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Die vorliegende Erfindung bezieht
sich auf einen Kerbfilter mit passiven Komponenten.
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Er findet in der Elektronik Anwendung,
um Kerbfilter zu realisieren, welche in einem Frequenzbereich von
einigen Megahertz bis einigen Gigahertz funktionieren.
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Die Erfindung kann beispielsweise
zum Filtern von von einer Antenne empfangenen oder gesendeten Signalen
verwendet werden.
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Stand der Technik
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Die bekannten Kerbfilter umfassen
eine oder mehrere Filterzellen des resonant parallelen Typs. Diese
Zellen sind aus einem kapazitiven Element und einem induktiven Element
zusammengesetzt, welche parallel geschaltet sind und eine resonante
Schaltung bilden. Im folgenden Text werden die kapazitiven Elemente
und die induktiven Elemente zur Vereinfachung mit "Kapazität" bzw.
"Induktivität"
bezeichnet.
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Die 1 der
beigefügten
Zeichnung zeigt ein Bespiel für
einen bekannten Kerbfilter, welcher nur eine einzige Zelle umfasst.
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Die mit dem allgemeinen Bezugszeichen 10 bezeichnete
Zelle umfasst eine Kapazität
wie einen Kondensator 12 und eine Induktivität, wie beispielsweise
eine Spule 13, welche in parallelen Zweigen zwischen einem
Eingangsanschluss 14 und einem Ausgangsanschluss 16 der
Zelle angeordnet sind. Es ist zu beachten, dass der Filter, welcher
diese einzelne Zelle umfasst, einen Teil einer Übertragungsstrecke zum Übertragen
eines Signals von einer Quelle 18 zu einer Last 20 bildet.
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Die Quelle ist schematisch mit einem
Generator 22 und ihrem Innenwiderstand 24 dargestellt. Die
Spannung zwischen dem Eingang und dem Ausgang, Ve und Vs, sind an
dem Anschluss 14 bzw. 16 bezogen auf Masse gemessen.
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Die Übertragungsfunktion dieses
Filters, welche als Ausdruck des Verhältnisses
als
Funktion der Signalfrequenz verstanden werden kann, weist einen
Pol für
eine Frequenz
auf, welche die Resonanzfrequenz
der Zelle ist. In gleicher Weise kann die Impedanz Z
A der
Zelle als Funktion der Kreisfrequenz ω durch die folgende Formel
ausgedrückt
werden:
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In den Ausdrücken für die Frequenz f0 und die
Impedanz ZA bezeichnet L den Wert der Induktivität und C
bezeichnet den Wert der Kapazität.
Der Ausdruck j ist so definiert, dass j2 = –1 gilt.
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2 zeigt
die theoretische Antwort des Filters aus, 1. Auf der Ordinatenachse ist die Dämpfung A,
d. h. das Verhältnis
Vs/Ve in Dezibel aufgetragen (die Werte in Dezibel dieses Verhältnisses,
welches kleiner ist als l, sind negativ). Die Abszissenachse entspricht
der Frequenz F des Signals. Die Maßstäbe der Abszissenachse und der
Ordinatenachse sind willkürlich.
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Es scheint, dass für die Resonanzfrequenz die
Dämpfung
A im Prinzip unendlich groß ist.
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In Wirklichkeit sind die zum Zusammensetzen
einer Filterzelle benutzten Komponenten nicht perfekt. Insbesondere
ist die Spule 13 keine reine Induktivität, sondern weist einen Widerstand
auf, welcher weit davon entfernt ist, vernachlässigbar zu sein. Daraus ergibt
sich eine Abschwächung,
die zur Folge hat, dass die Dämpfungskurve
wesentlich modifiziert wird. Diese nimmt dann das in 3 dargestellte Aussehen
an. Es gibt immer noch eine Frequenz, bei der die Dämpfung (als
Absolutwert gesehen) maximal ist, aber diese Dämpfung hat einen endlichen
Wert (beispielsweise 20 oder 30 dB). Dieser kann sich in der Praxis
als unzureichend erweisen, wenn es darum geht, eine effiziente Sperre
zu erhalten oder einen bedeutenden Einschnitt in einem schmalen
Frequenzband zu erreichen.
