DE69403690T2 - Schulterwaffe zum Verschiessen von Munition mit kräftigem Impuls - Google Patents
Schulterwaffe zum Verschiessen von Munition mit kräftigem ImpulsInfo
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Description
- Vorliegende Erfindung betrifft eine Schulterwaffe zum Abschuß von hochimpulsiven Munitionen.
- Der Abschuß hochimpulsiver Munitionen mit Hilfe von Hand- Schulterwaffen stellte bekanntermaßen schon immer eines der hauptsächlichen Probleme für Ballistiker und Ergonomiewissenschaftler dar. Es ist unter den Ergonomiewissenschaftlern allgemein anerkannt, daß der von einem Menschen auszuhaltende Impulgrenzwert bei einer Schulterwaffe ungefähr zwischen 25 bis 30 N/s liegt. Jedoch hat die Erfahrung gezeigt, daß durch den Einsatz von Dämpfungssystemen in Schußwaffen zum Abschuß hochimpulsiver Munitionen, die die Rückstoßkraft umwandeln und dabei verringern und so die Lebensdauer der Waffe erhöhen, der Schütze ohne weiteres Impulse in der Nähe von 100 N/s aushalten kann.
- Aus der europäischen Offenlegungsschrift EP-A-0 098 463, deren Offenbarungsgehalt die Grundlage für den Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 bildet, ist eine Schulterwaffe mit langem Rohrrücklauf zum Abschuß von hochimpulsiven Munitionen bekannt, die einen durch einen beweglichen Verschluß verschlossenen Rohrlauf, ein Rückstoß- Dämpfungssystem und eine automatische oder halbautomatische Nachladevorrichtung aufweist, und in der die Baugruppe, die sich aus dem Rohrlauf, seinem beweglichen Verschluß und dem Steuerstück dieses beweglichen Verschlusses zusammensetzt, über Kufen auf einer mit dem Schaft fest verbundenen Rohrwiege gleitet, wobei die Waffe außerdem eine Sicherheitsplatte aufweist, die in Ruhestellung den Perkussionsmechanismus verriegelt, der durch das Eindrücken dieser Platte durch den Schützen freigegeben wird.
- Vorliegende Erfindung betrifft eine Waffe, die diese Technik an Dämpfungssystemen nutzt, die eine kraft konstant über einen gegebe nen Rohrlauf verteilen, dessen Länge sich in Abhängigkeit des zu dämpfenden Impulses bestimmt, wobei diese Dämpfungssysteme in Kombination mit Sicherheitssystemen und weiteren Dämpfungssystemen angewandt werden, die den Abschuß von Projektilen verhältnismäßig großer Kaliber (beispielsweise bis mindestens 80 mm) mit einer Hand-Schulterwaffe ermöglichen.
- Diese Erfindung hat daher eine nachladbare, einläufige Waffe zur Aufgabe, die eine ganze Reihe an Munitionen unterschiedlicher Massen, Geschwindigkeiten und Effekte verwenden kann und dabei im allgemeinen mit demselben Impuls arbeitet, wobei diese Waffe einen großen Rohrrücklauf, beispielsweise oberhalb von 600 mm, aufweisen soll.
- Ausgehend von dem vorhergehend genannten Stand der Technik betrifft die Erfindung eine Schulterwaffe, in der diese Sicherheitsplatte so angeordnet ist, daß sie den Perkussionsmechanismus freigibt, wenn der Schütze die Waffe gegen seine Schulter drückt und dabei diese Platte eindrückt, wobei diese Waffe einen im vorderen Griff der Waffe angeordneten Schalter zur Ingangsetzung der Schußsequenz nach dem Zielvorgang aufweist, und wobei dieser Schalter, solange er nicht betätigt wird, einen Schlagbolzen verriegelt.
- Gemäß einem Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Sicherheitsschulterplatte auf eine im Schaft vorgesehene Schulterplatte montiert die mit einem energieabsorbierenden Material und/oder mit Mittel versehen ist, die ebenfalls ihre Anpassung an den Körperbau des Schützen sicherstellen.
- Gemäß der vorliegenden Erfindung ist das Steuerstück des beweglichen Verschlusses mit dem Dämpfungssystem verbunden, wobei diese Verbindung so gestaltet ist, daß die Verriegelung oder Entriegelung des Verschlusses durch die Bewegung des Rohrlaufes sichergestellt ist, sobald der Rohrlauf einmal in Feuerbereitschaft zurückgekehrt ist.
