Die Erfindung betrifft einen Badminton-Federball.
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Ernsthafte Badminton-Vereinsspieler verwenden ausschließlich
Federbälle aus echten Federn. Deren Gebrauch ist bei allen
wichtigen Wettkämpfen vorgeschrieben, weil keine Ausgestaltung eines
Federballs aus künstlichen Federn dem Verhalten eines Federballs
aus echten Federn nahe genug kommt. Alle augenblicklichen
Ausgestaltungen weisen hinsichtlich einiger oder aller der
folgenden Eigenschaften Abweichungen auf: der Festigkeit der Schürze,
der Rotationsgeschwindigkeit beim Flug mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten, der Anfangsgeschwindigkeit nach dem
Aufprall auf den Schläger, des Klangs und/oder des Anfühlens des
Federballs beim Schlag, der Falleigenschaften beim Spielen eines
weichen "Netz"schlages, des Aussehens des Federballs.
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Das heißt nicht, daß Federbälle aus echten Federn als das Ideal
angesehen werden. Federbälle aus echten Federn können sich in
ihren Eigenschaften niemals ganz genau gleichen, müssen beim
Herstellen aussortiert werden und werden oftmals noch durch die
Spieler einer weiteren Auswahl unterworfen. Sie sind
empfindlicher gegenüber atmosphärischen Bedingungen als synthetische
Materialien. Sie überstehen selten ein ganzes Spiel und verändern
oftmals ihre Flugeigenschaften während eines schnellen
Ballwechsels. Da die Federn verstellt werden können, können die
Spieler sich der "Spielkunst" hingeben, indem sie an ihnen
herumpfuschen. Da sich die Flugeigenschaften niemals ganz
genau gleichen und die Einschätzung subjektiv ist, weisen Spieler
bekanntermaßen Federbälle als weitere Form der Spielkunst
zurück.
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Die meisten Neuerungen bei synthetischen Entwürfen betreffen die
Nachahmung der natürlichen Rotation von Federbällen aus echten
Federn. Die Erfolge sind unterschiedlich, gehen allerdings neist zu
Lasten der strukturellen Unversehrtheit der Schürze. Daher wird
die Schürze bei einem harten Schlag stromlinienförmiger und fliegt
schneller als ein Federball aus echten Federn. Dadurch werden
hartschlagende Spieler zu sehr bevorteilt. Der Mangel an Festigkeit
existierender synthetischer Entwürfe verursacht ebenso ein
Zusammenfall der Schürze beim Schlag mit dem Schläger, so daß die
Nase oftmals beim Verlassen der Schlägersaite nicht nach oben
wie bei einem Federball aus echten Federn sondern nach unten
gewandt ist. Die Festigkeit einer Schürze aus echten Federn
erzeugt ein sofort ansprechendes Sprungverhalten und somit eine
schnelle Fallgeschwindigkeit.
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Offenbar gibt es nur wenige Versuche, die akustischen Qualitäten
von Federn nachzubilden. Dies ist wichtiger, als gemeinhin
angenommen oder von den Spielern eingeräumt wird. Der satte
Aufprallklang eines Federballs aus echten Federn nützt den Spielern
und gibt wichtige Hinweise auf den Aufprallpunkt auf dem
Schläger sowie auf die Schlagtechnik. Dies ist teilweise auf die
Substanz der Feder und teilweise auf den radialen Versatz jeder Feder
und die Festigkeit zurückzuführen, die durch den Federstiel
erzeugt wird.
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Die meisten synthetischen Federballentwürfe verwenden eine
einstückige Spritzgußschürze. Die hohle Bauweise eines echten
Federstiels erzeugt ein sehr hohes Stärke zu Gewicht Verhältnis,
das mit den existierenden Spritzgußentwürfen mit einem massiven
Abschnitt nicht erreicht werden kann. Zwei festgehaltene
Entwürfe versuchen, dieses Problem durch die Verwendung zweier
Komponenten für die Schürze zu überwinden. Die
Patentanmeldung GB 22 63 41 2A offenbart eine eine Filmschürze stützende
skelettartige Rippenstruktur. Dessen Hauptaufgabe liegt in dem
Stützen spiralförmiger Rippen zur Erhöhung der
Spingeschwindig
keit des Federballs. Mit dieser Konstruktionsart wird die
Unversehrtheit nicht verbessert und die Rippen- und/oder Filmdicke
müßte auf ein solches Maß zurückgeführt werden (um es mit dem
Gewicht einer Federschürze vergleichbar zu halten), daß die
Schürze bei einem Schlag und bei hohen Geschwindigkeiten
zusammenfällt. Das Patent GB 15 42 49 7 zeigt einen Federball
mit einer aus einer doppelhäutigen, gefalteten Filmstruktur
ausgebildeten Schürze. Die regelmäßig gefaltete Struktur würde jedoch
keinen für die Flugeigenschaften eines Federballs wesentlichen
Flugspin erzeugen. Darüber hinaus wäre die allgemeine
Leistungsfähigkeit unakzeptierbar. Bei Kontakt mit der Bespannung eines
Schlägers würden die starren Scheitel dieser Struktur ein
gegenüber einem Federball aus echten Federn sehr unterschiedliches
Verhalten bewirken. Um das Gewicht innerhalb der Bestimmungen
zu halten, wäre ein sehr dünnes Material notwendig, wodurch kein
praktikabler Herstellungsprozeß gewährbar wäre. Dasselbe trifft
auf die britische Patentanmeldung GB 22 83 68 7A zu, die einen
Federball mit einer Schürze zeigt, die aus einer gewellten Schicht
und einem Verstärkungsband ausgebildet ist.
