Einleitung
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Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung
von gewissen sekundären Wirkstoffen, die von der Natur
abgeleitet sind und ebenso von synthetischen Analogen
davon, für die Verbesserung der Wirksamkeit von anderen
primären chemotherapeutischen Mitteln, welche gegen
bakterielle, virale und krebsartige Infektionen
nützlich sind, und insbesondere für die Wirksamkeit von
antibiotischen Mitteln. Die Identität der
antibakteriellen anticarcinogenen Mitteln und insbesondere
antibiotischen Mitteln und die Aktivitäten und die
therapeutische Verwendung dieser Materialien sind wohl
bekannt. Die sekundären Mittel, welche in der Erfindung
für die Erhöhung der Aktivität dieser primären
antiinfektiösen Mittel verwendet werden sind ebenso per se
bekannt und sind in einigen Fällen in der Medizin
verwendet worden, jedoch wurde ihre Fähigkeit der
Verbesserung der Aktivität von antibakteriellen,
antiviralen und anticarcinogenen Wirkstoffen und
insbesondere antibiotischen Mitteln vorher nicht erkannt.
Einige der sekundären Mittel, welche in der Erfindung
verwendet werden, werden in erster Linie vom Tiergift
von Arten der Gattung Hymenoptera erhalten, welche
Bienen, Hummeln, Wespen, Hornissen und Feuerameisen
umfassen.
Kurze Darstellung der Erfindung
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Die Erfindung beruht auf der Entdeckung, dass
das Hymenoptera Gift, welches aus aktiven
proteinhaltigen
oder Polypeptidkomponenten von solchen Tiergiften
isoliert wurde und Analoge solcher proteinhaltiger oder
Polypeptidkomponenten die Aktivität von
antibakteriellen, antiviralen und anticarcinogenen Wirkstoffen und
insbesondere antibiotischen Wirkstoffen erhöhen oder
potenzieren
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Die vorliegende Erfindung ging aus der Arbeit
hervor, welche in einer Dissertation der
Veterinärwissenschaft durch Lorraine Smith Mulfinger beschrieben
wurde und den Titel "synergistische Aktivität des
Honigbienengiftes mit Antibiotika" trägt, welche der
"Graduate School Department of Veterinary Science of
the Pennsylvania State University vorgelegt wurde.
Verweise auf frühere Arbeiten von anderen wurden
abgekürzt, da die vollständigen Peferenzen in der
Bibliographie der Mulfinger Dissertation und am Ende
dieser Anmeldung angegeben sind.
Hintergrund und Stand der Technik
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Die Verwendung von antibakteriellen,
antiviralen carcinostatischen und anticarcinogenen
Substanzen ist, obschon im Fachgebiet weitgehend bekannt,
immer noch ein Gegenstand von intensiven fortlaufenden
Forschungsarbeiten, von welchen viele neben der
Entdeckung von neuen Wirkstoffen, auf die Entdeckung von
Mitteln für die Verbesserung der Aktivität von
bekannten Mitteln gerichtet sind.
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Tatsächlich wurden gewisse Substanzen, welche
vom Bienengift abgeleitet sind, studiert, und sie haben
sich als nützlich für gewisse spezifische
pharmakologische Anwendungen erwiesen. Beispielsweise beschreibt
US-Patent 4 444 753, erteilt am 24. April 1984, eine
Zusammensetzung, welche eine Komponente enthält, die
durch Deproteinisierung eines Extraktes aus einem
Giftbeutel
von Bienen erhalten wurde. Dieses Produkt
besitzt eine immuno-stimulierende Aktivität, eine
carcinostatische Aktivität, eine Wirkung der Erhöhung der
antibakteriellen Aktivität einer antibakteriellen
Substanz und eine erhöhende Wirkung auf die
carcinostatische Aktivität von einer carcinostatischen
Substanz. Die Erfindung, welche in diesem Patent offenbart
ist, ist auf carcinostatische, immuno-stimulierende und
antibakterielle Mittel gerichtet, welche die
beschriebene Zusammensetzung enthalten. Während diese Erfindung
in ihrem Zweck der vorliegenden Erfindung ähnlich ist,
unterscheidet sie sich darin, dass der Bienenextrakt
durch seine Deproteinisierung geändert wird, so dass
sie negativ ist in der Biuret Reaktion und in der
Sulfosalicynsäure-Reaktion.
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Das US-Patent 4 370 316, welches am 25.
Januar 1993 den gleichen Erfindern wie im oben
erwähnten Patent erteilt wurde, beansprucht ebenfalls ein
Verfahren für die Behandlung eines Wirtstiers, das eine
verminderte Immunität besitzt, durch Verabreichung
einer wirksamen Menge des deproteinisierten Extraktes aus
einem Giftbeutel der Biene.
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Während demnach antibakterielle, antivirale
und anticarcinogene Substanzen wohlbekannt sind, ist es
ebenfalls bekannt, dass ein deproteinisierter Extrakt
aus dem Giftbeutel einer Biene gewisse nützliche
Wirksamkeiten aufweist, einschliesslich einer
antibakteriellen Aktivität, einer Aktivität zur Stimulation der
antibakteriellen Aktivität und der
immuno-stimulierender Aktivität, wurde vorher nicht erkannt, dass
proteinhaltige Hymenopteragifte, proteinhaltige oder
Polypeptidextrakte davon und Analoge von solchen
proteinhaltigen oder Polypeptidkomponenten einen
Verstärkungseffekt auf im wesentlichen alle
antibakteriellen, antiviralen carcinostatischen und
anticarcinogenen
Mittel besitzen. Solche Verbesserer der
Aktivität von solchen primären Antiinfektionsmitteln
erhöht nicht nur die Wirksamkeit von Dosierungen
solcher Mittel, welche allein wirksam sind, sondern
kann ebenfalls kleine Dosierungen solcher Mittel
wirksam machen, welche allein unwirksam waren.
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Wie oben bemerkt, bezieht sich die
vorliegende Erfindung auf die Verwendung von
Hymenopteragift, proteinhaltiger oder Polypeptidkomponenten
davon und Analoge solcher polypetinhaltiger oder
Polypeptidkomponenten zur Verbesserung der Aktivität
von antiinfektiösen therapeutischen Mitteln im
allgemeinen. Zur Vereinfachung der Beschreibung der
Erfindung wird sie jedoch nachstehend nur zum Zwecke der
Erläuterung bei der Verwendung des Honigbienengiftes
oder ihres proteinhaltigen Extraktes Melittin für die
Verbesserung der Aktivität von Antibiotika bei der
Kontrolle von bakteriellen, viralen und krebsartigen
Infektionen diskutiert. Das Honigbienengift (HBV) wurde
ausgewählt, da es leicht erhältlich ist. Es wird jedoch
darauf hingewiesen, dass das Gift von anderen
Hymenoptera und proteinhaltige oder Polypeptidkomponenten
davon, ebenso wie Analoge davon ebenfalls für die
Erfindung in verschiedenen Graden nützlich sind.
Aehnliche antiinfektiöse Mittel, welche von Antibiotika
verschieden sind, können ebenfalls erfindungsgemäss bei
der Behandlung von Infektionen verwendet werden, für
welche sie vorher verwendet wurden, wobei ihr Effekt
jedoch erhöht wird, wenn sie in Kombination
mit-proteinhaltigen Hymenopteramitteln zum Einsatz gelangen.
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Als weiterer Hintergrund wird darauf
hingewiesen, dass dem Honigbienengift eine vielzahl von
nützlichen Aktivitäten zugeschrieben werden. Einige
dieser Aktivitäten sind wissenschaftlich dokumentiert,
während andere lediglich auf empirischen Daten und der
Folklore beruhen. Die antibakterielle in vitro
Aktivität des Honigbienengiftes ist gut dokumentiert
(Schmidt-Lange, 1951; Ortel und Markwardt, 1955; Fennel
et alia, 1968), es wurden jedoch wenige Anstrengungen
unternommen, um diese Aktivität einer praktischen
Verwendung zuzuführen. In der vorliegenden Erfindung
zeigten die Daten von verschiedenen empirischen Versuchen,
dass die antibakterielle Aktivität des
Honigbienengiftes einen signifikanten in vivo Effekt in Gegenwart
von Antibiotika besitzen dürfte. Auf Basis dieser
Beobachtungen wurden Versuche vorbereitet, um die
Wechselwirkungen vom Honigbienengift mit Antibiotika unter
Verwendung von in vitro Versuchen zu studieren, wobei
die beiden Komponenten ohne die beitragenden Effekte
der natürlichen Immunantworten des Wirtstieres
ausgewertet wurden.
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in dieser Studie wurden drei Bakterienstämme
zuerst gegen drei verschiedene Antibiotika getestet,
wobei separate schachbrett-Titrationen von
Honigbienengift mit jedem Antibiotikum durchgeführt wurden.
Repräsentative von drei Hauptgruppen von Antibiotika
(Penicillinen, Aminoglycosiden und Polymyxinen) wurden
ausgewählt und getestet um zu bestimmen, ob das
Honigbienengift die antibakterielle Wirksamkeit des
ausgewählten Antibiotikums verbessern könnte. Ein
Antibiotikum von einer vierten Hauptgruppe wurde wie unten
beschrieben, später studiert. Wurde einmal eine
Synergie auf einem Schachbrett demonstriert, wurde eine
weitere Betrachtung unter Verwendung eines vereinfachten
Verfahrens durchgeführt. Zwei automatisierte
Testplatten für den minimalen Hemmkonzentrationstest (MIC),
wo die Empfindlichkeit von elf Antibiotika simultan
titriert wurde, wurden parallel mit Bakterienkulturen
inokuliert, mit und ohne nicht-inhibierenden Dosen des
Honigbienengifts (HBV). Acht gram-positive und vier
gram-negative Organismen wurden getestet, wobei dieses
System in einem Versuch verwendet wurde, um Klassen von
Antibiotikas zu finden, welche jeweils eine Synergie
mit dem HBV zeigten und um das Spektrum der
synergistischen Wirkung dieser Kombinationen gegen
verschiedene Bakteriengruppen zu bestimmen.
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Zusätzlich zum Testen des gesamten
Honigbienengiftes, wurde das Gift durch
Grössenexklusionschromatographie fraktioniert. Jeder der vier Fraktionen
wurde getestet um zu bestimmen, ob eine spezifische
Komponente für die antibakterielle Aktivität
verantwortlich war und ebenfalls synergistisch in einem
antibakteriellen Test wirkte. Es wurde gezeigt, dass
die Fraktion, welche Melittin enthielt, was vorher als
antibakterielles Element des Honigbienengiftes
festgestellt wurde (Fennel et alia, 1968), in seiner
gereinigten Form aktiv ist und synergistisch wirksam ist in
einer Grössenordnung, welche gleich gross ist wie das
gesamte Honigbienengift.
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Im weiteren wurde die Aktivität von
verschiedenen Analogen der aktiven Komponenten von
Hymenopteragiften bestimmt und mit derjenigen von Melittin
verglichen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Figur 1 ist ein Diagramm der
Aminosäureseguenz von Nelittin;
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Figur 2 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden, nach der Inokulation,
was die antibakterielle Aktivität des Honigbienengiftes
(HBV) auf S. aureus zeigt;
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Figur 3 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Ampicillin und HBV gegen S. aureus;
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Figur 4 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Kanamycin und HBV gegen S. aureus;
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Figur 5 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen die Stunden nach der Inokulation
mit Polymyxin B und HBV gegen S. aureus;
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Figur 6 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Ampicillin und KBV gegen E. coli;
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Figur 7 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Kanamycin und HBV gegen E. coli;
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Figur 8 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Kanamycin und HBV gegen E. coli;
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Figur 9 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Polymyxin B und HBV gegen E. coli;
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Figur 10 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Ampicillin und HBV gegen Kanamycin-resistenten S.
aureus;
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Figur 11 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Kanamycin und HBV gegen Kanamycin-resistenten S.
aureus;
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Figur 12 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Polymyxin B und HBV gegen Kanamycin-resistenten S.
aureus;
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Figur 13 zeigt die Elektrophoreseresultate
von 50ug Melittin Protein;
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Figur 14 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation,
wobei die antibakteriellen Aktivitäten von Melittin/HBV
gegen S. aureus dargestellt sind;
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Figur 15 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Melittin/HBV und Kanamycin gegen S. aureus;
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Figur 16 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Rifampicin und HBV gegen S. aureus;
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Figur 17 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Rifampicin und HBV gegen Ps. aeruginosa;
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Figur 18 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Polymyxin B und Hummelgift gegen E. coli;
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Figur 19 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Polymyxin B und Wespengift gegen E. coli;
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Figur 20 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Polymyxin B und Hornissengift gegen E. coli;
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Figur 21 ist eine graphische Darstellung von
log 10 Bakterien/ml Blut gegen die Behandlung eines
einzelnen Behandlungsmodelles von Septikämie (Polymyxin
B und Melittin Wechselwirkungen);
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Figur 22 ist eine graphische Darstellung von
log 10 Bakterien/ml Blut gegen die Behandlung mit
wiederholten Behandlungsmodellen von Septikämie (Polymyxin
B und Melittin Wechselwirkungen);
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Figur 23 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation mit
Melittin/Analogen und Polymyxin B gegen E. coli;
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Figur 24 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation,
wobei die relative Wirksamkeit von Melittin und
Analogen gezeigt ist;
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Figur 25 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden nach der Inokulation,
wobei die relativen Aktivitäten von Melittin und
Analogen gezeigt ist; und
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Figur 26 ist eine graphische Darstellung der
optischen Dichte gegen Stunden, nach der Inokulation,
wobei die relativen Aktivitäten von Nelittin und
Analogen gezeigt wird.
Zusammensetzung von Giften
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Insektengifte sind heterogene Nischungen von
biochemischen Verbindungen. Die meisten Gifte enthalten
mehr als 90% Protein. Toxine und Enzyme machen diesen
Proteinteil aus und sind die Ursache von direkten
Zellschäden. Während viele Enzyme wie Phospholipase A2,
Säureposphatase und Hyaluronidase in den meisten Giften
enthalten sind, sind Toxine und andere biologisch
wirksame Peptide in Tiergiften hoch artspezifisch.
