GEBIET DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Vorrichtungen zum Auftragen von
Streichfarben auf sich bewegende Bahnen und insbesondere auf eine
Kurzverweilzeitstreichvorrichtung.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Papier wird aus einer Matte von Fasern gebildet, üblicherweise Cellulosefasern aus
Holz, hergestellt aus Fasern, die sich durch Entwässern von Papierstoff in einer
Papiermaschine ergeben. Die Fasern, aus denen ein Bogen Papier aufgebaut ist,
beeinflussen den Oberflächenzustand oder das Oberflächengefüge des Papiers. Die
Oberflächeneigenschaften des Papiers können durch Kalandern oder chemisches
Behandeln des Papiers modifiziert werden. Für viele Verwendungszwecke wie beispielsweise
für das Papier, das in Magazinen und gedruckter Werbung in Zeitungsbeilagen
verwendet wird, kann jedoch eine erwünschte glänzende, sehr helle Oberfläche am
besten erzielt werden, indem das Papier gestrichen wird.
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Die Streichfarbe besteht üblicherweise aus einer Mischung aus Ton oder feinem,
teilchenförmigen Calciumcarbonat, das eine ebene, gefüllte Oberfläche ergibt; Titandioxid
zur Weißfärbung; und einem Bindemittel. Gestrichene Papiere gibt es in einer Anzahl
von Gewichten und Qualitäten, in Abhängigkeit von dem Gewicht des Papiers und der
Dicke des Streichfarbenauftrags.
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Ein Typ von Streichvorrichtung, eine sogenannte Streichvorrichtung mit geflutetem
Spalt, ist für schwere Qualitäten von gestrichenem Papier besonders geeignet und
weist eine Walze auf, die in einem Streichfarbenbad teilweise untergetaucht ist. Die
Walze überträgt einen Film von Streichfarbe auf eine Seite der Papierbahn. Die
gestrichene Bahn wird um eine Gegenwalze herumgelegt, die mit der Streichwalze einen
Spalt bildet. Anschließend an den Kontakt mit der Streichwalze geht die Bahn um die
Gegenwalze herum zu einer Dosierklinge, die die aufgetragene Streichfarbe berührt
und die Gesamtdicke der Streichfarbe steuert.
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Für leichte Papierqualitäten, die mit höheren Maschinengeschwindigkeiten laufen
können, ist die Kurzverweilzeitstreichvorrichtung entwickelt worden. Die
Kurzverweilzeitstreichvorrichtung hält einen Sumpf von Streichfarbe aufrecht, der an einer
Gegenwalze gehalten wird. Eine Papierbahn wird um die Gegenwalze herum durch den
Sumpf geleitet. Die kurze Verweilzeit der Bahn in dem Sumpf von Streichfarbe führt zu
einem relativ dünnen Überzug von Streichfarbe auf der Bahn.
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Eine verbesserte Streichvorrichtung, die sogenannte Streichvorrichtung BA 1500 von
Beloit Corporation, weist eine Kombination aus einer Kurzverweilzeitstreichvorrichtung
mit einem Wischblatt ähnlich wie die Streichvorrichtung mit geflutetem Spalt auf und
hat sich in einem breiten Bereich von Papiergewichten und Papiergeschwindigkeiten
als praktikabel erwiesen.
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Die EP-A-0 436 172 betrifft eine Streichvorrichtung, die einen Auftragteil hat, der in
zwei Abschnitte A, B unterteilt ist, welche durch eine perforierte Wand 10 getrennt
sind. Streichfarbe, die in den Abschnitt B eintritt, wird durch Löcher in der Wand in den
Abschnitt A geleitet. Die Streichfarbe in beiden Abschnitten wird zu einer Papierbahn
auf einer Gegenwalze geleitet.
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Die EP-A-0 571 849 betrifft eine Streichvorrichtung, die eine Einlaßkammer mit einer
stromaufwärtigen Wand hat, welche mit Löchern versehen ist. Ein Teil der
Streichfarbe, die in die Einlaßkammer eintritt, gelangt durch die Löcher hinaus in eine
Sammelkammer, wo sie mit Streichfarbe vereinigt wird, die stromaufwärts zurück über eine
Oberfläche fließt, welche in der stromabwärtigen Richtung von einer Gegenwalze weg
konvergiert.
