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Die Erfindung bezieht sich auf Stärkepfropfcopolymere
und insbesondere auf die Verwendung von Prime-Stärke zur Herstellung von Stärkepfropfcopolymeren
und die Anwendung der Stärkepfropfcopolymere,
die aus Prime-Stärke
bei Extrudier- und Spritzguß-Vorgängen hergestellt
werden.
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Stärkepfropfcopolymere sind eine
Gattung von Kunststoffmaterialien und werden aus Stärke und
einem synthetischen Polymer hergestellt. US Patent Nr. 4 026 849
betrifft das Herstellen eines Stärkepfropfcopolymers
aus Stärke,
das aus einer Anzahl von Pflanzenvorräten und einem thermoplastischen
Polymer, z. B. Polystyrol, Poly(Methylacrylat), Poly(Butylacrylat),
Poly(Methylmethacrylat) oder einer Kombination daraus gewonnen werden.
Dieses vorgenannte Patent beschreibt auch, dass Stärkepfropfcopolymere
im Extrudier- oder Spritzguss-Verfahren hergestellt werden können.
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GB-A- 1 568 688 beschreibt ein Verfahren
zur Herstellung eines Stärkepfropfcopolymers
entweder aus granulierter oder in Gelatineform vorliegender Stärke, wobei
ein saurer, manganischer Polyphosphat-Initiator als Initiator bei
der Pfropfcopolymerisations-Reaktion verwendet wird.
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Prime-Stärke ist Stärke, die aus einer Stärke enthaltenden
Pflanze durch einen Nass-Mahlvorgang
extrahiert wird, bevor die Stärke
einem Trocknungsvorgang unterzogen wird. Bei einem herkömmlichen Nass-Mahlvorgang
für Getreide
werden Getreidekörner
dem Wasser hinzugefügt
und einem mehrstufigen Prozess unterzogen, um die Stärke von
den Gluten, Öl
und der Hülle
zu trennen. Die resultierende Stärke
ist ein wässriger
Brei, der in herkömmlicher
Weise einem Entwässerungsschritt
und einem Trocknungsschritt unterzogen wird. Der Entwässerungsschritt
ist typischerweise ein Druck- und/oder Vakuum-Vorgang, während der Trocknungsschritt
typischerweise ein Heißt
uftvorgang ist. Der Ausdruck „Prime-Stärke" wird
in vorliegender Beschreibung und in den zugehörigen Patentansprüchen als
Stärke
vor dem Trocknungsschritt verstanden. Die Prime-Stärke kann
entweder in entwässerter
oder in breiiger Form vorliegen. Entwässerte Prime-Stärke wird
herkömmlicherweise
als Stärke-Kuchen
bezeichnet. Prime-Stärke
entweder in Kuchen- oder in breiiger Form ist kommerziell normalerweise
nicht verfügbar.
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Stärkepfropf-Copolymere wie auch
Stärke
selbst sind in jüngerer
Zeit aufgrund ihrer biologisch abbaubaren Natur in das öffentliche
Interesse gerückt.
Mit zunehmendem Druck auf die Hersteller zur Erzeugung von biologisch
abbaubaren Produkten suchen immer mehr Abnehmer alternative Quellen
für konventionelle synthetische
Polymere. Natürliche
Polymere, z. B. Zellulose und Stärke,
sind die Hauptausweichmöglichkeiten als
Austausch für
die synthetischen Polymere.
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Die Verwendung von Stärke und
Stärkepfropf-Copolymeren
in geschäumten
Produkten ergibt sich aus WO 94/05492,
DE 42 00 241 A und
US-A-4 005 040 .
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Das Strangpressen und/oder Extrudieren
von Kunststoffmaterialien ist ein herkömmlicher Vorgang, bei dem ein
festes Kunststoffmaterial unter Einwirkung von Wärme und Druck in einen geschmolzenen
Zustand erweicht wird und dann in geschmolzenem Zustand verformt
wird. Das geformte Produkt wird dann durch Kühlen erhärtet. Beispielsweise wird beim
Spritzgießen
typischerweise eine Einfach-Schneckenpresse verwendet, um das Kunststoffmaterial
zu erweichen und das erweichte Kunststoffmaterial in eine Form zu
pressen, in der es erhärtet.
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Es ist nunmehr festgestellt worden,
dass ein geformter Gegenstand, der aus einem Stärkepfropfcopolymer unter Verwendung
von Prime-Stärke
hergestellt wird, eine höhere
Zähigkeit
und Flexibilität
besitzt als ein geformter Gegenstand, der aus einem Stärkepfropfcopolymer
unter Verwendung herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt wird. Es wurde auch festgestellt, dass eine geringere
Energiemenge erforderlich ist, um ein Stärkepfropfcopolymer, das aus
Prime-Stärke
hergestellt wird, zu extrudieren als ein Stärkepfropfcopolymer, das aus
herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt ist. Diese Eigenschaften eines geformten Gegenstandes,
der aus Stärkepfropfcopolymer
mit Prime-Stärke
hergestellt ist, werden erreicht, ohne dass ein Verlust an biologischer
Abbaubarkeit in Kauf genommen werden muss, d. h., dass ein geformter
Gegenstand, der aus einem Stärkepfropfcopolyer
mit Prime-Stärke
hergestellt ist, vergleichbare biologische Abbau-Eigenschaften hat,
die mit einem geformten Gegenstand vergleichbar sind, der aus einem
Stärkepfropf-Copolymer
aus herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt ist. Ferner ergeben Prime-Stärkepfropfcopolymere ein gepresstes Produkt
mit einer gleichförmigeren
Produktzusammensetzung als Stärkepfropfcopolymere,
die aus herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt sind.
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Es ist nicht vollständig geklärt, warum
Prime-Stärke
ein Stärkepfropfcopolymer
mit physikalischen Eigenschaften liefert, die erheblich verschieden
von denen herkömmlicher
getrockneter Stärke
sind. Es wird vermutet, dass während
des Trocknens einander eng zugeordnete Bereiche innerhalb des Stärkegranulats
gebildet werden, und dass diese Bereiche bei einer Rehydrierung
nicht vollständig
dissoziieren. Diese assoziierten Bereiche in dem Stärkegranulat
können
ein Hindernis für
eine gleichförmige
Reaktion mit dem synthetischen Monomer während der Pfropf-Reaktion verursachen,
wodurch sich die Unterschiede zwischen dem Stärkepfropf-Copolymer aus Prime-Stärke und
dem Stärkepfropfcopolymer
aus herkömmlicher
getrockneter Stärke ergeben.
