1992) J. Gen. Virol. 73, 3251–3255; und Goud et al. (1983)
Virology 163, 251–254);
oder Kopplung von Liganden der Zelloberflächenrezeptoren an die viralen
env-Proteine (Neda et al. (1991) J. Biol. Chem. 266, 14143–14146).
Die Kopplung kann entweder in der Form einer chemischen Querverknüpfung mit
einem Protein oder anderen Einheiten (z. B. Lactose, um das env-Protein
in ein Asialoglycoprotein zu verwandeln) oder durch die Erzeugung
eines Fusionsproteins (z. B. Einzelketten-Antikörper/env-Fusionsproteine) erfolgen.
Wie beschrieben, können
auf diese Weise virale Partikel, die ein eine Form von bcl-XL codierendes Nucleinsäuremolekül beinhalten, zum Beispiel
nach den vorstehend beschriebenen Verfahren in der Weise modifiziert
werden, dass sie spezifisch auf Unterarten von T-Zellen abziehen.
Zum Beispiel können
die viralen Partikel mit Antikörpern
gegen Oberflächenmoleküle überzogen werden,
die spezifisch für
bestimmte Arten von T-Zellen sind. Insbesondere ist es möglich, selektiv
auf CD4+-T-Zellen zu zielen, indem die viralen Partikel mit Antikörpern verbunden
werden, die das CD4-Molekül auf
der T-Zelle erkennen. Auf diese Weise wird die Infektion von CD4+-T-Zellen
bevorzugt gegenüber
der Infektion von CD8+-T-Zellen eintreten. Dieses Verfahren ist
besonders nützlich,
wenn es erwünscht
ist, nur spezifische Unterarten von T-Zellen gegen Zelltod zu schützen. Darüber hinaus
kann es in speziellen Ausführungsformen,
in denen das Verfahren der Erfindung in vivo eingesetzt wird, wünschenswert
sein, das Einbringen des Nucleinsäuremoleküls, das ein bcl-XL-Protein
codiert, in T-Zellen oder spezifische Unterarten zu begrenzen.
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Zusätzliche retrovirale Systeme
zum Einbringen und Exprimieren eines Nukleinsäuremoleküls, das ein bcl-XL-Protein
codiert, in T-Zellen, einschließlich
primärer
T-Zellen, werden
von Kasid, A. et al. (1990) Proc. Natl. Acad. Sci. USA 87, 473;
Morecki, S. et al. (1991) Cancer Immunol. Immunother. 32, 342; Culver,
K. et al. (1991) Proc. Natl. Acad. Sci. USA 88, 3155; und Finer,
M. H. et al. (1994) Blood 83, 43 beschrieben.
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Ein anderes virales Genübertragungssystem,
das für
die vorliegende Erfindung nützlich
ist, benutzt Vektoren, die von Adenoviren stammen. Das Genom eines
Adenovirus kann in der Weise manipuliert werden, dass es ein Genprodukt
von Interesse codiert und exprimiert, im Bezug auf seine Fähigkeit
aber, sich im Rahmen eines normalen, lytischen viralen Kreislaufs
zu replizieren, inaktiviert ist. Vgl. zum Beispiel Berkner et al. (1988)
BioTechniques 6, 616; Rosenfeld et al. (1991) Science 252, 431–434; und
Rosenfeld et al. (1992) Cell 68, 143–155. Geeignete Adenovirus-Vektoren,
die von dem Adenovirusstamm Ad Typ 5 dl324 oder anderen Stämmen von
Adenoviren (z. B. Ad2, Ad3, Ad7 etc.) abstammen, sind Fachleuten
auf dem Gebiet gut bekannt. Rekombinante Adenoviren können unter
bestimmten Umständen
vorteilhaft sein, weil sie nicht in der Lage sind, sich nicht teilende
Zellen zu infizieren. Darüber
hinaus ist der Viruspartikel relativ stabil und lässt sich
reinigen und konzentrieren und kann, wie vorstehend, modifiziert
werden, um das Spektrum der Infektiösität zu beeinflussen. Zusätzlich wird
die übertragene
adenovirale DNA (und darin enthaltene fremde DNA) nicht in das Genom
einer Wirtszelle integriert, sondern bleibt episomal, womit mögliche Probleme
vermieden werden, die als Folge Insertions-Mutagenese in Situationen
auftreten können,
in denen übertragene
DNA in das Genom der Wirtszelle aufgenommen wird (z. B. retrovirale
DNA). Darüber
hinaus ist die Aufnahmekapazität
des adenoviralen Genoms für
fremde DNA verglichen mit anderen Genübertragungsvektoren groß (bis zu
8 Kilobasen) (Berkner et al. vorstehend; Haj-Ahmand und Graham (1986)
J. Virol. 57, 267). Den meisten adenoviralen Vektoren mit Replikationsdefekten,
die zur Zeit in Benutzung sind und daher von der vorliegenden Erfindung
bevorzugt werden, fehlen alle oder Teile der viralen E1- und E3-Gene,
haben aber bis zu 80% des adenoviralen genetischen Materials behalten
(vgl. z. B. Jones et al. (1979) Cell 16, 683; Berkner et al., vorstehend;
und Graham et al. in Methods in Molecular Biolology, E. J. Murray,
Hrsg. (Humana, Clifton, NJ, 1991) Bd. 7. S. 109–127). Die Expression des inserierten
Nucleinsäuremoleküls, das
ein bcl-XL-Protein codiert, kann unter der Kontrolle
von zum Beispiel dem E1A-Promotor, dem späten Hauptpromotor (MLP) und anoziierten
Leadersequenzen, dem E3-Promotor oder exogen zugegebenen Promotorsequenzen
stehen.
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Noch ein anderes virales Vektorsystem,
das für
die in vivo-Übertragung
eines Nukleinsäuremoleküls, das
ein bcl-XL-Protein codiert, nützlich ist,
ist das adeno-assoziierte Virus (AAV). Das adeno-assoziierte Virus ist
ein natürlich
vorkommendes defektes Virus, das ein anderes Virus wie etwa ein
Adenovirus oder ein Herpesvirus als Helfervirus zur wirksamen Replikation
und für
einen produktiven Lebenszyklus benötigt (Für einen Überblick vgl. Muzyczka et al.
Curr. Topics in Micro. and Immunol. (1992) 158, 97–129). Dies
ist auch eines der wenigen Viren, das seine DNA in sich nicht teilende
Zellen integrieren kann und eine hohe Frequenz stabiler Integration
aufweist (vgl. zum Beispiel Flotte et al. (1992) Am. J. Respir.
Cell. Mol. Biol. 7, 349–356;
Samulski et al. (1989) J. Virol. 63, 3822-3828; und McLaughlin et al. (1989) J.
Virol. 62, 1963–1973).
Vektoren, die nur 300 Basenpaare von AAV enthalten, können verpackt
werden und können
sich integrieren. Der Raum für
fremde DNA ist auf etwa 4,5 Kb begrenzt. Ein AAV-Vektor wie jener,
der von Tratschin et al. (1985) Mol. Cell. Biol. 5, 3251–3260 beschrieben
wird, kann verwendet werden, DNA in Zellen einzuführen. Eine
Reihe verschiedener Nukleinsäuren
konnten unter Verwendung von AAV-Vektoren in unterschiedliche Zelltypen übertragen
werden (vgl. zum Beispiel Hermonat et al. (1984) Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 81, 6466–6470;
Tratschin et al. (1985) Mol. Cell. Biol. 4, 2072–2081; Wondisford et al. (1988)
Mol. Endocrinol. 2, 32–39;
Tratschin et al. (1984) J. Virol. 51, 611–619; und Flotte et al. (1993)
J. Biol. Chem. 268, 3781–3790).
Andere virale Vektorsysteme, die Anwendung in der Gentherapie finden
können,
stammen vom Herpesvirus, Vaccinia-Virus und verschiedenen RNA-Viren.
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Zusätzlich zu der ein bcl-XL-Protein codierenden Sequenz kann ein Expressionsvektor
ein Gen enthalten, das einen selektierbaren Marker codiert. Bevorzugte
selektierbare Marker umschließen
jene, die Resistenz gegen Wirkstoffe wie G418, Hygromycin und Methotrexat übertragen.
Selektierbare Marker können
in den selben Vektor (z. B. Plasmid) eingebracht werden wie das
Nukleinsäuremolekül, das ein
bcl-XL-Protein codiert, oder sie können in
einen seperaten Vektor (z. B. Plasmid) eingebracht werden.
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Alternativ kann das Nukleinsäuremolekül, das ein
bcl-XL-Protein codiert, durch ein Zellübertragungsvehikel
in eine Zelle transportiert und übertragen
werden. Solche Vehikel umschließen
zum Beispiel kationische Liposomen (Lipofectin) oder derivatisierte
(z. B. Antikörper-konjugierte)
Polylysin-Konjugate, Gramicidin S, künstliche virale Hüllen. Diese
Vehikel können
eine ein bcl-XL-Protein codierende Nukleinsäure, die
von einem Vektor, z. B. einem Plasmid oder viraler DNA, getragen
wird, übertragen.
In einer besonderen Ausführungsform wird
ein wirkungsvolle Genexpression in primären T-Lymphocyten, besonders
in CD3+-, CD4+- und CD8+-T-Zellen erreicht, indem eine adeno-assoziierte
virale Plasmid-DNA, mit kationischen Liposomen komplexiert verwendet
wird, wie von Philip, R et al. (1994) Mol. Cell. Biol. 14, 2411
beschrieben wird.
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Das Nukleinsäuremolekül, das ein bcl-XL-Protein
codiert, kann in der Form eines löslichen molekularen Komplexes
in eine bestimmte Zelle übertragen
werden. Der Komplex beinhaltet die Nukleinsäure reversibel an einen Carrier
gebunden, der aus einem Agens zur Bindung an Nukleinsäure und
einem zellspezifischen Bindungsagens besteht, das an ein Oberflächenmolekül der spezifischen
Zelle bindet, und ist von einer solchen Größe ist, dass er im weiteren
Verlauf von der Zelle aufgenommen werden kann. Solche Komplexe werden
im US-Patent Nr. 5.166.320 beschrieben.
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Die Nukleinsäure, die ein bcl-XL-Protein
codiert, kann auch durch Partikel-Bombardement in T-Zellen eingebracht
werden, wie von Yang, N.-S. and Sun, W. H. (1995) Nature Medicine
1, 481 beschrieben wird.
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1.1. Verfahren mit Agenzien,
die den bcl-XL-Proteinspiegel erhöhen
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Das beschriebene Verfahren betrifft
die Verbesserung des Überlebens
einer T-Zelle, indem die T-Zelle mit mindestens einem Agens in Kontakt
gebracht wird, das den bcl-XL-Proteinspiegel in
der T-Zelle erhöht.
Das mindestens eine Agens, das mit der T-Zelle in Wechselwirkung
tritt, um den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen, kann
ein oder mehrere Agenzien einschließen, die mit Molekülen an der
Oberfläche
der T-Zelle in Wechselwirkung treten, wie etwa den T-Zell-Rezeptor
und CD28. Das mindestens eine Agens, das den bcl-XL- Proteinspiegel in
der T-Zelle erhöht,
kann ein Agens sein, das intrazellulär wirkt, zum Beispiel durch
Erhöhung
der Expression des bcl-X-Gens. Der Ausdruck "ein Agens, das intrazellulär wirkt,
um den bcl-XL-Proteinspiegel in der T-Zelle
zu erhöhen" soll Agenzien einschließen, die
nicht an einen Oberflächenrezeptor
der T-Zelle binden, sondern statt dessen ein intrazelluläres Signal
(z. B. einen zweiten Boten) nachahmen oder auslösen, das durch die von der
Querverknüpfung
eines Rezeptors auf der T-Zelle umgeformt wird und eine Erhöhung des bcl-XL-Proteinspiegels in der T-Zelle bewirkt.
Das Agens kann die Produktion des bcl-XL-Proteins
in der T-Zelle durch verschiedene Mechanismen stimulieren, etwa
durch Erhöhen
der Transkriptionsrate des bcl-XL-Gens, Stabilisierung
der bcl-XL-mRNA oder durch Erhöhung der
Translation der bcl-XL-mRNA. Der bcl-XL-Proteinspiegel kann selektiv erhöht werden,
d. h. ohne gleichzeitige Erhöhung
des bcl-XS-Proteinspiegels.
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Der Ausdruck "stimulieren der Expression des endogenen
Gens" soll ein Bewirken
der Expression des bcl-X-Gens in einer Zelle, so dass der Spiegel
des bcl-XL-Proteins, das von dem Gen codiert
wird, in der Zelle erhöht
wird, einschließen.
Der Ausdruck "stimulieren
der Transkription" soll
ein Bewirken der Transkription, so dass die Menge an transkribierter
mRNA erhöht
wird, einschließen.
Mit dem Ausdruck "endogenes
bcl-X-Gen" soll
das bcl-X-Gen, das
natürlicherweise
in der T-Zelle vorkommt, gemeint sein, im Gegensatz zu einem "exogenen bcl-X-Gen", das in die T-Zelle
eingebracht worden ist.
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Eine T-Zelle kann mit mindestens
einem Agens in Kontakt gebracht werden, das zu einer Erhöhung des
bcl-XL-Proteinspiegels in der T-Zelle und
zum Schutz der T-Zelle vor Zelltod führt. Überleben einer T-Zelle kann
dadurch verbessert werden, dass die T-Zelle mit einer Kombination
von Agenzien in Kontakt gebracht wird, die die T-Zelle stimulieren.
Eine bevorzugte Kombination von Agenzien ist eine Kombination von
Agenzien, die Agenzien enthalten, die die T-Zelle aktivieren und
der T-Zelle ein costimulierendes Molekül bieten. Zum Beispiel kann
das Überleben
von T-Zellen verbessert werden, wenn die T-Zelle mit einem ersten
Agens, das der T-Zelle ein primäres
aktivierendes Signal liefert und einem zweiten Agens, das der T-Zelle
ein costimulierendes Signal liefert in Kontakt gebracht wird. Eine
sehr bevorzugte Kombination umschließt ein Agens, das den T-Zell-Rezeptor
stimuliert, und ein Agens, das der T-Zelle ein costimulierendes
Signal liefert, so dass der bcl-XL-Proteinspiegel in
der T-Zelle erhöht
wird.
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Der Ausdruck "primäres
Aktivierungssignal" soll
Signale umschließen,
die typischerweise durch den T-Zell-Rezeptor (TCR)/CD3-Komplex ausgelöst werden
und die Aktivierung der T-Zellen auslösen. Aktivierung einer T-Zelle
soll Modifikationen einer T-Zelle einschließen, so dass die T-Zelle nach
dem Erhalt eines zweiten Signals wie etwa eines costimulierenden
Signals, veranlasst wird, zu proliferieren und sich zu differenzieren. Das
primäre
Aktivierungssignal kann von einem Agens geliefert werden, das mit
dem T-Zell-Rezeptor oder dem mit dem T-Zell-Rezeptor verbundenen
CD3-Komplex in Kontakt tritt. Das Agens kann ein gegen CD3 reaktiver
Antikörper
sein, wie etwa der monoclonale Antikörper OKT3 (erhältlich bei
der American Type Culture Collection, Rockville, MD; Nr. CRL 8001).
Das stimulierende Agens kann ein Agens sein, das den CD2-Komplex
auf T-Zellen stimuliert, wie etwa eine Kombination von Antikörpern, z.
B. T11.3 + T11.1 oder T11.3 + T11.2 (Vgl. z. B. Meuer, S. C. et
al. (1984) Cell 36, 897–906).
Das primäre
Aktivierungssignal kann durch ein Antigen auf einer Antigen präsentierenden
Zelle geliefert werden. Auf diese Weise ist es möglich, das Überleben von spezifischen T-Zell-Clonen
in einer T-Zell-Population selektiv zu stimulieren, indem die T-Zellen
mit einem oder mehreren Antigen auf einer oder mehreres Antigen
präsentierenden
Zellen und optional mit einem zweiten Agens, das ein costimulierendes
Signal liefert, in Kontakt gebracht werden.
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Die T-Zellen können mit einer Kombination
von Agenzien stimuliert werden, die sowohl ein primäres Aktivierungssignal
als auch ein costimulierendes Signal in der T-Zelle stimulieren.
Der Ausdruck "costimulierendes
Agens" soll Agenzien
einschließen,
die ein costimulierendes Signal für T-Zellen in der Weise liefern, dass
eine T-Zelle, die ein primäres
Aktivierungssignal erhalten hat (z. B. eine aktivierte T-Zelle),
stimuliert wird, zu proliferieren oder Zytokine zu sekretieren,
wie etwa IL-2, IL-4 oder Interferon-γ. Das costimulierende Agens kann
mit CD28- oder CTLA4-Molekülen
an der Oberfläche
der T-Zellen in Wechselwirkung treten. Das costimulierende Signal
kann ein Ligand von CD28 oder CTLA4 sein, wie etwa ein B-Lymphocyten-Antigen
B7-1 oder B7-2. Der Ausdruck "stimulierende
Form eines natürlichen
Liganden von CD28" soll
die Moleküle
B7-1 und B7-2, Fragmente hiervon oder Modifikationen hiervon einschließen, die
in der Lage sind, costimulierende Signale an die T-Zelle zu liefern.