- Gemäß einem Merkmal der vorliegenden Erfindung ist eine auf den Rohrauf wirkende Vorholfeder vorgesehen, um das automatische Nachladen der Waffe sicherzustellen, wenn der Verschluß nach der Rückkehr in Feuerbereitschaft durch die aus der Rückkehrenergie des Rohrlaufs resultierende Vorwärtsbewegung des Rohrlaufs freigegeben ist.
- Gemäß der Erfindung ist das Rückstoß-Dämpfungssystem vorzugsweise von der Bauart mit einem Reibungszylinder, der in Rückstoßrichtung einwirkt und in entgegengesetzter Richtung freigibt, wobei dieses System zum Dämpfen und Bremsen einen auf einer Führungsstange gleitenden Reibungszylinder aufweist, und die Rückwärtsbewegung durch eine sich auf dem Dämpfungszylinder und auf dem Schaft abstützende und auf der Führungsstange angeordnete Schraubenfeder sichergestellt ist.
- Gemäß einer Ausführungsform weist das Rückstoß-Dämpfungssystem einen fest auf die bewegliche, mit dem Verschluß verbundene Stange montierten Zylinder und ein Rückstellmittel, beispielsweise von pneumatischer Bauart, auf, das die Rückkehr der den Verschluß mit sich ziehenden Stange nach vorne sicherstellt.
- Gemäß einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist der Perkussionsmechanismus einen schwimmend gelagerten, federrückgestellten und in dem beweglichen Verschluß angeordneten Schlagbolzen auf, der von einem mit einer Feder ausgestatteten Hammer in Bewegung gesetzt wird, wobei dieser Hammer in ein mit dem Abzug verbundenes System doppelter Hemmung eingebunden sein kann, und wobei der auf der Rohrwiege angelenkte Hammer in entsicherter Stellung durch einen von der Sicherheitsschulterplatte gesteuerten Nocken verriegelt ist.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Waffe von der Bauart mit automatischer Ladung und weist ein mit mehreren Munitionen ausgestattetes Magazin auf, das im hinteren Bereich der Waffe an der Stelle angeordnet ist, an der der Rücklauf der Baugruppe Rohrlauf-Verschluß stattfindet, wobei die Baugruppe durch eine im Magazin vorgesehene Öffnung rücklaufen kann, und wobei die Munitionskammer während der Rückkehr des Rohrlaufs in Feuerbereitschaft nach der Herausbeförderung und dem Auswurf der leeren Hülse mit einer neuen Patrone versorgt wird.
- Gemäß einem noch weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Waffe mit einem Zielsystem ausgestattet, das ein klares Visier mit projeziertem Fadenkreuz, einen Laser-Entfernungsmesser, einen Winkelmesser, vorzugsweise auf Basis der Variation des magnetischen Flusses, und einen Rechner mit einem Speicher aufweist, in den die ballistischen Daten der Munitionen eingegeben werden, wobei die Schußdurchführung durch die Betätigung des Schalters in Gang gesetztwird.
- In einer bevorzugten Ausführungsform setzt die Waffe Munitionen ein, die jeweils mit einem ballistischen Identifikationscode, beispielsweise einem optisch zu lesenden Strichcode, versehen sind, dessen Informationen im Rahmen der Zieloperationen dem Rechner übermittelt werden.
- Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel ohne jede Einschränkung wiedergeben. In den Figuren zeigt
- Fig. 1 einen axialen Längsschnitt der Waffe gemäß der vorliegenden Erfindung und ihrer unterschiedlichen Funktionsmechanismen
- Fig. 2 eine vergrößerte, maßstabsgetreue Schnittdarstellung des Perkussionsmechanismus und dessen Steuerungssystems;
- Fig. 3 das Zielsystem der Waffe in Draufsicht;
- die Fig. 4, 5 und 6 Darstellungen unterschiedlicher Funktionsphasen der Waffe gemäß der Erfindung, und
- Fig. 7 die Waffe gemäß der Erfindung in perspektivischer Darstellung.