Was immer auch der Grund hierfür
sein mag, die physikalischen Unterschiede zwischen den beiden Stärkepfropfcopolymeren
sind real und messbar.
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Um ein Stärkepfropfcopolymer nach der
Erfindung herzustellen, darf der Feuchtigkeitsgehalt der Prime-Stärke nicht
unter 13,5 Gewichtsprozent, und vorzugsweise nicht unter 17 Gewichtsprozent
liegen. Der Feuchtigkeitsgehalt der Prime-Stärke, der zur Herstellung des
Stärkepfropfcopolymers
nach der Erfindung verwendet wird, liegt vorzugsweise eher im Bereich
von 20 Gewichtsprozent und darüber.
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Im Falle vorliegender Erfindung kann
jede beliebige Quelle an Prime-Stärke verwendet werden. Geeignete
Quellen hierfür
sind Mais, Sorghum, Weizen, Kartoffel, Gerste, Tapioka und Reis.
Die bevorzugten Quellen sind Mais und Weizen.
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Die Prime-Stärke, die im Falle vorliegender
Erfindung verwendet wird, kann entweder in Breiform oder in entwässerter
Kuchenform bereitgestellt werden. In jedem Fall wird bevorzugt,
dass die Reaktion zwischen der Stärke und dem synthetischen Polymer
in einem wässrigen
Medium erfolgt. Einer der neuartigen Aspekte nach vorliegender Erfindung
ist, dass ein Stärkepfropfcopolymer
hergestellt werden kann, ohne dass es erforderlich ist, die Stärke zu trocknen.
Damit wird ein Schritt, der stets als erforderlich angesehen worden
ist, aus dem gesamten Prozess zur Herstellung von Stärkepfropfcopolymeren
eliminiert.
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Stärkepfropfcopolymere werden
durch Pfropfen eines Monomers auf die körnige Stärke hergestellt. Geeignete
Monomere zur Verwendung nach vorliegender Erfindung umfassen Styrol,
Methyl-Methacrylat, Methyl-Acrylat, Butyl-Acrylat, Butadien, Isoprene
und Kombinationen davon. Vorzugsweise werden als Monomere Methylacrylat,
Butylacrylat und Mischungen aus Methylacrylat und Butylacrylat verwendet.
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Es sind zahlreiche Verfahren bekannt,
um eine Pfropfpolymerisation einzuleiten, z. B. Bestrahlung mit Ceric-Ionen,
Kobalt-60, Elektronenstrahlen, Ozon, Eisen-Ion-Peroxid oder anderen
Redox-Systemen. Alle diese bekannten Verfahren ergeben die Verbund-Kompositionen nach
vorliegender Erfindung. Gute Resultate wurden erzielt mit einem
Ceric-Ion als Initiator.
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Wenn ein Ceric-Ion als Initiator
verwendet wird, wurde festgestellt, dass Ceric-Ammonium-Nitrat eine gute Ceric-Ion-Quelle
ist. Das Ceric-Ammonium-Nitrat kann entweder auf einmal oder proportional über eine Zeitperiode
verteilt mit Hilfe einer Lösung
aus Salpetersäure
hinzugefügt
werden, in der Ceric-Ammonium-Nitrat aufgelöst worden ist.
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Die Pfropfreaktion wird in herkömmlicher
Weise unter Verwendung einer herkömmlichen Einrichtung zur Erzeugung
eines Stärkepfropfcopolymers
zur Verwendung in vorliegender Erfindung benutzt. Ein geeignetes
Verfahren zur Herstellung des Stärkepfropfcopolyers
für die
Verwendung nach vorliegender Erfindung besteht darin, einen wässrigen
Brei aus der granulierten Prime-Stärke auf einen Baume-Wert von
2–30,
vorzugsweise etwa 20 Be herzustellen. Das Wasser, das zur Herstellung
des Breies verwendet wird, ist destilliert oder deionisiert. Um
gelösten
Sauerstoff zu entfernen, wird eine Stickstoff-Reinigung etwa 30
Minuten lang angewandt. Alternativ können andere Methoden, z. B.
ein Vakuum, angewendet werden, um den Sauerstoff aus dem Wasser
zu entfernen.
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Während
des Entfernens von Sauerstoff wird der Brei auf 15°C bis 55°C erwärmt, insbesondere
auf 25°C
bis 45°C.
Die Temperatur des Breies während
der gesamten Reaktion wird unterhalb der Gelatinier-Temperatur der
Stärke,
allgemein unter 60°C
gehalten.
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Als nächstes wird das Monomer dem
von Sauerstoff befreiten Brei hinzugefügt. Die Reinigung/Vakuum braucht
nicht mehr weiter aufrecht erhalten werden; Sauerstoff soll jedoch
nicht in das Reaktionsgefäß eingeführt werden.
Das Monomer wird in den Brei eingerührt, so dass es im Brei gleichmäßig verteilt
ist. Die Menge an hinzugefügtem
Monomer wird in herkömmlicher
Weise berechnet, so dass ein Vernetzungswert nach der Erfindung
geschaffen wird. Der Vernetzungswert beträgt zwischen 3 und 90 Gewichtsprozent
und vorzugsweise zwischen 20 und 60 Gewichtsprozent.
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Der Ausdruck „Vernetzungswert", wie er
in vorliegender Beschreibung und in den Ansprüchen verwendet wird, bedeutet
die Menge an Gewicht eines synthetischen Monomers, das in dem Copolymer
vorhanden ist, und zwar auf der Basis des gesamten Copolymer-Gewichtes.
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Der pH-Wert des Breies wird auf unter
2,0 eingestellt, damit die maximale Pfropf-Leistung erzielt wird. Gute Resultate
sind durch Verwendung von Salpetersäure erzielt worden. Die Einstellung
des pH-Wertes kann zu einem beliebigen Zeitpunkt vor dem Hinzufügen des
Initiators erfolgen. Vorzugsweise wird der pH-Wert des Wassers auf
unter 2,0 eingestellt, bevor die Stärke dem Wasser beigegeben wird.
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Als nächstes wird ein Initiator aus
Ceric-Ammonium-Nitrat in einer 1N Salpetersäurelösung über eine Zeitdauer von etwa
einer halben Stunde hinzugefügt.