Stimulierende Formen von natürlichen
Liganden von CD28 können
identifiziert werden, indem sie zum Beispiel mit aktivierten T-Zellen
mit einer Form eines natürlichen
Liganden von CD28 in Kontakt gebracht werden und ein standardisierter
T-Zell-Proliferationstest
durchgeführt
wird. Somit ist eine stimulierende Form eines natürlichen
Liganden von CD28 in der Lage, die Proliferation von T-Zellen zu
stimulieren. Stimulierende Formen von natürlichen Liganden von CD28/CTLA4
werden zum Beispiel in der PCT-Veröffentlichung
Nr. WO 95/03408 beschrieben.
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Andere Agenzien, die verwendet werden
können,
um T-Zellen vor Zelltod zu schützen,
umschließen Agenzien,
die einen oder mehrere intrazelluläre Signal-Transduktionspfade,
die an der T-Zell-Aktivierung und/oder-Costimulation beteiligt sind,
in der Weise stimulieren, dass der bcl-XL-Proteinspiegel
in der T-Zelle erhöht
wird. Das stimulierende Agens kann ein Calciumionophor sein, wie
etwa Ionomycin oder A23187. Alternativ kann das stimulierende Agens
ein Agens sein, das Protein-Kinase C stimuliert, wie etwa ein Phorbolester. Ein
bevorzugter Phorbolester ist Phorbol-12,13-dibutyrat. T-Zellen können mit
einer Kombination aus einem Calcium-Ionophor und einem Phorbolester
in Kontakt gebracht werden. Das stimulierende Agens kann auch ein
Agens sein, das Protein-Tyrosinkinasen aktiviert. Ein bevorzugtes
Agens, das Protein-Tyrosinkinasen stimuliert, ist Pervanadat (O'Shea, J. J. et al.
(1992) Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89, 10306).
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Andere Agenzien, die zur Stimulierung
des Überlebens
von T-Zellen eingesetzt werden können,
umschließen
Agenzien wie etwa polyclonale Aktivatoren, die in der Lage sind,
den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen. Polyclonale
Aktivatoren umschließen
Agenzien, die an Glycoproteine binden, die auf der Plasmamembran
von T-Zellen exprimiert werden, und umschließen Lectine wie etwa Phytohämaglutinin
(PHA), Concanavalin (Con A) und Kermesbeeren-Mitogen (PWM).
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Super-Antigene, die in der Lage sind,
den bcl-XL-Proteinspiegel in T-Zellen zu
erhöhen,
liegen ebenso innerhalb des Rahmens der Erfindung. Der hierin verwendete
Ausdruck "Super-Antigen" soll bakterielle
Enterotoxine oder andere bakterielle Proteine einschließen, die
in der Lage sind, Proliferation von T-Zellen zu stimulieren. Super-Antigene
umschließen
staphylococcale Enterotoxine (SE) wie etwa SEA, SEB, SEC, SED und SEE.
Super-Antigene können
auch viralen Ursprungs sein, wie etwa die retroviralen Super-Antigene.
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Noch andere Agenzien, die eingesetzt
werden können,
die T-Zell-Überlebensrate
zu stimulieren, umschließen
Lymphokine, die allein oder in Kombination mit einem anderen Agens
den bcl-XL-Proteinspiegel in der T-Zelle
erhöhen.
Auf diese Weise können
T-Zellen mit einer Kombination aus einem Agens, das den T-Zellen
ein primäres
Aktivierungssignal liefert (z. B. ein anti-CD3-Antikörper), und
einer wirksamen Menge IL-2 in Kontakt gebracht werden, so dass der
bcl-XL-Proteinspiegel in der T-Zelle erhöht wird.
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Zusätzliche Agenzien, die entweder
allein oder in Kombination mit anderen Agenzien in der Lage sind, T-Zelltod
durch Erhöhung
des bcl-XL-Proteinspiegels in der T-Zelle
zu verhindern, können
identifiziert werden, indem die T-Zellen mit dem Agens allein oder
zusammen mit einem anderen Agens in Kontakt gebracht werden und
der bcl-XL-Proteinspiegel zum Beispiel mit
der Western-Blot Analyse beobachtet wird, wie hierin beschrieben.
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Die Agenzien innerhalb des Rahmens
der Erfindung können
in Lösung
oder an eine feste Oberfläche gebunden
verwendet werden. Die feste Oberfläche kann zum Beispiel die Oberfläche einer
Gewebekulturschale oder ein Kügelchen
sein. Abhängig
von der Natur des stimulierenden Agens kann die Bindung an die feste
Oberfläche
mit Verfahren durchgeführt
werden, die auf dem Fachgebiet gut bekannt sind. Zum Beispiel können Proteine
chemisch mit Hilfe von käuflich
zu erwerbenden Querverknüpfungsreagenzien
(Pierce, Rockford IL) mit der Zelloberfläche querverknüpft werden
oder auf Plastikmaterial durch Inkubation über Nacht bei 4°C immobilisiert
werden. Wenn mehrere Agenzien zur Erhöhung des bcl-XL-Proteinspiegels in
T-Zellen verwendet werden, können
einige Agenzien in Lösung
vorliegen und einige Agenzien können
an eine feste Unterlage gebunden sein. Die T-Zellen werden mit einer
Kombination aus Festphasen-gebundenem anti-CD3-Antikörper und
löslichem
anti-CD28-Antikörper in
Kontakt gebracht.
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Agenzien, die intrazellulär wirken,
um den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen, können mit
Hilfe von Standardtests zum Nachweis des bcl-XL-Proteinspiegels
in der T-Zelle identifiziert werden. Zum Beispiel können T-Zellen
in Anwesenheit oder in Abwesenheit eines zu testenden Agens inkubiert
werden, und die Menge des bcl-XL-Proteins,
das zu verschiedenen Zeiten von der Zelle produziert wird, kann
mit der Western-Blot Analyse bestimmt werden, wie hierin und in
dem Abschnitt der Beispiele in der veröffentlichten PCT-Patentanmeldung Nr.
WO 95/00642 beschrieben, die hierin durch Bezugnahme eingeschlossen
ist. Auf diese Weise umschließen
bevorzugte Agenzien zur Durchführung
des Verfahrens der Endung jene, die einen signifikanten Anstieg
des bcl-XL-Proteinspiegels auslösen, was
durch Western-Blot-Analyse nachgewiesen wird.
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Zusätzlich können Agenzien, die verwendet
werden können,
den bcl-XL-Proteinspiegel in T-Zellen zu erhöhen, durch
Analyse der regulatorischen Region des bcl-XL-Gens
identifiziert werden, um DNA-Sequenzen zu finden, die die Transkription
des Gens durch spezifische Agenzien regulieren. Zum Beispiel können transkriptionale
Aktivatoren verwendet werden, die spezifisch an diese Sequenzen
binden, um die bd-X-Gen-Expression zu stimulieren. Es kann dann
durch Western-Blot-Analyse bestätigt
werden, dass diese Agenzien den bcl-XL-Proteinspiegel in
der Zelle erhöhen.
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Das Agens kann selektiv oder wenigstens
bevorzugt auf T-Zellen wirken, um den bcl-XL-Proteinspiegel zu
erhöhen.
Auf diese Weise führt
die Verabreichung des Agens an ein Individuum nur in T-Zellen oder
wenigstens bevorzugt in T-Zellen zur Erhöhung des bcl-XL-Proteinspiegels.
T-Zell-spezifische Agenzien können identifiziert
werden, indem verschiedene Zelltypen in vitro mit dem Agens in Kontakt
gebracht werden und der bcl-XL-Proteinspiegel in
den Zellen durch Western-Blot-Analyse gemessen wird. Bevorzugte
Agenzien sind daher jene, die nur in T-Zellen oder wenigstens bevorzugt
in T-Zellen zur Erhöhung
des bcl-XL-Proteinspiegels führen.
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Das Agens, das intrazellulär wirkt,
um den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen, kann
ein Agens sein, das eine relativ kurze Halbwertszeit hat. Ein solches
Agens erlaubt eine bessere Kontrolle der Wirkung dieses Agens. Besonders
kann ein solches Agens ein kurze, mittlere oder lange Stimulation
des Zell-Überlebens
der T-Zelle erlauben. Es ist vorzuziehen, das Überleben von T-Zellen nur vorübergehend
zu erhöhen,
zum Beispiel unter Bedingungen, in denen das Agens eingesetzt wird,
um eine Immunreaktion am Ort einer Infektion zu verstärken. Eine
Immunreaktion wird zumindest teilweise durch die Steuerung der Halbwertszeit
der T-Zelle gesteuert. Fehlen des T-Zelltodes kann unter bestimmten
Bedingungen schließlich
zu zerstörerischen
Wirkungen führen.
Das Agens, das intrazellulär
wirkt, um den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen, kann
jedoch auch eine lange Halbwertszeit haben, so dass weniger Verabreichungen
des Agens an das Individuum notwendig sind, um eine längere schützende Wirkung
gegen T-Zelltod zu erzielen.
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1.3. Verfahren zum Schutz
einer T-Zelle vor Zelltod durch Einbringen eines Proteins in die
T-Zelle
-
T-Zellen können durch ein Verfahren vor
Zelltod geschützt
werden, in dem die T-Zelle mit einem bcl-XL-Protein
in einer Form in Kontakt gebracht wird, die für die Aufnahme durch die T-Zelle
geeignet ist. So kann ein bcl-XL-Protein
mit herkömmlichen
Techniken wie etwa in einem bakteriellen Expressionssystem in vitro
synthetisiert werden und der T-Zelle in einem geeigneten Vehikel übertragen
werden. Geeignete Vehikel umschließen Liposomen, die für modifiziert
werden können,
um auf spezifische Zellen abzuzielen, besonders T-Zellen oder eine
selektive Unterart von T-Zellen.
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Bcl-XL-Protein
kann in vitro hergestellt werden, indem ein Nukleinsäuremolekül, das bcl-XL oder eine biologisch aktive Form von bcl-XL codiert, in verschiedenen Expressionsvektoren
inseriert wird, die wiederum die Synthese des zugehörigen Proteins
in einer Reihe von Wirten steuern, besonders in eukaryotischen Zellen wie
etwa Säuger-
oder Insektenzellkulturen, aber auch in prokaryotischen Zellen wie
E.coli. Expressionsvektoren im Rahmen der Erfindung umfassen eine
Nucleinsäure,
wie hierin beschrieben, und einen funktionell mit der Nucleinsäure verbundenen
Promotor. Solche Expressionsvektoren können verwendet werden, um Wirtszellen
zu transfizieren, um auf diese Weise das von der Nucleinsäure codierte
Protein, wie hierin beschrieben, zu produzieren. Ein Expressionsvektor
der Erfindung, wie hierin beschrieben, umschließt typischerweise Nucleotidsequenzen,
die ein bcl-XL-Protein codieren, funktionell
verbunden mit mindestens einer regulatorischen Sequenz. Regulatorische
Sequenzen sind vorstehend beschrieben worden. Es sollte deutlich
sein, dass die Zusammenstellung des Expressionsvektors von solchen
Faktoren wie der Wahl der zu transfizierenden Wirtszelle und/oder
dem Typ und/oder der Menge des Proteins, das exprimiert werden soll,
abhängt.
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Ein Expressionsvektor der Erfindung
kann verwendet werden, um entweder prokaryotische oder eukaryotische
Zellen zu transfizieren (z. B. Säuger-,
Insekten- oder Hefezellen), um auf diese Weise Proteine, die von
Nucleotidsequenzen des Vektors codiert werden, herzustellen. Expression
in Prokaryoten wird in den meisten Fällen in E.coli mit Vektoren,
die konstitutive oder induzierbare Promotoren haben, durchgeführt. Bestimmte
Expressionsvektoren von E. coli (so genannte Fusionsvektoren) wurden
entwickelt, um eine Anzahl von Aminosäureresten an das exprimierte,
rekombinante Protein anzufügen,
gewöhnlich
an das Amino-Ende des exprimierten Proteins. Solche Fusionsvektoren
dienen typischerweise drei Zwecken: 1) die Expression rekombinanter
Proteine zu erhöhen;
2) die Löslichkeit
des rekombinanten Zielproteins zu erhöhen; und 3) durch Fungieren
als ein Ligand bei Affinitäts-Reinigungsverfahren
bei der Reinigung des rekombinanten Zielproteins zu helfen. Beispiele
von Fusions-Expressionsvektoren umschließen pGEX (Amrad Corp., Melbourne,
Australien) und pMAL (New England Biolabs, Beverly, MA), die die
Fusion von Glutathion-S-Transferase
beziehungsweise Maltose-E-Bindungsprotein an das rekombinante Zielprotein
bewirken. Dem zu Folge kann ein Nucleinsäuremolekül, das ein bcl-XL-Protein
codiert, in einem prokaryotischen Fusionsvektor mit zusätzlichen
Codierungssequenzen verbunden werden, um die Expression, Löslichkeit
oder Reinigung des Fusionsproteins zu unterstützen. Oft wird in Fusions-Expressionsvektoren
eine proteolytische Spaltstelle an der Verbindungsstelle zwischen
der Fusionseinheit und dem rekombinanten Zielprotein eingefügt, um die
Trennung des rekombinanten Zielproteins von der Fusionseinheit nach
der Reinigung des Fusionsproteins zu ermöglichen. Solche Enzyme und
ihre verwandten Erkennungssequenzen umschließen Faktor Xa, Thrombin und
Enterokinase.
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Induzierbare nicht-Fusions-Expressionsvektoren
umschließen
pTrc (Amann et al. (1988) Gene 69, 301–315) und pET 11d (Studier
et al., Gene Expression Technology: Methods in Enzymology 185, Academic Press,
San Diego, Califomia (1990) 60–89).
Ziel-Genexpression vom pTrc-Vektor4 beruht auf der Transkription der
RNA-Polymerase des Wirtes vom Hybrid-trp-lac-Fusionspromotor. Ziel-Genexpression
vom pET 11d-Vektor beruht auf der Transkription vom T7 gn10-lac
0-Fusionspromotor, vermittelt durch eine coexprimierte virale-RNA-Polymerase (T7
gn1). Diese virale Polymerase wird von den Wirtszellstämmen BL21(DE3)
oder HMS174(DE3) von einem verweilenden λ-Prophagen gebildet, der T7-gn1
unter der transkriptionalen Kontrolle des lacUV 5-Promotors beherbergt.
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Eine Strategie zur Maximierung der
Expression eines bcl-XL-Proteins in E.coli
ist, das Protein in einem Wirtsbakterium mit einer verminderten
Kapazität
zur proteolytischen Spaltung des rekombinanten Proteins zu exprimieren
(Gottesman, S., Gene Expression Technology: Methods in Enzymology
185, Academic Press, San Diego, California (1990) 119–128). Eine
andere Strategie würde
sein, die Nucleotidsequenz des Nucleinsäuremoleküls, das das in einen Expressionsvektor
zu inserierende bcl-XL-Protein codiert,
zu ändern,
so dass die individuellen Codons für jede Aminosäure jene
wären,
die bevorzugt in stark exprimierten E. coli-Proteinen gebraucht
werden (Wada et al. (1992) Nuc. Acids Res. 20, 2111–2118).
Solche Änderungen
der Nucleinsäuresequenzen
sind in der Erfindung eingeschlossen und können mit Standard-DNA-Synthesetechniken
durchgeführt
werden.