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Selbst wenn die Nase des Federballs zuerst getroffen wird, fällt
die Schürze auf die Schlägersaite und ist wie von Spielern
beschrieben wurde, die Ursache für ein unterschiedliches Ballgefühl
zwischen verschiedenen Federbällen. Die Feinheit des von
Federbällen aus echten Federn erzeugten Kontakts und
Ansprechverhaltens wurde von den Entwicklern synthetischer Federbälle nicht
berücksichtigt und/oder verstanden. Die Federstiele und
ringförmigen Anbindungen eines Federballs aus echten natürlichen Federn
bilden einen sehr leichten starren Kegel, der sich bei einem Schlag
nur wenig verformt und während des Flugs nicht zusammenfällt,
wobei die sich überlappenden Federn hervorragen, um während
des Flugs einen Spin und einen weichen Anfangskontakt auf der
Schlägerfläche zu erzeugen, der sobald der Federball den Schläger
verläßt von einem leichten Sprungverhalten gefolgt wird, das an
weichen "Berührungs" schlägen erkennbar ist.
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Die Erfindung zielt darauf ab, die Probleme des Standes der
Technik zu lösen, die Herstellung zu vereinfachen und die Kosten auf
ein Mindestmaß zu senken.
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Gemäß der Erfindung wird ein Federball bereitgestellt bestehend
aus einer Nase und einer daran angebrachten kegelstumpfartigen
Schürze, wobei die Schürze durch eine innere Schicht und eine
äußere Schicht ausgebildet ist, die im allgemeinen aneinander
anliegen, wobei eine der Schichten mit einer Vielzahl voneinander
beabstandeter, länglicher Kanäle ausgebildet ist, die zur anderen
Schicht hin offen sind und hohle Versteifungssäulen mit der
anderen Schicht ausbilden, und wobei längliche
Versteifungselemente innerhalb der hohlen Versteifungssäulen angeordnet
sind.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachfolgend mit Bezug
auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, von denen:
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Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Federballs mit zum
Teil herausgebrochenen Bereichen zeigt,
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Fig. 2 einen Teil einer Schnittansicht durch die Schürze des
Federballs entlang einer quer zur Achse des Federballs
verlaufenden Ebene zeigt und
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Fig. 3 einen Teil einer Schnittansicht durch die Schürze des
Federballs entlang einer axialen Ebene und in
vergrößerter Darstellung zeigt.
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Fig. 1 zeigt einen Federball 1 mit einer herkömmlich abgerundeten
Nase 2 und einer an der Nase befestigten kegelstumpfartigen
Schürze 3. Die Nase ist, wie gezeigt, hohl, wobei die Schürze
mittels einer Befestigungsscheibe 4 befestigt ist. In einem
abweichenden Ausführungsbeispiel (nicht gezeigt) kann die Nase massiv
ausgebildet sein und über eine Ausnehmung zur Aufnahme des
unteren Endbereichs der Schürze 3 verfügen.
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Die Schürze ist mit einer inneren Schicht 5 und einer äußeren
Schicht 6 eines Flächenmaterials aus Kunststoff ausgestaltet, die
durch passende Teilkegelformen ausgebildet sind. Wie am besten
in Fig. 2 zu sehen ist, ist die äußere Schicht 6 mit einer Vielzahl
von voneinander beabstandeten länglichen Kanälen 8 ausgebildet,
die zu der inneren Schicht 5 hin offen sind, wobei die innere
Schicht 5 auf ähnliche Weise mit einer Vielzahl von voneinander
beabstandeten länglichen Kanälen 9 ausgebildet ist, die den
Kanälen 8 der äußeren Schicht zugeordnet und zu diesen
ausgerichtet sind und die zu der äußeren Schicht hin offenliegen. Die
Kanäle 8, 9 arbeiten zusammen, um hohle Versteifungssäulen 10
auszubilden. Die inneren und äußeren Schichten 5, 6 sind
miteinander beispielsweise durch Kleben verbunden. Die inneren und
äußeren Schichten sind vorzugsweise an allen ihren
zusammenpassenden Flächen miteinander verbunden. In einem
abweichenden Ausführungsbeispiel (nicht gezeigt) ist nur eine der Schichten
mit länglichen Kanälen ausgebildet. Nichtsdestotrotz arbeiten diese
Kanäle mit der anderen Schicht zur Ausbildung hohler
Versteifungssäulen zusammen.