Gute Resultate sind bei Verwendung eines Verhältnisses von etwa einem Mol
Ceric-Ammonium-Nitrat zu 50 bis 250 Anhydroglukose-Einheiten (AGU)
der Stärke
erzielt worden.
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Die Reaktion kann eine bestimmte
Zeit lang fortschreiten, damit der Vernetzungswert des Polymers gemäß der Erfindung
erzielt wird.
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Schließlich wird das Reaktionsgemisch
neutralisiert und entwässert
und das resultierende Stärkepfropfcopolymer
wird getrocknet.
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Um die Pfropf-Leistung zu erhöhen, wird
das Monomer nach dem Hinzufügen
des Initiators beigegeben, anstatt vorher. Dadurch, dass das Monomer
nach dem Initiator beigegeben wird, kann die Pfropf-Leistung um
etwa 20% erhöht
werden. Wenn das Monomer nach dem Initiator beigegeben wird, gibt
es eine begrenzte Zeitperiode, von der ab der Initiator hinzugefügt wird,
wenn das Monomer hinzugefügt
werden muß.
Der Initiator und insbesondere das Ceric-Ammonium-Nitrat ist ein
starkes Oxidiermitte und beginnt in der sauren Umgebung bald mit
der Zersetzung der Stärke.
Die maximale Zeitdauer zwischen Hinzufügen des Initiators und des
Monomers variiert und kann auf einfache Weise durch den Fachmann
bestimmt werden.
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Es wurde festgestellt, dass die Reaktion
zwischen der Prime-Stärke
und dem Monomer in der Trommel eines Extruders stattfinden kann.
Der bevorzugte Extruder-Typ ist ein rotierender Doppel-Schneckenextruder,
bei dem Heizung und Kühlung
einer jeden Zone getrennt gesteuert sind. Es ist ein ausreichendes
Trommel-Verhältnis
(L/D) erforderlich, um eine Polymerisation in der Extruder-Trommel
zu beschleunigen. Stärkekuchen,
wie er aus einem Entwässerungsschritt
an einer Stärke-Nassmahlanlage
entnom men wird, wird in den Extruder eingespeist und wird unmittelbar
einem Vakuum ausgesetzt, während
eine Mischung im Extruder durchgeführt wird, um den Sauerstoff
zu entfernen. Der Initiator in verdünnter Säure wird hinzugefügt, kurz, jedoch
intensiv gemischt, und dann wird das Monomer beigegeben und ebenfalls
kurz und intensiv gemischt. Das Material wird im Extruder stromabwärts transportiert
und am Ende der Trommel wird ein Vakuum aufgebaut, um das gesamte
Monomer, das keine Reaktion eingegangen ist, und überschüssigen Wasserdampf
abzuziehen. Diese Gase werden durch einen Nassreiniger geführt und
das Monomer wird erneut benutzt und das kondensierte Wasser, das
rein ist, wird verwendet, um die Säure-Initiator-Mischung zu verdünnen. Dieses Wasser
kann auch dazu benutzt werden, zur Steuerung der Reaktionstemperatur
durch Steuerung des Wassergehalts der Mischung beizutragen. Als
nächstes
wird der Neutralisieren hinzugefügt
und intensiv gemischt und das gepfropfte fertige Produkt wird aus
dem Extruder ausgebracht, zugerichtet und getrocknet. Dieses System
senkt die Kosten durch Reduzierschritte beim Pfropfvorgang, eliminiert
die teure Entsorgung von Abwässern,
reduziert mögliche
Verunreinigungen aus dem den Nassmahlbrei enthaltenen Wasser und
ist vergleichsweise wesentlich sicherer für die Betreiber.
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Es wurde festgestellt, dass eine
niedrigere Temperatur verwendet werden muss, um ein Stärkepfropfcopolymer
zu verwenden, das aus einer Prime-Stärke hergestellt ist. Eine zu
hohe Temperatur bewirkt, dass das Stärkepfropfcopolymer zu gelatinieren
beginnt. Vorzugsweise beträgt
die Trocknungstemperatur 35–40°C.
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Die Verwendung von Prime-Stärke reduziert
die Menge an Wasser, die im Prozess beigegeben werden muss, und
verkürzt
den Entgasungsschritt. Im Falle eines Breies kann die Verwendung
von zusätzlichem Wasser
vollständig
vermieden werden. Die Filterung des gepfropften Prime-Stärke-Produktes
ergibt, dass das Produkt zu einem groberen Pulver trocknet als herkömmlich getrocknete
oder modifizierte Kornstärkeprodukte nach
dem Sieben. Es wurde ein unterschiedliches Materialverhalten in
verschiedenen Verarbeitungsstufen bei Verwendung der Prime-Stärke im Vergleich
zu herkömmlich
getrockneter Stärke
festgestellt: (a) es wird ein glatterer, gleichförmigerer Brei mit we sentlich
weniger freiem Wasser erhalten; (b) die Filtrierung macht einen höheren Druck
erforderlich, um den Feuchtigkeitsgehalt zu reduzieren; (c) das
Material tendiert bei einer niedrigeren Temperatur während des
Trocknens zum Gelatisieren; (d) Verbund-Ansätze machen ein niedrigeres Extruder-Drehmoment
erforderlich: Zusätzlich
wird angenommen, dass das gepfropfte Material, das mit einer Prime-Stärke hergestellt
wird, ein gleichförmiger
gepfropftes Material ist als gepfropftes Material, das mit herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt ist. Insbesondere wurde festgestellt, dass das gepfropfte
Material, das mit Prime-Stärke
hergestellt ist, nicht an den Wänden
des Reaktions-Gefäßes oder
des Laufrades des Reaktions-Gefäßes ebenso
stark haftet wie das gepfropfte Material, das mit getrockneter Stärke hergestellt
ist. Diese charakteristischen Eigenschaften bedeuten, dass das Stärkepfropfcopolymer
nach vorliegender Erfindung einfacher und damit weniger kostenaufwendig
zu verarbeiten ist als ein Stärkepfropfcopolymer,
das mit getrockneter Stärke
hergestellt wird.