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Alternativ kann ein bcl-XL-Protein in einer eukaryotischen Wirtszelle
exprimiert werden, etwa einer Säugerzelle
(z. B. Ovarzellen des chinesischen Hamsters (CHO) oder NSO-Zellen),
Insektenzellen (z. B. mit Hilfe eines Baculovirus-Vektors) oder
Hefezellen. Andere geeignete Wirtszellen können bei Goeddel, (1990), vorstehend,
gefunden werden oder sind Fachleuten auf dem Gebiet bekannt. Eukaryotische
Expression eines bcl-XL-Proteins kann vor
prokaryotischer bevorzugt sein, weil die Expression eukaryotischer
Proteine in eukaryotischen Zellen zu teilweiser oder vollständiger Glycolysierung
und/oder Ausbildung von wichtigen Disulfidbrücken innerhalb von oder zwischen
den Ketten eines rekombinanten Proteins führen kann. Bei Expression in
Säugerzellen
werden die Kontrollfunktionen für
die Expressionsvektoren oft von viralem Material geliefert. Zum
Beispiel stammen gewöhnlich
verwendete Promotoren von Polyoma, Adenovirus 2, Cytomegalievirus und
Affenvirus 40. Um ein bcl-XL-Protein in
Säugerzellen
zu exprimieren, werden im Allgemeinen COS-Zellen (Gluzman, Y., (1981)
Cell 23, 175–182)
in Verbindung mit solchen Promotoren wie pCDM8 (Seed, B., (1987) Nature
329, 840) zur vorübergehenden
Amplifikation/Expression verwendet, während CHO-Zellen (dh fr– Chinese
Hamster Ovary, dh fr–-Ovarzellen des chinesischen
Hamsters) mit Vektoren wie etwa pMT2PC (Kaufman et al. (1987), EMBO
J. 6, 187–195)
zur stabilen Amplifizierung/Expression in Säugerzellen verwendet werden. Eine
bevorzugte Zelllinie zur Produktion von rekombinantem Protein ist
die NSO-Myelom-Zelllinie,
zu erwerben von ECACC (Katalog #85110503) und beschrieben von Galfre,
G. und Milstein, C. (1981) Methods in Enzymology 73(13), 3–46; und
Preparation of Monoclonal Antibodies: Strategies and Procedures,
Academic Press, N.Y., N.Y). Beispiele von Vektoren für die Expression
von rekombinanten Proteinen in Hefe (z. B S. cerivisae) umschließen pYepSecl
(Baldari et al. (1987) Embo J. 6, 229–234), pMFa (Kurjan und Herskowitz, (1982)
Cell 30, 933–943),
pJRY88 (Schultz et al. (1987) Gene 54, 113–123), und pYES2 (Invitrogen
Corporation, San Diego, CA). Baculovirus-Vektoren für die Expression
von Proteinen in kultivierten Insektenzellen (SF 9-Zellen) umschließen die
pAc-Serien (Smith et al. (1983) Mol. Cell Biol. 3, 2156–2165) und
die pVL-Serien (Lucklow, V. A. und Summers, M. D., (1989) Virology
170, 31–39).
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Vektor-DNA kann in prokaryotische
Zellen oder eukaryotische Zellen mit Hilfe von gebräuchlichen Transformations-
und Transfektionstechniken wie etwa dem Calciumphosphat- oder Calciumchlorid-Copräzipitationsverfahren,
der DEAE-Dextran-vermittelten
Transfektion, Lipofektion oder Elektroporation eingebracht werden.
Geeignete Verfahren zur Transformation von Wirtszellen können bei
Sambrook et al., (Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage,
Cold Spring Harbor Laboratory press (1989)) und in anderen Laborhandbüchern nachgeschlagen
werden.
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Es ist bekannt, dass bei der stabilen
Transfektion von Säugerzellen,
abhängig
vom Expressionsvektor und der verwendeten Transfektionstechnik,
nur ein kleiner Teil der Zellen DNA in ihr Genom integrieren kann. Um
diese Integranten erkennen und selektieren zu können, wird allgemein ein Gen,
das einen selektierbaren Marker (z. B. Resistenz gegen Antibiotika)
codiert, zusammen mit dem interessierenden Gen in die Wirtszelle übertragen.
Bevorzugte selektierbare Marker umschließen jene, die Resistenz gegen
Wirkstoffe wie etwa G418, Hygromycin und Methotrexat aufweisen.
Nucleinsäure,
die einen selektierbaren Marker codiert, kann auf dem gleichen Plasmid
wie das interessierende Gen in die Wirtszelle eingebracht werden,
oder sie kann auf einem separaten Plasmid eingebracht werden. Zellen,
die das interessierende Gen enthalten, können mit Hilfe von Wirkstoff-Selektion
erkannt werden (z. B. Zellen, die das Gen für den selektierbaren Marker
aufgenommen haben, können überleben,
während
die anderen Zellen absterben). Die überlebenden Zellen können dann
auf die Produktion von bcl-XL-Proteinen,
zum Beispiel durch Immunfällung
aus dem Zellüberstand
mit einem anti-bcl-XL-Antikörper untersucht
werden.
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Bcl-XL-Proteine,
die mit rekombinanter Technik hergestellt wurden, können aus
einem das Protein enthaltenden Gemisch aus Zellen und Medium sekretiert
und isoliert werden. Zur Sekretion von bcl-XL-Protein wird
eine DNA-Sequenz, die ein geeignetes Signalpeptid codiert, mit dem
5'-Ende der bcl-XL codierenden Nucleotidsequenz verbunden,
so dass bcl-XL-Protein an das Signalpeptid gebunden ist,
das die Zelle zur Sekretion des Proteins veranlasst. Alternativ
kann das Protein im Cytoplasma zurück gehalten werden, und die
Zellen können
geerntet, lysiert und das Protein isoliert werden. Eine Zellkultur
umschließt
typischerweise Wirtszellen, Medien und andere Nebenprodukte. Geeignete
Medien zur Zellkultur sind auf dem Fachgebiet gut bekannt. Protein
kann aus Zellkulturmedium, Wirtszellen oder beiden mit Hilfe von
Techniken isoliert werden, die auf dem Fachgebiet der Proteinreinigung
bekannt sind.
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Das mit rekombinanten Verfahren hergestellte
bcl-XL-Protein kann dann in einen geeigneten
pharmazeutischen Trägerstoff
auf solche Weise zur Verabreichung an ein Individuum verpackt werden,
dass bcl-XL-Protein in die T-Zellen des
Individuums eingebracht wird, was zum Schutz der T-Zellen gegen
Zelltod führt.
Geeignete Trägerstoffe
zur Verabreichung an ein Individuum werden hierin beschrieben. Zur Übertragung
des rekombinanten bcl-XL-Proteins in T-Zellen in vivo oder ex
vivo wird das rekombinante Protein bevorzugt in Liposomen verpackt.
Es können
jedoch auch andere Trägersysteme
verwendet werden.
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Das Überleben von T-Zellen wird
durch die Senkung der Proteinspiegel der Antagonisten von bcl-XL wie etwa der Proteine bcl-XS oder
Bad erhöht.
Senken der Proteinspiegel der bcl-XL-Antagonisten kann
erreicht werden, indem die T-Zellen mit mindestens einem Agens in
Kontakt gebracht werden, das die Expression der die Antagonisten
codierenden Gene senkt, oder indem eine Nucleinsäure oder andere Verbindung
in die T-Zelle eingebracht wird, die die Spiegel der biologisch
aktiven Antagonisten senkt. Verfahren zur Herabregulierung von bcl-XS- und Bad-Proteinspiegel können von
den hierin beschriebenen Verfahren zur Herabregulierung der bcl-XL-Proteinspiegel abgeleitet werden.
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Um T-Zelltod zu reduzieren, können alle
vorstehend beschriebenen Verfahren kombiniert werden.
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2. Pharmazeutische
Zusammenstellungen
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Die Erfindung betrifft in vitro Verfahren
und Anwendungen zum Schutz einer T-Zelle vor Zelltod durch Erhöhung der
bcl-XL-Proteinspiegel in der T-Zelle. Erhöhung des
bcl-XL-Spiegels
in einer T-Zelle kann durch Erhöhen
des endogenen bcl-XL-Proteinspiegels oder
durch Einbringen einer Nucleinsäure,
die ein bcl-XL-Protein codiert, oder durch
eine Kombination beider Verfahren erreicht werden. Der endogene
bcl-XL-Proteinspiegel kann erhöht werden,
indem man die T-Zelle mit einem Agens in Kontakt bringt, das intrazellulär wirkt.
Die Verfahren der Endung können
in vivo, ex vivo oder in einer Kombination von beiden durchgeführt werden.
Zur Durchführung
der Verfahren der Erfindung ex vivo wird dem Individuum eine Population
von T-Zellen entnommen, in vitro mit einem Agens in Kontakt gebracht,
das die bcl-XL-Proteinspiegel erhöht oder
senkt und, wenn erwünscht,
dem Individuum wieder verabreicht (diese Ausführungsform wird nachstehend
genauer beschrieben). Der bcl-XL-Proteinspiegel
kann mit Hilfe der Western-Blot-Analyse beobachtet werden, wie hierin
beschrieben.
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Zur Anwendung der Endung in vivo
werden die Agenzien den Individuen in einer biologisch verträglichen,
zur pharmazeutischen Verabreichung in vivo geeigneten Form verabreicht.
Mit "biologisch
verträglicher, zur
Verabreichung in vivo geeigneter Form" ist eine Form des zu verabreichenden
Agens gemeint, bei der alle toxischen Wirkungen durch die therapeutischen
Wirkungen des Agens aufgewogen werden. Zu verabreichende Agenzien
umschließen
Nucleinsäuremoleküle, die
bcl-XL-Proteine codieren, oder Agenzien,
die intrazellulär wirken,
um bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen oder
zu senken, und Agenzien, die ein induzierbares Kontrollelement regulieren,
das funktionell mit einem ein bcl-XL-Protein
codierenden Nucleinsäuremolekül verbunden
ist, oder funktionell mit einem Nucleinsäuremolekül verbunden ist, das bcl-XL-Antisense-Nucleinsäuremoleküle codiert.
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Der Ausdruck "Individuum" soll lebende Organismen einschließen, bei
denen eine Immunantwort ausgelöst
werden kann, z. B. Säuger.
Beispiele solcher Individuen umschließen Menschen, Hunde, Katzen,
Mäuse,
Ratten und transgene Arten hiervon. Zum Beispiel umschließen Tiere
innerhalb des Rahmens der Erfindung Tiere von landwirtschaftlichem Interesse
wie etwa Vieh und Geflügel.
Alternativ können
die Verfahren auch bei Pflanzen angewendet werden.
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Verabreichung einer therapeutisch
aktiven Menge eines Agens der vorliegenden Erfindung ist als eine Menge
definiert, die in Dosierungen und über Zeiträume wirksam und notwendig ist,
um das gewünschte
Ergebnis zu erreichen. Zum Beispiel kann eine therapeutisch aktive
Menge eines Agens auf Grund von Faktoren wie Krankheitsstatus, Alter,
Geschlecht und Gewicht des Individuums und der Fähigkeit des Agens, eine erwünschte Reaktion
im Individuum hervorzurufen, variieren. Dosierungsschemata können angepasst
werden, um die optimale therapeutische Reaktion zu bekommen. Zum
Beispiel können
zahlreiche unterteilte Dosen täglich
verabreicht werden, oder die Dosis kann proportional reduziert werden,
so wie es durch die Dringlichkeit der therapeutischen Situation
angezeigt wird.
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Das Agens kann in einer gebräuchlichen
Weise verabreicht werden, wie etwa durch Injektion (subkutan, intravenös etc.),
orale Verabreichung, Inhalation, transdermale Applikation oder rektale
Verabreichung. Abhängig
von der Art der Verabreichung kann das Agens mit einem Material überzogen
werden, das es vor den Auswirkungen von Enzymen, Säuren und
anderen natürlichen
Bedingungen schützt,
die das Agens inaktivieren können.
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Wenn ein Agens auf anderem Weg als
durch parenterale Verabreichung verabreicht werden soll, kann es
notwendig sein, das Agens mit einem Material zu überziehen oder gleichzeitig
zu verabreichen, das seine Inaktivierung verhindert. Zum Beispiel
kann ein Expressionsplasmid, das ein ein bcl-XL-Protein
codierendes Nucleinsäuremolekül enthält, einem
Individuum in einem geeigneten Trägerstoff oder einer Verdünnungsmittel zusammen
mit Enzymhemmern oder in einem geeigneten Trägerstoff wie Liposomen verabreicht
werden. Pharmazeutisch verträgliche
Verdünnungsmittel
umschließen
Kochsalzlösung
und wässrige
Pufferlösungen. Enzymhemmer
umschließen
Pankreastrypsin-Hemmer, Diisopropylfluorphosphat (DEP) und Trasylol.
Liposomen umschließen
sowohl Wasser-in-Öl-in-Wasser-Emulsionen
als auch herkömmliche
Liposomen (Strejan et al. (1984) J. Neuroimmunol. 7, 27). Dispersionen
können
auch in Glycerin, flüssigen
Polyethylenglycolen und Gemischen hieraus und in Öl hergestellt
werden. Unter normalen Bedingungen von Lagerung und Gebrauch können diese
Erzeugnisse ein Konservierungsmittel enthalten, um das Wachstum
von Mikroorganismen zu verhindern.
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Arzneimittel, die zur Anwendung als
Injektion geeignet sind, umschließen sterile wässrige Lösungen (soweit
sie wasserlöslich
sind) oder Dispersionen und sterile Puder zur Herstellung von sterilen
injizierbaren Lösungen
oder Dispersionen für
den direkten Gebrauch. In allen Fällen muss die Zusammensetzung
steril sein, und sie muss in dem Maße flüssig sein, dass leichte Injizierbarkeit
besteht. Sie muss unter den Bedingungen von Herstellung und Lagerung
stabil sein und muss gegen die kontaminierenden Einflüsse von
Mikroorganismen wie etwa Bakterien und Pilze geschützt sein.
Der Trägerstoff
kann ein Lösungsmittel
oder Dispersionsmittel sein, das zum Beispiel Wasser, Ethanol, Polyol
(zum Beispiel Glycerin, Propylenglykol und flüssiges Polyethylenglycol und
dergleichen) und geeignete Gemische hiervon enthält. Die richtige Fluidität kann zum
Beispiel durch die Verwendung eines Hüllstoffes wie etwa Lecithin,
durch das Erhalten der erforderlichen Partikelgröße im Falle der Dispersion
und durch die Verwendung von grenzflächenaktiven Substanzen erreicht werden.
Schutz vor der Aktivität
von Mikroorganismen kann durch verschiedene antibakterielle und
antifungizide Agenzien, zum Beispiel Parabene, Chlorbutanol; Phenol,
Ascorbinsäure,
Thimerosal und dergleichen erreicht werden. In vielen Fällen wird
es vorteilhaft sein, isotonische Agenzien, zum Beispiel Zucker,
Polyalkohole wie etwa Manit, Sorbit, Kochsalz in die Zusammensetzung
mit einzuschließen.
Verlängerte
Absorption der injizierbaren Zusammensetzungen kann durch Einschluss
eines Agens in die Zusammensetzung erreicht werden, die die Absorption
verzögert,
zum Beispiel Aluminiummonostearat und Gelatine.
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Sterile injizierbare Lösungen können hergestellt
werden, indem das Agens in der erforderlichen Menge zusammen mit
einem oder einer Kombination der vorstehend aufgezählten Inhaltstoffe,
soweit sie erforderlich sind, in ein geeignetes Lösungsmittel
gegeben und dann eine gefilterte Sterilisation durchgeführt wird.
Dispersionen werden im Allgemeinen hergestellt, indem das Agens
zu einem sterilen Trägerstoff
gegeben wird, der ein Dispersionsmedium als Basis und die erforderlichen
anderen Zusätze
aus der Gruppe der vorstehend aufgezählten enthält. Im Fall der sterilen Puder
zur Herstellung von sterilen injizierbaren Lösungen sind die bevorzugten
Herstellungsverfahren Vakuumtrocknung und Gefriertrocknung was zu
einem Puder des aktiven Inhaltstoffs (z. B. Peptid) plus zusätzlich erwünschter
Inhaltstoffe aus einer zuvor steril gefilterten Lösung führt.
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Wenn das Agens auf geeignete Weise
geschützt
ist, wie vorstehend beschrieben, kann es oral verabreicht werden,
zum Beispiel mit einem inerten Verdünnungsmittel oder einem assimilierbaren,
essbaren Trägerstoff.
Der hierin verwendete Ausdruck "pharmazeutisch
verträglicher
Trägerstoff" umschließt alle
möglichen Lösungsmittel,
Dispersionsmedien, Hüllstoffe,
antibakteriellen und fungiziden Agenzien, isotonische und absorptionsverzögernde Agenzien
und dergleichen. Der Gebrauch solcher Medien und Agenzien für pharmazeutisch
aktive Substanzen ist auf dem Fachgebiet gut bekannt. Soweit keine
Unverträglichkeit
mit dem Agens besteht, ist die Verwendung jedes gebräuchlichen
Mediums oder Agens in den Arzneimitteln eingeschlossen. Ergänzende aktive
Stoffe können
ebenfalls in die Zusammensetzungen eingeschlossen sein.
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Es ist besonders vorteilhaft, parenterale
Zusammensetzungen in Form von Dosierungseinheiten zu formulieren,
um die Verabreichung und die Vereinheitlichung der Dosierung zu
erleichtern. Hierin verwendete Dosierungseinheiten betreffen physikalisch
diskrete Einheiten, die sich als Einheitsdosierungen für die zu
behandelnden Säugerindividuen
eignen; jede Einheit besteht aus einer Verbindung einer zuvor festgelegten Menge
der aktiven Substanz, die berechnet wurde, die gewünschte therapeutische
Wirkung zu erzielen, mit dem erforderlichen pharmazeutischen Trägerstoff.