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Giftproduzierende Insekten gehören alle zur
Insektengattung der Hymenoptera. Wie in
Schlangengiften, sind enzymatische Aktivitäten wie von
Phospholipase A2, Hyaluronidase und Säurephosphatase in allen
Insektengiften vorhanden. Die Toxin- und
Peptidkomponenten jedoch varieren von Art zu Art. (Tu, 1977b)
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Das Gift der italienischen Honigbiene (Apis
mellifera) ist das meiststudierte Insektengift. Die
Hauptkomponente des Honigbienengiftes ist Melittin.
Dieses Peptid hat ein Molekulargewicht von 2'847 Dalton
und umfasst ungefähr 50% der Gift-Trockensubstanz. Ein
zweites Peptid, Apimin, ist in einem Anteil von
ungefähr 5 % des Giftes vorhanden und verschiedene andere
Peptide sind in Spuren vorhanden. (Hberman, 1972)
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Die Gifte von anderen Hymenoptera enthalten
Peptide, welche biologische Eigenschaften besitzen, die
ähnlich sind wie diejenigen von Melittin. Beispiele von
solchen Peptiden sind Bombolitine I-V vom Hummel,
Megabombus pensylvanicus, Mastoporan von Wespen, Hornissen
und Gelbhornissen und Crabolin von europäischen
Hornissen. Ein gemeinsames Merkmal dieser Peptide ist ihre
amphiphile Natur. Diese Peptide wurden einer
Sequenzanalyse unterworfen und ihre Strukturen sind
wohlbekannt. (A. Argiolas und J.J. Pisano, 1985)
Die antibakterielle Aktivität des Honigbienengiftes
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Die bakterizide Aktivität des
Honigbienengiftes wurde erstmals 1941 durch W. Schmidt-Lange
(1941) dokumentiert. Er testet E. Coli und
Staphylokokken und fand bei beiden ihre Empfindlichkeit auf das
Honigbienengift. Zusätzlich bemerkte er, dass die
minimale Hemmdosis des Honigbienengiftes für E. coli viel
höher war als dasjenige für Staphylokokken.
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Nicht vor dem Ablauf von weiteren 10 Jahren
untersuchten Brangi und Pavan (1951) verschiedene
Extraktionsverfahren zur Isolierung der antibakteriellen
Aktivität des Honigbienengifts. Sie fanden, dass die
Aktivität sowohl im Wasser wie auch Acetonextrakten des
Giftes vorhanden war. Sie zeigten ebenfalls, dass die
Aktivität ebenfalls beim Erwärmen auf 100ºC während 15
Minuten stabil war.
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1955 publizierten Ortel und Markwardt (1955)
die Resultate einer Untersuchung der Veränderlichkeit
der Empfindlichkeit von verschiedenen Bakterien auf die
antibakterielle Aktivität des Honigbienengiftes. Es
wurden 196 Bakterienstämme getestet. Die Resultate
zeigten, dass die Toleranz des Honigbienengiftes viel
grösser ist bei gram-negativen Organismen als bei
gramositiven Organismen. Die Bereiche für bakterizide
Konzentrationen wurden für gram-positive Bakterien als
12,5 bis 25 ug/ml und für gram-negative Bakterien 1 bis
10 mg/ml geschildert. Die bakterizide Aktivität wird
gleichzeitig mit den roten Blutkörperchen in der
"direkten hämolytischen Fraktion" gereinigt. Der Name
"Melittin" wurde der aktiven Komponente dieser Fraktion
noch nicht zugeordnet.
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1963 publizierten Benton et alia einen
Biotest auf Honigbienengift. Die bakteriostatische
Aktivität des Giftes wurde quantitativ durch einen radialen
Diffusionstest bestimmt, worin Zonen der
Wachstumshemmung gemessen wurden, welche durch serielle
Giftverdünnungen in einem Bakteriumswachstumsrasen verursacht
wurden. Diese Tests wurden vorgeschlagen um die
biologische Aktivität des Honigbienengiftes zu
standardisieren, welches für den in vivo-Gebrauch vorgesehen
ist. (Gegenwärtig ist die Allergien-Desensibilisierung
die einzige in vivo-Honigbienengiftbehandlung, welche
durch die Food and Drug Administration der Vereinigten
Staaten bewilligt ist.) Der Artikel testet ebenfalls
die Wärmestabilität der Aktivität des Honigbienengiftes
und hat herausgefunden, dass sie
sterilisationsverfahren standhalten kann (121ºC währen 15 Minuten) (Benton
et al. 1963)
Melittinisolierung und Aktivitäten
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Das Honigbienengift besetzt verschiedene
pharmakologisch aktive Verbindungen. Die Verbindung,
welche als grösster Anteil im Gift enthalten ist, ist
Melittin, ein Polypetid, welches ein Molekulargewicht
von 2'847 Dalton besitzt, welches direkt als Hämolysin
von roten Blutzellen wirkt. Andere aktive Komponenten
umfassen Phospholipase A2, Histamin, Dopamin,
Noradrenalin, Apaamin, und Hyaluronidase (Haberman, 1972).
Antibakterielle Aktivität von Melittin
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Fennel, Shipman und Cole (1968) reinigten
Melittin durch eine Sephadex G-50 Chromatographie und
zeigten, dass die Melittinfraktion eine "potente
antibakterielle Aktivität" besass. Sie testeten 30
zufällige Bakterienstämme (einschliesslich verschiedene
Streptokokken, Staphylokokken und
Enterobakterienstämme), wobei sie die Aktivität von gereinigtem Melittin
mit Vollbienengift verglichen. Sie stellten fest, dass
ein Stamm von S. aureus, ein penicillinresistentes
Isolat, keine Verminderung der Empfindlichkeit gegen
Melittin zeigte.
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Obschon Melittin als antibakterieller Faktor
des Honigbienengiftes beschrieben wurde, wurde keine
Schilderungen seiner in vivo Aktivität gefunden. Es
wurde durch Mollay und Kreil (1974) bemerkt, dass
Wechselwirkungen zwischen Melittin und Lecithin die
Phospholipaseaktivität von Honigbienengift auf Lecithin
erhöhte. Es ist vorher jedoch nicht erkannt worden,
dass Melittin die Aktivität von Antibiotika erhöht.
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Haberman und Jentsch (1967) haben Melittin
gereinigt und die Aminosäuresequenz publiziert. Sie
fanden, das Melittin in zwei natürlichen Formen
existiert, welche sich nur durch eine Formylsubstitution
am N-Terminus unterscheiden (Figur 1).
Analoge von Protein- uund Polypeptidkomponenten von
Hymenopteragiften
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Es wurden folgende Analoge von Melittin
hergestellt.
Nr. des Analogen
Zusammensetzungen
Melittin
Mastoporan
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Die Analogen wurden durch konventionelle
Peptidsynthese hergestellt, wie z.B. beschrieben bei M.
Bodanszky: "Principles of Peptide Synthesis", Springer
Verlag, 1984.
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Als Beispiel wird die Peptidsynthese des
Analogen Nr. 4, nämlich Melittin
(1-20) -Lys-Arg-Lys-Arg-Gly-Gly-NH&sub2; nun im einzelnen
beschrieben.
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Ein derivatisiertes Harz, wie ein
Polydimethylacrylamidgel, welches kommerziell unter dem
Warennamen PEPSYN KA erhältlich ist, wird mit
(Fmocly)&sub2;O behandelt, wobei Fmoc 9-Fluorenylmethoxycarbonyl
ist, welches als temporäre Schutzgruppe dient. Die
Reaktion, welche in Gegenwart von
4-Dimethylaminopyridin als Katalysator durchgeführt wird, führt zur
Bildung des Esters Fmoc-Gly-O-Harz.
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Der Ester wird in Gegenwart von 20% Piperidin
in DMF deblockiert, wobei H-Gly-O-Harz gebildet wird.
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Das deblockierte Produkt wird dann mit einem
aktivierten Ester der Formel
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Fmoc-Gly-OPfp
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aktiviert, worin Pfp Pentafluorphenyl ist, wobei
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Fmoc-Gly-Gly-O-Harz
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gebildet wird.
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Die verbleibenden 24 Aminosäuren werden mit
dem Reaktionsprodukt gekuppelt, welches in 24 ähnlichen
Deblockierungs- und Kupplungszyklen mit aktiven Estern
gebildet wird.
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Das somit gebildete Produkt wird mit 20%
Piperidin in DMF deblockiert und das gebildete Melittin
wird vom Harz in Gegenwart von TFA (Trifluoressigsäure)
und eines Spülmittels, wie Wasser, abgespalten.
Antibiotika
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Antibiotika können funktionell in vier
Gruppen auf Basis der aktiven Zentren der Antibiotika
(Volk, 1978a) eingeteilt werden. zielstrukturen der
vier Gruppen sind die Zellwand, die Zellmembrane und
die Proteinsynthesevorrichtung und die
Nukleinsäurereplikationsvorrichtung. Wegen der Komplexizität des
Synergietests wurden zum Testen vier Antibiotika
ausgewählt, eines jeder der vorgenannten Gruppen. Die
ausgewählten Antibiotika waren Ampicillin, Kanamycin,
Polymyxin B und Rifampicin. Jedes besitzt eine
verschiedene Art der Wirkung auf procaryontische Zellen.
Ampicillin
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Ampicillin gehört zur Gruppe von Antibiotika,
welche die Zellwandstruktur beeinträchtigen. Diese
Antibiotika sind alle penicillinderivate, wobei jedes den
funktionellen ß-Lactamring enthält. Kollektiv als
β-Lactamgruppe bekannt, blockieren diese Antibiotika
die Zellwandsynthese, indem sie das Transpeptidaseenzym
hemmen, welches die Pentaglycinbrücken des
Peptidoglycans vernetzt, wobei durch ihre Gegenwart nur aktiv
wachsende Zellen beeinträchtigt werden.
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Ampicillin ist ein semi-synthetisches Derivat
von Penicillin. Der Syntheseschritt bei der
Ampicillinynthese fügt eine Aminogruppe zum α-Kohlenstoff des
Penicillin G. Dies verleiht eine β-Lactamase-Resistenz
(der prädominante penicillinresistenzfaktor von
Bakterien) was Ampicillin ein weiteres Wirkspektrum unter
den Bakterien gibt als Penicillin (Volk, 1978b).
Kanamycin
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Kanamycin ist ein Aminoglyciosid. Diese
Gruppe von Antibiotika blockiert Proteinsynthesen.
Mitglieder dieser Gruppe finden die 30 Ribosome von Bakterien
und sterischen Blöcken zur Bindung von Aminoacyl-tRNA
oder hemmen die Verlagerung der wachsenden Peptidkette
an das aktive ribosomale Zentrum (Volk, 1979c). Da die
Proteinsynthese für viele regulatorische Zellfunktionen
erforderlich ist, sind Aminoglykoside wirksam für
Bakterien in jeder aktiven oder stationären
Wachstumsphase
Polymyxin B
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Poloymyxin B ist ein zyklisches aliphatisches
Peptid. Wegen den kombinierten hydrophilen und
hydrophoben Eigenschaften weist Polymyxin B eine
detergensrtige Wirkung auf, welche nicht erfordert, dass das
Zellwachstum wirksam ist. Wie beim Melittin, geht
Polymyxin
B mit den Membranen eine Wechselwirkung ein,
wobei kleine hydrophile Poren in den hydorphoben
Bereichen der Membranen entstehen. Bei gram-negativen
Organismen, welche eine dicke Lipopolysaccaridschicht
besitzen, welche als selektive durchlässige Barrieren
wirken, ist Polymyxin B wirksam bei der Zerstörung von
osmotischen Gradienten. Demzufolge ist Polymyxin B sehr
wirksam gegen gram-negative Organismen, während es nur
minimal wirksam gegen gram-positive Organismen ist.
(Sebek, 1979). Während Melittin Membranenporen ähnlich
wie Polymyxin B bilden kann, ist Melittin aktiver gegen
gram-positive Organismen, womit die Wirkung von
Melittin nicht vollständig analog wie diejenige von
Polymyxin B sein kann.
Rifampicin
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Rifampicin ist ein Antibiotikum aus der
Gruppe, welche auf der Stufe der Nukleinsäuresynthese
wirkt, welches die Beispiele von Antibiotika der vier
Hauptgruppen, auf welche oben Bezug genommen wird,
vervollständigt.
Synergiestudien
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Ein Rückblick von Artikeln, welche eine Synergie
zwischen Antibiotika und anderen Verbindungen in
bakteriellen Systemen untersuchen, zeigt, dass alle
Forscher im wesentlichen die gleiche grundlegende
Betrachtungsweise verwendeten. Das bakterielle Wachstum
wurde in Brühenkulturen mit und ohne jede Verbindung
separat verfolgt und dann mit beiden Verbindungen
zusammen. Um die synergistische Wirkung im Gegensatz zu
einem additiven Effekt zu beweisen, würde mindestens
eine der verwendeten Verbindungen auf der Stufe, wo sie
allein verwendet wird, eine minimale Wachstumshemmung
zeigen. Mit einer verhältnismässig inaktiven Verbindung
würde demzufolge jede zunehmende Aktivität der zweiten
Verbindung bei ihrer Gegenwart das Resultat von
synergistischen Wechselwirkungen darstellen (Moellering at
alia, 1971; Carrizosa und Levison, 1981; und Cynamon
und Palmer, 1983) Auf diesen Anordnungstyps wurden die
Versuche der vorliegenden Erfindung begründet.
Materialien und Methoden
Materialien
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Honigbienen-(Apis melifera)Gift wurde durch
die Vespa Laboratorien, Spring Mills, Pennsylvania,
geliefert.
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Bakterienstämme wurden durch die
veterinärwissenschaftliche Abteilung der Pennsylvania State
University geliefert. S. aureus #140A ist ein
Feldisolat von einem Fall von boviner Mastitis. E. coli
#G1880E wurde aus der systematischen Sammlung des E.
coli Referenzzentrums ausgewählt. Ein
Kanamycinesistenter Stamm von S. aureus wurde durch ein
natürliches Selektionsverfahren, wie nachstehend
beschrieben, isoliert.
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Antibiotika wurden von Sigma Chemical Company
(St. Louis, Missouri) erworben und die
Aktivitätseinheiten wurden auf ihre Analysen bezogen.
