DE695038C - Radiometer - Google Patents
RadiometerInfo
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Classifications
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- G—PHYSICS
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Description
Zur Messung niedriger Gasdrucke sind Geräte
nach Art der Radiometer bekanntgeworden, bei denen von zwei koaxial zueinander,
angeordneten Flächensystemen eines durch Aufhängung an einen. Torsionsfaden drehbar
gemacht ist. Dabei ist durch gleichmäßige, axialsymmetrische Anordnung der Systeme
dafür gesorgt, daß bei jedem Ausschlag möglichst das gleiche Drehmoment herrscht. Da
zur Erzielung einer großen Empfindlichkeit und eines hohen Meßbereiches die beweglichen
Teile nur ein. geringes Gewicht haben, dürfen, macht es Schwierigkeiten, ,Radiometerflügel
von genügend großer Fläche bei ausreichender Starrheit und geringem Gewicht herzustellen.
Die Erfindung gibt eine Konstruktion eines solchen Radiometers an, das die verschiedenen
Anforderunigen, gleichzeitig erfüllt. Sie geht von dem bekannten Radiometer aus, bei
dem die Flügel einen durchbrochenen, dreh-' bar laufgehängten Hohlzylinder bilden, der
in radialer Richtung vom Wärmestrom eines z. B. innerhalb des Hohlzylinders 'untergebrachten
Heizelementes durchsetzt wird. Erfindungsgemäß sind die Radiometerflügel zwischen zwei übereinander angeordneten.
Radkränzen befestigt, von denen der eine zwecks Ausspannens. der· Flügel federbeeinflußt
oder gewichtsbelastet ist. Die Erfindung, wird dadurch weiter · ausgestaltet, daß
die Flügel an den Enden- dreieckige Taschen besitzen, die über abgebogenen Dreiecklappen.
der Radkränze herübergehakt sind, und daß die Spitzenwinkel der Dreiecktaschen größer
sind als die Spitzenwinkel der abgebogenen Dreiecklappen. Nach einer weiteren Verbesserung
der Erfindung werden an den Radkränzen nachgiebige Ansätze vorgesehen, die ihrerseits die Radiometerflügel tragen. .
Als Wärmequelle dient wie bei bekannten Radiometern zweckmäßig eine innerhalb des
von den Flügeln gebildeten Hohlzylinders angeordnete Zylinderfläche, die elektrisch geheizt
wird. -Die kalte Fläche wird dann von der Gefäßwand selbst gebildet. Es könnte
aber auch umgekehrt die den Flügelzylinder umschließende Fläche geheizt sein und die
innerhalb des Flügelzylinders befindliche Fläche kalt bzw. gekühlt sein. Die Flügel
erhalten zweckmäßig die Gestalt von Rechtecken, deren lange Seiten, parallel zur Achse
verlaufen. Bei einem · Winkel von 45 ° zwischen den Flügelflächen und dem Radius
des Flügelzylinders wird das größte Drehmoment erhalten. Die Flügel werden zweckmäßig
so breit gemacht, daß die Projektionen benachbarter Flügel, von der Achse aus gesehen,
unmittelbar aneinandergrenzen und sich nicht überdecken. Der Abstand der warmen
Fläche vom Flügelzylinder ist vorteilhaft so· groß, daß Moleküle, die von der.
Heizfläche ausgehen, gerade nicht mehr auf die der kalten Fläche zugekehrte Seite eines
Flügels gelangen können. Bei den beweglichen Teilen muß möglichst an Gewicht gespart
werden, um ein geringes Trägheitsmoment zu erhalten. Zum Beispiel werden
die Flügel zweckmäßig aus Aluminiümfolien von wenigen μ Stärke hergestellt.