Die Spezifizierung der Dosierungseinheitsformen der Erfindung sind
vorgegeben durch und direkt abhängig
von (a) den einmaligen Eigenschaften des Agens und der besonderen
therapeutischen Wirkung, die erreicht werden sollen und (b) den
Begrenzungen, die mit der Art der Verarbeitung eines solchen Agens
für die
Behandlung von Sensitivität
von Individuen einhergeht.
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3. Anwendungsformen für die Verfahren
der Erfindung
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Die Erfindung betrifft in vitro-Verfahren
und Anwendungen zum Schutz einer T-Zelle vor Zelltod, indem der
bcl-XL-Proteinspiegel in der T-Zelle erhöht wird.
Diese Verfahren können
entweder in vivo oder ex vivo durchgeführt werden. Bei der Anwendung
ex vivo können einem
Individuum periphere mononukleäre
Blutzellen entnommen werden und durch Dichtegradientenzentrifugation,
z. B. Ficoll/Hypaque, gewonnen werden. In einer besonderen Ausführungsform
werden die gereinigten peripheren Blutzellen darauf mit einem Agens
in Kontakt gebracht, das den bcl-XL-Proteinspiegel
moduliert. In anderen Ausführungsformen
des Verfahrens werden die mononukleären peripheren Blutzellen weiter
in speziellen Zelltypen angereichert, bevor sie mit dem Agens, das
den bcl-XL-Proteinspiegel moduliert, in
Kontakt gebracht werden. Monocyten können zum Beispiel durch Adhäsion auf
Plastik verringert werden. Falls erwünscht, kann die CD4+-T-Zell-Population
durch Separation von den verbleibenden Monocyten, B-Zellen, NK-Zellen
und CD8+-Zellen mit Hilfe von monoclonalem Antikörper (mAb) und anti-Maus-Ig überzogenen
magnetischen kügelchen
unter Verwendung von kommerziell erhältlichen mAbs (wie etwa anti-CD
14 (Mo2)-, anti-CD11b
(Mol)-, antiCD20 (B1)-, anti-CD16 (3G8)- und anti-CD8 (7PT 3F9)-mAbs)
weiter angereichert werden. Das Verfahren der Erfindung kann auch
bei Untergruppen von CD4+-Zellen verwendet
werden, wie etwa CD4+CD45RA+ (naive
CD4+-T-Zellen)- und CD4+CD45RO+ (Gedächtnis-T-Zellen)-T-Zell-Untergruppen.
Diese können,
wie vorstehen beschrieben, mit der zusätzlichen Verwendung von anti-CD45RO-Antikörper (UCHLI)
zur Herstellung der CD4+CD45RA+-Zellen
und der Zugabe von anti-CD45RA-Antikörper (2H4) zur Herstellung
der CD4+CD45RO+-T-Zellen
hergestellt werden.
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Die Wirksamkeit der Reinigung kann
mit dem Durchflusscytometrieverfahren (Coulter, EPICS Elite) unter
Verwendung von anti-CD3-, anti-CD4-, anti-CD-8-, anti-CD14-mAbs
oder zusätzlichen
Antikörpern,
die spezifische Untereinheiten von T-Zellen erkennen, gefolgt von
Fluoresceinisothiocyanat-konjugiertem Ziegen-anti-Maus-Immunglobulin
(Fisher, Pittsburgh, PA) oder anderen sekundären Antikörpern analysiert werden.
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Der Typ der ex vivo verwendeten Zellpopulation
hängt von
verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Art des Agens, das
zur Modulation des bcl-XL-Proteinspiegels
verwendet wird, der Art des Vehikels, das verwendet wird, um das
Agens der T-Zelle zu übertragen
und der Unterart der T-Zellen, in denen die Erhöhung des bcl-XL-Proteinspiegels
erwünscht
ist. Wenn ein Agens jedoch eine Unterart von T-Zellen spezifisch
beeinflusst (z. B. durch Verwendung eines Übertragungsvehikels, das nur
auf eine spezifische Unterart von T-Zellen abzielt), ist die Reinigung
der spezifischen Unterart von T-Zellen nicht notwendig. Vehikel, die
ein Abzielen des Agens auf spezifische Unterarten von T-Zellen erlauben,
umschließen
Liposomen oder rekombinante virale Partikel, an die Moleküle gebunden
sind, die spezifisch den gewünschten
Zelltyp erkennen. Solche Moleküle umschließen Antikörper gegen
Oberflächenmoleküle oder
Liganden für
Rezeptoren. Wenn nur auf eine selektive Unterart von T-Zellen abgezielt
werden soll, z. B. CD4+-T-Zellen, und das verwendete Agens ist nicht
in der Lage, selektiv auf diese Unterart von T-Zellen abzuzielen,
kann es notwendig sein, die spezifische Unterart von T-Zellen zu
isolieren, bevor die Zellen mit dem Agens in Kontakt gebracht werden.
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Die peripheren Blutzellen oder gereinigte
Unterarten hiervon, wie etwa T-Zellen, die einem Individuum entnommen
wurden, werden dann in vitro bei Anwesenheit des Agens, das den
bcl-XL-Proteinspiegel in T-Zellen moduliert,
inkubiert. Die Menge des Agens hängt
von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Art des Agens, der erwünschten
Wirkung und der Zellpopulation, die mit dem Agens in Kontakt gebracht
wird. Die geeignete Menge des Agens, die der Zellpopulation zugegeben
werden soll, kann durch die Durchführung von Untersuchungen bestimmt
werden, bei denen der Zellkultur verschiedene Dosen des Agens zugegeben
werden und die Menge an bcl-XL-Protein zu
verschiedenen Zeitpunkten mittels Western-Blot-Analyse ermittelt wird,
wie hierin beschrieben. Wenn eine heterologe Zellpopulation mit
dem Agens in Kontakt gebracht wird, kann es notwendig sein, zunächst die
Unterart von T-Zellen, in denen bcl-XL-Protein
moduliert werden soll, zu isolieren, bevor die Zellen der Western-Blot-Analyse
unterworfen werden. Spezifische Unterarten von T-Zellen können aus einer Zellpopulation
durch negative Selektion, wie vorstehend beschrieben, isoliert werden,
oder es kann alternativ eine spezifische Unterart von T-Zellen unter
Verwendung von FACS isoliert werden.
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In einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung werden die aus einem Individuum isolierten T-Zellen
mit einem Agens in Kontakt gebracht, das den bcl-XL-Proteinspiegel
moduliert und weiterhin in vitro kultiviert, um die T-Zellpopulation
zu vermehren (d. h. die Anzahl der T-Zellen in der Population zu
erhöhen).
In vitro-Vermehrung einer Population von T-Zellen, die einem Individuum
entnommen wurden, kann, wie in der veröffentlichten PTC-Patentanmeldung Nr.
WO 94/29436 beschrieben, durchgeführt werden, deren Inhalt durch
Bezugnahme hierin eingeschlossen ist.
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Nach der Modulation der bcl-XL-Proteinspiegel in den T-Zellen oder Unterarten
von ihnen können
die Zellen dem Individuum wieder verabreicht werden. Die Zellen
können
zunächst
gereinigt werden, um alle Agenzien aus dem Kulturmedium, die dem
Individuum nicht verabreicht werden sollen, zu entfernen. Die Reinigung
kann zum Beispiel durch Ficoll-Hypaque-Gradientenzentrifugation
durchgeführt
werden.
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Das Agens, das bcl-XL-Proteinspiegel
in T-Zellen moduliert, kann einem Individuum in einem physiologisch
verträglichen
Vehikel und in einer Menge verabreicht werden, die ausreicht, die
erwünschte
therapeutische Wirkung zu erlangen. Das Agens wird örtlich oder
systemisch verabreicht, abhängig
von der Art des Zustandes, der mit dem Verfahren der Endung zu behandeln
ist. Geeignete Vehikel zur Verabreichung des Agens und Verabreichungsarten
werden in Abschnitt 3 der vorliegenden Beschreibung behandelt.
-
3.1 Anwendung des Verfahrens
der Erfindung auf Zustände,
bei denen Schutz vor T-Zelltod vorteilhaft ist.
-
Die in vitro-Verfahren und Anwendungen
der Erfindung sind bei der Bewahrung von T-Zellen vor dem Zelltod nützlich.
Nach den Verfahren oder der Anwendung der Erfindung kann Zelltod
in allen T-Zellen verhindert werden oder Zelltod kann alternativ
selektiv in einer spezifischen Unterart von T-Zellen verhindert
werden. Darüber
hinaus können
T-Zellen über
einen ausgedehnten Zeitraum vor Zelltod geschützt werden oder alternativ über einen
kurzen Zeitraum. Örtlich
vorhandene T-Zellen oder systemisch vorhandene T-Zellen (z. B. im peripheren
Blut) können
vor Zelltod geschützt
werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
wird das in vitro-Verfahren oder die Anwendung der Endung eingesetzt,
um Zelltod von CD4+-T-Zellen eines HIV-infizierten Individuums zu
verhindern und T-Zellen vor HIV-Infektion zu schützen. Während einer HIV-Infektion infiziert
und tötet
das Virus CD4+-T-Zellen. Auf diese Weise verringert sich die Anzahl
der CD4+-T-Zellen im Individuum fortschreitend auf Zahlen, die nicht
ausreichend sind, das Individuum vor der Infektion von Mikroorganismen
zu schützen.
Es ist beobachtet worden, dass T-Zellen, in denen der bcl-XL-Proteinspiegel erhöht war, signifikanten Schutz
gegen HIV-Infektion aufwiesen, was durch erhöhte Lebensfähigkeit der T-Zellen gemessen
wurde (vgl. Beispiel 9). Daher schützt das Erhöhen des bcl-XL-Proteinspiegels
in T-Zellen die T-Zellen
vor Zelltod, der durch HIV ausgelöst wird. Überexpression von bcl-XL-Protein in T-Zellen liefert daher ein wirksames Verfahren,
die Anzahl von CD4+-T-Zellen in einem HIV-infizierten Individuum aufrecht zu erhalten.
Darüber
hinaus kann das in vitro-Verfahren oder die Anwendung der Erfindung
zu erhöhten
Zahlen von CD4+-T-Zellen in einem HIV-infizierten Individuum führen und/oder
zu einer reduzierten Rate der T-Zell-Abnahme in einem HIV-infizierten
Individuum.
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Das in vitro-Verfahren oder die Anwendung
der Erfindung stellt Verfahren zur Verfügung, die Vermehrung einer
T-Zellpopulation eines Individuums erlauben, das eine T-Zell-anoriierte Störung aufweist,
wie etwa eine Infektion mit HIV oder einem anderen infektiösen Agens,
die T-Zellen anfällig
für Zelltod
macht. Das Verfahren stellt daher ein Verfahren zur Vermehrung der
Zellen in vitro zur Verfügung.
Die vermehrte T-Zellpopulation kann dann dem Individuum wieder zurück verabreicht
werden. Die T-Zellen können
mit einer Kombination von Agenzien stimuliert werden, die den T-Zellen
ein primäres
Aktivierungssignal liefern, und einem Agens, das den T-Zellen ein
costimulierendes Signal liefert. Die T-Zellen können mit einer Kombination
aus einem Agens, das mit CD28 auf der T-Zelle in Wechselwirkung
tritt, und einem Agens, das die T-Zellen durch den T-Zell-Rezeptor stimuliert,
kultiviert werden, so dass der bcl-XL-Proteinspiegel
erhöht
wird und die Zellen vor Zelltod geschützt sind.
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In einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung zur Verhinderung von Zelltod in einem HIV-infizierten
Individuum werden dem Individuum periphere Blutzellen entnommen,
in vitro modifiziert, um die Menge von bcl-XL-Protein
in den CD4+ T-Zellen zu erhöhen
und dem Individuum zurück
verabreicht. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden
die CD4+-T-Zellen des Individuums in der Weise modifiziert, dass
sie einen erhöhten
bcl-XL-Proteinspiegel aufweisen, indem ein
ein bcl-XL-Protein codierendes Nucleinsäuremolekül in die
T-Zellen eingebracht wird. Das bcl-XL-Protein
codierende Nucleinsäuremolekül kann innerhalb
eines viralen Vektors liegen, der mit Verfahren wie der Infektion
der Zellen mit dem viralen Partikel in die T-Zellen eingebracht
wird. Die CD4+-T- Zellen
können
vor der Rück-Verabreichung
in das Individuum in Kultur weiter vermehrt werden. In dieser Weise
gestattet die Anwendung, wie beschrieben, die Wiederbesiedlung des Immunsystems
eines mit HIV infizierten Individuums mit CD4+-T-Zellen und macht
diese CD4+-T-Zellen gleichzeitig resistent gegen Infektion durch
das Virus.
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Es ist ebenso möglich, die CD4+-T-Zellen eines
mit HIV infizierten Individuums vor Zelltod zu schützen, indem
ein Agens verwendet wird, das den bcl-XL-Proteinspiegel
in den CD4+-T-Zellen
des Individuums erhöht.
Das Agens kann ein ein bcl-XL-Protein codierendes
Nucleinsäuremolekül sein,
das in einem physiologisch verträglichen
Vehikel enthalten ist. Das Vehikel kann weiterhin so beschaffen
sein, dass es die Nucleinsäure
spezifisch zu CD4+-T-Zellen
bringt. Alternativ ist das Agens ein Agens, das intrazellulär wirkt,
um bcl-XL-Proteinspiegel in CD4+-T-Zellen zu erhöhen.
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In einer anderen Ausführungsform
werden die T-Zellen eines mit HIV infizierten Individuums durch Kombination
der vorstehend beschriebenen in vivo- und ex vivo-Verfahren vor
Zelltod geschützt.
Die Anwendung kann auch beinhalten, die CD4+-T-Zellen des Individuums
in vivo und/oder ex vivo mit mehreren Agenzien in Kontakt zu bringen,
die den bcl-XL-Proteinspiegel erhöhen. Zum
Beispiel wird eine ein bcl-XL-Protein codierende
Nucleinsäure
in die T-Zellen eingebracht, und die T-Zellen werden darauf mit
einem Agens in Kontakt gebracht, das intrazellulär wirkt, um den endogenen bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen.
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Alternativ wird die Anwendung zur
Verstärkung
einer Immunreaktion beschrieben, mit der eine Infektion schneller
bekämpft
werden soll. Auf diese Weise können
aktivierte T-Zellen vor Zelltod geschützt werden, indem sie mit einem
Agens in Kontakt gebracht werden, das den bcl-XL-Proteinspiegel
in den T-Zellen erhöht, so
dass sie vor Zelltod geschützt
sind. Schutz von CD4+-T-Zellen vor Zelltod nach Aktivierung der
T-Zelle wird der T-Helferzelle gestatten, einer größeren Anzahl
von Effektorzellen "Hilfe" zu leisten, als
den T-Helferzellen normalerweise möglich wäre. In ähnlicher Weise wird eine CD8+-T-Zelle,
die eine verlängerte
Lebensspanne hat, in der Lage sein, eine größere Anzahl von Zielzellen
zu lysieren als eine CD8+-T-Zelle mit einer normalen Lebenszeit.
Anwendungen im Rahmen der Erfindung sind Verfahren zur Behandlung
systemischer Infektionen und örtlicher
Infektionen.
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Das Agens kann daher systemisch oder örtlich verabreicht
werden. Die Beschreibung stellt dar, dass das Agens, das den bcl-XL-Proteinspiegel in T-Zellen erhöht, ein
Agens sein kann, das intrazellulär
wirkt, um den bcl-XL-Proteinspiegel zu erhöhen. Das
Agens kann ein Agens sein, das eine kurze Halbwertszeit hat, so dass
die Lebensspanne der aktivierten T-Zelle nicht länger als notwendig verlängert wird
(z. B. wird die aktivierte T-Zelle eine T-Gedächtniszelle oder stirbt nach Überwindung
der Infektion).
-
Die nachstehende Endung wird durch
die nachstehenden Beispiele erläutert,
die nicht als weitere Begrenzung gedacht sind. Die Inhalte aller
Referenzen, schwebender Patentanmeldungen und veröffentlichter Patente,
die in dieser Patentanmeldung zitiert werden, sind hiermit ausdrücklich durch
Bezugnahme eingeschlossen.
-
Beispiele
-
Beispiel 1: Aktivierung
verbessert das Überleben
von T-Zellen nach γ-Bestahlung
-
Um die Wirkungen von T-Zell-Aktivierungswegen
auf das T-Zell-Überleben
zu untersuchen, wurden ruhende T-Zellen durch negative Selektion,
wie vorstehend beschrieben, aus menschlichem peripherem Blut isoliert
(June, C. H. et al. (1987) Mol. Cell. Biol. 7, 4472-4481). Kurz gesagt
wurden die Zellen einem Cocktail aus Antikörpern ausgesetzt, um alle Zellen
außer
ruhenden CD28-positiven T-Zellen zu entfernen. Die Zellen wurden
in RPMI 1640 kultiviert, ergänzt
mit fötalem
Kälberserum
(10%), L-Glutamin (2 mM), Penicillin/Steptomycin (100 U/ml, 100 μg/ml) und
Hepes (20 mM). Vor Aktivierung oder Bestrahlung konnten die Zellen über Nacht ruhen.