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Tryptische Sojabasen (BBL Microbiology
Systems, Cockeysville, Maryland) wurden zur Stützung
des Bakterienwachstums sowohl in einer Brühe wie auch
auf Agar verwendet.
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Sephadex R G-50 wurde von Pharmacia Fine
Chemicals, Uppsala, Schweden, bezogen.
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Minimale Hemmkonzentrationstests (MIC) von
Antibiotika mit und ohne Honigbienengift wurden durch
die mikrobiologische Abteilung des Allegheny General
Hospital, Pittsburgh, Pennsylvania, durchgeführt, wobei
das Sensititre TM Testsystem verwendet wurde, welches
durch die Gibco Laboratories, Lawrence, Massachusetts,
vertrieben wird.
Verfahren
Isolierung von Kanamycin-resistenten Mutanten
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S. aureus wurde in 5 ml tryptischer Sojabrühe
(TSB) über Nacht mit einer ungefähren Dichte von 10&sup9;
kolonienbildenden Einheiten/ml gezüchtet. 0,1 ml der
Ueber-Nacht-Kulturen wurde auf eine Platte von
Trypticase-Sojaagar (TSA), welche 39 ug/Kanamycin enthielt,
aufgetragen und während 48 Stunden bei 37ºC inkubiert.
Kolonien, welche innerhalb von 48 Stunden erschienen,
wurden auf einer zweiten TSA-Platte, die mit
39 ug/Kanamycin ergänzt wurde, subkultiviert.
Schachbrett-Titrationstest auf Synergie
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Bakterienkulturen wurden zu diesem Test
vorbereitet, indem jeder Stamm während dem logarithmischen
Waschstum in TSB eingefroren wurden. Zu diesem Zweck
wurde eine 5 ml Ueber-Nacht-Kultur verwendet um 200 ml
TSB in einem 500 ml Erlenmeyerkolben zu inokulieren.
Die Kultur wurde bei 37ºC unter konstantem Rühren
inkubiert und die optische Dichte (OD) bei 600 nm wurde
stündlich abgelesen. Sobald die Kultur die mid-log
Phase erreichte (ungefähr bei 0.55 OD Einheiten) wurden
5 ml Aliquote in 16 x 100 mm Schraubverschlussröhrchen
transferiert. Alle Kulturen wurden eingefroren und bei
-20ºC
aufbewahrt. E. coli erforderte eine
Glycerinzugabe zum Medium bis zu einer Endkonzentration von 20ºC,
um das Einfrieren zu überleben. Dies wurde erreicht,
indem 1 ml steriles Glycerin mit 4 ml der
log-Phasenkultur unmittelbar vor dem Einfrieren vermischt wurden.
Um einen Test zu beginnen, wurde ein Röhrchen einer
gefrorenen Kultur in einem Becherglas mit Wasser bei
Zimmertemperatur aufgetaut. Die aufgetaute Kultur wurde
zu 175 ml TSB in einem 500 ml Erlenmeyerkolben
zugegeben, gerührt und die OD&sub6;&sub6;&sub0; unmittelbar gemessen und
als "Zeit Null" aufgezeichnet. Der Kolben wurde dann
bei 37ºC unter konstantem Rühren während 2 Stunden
inkubiert, nach welcher Zeit die OD&sub6;&sub6;&sub0; wiederum
gemessen und aufgezeichnet wurde, die Kultur wurde in 16
x 100 mm Schraubverschlussreagenzgläser aufgeteilt,
welche durch Versetzen mit den spezifischen Aliquoten
des Honigbienengiftes (HBV) und dem nachstehend
beschriebenen Antibiotikum vorbereitet waren.
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Vorratslösungen von HBV und Antibiotika
wurden in destilliertem Wasser hergestellt,
filtersterilisiert und bei -20ºC in 5 ml Aliquoten in
Konzentrationen aufbewahrt, welche das Doppelte der für
das Schachbrett-Titrationssystem erforderlichen
Konzentration ausmachte. Die gefrorenen
Vorratskonzentrationen, welche für jede Bakterienart erforderlich
waren, sind in Tabelle 1 angegeben. Die Konzentration,
welche für jedes Bakterium verwendet wurde, basierte
auf Vorversuchen, in welchen die Antibiotika allein zur
Bestimmung der minimalen Hemmbereiche jedes
Antibiotikums für jeden Mikroorganismus verwendet wurden.
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Für jeden Test wurde eine Ampulle
Antibiotikum und eine Ampulle HBV bei Zimmertemperatur aufgetaut
und mit einem äquivalenten Volumen von 2 x TSB verdünnt
und dann seriell zweimal in eine normale Stärke DSB
verdünnt, um vier Giftkonzentrationen und vier
Antibiotikumkonzentrationen
zu erhalten. Fünfundsiebzig
Schraubverschlussreagenzröhrchen wurden nummeriert und
so angeordnet, dass sie dem Schachbrettmuster, welches
in Tabelle 2 dargestellt ist, entsprachen. TSB,
Antibiotikum und HBV wurden dann gemäss der in Tabelle 3
gezeigten Anordnung verteilt. Die Röhrchen, welche als
OO und O bezeichnet wurden, enthielten 2,5 ml TSB und
dienten als OD-Blindproben und
Sterilitätskontrollröhrchen. Die Röhrchen 1-75, von welchen jedes ein
Totalvolumen von 5 ul enthielt, wurden mit 2 ml der
oben beschriebenen Zweistundenkultur inokuliert
[Anmerkung: Die HBV und/oder Antibiotikum Endkonzentration
in jedem Röhrchen betrug einen Zehntel der
Konzentration, welche zum 200 ul Aliquot zugefügt wurde
(vergleiche Tabelle 3).] Jedes Röhrchen wurde sofort
verschlossen und gedreht. Nachdem alle Röhrchen inkubiert
waren, wurden sie in horizontale Gestelle gestellt,
welche sich auf einer Schaukelplattform bei 37ºC
befanden. Das Wachstum jedes Röhrchens wurde individuell bei
4, 6, 8, 12 und 24 Stunden durch Bestimmung der
optischen Dichte jedes Röhrchens bei 660 nm verfolgt.
Die minimalen Hemmkonzentrationstests mit HBV
-
Das mikrobiologische Laboratorium des
Allegheny General Hospitals, welches in der Lage ist,
automatisierte MIC Tests durchzuführen, wurde
kontaktiert um einen Testversuch an 12 klinischen
bakteriellen Isolaten durchzuführen. Die Anpassung des
automatischen MIC Tests umfasste folgende
Einschränkungen: (1) Jeder Versuch konnte nur einen
Dosierungsgrad HBV testen, und (2) der Effekt des HBV allein
konnte nur als hemmend oder nicht hemmend bestimmt
werden. Die Synergie von HBV mit 11 Antibiotika in
diesem System wurde ausgewertet, indem zwei Versuche
verglichen wurden, welche simultan mit und ohne
vorhandenes HBV durchgeführt wurden. Die für jede Art
verwendete HBV-Dosis wurde auf Basis des Schachbrett-
Titrationstests als nicht hemmende Dosis angenommen.
Melittin Reinigung
-
Sephadex R G-50 Gel für die Gelfiltration
wurde während 24 Stunden bei Zimmertemperatur in
β-Alanin-Essigsäurepuffer (BAAB), pH 4,3 (Guralnick et
alia, 1986) aufgequollen und dann bei fünf Grad Celsius
über Nacht äquilibriert. Es wurde in eine 2,5 x 60 cm
Säule aufgefüllt und mit einer Fliessgeschwindigkeit
von 1.0 ml/h äquilibriert. 100 mg HBV wurden in 5 ml
BAAB Puffer, welcher 20 % Saccharose enthielt,
rekonstituiert. Das HBV wurde auf die Säule aufgetragen und
mit einer Fliessgeschwindigkeit von 1 ml/h eluiert. Die
Eluate wurden bei einer Absorbtion von 280 nm
überwacht. Die Fraktionen, welche den Haupt Peak
enthielten, wurden gepoolt, ein aliquoter Anteil wurde durch
den Lowry Protein Test (Lowry, 1951) getestet und der
Rest wurde gefriergetrocknet.
-
Die Identifikation der Melittinfraktion
beruhte auf der relativen Mobilität und der
Quantifizierung von Banden, welche in
Polyacrylamidgeltrennungen bei jeder Fraktion auftraten (Benton, 1965). Das
Melittin wurde durch Polyacrylamidgelelektrophorese
ebenfalls auf Reinheit getestet. Die Elektrophorese
wurde durch Guralnick et alia beschrieben (1986)
durchgeführt. Die gefriergetrockneten Fraktionen wurden in
zwei mg/ml Elektrophoreseprobenpuffer rekonstituiert
und 50 ul Proben wurden pro Probeloch auf das Gel
aufgetragen.
Vollgift-Aequivalenz von Melittin
-
Die Menge der äquivalenten Melittinfraktion
gegen seinen Anteil in Voll-Honigbienengift wurde durch
Quantifikation von individuellen Banden bestimmt in
elektrophoretisierten Proben von Vollgift und der
Melittinfraktion. 20, 40, 60, 80 und 100 ug Proben von
Voll-Honigbienengift wurden durch Elektrophorese
aufgetrennt, mit Coomassie -
Brilliantblau-Perchlorsäurefarbe gefärbt und mit einem Densitometer
abgetastet. Es wurde eine Standardkurve erstellt, in
welcher der Spitzenbereich der Melittinbande der
Vollgiftproben der Proteinmenge der aufgetragenen Probe
gegenübergestellt ist. Sechs 40 ug Proben des
gereinigten Melittins wurden simultan getestet und es wurde
mittels der Standardkurve ihre Aequivalenz im
Honigbienengift getestet. Dieses Verfahren ist im einzelnen
durch Mulfinger et alia beschrieben (1986).
Test von Melittin auf synergistische Aktivität
-
Zum Vergleich der antibakteriellen Aktivität
von Voll-Honigbienengift und der Melittinfraktion
wurden die vorherigen schachbrett-Titrationsresultate
durchgesehen und das Testsystem wurde derart
ausgewählt, dass die HBV Dosiswirkungen leicht allein und in
Kombination mit einem Antibiotikum betrachtet werden
konnten. Da Staphylokokken gegen HBV allein bei den
verwendeten Konzentrationen in den obigen
Schachbretttests empfindlich sind, und da Kanamycin eine gute
synergistische Wirkung mit HBV zeigte, wurde dieses
System ausgewählt um die antibakteriellen Aktivitäten
von Voll-HBV und Melittin zu vergleichen. Die Dosis
jeder in dieser Analyse verwendeten Komponente war 2
ug/ml HBV und 2.5 ug/ml Kanamycin. Diese Dosen lagen in
einem Bereich der bakteriellen Reaktivität, worin die
Wirkungen von kleinen Dosenänderungen reproduzierbar
und leicht messbar waren. Die äquivalente Dosis der
Melittinfraktion für 2,0 ug/ml HBV betrug 1,6 ug/ml.
Jeder Versuch wurde in parallelen dreifachen Proben der
Melittinfraktion und von Voll-Honigbienengift und ohne
Kanamyzingegenwart getestet um die äquivalente
Aktivität zu prüfen.
Statistische Analyse
-
Jedes Schachbrettexperiment wurde fünfmal
wiederholt. Die Mittelwerte der fünf Wiederholungen für
jede Bakterien-Antibiotikumkombination wurden zu jedem
Zeitpunkt auf signifikante Unterschiede getestet, wobei
ein Waller-Duncan K-ratio T Test verwendet wurde und
die Kurvenfamilien wurden für den Synergietest
ausgewählt. Eine Kurvenfamilie, bestand aus einer
Versuchskontrollkurve bestand (Bakterienwachstum ohne
Antibiotikum- oder HBV-Gegenwart) einer
Antibiotikumkontrollkurve (Bakterienwachstum mit Antibiotikum, jedoch
ohne HBV-Gegenwart), einer Giftkontrollkurve
(Bakterienwachstum mit HBV, jedoch ohne
Antibiotikumgegenwart) und einer Wechselwirkungskurve (Wachstum mit
Antibiotikum- und HBV-Gegenwart). Familien, in welchen
die Antibiotikumkontrollkurven und die
Giftkontrollkurven kleine mittlere OD-Abnahmen bezüglich der
Prüfkontrollkurve zeigten, und welche ebenso grosse
OD-Abnahmen in der Wechselwirkungskurve bezüglich der
Prüfkontrollkurve zeigten, wurden auf Synergie
gebtestet.
-
Ein synergistischer Effekt zwischen
Verbindungen kann von einem additiven Effekt der
Verbindungen differenziert werden, da der additive Effekt
voraussagbar ist. Additive Effekte können vorausgesagt
werden, indem die individuellen Effekte der beiden
Verbindungen summiert werden, wobei jeder grössere
Effekt eine synergistische Wechselwirkung angeben
würde. Es wurde eine Gleichung erstellt, welche die
OD-Ablesungen für eine additive Wechselwirkung zwischen
HBV und einem Antibiotikum vorbestimmen konnte.
Vergleiche die oben angegebene Mulfinger Disseratation
(1987) Seiten 23-25.
Resultate
Schachbrett-Titrationsversuche
-
Es wurden drei Bakterienstämme gegen jedes
der drei Antibiotika in Kombination mit Honigbienengift
getestet. Diese neun Kombinationen von Bakterien,
Antibiotika und HBV wurden analysiert, indem der
Schachbrettest verwendet wurde, wobei 25 Behandlungen
(Antibiotikum und HBV-Kombinationen) für jede Bakterium-
Antibiotikumkombination vorgesehen waren. Jedes
Schachbrettexperiment umfasste dreifache Proben für jede
Behandlung und wurde fünfmal wiederholt. Die Daten der
Dreifachproben, welche in fünf Experimenten wiederholt
wurden, wurden gemittelt und der Mittelwert und die
Standardabweichung für jeden Zeitpunkt jeder Behandlung
ist im Anhang angegeben. Für jede
Bakterium-Antibiotikum Kombination wurden die mittleren OD Werte für jede
Antibiotikum/HBV Behandlung zu jedem Zeitpunkt in
absteigender Reihenfolge angeordnet und gemäss den
signifikanten Unterschieden gruppiert, wobei der Waller-
Duncan K-ratio T Test verwendet wurde. Von den Waller-
Duncan Profilen wurden Familien von vier Kurven, wie in
den "statistischen Analysen" beschrieben, zum Nachweis
der Synergie verglichen. Die Kurvenfamilien zeigten die
grössten OD Unterschiede zwischen Wechselwirkungskurven
und der niedersten der Prüfkurve, die
Antibiotikakontrollkurve
und die Giftkontrollkurve wurden für jeden
Testpunkt aufgezeichnet und auf Synergie getestet,
wobei die im obigen Abschnitt "statistische Analyse"
erwähnte Gleichung verwendet wurde. Für jede
Kurvenfamilie wird, wenn die Abschätzung von (-X+A+V-AV) für
einen Zeitpunkt signifikant grösser als Null ist, bei
einem 95%igen Vertrauensgrad (d.h., wenn Synergie
angegeben wird) der Zeitpunkt auf der
Wechselwirkungskurve durch ein hochgestelltes "s" beim Quadrat,
welches diesen Zeitpunkt darstellt, angegeben (Figuren
2-11).