- Die Zeichnungen zeigen die Waffe gemäß der Erfindung, die grundsätzlich einen durch einen beweglichen Verschluß 2, der mit Vernegelungszapfen 3 versehen ist, verschlossenen Rohrlauf 1 aufweist, wobei dieser bewegliche Verschluß 2 über ein Steuerstück 4 in geradliniger Bewegung angesteuert wird, das auf einen sich auf einer Steuerkante 6 verschiebenden Stift 5 so einwirkt, daß eine eingeschränkte Drehbewegung auf den beweglichen Verschluß 2 übertragen wird, wobei diese Bewegung durch ein Verschieben des Rohrlaufs 1 hervorgerufen wird.
- Die aus dem Rohrlauf 1, dem beweglichen Verschluß 2 und dem Steuerstück 4 bestehende Baugruppe kann auf einer mit dem Schaft 8 fest verbundenen Rohrwiege 7 gleiten, wobei Kufen 9 dieses Gleiten erleichtern.
- Die Waffe weist ein Rückstoß-Dämpfungssystem auf, das, wie in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, von der bekannten Bauart mit einem Reibungszylinder ist. Ein derartiges System wirkt in Rückstoßrichtung, um die Dämpfung sicherzustellen und gibt in entgegengesetzter Richtung frei, d. h. während der Rohrauf in Feuerbereitschaft zurückkehrt Im vorliegenden Beispiel weist der Dämpfungsmechanismus grundsätzlich einen Dämpfungszylinder 10 auf, der das Bremsen sicherstellt und der auf einer Führungsstange 11 gleiten kann, auf der eine sich auf dem Dämpfungszyiinder 10 und in einer fest mit dem Schaft 8 verbundenen Hülse 13 abstützende Schraubenfeder 12 angeordnet ist, um die Rückkehr in Feuerbereitschaft sicherzustellen.
- Es kann eine Ausführung eines Rückstoß-Dämpfungssystems angewandt werden, bei der der Zylinder auf einer beweglichen, mit dem Verschluß verbundenen Stange fest montiert ist und das ein Rückstellmittel aufweist, beispielsweise von pneumatischer Bauart, das die Rückkehr der den Verschluß mit sich ziehenden Stange nach vorne sicherstellt.
- Das Steuerstück 4 des beweglichen Verschlusses 2 ist mit der Stange 11 des Dämpfungssystems (Fig. 1) verbunden, wobei diese Verbindung so ausgeführt ist, daß die Betätigung des Rohrlaufs die Verriegelung oder Entriegelung des beweglichen Verschlusses nach sich zieht. Diese Funktion kann ebenfalls durch die in Fig. 2 dargestellte Art und Weise mit Hilfe einer Vorholfeder 16 bewerkstelligt werden, die auf ein Schloß 17, 17' so einwirkt, daß die Baugruppe Rohrlauf-Verschluß auf der Rohrwiege 7 festgehalten werden kann, wie dies anschließend beschrieben wird.
- Im hinteren Bereich der Waffe, wo der Rückstoß der Baugruppe Rohrlauf-Verschluß (siehe Fig. 5 und 7) auftritt, ist ein Magazin 18 mit einer bestimmten Anzahl an Patronen (drei im vorliegenden Ausführungsbeispiel) angeordnet, wobei diese Munitionen von einer Feder 20 zusammengehalten werden. In den Fig. 5 und 7 ist auch zu erkennen, daß die Baugruppe Rohrlauf 1, Verschluß 2 durch das Magazin hindurch rücklaufen kann, wie im folgenden die Beschreibung der Funktionsweise der Waffe zeigen wird.
- Auf den Hülsen der Patronen 19 kann ein Identifikationsmittel vorgesehen werden, das die im Magazin befindliche Munitionsart angibt, wobei dieses Identifikationsmittel vorzugsweise ein optisch zu lesender Strichcode ist.
- Der Schaft 8 besteht vorzugsweise aus einem Verbundwerkstoff und dient, wie vorhergehend beschrieben, der Rohrwiege 7 und dem Zielsystem, das anschließend in Bezug auf Fig. 3 beschrieben wird, als Träger; der Schaft 8 enthält außerdem den Sicherheits- und Perkussionsmechanismus, der detailliert in Fig. 2 dargestellt und im folgenden beschrieben ist. Dieser Schaft 8 weist eine Schuterplatte 21 auf, die mit einem dämpfenden und vorzugsweise sich auch automatisch dem Körperbau des Schützen anpassenden Material ausgestattet ist. Diese Schulterplatte 21 weist außerdem eine bewegliche Sicherheitsplatte 22 auf, die in Ruhestellung, während die Waffe nicht geschultert ist, den Perkussionsmechanismus verriegeln soll, wobei der Schütze vor dem festen Aufschultern der Waffe den Perkussionsmechanismus durch das Eindrücken der Sicherheitsplatte 22 freigibt, wie nun beschrieben wird.