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CD28+-T-Zellen wurden in Medium allein
kultiviert oder durch Querverknüpfung
des TCR/CD3-Komplexes in Anwesenheit oder Abwesenheit von Costimulation,
ausgelöst
von einem CD28-spezifischen monoclonalen Antikörper, über 12 Stunden stimuliert.
Querverknüpfung
des T-Zell-Rezeptors wurde unter Verwendung von Platten-immobilisiertem anti-CD3
(G19.4 [mit 1 μg/ml])
durchgeführt,
und die Costimulation der T- Zellen
wurde mit löslichem
Antikörper
gegen CD28 (monoclonaler Antikörper
(mAB) 9.3) mit 1 μg/ml
durchgeführt.
Zellen aus jeder dieser Gruppen wurden dann in Gruppen aufgeteilt.
Eine Gruppe wurde ohne weitere Manipulationen kultiviert, während die
anderen Gruppen mit 15 Gy γ-Strahlung
aus einem Cäsiumquellen-γ-Strahler
(J. L. Shepherd Inc.) bestrahlt wurden. Nach der Bestrahlung wurden
die Zellen mit 100.000 Zellen pro Vertiefung in Kulturschalen mit
96 Vertiefungen (Costar) ausgebracht, und Lebensfähigkeit
und Gesamtzellzahl wurden mit Trypanblau-Ausschlussverfahren und
Propidiumjodid-Ausschlussverfahren
untersucht.
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Für
das Propidiumjodid-Ausschlussverfahren wurden zwei getrennte Proben
mit 2 × 105 Zellen pelletiert und in 0,5 ml PBS, ergänzt mit
1% BSA und 0,01% Natriumazid, resuspendiert. Darauf wurden zwei
ml Propidiumjodid (0,5 mg/ml) zu den Zellen zugegeben, und die Proben
wurden dann mit FACS unter Verwendung einer FACSort- und Lysis II-Software analysiert.
Prozent Überlebensfähigkeit
wurde durch Teilen der Anzahl der Zellen, die Propidiumjodid ausschlossen
(lebensfähig),
durch die Gesamtzellzahl ermittelt. Eigenschaften der lebenden Zellen
zur Vorwärtslichtstreuung
wurden benutzt, um Zellreste von der Analyse zu entfernen.
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Die Ergebnisse werden in 1 grafisch dargestellt. Alle drei Zellpopulationen
behielten während
der viertägigen
Kulturperiode hohe Lebensfähigkeit
(1, Tafel A). Das Überleben von ruhenden und aktivierten T-Zellen
nach γ-Bestrahlung
wurde ebenfalls untersucht (1, Tafel
B). Durch γ-Bestrahlung
ausgelöste Apoptose
benötigt
keine spezifische Wechselwirkung zwischen Rezeptor und Ligand und
kann daher als ein Werkzeug für
Untersuchungen angesehen werden, wie Zellaktivierung das Zell-Überleben
beeinflusst, ohne dass bestimmte Rezeptorspiegel berücksichtigt
werden müssen.
Die in diesen Untersuchungen eingesetzte Dosis (15 Gy) ist ausreichend,
tödliche
DNA-Beschädigungen
in nahezu allen Zellen der Population auszulösen. Daher kann die Rate, mit
der die Zellen in den nachfolgenden Tagen sterben, als Maß für ihre Fähigkeit verwendet
werden, einem PCD als Reaktion auf DNA-Beschädigung zu widerstehen.
-
Tafel B der 1 zeigt,
dass nach der Bestrahlung die Lebensfähigkeit von ruhenden T-Zellen viel schneller
abnimmt, als in jeder Population stimulierter Lymphocyten. Vier
Tage nach der Bestrahlung waren T-Zellen in jeder aktivierten Population
mit höherer
statistischer Wahrscheinlichkeit am Leben als in der ruhenden Population
(p < 0,02). Zellen,
die durch den CD28-Rezeptor costimuliert worden waren, zeigten gegenüber Zellen,
die mit anti-CD3 allein stimuliert worden waren, eine leichte, aber
reproduzierbare Erhöhung
des Überlebens.
Die Erhaltung der Lebensfähigkeit
der Zellen in anti-CD3-stimulierten und anti-CD3 + anti-CD28-stimulierten
Zellen war nicht das Ergebnis nachfolgender Zellproliferation, denn
Zellzählungen,
die parallel zu den Untersuchungen der Lebensfähigkeit durchgeführt wurden,
zeigten, dass sich die absolute Anzahl der Zellen nicht veränderte.
Darüber
hinaus waren alle Zellen in den aktivierten Populationen innerhalb
des Zellzyklus entweder im späten
G1- oder G2-Stadium fixiert. Der Zelltod folgte in allen drei Populationen
klassischen Apoptose-Mustern,
wobei sich die Zellen zuerst einkerbten, worauf Kernkondensation
und DNA-Fragmentierung folgten.
-
Damit zeigt dieses Beispiel, dass
Aktivierung von T-Zellen ihre Überlebensrate
nach γ-Bestrahlung verbessert.
-
Beispiel 2: CD28-Costimulation
erhöht
die Überlebensrate
von anti-CD3-aktivierten T-Zellen
-
Ein Unterschied zwischen Zellen,
die in Anwesenheit oder Abwesenheit von CD28-Costimulation stimuliert werden, ist
der Gehalt an Lymphokinen, die von diesen Zellen produziert werden
(Lindsten, T. et al. (1989) Science 244, 339–343). Vorangegangene Untersuchungen
hatten nahegelegt, dass Wachstumsfaktoren in einer Reihe von Zelltypen
eine wichtige Rolle in der extrinsischen Regulierung des Überlebens
von Zellen spielen (Groux, H. et al. (1993) Eur. J. Immunol. 23,
1623–1629);
Nunez, G. et al. (1990) J. Immunol. 144, 3602–3610). Um zu bestimmen, ob
Wachstumsfaktoren für
die schützende
Wirkung der Costimulation verantwortlich waren, wurde das folgende
Experiment durchgeführt.
-
CD28+-T-Zellen wurden in Anwesenheit
von CD3-Antikörper
in Anwesenheit oder Abwesenheit von Costimulation mit einem anti-CD28
monoclonalen Antikörper über 12 Stunden
in Kultur genommen, wie in Beispiel 1 beschrieben. Die Zellen wurden
dann entweder in ihrem konditionierten Medium gelassen, gewaschen und
in frischem Medium resuspendiert oder gewaschen und in frischem
Medium resuspendiert, das mit 200 U/ml rekombinantem IL-2 (rIL-2)
(Boehringer-Mannheim) ergänzt
war. Aliquots aus jeder Gruppe wurden dann unmanipuliert gelassen
oder 15 Gy von γ-Bestrahlung
unterworfen. Lebensfähigkeit
der Zellen wurde mit dem Propidiumjodid-Ausschlussverfahren täglich über 4 Tage
nach der Manipulation bestimmt, wie in Beispiel 1 beschrieben.
-
Die Ergebnisse werden in 2 grafisch dargestellt. Tafel A der 2 zeigt, dass T-Zellen, die durch den TRC/CD3-Komplex
allein aktiviert worden waren, in der Kultur nach der Aktivierung
eine hohe Lebensfähigkeit
behielten. Jedoch das Entfernen des konditionierten Mediums durch
Waschen der stimulierten Zellen verringerte die Fähigkeit
der Zellen, in der Kultur zu überleben,
erheblich. Diese reduzierte Fähigkeit
zum Überleben
in der in vitro-Kultur kann durch Zugabe von IL-2 vollständig umgekehrt
werden. Wenn anti-CD-stimulierte
Zellen mit 15 Gy γ-Strahlen
bestrahlt wurden (2, Tafel B), führte das
Entfernen von konditioniertem Medium nach Stimulation über Nacht
zu einer starken Reduktion der Lebensfähigkeit der Zellen, die durch
die Zugabe von IL-2 umgekehrt wurde. Dies zeigt, dass Überleben
von Antigen-Rezeptor-aktivierten Zellen primär durch die Spiegel extrinsischer
Wachstumsfaktoren bestimmt wird. Die Fähigkeit aktivierter T-Zellen,
in Kultur zu überleben,
beruht daher auf ihrer autokrinen Fähigkeit, Wachstumsfaktoren
wie IL-2 zu produzieren. Diese Daten bestätigen, dass IL-2 ein extrinsischer
Regulator der T-Zell-Überlebensrate
ist.
-
Im Unterschied zu diesen Ergebnissen
mit T-Zellen, die durch den TCR/CD3-Komplex allein stimuliert wurden,
unterscheiden sich T-Zellen, die mit einer Kombination aus anti-CD3
+ anti-CD28 stimuliert wurden, nicht in ihrem Überleben, weder wenn sie von
endogen produzierten Lymphokinen rein gewaschen wurden, noch wenn
weiteres IL-2 in die Kulturüberstände zugegeben
wurde (2, Tafeln C und D).
-
Die Ergebnisse dieses Beispiels zeigen,
dass CD28-vermittelte Costimulation nicht nur die Produktion extrinsischer
Mediatoren für
das Überleben
der Zelle beeinflusst, sondern auch eine Rolle bei der Regulierung der
intrinsischen Empfänglichkeit
der Zellen, einen PCD zu erleiden, spielt (im nachstehenden Beispiel
weitergehend untersucht).
-
Beispiel 3: Expression
von bcl-2- und bcl-X-mRNA während
T-Zell-Aktivierung
-
Um die Rolle von CD28 bei der Regulierung
der Expression von Genen herauszufinden, die mit dem intrinsischen
Widerstand der T-Zellen gegen PCD zu tun haben, wurde der Spiegel
der Expression von bcl-X und bcl-2 in ruhenden menschlichen T-Zellen
und T-Zellen, die durch Querverknüpfung des TCR-Antigen-Rezeptor-Komplexes
aktiviert wurden, in Anwesenheit oder Abwesenheit von anti-CD28
untersucht.
-
RNA wurde aus CD28+-T-Zellen, die
in Medium allein kultiviert wurden, oder nach der Stimulation mit anti-CD3
oder anti-CD28 über
1, 6 und 12 Stunden isoliert und durch Northern-Blot Hybridisierung
analysiert. RNA wurde aus den T-Zellen durch Zentrifugation durch
Guanidium/CsCl2-Gradienten isoliert, wie
bereits beschrieben (June, C. H. et al. (1987) Mol. Cell. Biol.
7, 4472-4481). Gleiche Mengen mRNA (erhalten durch Ethidiumbromid-Färbung von ribosomaler 28 S-RNA,
elektrophoretisch aufgetrennt auf nicht denaturierenden Agarose-Gels)
wurden auf denaturierende Agarose/Formaldehyd-Gele geladen und nach
Größe getrennt.
Die Gele wurden auf Nitrocellulose (Schleicher und Schuell) übertragen
und im Vakuum über
2 Stunden bei 80°C gebacken.
Die Blots wurden bei 42°C über 6 Stunden
in Stark-Lösung
(50% Formamid, 5 × SSC
(1 × SSC
ist 0,15 M NaCl, 0,015 M Natriumcitrat), 1 × Denhardt-Lösung, 25
mM Natriumphosphat, pH-Wert 6,5, 250 μg Torula-RNA pro ml) prähybridisiert und in Stark-Lösung mit
10% Dextransulfat und 32P-markierten, nick-translatierten
Sonden (1 × 106 DpM/ml) über Nacht bei 42°C hybridisiert.
Die Blots wurden mit Sonden, die für menschliche bcl-XL-cDNA und murine bcl-2-cDNA spezifisch sind
(S. Korsmeyer), nacheinander sondiert und gestripped.
-
Die Ergebnisse der Northern-Blot-Hybridisierung
werden in 3, Tafel A dargestellt.
Die Ergebnisse zeigen, dass weder bcl-X- noch bcl-2-mRNA in nachweisbaren
Mengen in ruhenden T-Zellen exprimiert werden. Die Expression sowohl
von bcl-2- als auch von bcl-X-mRNA
wird jedoch innerhalb von 6 Stunden nach T-Zell-Aktivierung ausgelöst. CD28-Costimulation hatte
keine signifikante Auswirkung auf die Expression von bcl-2-mRNA.
Im Gegensatz dazu verstärkte
CD28-Costimulation die Expression von bcl-X-mRNA. Zellen, die mit
anti-CD3 und anti-CD28 stimuliert worden waren, behielten die Expression
von bcl-X auf hohem Niveau über
48 Stunden bei, bevor die Spiegel zu sinken begannen. Ein drittes Mifglied
der bcl-2-Familie, von dem man annimmt, dass es eine negative Rolle
bei der Regulierung der Funktion von bcl-2 spielt, ist das Gen bax. Costimulation
hatte auch keinen Einfluss auf bax-mRNA-Spiegel.
-
Alternativ kann der Einsatz der beiden
Spleiß-Donoren
am 5'-Ende im ersten
Exon von bcl-X zwei unterschiedliche mRNA-Arten ergeben. bcl-XL erhält
die vollständige
Codierungsregion von Exon 1 und bewirkt Erhöhung des Zell-Überlebens.
Im Gegensatz dazu ergibt der Einsatz einer stromaufwärts gelegenen Spleiß-Donorstelle
innerhalb des Exons 1 die bcl-XS-mRNA, die
eine Deletion von 189 Bp innerhalb der Codierungsregion von Exon
1 enthält.
Das bcl-XS-Protein wirkt als ein dominanter negativer
Regulator sowohl von bcl-2- als auch von bcl-XL-Funktionen
(Boise, L. H. et al. (1993) Cell 74, 597–608). Weil sich die bcl-XS- und bcl-XL-mRNAs nur um 189
Bp unterscheiden, wurde RNase-Schutz durchgeführt, um zu bestimmen, welche bcl-X-mRNA
durch T-Zell-Aktivierung und Costimulation induziert wurde.
-
Untersuchungen zum RNase-Schutz wurden
an RNA durchgeführt,
die aus T-Zellen isoliert wurde, die entweder ruhten oder über 6 oder
12 Stunden mit anti-CD3 oder anti-CD3 und anti-CD28 stimuliert worden waren.
Die RNase-Schutz-Analyse (RPA) wurde nach den Anleitungen eines
käuflich
zu erwerbenden Kits (Ambion) durchgeführt. 3 μg T-Zell-RNA wurden an eine
radiomarkierte Ribosonde hybridisiert, die durch Schneiden der bcl-XL-cDNA in einem pBluescript SK+-Plasmid mit
AccI und in vitro-Erzeugen von Transkripten vom T3-Promotor mit Hilfe
eines Kits von Promega erzeugt wurden. Die Ribosonde mit 336 Nukleotiden
wurde mittels Gel-Elektrophorese gereinigt, extrahiert und an T-Zell-RNA über 16 Stunden
bei 42°C
hybridisiert, bevor sie zu einem Cocktail aus RNaseA und RNaseT1
zugegeben wurde. Schutz der Sonde durch bcl-XL-mRNA ergab
ein Fragment aus 264 Nucleotiden, während Hybridisierung an den
bcl-XS-Boten ein Fragment aus 163 Nukleotiden
der radiomarkierten Sonde ergab. Die Schutz-Produkte wurden auf
5% Acrylamid/7M Harnstoff-Sequenzierungsgel getrennt. Endmarkiertes
pBluescript SKII+, mit HpaII gespalten, wurde als Marker verwendet.
Die Gele wurden getrocknet und einem XAR-5-Film (Kodak) ausgesetzt.
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Die Ergebnisse der RNase-Schutz-Untersuchung
werden in 3, Tafel B dargestellt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Haupt-bcl-X-mRNA, die durch CD28-Costimulation
herauf geregelt wird, bcl-XL ist. Eine geringe
Induktion ist auch bei den bcl-XS-Spiegeln
zu erkennen.
-
Die Ergebnisse dieses Beispiels zeigen
daher, dass Costimulation von aktivierten T-Zellen durch CD28 einen
signifikanten Anstieg von bcl-XL-mRNA zur
Folge hat.
-
Beispiel 4: T-Zellen zeigen
konstitutive Expression von bcl-2-Protein
-
Da bereits berichtet worden war,
dass die Spiegel von bcl-2-mRNA nicht gut mit den Spiegeln von Bcl-2-Protein überein stimmen
(Cheq-Dechamps, C. M. et al. (1993) Blood 81, 293–298), wurde
die Menge an Bcl-2-Protein in aktivierten, mit anti-CD28 costimulierten
oder nicht costimulierten T-Zellen bestimmt.