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Das US-Patent 4 369 731 betrifft eine Streichvorrichtung, bei der Streichfarbe in eine
Kammer eintritt und stromaufwärts durch Löcher in einer Wand in eine weitere
Kammer fließt. Die Streichfarbe in beiden Kammern wird zu der Papierbahn auf einer
Gegenwalze geleitet.
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Keine dieser zum Stand der Technik gehörenden Druckschriften lehrt das Konzept
oder legt das Konzept nahe, einen ersten und einen dritten Streichfarbenabschnitt zu
verwenden, die auf der stromaufwärtigen bzw. stromabwärtigen Seite eines zweiten
Abschnitts angeordnet sind, in welchem Streichfarbe aus dem dritten Abschnitt
gesammelt werden kann. Der erste und der dritte Abschnitt haben separate
Streichfarbeneinlässe.
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Kurzverweilzeitstreichvorrichtungen werden vorteilhafterweise verwendet, um
Streichfluid auf leichte und andere Papierqualitäten aufzutragen. Die
Kurzverweilzeitstreichvorrichtung weist einen Streichfarbensumpf auf. Der Sumpf ist in einem
Förderhohlraum gebildet und wird mit überschüssiger Streichfarbe versorgt. Der Sumpf wird
veranlaßt, in der Maschinenaufwärtsrichtung überzulaufen, um dadurch die Bahn zu fluten
und sie vorzubefeuchten, wenn sie sich dem Sumpf nähert. Auf der stromabwärtigen
Seite steuert eine Dosierklinge die Menge an Streichfarbe, die auf die sich bewegende
Bahn aufgetragen wird. Die Streichfarbe wird mit relativ niedriger Geschwindigkeit in
den Sumpf und gegen die sich bewegende Bahn geleitet. Bei Kontakt mit der Bahn
wird jedoch die Streichfarbe in einer Grenzschicht mitgenommen, die an der Bahn
haftet, welche sich mit einer Geschwindigkeit von 22,86-30,48 cm (75-100 Fuß pro
Sekunde) oder mehr bewegt. Die Hochgeschwindigkeitsgrenzschicht trifft auf die
Schaberklinge auf und wird nach unten in den Sumpf abgelenkt, wodurch eine
Rezirkulationszone zwischen dem unteren Maschinenende des Sumpfes und der
Streichfarbenzufuhr an dem oberen Maschinenende des Sumpfes erzeugt wird, wo die
überschüssige Streichfarbe überläuft. Die Bahn zieht, wenn sie in den Sumpf eintritt und
durch den Sumpf befeuchtet wird, eine Grenzschicht von Luft mit sich, die eine
gewisse Strecke in den Sumpf eindringt, wenn sich die Bahn durch den Sumpf bewegt.
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Die Stelle, wo das Papier durch die Streichfarbe befeuchtet wird, wird als dynamische
Kontaktlinie bezeichnet. Wenn die Geschwindigkeit der Maschine zunimmt, wird der
Flüssigkeitsstrom in dem Sumpf chaotisch, und die Rezirkulationsströmung bildet
einen Wirbel. Das Ergebnis der turbulenten, chaotischen Strömung ist, daß die
dynamische Kontaktlinie sowohl in der Maschinenrichtung als auch in der
Maschinenquerrichtung oszilliert. Diese Erscheinung, die Turbulenz der Strömungen und die
Ansammlung von Luft in dem Wirbel innerhalb des Sumpfes führen zu Streichfehlern, die
sich als Streifen auf dem gestrichenen Papier manifestieren.
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Das Erhöhen der Papierbahngeschwindigkeit in einer Papiermaschine kann zwar
nachteilige Auswirkungen auf die Qualität haben, eine erhöhte
Maschinengeschwindigkeit ist jedoch für eine erhöhte Produktivität und für reduzierte Kosten wesentlich.
Eine Papiermaschine stellt eine sehr beträchtliche Kapitalinvestition dar, die über die
Menge des darauf hergestellten Papiers amortisiert werden muß. Deshalb ist das
Erhöhen der Maschinengeschwindigkeit für eine fortgesetzte Steigerung der
Papierherstellungsproduktivität kritisch.
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Papier wird üblicherweise produktiver hergestellt, indem die Geschwindigkeit der
Bildung des Papiers erhöht wird und indem die Kosten niedrig gehalten werden, indem
das Papier gestrichen wird, während es sich noch auf der Papiermaschine befindet.