- Dieser Perkussionsmechanismus (Fig. 2) besteht aus einem schwimmend gelagerten, federrückgestellten und in dem beweglichen Verschluß 2 angeordneten Schlagbolzen 23. Dieser Schlagbolzen 23 wird von einem mit einer Feder 27 gespannten Hammer 25 aktiviert, der über die Achse 26 mit der Rohrwiege 7 gelenkig verbunden ist. Das Ende des Hammers ist in ein System doppelter Hemmung 28, 28' eingebunden, das mit einer Rückstellfeder 29 versehen ist und um eine Achse 30 wippt. Fig. 2 zeigt, daß das System der zweifachen Hemmung 28, 28' über ein Zugkabel 32 mit dem Abzughahn 31 der Waffe verbunden ist. Der auf der Rohrwiege 7 angelenkte Hammer 25 ist in Feuerbereitschaft über einen Nocken 33 verriegelt, der von der beweglichen Sicherheitsplatte 22 aktiviert wird.
- Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die bewegliche Sicherheitsplatte mit dem Abzughahn über einen Nocken oder ein Kabel verbunden, wobei diese Verbindung so ausgeführt ist, daß der seiner Schwenkachse beraubte Abzughahn diesen Nocken auf solche Weise als Schwenkachse einsetzt, daß der Abzughahn in Ruhestellung, wenn die Waffe nicht an der Schulter des Schützen anliegt, rückgestellt und nicht einsatzbereit ist und daß in aktivierter Stellung, wenn die Waffe an der Schulter anliegt, der Nocken dem Abzughahn als Schwenkachse dient.
- Fig. 3 zeigt in einem Ausführungsbeispiel ohne jede Einschränkung ein Zielsystem, mit dem die Waffe ausgestattet werden kann. Die Zielvorrichtung der Waffe stellt hier so eine vereinfachte Schußdurchführung sicher und weist ein klares Visier mit projeziertern Fadenkreuz 34, einen Laser-Entfernungsmesser 35, einen Winkelmesser, vorzugsweise auf Basis der Variation des magnetischen Flusses, und einen Rechner 36 auf, der einen Mikroprozessor, einen Taktgeber und einen Speicher enthält, in dem die ballistischen Daten der Munitionen eingegeben werden. Die Schußdurchführung wird durch einen Schalter 37 in Gang gesetzt, der im vorderen Griff 14 der Waffe, die von der linken Hand des Schützen gehalten wird, vorgesehen ist. Man kann ebenfalls ein Godelesegerät 37 vorsehen, das das optische Lesen des auf den Hülsen der Patronen 19 angebrachten Codes, beispielsweise eines Strichcodes, sicherstellt, so daß die Information bezüglich der der Munition entsprechenden Ballistik angegeben und an den Rechner 36 übermittelt wird.
- Nachfolgend wird nun die Funktionsweise der Waffe beschrieben, die sich zu einem Teil auf die Fig. 1 und 2 und zum anderen Teil auf die in den Fig. 4 bis 6 dargestellten aufeinanderfolgenden Funktionsphasen bezieht.
- Zur Aktivierung übt der Schütze einen Zug auf die Baugruppe Rohrlauf-Verschluß aus, wobei sich das Steuerstück nicht bewegt, was ein Drehen des beweglichen Verschlusses und ein Entkoppeln der Vernegelungszapfen 3 bewirkt. Der Rohrauf kann sich frei vorbewegen, wobei die Stelle zum Magazin 18 freigelegt wird. Dieses Magazin wird auf die Waffe eingesteckt, und eine umgekehrte Bewegung auf dem Rohrlauf schließt den Verschluß wieder, nachdem eine Patrone in die Kammer des Rohrlaufs 1 eingelegt wurde (diese Funktionsphase zeigt Fig. 1).