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Wenn der Wert der Impedanz des Filters nahe
null ist, ist das Verhältnis
nahe
bei 1. Die Qualität
des Filters ist umso besser, desto schneller der Übergang
zwischen den Gebieten, wo der Wert der Impedanz nahe null ist, zu
dem Gebiet der maximalen Dämpfung
ist.
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Um die Leistung der Filter zu verbessern, können diese
aus mehreren Zellen wie der Zelle 10 der 1 zusammengesetzt sein. Diese Zellen
sind dann beispielsweise in einem Aufbau mit einer Π Struktur
verknüpft.
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Die aus mehreren Zellen gebildeten
Filter umfassen währenddessen
eine bedeutendere Anzahl von Komponenten und kosten daher mehr.
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Es ist eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, einen Kerbfilter mit einer einzigen zentralen Sperrfrequenz
vorzuschlagen, welcher eine viel schmälere Bandsperre als die bekannten
Filter aufweist, d. h. einen Filter mit einer besseren Selektivität. Eine
andere Aufgabe der Erfindung ist es, einen Kerbfilter mit einer
besseren maximalen Dämpfung vorzuschlagen.
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Eine Aufgabe der Erfindung ist es
zudem, einen Filter mit erheblich verringerten Fabrikationskosten
vorzuschlagen, welcher nur eine geringe Anzahl von Komponenten umfasst.
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Noch eine ändere Aufgabe ist es, einen
Filter vorzuschlagen, welcher keine aktiven Komponenten umfasst
und zumindest teilweise in Form einer Mikroleitungsbandschaltung
realisiert werden kann.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Um diese Aufgaben zu lösen, hat
die Erfindung genauer gesagt einen Kerbfilter mit einer einzigen
zentralen Sperrfrequenz zum Gegenstand, welcher in einem Frequenzbereich
von einigen Megahertz bis zu einigen Gigahertz funktioniert und
ausschließlich
aus einer oder mehreren Filterzellen gebildet ist, wobei jede Zelle
ausschließlich
zusammengesetzt ist aus:
- – einem ersten Schaltungszweig,
welcher eine erste Induktivität
umfasst und einen Eingangsanschluss der Zelle mit einem Ausgangsanschluss
der Zelle verbindet und
- – einem
zweiten Schaltungszweig, welcher in Serie eine zweite Induktivität und eine
Kapazität
umfasst, wobei dieser zweite Schaltungszweig zu der ersten Induktivität parallel
geschaltet ist,
wobei die erste Induktivität einen Wert 2 kleiner als der
Wert L der zweiten Induktivität
aufweist und die Werte P und L so sind, dass gilt.
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Ein derartiger Filter kann mit einer
stark verringerten Zahl von elektronischen Komponenten realisiert
werden, seine Fabrikationskosten sind daher gering.
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Gemäß einem bestimmten Ausführungsbeispiel
des Filters kann der erste Zweig Leitungen in Form eines Mikroleitungsbandes
umfassen, welche auf einem Substrat angeordnet sind und den Eingangsanschluss
der Zelle mit einem ersten Ende der ersten Induktivität bzw. ein
zweites Ende der ersten Induktivität mit dem Ausgangsanschluss
der Zelle verbinden. Die Mikroleitungsbänder können gemäß bekannten Techniken der Herstellung
von gedruckten Schaltungen realisiert werden. Dank der präzisen Kontrolle
der Abmessungen der gemäß diesen
Techniken gebildeten Muster ist es möglich, die Parameter der Impedanz
des Filters präzise
einzustellen.
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Die erste Induktivität kann auch
durch einen Abschnitt des Mikroleitungsbandes gebildet sein. Die Länge, ungleich
null, dieses Abschnitts ist proportional zum Wert der gewählten Induktivität.
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Gemäß einem bestimmten Ausführungsbeispiel
des Filters kann dieser ein Mikroleitungsband umfassen, welches
die Gesamtheit des ersten Schaltungszweiges bildet, d. h. sowohl
die Leitungen aus Mikroleitungsband und die erste Induktivität.
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Der Filter der Erfindung kann eine
Filterzelle oder gegebenenfalls eine Mehrzahl von Zellen umfassen.
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Im letzteren Fall können diese
als Kette verbunden sein. Jede Zelle ist mit ihrem Eingangsanschluss
entweder mit dem Eingang des Filters oder mit dem Ausgangsanschluss
der in der Kette vorhergehenden Zelle verbunden. In gleicher Weise
ist der Ausgangsanschluss jeder Zelle entweder mit dem Ausgang des
Filters oder mit dem Eingangsanschluss der in der Kette folgenden
Zelle verbunden.