Weil das Papier mit immer höheren Geschwindigkeiten hergestellt wird und wegen der
Vorteile des Streichens auf der Maschine müssen die Streichvorrichtungen selbst mit
höheren Geschwindigkeiten laufen. Die Notwendigkeit der Herstellung von leichten
Streichfarben, um das Gewicht des Papiers und die Kosten der Streichfarbe niedrig zu
halten, fördert die Verwendung von Kurzverweilzeitstreichvorrichtungen, die dadurch,
daß sie die Papierbahn mit der Streichfarbe für eine kurze Zeitspanne beaufschlagen,
die Eindringtiefe der Streichfarbe und daher das Streichfarbengewicht begrenzen.
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Hochgeschwindigkeitsstreichmaschinen sind also der Schlüssel zum kostengünstigen
Herstellen von leichten gestrichenen Papieren. Die Verwendung von
Kurzverweilzeitvorrichtungen bei hohen Maschinengeschwindigkeiten hat jedoch zu Fehlern in dem
Streichfarbenauftrag geführt, üblicherweise zu· Streifen in dem Streichfarbenauftrag.
Streifen in dem Streichfarbenauftrag werden durch Luft verursacht, die in der
Grenzschicht des Rohmaterials oder der Papierbahn mitgenommen wird. Die
Grenzschichtluft bildet Bläschen in dem Streichfarbensumpf, und die Bläschen, die aufwärts gegen
eine Dosierklinge drücken, verhindern, daß die Streichfarbe unter der Klinge
gleichförmig fließt.
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Es wird eine Kurzverweilzeitstreichvorrichtung benötigt, die in der Lage ist, mit höheren
Geschwindigkeiten zu arbeiten, ohne in dem hergestellten Papier Fehler
hervorzurufen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die Kurzverweilzeitstreichvorrichtung nach der Erfindung hat einen
Streichvorrichtungskopf, der unter einer Gegenwalze angeordnet ist. Der Streichvorrichtungskopf hat
ein Gehäuse, das in drei Abschnitte unterteilt ist. Ein erster Streichfarbensumpf ist
zwischen einer Überlaufbarriere und einer ersten Wand gebildet. Eine konvergierende
Platte erstreckt sich zwischen der ersten Wand und einer zweiten Wand und
konvergiert in Richtung zu der Bahn, und ein zweiter Sumpf ist zwischen der Platte und einer
Endwand gebildet. Streichfarbe wird in beide Sümpfe eingeleitet. Ein
Niederdruckhohlraum ist unter der konvergierenden Platte und zwischen der ersten Wand und der
zweiten Wand gebildet. Der Hohlraum mündet in den zweiten Sumpf und saugt Luft
und überschüssige Streichfarbe aus dem zweiten Sumpf an. Die Bahn wird
vorbefeuchtet, wenn sie durch den ersten Sumpf geht, und Streichfarbe, die von
mitgeführter Luft befreit worden ist, wird in den zweiten Sumpf auf die Bahn aufgetragen. Es
sind somit Streichfarbengewichtsgleichförmigkeit und erhöhte
Maschinengeschwindigkeiten erzielbar.
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Es ist ein Merkmal der vorliegenden Erfindung, eine Kurzverweilzeitstreichvorrichtung
zu schaffen, die bei höheren Maschinengeschwindigkeiten arbeiten kann.
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Es ist ein zusätzliches Merkmal der vorliegenden Erfindung, eine Streichvorrichtung zu
schaffen, die mitgeführte Luft aus dem Streichfarbensumpf entfernt, bevor die
Streichfarbe auf die sich bewegende Bahn aufgetragen wird.
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Es ist ein weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen,
die Streichfarbe gleichförmig auf Bahnen aufträgt, die sich mit hohen
Geschwindigkeiten bewegen.
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Es ist außerdem ein Merkmal der vorliegenden Erfindung, eine Streichvorrichtung mit
reduzierten Variationen in dem Streichfarbenstrom zu schaffen.
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Es ist ein weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung, eine
Kurzverweilzeitstreichvorrichtung zu schaffen, bei der verhindert wird, daß sich Strömungsinstabilitäten zu
der Streichvorrichtungsdosierklinge ausbreiten.