- Der Schütze legt dann das Schulterstück der Waffe gegen seine Schulter an. Die Schuterplatte 21 paßt sich daraufhin seinem Körperbau an und durch ein Eindrücken der Sicherheitsschulterplatte 22 stellt der Schütze die Entriegelung des Hammers 25 sicher (oder die Aktivierung des Abzugs nach der vorhergehend beschriebenen Funktionsweise), bevor dieser den Schlagbolzen 23 betätigt. Diese Entriegelung wird durch ein Verlagern des Nockens 33 während dem Eindrücken der Sicherheitsplatte 22 durch die Schulter des Schützen bewerkstelligt (siehe Fig. 2), wobei in dieser Ausführungsform der Abzug auf dem Nocken, der diesem als Schwenkachse dient, zum Aufliegen kommt.
- Wenn der Schütze das Ziel anvisiert und gleichzeitig den Zielvorgang durchgeführt hat, drückt dieser auf den Schalter 37 im vorderen Griff 14, um die Schußsequenz in Gang zu setzen. Das Anvisieren des Ziels ermöglicht über den mit dem Visier 34 fluchtenden Laser- Entfernungsmessers 35 das Messen der Entfernung, wobei der Winkelmesser die Winkelabweichungen registriert. Diese Daten werden dann in den Rechner 36 übertragen, der die Geschwindigkeit und die Entfernung des Ziels berechnet. Der Schalter 37 ist so ausgeführt, daß er auf einen Sicherheitsverschluß des Schlagbolzens einwirkt.
- Für den Fall, daß die im Magazin 18 enthaltene Munition 19 einen die Ballistik der Munition angebenden Code aufweist, überträgt ein Code- Lesegerät 37 die ballistischen Daten der Munition in den Rechner 36 und dieser Rechner berechnet den anzuvisierenden Punkt durch ein Ausrichten des von dem Knopf 38 gesteuerten Fadenkreuzes. Der Schütze positioniert das Fadenkreuz auf dem Ziel und kann dann den Abzug 31 drücken. Der Hammer 25 wird von der Nase 28 des Systems der doppelten Hemmung freigegeben und schlägt anschließend auf den Schlagbolzen 23, der die Munition zündet.
- Infolge des Impulses der Munition (siehe Fig. 4) wird die Baugruppe Rohrlauf 1, Verschluß 2 zurückgestoßen und gleitet dabei auf der Rohrwiege 7, wobei mit dieser der Dämpfungszylinder 10, oder die Führungsstange der vorhergehend beschriebenen Ausführungsform aktiviert wird, die diese Baugruppe über die Reibung des Zylinders 10 auf der Stange 11 und über das Zusammendrücken der Feder 12, oder des pneumatischen Rückstellsystems, abbremst.
- Am Ende der Bewegung kehrt die Baugruppe Rohrlauf-Verschluß unter dem Einfluß des Rückstellsystems nach vorne hin zurück, wobei der Rohrlauf infolge der Trägheit vorne verharren bleibt und so das Öffnen des Verschlusses über einen Zug bewirkt, das die Drehung des Verschlusses dank der Steuerkante 6 und ihres Abknickens nach sich zieht.
- Im Zuge der Vorwärtsbewegung des Rohrlaufs wird das Auswurffenster der Abschußkammer freigelegt (siehe Fig. 5), was die Entnahme der leeren Hülse ein Nachrücken der nachfolgenden Munition und ihr Einlegen in die Kammer (Fig. 6) ermöglicht.
- Der Rohrlauf ist mit einer neuen Munition in der Kammer (Fig. 1) wieder feuerbereit, damit der Verschluß in die verriegelte Position zurückkehren kann, wobei dieser über ein Reibungs-Dämpfungssystem unbeweglich gehalten ist.
- In dieser Phase bleibt der Hammer 25 auf der Nase 28' des Systems der doppelten Hemmung eingerastet. Wenn der Schütze den Abzug 31 betätigt, wippt das System der doppelten Hemmung 28, 28' um seine Achse 30 und hält dabei den Hammer an dessen anderem Ende, oder der Nase 28, fest, was das Zünden durch eine neue Betätigung des Abzughahns, wie vorhergehend beschrieben, ermöglicht.