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In den Versteifungssäulen 10 sind längliche
Versteifungselemente 11 angeordnet und mit beiden Schichten 5, 6 der Schürze 3
beispielsweise durch Kleben verbunden. Wie in dem vergrößerten
Abschnitt der Fig. 2 gezeigt ist, sind die Versteifungselemente
hohle Röhren. Abweichend dazu können massive beispielsweise
aus Schaumkunststoff ausgebildete Versteifungselemente
vorgesehen sein. Die Versteifungssäulen 10 bilden die Federbereiche
eines Federballs aus echten Federn nach und können parallele oder
abgeschrägte Seiten aufweisen. Die Versteifungselemente 10
helfen, eine Schichtauftrennung der Schürze zu vermeiden, und
erhöhen die strukturelle Festigkeit und Unversehrtheit der Schürze
beträchtlich.
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Wie in Fig. 1 gezeigt ist, erstrecken sich die hohlen Säulen 10 von
der Nase im wesentlichen zum freien Rand 14 der Schürze. In
diesem Fall haben die Versteifungselemente 11 eine den
Versteifungssäulen 10 ähnliche oder etwas geringere Länge.
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In einer in Fig. 2 gezeigten Variante erstrecken sich die
Versteifungssäulen 10 und die Versteifungselemente 11 von der Nase zu
einer von dem freien Rand 14 der Schürze beabstandeten Position,
wobei in dem äußeren Bereich der Schürze die Kanäle 9 der
inneren Schicht 5 invertiert sind, so daß sie in den zugeordneten
Kanälen 8 der äußeren Schicht 6 liegen. Bei einer (nicht gezeigten)
Alternative ist es der Kanal 8 der äußeren Schicht 6, der invertiert
ist.
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Da die Säulen 10 eine ähnliche Weite aufweisen wie die
Federabschnitte von bei herkömmlichen Federbällen verwendeten Federn,
stellen sie auf der Schürze an den Seiten zwischen ihnen
ausreichend Platz zur Ausbildung von Flugveränderungsvorrichtungen
bereit. Typischerweise beträgt der Platz einer Seite zwischen jeder
Säule 10 an ihrem von der Nase entfernten. Endbereich das Drei-
bis Fünf- oder Mehrfache der Säulenbreite in dieser Lage.
Flugveränderungsvorrichtungen umfassen zwischen den Säulen 10
ausgebildete Durchgangsöffnungen 15, die bei Federbällen aus
echten Federn an gleicher Stelle angeordnete Lücken simulieren. In
die äußere Schicht 6 der Schürze 3 ist zwischen jeder Säule 10
ein schwenkbarer Flügel 16 geschnitten. Die Flügel 16 sind
entlang eines Randes 17 schwenkbar und ragen im Ruhezustand
leicht von dem Kegel der Schürze hervor, um die Federn eines
Federballs aus echten Federn zu simulieren und einen Flugspin des
Federballs zu bewirken. Hinter den Flügeln gelegene Lufträume
werden, sobald der Flügel dazu neigt, beim Flug mit hoher
Geschwindigkeit flachgedrückt zu werden, geschlossen. In der
inneren Schicht 5 sind hinter den Flügeln 16 weitere
Öffnungen 18 vorgesehen.
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Falls notwendig, können weitere sich umfänglich erstreckende
Verstärkungsrippen (nicht gezeigt) in den Seiten zwischen den
Säulen 10 bereitgestellt sein.
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Zur Nachbildung eines Federballs aus echten Federn können die
inneren und/oder äußeren Schichten 5, 6 über Schlitze (nicht
gezeigt) zwischen den Säulen 10 verfügen, die sich über eine
kurze Strecke von dem freien Rand 14 der Schürze in Richtung der
Nase erstrecken.
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Zur weiteren Nachahmung eines Federballs aus echten Federn
können die Oberflächen der Schürze zumindest teilweise mit
einem Granulat oder einem Fasermaterial bedeckt sein.
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Zur Erhöhung der Stärke und/oder zur Beeinflussung der
Schalldämpfung können eine oder beide Schichten der Schürze als ein
Laminat aus zwei oder mehr Materialien wie beispielsweise einem
Kunststoffilm und einem Gewebe ausgebildet sein. Eine solche
Beschichtung erhöht die Lebensdauer des Federballs und
verringert das Auftreten von Einrissen und Spannungsrissen, die bei
Verwendung eines einschichtigen Materials in Erscheinung treten
könnten.
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Bei Federbällen aus echten Federn werden sechzehn Federn
verwendet. Der hier gezeigte Federball weist vierzehn Säulen und
vierzehn dazwischenliegende Seiten auf, wobei diese Anzahl
jedoch auf Wunsch verringert oder erhöht werden kann. Werden
weniger als sechzehn Säulen bereitgestellt, erhöht sich die
Seitengröße zwischen den verfügbaren Säulen zur Ausbildung von
Flugveränderungsvorrichtungen.