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Es wurde ferner festgestellt, dass
das Stärkepfropfcopolymer,
das mit Prime-Stärke
hergestellt wird, sich leichter in einen stärker kohäsiven geschmolzenen Zustand
umwandelt. In manchen Fällen
würden schwierig
zu entfernende Teile im Form-Hohlraum von dem Rest des Teiles wegbrechen
und im Form-Hohlraum verbleiben. Es wurde festgestellt, dass die
nächste
Charge (im Anschluss an das Füllen
des Hohlraumes mit geschmolzenem Material) im übrigen Teil des vorausgehenden
Zyklus zu einem Anhaften an die neuen Charge führt und infolgedessen wird
der gesamte Teil aus der Form ausgeworfen. In allen Fällen, in
denen ein Stärkepfropfcopolymer
einer herkömmlich
getrockneten Stärke
im gleichen Ansatz verwendet und in der gleichen Form extrudiert
worden ist, ist dieses Phänomen
nicht aufgetreten.
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Der Vorgang des Strangpressens und
Spritzgießens
des Prime-Stärkepfropfcopolymers
erfolgt in herkömmlicher
Weise unter Verwendung herkömmlicher
Anlagen. Das Prime-Stärkepfropfcopolymer
wird in herkömmlicher
Weise unter Verwendung einer her- kömmlichen Maschine durchgeführt. Bei
einem Ausführungsbeispiel
wurde ein Prime-Stärkepfropfcopolymer
bei einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 20% unter Verwendung eines
Doppelschnecken-Extruders hergestellt, bei dem die Trommel auf eine Temperatur
von 200°F (95°C) aufgeheizt
war und ein Verhältnis
von Länge
zu Durchmesser von 14 : 1 hatte. Der Extruder wurde bei 30 U/min
betrieben. Das Prime-Stärkepfropfcopolymer
wurde mit etwa sechs Teilen eines Weichmachers und etwa 0,5 Teilen
eines inneren Schmiermittels auf der Basis von 100 Gewichtsteilen
Prime-Stärpfropfcopolymer gemischt.
Das Mischen von Kunststoffmaterialien ist ein herkömmliches
Verfahren, bei dem verschiedene Additive mit dem polymeren Material
kombiniert werden, so dass ein gleichförmiges Material ausgebildet
wird, das für
das Spritzgießen
oder ein anderes Verfahren durch Extrudieren oder andere herkömmliche
Methoden geeignet ist.
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Pellets wurden am Auslass oder an
der Düse
des Doppel-Schneckenextruders hergestellt und die Luft wurde bis
etwa 5% Feuchtigkeitsgehalt getrocknet. Diese Pellets stellen das
Zuführmaterial
für die
Strangpress- und Spritzguss-Maschine dar. Die Pellets können durch
den Misch-Extruder nochmals hindurchgeführt werden, wenn sie nicht
gleichförmig
sind.
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Um die Pellets nach dem Spritzgussverfahren
herzustellen, wird eine konventionelle Einrichtung in an sich bekannter
Weise verwendet. In diesem Fall hat die Spritzgussmaschine eine
Extrudiertrommel, die mit 150 U/min bei 160°C mit einem Verhältnis von
Länge zu
Durchmesser von 24 : 1 betrieben wird. Zwischen den einzelnen Chargengewichten,
die in die Form eingefüllt
wurden, bestand eine Zeitdifferenz von etwa 30 Sekunden. Die Form
selbst war eine Form mit einem einzugen Hohlraum. Das geformte Produkt,
das durch den Hohlraum ausgebildet wurde, hatte die Form einer Schüssel für Cerealien.
Jede Charge hatte eine Verweildauer von ein bis zwei Minuten in
der Trommel.
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Es wurde festgestellt, dass das gepresste
Produkt, das vom Extruder mit einem Stärkepfropfcopolymer aus Prime-Stärke hergestellt
wurde, eine glatte homogene Innenfläche hat, die typisch für synthetische Polymere
ist, anstelle der ungleichförmigen
Innenfläche,
die für
stranggepresste Produkte typisch ist, die aus Stärkepfropfcopolymeren mit herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt sind.
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Man hat herausgefunden, dass ein
gutes geschäumtes
Produkt durch Verwendung eines Stärkepfropfcopolymers, das aus
Prime-Stärke
hergestellt ist, erzielt werden kann. Ein geschäumtes Produkt aus Stärkepfropfcopolylmer
aus Prime-Stärke
hat eine hohe strukturelle Stabilität und Zähigkeit, während sie gleichzeitig biologisch
abbaubar ist. Es hat sich gezeigt, dass das geschäumte Produkt
nach vorliegender Erfindung mehr Ähnlichkeit mit einem geschäumten Produkt,
das aus synthetischem Material hergestellt ist, zeigt als die geschäumten Produkte,
die aus Stärke-Bestandteilen
hergestellt wurden, wie sie bisher verwendet wurden.
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Grundsätzlich kann vorliegende Erfindung
zur Herstellung von geschäumtem
Verpackungsmaterial verwendet werden, wobei ein Stärkepfropfcopolymer,
das aus Prime-Stärke hergestellt
wird, einen Vernetzungsgrad von 5 bis 60 Gewichtsprozent bei Vorhandensein
eines Schaumbildners bei einer Temperatur von 100° bis 250°C und einem
Feuchtigkeitsgehalt von 10 bis 20 Gewichtsprozent trockenen Copolymers
hat, wodurch das Stärkepfropfcopolymer
verflüssigt
wird und erreicht wird, dass das verflüssigte Stärkepfropfcopolymer expandiert
und Zellen darin ausbildet und das expandierte Stärkepfropfcopolymer
gekühlt
wird, um eine feste Matrix von Stärkepfropfcopolymer mit darin
befindlichen Zellen zu bilden.
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Der Vernetzungsgrad beträgt vorzugsweise
10 bis 50 Gewichtsprozent bezogen auf Copolymergewicht und insbesondere
10 bis 40 Gewichtsprozent bezogen auf Copolymergewicht. Obgleich
ein geschäumtes
Produkt nach der Erfindung mit einem Stärkepfropfcopolymer hergestellt
werden kann, das einen Vernetzungsgrad von über 60 Gewichtsprozent bezogen
auf das Gewicht haben kann, hat ein solches Produkt niedrige charakteristische
Eigenschaften in bezug auf die biologische Abbaubarkeit. Es wurde
auch festgestellt, dass ein geschäumtes Produkt mit einem Stärkepfropfcopolymer
mit einem Vernetzungsgrad von unter 5% hergestellt werden kann;
ein solches Material hat jedoch nicht das Rückstellvermögen und die Zähigkeit
des Materials, das mit einem höheren
Vernetzungsgrad hergestellt wird und deshalb wird der Vernetzungsgrad
vorzugsweise auf einem Wert von 10% und darüber gehalten. Man hat fer ner
festgestellt, dass ein geschäumtes Produkt
aus einem Stärkepfropfcopolymer
unter Verwendung von Wasser anstelle eines Schaumbildners hergestellt
werden kann. Das Produkt hat jedoch ungleichförmige Zellen und ist ein kommerziell
nicht brauchbares geschäumtes
Produkt.