- Aus der vorhergehenden Beschreibung ergibt sich folglich, daß die Erfindung eine Mehrzweckwaffe betrifft, die mehrmals mit unterschiedlichen Munitionen zum Abschuß hochimpulsiver Projektile (in der Größenordnung von 100 N/s) mit einem großen Rückstoß nachgeladen werden kann. Außerdem ist diese Waffe mit ihren ineinandergreifenden Bestandteilen modular aufgebaut: Magazin, System Rohrauf- Verschluß und Baugruppe Rohrwiege und Schaft. So wird durch einen einfachen Austausch des Rohrlaufs die Verwendung der gleichen Waffe für Munitionen unterschiedlichen Kalibers ermöglicht
- Diese Waffe weist außerdem eine große Bediensicherheit auf, die sich dadurch ergibt, daß sie nicht einsetzbar ist, solange die Waffe nicht auf dem Schützen geschultert ist und der Zievorgang nicht vollständig durchgeführt wurde.
- Die Waffe gemäß der vorliegenden Erfindung kann Munitionen mit beschränkter Rückstoßenergie abschießen, beispielsweise des Typs, der in der von der gleichen Anmeerin am gleichen Tag der hier vorhe genden Anmeldung eingereichten Patentanmedung mit dem Titel "Munitionen für Kanonen, Mörser oder ähnliches mit verringerter Rückstoßenergie" beschrieben ist.
- Die Waffe kann ebenfalls vorzugsweise eine Schuterplatte aufweisen deren Anwendung in Anordnungen erfolgt, wie sie in der am gleichen Tag der hier vorliegenden Anmeldung eingereichten Patentanmeldung mit dem Titel "Energiedämpfungsvorrichtung und Anpassung an den Körperbau" beschrieben und beansprucht sind.
- Schließlich kann diese Waffe mit verbessertem Zielfernrohr ausgestattet sein, wie dies in der von der gleichen Anmelderin am gleichen Tag der hier vorliegenden Anmeldung eingereichten Patentanmeldung mit dem Titel "Verbesserungen von Zielfernrohren, insbesondere für Einzewaffen" beschrieben ist.
- Selbstverständlich bleibt vorliegende Erfindung nicht auf die hier beschriebenen und/oder dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt sondern umfaßt sämtliche Varianten.
Claims (13)
1. Schulterwaffe mit langem Rohrrücklauf zum Abschuß von
hochimpulsiven Munitionen, die einen durch einen beweglichen
Verschluß verschlossenen Rohrtauf, ein Rückstoß-Dämpfungssystem
und eine automatische oder halbautomatische Nachladevorrichtung
aufweist,
und in der die Baugruppe, die sich aus dem Rohrlauf (1), seinem
beweglichen Verschluß (2) und dem Steuerstück (4) dieses
beweglichen Verschlusses zusammensetzt, über Kufen (9) auf einer
mit dem Schaft (8) fest verbundenen Rohrwiege (7) gleitet,
wobei die Waffe außerdem eine Sicherheitsplatte (22) aufweist, die in
Ruhestellung den Perkussionsmechanismus verriegelt, der durch das
Eindrücken dieser Platte durch den Schützen freigegeben wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß diese Sicherheitsplatte (22) derart angeordnet ist, daß sie den
Perkussionsmechanismus, der einen Schlagbolzen (23) aufweist,
freigibt, wenn der Schütze die Waffe gegen seine Schulter drückt und
dabei diese Platte eindrückt,
und daß diese Waffe einen im vorderen Griff (14) der Waffe
angeordneten Schalter (37) zur Ingangsetzung der Schußsequenz
nach dem Zielvorgang aufweist, wobei dieser Schalter, solange er
nicht betätigt wird, den Schlagbolzen (23) verriegelt.
2. Waffe gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet
daß die Sicherheitsschulterplatte (22) auf eine im Schaft vorgesehene
Schuterplatte (21) montiert ist, die mit einem energieabsorbierenden
Material versehen ist.
3. Waffe gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet
daß diese Schulterplatte (21) mit einem Material ausgestattet ist, das
nicht nur Energie absorbiert, sondern sich auch automatisch dem
Körperbau des Schützen anpaßt.
4. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß das Steuerstück (4) des beweglichen Verschlusses (2) mit dem
Dämpfungssystem verbunden ist, wobei diese Verbindung derart
gestaltet ist, daß die Verriegelung oder Entriegelung des
Verschlusses durch die Bewegung des Rohrlaufes (1) sichergestellt
ist, sobald der Rohrlauf einmal in Feuerbereitschaft zurückgekehrt ist.