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Andere Eigenschaften und Vorteile
der vorliegenden Erfindung ergeben sich besser aus der folgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung, welche nur als
Veranschaulichung und nicht als Beschränkung dargelegt wird.
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Kurze Beschreibung der Figuren
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– Die
bereits beschriebene 1 stellt
einen Kerbfilter bekannter Art dar,
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– die
bereits beschriebene 2 stellt
die theoretische Frequenzantwort eines Filters entsprechend der 1 dar,
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– die
bereits beschriebene 3 stellt
die tatsächliche
Frequenzantwort eines Filters entsprechend der 1 dar,
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– die 4 stellt schematisch einen
Filter mit einer Zelle gemäß der vorliegenden
Erfindung dar,
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– die 5 stellt in vergleichender Weise die Frequenzantwort
des Filters der Erfindung und eines bekannten Filters dar,
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– die 6 zeigt eine praktische
Realisierung des Filters von 3.
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Detaillierte Beschreibung
von Ausführungsbeispielen der
Erfindung
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Wie bei 1 ist zu beachten, dass der in 4 dargestellte Filter einen
Teil einer Übertragungsstrecke
eines Signals von einer Quelle 118 zu einer Last 120 bildet.
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Die Quelle 118 umfasst einen
Generator 122 mit einem entsprechenden Innenwiderstand 124.
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Der Filter aus 4 umfasst einen einzige Zelle 110.
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Erfindungsgemäß umfasst die Zelle einen ersten
Schaltungszweig 130, welcher einen Eingangsanschluss 114 der
Zelle mit einem Ausgangsanschluss 116 verbindet. Der Zweig 130 umfasst
eine erste Induktivität 132,
beispielsweise in Form eines aufgespulten leitenden Fadens. Sie
weist einen mit l bezeichneten Induktivitätswert auf.
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Die Zelle umfasst einen zweiten Zweig 140, welcher
parallel zu der ersten Induktivität 132 geschaltet ist.
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Der zweite Zweig 140 ist
aus einer zweiten Induktivität 142 und
einer dazu in Serie geschalteten Kapazität 144 zusammengesetzt.
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Die zweite Induktivität weist
einen Wert L auf, welcher etwa zwischen 10 l und 100 l liegt, die
Kapazität
weist einen Wert C auf.
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Die Werte L und C werden insbesondere
abhängig
von der gewünschten
zentralen Sperrfrequenz eingestellt.
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Die Impedanz der Zelle Z
I in
Abhängigkeit von
der Kreisfrequenz ω kann
durch den folgenden Ausdruck ausgedrückt werden:
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Die Resonanzfrequenz, welche der
Frequenz mit der größten Dämpfung entspricht,
ist gleich
. Da der Wert l klein gegenüber L ist,
ist die Frequenz der größten Dämpfung nahe
der Frequenz der größten Dämpfung der
Zelle aus
1.
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Im Gegensatz zu dem bekannten Filter
aus 1 erlaubt es der
Filter der Erfindung, schmale Sperrbanden mit großen Werten
der Induktivität
L und geringen Werten der Kapazität C zu erhalten.
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Bei dem dem Stand der Technik entsprechenden
Filter der 1 besteht
eine Möglichkeit, eine
selektivere Sperre zu erhalten, darin, den Wert der Induktivität L zu verringern.
Dies impliziert für eine
gegebene Sperrfrequenz f0 entsprechend die Vergrößerung des
Wertes der Kapazität
C. Der Wert C ist aber durch Probleme der bei der praktischen Durchführung begrenzt.
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Mit Hilfe eines Beispiels kann man
zeigen, dass sich diese Probleme im Fall des Filters der Erfindung
nicht stellen. Bei diesem Beispiel wird die Impedanz des Filters
gemäß dem Stand
der Technik (ZA) mit L = 10-2 und
C = 102 berechnet, d. h. mit einem geringen
Wert der Induktivität.
Außerdem
wird die Impedanz (ZI) des Filters der Erfindung
mit L = 1 und C = 1, d. h. mit einem hundertmal größeren Wert der
Induktivität
berechnet.
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Man erhält
(Stand
der Technik) Z
I = j ω • 10
-2 (Erfindung).