Radiometer mit zwei koaxial zueinander angeordneten
Flächensystemen können sowohl bei niedrigen als auch bei höheren Drucken benutzt werden. Bei niedrigen Drucken zeigen
sie einen mit dem Druck wachsenden. Ausschlag, der bei etwa icr2 mm Quecksilbersäule
seinen Höchstwert erreicht. Unter dem Einfluß der Gasströmung (Gleitung·), die
eine Folge der verschiedenen Erwärmung der der warmen und der kalten Fläche zugekehrten
Flügelkanten ist und in entgegen-gesetzter Richtung wirkt wie der reine Radiometereffekt,
nimmt der Ausschlag dann ab und wird schließlich negativ. Je nach den besonderen Bedürfnissen des Einzelfalles
kann es wünschenswert sein, die genaueren Meßergebnisse bei niedrigeren oder bei höheren
Drucken zu erhalten. Wenn vorzugsweise bei niedrigen Drucken gemessen werden
soll, muß die Gleitung herabgesetzt werden. Hierzu ist es erforderlich, den Temperaturunterschied
zwischen den Flügelkanten gering zu halten. Das geschieht entweder
durch Wahl starkwandiger Flügel, die allerdings gleichzeitig durch ihr großes Gewicht
das Trägheitsmoment heraufsetzen, oder durch Wahl eines gut wärmeleitenden Werkstoffes,
wie z.B. Silber oder Kupfer,-für. die Flügel. Wenn andererseits hauptsächlich bei
höheren Drucken gemessen wird, so- braucht man große Temperaturunterschiede zwischen
den beiden Flügelkanten. Um diese zu erreichen, nimmt man z.B. dünne Folien für
die Radiometerflügel oder macht diese Folien aus Metallen geringer Wärmeleitfähigkeit. Die
Folien können z.B. aus Nickel.'oder Eisen-Nickel-Legierungen bestehen. Es ist aber
auch möglich, sie aus Isolierstoff herzustellen, z. B. Glimmer oder Zellstoff. Isolierstoff flügel
wird man im allgemeinen mit einem leitenden Überzug versehen, z.B. durch Auf- .
dampfen von Metall, um elektrische' Störungen zu vermeiden. Zu demselben Zweck wer
den die beweglichen Teile vorteilhaft an ein bestimmtes Potential angeschlossen.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
für den Gegenstand der Erfindung in 6S
Abb', r im Aufriß und in Abb. 2 im Schnitt nach Linie A-B dargestellt.
Die
Abb. 3 zeigt eine Einzelheit im Schnitt nach Linie C-D der Abb. 2.
Von einem Glasfuß 1 wird ein aus zwei
Streben 2 und 3 bestehendes Gerüst getragen. An dem oberen Ende dieses Gerüstes
ist ein Querbalken. 4 befestigt, der über eine Drehbolzenvorrichtung 5 einen Torsionsfaden
6 trägt, der z. B. aus Wolfram bestehen kann. Der Torsionsfaden 6 trägt über einen Stab 7 und eine Spannfeder 8 einem.
Balken 9, an dem mit Hilfe von vier starren Drähten 10 ein Radkranz 11 befestigt ist. Am
unteren Ende ist der Stab 7 in einer Führung 12 geführt und trägt dort einen zweiten
Tragebalken 13, an dem mittels der starren
Drähte 14 ein zweiter Radkranz 15 befestigt
ist. Zwischen den Radkränzen 11 und 15
sind die zweckmäßig aus Metallfolien bestehenden Radiometerflügel 16 ausgespannt.
Während der untere Balken 13 an der Stange 7 starr befestigt ist, ist der obere Balken 9 auf der Stange 7 verschiebbar geführt. 9»
Durch Wirkung der Feder 8 wird der Balken 9 und damit der Radkranz 11 angehoben,
so daß die Radiometerflügel 16 ständig unter Spannung stehen. Der von den
Radiometerflügeln gebildete Zylinder wird von der Gefäßwand 17 umschlossen, die als
kalte Fläche dient und beispielsweise aus Glas bestehen kann. An Stelle des Glases
können natürlich auch andere isolierende Stoffe benutzt werden, und es ist auch möglieh,
wenigstens den Teil der Gefäßwand, der die Radiometerflügel unmittelbar umschließt,
aus Metall herzustellen. Innerhalb der Radiometerflügel ist die heiße Fläche 18 angeordnet.