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Eines der neuartigen Merkmale des
geschäumten
Produktes nach vorliegender Erfindung ist, dass bei Vernetzungsgraden
von 50 bis 60% festgestellt worden ist, dass das Material Kohlenwasserstoff-Materialien, z.
B. Öl und
Benzin, absorbiert, ohne dass das Stärkepfropfcopolymer durchschlägt. Dies
macht das geschäumte
Produkt nach vorliegender Erfindung geeignet zur Verwendung als
Verpackungsmaterial mit Kohlenwasserstoff-Behältern, wenn die Möglichkeit
des Verspritzens oder Leckens aus dem Behälter gegeben ist, wie auch
als Verpackungsmaterial zur Verwendung von Barrieren, z. B. Kissen,
um Verunreinigungen, z. B. Öl von
Wasser zu absorbieren.
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Das geschäumte Produkt nach der Erfindung
ist insbesondere geeignet als Verpackungsmaterial, um geschäumtes Polystyrol
zu ersetzen, weil es Eigenschaften hat, die ähnlicher geschäumtem Polystyrol
sind als andere geschäumte,
modifizierte und nichtmodifizierte Stärkeprodukte. Insbesondere ist
das geschäumte Stärkepfropfcopolymer
nach der Erfindung auf einfache Weise in Spritzguss-Maschinen verpressbar,
um ein festes gepresstes Verpackungsmaterial zu erzielen, das zum
sicheren Festlegen eines Produkts innerhalb eines Behälters verwendet
wird.
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Das Produkt nach der Erfindung weist
eine hohe Stabilität
auf, selbst wenn es Wärme
und Feuchtigkeit ausgesetzt wird, wie dies häufig beim Verschiffen von Waren
in unterschiedliche Teile der Welt der Fall ist. Dies trifft insbesondere
zu bei höheren
Vernetzungsgraden von 20 bis 60%.
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Ein weiterer neuartiger Aspekt nach
vorliegender Erfindung besteht darin, dass bei den niedrigen Vernetzungsgraden
von 5 bis 20% ein besser verarbeitbares Stärkepfropfcopolymer hergestellt
wird. Der Grund für
die Verarbeitbarkeit des Stärkepfropfcopolymers
bei niedrigeren Vernetzungsgraden ist nicht vollständig geklärt. Man
nimmt an, dass ein solcher geringerer Wert an Vernetzungsgraden
die Möglichkeit
zu einer erfolgreichen Verarbeitung durch einen Extruder ohne übermäßig hohes
Drehmomet zu verarbeiten, weil das Material nach der Erfindung eine
geringere Glas-Übergangs-
und Gelatinier-Temperatur hat.
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Die Prime-Stärke, die verwendet wird, um
das Stärkepfropfcopolymer
für das
geschäumte
Produkt herzustellen, wird vorzugsweise aus der Gruppe ausgewählt, die
aus gemeiner Stärke,
Aedu-Stärke,
hydroxypropylierte gewöhnlicher
Stärke,
Stärke
mit hohem Amyloseanteil, hydroxypropylierter Stärke mit hohem Amyloseanteil
und Mischungen davon besteht. In allen Fällen ist die Stärke, die
zur Herstellung des Stärkepfropfcopolymers
nach vorliegender Erfindung verwendet wird, eine körnige Stärke, d.
h. sie ist nicht gelatinisiert.
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Vorzugsweise hat die körnige Stärke mit
hoher Amylose einen entsprechenden Amylose-Gehalt, wie er durch
Spektralphotometrie mit Iodin von 50 bis 80% und insbesondere 50
bis 70% gemessen wird. Gute Resultate wurden erhalten mit kommerzieller
Stärke
mit hohem Amyloseanteil mit einem Amylose-Gehalt von 50 bis 70%.
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Die körnige gemeine Stärke ist
konventionelle Stärke
mit einem Amylose-Gehalt von etwa 30%.
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Die Aedu-Stärke, die bei vorliegender Erfindung
verwendet wird, kann aus einer Stärkegewinnungsanlage mit einem
Amylose-Streckmittel einer matten Aedu homozygenen Genotype erhalten
werden. Der Ausdruck Aedu-Stärke
bedeutet nicht nur Stärke,
die aus einer Stärke
erzielenden Anlage gewonnen wird, die ein Aedu-homozygenen Genotype
aeaedudu enthält,
sondern auch Translokationen, Inversionen und anderen Varianten,
die den Aedu-Genotyp enthalten oder die als diesen Genotypen enthaltend
beschrieben werden können.
Das Amylosen-Streckmittel (ae) Gen hat nur als rezessives Gen zur
Verfügung
gestanden. US Patent 5 004 864 jedoch beschreibt die Entdeckung
eines dominanten Amylose-Streckmittel (AE) Gens. Der Fachmann entnimmt
dar aus, dass das dominante Amylose-Streckmittel-Gen zur Gewinnung
von Aedu-Stärke
verwendet werden kann.
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Der Grad der Substitution (DS) der
granularen hydroxypropylierten hohen Amylose-Stärke,
wie sie in vorliegender Erfindung verwendet wird, beträgt 0,01
bis 0,24. Der Grad der Substitution ist die Anzahl von Hydroxyl-Gruppen
pro Anhydroglukose-Einheiten
(AGU). Vorzugsweise hat die hydroxypropylierte hohe Amylose-Stärke zur
Verwendung nach vorliegender Erfindung eine DS von 0,1 bis 0,18.
Gute Resultate haben sich bei einer hydroxypropylierten hohen Amylose-Stärke mit
einem scheinbaren Amylose-Gehalt von etwa 50% und einem DS von etwa
0,16 und mit einer hydroxypropylierten hohen Amylose-Stärke mit
einem scheinbaren Amylose-Gehalt von etwa 70% und einem DS von etwa
0,19 ergeben.