5. Waffe gemäß Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet
daß eine auf den Rohrlauf wirkende Vorholfeder (16) vorgesehen ist,
um das automatische Nachladen der Waffe sicherzustellen, wenn der
Verschluß nach der Rückkehr in Feuerbereitschaft durch die aus der
Rückkehrenergie des Rohrlaufs resultierende Vorwärtsbewegung des
Rohrlaufs freigegeben ist.
6. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß das Rückstoß-Dämpfungssystem von der einen Reibungszylinder
aufweisenden Bauart ist, die in Rückstoßrichtung einwirkt und in
entgegengesetzter Richtung freigibt, wobei dieses System zum
Dämpfen und Bremsen einen auf einer Führungsstange (7) gleitenden
Reibungszylinder (10) aufweist, und die Rückwärtsbeweggung durch
eine sich auf dem Dämpfungszylinder (10) und auf dem Schaft (8)
abstützende Schraubenfeder (12) sichergestellt ist, die auf der
Führungsstange (7) angeordnet ist.
7. Waffe gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet
daß das Rückstoß-Dämpfungssystem einen fest auf die bewegliche,
mit dem Verschluß verbundene Stange montierten Zylinder und ein
Rückstellmittel insbesondere von pneumatischer Bauart aufweist, das
die Rückkehr der den Verschluß mit sich ziehenden Stange nach
vorne sicherstellt.
8. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß der Perkussionsmechanismus einen schwimmend gelagerten,
federrückgestellten, in dem beweglichen Verschluß (2) angeordneten
Schlagbolzen (23) aufweist, der von einem mit einer Feder (27)
ausgestatteten Hammer (25) in Bewegung gesetzt wird, wobei dieser
Hammer in ein mit dem Abzug (31) verbundenes System doppelter
Hemmung (28,28') eingebunden sein kann und der auf der Rohrwiege
(7) angelenkte Hammer in entsicherter Stellung durch einen von der
Sicherheitsschulterplatte (22) gesteuerten Nocken (33) verriegelt ist.
9. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß sie zur Bauart mit automatischer Ladung gehört und ein mit
mehreren Munitionen (19) ausgestattetes Magazin (18) aufweist, das
im hinteren Bereich der Waffe an der Stelle angeordnet ist, an der der
Rücklauf der Baugruppe Rohrlauf-Verschluß stattfindet, wobei die
Baugruppe durch eine im Magazin vorgesehene Öffnung rücklaufen
kann, und die Munitionskammer während der Rückkehr des Rohrlaufs
in Feuerbereitschaft nach der Herausbeförderung und dem Auswurf
der leeren Hülse mit einer neuen Patrone versorgt wird.
10. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einem Zielsystem ausgestattet ist, das ein klares Visier
mit projiziertem Fadenkreuz (34), einen Laser-Entfernungsmesser
(35), einen Winkelmesser, vorzugsweise auf Basis der Variation des
magnetischen Flusses, und einen Rechner (36) aufweist, der
wiederum einen Speicher aufweist, in den die ballistischen Daten der
Munitionen eingegeben werden, wobei die Schußdurchführung durch
die Betätigung des Schalters (37) in Gang gesetzt wird.
11. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie Munitionen einsetzt, die jeweils mit einem ballistischen
Identifikationscode, wie insbesondere einem optisch zu lesenden
Strichcode versehen sind, dessen Informationen im Rahmen der
Zieloperationen dem Rechner (36) übermittelt werden.
12. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß die bewegliche Sicherheitsplatte mittels eines Nockens oder
eines Kabels mit dem Abzug verbunden ist, wobei diese Verbindung
derart gestaltet ist, daß der seiner Schwenkachse beraubte Abzug
diesen Nocken auf solche Weise als Schwenkachse einsetzt, daß der
Abzug in Ruhestellung, wenn die Waffe nicht an der Schulter anliegt,
rückgestellt und nicht einsatzbereit ist und in aktivierter Stellung,
wenn die Waffe an der Schulter anliegt, der Nocken als
Schwenkachse dient.
13. Waffe gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schalter (37) solchermaßen gestaltet ist, daß er auf ein
Sicherheitsschloß des Schlagbolzens (23) einwirkt.
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