Diese heiße Fläche besteht im vor-Hegenden Falle aus .„ dicht nebeneinanderliegenden,
stromdurchflossenen Heizdrahtwendeln, die teilweise in Reihe und teilweise
parallel geschaltet sind. Die Parallelschaltung· wird zweckmäßig angewandt, um mit geringeren
Heizspannungen auszukommen und um auf diese Weise die Störungen durch elektrostatische
Kräfte herabzusetzen. An Stelle der Heizdrahtwendeln können natürlich auch stromdurchflossene glatte Heizdrähte oder
Heizbänder benutzt werden. Ebenso ist es möglich, einen Heizkörper zu verwenden, der
durch heiße Flüssigkeit oder Gas erhitzt wird. Wie insbesondere die Abb. 2 erkennen
läßt, ist· der Abstand zwischen dem Heizkörper 18 und den Radiometerflügeln so auf
den Winkel zwischen den Radiometerflügeln
und dem Radius der Anordnung abgestimmt, daß Gasmoleküle, die von der heißen Fläche
gegen die Radiometerflügel fliegen (s. Pfeile in Abb. 2), nicht auf die "Außenseite b der
Flügel gelangen können. Die kalte Fläche 17 kann sehr nahe an die Radiometerflügel
herangedrückt werden.
Am Balken 9 ist ein Zeiger 22 angebracht, der sich über eine Skala bewegt und ein unmittelbares
Ablesen ermöglicht.
Besondere Sorgfalt ist beim Aufbau den Radiometerflügeln zu widmen, da von ihrer
genauen Stellung· die Wirksamkeit der ganzen Anordnung im weitesten Maße abhängt. Zur
Herstellung der Radiometerflügel können die Radkränze 11 und 15 mit nach außen vorstehenden,
zahnartigen Ansätzen 19 versehen sein, von denen Dreiecklappen 20 bei dem
Kranz 11 nach oben und bei dem Kranz 15
ao nach - unten abgebogen sind, und zwar um mehr als 900, so daß sie schräg nach hinten
kippen, wie in Abb. 3 gezeigt. Die Biegungskanten 21 sind mit großer Sorgfalt ' auszurichten.
Die Folien 16, die die Radiometerflügel bilden sollen, werden an beiden Enden
zu Dreiecktaschen zusammengebogen, deren Spitzenwinkel etwas größer ist ,als der Spitzenwinkel
' der abgebogenen Dreiecklappen 20. Die Dreiecktaschen der Folien werden dann über die Dreiecklappen 20 der Radkränze 11
und 15 herübergehakt, und die Flügel werden gespannt. ' Dabei geben die Ansätze 19 etwas
nach, so daß geringfügige Unterschiede in der Länge der einzelnen Flügel ausgeglichen
werden. Da der Spitzenwinkel der Dreieck-■ lappen 20 etwas kleiner ist als der Spitzenwinkel
der Folientaschen, bewirkt das Nachgeben der zahnartigen Ansätze 19 kein Verkanten
der Radiometerflügel. Die Radiorüeterflügel
bleiben vielmehr glatt über die Umbiegekanten 21 gespannt. Als Spannkraft
dient entweder, wie schon vorbeschrieben, * die Feder 8 oder auch das Gewicht des unteren
Radkranzes, der alsdann. lose auf der Stange 7 befestigt werden müßte.