S. aureus
-
S. aureus ist empfindlich auf Honigbienengift
allein in kleinen Konzentrationen. Es ist demzufolge
wichtig, die maximale Honigbienengiftdosis zu finden,
für welche keine Wirkungen ausgeübt werden. Diese
Konzentration betrug ungefähr 2 ug/ml. Demzufolge waren
für alle Antibiotikum/HBV-Kombinationen mit S. aureus
die Giftdosen für das Schachbrett-Titrationssystem 0,
2, 4, 8 und 16 ug/ml (Tabellen A-1 bis A-3). Die Figur
2 demonstriert die Effekte dieser Dosen von
Honigbienengift, wenn es allein als antibakterielle Verbindung
verwendet wird.
S. aureaus gegen Ampicillin/HBV
-
Die Endkonzentrationen von Ampicillin in den
Röhrchen des Schachbrettsystem waren 0, 0.05, 0.1, 0.2
und 0.4 ug/ml. Figur 3 zeigt die Resultate der
Ampicillin/HBV-Kombination, wobei 2 ug/ml HBV und 0.05
ug/ml Ampicillin verwendet wurden. Es wurde keine
Synergie bei den Zeitpunkten 4 oder 6 Stunden
festgestellt; sowohl bei den Zeitpunkten 8 und 12 Stunden ist
jedoch offensichtlich, dass die Wechselwirkungskurve
viel kleiner ist als man aus der Summe der Wirkungen,
welche durch Ampicillin und HBV allein verursacht
werden, voraussagen könnte. Die statistische Analyse
zeigt, dass in beiden Zeitpunkten die Summierung
(-X+A+V-AV) signifikant grösser als Null ist.
S. aureus gegen Kanamycin/HBV
-
Die Endkonzentrationen von Kanamycin, welche
für den Test von S. aureus im Schachbrettsystem
ausgewählt wurden, waren 0, 1.25, 2.50, 5.0 und 10.0 ug/ml
(Tabelle A-2) . Figur 4 zeigt die Kurvenfamilie, welche
den grössten Kontrast zwischen den Kontroll- und
Wechselwirkungskurven zeigt. Im Experiment wird die
Synergie erstmals in der Nähe des Zeitpunktes 6 Stunden
demonstrierbar und ist klar bei 8 Stunden Inkubation
sichtbar. Bei 12 Stunden scheinen die Kulturen
ausserhalb der Wirkung der kombinierten Dosis zu sein und der
synergistische Effekt ist verloren, da das Wachstum
durch andere Faktoren (Nährstoffe) im Medium limitiert
wird. (Diese Wachstumsbegrenzung wird durch die
Kontrollkurve gezeigt). Trotz der 12
Stunden-Wachstumsbeschränkung zeigt die statistische Analyse der Daten
bei 6, 8 und 12 Stunden eine synergistische
Wechselwirkung zwischen Kanamycin und HBV in diesem Test.
S. aureus gegen Polymixin B/HBV.
-
Die
Endkonzentrationen von Polymyxin B in diesen Experimenten
waren 0, 313, 624, 1250 und 2500 U/ml (Tabelle A).
Synergie wurde beobachtet bei 4 ug/HBV und 625 U/ml
Polymyxin B (Figur 5). Sowohl bei 8 wie auch bei 12
Stunden Inkubation wird durch die Wechselwirkungskurve
Synergie demonstriert.
E. coli.
-
Das Honigbienengift war allein nicht
hemmend gegen E. coli in Mengen, welche für die
Demonstation
von Synergie erforderlich sind (Tabellen
A4-A6), die Toxizität war demzufolge nicht der
limitierende Faktor für das HBV im Schachbrettest mit E.
coli. Experimentelle Bedingungen limitierten jedoch die
obere HBV-Konzentration bei ungefähr 40 ug/ml; grössere
Konzentrationen als diese verursachten eine Ausfällung
der Komponeneten des Mediums. Demzufolge waren die
finalen HBV-Konzentrationen, welche in den
Schachbretttests mit E. coli verwendet wurden 0, 5, 10, 20 und 40
ug/ml
E. coli gegen Ampicillin/HBV.
-
Die finalen,
für die Verwendung bei der E. coli Schachbrett-
Titration verwendeten Ampicillin-Konzentration betrugen
0.5, 1, 2 und 4 ug/ml (Tabelle A-4). Die Synergie war
weniger dramatisch in allen ausgewerteten
Kurvenfamilien als in jedem der obigen Experimente. Ein
Synergiebeweis bestand nur in der 40 ug/ml HBV-1 ug/ml
Amplicillin-Kombination und nur am Zeitpunkt 6 Stunden
(Figur 6).
E. coli gegen Kanamycin/HBV.
-
Die finalen, für
den Schachbrettest ausgewählten
Kanamycin-Konzentrationen waren 0, 5, 10, 20 und 40 ug/ml (Tabelle A-5).
Figur 7 zeigt die Wirkungen des Honigbienengiftes mit
einer minimalen effektiven Dosis Kanamycin. In dieser
Situation zeigt nur der 8 Stunden Zeitpunkt Synergie.
Ungeachtet der HBV-Dosis konnte keine Synergie in
anderen Kombinationen von HBV mit niederen Kanamycin-
Dosen beobachtet werden.
-
Figur 8 zeigt eine höhere Dosis von Kanamycin
mit HBV auf E. coli. Hier ist die Synergie statistisch
an allen Zeitpunkten nach zwei Stunden bewiesen.
E. coli gegen Polymyxin B/HBV.
-
Die
Endkonzentrationen von Polymyxin B bei den Schachbrett-
Titrationen waren 0, 1.5, 3, 6 und 12 U/ml (Tabelle
A-6). Die Kombination von 3U/ml Polymyxin B und 5 ug/ml
HBV ergaben die dramatischste Illustration von Synergie
(Figur 9). Synergie ist an allen Punkten offensichtlich
während der Behandlung und die Unterschiede zwischen
den beobachteten und den vorausgesagten Werten sind
gross.
Kanamycin resistenter S. aureus
-
Ein kanamycinresistenter S. aureus, welcher
durch die Selektion von spontanen Mutanten erhalten
wurde, wurde zur Auswertung des Effektes von HBV auf
drogenresistente Bakterien getestet. Ein
Kanamycinresistenter S. aureus war wünschenswert, da etwas
Synergie bei diesem Organismus für alle Antibiotika
beobachtet werden kann und da die synergistischen
Effekte mit Kanamycin am leichtesten gesehen werden
können.
-
Es wurden keine Unterschiede in der
Empfindlichkeit gegen HBV bei den resistenten Stämmen
gefunden, wobei die Giftkonzentrationen in den
Schachbrettversuchen die gleichen waren wie für den Ausgangsstamm,
0, 2, 4, 8 und 16 ug/ml (Tabellen A-7 bis A-9). Es
wurde bemerkt, dass unter identischen Bedingungen die
resistenten Stämme eine langsamere Wachstumsrate
aufwiesen als die ursprünglichen Stämme, demzufolge ist
ein Vergleich der optischen Dichten zwischen Versuchen
an zwei verschiedenen Stämmen nicht von Bedeutung.
Kanamycinresistente S. aureus gegen
Ampicillin/HBV.
-
Die Endkonzentrationen der in diesem
Schachbrettversuch verwendeten Ampicillin-Konzentrationen
waren die gleichen wie für den ursprünglichen S.
aureus, 0, 0.05, 0.1, 0.2 und 0.4 ug/ml (Tabelle A-7).
Entweder wegen der langsameren Wachstumsgeschwindigkeit
oder dem Widerstandfaktor waren die Effekte, welche mit
diesem Stamm beobachtet werden konnten nicht
vollständig analog wie diejenigen des Elternstammes. Der beste
Beweis für die Synergie wurde bei höheren Ampicillin-
Konzentrationen als für die ursprünglichen Stämme
beobachtet. Wegen der langsameren
Wachstumsgeschwindigkeit wurde eine längere Wachstumsperiode in Betracht
gezogen. Die Figur 10 zeigt die Wechselwirkung von 2
ug/ml HBV und 0.4 ug/ml Ampicillin. Die statistische
Auswertung der Daten zeigt Synergie bei den Zeitpunkten
8, 12 und 24 Stunden.
Kanamycinresistenter S. aureus gegen
Kanamycin/HBV
-
Die Dosierung des für die Reduktion der
Wachstumsgeschwindigkeit von Kanamycinresistenten
Stämmen von S. aureus erforderliche Kanamycin-Dosis war
ungefähr viermal höher als die für den ursprünglichen
Stamm erforderliche Dosis. Der Schachbrettversuch lag
im Bereich des Kanamycinresistenten S. aureus und war
0, 5, 10, 20 und 40 ug/ml Kanamycin (Tabelle A-8).
Wiederum machte es die langsame
Wachstumsgeschwindigkeit erforderlich, eine längere Wachstumsperiode in
Betracht zu ziehen. Die Kombination von 8 ug/ml
Honigbienengift und 10 ug/ml Kanamycin ist in Figur 11
dargestellt. Obschon die verwendete Kanamycin-Dosis
zweimal so hoch ist wie die erforderliche Dosis für den
ursprünglichen S. aureus, bleibt es in Gegenwart des
Honigbienengiftes zweimal so lange wirksam. Synergie
wurde nur nach 12 Stunden beobachtet und wurde nur am
Zeitpunkt 24 Stunden als signifikant nachgewiesen.
Kanamycinresistenter S. aureus gegen
Polymyxin B/HBV.
-
Es war interessant festzustellen, dass dieser
Mutant, welcher für eine verbesserte Resistenz gegen
Kanamycin ausgewählt wurde, empfindlicher gegen
Polymyxin B wurde als der Ursprungsstamm. Polymyxin
B-Dosen, die für den Schachbrettversuch verwendet
wurden waren 0, 12.5, 25, 50 und 100 U/ml (Tabelle A-9),
während der Polymyxin B-Dosisbereich, welcher für den
Test des ursprünglichen Stammes verwendet wurde,
zwischen 312 und 2'500 U/ml lag. Figur 12 zeigt
kanamycinresistente S. aureus gegen 50 U/ml Polymyxin B und
4 ug/ml HBV. Es wurde Synergie am Zeitpunkt 12 gezeigt.
MIC Tests von Antibiotika mit und ohne HBV
-
Die Resultate einer Voruntersuchung auf die
Wirkung HBV auf die MIC von Antibiotika gegen 8
grampositive Bakterien und 4 gram-negative Bakterien sind
in Tabelle 4, bzw. Tabelle 5 gezeigt. Trotz den
offensichtlichen Unzulänglichkeiten des Testsystems konnten
in den Resultaten der Uebersichtsversuche definitive
Tendenzen festgestellt werden. Es bestand eine starke
Annahme von Synergie, wo die Beobachtungen innerhalb
eines einfachen eines MIC-Versuches zeigten, dass
identische Dosen HBV einige MIC beeinflussen, während
andere nicht beeinflusst wurden. In Tabellen 4 und 5
wurde ein (+) verwendet um eine Abnahme einer mehr als
zweifachen Verdünnung der MIC eines Antibiotikums in
Gegenwart von HBV zu zeigen. Ein (-) gibt keinen
Unterschied an oder nur eine Variation eines einzelnen
Verdünnungsschrittes (beurteilt als Variation des
Testes) bei der MIC in Gegenwart von HBV an.
-
Tabelle 4 zeigt die Resultate von
verschiedenen gram-positiven Organismen. Die Resultate geben
an, dass Tendenzen innerhalb der geprüften Arten
vorlagen. Z.B. scheint S. aureus eine Synergie mit allen
Antibiotikum/HBV Kombinationen zu zeigen, während S.
epidermidis konsistente synergistische Resultate nur
mit der Kombination Cephalothin/HBV zeigte und
sporadische Resultate mit anderen Antibiotikum/HBV-
Kombinationen. Der eine Streptococcus faecalis Stamm,
welcher getestet wurde, reflektierte keine der gleichen
synergistischen Tendenzen, welche durch die beiden
Staphylococcen Organismen gezeigt wurden. Die Daten in
Tabelle 5 listen die Resultate von vier E. coli Stämmen
im MIC Testsystem auf. Definitve Muster von Synergie
konnten mit jedem der β-Lactam Antibiotikum
(Ampicillin, Carbenicillin und Piperacillin) im MIC
Testsystem festgestellt werden. Ebenfalls wurden die MIC
der Aminonglycoside Gentimicin und Amikacin in jedem
Fall mit Ausnahme von einem vermindert. Die MIC von
Cefoxitin wurde ebenfalls durch HBV in allen E. coli
Tests herabgesetzt.
Melittin Reinigung und Test
Chromatographie des Honigbienengiftes
-
Die Reinigung von Melittin auf Sephadex G-50
gab gut definierte, Basislinien-aufgelöste Peaks. Das
Leervolumen war 100 ml und die eluierte
Melittinfraktion lag zwischen 100 und 230 ml nach dem Leervolumen.
Ungefähr 65 mg der ursprünglichen 100 ml Probe wurde in
den Fraktionen 200 bis 230 gefunden. Diese Fraktionen
wurden gepoolt und auf Reinheit durch eine
Polyacrylamid Gel-Elektrophorese getestet. Figur 13 zeigt die
elektrophoretischen Resultate von 100 ug Protein der
gepoolten Fraktionen 200 bis 230. Der Vergleich der
relativen Mobilität dieser Banden zu den relativen
Mobilitäten der elektrophoretisch getrennten
HBV-Komponenten, identifizierten Melittin als einzige Komponente
der Fraktionen 200-230, welche in dieser Trennung
nachweisbar war.