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Für
dieses Beispiel wurden CD28+-T-Zellen, wie vorstehend angegeben, über 0, 6,
12 oder 24 Stunden mit anti-CD3- oder anti-CD3- und anti-CD28-Antikörpern kultiviert,
und der bcl-2-Proteinspiegel
wurde durch Immunfällung
und Western-Blot-Analysen bestimmt. Zu jedem Zeitpunkt wurden aus
jeder der einzelnen Kulturbedingungen 4 × 107 Zellen
isoliert und in 1,0 ml NET-N (100 mM NaCl, 1 mM EDTA, 20 mM Tris, pH-Wert
8,0, 0,2% NP-40) lysiert. Kerne und Zellreste wurden in einer Mikrozentrifuge über 2 min
bei 4°C
zentrifugiert. Der Überstand
wurde dann über
30 min mit 50 ml Pansorbin (Calbiochem) vorgeklärt. Nach der Entfernung des
Pansorbin durch Zentrifugation wurde der Überstand in zwei gleiche Volumina
(450 ml) aufgeteilt, denen entweder 1 μl anti-bcl-X-Kaninchenserum
(vgl. Beispiel 5) oder 2,5 μg
anti-Bcl-2-monoclonaler 6C8 vom Hamster (Hockenbery, D. et al. (1990)
Nature 348, 334–336)
zugegeben wurde. Die Lysate wurden bei 4°C über 1 Stunde geschüttelt, bevor
25 μl Protein
A-Agarose (Gibco BRL) über
weitere 30 min zugegeben wurden. Die Immunfällungen wurden pelletiert und
zweimal mit NET-N und einmal mit NET gewaschen. Einhundert μLiter 2 × SDS-Ladungspufferlösung wurde
dem Pellet zugegeben, das schockgefroren und bei –20°C gehalten wurde,
bis die Gel-Elektrophorese durchgeführt wurde.
-
Die Immunfällungen wurden gekocht und
der SDS-PAGE-Analyse mit 15% Gelen unterworfen. Die Gele wurden
mittels Elektroblotting unter Verwendung des BioRad-Transferapparats
bei 200 mA über
3 Stunden auf Nitrocellulose übertragen.
Die Blots wurden über
Nacht bei 4°C
in 5% Magermilch/0,2% Tween 20 blockiert und mit gereinigtem 6C8
mAb (1 : 200) in der vorstehend beschriebenen Blockierungslösung hybridisiert. Die
Western-Blots wurden
mit Hilfe des ELC-Systems (Amersham) mit Hyperfilm (Amersham) entwickelt.
-
Die Ergebnisse des Western-Blots
sind in 4 dargestellt.
Man kann sehen, dass ruhende T-Zellen des peripheren Blutes hohe
Bcl-2-Proteinspiegel exprimierten. Darüber hinaus unterscheiden sich
die Bcl-2-Proteinspiegel nicht signifikant in den ersten 24 Stunden
nach der TCR/CD3-Rezeptor-Querverknüpfung mit einem anti-CD3-Antikörper. Costimulation
durch den CD28-Rezeptor schien ebenfalls keine Auswirkung auf die
Bcl-2-Proteinspiegel zu haben.
-
Dieses Beispiel zeigt, dass ruhende
T-Zellen bcl-2-Protein exprimieren und dass Stimulation der T-Zellen
durch den T-Zell-Rezeptor mit oder ohne Costimulation den bcl-2-Proteinspiegel
nicht erhöht.
-
Beispiel 5: CD28-Costimulation
verstärkt
Expression von bcl-XL-Protein
-
In diesem Beispiel wurde der bcl-XL-Proteinspiegel in ruhenden T-Zellen oder
T-Zellen, die durch den T-Zell-Rezeptor in Anwesenheit oder Abwesenheit
von Costimulation durch CD28 aktiviert worden waren, analysiert.
-
Der bcl-XL-Proteinspiegel
wurde in der in Beispiel 4 beschriebenen Untersuchung parallel zu
der Bestimmung der Bcl-2-Proteinspiegel bestimmt. Tatsächlich wurde
der Überstand
nach Vorklärung
in zwei gleiche Volumina (450 ml) aufgeteilt, und 1 μl anti-bcl-X-Kaninchenserum wurde
zu einem dieser Aliquots zugegeben. Die Proteinspiegel wurden, wie
in Beispiel 4 beschrieben, mit Hilfe des monoclonalen anti-bcl-X-Antikörpers 2A1
(Verdünnung
1 : 10) bestimmt.
-
Polyclonale und monoclonale Antikörper gegen
bcl-X wurden auf folgende Weise hergestellt. Der offene Leserahmen
von bcl-XS wurde durch PCR mit den Primern
(5'-GGA GAT ATA
CAT ATG TCT CAG AGC AAC CGG GAG CTG GTG-3' und 5'-CGG GAT CCC GTC ATT TCC GAC TGA AGA
GTG AGC CCA GCA G-3')
amplifiziert und in die NdeI- und BamHI-Stellen von pET-3b (Novagen)
cloniert. Rekombinantes Protein wurde in BL21-Zellen durch Induktion
mit 0.4 mM IPTG hergestellt. Dieses Protein wurde in der unlöslichen Fraktion
einer Lyse der Bakterien aufgefunden und zum Teil auf diese Weise
gereinigt. Die unlösliche
Fraktion wurde mit 2M Harnstoff gewaschen und in 6M Guanidin-HCl gelöst. Das
Protein wurde durch eine Stufendialyse durch 3M und 1M Guanidin-HCl,
gefolgt von Dialyse gegen PBS, pH-Wert 8,3, mit 500 mM KCl renaturiert. Die
Proteinkonzentration wurde durch den Bradford-Test mit einem käuflich zu
erwerbenden Kit (BioRad) bestimmt, und die Proteinreinheit wurde
mit SDS-PAGE und Coomassie-Blau-Färbung ermittelt.
-
Zur Herstellung von polyclonalen
Antikörpern
von Kaninchen wurde 1 μl
des rekombinanten Proteins in vollständiger FreundscherAdjuvants-Lösung (CFA)
suspendiert und subkutan an vielen Stellen auf dem Kaninchenrücken injiziert.
Die Immunreaktion der Tiere wurde mit 200 μg Protein in unvollständiger FreundscherAdjuvants-Lösung verstärkt. Die
Seren wurden mittels Western-Blot-Analyse gegen rekombinantes Potein
und auf spezifische Immunfällung
unter Verwendung von in vitro translatierten Proteinen und transfizierten
Zelllinien durchmustert.
-
Zur Herstellung von monoclonalen
Antikörpern
wurden BALB/C-Mäuse
mit rekombinantem bcl-XS in Polyacrylamid-Gel,
emulgiert in CFA, immunisiert, das subkutan in die Hinterpfoten
und intraperitoneal injiziert wurde. Die Immunreaktion der Mäuse wurde
zweimal in Intervallen von 30 Tagen mit einem Gemisch aus löslichem
und in Acrylamid gebettetem, Gel-gebundenem Protein, emulgiert in
unvollständiger
FreundscherAdjuvants-Lösung, verstärkt. Drei
Tage nach der letzten Verstärkung
wurden Milz- und Lymphknotenzellen geerntet und mit P3X63-Ag8.653-Myelomzellen
unter Verwendung von Standardtechniken fusioniert (Kearney, J. F. (1984)
In Fundamental Immunology, W. E. Paul, Hrsg., Raven Press, NY, 751–766). Vierzehn
Tage nach der Fusion wurden die Hybridom-Überstände mittels
ELISA-Test in Vertiefungen, die mit rekombinantem bcl-XS zu 5 μg/ml in Borat-gepufferter
Kochsalzlösung
(pH-Wert 8,4) bedeckt waren, auf Aktivität untersucht. Hybridom-Überstände, die
im ELISA-Test positiv waren, wurden mittels Western-Blot-Analyse gegen FL5.12,
transfiziert mit bcl-XL oder bcl-2, durchmustert.
Positive Hybridom-Linien
wurden durch Begrenzung der Verdünnung cloniert,
wiederum durchmustert und dann Pristan-sensibilisierten BALB/c-Mäusen zur
Ascites-Herstellung injiziert.
-
Die Ergebnisse der Western-Blot Analyse,
die bcl-X Proteinspiegel zeigt, sind in 4 dargestellt. Bcl-X-Proteinspiegel veränderten
sich signifikant mit dem Spiegel der T-Zell-Aktivierung. In ruhenden T-Zellen des
peripheren Blutes wurden keine nachweisbaren Produkte des bcl-X-Proteins
gefunden. Das Protein, das mit den Antikörpern der Western-Blot-Analyse erkannt
wurde, gehört
zu bcl-XL und nicht zu bcl-XS,
denn sowohl in vitro-translatiertes
bcl-XL als auch bcl-XL-Protein,
das in Zellen synthetisiert worden war, die mit der zugehörigen cDNA
transfiziert worden waren, haben eine Größe von etwa 29 kDa, während bcl-XS-Protein etwa 21 kDa groß ist (Boise, L. H. et al.
(1993) Cell 74, 597–608).
-
4 zeigt
darüber
hinaus, dass anti-CD3-Stimulation von ruhenden T-Zellen die Expression
von nachweisbarem bcl-XL-Protein auslöst, das
zum ersten Mal 6 Stunden nach der Stimulation beobachtet wurde und
sich in der Zelle während
der 24-stündigen
Periode der Analyse ansammelte. Darüber hinaus verstärkte CD28-Costimulation
von anti-CD3-stimulierten
Zellen signifikant die Expression von bcl-XL-Protein.
Zu keinem Zeitpunkt wurde bcl-XS-Protein
beobachtet.
-
In einem anderen Beispiel wurden
ruhende T-Zellen über
24 Stunden mit Medium allein, anti-CD28, anti-CD3, anti-CD3 und anti-CD28
oder anti-CD3 und IL-2 (100 U/ml) aktiviert. Cytoplasmatische Extrakte
wurden, wie beschrieben hergestellt, und durch SDS-PAGE und Western-Blot-Analyse
mit einem polyclonalen bcl-X-Serum untersucht.
-
Die Ergebnisse, die in 5 dargestellt sind, zeigen,
dass sowohl ruhende T-Zellen als auch T-Zellen, die mit CD28 inkubiert
wurden, kein bcl-XL-Protein exprimierten.
CD28-Costimulation
von anti-CD3-stimulierten Zellen verstärkten jedoch die Expression
von bcl-XL-Protein signifikant (4 und 5).
Die Expressionsspiegel von bcl-XL in anti-CD3
+ anti-CD28-stimulierten Zellen waren nach 24 Stunden ähnlich wie
jene, die in stabilen Transfektanten erhalten wurden, in denen bcl-XL unter Kontrolle der langen terminalen Wiederholungssequenz
des Fokus-bildenden Milz-Virus exprimiert wird (letzte Linie in 5).
-
CD28-Costimulation führte zur
Verstärkung
der Akkumulation von bcl-XL-Protein, die
zuerst 6 Stunden nach der Stimulation und kontinuierlich in den
folgenden 24 Stunden des Kulturzeitraumes zu beobachten war (4 und 5). Im Gegensatz dazu erhöhte die
Behandlung der Zellen mit anti-CD3 und IL-2 (100 Units/ml) die bcl-XL-Expression nicht über die Spiegel hinaus, die
in mit anti-CD3 allein behandelten T-Zellen beobachtet worden waren
(5). Darüber hinaus
ließ die
Behandlung von anti-CD3-aktivierten T-Zellen mit monoclonalen Antikörpern gegen
CD2, CD5, CD11a, CD18 oder MHC Klasse 1 die bcl-XL-Spiegel nicht über jene
von Zellen steigen, die mit anti-CD3 allein behandelt worden waren.
-
Diese Ergebnisse zeigen, dass ruhende
T-Zellen bcl-XL-Protein nicht exprimieren,
T-Zellen, die mit anti-CD3 aktiviert werden, exprimieren bcl-XL-Protein, und T-Zellen, die mit anti-CD3 aktiviert und
mit anti-CD28 costimuliert werden, exprimieren signifikant mehr
bcl-XL-Protein.
-
Beispiel 6: bcl-XL verhindert Fas- und anti-CD3-induzierten
PCD in Jurkat-T-Zellen
-
Querverknüpfung von Fas auf T-Zelllinien
führt zu
der schnellen Induktion von Apoptose. Normale T-Zellen werden jedoch
nicht für
den Zelltod als Folge von Fas-Querverknüpfung anfällig, solange sie nicht über ausgedehnte
Zeiträume
aktiviert wurden (Klas et al. (1993) Int. Immunol. 5, 625–630). Zellen
werden schnell angeregt, hohe Fas-Spiegel an der Zelloberfläche zu produzieren,
wenn sie über
24 Stunden mit anti-CD3 + anti-CD28 aktiviert werden. Fas-Spiegel
bleiben dann in Kultur über
die nächsten
Tage konstant. Abgesehen davon tritt die Fähigkeit der Fas-Querverknüpfung, Apoptose
auszulösen,
erst 72 Stunden nach der Stimulation auf und wird in Kultur in den
nächsten
Tagen zunehmend wirkungsvoller. Dieses Beispiel zeigt, dass der
bcl-XL-Proteinspiegel in T-Zellen, die mit
anti-CD3 und anti-CD28 stimuliert wurden, mit dem Widerstand gegen
Fas-induzierten Zelltod korreliert.
-
T-Zellen wurden mit Medium allein
oder anti-CD3 und anti-CD28 über
einen Zeitraum von 120 Stunden aktiviert. Cytoplasmatische Lysate
wurden hergestellt und mit Western-Blot-Analyse, mit dem polyclonalen anti-bcl-XL-Antikörper
präpariert,
analysiert, wie vorstehend beschrieben. Zur gleichen Zeit wurden
anti-CD3- und anti-CD28-stimulierte T-Zellen mit 0,5 μg/ml CH-11
anti-Fas-monoclonalem Antikörper
(Panvera) oder einer Isotyp-Kontrolle (IgM) über 24 Stunden in jedem 24-Stunden-Interval
des Zeitraumes von 120 Stunden behandelt. Die Lebensfähigkeit
wurde durch das Propidiumjodid-Ausschlussverfahren untersucht, wie
vorstehend beschrieben. Fas-Oberflächenexpression wurde durch
Anfärben
mit CH-11 über
30 Minuten, gefolgt von FITC-konjugiertem anti-Maus IgM (Sigma) über 30 Minuten.
Angefärbte
Zellen wurden mittels Durchflusscytometrie (FACSort, Becton-Dickinson)
unter Verwendung von Lysis II-Software analysiert.
-
Bcl-XL-Proteinspiegel
und Lebensfähigkeit
von T-Zellen mit Querverknüpfung
mit anti-Fas-Antikörper werden
in 6 gezeigt. Nach anti-CD3
+anti-CD28-Costimulation lag das Maximum der bcl-XL-Protein-Expression
zwischen 24 und 48 Stunden und verringerte sich danach zunehmend.
Wie in der unteren Hälfte
der Figur dargestellt, sind Zellen, die über 24 oder 48 Stunden mit
anti-CD3 und anti-CD28 behandelt wurden und dann eine Fas-Querverknüpfung eingingen,
vollständig
gegen Zelltod resistent. Wenn die T-Zellen jedoch mit anti-Fas-Antikörper zu
späteren
Zeitpunkten nach Stimulation mit anti-CD3 und anti-CD28 eine Querverknüpfung eingingen,
nahm die Lebensfähigkeit
der Zellen ab. Auf diese Weise korreliert die Anwesenheit von bcl-XL-Protein mit dem Schutz der T-Zelle vor
Fas-induziertem
Zelltod.
-
Um weiter zu zeigen, dass bcl-XL-Protein Resistenz gegen durch Fas-Querverknüpfung induzierten Zelltod
auslöst,
wurden Jurkat-T-Zellen mit einem bcl-XL-codierenden
Expressionsvektor transfiziert und die Lebensfähigkeit der Zellen nach Zugabe
von anti-Fas-Antikörper bestimmt.
-
Jurkat-Zellen wurden in Medium, wie
vorstehend beschrieben, gehalten und mit pSFFVNeo-bcl-XL (Boise,
L. H. et al. (1993) Cell 74, 597–608) oder mit pSFFVNeo durch
Elektroporation mit einem Gen-Pulser (BioRad) mit 250 V und 960 μF transfiziert.
Die Transfektanten wurden mit G418 (Sigma) zu 1 mg/ml selektiert, und
mehrere unabhängige
Clone wurden durch Begrenzung der Verdünnung isoliert. Western-Blot-Analyse zeigte,
dass hohe bcl-XL-Proteinspiegel in Clonen vorhanden sind,
die mit dem bcl-XL-Expressionsvektor transfiziert
worden waren, und dass Clone, die mit dem Kontrollvektor (Neo-Clone)
transfiziert worden waren, kein bcl-XL-Protein
exprimieren (7, Tafel C). Die bcl-XL-Spiegel in den bcl-XL-Transfektanten waren
den Spiegeln vergleichbar, die in T-Zellen 24 Stunden nach anti-CD3
+ anti-CD28-Costimulation exprimiert wurden (vgl. 5, zum Beispiel). Fas-Expression auf
den Clonen wurde durch Anfärbung
nachgewiesen, wie vorstehend beschrieben.