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Die granulare hydroxypropylierte
gemeine Stärke
zur Verwendung nach vorliegender Erfindung hat einen DS von 0,5
bis 0,25. Insbesondere hat die hydroxypropoylierte gemeine Stärke einen
DS von 0,7 bis 0,15. Gute Resultate sind mit einer hydroxypropylierten
gemeinen Stärke
mit einem DS von 0,9 bis 0,12 erzielt worden.
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Die granulare hydroxypropylierte
Stärke
nach der Erfindung, entweder gemeine oder hohe Amylose, wird in
herkömmlicher
Weise hergestellt. Typischerweise wird der Brei aus Prime-Stärke mit
einem Alkali, z. B. Natriumhydroxid und Propylenoxid dem Brei zur
Ausbildung des Produktes hinzugefügt.
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Wenn ein chemischer Schaumbildner
verwendet wird, wird dieser mit dem Stärkepropfcopolymer gemischt
und dann wird die Beimischung extrudiert. Wenn ein gasförmiges Schaumbildner
verwendet wird, wird das Gas mit dem flüssigen Stärkepfropfcopolymer an der Düse des Extruders
gemischt. Eine solche Mischung wird in herkömmlicher Weise durchgeführt.
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Schaumbildner, die manchmal als Schäumungsmittel
bezeichnet werden, sind Substanzen, die die Zellstruktur in der
fluidisierten Wirbel-Kunststoff-Komposition erzeu gen. Herkömmliche
Schäumungsmittel schließen Fluorkohlstoffe,
Stickstoffgas, Hydrazin-Derivate, Trihydrazid-Triazine, 5-Phenyltetrazol,
p-Toluol-Sulfonyl-Semicarbazid, modifiziertes Azodicarbonamid und
Azodicarbonamid ein. Chemische Schaumbildner sind eine Klasse von
Schaumbildnern, die bei Raumtemperatur Feststoffe oder Flüssigkeiten
sind und die beim Erhitzen ein Gas freigeben. Typischerweise werden
sie durch Mischen des chemischen Schaumbildners mit dem festen Kunststoffmaterial
und Aufheizen des Gemisches bei einer Aufrechterhaltung der Mischung
unter Druck verwendet. Die Aufheizung bewirkt eine Wirbelschichtbildung
des Kunststoffmaterials und ferner, dass die Schaumbildner ein Gas
freigeben. Das Gas bildet Blasen oder Zellen in dem fluiden Kunststoffmaterial.
Das Gemisch wird unter Druck solange aufrecht erhalten, bis es in
eine Form eingegeben wird, in der das Gas expandiert und seinerseits
bewirkt, dass das fluide Kunststoffmaterial expandiert. Bei einer
Verfestigung bleibt die Zellstruktur erhalten. Unterschiedliche
Schaumbildner setzen Gas bei unterschiedlichen Temperaturen frei
und die Wahl des Schaumbildners hängt von den Prozessbedingungen,
dem Kunststoffmaterial und der Größe der gewünschten Gaszellen ab.
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Chemische Schaumbildner haben die
Vorteile gegenüber
gasförmigen
Schaumbildnern, dass sie dem festen Kunststoffmaterial vor dem Aufheizen
beigegeben werden können.
Gasförmige
Schaumbildner, wie z. B. Stickstoff und einige Fluorkohlenwasserstoffe
müssen
in das bereits fließende
Kunststoffmaterial injiziert werden.
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Die Menge an chemischem Schaumbildner,
die im Falle vorliegender Erfindung verwendet wird, beträgt 0,001
bis 0,015 Gewichtsprozent an trockenem Polymer und vorzugsweise
0,003 bis 0,006 Gewichtsrozent Copolymer.
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Der Schaumbildner, der nach der Erfindung
verwendet wird, muss mit der Temperatur kompatibel sein, die während des
Extrudierens verwendet wird, 100°C
bis 250°C.
Geeignete Schaumbildner umfassen Azodinitrile, Azodicarbonamide
und Gase wie z. B. Kohlendioxid, Stickstoff, Helium und Luft.
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Das geschäumte Produkt, das mit vorliegender
Erfindung hergestellt wird, hat eine Schüttdichte von weniger als 32,03
kg/m3 (2,0 pounds per cubic foot).
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Bei der Ausbildung eines geschäumten Produkts
nach der Erfindung braucht nicht das gesamte biologisch abbaubare
Material, das zur Herstellung des geschäumten Produktes verwendet wird,
Stärkepfropfcopolymer
nach vorliegender Erfindung zu sein. Insbesondere wurde festgestellt,
dass Mischungen, z. B. 25% Stärkepfropfcopolymer
und 75 gemeine Weizenstärke
ein biologisch gut abbaubares geschäumtes Produkt ergeben.
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Diese und andere Aspekte vorliegender
Erfindung werden in Verbindung mit den nachstehenden Beispielen
näher erläutert.
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BEISPIEL 1
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Dieses Beispiel zeigt die Herstellung
eines Stärkepfropfcopolymers
aus einer Prime-Stärke in Breiform.
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Unter Verwendung eines herkömmlichen
gemeinen Korn-Stärke-Breies,
wie er aus einem Nass-Mahl-Vorgang vor dem Entwässern und Trocknen gewonnen
wird, wurde der Feststoffgehalt des Breies auf 20% eingestellt und
der pH-Wert des Breies wurde auf 2 bis 3 mit verdünnter (1N)
Salpetersäure
eingestellt. Der Brei enthielt 20,41 kg (45 pounds) trockener Stärke. Der
Brei wurde zehn Minuten lang einem Vakuum ausgesetzt, um Sauerstoff
zu entfernen, und dann wurde die Temperatur auf 80°F (27°C) gehalten.
Als nächstes
wurden 16,69 kg (36,8 pounds) eines Monomers dem Brei hinzugefügt. Das
hinzugefügte
Monomer war Methylacrylat. Dann wurde der Initiator, Ceric-Ammoniumnitrat,
in einer 1N Salpetersäure-Lösung mit
einem Wert von einem Mol des Ceric-Ammoniumnitrats auf 100 AGU beigegeben.
Der Initiator wurde fünf
Minuten lang zugeführt.
Nach einer Zeitdauer von 30 bis 40 Minuten wurde Natriumhydroxid
in das System eingeführt,
um den pH-Wert auf neutral einzustellen. Schließlich wurde das Reaktionsprodukt
entwässert
und getrocknet.