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Weitere Ziele, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden
ausführlichen Beschreibung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen deutlich
werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Fig. 1 ist eine perspektivische, teilweise weggebrochene Schnittansicht der
Streichvorrichtung nach der Erfindung.
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Fig. 2 ist eine Querschnittansicht der Streichvorrichtung nach Fig. 1.
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Fig. 3 ist eine Teilansicht einer Papierbahn, die durch eine bekannte Streichvorrichtung
hindurchgeht, und des resultierenden Streichfarbenauftrags auf der Bahn.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
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Es wird nun mehr ins einzelne gehend auf die Fig. 1-3 Bezug genommen, in denen
gleiche Teile gleiche Bezugszahlen tragen und eine Kurzverweilzeitstreichvorrichtung
20 in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist. Eine ungestrichene Papierbahn 36 geht durch die
Streichvorrichtung 20 hindurch, damit Streichfarbe auf ihre Oberfläche aufgetragen
wird. Die Streichvorrichtung 20 hat einen Streichvorrichtungskopf 22, der sich
wenig
stens über die Breite der Bahn erstreckt und unter einer Gegenwalze 24 angeordnet
ist. Der Streichvorrichtungskopf 22 hat ein starres Gehäuse 23, das in drei Abschnitte
unterteilt ist. Jeder Abschnitt erstreckt sich in Maschinenquerrichtung über die gesamte
Länge des Streichvorrichtungskopfes 22. Der erste Abschnitt 25 bildet einen ersten
Sumpf 28, der sich zwischen einer Wandplatte 30 und einer konvergierenden Platte 32
erstreckt. Streichfarbe wird über den ersten Einlaß 26 eingeleitet, um den ersten
Sumpf 28 zu füllen, und läuft in stromaufwärtiger Richtung über die Lippe 40 der
Wandplatte 30 über. Der Überlauf über die Lippe wird in einer Mulde 42 zum Recycling
gesammelt.
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Die konvergierende Platte 32 erstreckt sich von einer ersten Wand 33 aus zu einer
zweiten Wand 35. Sowohl die erste Wand als auch die zweite Wand sind zu der
Wandplatte 30 insgesamt parallel. Die erste Wand 33 ist von der Gegenwalze 24
beabstandet, und die zweite Wand ist der Gegenwalze 24 benachbart oder von dieser
eng beabstandet. Die erste Wand 33 und die zweite Wand 35 bilden den zweiten
Abschnitt 27, bei welchem es sich um eine Überlaufkammer 37 mit gesteuertem Druck
handelt. Die Überlaufkammer 37 hat einen Auslaß 31, der durch ein Ventil (nicht
gezeigt) gesteuert werden kann, um den Druck in der Kammer 37 einzustellen. Das
Ventil ist einstellbar, um den Auslaßdruck und den inneren Druck in dem System zu
steuern.
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Der Streichkopf 22 hat eine Endwand 39, die zu der zweiten Wand 35 insgesamt
parallel ist. Ein dritter Abschnitt 41 ist zwischen der zweiten Wand 35 und der Endwand 39
gebildet. Der dritte Abschnitt 41 bildet einen zweiten Sumpf 43. Der zweite Sumpf 43
hat einen zweiten Streichfarbeneinlaß 49. An der Endwand 39 ist eine Dosierklinge 62
befestigt. Streichfarbe 34 in den Sümpfen 28, 43 wird auf die Papierbahn 36
aufgetragen, wenn diese zwischen der Gegenwalze 24 und dem Streichvorrichtungskopf 22
läuft.
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Die Papierbahn 36 tritt in den Streichkopf 22 über einen Spalt 38 zwischen der
Gegenwalze 24 und der oberen Lippe 40 der Wandplatte 30 ein. Die Streichfarbe 34 läuft
über die Wandplatte 30 über und kann über den Spalt 38 aus dem ersten Sumpf 28
entweichen. Der Spalt 38 ist üblicherweise zwischen 0,15875 - 0,47625 cm (d. h. ein
Sechzehntel- und drei Sechzehntel Zoll) hoch, und der Überlauf von Streichfarbe durch
den Spalt an der Papierbahn hilft, die Menge an Luft zu verringern, die durch die
Grenzschicht des Papiers 36 in den Sumpf 28 gebracht wird. Der Überlauf oder die
Flut von Streichfarbe 34, die durch den Spalt hindurchströmt, verdrängt einen Teil der
Grenzschicht. Eine dynamische Kontaktlinie 44 wird dort gebildet, wo die Streichfarbe
34 mit dem Papier 36 in innigen Kontakt kommt und die mitgeführte Grenzschicht
verdrängt.