-
Drei bcl-XL-
und drei Neo-Clone, die vergleichbare Mengen an Fas an ihrer Oberfläche exprimierten, wurden
in Medium mit 2,5 × 105 Zellen/ml inkubiert, mit 10 ng/ml Fas-Antikörper oder
einer zum Isotyp passenden Kontrolle behandelt, und die Lebensfähigkeit
wurde über
die Zeit mit dem Propidiumjodid-Ausschlussverfahren untersucht.
Die Lebensfähigkeit
der Jurkat-Zell-Clone in Prozent wird in 7,
Tafel A dargestellt. Die Graphik zeigt, dass Fas in allen drei Kontroll-Transfektanten
schnellen Zelltod auslöst
(weniger als 10% Lebensfähigkeit
in 48 Stunden), während
die drei bcl-XL-Transfektanten eine Lebensfähigkeit
von mehr als 60% während
der Dauer des Experiments behalten. Weder die neo- noch die bcl-XL-Transfektanten zeigen Verluste der Lebensfähigkeit,
wenn kein Antikörper
oder ein zum Isotyp passender Kontroll-mAb (IgM) verwendet wurde.
Daher blockiert bcl-XL wesentlich Fas-induzierten
Zelltod in Jurkat-Zellen.
-
Von anti-CD3-Querverknüpfung ist
auch berichtet worden, dass sie Apoptose in T-Zell-Clonen und T-Zelllinien
auslöst
(Shi, Y. et al. (1989) Nature 339, 625–626); Ucker, D. S. et al.
(1989) J. Immunol. 143, 3461–3469).
Um die Fähigkeit
von bcl-XL, TCR-induzierten Zelltod zu verhindern,
zu untersuchen, wurden die Jurkat-Transfektanten mit anti-CD3 stimuliert
und ihre Überlebensrate überwacht.
Anti-CD3-induzierter Zelltod wurde mit 1 μg/ml Platten-gebundenem anti-CD3 (OKT3) durchgeführt und
die Lebensfähigkeit
täglich
mit dem Propidiumjodid-Ausschlussverfahren untersucht.
-
Die Ergebnisse sind in 7, Tafel B grafisch dargestellt. Nach
84 Stunden führte
die Behandlung mit anti-CD3 zu 30–60% Zelltod in den Kulturen
der Neo-Clone. Im Gegensatz dazu wurde anti-CD3-induzierter Zelltod
nahezu vollständig
durch die Anwesenheit von bcl-XL verhindert (7,
Tafel B).
-
Das bcl-XL-Protein
ist daher in der Lage, T-Zellen vor von Fas- und T-Zell-Rezeptor-Querverknüpfung induziertem
Zelltod zu schützen.
-
Beispiel 7: bcl-XL, kann unabhängig von IL-2 wirken, um das
T-Zell-Überleben
zu verbessern
-
Basierend auf der Untersuchung der
Wirkung von II-2 auf das Überleben
von T-Zellen, die durch Querverknüpfung des TCR/CD3-Komplexes
aktiviert wurden, scheint IL-2 als Überlebensfaktor bei der Erhaltung der
Lebensfähigkeit
von Antigen-aktivierten T-Zellen wirken zu können. Obwohl es den Anschein
hat, dass CD28-Costimulation zum Überleben von T-Zellen führt, das
unabhängig
von den Spiegeln der Wachstumsfaktoren im Überstand ist, ist es schwierig
herauszufinden, ob die verbesserte Überlebensrate von CD28-stimulierten
Zellen nicht vielmehr das Ergebnis der hohen IL-2-Spiegel war, die
durch die CD28-Costimulation
produziert wurden. Die hohen IL-2-Spiegel, die in CD28-costimulierten
Zellen produziert werden, machen es unmöglich, die Wirkungen von Lymphokinen
durch serielles Waschen vollständig
auszuschließen.
Die hohen Lymphokin-Spiegel, die in CD28-costimulierten Zellen produziert werden,
könnten
die Zellen möglicherweise auf
autokrine Art, sogar in Abwesenheit von nachweisbarer Akkumulation
von Lymphokinen in kultivierten Überständen beeinflussen.
Dieses Beispiel zeigt, dass bcl-XL-Protein
in der Lage ist, eine IL-2-abhängige T-Zelllinie
vor dem Zelltod zu schützen,
wenn IL-2 entfernt wird.
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CTLL-2 ist eine T-Zelllinie, deren Überleben
und Proliferation in Kultur von IL-2 abhängig ist (Gillis, S. und Smith,
K. A. (1977) Nature 268, 154–156).
Diese Zellen können
nicht induziert werden, ihr eigenes IL-2 zu sekretieren, und werden
in Biotests auf IL-2 häufig
verwendet. CTLL-2-Zellen wurden in Wachstumsmedium, wie vorstehend
beschrieben, mit dem Zusatz von β-Mercaptoethanol
(50 μM)
und rekombinantem IL-2 (100 Units/ml) (Nunez, G. et al. (1990) J.
Immunol. 144, 3602–3610)
gehalten. Die Zellen wurden mit dem Expressionsvektor pSFFVNeo-bcl-XL (Boise, L. H. et al. (1993) Cell 74, 597–608) durch
Elektroporation mit einem Gen-Pulser (BioRad) bei 250 V und 960 μF transfiziert.
Die Transfektanten wurden mit 250 μg/ml G418 selektiert, und bcl-XL-positive Clone wurden mit Western-Blot-Analyse
identifiziert. CTLL-2-Zellen (2,5 × 106)
wurden in 50 ml NET-N lysiert, und die Kerne und Zellreste wurden,
wie vorstehend beschrieben, entfernt. Fünfzig μl 2 × SDS-Ladungspufferlösung wurden
zu dem Überstand
zugegeben, und SDS-PAGE und Western-Blot-Analyse wurden durchgeführt, wie
vorstehend beschrieben.
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Zwei bcl-XL-Clone,
die hohe bcl-XL-Proteinspiegel exprimierten
(7, Tafel E), wurden auf ihre Fähigkeit
untersucht, in Kultur in Abwesenheit von IL-2 zu überleben.
Diese Clone exprimierten bcl-XL in Spiegeln, die
denen von anti-CD3 + anti-CD28-aktivierten T-Zellen ähnlich waren.
Die bcl-XL exprimierenden Zellen wurden
einen Tag vor dem Entzug zu 3 × 105 Zellen/ml in frisches Medium gegeben. Die
Zellen wurden dann dreimal in frischem Medium ohne IL-2 gewaschen
und im selben Medium resuspendiert. Lebensfähigkeit wurde mit Propidiumjodid-Ausschlussverfahren
an den angegebenen Tagen untersucht. Die Ergebnisse werden grafisch
in 7, Tafel D dargestellt. Beide bcl-XL-transfizierten Clone hatten im Vergleich
mit der elterlichen Zelllinie ihre Überleben in Abwesenheit von
IL-2 verbessert (7, Tafel D). Daher
kann bcl-XL in Abwesenheit von IL-2 bewirken,
so dass die T-Zell-Überlebensrate
verbessert wird. Diese Clone wurden auch auf durch Bestrahlung induzierten
Tod in Tests, die ähnlich
denen in 2 gezeigten waren, untersucht.
Clone, die bcl-XL exprimierten, zeigten
signifikanten Schutz vor durch Bestrahlung induzierten Tod, wenn
sie mit Kontrollzellen entweder in Anwesenheit oder in Abwesenheit
von IL-2 verglichen wurden.
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Auf diese Weise zeigt dieses Beispiel,
dass bcl-XL-Protein T-Zellen vor Zelltod
schützt,
der durch Fehlen von IL-2 induziert wird.
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Beispiel 8: Expression
von bcl-XL über CD28-Costimulation wird
evolutionär
bewahrt
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Um zu bestimmen, ob die Fähigkeit
der CD28-Costimulation, die bcl-XL-Expression
zu regulieren, zwischen Maus und Mensch bewahrt worden ist, wurden
Zellen, die aus murinen Lymphknoten isoliert wurden, mit löslichem
anti-CD3 aktiviert, und die bcl-XL-Expression
wurde untersucht.
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Lymphknoten wurden von C57BL/6-Mäusen (Jackson
Laboratories) geerntet, und einzelne Zellsuspensionen wurden durch
Passage durch ein Nylonnetz hergestellt. 2 × 106 Zellen/ml
wurden in vollständigem Medium
kultiviert, das aus DMEM (GIBCO BRL) bestand, ergänzt mit
10% fötalem
Kälberserum,
Penicillin (100 U/ml), Streptomycin (100 U/ml), 10 mM HEPES, 50
mM β-ME
und 0.1 mM nicht essentiellen Aminosäuren. Lösliches anti-CD3 (145-2C11, 10 μg/ml von
J. Bluestone) wurde allein oder in Kombination mit anti-CD28 (10 μg/ml) oder
CTLA4Ig (100 μg/ml,
von Repligen) zugegeben. Die Kulturen wurden über 24 Stunden bei 37°C, 7% CO2 inkubiert und für die Western-Blot-Analyse
geerntet. Murine Lymphocyten (5 × 106)
wurden in 50 μl NET-N
lysiert, und die Kerne und Zellreste wurden entfernt, wie vorstehend
beschrieben. 50 μl
2 × SDS-Ladungspufferlösung wurde
zum Überstand
hinzugegeben, und SDS-PAGE und Western-Blot-Analyse wurden durchgeführt, wie
vorstehend beschrieben. Für
Untersuchungen zur Lebensfähigkeit
wurden die Zellen, wie vorstehend beschrieben, behandelt. Die Lebensfähigkeit
von T-Zellen nach Aktivierung wurde mit dem Propidiumjodid-Ausschlussverfahren
auf Thy-1-positive Zellen untersucht.
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Die Ergebnisse, dargestellt in 8, zeigen, dass ruhende
murine T-Zellen kein nachweisbares bcl-XL exprimieren,
wie es auch bei menschlichen T-Zellen der Fall ist ( 8, Linie 1). Behandlung
mit löslichem anti-CD3 über 24 Stunden
induzierte bcl-XL-Expression, wenn Hilfszellen anwesend
sind, um ein costimulierendes Signal zu liefern. Dieser bcl-XL-Spiegel war erhöht, wenn dieses costimulierende
Signal durch die Zugabe von anti-CD28 verstärkt wurde. Im Kontrast dazu
ist die Fähigkeit
von löslichem
anti-CD3, bcl-XL-Expression in Anwesenheit von Hilfszellen
zu verstärken,
nahezu vollständig
gehemmt, wenn CTLA4Ig zugegeben wird, ein Reagenz, das CD28-Costimulation
verhindert, indem die CD28-Liganden B7-1 und B7-2 kompetitiv gehemmt
werden, mit CD28 in Wechselwirkung zu treten. Diese Daten zeigen,
dass in T-Zellen der Maus bcl-XL-Expression
auch während
der Zellaktivierung induziert wird. Darüber hinaus ist die Induktion
von bcl-XL-Expression bei einer submitogenen
Dosis von anti-CD3 nahezu vollständig
von einer CD28-Costimulation
abhängig.
Dieses Expressionsmuster zeigt, dass bcl-XL eine
Rolle für
das Überleben
von aktivierten T-Zellen der Maus spielt. Übereinstimmend mit dieser Möglichkeit
betrug die Lebensfähigkeit
von Thy-1-positiven Zellen aus der nicht getrennten Lymphknoten-Zellpopulation,
die mit anti-CD3 allein stimuliert wurde, 62% nach 72 Stunden. Im
Gegensatz dazu verstärkt
die Zugabe von anti-CD28 die Lebensfähigkeit der Thy-1-positiven
Zellen auf 88%. Anders herum wird die Lebensfähigkeit der aktivierten T-Zellen durch Blockieren
der CD28/B7-vermittelten Costimulation in den Lymphknotenzellen
mit CTLA4Ig auf 20% nach 72 Stunden reduziert.
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Dieses Beispiel zeigt somit, dass
bcl-XL in T-Zellen der Maus die gleichen
Expressionsmuster wie in menschlichen T-Zellen aufweist, d. h. bcl-XL-Protein ist in ruhenden T-Zellen nicht
vorhanden, bcl-XL-Protein wird in T-Zellen
exprimiert, die durch Querverknüpfung
des T-Zell-Rezeptors
aktiviert sind, und der bcl-XL-Proteinspiegel
wird durch Costimulation mit CD28 weiter erhöht.
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Beispiel 9: bcl-XL-Expression kann HIV-1-induzierten Zelltod
verhindern
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Um zu untersuchen, ob bcl-XL-Expression T-Zellen vor HIV-1-induziertem
Zelltod schützt,
wurden die vorstehend beschriebenen, mit pSFFVNeo-bcl-XL (bcl-XL) oder mit dem Vektor allein (Neo) transfizierten
Jurkat-Zellclone mit HIV infiziert, und die Lebensfähigkeit
wurde bestimmt.
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Drei Jurkat-Zellclone, die mit dem
bcl-XL-Expressionsvektor transfiziert waren,
und drei Jurkat-Zellclone, die mit dem Kontrollvektor transfiziert
waren, wurden mit verschiedenen Verdünnungen der zellfreien Virusstammlösung des
HIV-RF-Isolats infiziert. Am 12. Tag nach Infektion wurde der Zelltod
durch einen Tetrazolium/Formazan-Test quantifiziert (vgl. Shearman,
M. S. et al. (1994) Proc. Natl. Acad. Sci. USA 91, 1470–1474; Hansen,
M. B. et al. (1989) J. Immun. Methods 119, 203–210).
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Die mittlere Lebensfähigkeit
der drei Zelllinen ist in 9 grafisch
dargestellt. Kontroll-Jurkat-Zellen hatten
eine hohe Zelltod-Rate, wenn sie mit der Virusstammlösung in
Verdünnungen
von 1 : 4 bis 1 : 256 infiziert waren. Im Gegensatz dazu zeigten
die transfizierten Jurkat-Zellen, die das bcl-XL-Gen
exprimierten, bei den gleichen Virusverdünnungen keinerlei Beeinträchtigung
der Lebensfähigkeit.
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Um zu untersuchen, ob die schützende Wirkung
von bcl-XL-Expression auf Resistenz gegen
HIV-1-Infektion oder auf eine spezifischere Wirkung auf die Induktion
von Zelltod zurückzuführen ist,
wurde die Virusmenge im Überstand
der infizierten Zellen am 7. Tag nach Infektion mit Hilfe des Verfahrens
von Spearman und Karber quantifiziert. Das Spearman-Karber-Verfahren
wird von Richman, D. B., Johnson V. A., Mayrs V. L. (1993) In vitro
evaluation of experimental agents for anti-HIV activity. Current
Protocols in Immunology ch. 12.9, Colligan J. E. et al., Hrsg. Greene
and Wiley, Interscience NY, beschrieben.
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Die Ergebnisse werden in Tabelle
1 dargestellt. Im Vergleich zu den Kontrollzellen gab es eine etwa vierfache
Abnahme der Virusmenge in den Überständen der
bcl-X
L-exprimierenden Zellen. Tabelle
1
Anzahl von HIV-Partikeln in den Überständen von Zellen, die mit bcl-X
L oder dem Vektor allein transfiziert waren
| Zellinie | TCID50 |
| N1.7 | 2048 |
| N1.8 | 2048 |
| N1.22 | 676 |
| BclX.8 | 512 |
| BclX.10 | 294 |
| BclX.13 | 512 |
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Die Ergebnisse dieser Beispiele zeigen,
dass bcl-XL-Protein T-Zellen vor HIV-induziertem
Zelltod schützt.
Diese Wirkung kann hilfreich sein, den Abbau von CD4-Zellen während einer
HIV-Infektion zu verhindern. Die vorliegenden Ergebnisse legen auch
nahe, dass es ein Mechanismus des übermäßigen Zelltods bei Patienten
mit HIV-Infektion sein könnte,
dass bestimmte Formen der T-Zell-Aktivierung in diesen Patienten nicht
in der Lage sind, bcl-XL-Expression in solchen Höhen zu induzieren,
die denen von nicht infizierten Individuen vergleichbar sind. Daher
könnte
ein Mittel der Therapie von HIV-Infektion sein, die Induktion von bcl-XL-Expression durch Zellaktivierung und -Vermehrung
ex vivo oder durch Induktion der CD28-Signaltransduktion in vivo
wieder herzustellen. Alternativ kann die Induktion von bcl-XL-Expression durch Stimulation mit einem
Agens erreicht werden, das ein anderes ist, als das Agens, welches
CD28 stimuliert. Diese Daten zeigen, dass die Fähigkeit von CD28, die bcl-XL-Expression zu erhöhen, von klinischem Nutzen
bei Immunschwäche-Zuständen ist,
bei denen übermäßiger Tod
lymphatischer Zellen auftritt, besonders bei HIV-Infektion, wo programmierter Zelltod
in T-Zellen des peripheren Bluts und in T-Zellen der Lymphknoten
auftritt.