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BEISPIEL 2
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Dieses Beispiel zeigt den reduzierten
Druck und das Moment, das für
ein Stärkepfropfcopolymer,
hergestellt aus Prime-Stärke,
im Vergleich zu einem Stärkepfropfcopolymer,
das aus herkömmlich
getrockneter Kornstärke
hergestellt ist, erforderlich ist. Ein Stärkepfropfcopolymer, das aus
einer gemeinen Prime-Kornstärke
nach Beispiel 1 hergestellt ist, wurde mit einem Stärkepfropfcopolymer,
das aus herkömmlich
getrockneter gemeiner Kornstärke
besteht, verglichen. Die Resultate dieses Tests sind nachstehend
angegeben:
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Die Vernetzungsgrade sind oben in
der Spalte als ein Verhältnis
der Gewichtsprozente von Stärke
zu synthetischem Polymer aufgeführt.
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Diese Materialien wurden bei einem
Feuchtigkeitswert von 5 bis 6% extrudiert. Der Extruder weist ein Verhältnis von
Trommellänge
zu Trommeldurchmesser von 11 : 1 auf und es wurde ein Doppel-Schneckenextruder
verwendet, der bei 30 U/min betrieben wurde. Die Temperatur in Richtung
der Länge
der Trommel betrug 190°F
(88°C) am
Eingang, 210°F
(99°C),
220°F (104°C) und 230°F (110°C) am Ausgang.
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BEISPIEL 3
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Dieses Beispiel vergleicht verschiedene
physikalische Attribute eines Stärkepfropfcopolymers,
hergestellt nach vorliegender Erfindung, mit einem Stärkepfropfcopolymer,
hergestellt mit konventioneller getrockneter Stärke.
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Stärkepfropfcopolymere, die aus
Prime-Stärke
und einem Methylacrylat-Monomer hergestellt wurden, wurden nach
dem vorstehend angegebenen Beispiel 1 hergestellt, um Vernetzungsgrade
von 41%, 50% und 59% zu erzielen.
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Drei Stärkepfropfcopolymere, die aus
herkömmlicher
getrockneter Stärke
und Methylacrylat hergestellt wurden, wurden unter Anwendung des
in vorstehend beschriebenem Beispiel 1 verwendeten Verfahrens und
mit Vernetzungsgraden von 41 %, 50% und 59% zubereitet.
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Jedes der Stärkepfropfcopolymere wurde auf
den Young-Modul, die Zugfestigkeit, die Längung und die Zerreißfestigkeit
geprüft.
Die Prüfergebnisse
sind nachstehend angegeben:
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Die Flexibilität oder Brüchigkeit wurde durch den Young-Modul-Test
bestimmt.
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Die Zugfestigkeit wurde durch Verwendung
von Proben mit einer Messlänge
von zwei inch bei einer Kreuzkopfgeschwindigkeit von 50 mm/min bestimmt.
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Die Längung wurde durch den Trouser-Test,
ebenfalls mit einer Messlänge
von zwei Inch bestimmt. Der Young-Modul-Test, der Trouser-Test und
der Zugfestigkeits-Test wurden in herkömmlicher Weise unter Verwendung
herkömmlicher
Gerätschaften
durchgeführt.
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Die Proben sowohl des Prime-Stärkepfropfcopolymers
als auch des herkömmlichen,
getrockneten Stärkepfropfcopolymers
wurden durch Extrudieren der Copolymere in einem Einfach-Schneckenextruder
unter folgenden Bedingungen hergestellt: Die Feuchtigkeitswerte
betrugen 16% für
die 41% Vernetzungs-Formel, 10% für die 50% Vernetzungs-Formel
und 16% für
die 59% Vernetzungs-Formel; das Verhältnis von Länge zu Durchmesser der Trommel
betrug 20 : 1; die Eintrittstemperatur betrug 88°C; die Austrittstemperatur betrug 106°C und die
Geschwindigkeit 30 U/min. Für
den 50%igen Vernetzungsgrad wurde ein Band für den Test mit den Maßen 1'' × 4'' verwendet.
Für den
59%igen Vernetzungsgrad wurde ein Band verwendet, das etwa 1,1'' × 4'' gemessen
hat und für
den 41%igen Vernetzungsgrad waren die Bandmaße 1,6'' × 4''.
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Wie sich aus den Tests ergibt, waren
die Zähigkeit
und die Zerreißfestigkeit
des Prime-Stärkepfropfcopolymers
denen eines herkömmlichen
getrockneten Stärkepfropfcopolymers überlegen.
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Dieses Beispiel zeigt auch, dass
ein Prime-Stärkepfropfcopolymer
mit einem höheren
prozentualen Stärkeanteil,
d. h. einem geringeren Vernetzungsgrad, die gleichen physikalischen
Eigenschaften wie ein herkömmliches
getrocknetes Stärkepfropfcopolymer
mit weniger Stärke,
d. h. mit einem höheren
Vernetzungsgrad, hat. Dies bedeutet, dass die Verwendung von Prime-Stärke ein
Produkt liefert, das stärker
biologisch abbaubar ist als das Stärkepfropfcopolymer, das aus
herkömmlicher
getrockneter Stärke
besteht.
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Wie sich aus den vorstehend genannten
Daten ergibt, zeigte das Stärkepfropfcopolymer,
das mit herkömmlicher
getrockneter Stärke
hergestellt wurde, bei 50% und 59% Stärke-Werten einen dramatischen
Abfall in den Eigenschaften, verglichen mit dem Stärkepfropfcopolyer,
das mit identischen Stärke-Werten
von Prime-Stärke
hergestellt wurde. Es wurde eine Erhöhung der Zerreißfestigkeit
bei dem Pfropfcopolymer-Band mit höherem Stärkepegel (59%), das mit Prime-Stärke hergestellt
wurde, beobachtet, während
das entgegengesetzte bei dem getrockneten Stärkematerial zutrifft.
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BEISPIEL 4
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Dieses Beispiel zeigt den Schmelzfluss-Index
eines Stärkepfropfcopolymers,
das aus Prime-Stärke hergestellt
ist, im Vergleich zu einem Stärkepfropfcopolyer,
das aus herkömmlicher
getrockneter Stärke
besteht.