Test von Melittin auf antibakterielle Aktivität
-
Aequivalente Dosen von Melittin und Voll-
Honigbienengift wurden bezüglich der antibakteriellen
Aktivität in Kombination mit und ohne Antibiotikum
(Tabelle A-10) getestet. Da S. aureu auf HBV mit den
verwendeten Konzentrationen in den obigen Tests
empfindlich war, wurde dieser Organismus ausgewählt, um
die Aktivität der Melittinfraktionen zu testen.
Kanamycin wurde zur Auswertung der synergistischen
Aktivität der Fraktion ausgewählt, da die
Wechselwirkungskurve, welche beim obigen Testen von S. aureus gegen
dieses Antibiotikum mit HBV beobachtet wurde, die HBV
Synergie in allen Zeitpunkten widerspiegelte.
Antibakterielle Aktivität von Melittin.
-
Die
Resultate von Melittin gegen Voll-HBV sind in der
Tabelle 14 dargestellt. Es wurden keine signifikanten
Unterschiede in der antibakteriellen Aktivität des
Voll-HBV und der Melittinfraktion beobachtet. Für jeden
Zeitpunkt, welcher in Figur 14 dargestellt ist, sind
die optischen Dichten der HBV-Kurve und der
Melittinkurve statistisch gleich.
Die synergistische Aktivität von Melittin mit
Kanamycin.
-
Figur 15 vergleicht die antibakteriellen
Aktivitäten von äquivalenten Dosen der Melittinfraktion
und Voll-HBV-Gift in Kombination mit gleichen
Kanamycin-Dosen. Keine der optischen Dichten an irgendeinem
Zeitpunkt der beiden Kurven sind signifikant
verschieden. Ueberdies ist bei Nichtbeachtung von statistischen
Auswertungen die Wechselwirkungskurve, welche die
Melittinfraktion repräsentiert, tatsächlich in allen
Zeitpunkten etwas tiefer, als die Wechselwirkungskurve,
welche das HBV repräsentiert. Demzufolge würden, wenn
die Zeitpunkte auf beiden Kurven als wahre Mittel
angenommen würden, die Schlussfolgerung sein, dass die
Melittinfraktion tatsächlich aktiver ist als Voll-HBV.
Interpretation der Schachbrett-Testresultate
-
Die Resultate der Schachbrett-Tests
demonstrieren klar eine Synergie zwischen Antibiotika und
Honigbienengift. Figur 2 erläutert die Effekte von
verschiedenen Dosen von Honigbienengift auf S. aureus
ohne Antibiotika. Es kann in dieser Figur festgestellt
werden, dass die Zugabe von hohen Dosen Gift, wie 8
oder 16 ug/ml zu den wachsenden Kulturen tatsächlich
die optische Dichte der Kultur verminderte. Diese
Angabe einer Zelllysis ist der Beweis, dass das
Honigbienengift tatsächlich bakterizid ist. Die Mechanismen
dieser bakteriziden Aktivität und ihr Beitrag zur
festgestellten Synergie mit Antibiotika ist nicht bekannt.
Die verschiedenen Resultate der Schachbrett-
Titrationstests zeigen, dass mehrere verschiedenen
synergistische Mechanismen in diesen Experimenten
funktionieren können.
-
Es können die Fragen bezüglich der grossen
Standardabweichungen gestellt werden, welche an
verschiedenen Zeitpunkten in den Datentabellen
festgestellt werden können. Die Variabilität beruht im
allgemeinen auf der scharfen Steigerung der
Wachstumsrate, wenn die Bakterien in der log-Phase sind.
Zeitpunkte, welche in der mid-log Phase genommen
werden, besitzen eine viel grössere Differenz in der
optischen Dichte bezogen auf die Zeit, als in
Zeitpunkten, welche während einer langsameren
Wachstumsperiode aufgenommen wurden. Demzufolge können
unkontrollierbare kleine Abweichungen bei den
Probenahmeintervallen grössere Abweichungen in der Ablesung der
optischen Dichte verursachen, bei Zeitpunkten, während
dem logarithmischen Wachstum. Da Kulturen während der
log-Phase in verschiedene Behandlungsgruppen aufgeteilt
werden, werden die Variationen noch stärker zwischen
den Experimenten festgestellt. Dieser Fehlertyp wird
jedoch im statistischen Auswertungsverfahren in
Betracht gezogen. Bei der Verwendung einer grossen Anzahl
(15) wurden die Schätzungsbereiche für die Mittelwerte
der Zeitpunkte schmal genug gemacht um die Unterschiede
dieser Mittelwerte statistisch auszuwerten.
-
Obschon Melittin nur ursprünglich als
synergistische
Komponente von HBV in Kombination mit einem
Antibiotikum mit einem Bakterienstamm zum Zwecke der
Disskusion möglicher Mechanismen getestet wurde, muss
angenommen werden, dass Melittin die synergistische
Honigbienenkomponente in jeder der getesteten
bakteriell antibiotischen-HBV-Kombinationen ist.
Scheinbare zunehmende Dosierung
-
In den meisten Fällen scheint das
Honigbienengift die ursprüngliche Wirksamkeit des
Antibiotikums zu verstärken, was durch eine zunehmende
Fähigkeit der Verminderung des Bakterienwachstumsgrades
unmittelbar nach der Zugabe der beiden Komponenten
angezeigt wird. Diese Art der Zusammenwirkung war am
besten demonstrierbar mit E. coli gegen HBV und
Polymyxin B (Figur 9). Zum ersten Zeitpunkt nach der Zugabe
ist Synergie sichtbar und sie wird solange fortgesetzt,
bis die Kultur die log-Phase durchschritten hat. Diese
Resultate führen zum Schluss, dass niedere nicht
wirksame Antibiotikadosen durch die Zugabe von HBV wirksam
gemacht werden können.
-
Der oben beschriebene Verstärkungseffekt der
Dosierung ist die Synergieart, welche in den meisten
getesteten Versuchskombinationen gesehen wurde. Diese
Art von Wirkung könnte durch die Wirkung von Melittin
durch mehrere verschiedene Mechanismen erklärt werden:
(1) Aenderung der Lösungseigenschaften der Moleküle des
Antibiotikums, (2) Erhöhung der Permeabilität der
Bakterienmembrane und (3) Erhöhung der Wirksamkeit der
Antibiotikummoleküle an ihren aktiven Zentren.
Geänderte Lösungseigenschaften des
Antibiotikums.
-
Das Melittin könnte die antibiotische
Wirksamkeit erhöhen, indem es leichter in dies
Bakterienzelle transportiert wird. Die direkte
Wechselwirkung von Melittin mit Antibiotikummolekülen, welche die
Moleküle weniger polar oder hydrophober macht, könnte
den passiven Transport durch die bakteriellen Membranen
erlauben. Die amphiphatische Natur und die Basizität
von Melittin macht es zu einem möglichen Kandidat für
eine solche Funktion und fügt die Plausibilität dieses
Mechanismus zu. Diese Art von Mechanismus könnte
ähnlich sein wie diejenige, welche die Diffusion von
Kaliumionen mit Valinomycin erleichtert.
Verbesserte Membranenpermeabilität.
-
Die
scheinbare Dosierung eines Antibiotikums könnte
ebenfalls erhöht werden, indem die Permeabilitätsbarrieren
des Bakteriums vermindert werden.
-
Obschon diese Rolle als wegbildendes Peptid
leicht gestützt werden könnte, kann es nicht die
einzige Funktion von Melittin sein, welche in die
antibakterielle Synergie involviert wird. Der erhöhte
Transport durch die Membranen kann nicht erklären,
warum Melittin allein wirksamer auf gram-positive
Organismen ist, welche eine verminderte Membranbarriere
besitzen.
Verbesserte antibiotische spezifische
Aktivität.
-
Ein dritter möglicher Mechanismus für die
synergistischen Wechselwirkungen schlägt die direkte
Wechselwirkung von Melittin und dem Antibiotikum vor,
um das Antibiotikum wirksamen zu machen, wenn es einmal
das aktive Zentrum erreicht hat. Ein spezifischeres
Beispiel ist eine mögliche Wechselwirkung mit
Kanamycin. Wenn Kanamycin einmal das 30S Ribosom erreicht
hat, kann ein Melittin-Kanamycin-Komplex eine höhere
Affinität für das aktive Zentrum aufweisen als das
ungefundene Kanamycin (letztendlich ist Melittin ein
basisches Molekül wie Nukleinsäuren) oder der
Melittin-Kanamycin-Komplex kann wirksamer bei der
sterischen Blockierung der Transfer-RNA des Ribosoms
sein, einfach wegen der Grösse des Komplexes.
Erhöhtes aktives Leben von Antibiotika
-
In verschiedenen Fällen war es schwierig,
eine Zunahme der Wirksamkeit von Antibiotika durch die
Zugabe von Honigbienengift (Melittin) nachzuweisen, bis
spät in der Wachstumsperiode. In diesen Fällen schien
es, dass Melittin eine Zunahme der Wirkung des Effektes
des Antibiotikums bewirkte. Dieser Effekt konnte mit
dem kanamycinresistenten S. aureus, welcher mit
Kanamycin/HBV behandelt wurde, nicht festgestellt werden.
In Figur 9 ist eine verhältnismässig hohe HBV-Dosis
gezeigt, die Gründe dafür liegen darin, dass keine
Synergie bei tieferen Dosen gesehen werden konnte.
Demzufolge-zeigten, obschon es in Figur 9 schwierig ist
Synergie bei früheren Zeitpunkten wegen der
Wirkungslosigkeit von HBV allein auszumachen, tiefere Dosen von
HBV keine Synergie mit Kanamycin an diesen früheren
Zeitpunkten. Ein synergistischer Effekt wird jedoch am
24 Stunden Zeitpunkt festgestellt. Zwei Erklärungen für
diese Art eines aufgeschobenen Effektes werden
vorgeschlagen: (1) Eliminierung von resistenten Mutanten
oder (2) Ausdehnung der Halbwertszeit des
Antibiotikums.
Abnehmende Wahrscheinlichkeit für die
Selektion von resistenten Stämmen.
-
Wenn sowohl das
Honigbienengift als auch das Antibiotikum in einer
bakteriellen Kultur in bakteristatischen Dosen
vorhanden ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein
resistentes Bakterium die kombinierte Behandlung
überleben wird, gleich dem Produkt der
Wahrscheinlichkeiten, dass eines existieren würde und beide
Behandlungen überleben würde. Dies würde als
verschobener synergistischer Effekt in Erscheinung treten, so
wie viele Generationen von Mutanten erforderlich wären,
um sich in einem durch OD-Ablesungen nachweisbaren Grad
zu multiplizieren. Die Mutantenselektion würde als
sporadisches Vorkommen von drastisch höheren OD-Ablesungen
unter Replikatproben vorkommen, was durch die
Standardabweichung der Behandlung widergespiegelt würde. Z.B,
wenn die Wirkungen einer HBV-Behandlung allein am
kanamycinresistenten S. aureus mit Kanamycin ausgewertet
wurde, betrug die mittlere OD des 12 Stunden Punktes
auf der Giftkontrollkurve 0.65 mit einer
Standardabweichung von 0.51 (Tabelle A-8), was auf stark
verschiedene Ablesungen an diesem Zeitpunkt hinwies.
Dezufolge könnte es möglich sein, dass der
synergistische Effekt, welcher hier am 24 Stunden Punkt
festgestellt wurde, das Resultat einer Unterdrückung
der HBV-giftresistenten Mutanten ist.
Zunehmende Antibiotikastabilität.
-
Ein
möglicher Mechanismus eines Schutzes des Antibiotikums vor
Zersetzung kann nicht ausgeschlossen werden. Eine
gewöhnliche Technik zur Erhöhung der Wirksamkeit von
Antibiotika ist die strukturelle Aenderung des
Antibiotikums, um es in Lösung stabiler oder resistenter
gegen enzymatische Angriffe zu machen. Diesen Arten von
Aenderungen wurde bei vielen Derivaten der
Penicillinfamilie der Antibiotika Rechnung getragen.
Beispielsweise besitzt Penicillin V eine
Phenoxymethylsubstitution, was eine sterische Hinderung bewirkt, welche
den β-Lactamring des Antibiotikum vor einem
enzymatischen Angriff schützt (Volk, 1978c) . Solche
Substitutionen können ebenfalls dieses Ende des Moleküls vor
einer Cyklisierung mit dem Lactamring schützen, was das
Molekül widerstandsfähiger gegen saure Hydrolysen
macht. Diese Arten von Aenderungen könnten einen
synergistischen Effekt bewirken, welcher nur bei
bakteriostatischen Dosen nachweisbar ist, da das
Antibiotikum ursprünglich nicht wirksamer sein könnte und die
verlängerte Lebensspanne des Antibiotikums wäre nur
nachweisbar, wenn die bakterielle Kultur nicht eine
durch die Nahrung begrenzte OD zu dieser Zeit erreichen
würde. Wenn jedoch das HBV eine solche Aenderung
verursachen könnte, müssten beständigere Resultate bei den
Wiederholungsproben erwartet werden.
Auswertung des MIC-Tests
-
Der Schachbrett-Titrationsversuch, welcher
zum Testen der HBV/Antibiotikumsynergie entwickelt
wurde, war zeitintensiv um ihn in einer breiten
Untersuchung der Wirkung von HBV auf verschiedene
Antibiotika und verschiedene Bakterien anzuwenden. Eine
solche Untersuchung war jedoch erforderlich um die
Tendenzen unter den antibiotischen Klassen gegen die
Synergie mit HBV festzustellen, ebenso um das
Empfindlichkeitsspektrum unter den Bakterienarten gegen
spezifische synergistische Kombinationen von Antibiotika
und HBV zu bestimmen. Die Modifikation der
automatisierten MIC-Tests wurde vorgenommen um diese Art von
Untersuchungen zu erleichtern.