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Beispiel 10: Anti-CD3-
und anti-CD28-Stimulation von PBMC aus HIV-infizierten Individuen
führen
zu einer Erhöhung
des bcl-XL-Proteinspiegels, der ausreicht,
die Zellen vor Zelltod zu schützen
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Dieses Beispiel zeigt, dass Stimulation
von PBMC oder Lymphocyten von HIV-infizierten Individuen mit anti-CD3
und anti-CD28 zu einem Anstieg von bcl-XL-Proteinspiegeln
führt,
der ausreichend ist, um die Zellen gegen Apoptose zu schützen.
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Progression zu klinischer Immunschwächezuständen bei
asymptomatischen HIV-infizierten Individuen ist durch einen graduellen,
aber fortschreitenden Verlust von CD4+-T-Zellen gekennzeichnet.
Während
die Mechanismen, denen die Abnahme der CD4+-T-Zellen in HIV-infizierten Patienten
zugrunde liegt, zur Zeit nicht bekannt sind, legen neue Beobachtungen
nahe, dass diese Zellen als Antwort auf Aktivierungssignale abnormal
empfindlich für
Apoptose sind. Die Rollen der vor Apoptose schützenden Proteine bcl-2 und
bcl-x für
die HIV-Erkrankung wurden in nicht stimulierten, Kermesbeeren-Mitogen
(PWM)-stimulierten und anti-CD3 plus anti-CD28 stimulierten Proben
von HIV-infizierten asymptomatischen Individuen untersucht.
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PBMC wurden aus HIV-infizierten Individuen
auf folgende Weise gewonnen. Mit Heparin versetzte Blutproben wurden
durch Venenpunktion von HIV-infizierten (n = 25) und HIV-negativen Kontrollen
(n = 15) gewonnen, die ihre Zustimmung erklärt hatten. Die Patienten wurden
in Patienten in asymptomatischem frühem- und mittlerem Stadium
eingeteilt (>50 und
200–500
CD4-Zellen/mm3), basierend auf dem Walter
Reed Staging-System (Redfield, R. R. et al. (1986) New Engl. J.
Med. 314, 131–132).
Die Proben wurden sofort verarbeitet. Frisch isolierte mononukleäre Zellen
wurden aus dem Leukocytenfilm des Blutes gewonnen, das 1 : 1 mit
steriler HBSS (BioWhittaker, Wakersvile MD) verdünnt und über Ficoll-Hypaque zentrifugiert
worden war. Die Lebensfähigkeit
der Proben lag allgemein über
95%. Soweit nicht anders angegeben, wurden PBMC über 48 Stunden mit 1 × 106 Zellen/ml in RPMI 1640, ergänzt mit
10% FCS (T-Zell-Medium) in Mikrotiterplatten mit 24 Vertiefungen
kultiviert. Die Stimulation der Zellen mit PWM (Sigma Chemical Company,
St. Louis MO) wurde mit 10 μg/ml
durchgeführt.
Stimulation der Zellen durch CD3 allein oder durch CD28 wurde mit
anti-CD3- oder einer Kombination aus anti-CD3 und anti-CD28-mAbs
in Querverknüpfung
mit Ziegen-anti-Maus-IgG-Antikörper,
gebunden an magnetische Kügelchen
(Dynal, Great Neck, NY) durchgeführt,
wie von Weng, N.-P. et al. (1995) PNAS USA 92, 11091–11094)
beschrieben. Jurkat-Zellen, die entweder mit einer pSFFNeo- bcl-XL- oder pSFFVNeo-Konstruktion, wie hierin beschrieben,
transfiziert worden waren, wurden in T-Zell-Medium gehalten, das
1 mg/ml G418 (Sigma Chemical Company) enthielt und dienten als positive
Kontrolle für
bcl-x-Färbung.
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Die Menge an bcl-X- und bcl-2-Protein
in den Zellen wurde durch ein Verfahren bestimmt, das Einzelzell-Detektion
von bcl-X erlaubte, basierend auf intrazellulärer Färbung und Durchflusscytometrie,
die auf folgende Weise durchgeführt
wurde. PBMC wurden geerntet, und 1 × 106 Zellen
wurden in PBS gewaschen und in 1% Paraformaldehyd-Lösung (pH-Wert
7,2) über
30 Minuten bei Zimmertemperatur fixiert. Die Proben wurden in PBS
gewaschen, dann in PBS + 0.05% Triton-X 100 über 5 Minuten resuspendiert,
um die Zellen permeabel zu machen. Nach einer Waschung in PBS wurden
die Proben in 100 μl
PBS, die 20% menschliches AB-Typ-Serum (Sigma Chemical Company)
und 1 μg/ml
monoclonalen anti-bcl-X-Antikörper 7B2
(Craig Thompson, Universität
von Chicago) oder 1 μg/ml
des anti-bcl-2-mAb
6C8 vom Hamster (PharMingen, Inc., San Diego, CA) enthielt, über 1 h
bei 4°C
resuspendiert. Zum Isotyp passende IgG-mAbs dienten als Kontrolle für Proben,
die mit anti-bcl-x
und anti-bcl-2 gefärbt
waren. Nach Inkubation mit den primären Antikörpern wurden die Proben in
PBS + 0.05 Triton-X 100 gewaschen und in 100 μl PBS + 0.05% Ziegen-F(ab)2-anti-Maus (H
+ L) resuspendiert. FITC (Gibco Life Technologies) wurde über 30 min bei
4°C zugegeben.
Die mit anti-Bcl-2 gefärbten
Proben wurden mit 20 μg/ml
FITC-anti-Hamster
IgG-Cocktail (PharMingen) über
30 min bei 4°C
inkubiert. Schließlich
wurden die Proben in PBS gewaschen und mittels Durchflusscytometrie
2 bis 48 Stunden nach Färbung
analysiert. Innerhalb dieses Zeitrahmens gab es keine Anzeichen
für Abnahmen
im Prozentsatz der Zellen, die sich auf bcl-x färbten, noch Änderungen
in den mittleren Fluoreszenzintensitäten.
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Obwohl mit dieser Untersuchung bcl-x-Spiegel
(d. h. bcl-xL und bcl-xS) gemessen werden, anstatt spezifisch bcl-xL-Spiegel,
wurde durch Immunfällungsexperimente
gezeigt, dass die Mehrheit des unter diesen Bedingungen gemessenen
bcl-x-Proteins zu bcl-xL gehört.
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Die Ergebnisse zeigen, dass, während die
mittlere Fluoreszenzintensität
und der Prozentsatz an Zellen, die sich auf bcl-x färben, in
nicht stimulierten PBMC von HIV-infizierten Proben sich nicht von
Spiegeln unterschieden, die in nicht HIV-infizierten Kontrollen
beobachtet wurden, war die bcl-X-Expression in PBMC von HIV-infizierten
Individuen niedriger als in nicht infizierten Kontrollen nach Aktivierung
mit PWM und anti-CD3 plus anti-CD28. Dieser bcl-X-Proteinspiegel
ist jedoch ausreichend, die Zellen vor Zelltod zu schützen. Dies
wurde gezeigt, indem z. B. die Menge an bcl-X-Protein und die Apoptose-Rate
in PBMC von HIV-infizierten
Individuen und nicht HIV-infizierten Kontrollindividuen nach Stimulation
mit anti-CD3 und anti-CD28 oder mit PWM über unterschiedliche Zeiten
verglichen wurden, wie vorstehend beschrieben.
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Apoptose in PBMC wurde durch Markieren
von DNA-Einzelstrang-Bruchstücken
mit dUTP, katalysiert von TdT, gemessen (Li, X. et al. (1995) Cytometry
20, 172–180).
Ein Durchflusscytometrie-Test wurde verwendet, um apoptotische Zellen
in PBMC-Kulturen zu quantifizieren, die entweder mit PWM oder anti-CD3
plus anti-CD28 stimuliert waren. Diese Untersuchung wurde wie folgt
durchgeführt.
PBMC wurden geerntet, Lebensfähigkeit
wurde durch Trypanblau-Ausschlußverfahren
ermittelt, und 1 × 106 Zellen wurden in 1% Formaldehyd (pH-Wert
7,4)-Lösung über 10 min
auf Eis fixiert. Die Proben wurden in HBSS gewaschen, und die Zellpellets
wurden in 70% Ethanol resuspendiert und bei –20°C über 2h bis 3 Tage gelagert.
Nach einmaligem Waschen in HBSS wurden die Proben in 50 μl eines terminalen
Desoxynucleotidyl-Transferase (TdT)-Reaktionsgemisches (0.1 M Cacodylsäure, 1 mM
CoCl2, 0,1 mM Dithiothreit and 50 μl BSA), das
0.5 nM Biotin, 16-dUTP (Boehringer, Indianapolis IN) und 10 Einheiten
TdT (Boehringer) enthielt, über
30 min bei 37°C
resuspendiert. Nach Waschen in HBSS wurden 2,5 μg/ml FITC-Avidin (Gibco Life
Technologies, Gaithersburg, MD) zu einer Färbelösung zugegeben (4 × SSC, 0.1%
Triton X-100 and
5% Magermilchpulver), und die Proben wurden über 15 min bei Zimmertemperatur
inkubiert. Jurkat-Zellen, die über
24 h mit 0.5 μg/ml
menschlichem anti-Fas-Antikörper
(Upstate Biotechnology Inc. Lake Placid NY) behandelt wurden, dienten
als eine positive Kontrolle für
den Test, während
Proben, denen TdT fehlte, als negative Kontrollen dienten. Die Proben
wurden durch cytofluorometrische Analyse unter Verwendung eines
ELITE-ESP (Coulter Inc., Kindal FL)-Durchflusscytometers analysiert.
Fünf- bis
Zehntausend Zellen wurden unter Verwendung der Parameter log 90°C-Streuung
gegen log FIFC-Intensität
ausgezählt.
Apoptotische Zellen wurden als FITC-positive Zellen mit einem niedrigen
Vorwärtswinkel
und einer niedrigen 90°C-Streuung
definiert. Die Lebensfähigkeit,
basierend auf Trypanblau-Ausschlussverfahren, bestätigte die
Zuverlässigkeit
der auf TdT basierenden Untersuchung.
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Um die Kinetik der bcl-x-Induktion
in Relation zur Apoptose zu messen, die in PWM- und anti-CD3- plus
anti-CD28-stimulierten Proben auftritt, wurden drei HIV-infizierte
und drei HIV-negative Kontrollen nach Kultur über 0 h, 24 h, 48 h und 72
h untersucht. Die Ergebnisse, präsentiert
als die mittleren Prozentsätze, werden
in 10, Tafeln A–D dargestellt. In Kontrollproben,
die mit PWM behandelt wurden, stieg die bcl-x-Expression zwischen
24 und 48 h an, während
die Apoptose-Raten niedrig blieben. In Kontrollproben, die mit anti-CD3
plus anti-CD28 behandelt wurden, stiegen bcl-x-Spiegel dramatisch,
während
nur niedrige Apoptose-Raten sichtbar waren (10,
Tafel A). In diesen HIV-negativen
Kontrollen traten Blasttransformation und ein Anwachsen der Zellzahl
unter beiden Kulturbedingungen auf, ein Zeichen für die Proliferation
der Zellen. Die PWM-stimulierten Kulturen von HIV-infizierten Patienten
wiesen hohe Apoptose-Raten nach 48 Stunden mit einem Maximum von
40% vor dem Absinken auf (10, Tafel
B). PWM-stimulierte PBMC von HIV-infizierten Individuen exprimierten
nur geringe Mengen bcl-x zwischen 0 und 48 h. Interessanterweise
wurde ein leichter Anstieg in der Fraktion der bcl-x-exprimierenden Zellen
zwischen 48 und 72 h beobachtet, der vielleicht eine Anreicherung
in den Zellen widerspiegelt, die mehr als 48 h überlebten (10,
Tafel B). Im Vergleich mit HIV-negativen Kontrollen war in PBMC
von HIV-infizierten Patienten, die mit anti-CD3 plus anti-CD28 kultiviert wurden,
die bcl-x-Expression niedriger und ihre Induktion war verzögert (10 Tafel D). Apoptose-Raten waren in den
anti-CD3- plus anti-CD28-stimulierten Kulturen niedrig, obgleich
sie jene, die bei HIV-negativen Kontrollen beobachtet wurden, übertrafen
(10, Tafeln C und D). Während in
PBMC von HIV-infizierten Patienten, die mit PWM kultiviert wurden,
nur geringe Proliferation beobachtet wurde, wurden in anti-CD3 plus
anti-CD28-Kulturen ansteigende Zellzahlen und Zellgrößen beobachtet.
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Apoptose und bcl-x-Induktion wurden
in HIV-negativen Kontrollen (n = 5) und HIV-infizierten Individuen (n = 20) nach
48 h in Kultur weiter untersucht. Die Proben wurden in Medium allein,
mit PWM oder anti-CD3 plus anti-CD28 kultiviert, wie vorstehend
beschrieben. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 angeführt. Unter HIV-negativen
Kontrollen waren Apoptose-Raten als Folge der verschiedenen Stimuli ähnlich.
Die Apoptose-Raten stiegen als Antwort auf Behandlung mit PWM leicht über die
Basislinie und fielen als Antwort auf anti-CD3 plus anti-CD28 ein
wenig ab. In den selben Proben stieg die bcl-x-Produktion in den PWM-behandelten Kulturen
leicht und in den anti-CD3 plus anti-CD28-behandelten Kulturen dramatisch an.
Im Gegensatz dazu wurden beachtliche Anstiege der Apoptose-Rate über die
Basisraten hinaus bei PBMC von HIV-infizierten Individuen nach 48
h in Kultur mit PWM beobachtet. Anstiege der Apoptose-Rate bei PBMC
von HIV-infizierten Patienten, die mit anti-CD3 plus anti-CD28 kultiviert
wurden, wurden nicht beobachtet.
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Tabelle
2
Prozentsätze
von Apoptose und Bcl-X-Induktion
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Zusammenfassend wurden, während die
bcl-x-Expression in stimulierten, nicht infizieren Proben dramatisch
anstieg, in stimulierten HIV-infizierten Proben verzögerte und
herabgesetzte Antworten beobachtet. Zusätzlich zeigte intrazelluläre Färbung von
bcl-x in Einzelzellen eine starke umgekehrte Korrelation zwischen PWM-induzierter
bcl-x-Expression und Apoptose (r = 0,695; p = 0,005). Ein ähnliche
Korrelation wurde in PBMC, die mit anti-CD3 und anti-CD28 stimuliert wurden,
nicht beobachtet, was nahe legt, dass Costimulation schützende Spiegel
von bcl-x-Induktion zur Folge hat. Die Ergebnisse wurden auch erhalten,
wenn Lymphocyten statt PBMC verwendet wurden, d. h. Lymphocyten
von HIV-infizierten Individuen, die mit anti-CD3 plus anti-CD28
stimuliert wurden, zeigten im Vergleich eine niedrigere bcl-x-Expression
als Lymphocyten von nicht infizierten Individuen. Verzögerte und
verringerte bcl-x-Expression ließ sich nicht auf einen verringerten
Prozentsatz von CD3+CD28+ Zellen in den untersuchten Proben zurückführen, denn
verringerte bcl-x-Expression wurde
in CD28+-HIV-infizierten, mit PWM stimulierten Untergruppen festgestellt.
Darüber
hinaus ist niedrige bcl-x-Expression nicht auf reduzierte Aktivierung
der Lymphocyten zurückzuführen, denn
PWM-Stimulation induzierte die Expression von CD69, einem frühen Aktivierungsmarker,
in HIV-infizieren Patienten.
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Daher haben Lymphocyten von HIV-infizierten
Individuen nach Stimulation mit anti-CD3 plus anti-CD28 einen niedrigeren
bcl-xL-Proteinspiegel als Lymphocyten von nicht HIV-infizierten Individuen;
dieser Spiegel liegt aber oberhalb des Schwellenwertes für bcl-xL-Protein, der notwendig
ist, die Zellen vor Zelltod zu schützen.
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Äquivalente
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Fachleute des Gebietes werden erkennen
oder in der Lage sein, zu überprüfen, dass
allein mit dem Einsatz von Routine-Verfahren viele Äquivalente
zu den spezifischen Ausführungsformen
der hierin beschriebenen Erfindung möglich sind. Solche Äquivalente
sollen in den nachstehenden Ansprüchen eingeschlossen sein.
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