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Nach dem vorstehend angegebenen Beispiel
1 wurde ein Prime-Stärkepfropfcopolymer
mit einem Methylacrylat-Monomer bis zu einem Vernetzungspegel von
45% hergestellt. Der Schmelzfluss dieser Materialien wie auch eines
herkömmlichen
Polyäthylens
war wie folgt:
| | Schmelzfluss |
| Polyäthylen-Index-Bewertung
von 100 | 12
inches |
| Prime-Stärkepfropfcopolymer | 13
inches |
| Herkömmliches
getrocknetes Stärkepfropfcopolymer | 11
inches |
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Der Schmelzfluss-Index wurde durch
einen Spritzguss-Spiralschmelzfluss-Test gemessen.
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Diese Daten beweisen die Tatsache,
dass das Stärkepfropfcopolymer,
das aus Prime-Stärke hergestellt
ist, Flusseigenschaften hat, die vergleichbar sind mit konventionellen
synthetischen Polymeren.
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BEISPIEL 5
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Dieses Beispiel zeigt ein geschäumtes Produkt
nach vorliegender Erfindung.
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Ansätze der Stärkepfropfcopolymere, die in
der nachstehend angegebenen Tabelle identifiziert sind, wurden durch
ein Haake buchler HBI System 90 Drehmoment-Rheometer extrudiert, das mit einem
Einfach-Schneckenextruder ausgerüstet
war. Die Trommeltemperaturen während
des Extrudierens betrugen 140°C,
150°C, 160°C (Zuführung zur
Form), und die Schnecke wurde mit einer Geschwindigkeit von 125
U/min betrieben.
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Jeder Ansatz enthielt 0,6 Gewichtsprozent
eines Schaumbildners, aktiviertes Azodicarbonamid, das unter der
Bezeichnung Gelogen® 754 von der Firma Uniroyal
vertrieben wird. Der Ansatz Nr. 2 in der nachstehend aufgeführten Tabelle
enthielt ferner 1% einer Verarbeitungshilfe, Octoglycerol-Monooleat,
das unter der Bezeichnung Santone® 8-1-0
von der Firma Van Der Bergh Food Ingredient Group vertrieben wird.
Der Ansatz Nr. 3 in der nachstehend angegebenen Tabelle enthielt
4% einer Verarbeitungshilfe in Form von Polyglycerol-Ester. Jedes
der Stärkepfropfcopolymere
wurde nach Beispiel 1 oben hergestellt. Methylacrylat wurde zur Herstellung
des Copolymers verwendet. Der spezifische Vernetzungspegel ist in
der nachstehenden Tabelle angegeben.
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Jede in diesem Beispiel verwendete
Stärke
wurde aus Mais gewonnen. Für
alle Ausdrücke
und Abkürzungen,
die für
die Ansätze
1–6 in
dieser Tabelle verwendet werden, gilt folgendes:
- (1)
Gemein/Aedu steht für
ein Gemisch aus einer gemeinsamen Prime-Stärke und Aedu-Prime-Stärke in einem
Gewichtsverhältnis
von 50 : 50, das zuerst gemischt und dann mit dem synthetischen
Monomer in Reaktion gebracht wurde;
- (2) Gemein steht für
eine gemeine Prime-Stärke
(28% scheinbare Amylose), die direkt aus einem Korn-Feucht-Mahlvorgang
gewonnen wurde, der keinem Trocknungsschritt ausgesetzt worden ist;
- (3) HPHA-70% steht für
eine hydroxypropylierte hohe Amylose-Stärke, die einen scheinbaren
Amylose-Gehalt von 70% und einen Substitutionsgrad von etwa 0,18
besitzt;
- (4) Gemein/HPHA-50% steht für
ein Gemisch aus 50 : 50 des Gewichtes einer gemeinen Prime-Stärke (28%
scheinbare Amylose) und einer hydroxypropylierten hohen Amylose-Prime-Stärke mit
einem scheinbaren Amylosegehalt von etwa 50% und einer DS von etwa
0,155. Zuerst wurden die beiden Stärken gemischt und dann wurde
die Pfropf-Reaktion ausgeführt.
Der Feuchtigkeitsgehalt entsprach dem des Copolymers vor dem Extrudieren.
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Wie dem Fachmann bekannt ist, wird
die Verwendung von Verarbeitungs-Mitteln für eine Extrusion durch die
Art des verwendeten Gerätes
bestimmt, z. B. Einfach-Schnecke im Vergleich zu Doppel-Schnecke, ferner
aber auch die Qualität
des Endproduktes. Ein geschäumtes
Produkt nach vorliegender Erfindung kann auch ohne die Verwendung
von Verarbeitungshilfen hergestellt werden.
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BEISPIEL 6
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Die geschäumten Produkte, die im Beispiel
5 gebildet werden, wurden zu flachen Platten extrudiert und auf
Dämpfung
und Beständigkeit
getestet. Jedes der Produkte wurde im Vergleich zu herkömmlichen
geschäumten
Produkten, die aus synthetischen Materialien hergestellt waren,
als beständig
und dämpfend
festgestellt.
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BEISPIEL 7
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Dieses Beispiel zeigt die Verwendung
des geschäumten
Produktes, das nach der Erfindung hergestellt war, zum Absorbieren
von flüssigen
Kohlenwasserstoffen.
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Ein geschäumtes Produkt wird nach Beispiel
5 hergestellt und zu einem herkömmlichen
erdnussförmigen
Produkt geformt. Das erdnussförmige
geschäumte
Produkt nach vorliegender Erfindung wird dann in einen Schwimmbaum
gepackt, der aus Nylongeflecht besteht. Der in Erdnussform gepackte
Schwimmbaum wird dann auf der Oberseite des Wassers gefloatet, wobei
das Wasser Kohlenwasserstoff enthält, z. B. Benzin, das auf der
Oberseite schwimmt. Das Benzin wird durch das erdnußförmige Produkt
nach vorliegender Erfindung absorbiert.
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BEISPIEL 8
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Dieses Beispiel zeigt die Verwendung
des geschäumten
Produktes nach der Erfindung zum Absorbieren von flüssigem Kohlenwasserstoff.
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Ein geschäumtes Produkt, das nach dem
Beispiel 5 hergestellt worden ist, wird in eine „Erdnuss"-Form gebracht. An
der Stelle, an der Öl
aus einer 55 Gallonen fassenden Trommel auf den Boden gespült worden sind,
werden eine Handvoll geschäumter
peanutförmiger
Teilchen nach der Erfindung auf der Oberseite des Öls vertäut und es
wird ein Schwimmbaum eingesetzt, um die Teilchen in das Öl einzurühren. Auf
diese Weise wird das Öl
durch die peanutförmigen
Produkte nach der Erfindung absorbiert.