-
Wegen der Begrenzungen des automatischen
MIC-Tests war die Auswertung der Resultate etwas
empirisch. Die Resultate können nicht als synergistisch im
Gegensatz zu additiven Wechselwirkungen nachgewiesen
werden, da der Effekt von HBV allein nur als hemmend
oder nicht hemmend aufgezeichnet wurde (schwach
hemmende Dosen von HBV wären als nicht hemmend
aufgezeichnet worden, wobei eine Zunahme der MIC tatsächlich das
Resultat eines additiven Effektes sein könnte). In den
meisten Tests zeigten jedoch nur gewisse Antibiotika
eine abnehmende MIC, was darauf hinweist, dass die HBV-
Dosis nicht additiv war. Demzufolge sollte bei Stützung
der Resultate des Schachbrett-Titrationssystems die
Verwendung dieser MIC-Tests in zuverlässiger Weise
darauf hinweisen, welche Antibiotikum/HBV-Kombinationen
das grösste Potential für spezifische Gruppen von
Bakterien aufweisen. In dieser Hinsicht wird die MIC für
die direkte künftige Forschung verwendet.
Identifikation der aktiven
Honigbienengiftkomponente
-
Obschon die Resultate dieser Studien
vorschlagen, dass die synergistischen Aktivitäten des
Honigbienengiftes vollständig in der Melittinfraktion
enthalten sind, sollten diese Resultate vorsichtig
interpretiert werden. Es ist möglich, dass kleine
Peptide oder nicht färbende (Coomassie-Blau)
Verbindungen mit dem Melittin in der Chromatographie
co-migrieren, wegen den ionischen und hydrophoben
Wechselwirkungen mit den Melittinmolekülen. Melittin
wandert als Aggregat, welches fünfmal das normale
Molekulargewicht aufweist, sowohl in der nativen
Polyacrylamid Gel-Elektrophorese wie auch in der
Sephade Gelchromatographie (Haberman, 1972). Diese
kleinen Micellen könnten kleinere hydrophobe
Verbindungen durch die Chromatographie tragen. Analysen
zum Nachweis solcher Kontaminationstypen in der
Melittinfraktion sind ebenfalls eingeschlossen und
werden im Kapitel 6 diskutiert.
-
Wie oben angemerkt, wurden zusätzliche Tests
durchgeführt um zu zeigen, dass HBV ebenfalls wirksam
ist zur Erhöhung der Aktivität der vierten
Antibiotikagruppe, auf welche oben Bezug genommen wird, welche
durch Rifampicin repräsentiert wird. Die Daten sind in
den Tabellen 6, 7 und in den Figuren 16, 17,
dargestellt.
-
Die Aktivität des Hymenopteragiftes und
andere als HBV wurden ebenfalls bestimmt für das
Hummelgift, das Wespengift und das Hornissengift (bald faced
hornet venom) wie in den Tabellen 8, 9 und in den
Figuren 18 und 20 angegeben.
-
Es wurden ebenfalls einige der oben erwähnten
Analoge getestet, um ihre relativen Aktivitäten
bezüglich des nativen Melittins zu bestimmen. Die relative
Aktivität wird wie folgt berechnet:
-
Melittin-Dosis/Analogendosis, welche erforderlich
ist um die äquivalente Synergie
mit Polymyxin B zu zeigen x 100
-
Die erhaltenen Resultate sind in Tabelle 10
dargestellt.
-
Es scheint, dass Analoge, in welchen das NH&sub2;-
terminale Ende vorwiegend aus basischen Aminosäuren
besteht, aktiver sind als Analoge, welche ein
NH&sub2;-terminales Ende besitzen und vorwiegend aus neutralen
und/oder sauren Aminosäuren bestehen.
In vivo Experiment
Einführung
-
In vivo Experimente zeigen, dass Melittin,
das Hauptpeptid des Honigbienengiftes, die Wirksamkeit
eines geprüften Antibiotikums, Polymyxin B, erhöht. Als
Krankheitsmodell wurde die bakterielle Sepsis in Mäusen
entwickelt. Für die Experimente werden Aktivitäten von
Polymycin B und Melittin separat und in Kombination
gegen eine E. coli-septikämie in zwei grundlegenden
Versuchssätzen verglichen. Bei beiden
Versuchanordnungen ist eine synergistische Wechselwirkung zwischen
Melittin und Polymyxin B offensichtlich und wird
statistisch durch einen Gegensatz der Behandlungsmittel in
jeder Unterschiedsanalyse bestätigt. Demzufolge wird
die Fähigkeit von Melittin, die Wirksamkeit von
Polymyxin
B zu verbessern und in vivo eine antibakterielle
Aktivität zu erhalten, klar demonstriert. Zahlreiche
Zitate der oben im Abschnitt mit dem Titel Hintergrund
und Stand der Technik zitierten Literatur, umfassen die
Verwendung des Honigbienengiftes und insbesondere
Melittin als antimikrobielles Mittel. Diese
Literaturzitate demonstrieren jedoch nur die in vitro
Wirksamkeit des Honigbienengiftes oder von Melittin.
-
Verschiedene andere Systeme haben ebenfalls
Gebrauch von Melittin als künstliches Mittel zur
Störung von verschiedenen Immunantworten in in vitro-
Isolatsystemen gemacht. Goodman et al. (1984)
schilderte die B Zellenaktivierung durch Melittin in vitro.
Zwei weitere Berichte einer von Kondo und Kanai (1986)
und einer von Kondo (1986), beschreiben die in vitro
Verwendung von Melittin zur Stimulation der
bakteriziden Aktivität von aus Phagozyten isolierten Membranen
sowohl von Mäusen wie auch von Meerschweinchen.
Letztlich beschreibt eine Publikation (Somerfield et al.
1986), welche sich auf die Wirkung des
Honigbienengiftes auf das Immunsystem bezieht, die Hemmung der
Neutrophil O Produktion durch Melittin. Somerfield et
al. schlagen eine Rolle für Melittin als
entzündungshemmendes Mittel vor. Diese Aktivität würde am
wahrscheinlichsten die antibakterielle Verteidigung in vivo
anregen.
-
Trotz der wesentlichen Menge von
Forschungsarbeiten mit Melittin konnte bisher noch nicht
demonstriert werden, dass Melittin in vivo gegen infektiöse
Organismen aktiv ist. Wichtig ist, dass niemand den
Bedarf für, oder den Nutzen der Wechselwirkung von
Melittin vorgeschlagen hat. Die hier geschilderten
Resultate demonstrieren die günstigen Wechselwirkungen
zwischen Melittin und Polymyxin B, wenn sie in vivo zur
Behandlung von Mäusen verwendet werden, welche unter
einer bakteriellen Blutvergiftung leiden, welche durch
E. coli bewirkt wurde.
Material und Methode
-
Weibliche Swiss CD-1 Mäuse (Charles River)
wurden mit einem Gewicht von 18 bis 20 Gramm erhalten.
Die Mäuse wurden bei 77 +/-1 Grad Fahreinheit und
30-45% relativen Feuchtigkeit mit einer täglichen
Lichtperiode von 12 Stunden gehalten. Nach dem
Eintreffen wurde jede Mäuselieferung während einer zwei
Wochen-Akklimatisierungsperiode vor ihrem Gebrauch im
Experiment gehalten.
-
Polymyxin B (Sigma Chemical Company) wurde in
Pulverform mit einer Aktivität von 7900 Einheiten/mg
eingekauft. Es wurde eine Vorratslösung von 0.1 mg/ml
in 0.85% NaCl hergestellt und auf -20ºC in 5 ml
Aliquoten bis zu ihrem Gebrauch eingefroren.
-
Das Honigbienengift (HBV) wurde durch die
Vespa Laboratories, Inc., Spring Mills, PA, zur
Verfügung gestellt.Das HBV war die Quelle für Melittin,
welches unter Verwendung der Gelfiltration, wie sie
oben für die in vitro Experimente beschrieben ist,
isoliert wurde. Melittin wurde quantitativ durch den
Lowry Proteintest (Lowry et al. 1951) quantitativ
gewonnen und dann gefriergetrocknet. Das
gefriergetrocknete Melittin wurde in 0.85% NaCl auf eine
Konzentration von 0.1 mg/ml rekonstituiert und auf -20ºC
in 1.5 ml Aliquotenanteile bis zum weiteren Gebrauch
eingefroren.
-
Der E. coli Stamm Nr. #G1108E wurde vom E.
coli Referenzzentrum der Pennsylvania State University,
Uiversity Park, PA. erhalten. Eine über Nacht-5.0 ml-
Trypticase Sojabrühenkultur wurde zur Inokulation von
800 ml frischer Trypticase Sojabrühe verwendet. Die
Kultur wurde über Nacht unter schwachem Schütteln
vermehrt. 200 ml steriles Glycerin wurde zur Kultur
zugegeben und wurde dann unter Rühren aseptisch in 5.0
ml Aliquoteanteile verteilt. Diese Aliquoten wurden
gefroren und bei -20ºC aufbewahrt. Nach dem Auftauen
enthielt jedes Aliquot (+/-3) x 10&sup8; lebensfähige
Bakterien/ml. Die Kultur wurde dann 1:400 mit Trypticase
Sojabrühe, welche 2.5% gastrisches Mucin (Sigma
Chemical Company) enthielt vor der Inokulation verdünnt.
-
Die Mäuse wurden durch intraperitoneale
Injektion von 0.25 ml der 1:400 Verdünnung der
Bakterien (ungefähr 500'000 lebensfähgie Bakterien),
welche in Trypticase Sojabrühe mit 2.5 % Mucin
suspendiert waren, infiziert.
-
Vor der Injektion wurden Polymyxin B und
Melittin aufgetaut, filtersterilisiert und
zweckmässigerweise mit 0.85% NaCl verdünnt, auf solche
Weise, dass die erforderliche Dosis in 0.2 ml Lösung
enthalten war. 30 Minuten nach der Infektion wurde
dieses Volumen dann den Mäusen durch subcutane
Injektion in die Hautfalte an der Nackenbasis
verabreicht. Die Hautfalte wird zwischen Daumen und
Zeigfinger bei einem grundlegenden
bewegungseinschränkenden Griff gebildet.
-
Die Bakterienniveaus im Blut wurden aus
Blutproben bestimmt, welche durch eine aseptische
Herzpunktuation erhalten wurden. Nach der
Herzpunktuation wurde die Nadel von der heparinbeschichteten
Spritze entfernt und 0.2 ml Blut wurde in ein Röhrchen,
welches 0.2 ml 0.85 % NaCl enthielt, gegeben und gut
gemischt. Alle Proben wurden auf Eis aufbewart bis zur
Auftragung. Je zwei Verteilungsplatten für alle Proben
mit zweckmässigen Verdünnungen wurden mit
Trypticaseojaagar vorbereitet und bei 37ºC über Nacht inkubiert.
Alle Platten, welche weniger als 400 Kolonien
enthielten,
wurden gezählt und aufgezeichnet.
Resultate
-
In der ersten experimentellen Anordnung
wurden 4 zufällige Gruppen von 4 Mäusen mit E. coli wie
oben beschrieben inokuliert. 30 Minuten später wurden
die vier Mäuse jeder Gruppe je mit 0.2 ml 0.85 % NaCl
Lösung behandelt, welches eines des Folgenden entielt:
1) 0.85 % NaCl allein ("keine Behandlung"); 2) 2.0 ug
Polymyxin B; 3) 50 ng Melittin; oder 4) 2.0 ug
Polymyxin B + 50 ng Melittin. Einundzwanzig Stunden nach
der ursprünglichen Inokulation wurden Blutproben
genommen und die Bakterienzahl pro ml Blut wurde
berechnet, indem die Resultate der zweifachen
Plattenzahlen der entsprechenden Blutverdünnung (Tabelle A-11)
gemittelt wurden. Dieses Experiment wurde dreifach
durchgeführt und die mittlere Bakterienzahl pro ml Blut
wurde für jede der vier Behandlungen verglichen (Figur
21). Ein p-Wert von 0.0015 für den Behandlungseffekt in
einer Zweiweg-Varianz (angepasst an ungleiche
Probengrössen) gab einen signifikanten Unterschied bei
mindestens einer der Behandlungsmittel an. Der mehrfache
Mittelvergleich nach Tukey zeigte, dass das einzige
Mittel, welches signifikant verschieden war, das Mittel
der Gruppe war, welches die Kombination von 2 ug
Polymyxin B und 50 ng Melittin erhielt. Der Vergleich der
Summe der Aktivitäten, welche durch Melittin und
Polymyxin individuell verwendet erhalten wurden, mit ihrer
Aktivität, wenn sie in Kombination verwendet wurde,
bestätigte durch einen Gegensatz in der
Unterschiedsanalyse, dass die Wechselwirkung tatsächlich
synergistisch war (p-Wert = 0.0493).
-
Eine zweite Versuchsanordnung testete den
Effekt von wiederholten Behandlungen. Wiederum wurden
vier Gruppen, welche vier Mäuse enthielten, mit E. coli
inokuliert und 30 Minuten später den gleichen vier
Behandlungen unterzogen: 1) 0.85 % NaCl allein ("keine
Behandlung"); 2) 2.0 ug Polymyxin B; 3) 50 ng melittin;
oder 4) 2.0 ug Polymyxin B + 50 ng Melittin. Achzehn
Stunden nach der ursprünglichen Infektion wurde jede
Maus wiederum mit dem gleichen E. coli Inokulum
herausgefordert und 30 Minuten später der gleichen
Antibiotikum/Mellitin-Behandlung unterzogen. Fünf Stunden später
(23 Stunden nach der ursprünglichen Infektion) wurden
Blutproben von jeder Maus aufgetragen um die
Bakterienzahl im Blut festzustellen. Diese Experiment wurde
fünfmal wiederholt und die Resultate (Tabelle A-12)
wurden durche eine Varianzanalyse ausgewertet. Diese
Analysen zeigten, dass ein signifikanter Unterschied
(p-Wert = 0.001) in mindestens einer Behandlung
vorhanden war. Der mehrfache Mittelvergleich nach Tukey
zeigte, dass wiederholte Polymyxin B Behandlungen eine
signifikante Abnahme der Bakterienzahl pro Milliliter
Blut bewirkten. Wichtiger noch zeigte der Vergleich
nach Tukey, dass die Bakterienzahlen im Blut der Tiere,
welche mit Polymyxin B plus Melittin behandelt wurden,
signifikant kleiner waren als die Anzahl im Blut von
Tieren, welche nur mit Polymyxin B oder Melittin
behandelt wurden (vergleiche Figur 22). Ein Gegensatz
innerhalb der Varianzanalyse weist auf einen hohen
Vertrauensgrad für die Synergie dieser beiden
Verbindungen hin (p-Wert = 0.0007).