Der Heizkörper und insbesondere alle be-
- weglichen Teile können aus unmagnetischen Werkstoffen hergestellt werden, um Störungen
durch benachbarte magnetische Felder, durch den Heizstrom oder durch das Erdfeld zu
vermeiden. Es ist vorteilhaft, sowohl die Flügel als auch den Heizkörper aus solchen
Stoffen herzustellen, deren Oberfläche sich beim Erhitzen in den benutzten Gasen nicht
verändert, also* insbesondere aus nicht oder nur schwer oxydierenden Stoffen, wie z.B.
Chrom-Nickel-Legierungen.
Die Empfindlichkeit des Radiometers ist von. dem Durchmesser 'des Flügelzylinders im
allgemeinen in der Weise abhängig, daß bei abnehmendem Durchmesser und gleichbleibender
Schwingungsdauer die Empfindlichkeit
wächst. Das gilt insbesondere, wenn die Oberfläche und die Temperatur des Heizkörpers
und die Kühlung der 'entsprechend verkleinerten äußeren . Gefäßwand dieselben bleiben. Die Betrachtung ist unabhängig
davon, ob bei abnehmendem Radius die Zahl der Radioimeterflügel gleich groß bleibt und
die Breite jedes einzelnen Flügels entsprechend verringert wird· oder bei gleichbleibender
Breite der Radiometerflügel die Zahl der Flügel herabgesetzt wird. Es gilt sogar unabhängig·
davon, ob mit der Verkleinerung des Radius gleichzeitig die Masse der ganzen
Anordnung herabgesetzt wird oder unverändert bleibt. Da es natürlich möglich ist,
bei abnehmendem Radius die Masse gleich-. zeitig herabzusetzen,, so· kann dadurch eine
zusätzliche Vergrößerung des Ausschlages bei gleicher Schwingungsdauer erreicht werden.
Eine Grenze erhält man im allgemeinen durch die Schwierigkeit, ein sehr kleines Flügelrad herzustellen. Eine Vergrößerung
der Wirkung kann aber leicht dadurch erzielt werden, daß, der Zylinder verlängert)
wird, da durch die Verlängerung des Zylinders im allgemeinen keine wesentliche Vergrößerung
der Maße eintritt.
Claims (3)
1. Radiometer, dessen Flügel einen durchbrochenen, drehbar aufgehängten
Hoihlzylinder bilden, der in. radialer Riehtung vom Wärmestrom durchsetzt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Radiometerflügel zwischen zwei übereinander ,angeordneten
Radkränzen befestigt sandy von denen der eine zwecks Ausspannens der Flügel federbeeinflußt oder gewichts-
, belastet ist.
2. Radiometer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel an
den Enden dreieckige Taschen besitzen, die über abgebogenen Dreiecklappen (20) der Radkränze herübergehakt sind, und
daß die Spitzenwinkel der Dreieckstaschen größer sind als die Spitzenwinkel der abgebogenen
Dreiecklappen.
3. Radiometer nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Radio-
- meterflügel von den Radkränzen mittels nachgiebiger Ansätze (19) getragen werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1937P0075180 DE695038C (de) | 1937-05-01 | 1937-05-01 | Radiometer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1937P0075180 DE695038C (de) | 1937-05-01 | 1937-05-01 | Radiometer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE695038C true DE695038C (de) | 1940-08-14 |
Family
ID=7392705
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1937P0075180 Expired DE695038C (de) | 1937-05-01 | 1937-05-01 | Radiometer |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE695038C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE952033C (de) * | 1952-07-30 | 1956-11-08 | Heraeus Gmbh W C | Vakuummeter |
| US2785571A (en) * | 1952-07-29 | 1957-03-19 | W E Heraeus G M B H | Vacuum meters |
-
1937
- 1937-05-01 DE DE1937P0075180 patent/DE695038C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2785571A (en) * | 1952-07-29 | 1957-03-19 | W E Heraeus G M B H | Vacuum meters |
| DE952033C (de) * | 1952-07-30 | 1956-11-08 | Heraeus Gmbh W C | Vakuummeter |
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