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Die Schwierigkeiten bei dem Erzielen eines gleichmäßigen Streichfarbenauftrags auf
einer Papierbahn bei hohen Geschwindigkeiten sind in Fig. 3 veranschaulicht, die eine
Papierbahn 48 in einer bekannten Streichvorrichtung zeigt, die sich gerade durch
einen Streichfarbensumpf (nicht gezeigt) und über eine Dosierklinge 50 bewegt. Die
dynamische Kontaktlinie 52 ist nicht gleichförmig, sondern oszilliert sowohl in der
Maschinenrichtung als auch in der Maschinenquerrichtung. Auswanderungen der
Grenzschicht zu der Dosierklinge 50 hin präsentieren Luftfinger 54, die sich an der
Dosierklinge 50 vorbei erstrecken können, um zu Streifen 55 zu werden.
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Wenn Streichvorrichtungen mit hohen Geschwindigkeiten und mit gewissen
Streichfarbenzusammensetzungen betrieben werden, treten bei ihnen zwei Probleme auf, die
mit der Grenzschicht von Luft, welche in den Sumpf gezogen wird, verbunden sind.
Das erste bezieht sich auf das Fließverhalten, das durch die Papierbahn erzeugt wird.
Wenn eine Papiermaschine mit hohen Maschinengeschwindigkeiten läuft, die sich in
der Nachbarschaft von viereinhalb bis sechstausend Fuß pro Minute befinden, kann
die Bahn eine turbulente Fluidströmung in dem Sumpf hervorrufen. Eine turbulente
Strömung ist von chaotischer Natur. Ein chaotisches System ist ein System, in
welchem der zukünftige Zustand des Systems anhand der früheren Zustände des
Systems nicht ohne weiteres vorhergesagt werden kann. In der Praxis bedeutet das, wie
es in Fig. 3 gezeigt ist, daß Luftfinger und Streifen erscheinen und verschwinden und
sich über der Zeit auf eine Art und Weise bewegen, die nicht ohne weiteres
vorhersagbar ist. Es ist daher schwierig, eine Streichvorrichtungskonstruktion zu finden, welche
die Streifen in einer chaotischen Umgebung eliminiert.
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Ein zweites Problem, das sich durch die Grenzfläche der sich schnell bewegenden
Papierbahn und der Streichvorrichtung in einem Sumpf ergibt, besteht darin, daß ein
Wirbel durch die Rezirkulation der Streichfarbe innerhalb des Sumpfes erzeugt wird.
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Der Wirbel kann Luftbläschen mitreißen, die anschließend von der Strömung
mitgenommen werden und Streifen in der Papierbahn, die gebildet wird, verursachen.
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In dem Streichvorrichtungskopf 22 erstreckt sich die konvergierende Platte 32 von der
ersten Wand 33 zu einem Erfassungspunkt oder Spalt 58, wo die Platte auf die Bahn
36 und die Gegenwalze 24 trifft. Die konvergierende Platte 32 begrenzt ein Gebiet 60
des Sumpfes, das eng konisch zuläuft. Das Gebiet 60 läuft in der Maschinenrichtung
konisch zu und bildet einen schmalen Keil von Streichfarbe, wo die Grenzschicht, die
an der Papierbahn haftet, und die Grenzschicht an der konvergierenden Platte
zusammengebracht werden. Wenn sich diese Grenzschichten vereinigen, wird die
Strömung an der Papierbahn 36 laminar. Wenn die Strömung laminar ist, ist sie nicht
länger chaotischen Schwankungen ausgesetzt und kann eingestellt werden, um einen
gleichmäßigen Streichfarbenauftrag herzustellen.