Folgerungen
-
Die obigen Experimente zeigen klar eine
synergistische Wechselwirkungen zwischen dem
Antibiotikum Polymyxin B und Melittin. Es ist hochgradig
wahrscheinlich, das Melittin die therapeutischen
Effekte von anderen pharmazeutischen Mitteln wegen
seiner antimikrobiellen Eigenschaften und seiner
Eigenschaft der Erhöhung der Membranpermeabilität
erhöht.
-
Den Resultaten des ersten Versuchssatzes
(Figur 21) fehlte der statistische Nachweis für den
Effekt von Melittin allein, jedoch Vergleiche der
absoluten Mittel führen zur Folgerung der positiven
Effekte mit der Melittinbehandlung allein. Den
Resultaten des zweiten Versuchsatzes (Figur 22) fehlte
wiederum ein signifikanter Unterschied für die
Behandlung mit Melittin allein. Ein Vergleich der
absoluten Behandlungsmittel führt zum Schluss eines
negativen Effektes von Melittin allein. In Erinnerung,
dass die Mäuse im zweiten Versuchsatz doppelte
Melittin-Dosen erhielten, führt dies zum Schluss, dass
die höheren Melittindosen, wenn sie ohne Antibiotika
verwendet wurden, den infektiösen Prozess verschlimmern
könnten. Frühere Versuche mit höheren Melittin-Dosen
verifizieren diese Annahme. Es ist wahrscheinlich, dass
die gesundheitsschädliche Aktivität vorhanden ist, wenn
Melittin allein verwendet wird. Es ist wichtig, dass
die effektive Verwendung von Melittin zur Behandlung
von Infektionen in einer Literauturrecherche nicht
gefunden wurde. Antibiotika kontern offensichtlich die
negativen Effekte von Melittin und machen demzufolge
die kombinierte Therapie zu einer signifikanten
Entwicklung.
Antibiotische Synergie
demonstriert mit einem synthetischen Melittinanalogen
-
Die Synergie, welche zwischen Antibiotika und
Melittin festgestellt wurde, kann erzielt werden, indem
Melittin durch synthetische Peptidanaloge ersetzt wird.
Solche Analoge wurden zu diesem Zweck entwickelt und
synthetisiert. Bei Paralleltesten mit natürlichem
Melittin wird eine äquivalente antibiotische
Verbesserung erzielt.
Einleitung
-
Das Analoge 6, mit der nachstehend
angeführten Struktur
-
wurde vorgängig in vitro auf Synergie mit Polymyxin B
gegen E. coli getestet. Dieses Peptid variert von
Melittin bei den Aminosäuren 22 und 24 (unterstrichen)
wo die Arginine mit Lysinen ersetzt wurde. Bei der
Verwendung in der vorerwähnten Tests zeigte es eine dem
natürlichen Melittin äquivalente Aktivität.
Materialien und Methoden
-
Melittin wurden von Voll-Honigbienengift
(Vespa Laboratories, Inc.) durch Gelchromatographie
isoliert, durch den Lowry-Protein Test quantifiziert
und gefriergetrocknet aufbewahrt. Für diese Tests wurde
lyophilisiertes Melittin auf 0.4 mg/ml mit
destilliertem Wasser rekonstituiert, filtersterilisiert und in
4.0 ml Aliquoten bei -20ºC aufbewahrt bis zum Gebrauch.
-
Das Analoge Nr. 6 wurde von Dr. Torben
Saermark synthetisiert (Proteinlabor, Universität von
Kopenhagen, Sigurdsgade 34, DK-2200 Kopenhagen N,
Dänemark) . Es wurde bestimmt, dass es besser war als
98% rein auf Basis des Elutionsprofils einer
Hochdruckflüssigchromatographie auf einer C18 Säule, wobei ein
0-80 % Acetonitrilgradient in 0.1% Trifluoracetat
verwendet wurde. Das Peptid wurde in lyophilisierter Form
erhalten und wurde auf ungefähr 0.2 mg/ml in 0.85 %
NaCl rekonstituiert, filtersterilisiert und in 0.5 ml
Aliquoten bei -20ºC aufbewahrt, bevor es gebraucht
wurde.
-
Polymyxin B (Sigma Chemical Company) mit
einer spezifischen Aktivität von 7900 Einheiten/mg
wurde auf 240 Einheiten/ml destilliertem Wasser
rekonstituiert, filtersterilisiert und in 4.0 ml
Aliquoten bei -20ºC bis zum Gebrauch aufbewahrt.
-
Der E. Coli Stamm #G1108E wurde von der
Pennsylvania State University E. Coli Reference Center
(105 Henning Building, University Park, Pennylvania,
16802) erhalten. Die Inokulum wurden aus einer Kultur
hergestellt, welche in Trypticase Sojabrühe zur mid-log
Phase gezüchtet wurde. Steriles Glycerin wurde zugefügt
um eine Endkonzentration von 20 % herzustellen und die
Kultur wurde verteilt und in 5.0 ml Aliquoten bis -20ºC
eingefroren bis zum Gebrauch.
-
Ein Schachbrett-Titrationssynergietest wurde
durchgeführt, wobei natürliches Melittin und Analag #6
parallel mit Polymyxin B gegen E. coli getestet wurde.
Aequivalente Dosen des natürlichen Melittins und des
Analogen #6 basierten auf einem Lowry Proteintest,
welcher simultan mit Aliquoten von jedem nach der letzten
Filtration durchgeführt wurden. Beide Peptide wurden im
Synergietest bei Endkonzentrationen im Medium von 5
ug/ml und 10 ug/ml getestet. Das Polymyxin B wurde in
finalen Mediumskonzentrationen von 3 Einheiten/ml und 6
Einheiten/ml gegen beide Konzentrationen von beiden
Peptiden gesteste.
Resultate
-
Die Synergie wurde am besten sowohl mit dem
natürlichen Melittin als auch mit dem analogen #6
nachgewiesen, wenn sie bei 10 ug/ml gegen #6 Einheiten/ml
Polymyxin getestet wurden (Tabelle 11). Unter diesen
Bedingungen (vergleiche Figur 23) wurden die Daten
jedes Peptides statistisch auf synergistische Aktivitäten
an jedem Zeitpunkt analysiert. Unter Verwendung von
statistischen Gegensätzen wurden die mittleren
Aktivitäten jedes Peptides allein und Polymyxin B allein mit
der Aktivität der entsprechenden Peptid-Polymyxin B-
Kombination verglichen. Synergie wurde nachgewiesen bei
den Zeitpunkten bei 4, 6 und 8 Stunden, sowohl für
Melittin und das Analoge #6 (p-Werte = 0.0001).
-
Zusätzlich wurden die Synergiekurven für
Melittin (10 ug Melittin + 6 Einheiten Polymyxin B) und
das Analoge #6 (10 ug Analog #6 + 6 Einheiten Polymyxin
B) bei jedem Zeitpunkt auf verschiedene
Aktivitätsstufen verglichen. Zu keinem Zeitpunkt konnte zwischen
den beiden Kurven ein signifikanter Unterschied
festgestellt werden.
Folgerungen
-
Die Resultate zeigen, dass das Analoge #6 ein
synthetisches Melittinanaloges, eine sehr ähnliche
Aktivität besitzt wie Melittin bezüglich der Kapazität
der Verbesserung von Polymyxin B. Obschon der Zeitpunkt
bei 12 Stunden zum Schluss führt, dass das Analoge #6
eine leicht bessere Aktivität mit Polymyxin B aufweist
als Melittin, ist dieser Aktivitätsunterschied minimal
im Hinblick auf die verwendeten Mengenunterschiede in
den untersuchten Peptiden. Durch Vergleich des
Synergieunterschiedes, welcher durch 10 ug Melittin gegen 10
ug Analog #6 erzeugt wurde, zum Synergieunterschied,
welcher durch 10 ug Melittin gegen 5 ug Melittin
(Tabelle 11) erzeugt wurde, wurde festgestellt, dass
der Unterschied zwischen den spezifischen Aktivitäten
von Melittin gegen Analog #6 weniger als 10% betrug.
Diese Forschungsarbeiten zeigten, dass es möglich ist,
Melittinanaloge mit synergistischen Fähigkeiten zu
synthetisieren, welche gleich oder besser als Melittin
sind.
Synergistische antibakterielle Aktivität von Melittin
und Polymyxin B:
Relative Aktivitäten von Melittinanalogen
-
Die Synergie, welche zwischen Antibiotika und
Melittin festgestellt wurde, kann ebenfalls erzielt
werden, indem Melittin entweder durch synthetische
Analoge oder chemische modifizierte Derivate des
natürlichen Peptides ersetzt wird. Synethisches Melittin,
fünf synthetische Peptidanaloge und eine chemische
Modifikation des natürlichen Melittin wurden durch
synergistische Wechselwirkung mit Polymyxin B bezüglich
der Wachstumshemmung von E. coli getestet. Ihre
relativen Aktivitäten wurden mit denjenigen von Melittin
von natürlichem Honigbienengift verglichen. Jedes
Peptid demonstrierte eine synergistische Wechselwirkung
mit Polymyxin B. Die spezifischen Aktivitäten
unterschieden sich jedoch signifikant. Verschiedene Analoge
zeigten eine synergistische Aktivität, welche
derjenigen von natürlichem Melittin überlegen war.
Einführung
-
Zwei Typen von Melittinanalogen, synthetische
peptide und eine chemische Modifikation von natürlichem
Melittin wurden in vitro auf Synergie mit Polymyxin B
in einem antibakteriellen Aktivitätstest getestet. Die
synthetischen Analogen umfassen eine Gruppen von
synthetischen Peptiden, wovon sich sämtliche von den 26
Aminosäuren der Melittinsequenz durch zwei oder mehrere
Reste unterscheiden. Die chemische Modifikation von
Melittin, NPS-Melittin, besteht aus einem Ansetzen
einer -Nitrophenylsulfenylgruppe zur Nummer 19 des
Tryptophanrests von natürlichem Melittin. Die Aktivität
jedes dieser Analogen wurde mit den Aktivitäten von
natürlichem und synthetischem Melittin verglichen.
Während jedes dieser Analoge in vitro eine gewisse
synthetische Wechselwirkung mit Polymyxin B zeigte,
waren signifikante Unterschiede in den
Peptidaktivitäten offensichtlich. Diese Unterschiede definieren die
Schlüsseleigenschaften des Melittininoleküles in seiner
Rolle als Verstärkungsmittel für die Polymyxin
B-Aktivität.
Materialien und Methoden
-
Natürliches Melittin wurde aus
Voll-Honigbienengift (Vespa Laboratories, Inc.) durch
Gelfiltrationschromatographie isoliert, durch den
Lowry-Proteintest quantifiziert und gefriergetrocknet aufbewahrt.
Für diese Tests wurde gefriergetrocknetes Melittin auf
0.34 mg/ml mit destilliertem Wasser rekonstituiert,
filtersterilisiert und in 4.0 ml Aliquoten bei -20ºC
bis zum Gebrauch aufbewahrt.
-
NPS-Melittin wurde aus natürlichem Melittin
durch Umsetzen des Peptides mit
-Nitrophenylsulfenylchlorid (NPS-Cl) synthetisiert, wie es für
Adrenocorticotropin durch Ramachandran et al. beschrieben wurde.
Das Peptid wurde aus einer Lösung mit Ethylacetat
ausgefällt, in 0.1 N Essigsäure resuspendiert und dann
durch eine Sephadex G-10 (LKB-Pharmacia, Piscataway
N.J.) Säule durchtreten gelassen um die verbleibenden
NPS-Cl Salze zu entfernen. Eine Bestimmung der
Molekularabsorbtion des Derivates bei 365 nm zeigte, dass
mehr als 95 % des Melittin modifiziert wurden.
-
Das synthetische Melittin wurde von Peninsula
Laboratories, Belmont, Ca. bezogen. Eine 0.5 mg Probe
wurde auf 0.3 mg/ml in 0.85% Salzlösung auf Basis eines
Lowry-Protein Versuches rekonstituiert. Diese Probe
wurde bei -20ºC bis zum Gebrauch aufbewahrt.
-
Synthetische Analoge wurden durch Dr. Torben
Seamark (Proteinlabor Universität von Kopenhagen,
Sigurdsgade 34, DK-2200 Kopenhaben N, Dänemark)
synthetisiert. Jedes Analage wurde auf die Reinheit
getestet und wurde als besser als 98 % rein befunden,
auf Basis des Elutionsprofiles der Chromatographie aus
einer C-18 Säule, wobei ein 0-100 %
Acetonitril-Gradient verwendet wurde. Jedes Peptid wurde in
lyophilisierter Form erhalten und wurde auf ungefähr 1,0 mg/ml
in 0.85 % NaCl rekonstituiert, filtersterilisiert und
in 1.8 ml Aliquoten bei -20ºC bis zum Gebrauch
aufbewahrt. Jede Peptidlösung wurde durch den
Lowryroteintest vor dem Gebrauch quantitativ bestimmt. Die
Lowry-Resultate stimmten gut mit den
Konzentrationsabschätzungen auf Basis des Trockengewichtes des
Peptides überein.
-
Polymyxin B (Sigma Chemical Company, St.
Louis, Mo.) mit einer spezifischen Aktivität von 7'900
Einheiten/mg wurde auf 240 Einheiten/mg in 0.85 %
Kochsalz rekonstituiert, filtersterilisiert und in 4.0
ml Aliquoten bie -20ºC bis zum Gebrauch aufbewahrt.
-
E. coli G1108E wurde vom Pennsylvania State
University E. coli Reference Center (105 Henning
Building, University Park, Pa. 16802) erhalten. Die
Inokula wurden von einer Kultur erhalten, welche in
Trypticase Sojabohnenbrühe bis zur mid-log Phase
gezüchtet wurde. Das sterile Glycerin wurde zur Kultur
zu einer Endkonzentration von 20% zugegeben und in 5.0
ml Aliquote verteilt und bei -20ºC bis zum Gebrauch
aufbewahrt. Ein Schachbrett-Titrationssynergietest
wurde durchgeführt, um jedes Peptid mit Polymyxin B
gegen E. coli parallel mit Melittin zu testen.