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Bei der Resonanz, d. h. wenn ω = ω
0 = 1, erhält man Z
I =
Z
A(1 – ω
2). Für
einen Wert von ω nahe bei ω
0 wie ω = ω
0 + Δω erhält man:
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Nun ist aber 2Δω viel kleiner als l. Für Werte nahe
der Resonanz ist also verifiziert, dass ZI << ZA.
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Demnach weist der Filter der Erfindung
auch für
hundertmal größere Werte
von L ein besseres Sperrverhalten als der Filter nach dem Stand
der Technik auf.
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5 erlaubt
es zudem, die Eigenschaften eines Filters entsprechend der Erfindung,
dargestellt in 4, und
eines Filters nach dem Stand der Technik, wie in 1 dargestellt, zu vergleichen.
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Auf der Ordinatenachse ist die Dämpfung in Dezibel
gemäß einem
willkürlichen
Maßstab
dargestellt. Auf der Abszissenachse sind die Frequenzen in, einem
Bereich von 550 MHz bis 952 MHz gemäß einem willkürlichen
Maßstab
dargestellt.
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Die Kurve 200 ist die Antwort
eines herkömmlichen
Filters entsprechend der 1,
welcher mit Werten von Induktivität und Kapazität wie beispielsweise
L = 15,8 nH und C = 2,65 pF realisiert wurde.
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Die Kurve 202 ist die Antwort
eines Filters der Erfindung entsprechend der 4, welche mit den gleichen Werten von
L und C realisiert wurde und bei dem der Wert 2 der ersten Induktivität sehr klein gegenüber L gewählt wurde.
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Man stellt in der Figur fest, dass
die Steigungen der Kurve 202 "steiler" sind als diejenigen der Kurve
200 und dass die Sperrbande des Filters der Erfindung entsprechend
schmaler ist als diejenige des Filters gemäß dem Stand der Technik.
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6 stellt
eine praktische Realisierung eines Filters entsprechend der Erfindung
dar.
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Der Filter von 6 ist auf einer isolierenden Platte 310
realisiert. Ein in eine Schicht aus leitendem Material, welches
anfänglich
die gesamte Oberfläche
der Platte 310 bedeckt, graviertes Mikroleitungsband 312 bildet
den ersten Zweig des Filters. Ein Abschnitt 332 des Bandes 312 stellt
die erste Induktivität
dar. Die Länge
dieses Abschnitts ist proportional zu dem Wert l der ersten Induktivität. Für l = 1 nH
kann der Abschnitt 332 beispielsweise eine Länge von
4,19 mm aufweisen.
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Abschnitte 333 und 335 des
Mikroleitungsbandes 312 verbinden die Enden 334, 336 des
Abschnitts 332 mit dem Eingang 314 bzw. mit dem
Ausgang 316 des Filters.
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Ein Fortsatz 342 des Mikroleitungsbandes 312 ist
mit einem seiner Enden mit dem Ende 334 des Abschnitts 332,
welcher die erste Induktvität
bildet, verbunden.
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Der Fortsatz 342 bildet
die zweite Induktivität,
seine Länge,
größer als
die Länge
des Mikroleitungsbandabschnitts 332, ist proportional zu
dem Wert L der zweiten Induktivität.
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Beispielsweise ist die Länge 19,2
mm für
einen Wert L von 15,8 nH.
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Ein freies Ende 343 des
Fortsatzes 342 ist mit dem Ende 336 des Leitungsbandabschnitts 332 über einen
Kondensator 344 verbunden. Der Kondensator 344 kann
ein SMD-Bauelement sein. Der Wert C der, Kapazität beträgt beispielsweise 2,65 pF.
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Es wird sofort offensichtlich, dass
die Realisierung eines erfindungsgemäßen Filters besonders einfach
ist. Sie beginnt mit der Bildung einer Leiterschicht, um das Mikroleitungsband
zu realisieren, und dem Anordnen des Kondensators.
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Zu der 6 kann
bemerkt werden, dass der dem erstem Zweig der Filterzelle entsprechende
Teil des Bandes 312, d. h. der durch die Abschnitte 332, 333 und 335 gebildete
Teil, nicht eine konstante Breite aufweist. Indem die Breite des
Bandes 312 oder die Breite von Abschnitten dieses Bandes eingestellt werden,
ist es möglich,
die Impedanz des Eingangs und des Ausgangs des Filters anzupassen.