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Der zweite Abschnitt 27 des Streichkopfes 22 ist ein Niederdruckhohlraum 37. Der
Hohlraum wird durch die erste Wand 33, die zweite Wand 35 und die konvergierende
Platte 32 begrenzt. Ein Loch 72 in der zweiten Wand 35 gestattet den Durchgang von
Streichfarbe aus dem zweiten Sumpf 43 zum Überlaufen in den Hohlraum 37. Der
Hohlraum 37 kann ein Ventil (nicht dargestellt) haben, das die Steuerung des Druckes
innerhalb der Kammer 37 erlaubt. Der Druck wird im allgemeinen unter
Atmosphärendruckwerten gehalten, aber in jedem Fall unter dem Druckwert innerhalb des zweiten
Sumpfes. Der Überlauf an Streichfarbe 34 durch das Loch 72 erzeugt ein
Niederdruckgebiet, das Luft aus jedwedem Wirbel saugt, der in dem zweiten Sumpf 43
gebildet wird. Der Hohlraum 37 mit dem Loch 34 bildet somit eine Einrichtung zum
Abziehen von Streichfarbe aus dem zweiten Sumpf 43, wodurch mitgeführte Luft und
Streichfarbe aus dem zweiten Sumpf 43 entfernt werden.
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Die Dosierklinge 62 steuert die Tiefe des Überzugs, der auf die Papierbahn 36
aufgetragen wird, wenn diese über den Streichkopf 22 hinweggeht. Im Betrieb arbeitet der
Streichvorrichtungskopf 22 folgendermaßen: die Bahn 36 tritt in den ersten
Streichfarbensumpf 28 über die Lippe 40 der Wandplatte 30 ein, wo überlaufende Streichfarbe
34 den überwiegenden Teil der Grenzschicht abstreift. Die Bahn 36 bewegt sich dann
in den ersten Sumpf und in das konisch zulaufende Gebiet 60. Die Papierbahn 36 wird
mit Streichfarbe in dem ersten Sumpf 28 vorbefeuchtet, und der konvergierende Keil,
der durch das konisch zulaufende Gebiet 60 gebildet wird, drängt die Streichfarbe
gegen die Bahn 36. Nachdem die Bahn den Spalt 58 passiert hat, trägt der zweite Sumpf
43 Streichfarbe auf jedwede Zonen mit geringem Streichfarbengewicht auf, die aus
einer Luftmitnahme resultieren und hinter der konvergierenden Zone 60 verbleiben.
Das Niederdruckgebiet, das durch das Loch 72 erzeugt wird, saugt jegliche Luft aus
dem zweiten Sumpf 34 ab, die aus dem ersten Sumpf 28 mitgebracht wird. Die
gestrichene Bahn 36 verläßt dann die Gegenwalze 24 und bewegt sich über eine
Umlenkwalze 74 und tritt in eine Trockenpartie (nicht dargestellt) ein.
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Somit erfüllen der erste Sumpf 28 und die konvergierende Platte 32 die Funktion des
Vorbefeuchtens der Bahn 36 und des Verlängerns der Kontaktzeit zwischen der
Streichfarbe und dem Papier. Der erste Streichfarbensumpf 28 verhindert zusammen
mit der konvergierenden Platte, daß sich die dynamische Kontaktlinie in enge Nähe zu
der Dosierklinge 62 bewegt. Der Spalt, der zwischen der konvergierenden Platte und
der Walze gebildet wird, begrenzt auch die Menge an mitgeführter Luft, die in den
zweiten Sumpf 43 gelangt.
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In einigen Fällen kann es zum Entfernen von Luft aus dem ersten Sumpf erwünscht
sein, die konvergierende Platte 32 zu perforieren, so daß ein Niederdruckgebiet an der
Platte erzeugt und Luft aus einem Wirbel, der innerhalb des ersten Sumpfes 28
gebildet wird, abgesaugt wird.
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Es kann in einigen Fällen auch erwünscht sein, die Dosierklinge 62 zu einer
Vordosierklinge zu machen, welche einen relativ dicken Streichfarbenauftrag auf der Bahn
zurückläßt, der anschließend durch die Fertigdosierklinge auf die gewünschte endgültige
Streichfarbendicke abgestreift wird.
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Es sei angemerkt, daß der Konvergenzwinkel der konvergierenden Platte und die Lage
des Belüftungskanals in dem Sumpf verändert werden können und daß das Volumen
der Sümpfe 28, 43 verändert werden kann. Außerdem kann das Volumen des
Niederdruckhohlraums 37 verändert werden. Weiter könnte die Hinzufügung von
Überlaufsteuerungen dazu verwendet werden, Druckschwankungen innerhalb der
Streichvorrichtungssümpfe zu dämpfen.