Aequivalente Dosen von natürlichem Melittin und jedem
Analogen basierten auf dem Lowry-Proteintest, welcher mit
Aliquoten jedes Peptides nach einer letzten Filtration
der Vorratslösung durchgeführt wird. Alle Peptide
wurden durch den Synergietest mit Endkonzentrationen im
Medium von 5 ug/ml getestet. Die Konzentration von
Polymyxin B im Medium aller Tests betrug 6
Einheiten/ml
Resultate
-
Tabelle 12 zeigt die Aminosäulesequenzen von
synthetischen Melittinanalogen. Für jede synthetische
Analoge waren die ersten zwanzig N-terminalen
Aminosäuren die gleichen wie bei natürlichem Melittin.
Aenderungen kamen in den sechs C-terminalen Aminosäuren
vor, und wurden durch Fettdruck gekennzeichnet.
-
Tabelle 13 enthält die Ablesungen der
Wachstumskurve für jede der getesteten Verbindung auf
synergistische Wechselwirkung mit Polymyxin B. Der Wert für
jeden Zeitpunkt stellt der mittlere und der
Standardfehler des Mittels von sechs Proben dar. Die
"Kontroll"-Kurve stellt das Wachstum der Kultur ohne
Polymyxin B- oder Peptidzugabe dar. Die Wirkung jedes
Peptides allein auf die Kultur ist in der Tabelle nicht
eingeschlossen. Diese Peptide besitzen jedoch, wie
Melittin, keine Wirkung auf das Wachstum von E. coli,
wenn sie allein mit 10 ug/ml oder weniger verwendet
wurden. Demzufolge ist die "Kontrolle" ebenfalls eine
Repräsentation der Kultur, wenn sie mit jedem Peptid
allein behandelt wurde.
-
Wenn die Wachstumskurve von bakteriellen
Kulturen, die nur mit Polymyxin B (6 Einheiten/ml)
behandelt wurden, mit der Kurve von Kulturen verglichen
wird, welche mit Polymyxin B Plus Melittin (5 ug/ml)
behandelt wurde, wird eine erhöhte antibakterielle
Aktivität gezeigt, wie eine Zunahme der erforderlichen
Zeit, damit die Kultur die Behandlung überwindet und
zur Erreichung des log-Phasenwachstums (Figur 24). Da
die Behandlung der Kultur mit Melittin allein mit 5
ug/ml eine Wachstumskurve produzieren würde, welche im
wesentlichen die "Kontroll"-Kurve überlagern würde, ist
eine Zeitzunahme, welche für die Kultur erforderlich
ist um der Polymyxid B-Hemmung zu entweichen und die
mid-log-Phase in Gegenwart des Peptides zu erreichen,
der Beweis für die synergistische Aktivität des
Peptides. Demzufolge ist eine Verschiebung der
Wachstumskurve, welche Polymyxin B mit Peptid präsentiert, nach
rechts der Kurve, die die Behandlung mit Polymyxid B
allein darstellt, der Beweis für die Synergie.
-
Das Verhältnis von Polymyxiden B zu Melittin
zu Bakterien in diesen Versuchen wurde so festgelegt,
um eine minimale Synergie zu erzeugen, damit die
erhöhte Aktivität der Peptidanaloge offensichtlich wird.
Solche Zunahmen sind ersichtlich in Figur 24, sowohl
für synthetisches Melittin wie auch für NPS-Melittin.
Alle Peptide wiesen gleiche Konzentrationen auf und
wurden durch den Lowry-Test bestimmt.
-
Aehnliche Wachstumskurven, welche die
synergistischen Aktivitäten von synthetischen
Melittinanalogen mit Polymyxin B bestimmen, sind in Figur 25
gezeigt.
-
Um die Unterschiede der
Melittin/Analogensynergie mit Polymyxin B klarer darzustellen, wurden
die Figuren 24 und 25 verwendet um die zusätzlich
abgelaufene Zeit zu berechnen, bis jede Wachstumskurve
die mid-log Phase erreichte, aufgrund der Addition von
Melittin oder Analogen, im Vergleich mit der Behandlung
mit Polymyxin B allein. Diese Werte sind in einem
Balkendiagramm in Figur 26 dargestellt. Ein Tukey
Bereichstest wurde mit den Daten in Tabelle 13
durchgeführt, um die erhaltenen Ablesungen bei jedem Zeitpunkt
zwischen den verschiedenen Behandlungen zu vergleichen.
Die Peptide wurden dann in Abhängigkeit ihrer Fähigkeit
wesentlich verschiedene Stufen der Wachstumshemmung (α
= 0.05) für mindestens die Zeitpunkte einer
Wachstumskurve zu zeigen, gruppiert. Diese Gruppierungen wurden
durch verschiedene Markierungen in Figur 26 bezeichnet.
Folgerungen
-
Diese Resultate zeigen, dass eine Anzahl von
Melittinanalogen erhalten werden kann sowohl durch
Aminosäuresubstitutionen als auch durch chemische
Modifikationen. Diese Typen von Modifikationen können
entweder die peptidbezogene synergistische Aktivität
erhöhen oder vermindern. Auf Basis von Figur 26 können
die relativen in vitro Aktivitäten von Melittin und
seinen Analogen in aufsteigender Ordnung wie folgt
angegeben werden:
-
1 Analog #7 A
-
2 natürliches Melittin B
-
3 NPS-Melittin C
-
4 Analog #6 C
-
5 synthetisches Melittin C
-
6 Analog #2 C
-
7 Analog #4 D
-
8 Analog #4 D
-
Peptide mit signifikant verschiedenen (α =
0.05) synergistischen Aktivitäten auf der 5 ug/ml Stufe
werden durch Buchstabengruppen bezeichnet.
-
Es sollte beachtet werden, dass der
Parameter, welcher für die Erstellung der Wirkungskraft
verwendet wurde, die Zeit bis zur mid-log Phase der
Kultur verschiebt, stöchiometrisch mit der Menge des
Peptides nur über einen engen Bereich von
Melittinzunahme zunimmt. Da die Grenzen des linearen Bereiches
für jedes Analoge nicht äquivalent sein können, können
die hier dargelegten Daten nur zur Bestimmung der
relativen Wirkungsordnung dieser Peptide bei vorgegebenen
Konzentrationen verwendet werden und können nicht
verwendet werden, um quantitative Unterschiede
abzuschätzen. Diese Wirkungsordnung lässt jedoch nicht den
Schluss zu, dass die synergistische Aktivität der
Peptide auf der Anzahl und der Exposition von positiv
geladenen Seitenketten an Aminosäuren in der C-terminalen
Region beruht.
-
Obschon die relative Wirksamkeit dieser
Melittinanalogen in vitro festgestellt wurde, können in
vivo wesentliche Unterschiede vorkommen. In vivo
Parameter, wie die Absorbtion und die Freigabe vom Wirt,
kann diese Wirkungsordnung beim praktischen Gebrauch
signifikant ändern. Nebeneffekte müssen ebenfalls
berücksichtigt werden. Während die adrenocorticotrope
Aktivität von Melittin gut dokumentiert ist, kann
NPS-Melittin eine kleinere adrenale Aktivität als das
natürliche Melittin aufweisen, da das NPS-Derivat von
Adrenocorticotropin (ACTH) eine hundert mal kleinere
lipolytische Aktivität induziert als unmodifiziertes
ACTH. Aus diesen Gründen soll jedes, der in dieser
Studie umfassten Analogen für die in vivo Auswertung in
Betracht gezogen werden.
Tabelle 1 Konzentrationen der gegen drei verschiedene Bakterien
getesteten Antibiotika- und
Bienengiftvorratslösungen
Organismus
Gift Ampicillin
Kanamycin
Polymixin
E. coli
S, aureus
S. aureuskana
Tabelle 2 Darstellung und Verteilung von Bienengift und
Antibiotika in einer Titration, Schachbrett-
Titrationstes
Antibiotikum-Verdünnungen
Kontrolle
BIENENGIFT VERDUENNUNGEN
a = Zähler, Verdünnungsgrad der HBV-Vorratslösung
b = Nenner, Verdünnungsgrad der
Antibiotikum-Vorratslösung
c = Testposition in einer aufeinanderfolgenden Anordnung
von 75 Reagens-Röhrchen
Tabelle 3 Inhalt und Verteilung jedes Komponenten
des Schachbrett-Titrationstests
Röhrchen Nr.
Antibiotikum
Gift
Bakterien
Tabelle 4 Wirkung von 4 ug/ml HBV auf die MIC von elf
Antibiotika von 8 gram-positiven Organismen
Penicillin
Methicillin
Ampicillin
Cephalothin
Gentamicin
Kanamycin
Erythromycin
Chloramphenicol
Clindamycin
Tetracycline
Vancomycin
1 - Gruppe "A" = 2 S. aureus-Stämme
2 - Gruppe "B" = 5 S. epidermidis-Stämme
3 - Gruppe "C" = ein S. faecalis-Stamm
4 - QC = S. aureus-Stamm, der für die routinemässige
Qualitätskontrolle zur Prüfung dieses Test-Systemes dient.
5 - Ein (-) bedeutet eine MIC-Abnahme von weniger als
2 Verdünnungsschritten
6 - Ein (+) bedeutet eine MIC-Abnahme von zwei oder mehr
Verdünnungsschritten
Tabelle 5 Wirkung von 4 ug/ml HBV auf die MIC von 11
Antibiotika auf 4 E. coli-Stämme
E. coli-Stamm
Ampicillin
Carbenicillin
Piperacillin
Cephalothin
Cefoxitin
Cefamandole
Moxalactam
Amikacin
Gentimicin
Chloramphenicol
Tobramycin
1 - QC ist ein E. coli-Stamm, der für die routinemässige
Qualitätskontrolle zur Prüfung dieses Test-Systems dient.
2 - Ein (+) bedeutet eine MIC-Abnahme von 2 oder mehr
Verdünnungsschritten
3 - Ein (-) bedeutet eine MIC-Abnahme von weniger als
2 Verdünnungsschritten
Tabelle 6
Staphyloccus aureus Rifampicin=.01ug/ml or .001ug/ml
Honigbienengift =4ug/ml
Stunden nach Inokulation
Kontrolle Mittel
Rifampicin ug/ml Mittel
Gift ug/ml Mittel
Tabelle 7
Pseudomonas aeruginosa Rifampicin=10ug/ml or 20ug/ml
Honigbienengift =40ug/ml
Stunden nach Inokulation
Kontrolle Mittel
Venom ug/ml Mittel
Rifampicin ug/ml Mittel
Tabelle 8
Escherichia coli Polymyxin B=6.25Units/ml und 3.125Units/ml
Hummelgift =5ug/ml und 20ug/ml
(Megabombus pennsylvanicus)
Stunden nach Inokulation
Kontrolle Mittel
BB Venom ug/ml Mittel
Tabelle 9
Escherichia coli Polymyxin B =3.125
Vespengift =5ug/ml
(Vespula germanica)
Hornissengift =5ug/ml
(Dolichovespula maculata)
Stunden nach Inokulation
Kontrolle Mittel
Tabelle 10 Relative Aktivität von Analogen von Protein- oder
Polypeptidkomponenten des Hymenoptera Gifts
Analoges Nr.
Relative Aktivität
Tabelle 11 Mittlere optische Dichten (OD&sub6;&sub6;&sub0;) von Bakterien-
Kulturen gegen Zeit und Behandlung
Kontrolle
Mellittin - ug
Analog ug
Polymyxin B
- Einheiten
Poly B - 6 U + Mel - 10 ug
Tabelle 12 Sequenz von synthetischen Melittin-Analogen
natürliches Melittin
Analoges
* Fettgedruckte Aminosäuren stellen Aenderungen von der
nativen Melittin-Sequenz dar.
Tabelle 13 Optische Dichten (OD&sub6;&sub6;&sub0;) von bakteriellen Kulturen
für Behandlungen gegen Zeit
Stunden nach Kultur-Inokulation
Kontrolle
Polymyxin B
Melittin + Pol B
Synthetic + Pol
B
Analog + Pol B
Tabelle A-1 Resultate des Schachbrett-Tests von Ampicillin
und Bienengift gegen S. aureus.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-1 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-1 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-2 Schachbrett-Test-Resultate von Kanamycin und
Bienengift gegen S. aureus.
Zeit
Mittel A&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-2 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-2 (Fortsetzung)
Zeit
Mittel A&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-3 Schachbrett-Testresultate von Polymyxin B und
Bienengift gegen E. coli
Zeit
Mittel A&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-3 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-3 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-4 Schachbrett-Testresultate von Ampicillin und
Bienengift gegen E. coli
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-4 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-4 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-5 Schachbrett-Testresultate von Kanamycin und
Bienengift gegen E.coli.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-5 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-5 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-6 Schachbrett-Testresultate von Polymyxin B und
Bienengift gegen E. coli.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-6 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-6 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-7 Schachbrett-Testresuitate von Ampicillin und
Bienengift gegen Kanamycin-resistenten S. aureus.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-7 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-7 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-8 Schachbrett-Testresultate von Kanamycin und
Bienengift gegen Kanamycin-resisten S.aureus.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-8 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-8 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-9 Schachbrett-Testresultate von Polymyxin B und
Bienengift gegen Kanamycin-resistenten S. aureus.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-9 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-9 (Fortsetzung)
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-10 Resultate von äquivalenten Dosen von Melittin und
Voll-Bienengift mit und ohne Kanamycin an S.aureus.
Zeit
MittelA&sub6;&sub6;&sub0;
Tabelle A-11 Grobe DAten für das einfache Behandlungsmodell
Log10 Bakterien/ml Blut
Behandlung
Maus
elittin
olymyxin B
* keine Ablesung wegen ungeeigneter Blutprobe.
Tabelle A-12 Grobe Daten für das wiederholte Behandlungsmodell
Log10 Bakterien/ml Blut
Behandlung
Maus
keine Behandlung
Mellitin
Polymyxin
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