-
Verfahren zum Sichern von Urkunden Es ist bereits bekannt, Urkunden,
z. B. Schecks, aus Papier durch Anbringen von den Werkstoff der Urkunde an,der zu
sichernden Stelle, z. B. einer den Scheckbetrag bestimmenden Zahl, durchsetzende,
,an ihren Enden den Zusammenhalt mit dem Urkundenwerkstoff- bewahrende, gleichgerichtet
zueinander verlaufende Schnittlinien gegen Verfälschung zu sichern. Diese Schnittlinien
werden nach ihrem Anbringen mit einem durchsichtigen Werkstoffstreifen überklebt,
worauf der letztere und der Urkundenwerkstoff gleichzeitig mit die ersten Schnittlinien
kreuzenden Schnittlinien durchschnitten werden.
-
Dieses Verfahren bietet ,aber keine Gewähr gegen nachträgliche Änderungen
der betreffenden Urkundenstelle. Denn. es ist z. B. geschickten Fälschern möglich,
aus der betreffenden Flächenstelle im Umfange des Klebestreifens und nach voraufgegangener
Erweichung des Klebstoffes durch Befeuchtung mit Hilfe eines geeigneten Werkzeuges,
z. B. eines Messers, von der Rückseite des Schecks aus die einzelnen durch die gekreuzten
Schnittlinien gebildeten quadratischen, rechteckigen oder rautenförmigen W erkstoffstellen
des Schecks von dem vorderseitig aufgeklebten Deckstreifen zu entfernen. Bereitet
der Fälscher nach einer solchen Herausnahme der ganzen Werkstoffstelle eine Ersatzwerkstoffstelle
von genau gleicher Ausdehnung vor, die er aber mit einer anderen Zahl oder sonstigen
in Frage kommenden Beschriftungen versieht, und zerlegt sie durch sich kreuzende
Schnittlinien ebenfalls in kleine Felder, welche.
er von der Rückseite
aus in ähnlicher Weise, nur in umgekehrter Zeitenfolge, auf das innenseitig noch
klebend wirkende oder mit neuem Klebstoff versehene Deckblatt legt, so ist, wenn
die Umrisse der zuerst entfernten Werkstoffstelle nur mit den Umrissen der neu eingesetzten
Ersatzstelle haargenau übereinstimmen, eine solche Fälschung nicht erkennbar, es
sei denn, daß vorher der Auszahlen des Scheckbetrages sich bei dem Aussteller bezüglich
der Richtigkeit erkuradigen würde; was natürlich in der Praxis nur in einzelnen
Fällen möglich wäre, da die ganze Abwicklung solcher Vorgänge hierdurch ungemein
belastet und verzögert würde.
-
Eine Übereinstimmung der durch die vorerwähnte Fälschungsweise geänderten
Zahl mit der etwa in Buchstaben ausgefüllten, aber nicht auf die eingangs erwähnte
Weise durch Schnittlinien gesicherten, in Buchstaben ausgeschriebenen Scheckbetragswnme
würde dem Fälscher alsdann durch Anwendung von Flüssigkeiten, die Tinte ausbleichen
und bei Fälschungsmanövern geradezu üblich sind, durch Einschreiben der mit der
gefälschten Zahl gleichen, in Buchstaben geschriebenen Summe wiederum ein leichtes
sein.
-
Diesen Fälschungen kann bei dem Sichern. von Urkunden, insbesondere
Possen, Ausweisen usw., welche mit Lichtbildern ausgestattet werden, erfindungsgemäß
dadurch vorgebeugt werden, daß das Sichern der Lichtbilder in der Weise geschieht,
daß vor dem Aufkleben des Lichtbildes auf den Urkundenstoff dieser mindestens im
Bereich der Gesichtszüge des anzubringenden Lichtbildes mit gleichgerichteten Schnittlinien
durchschnitten wird und auf die so vorbereitete Stelle des Urkundenwerkstoffes vorderseitig
das Lichtbild und hinterseitig der durchsichtige Streifen befestigt werden, worauf
alle drei Lagen, nämlich Lichtbild, Urkundenwerkstoff und durchsichtiger Streifen,
mittels die im Urkundenwerkstoff bereits befindlichen S.chnittlinicn kreuzende Schnittlinien
durchschnitten werden.
-
Es empfiehlt sich außerdem, einen Urkundenwerkstoff anzuwenden, welcher
aus Geweben besteht, die durch Appreturmittel durchscheinend sowie leicht beschrift-
und bedruckbar sind. Bei Anwendung dieses Werkstoffes . erzeugen Versuche, die Klebestreifen
mittels Flüssigkeit anzuweichen, sofort erkennbare weißliche Fleckstellen in dem
Urkundenwerkstoff, wodurch -dann der Fälschungsversuch von vornherein nicht
zum Erfolg führen kann.
-
Für den Urkundenwerkstoff selbst wird kein Patentschutz beansprucht,
vielmehr soll der Anspruch 2 - nur im Zusammenhang mit dem Inhalt des Anspruches
i unter Patentschutz gestellt sein. In den Fig. i bis 7 ist ein Ausführuriggbeispiel
eines nach dem Verfahren vorliegender Erfindung zu sichernden Passes dargestellt.
-
Im einzelnen zeigt: Fig. i das in ,aufgeschlagenem bzw. ausgebreitetem
Zustande dargestellte Reisepaßformular, Fig. 2 eine Hinteransicht auf die Seiten
E-D eines Bruchstückes der Formularstreife#neinlage, Fig. 3 in vergrößerter Darstellung
die Grundansicht auf das in die Seitenfläche B.der Formulareinlage eingeklebte Lichtbild,
Fig. ¢ die Grundansicht auf die hintere Fläche der mit dem Lichtbild belegten Formularstelle,
Fig.5 einen Längsschnitt durch die Formularstelle nach Fig. 3 und q., Fig.6 eine
Stirnansicht ,auf das aufgeschlagene Paßformular nach Fig. i, Fig. 7 in stark vergrößertem
Maßstabeeinen Schnitt durch das Werkgut.
-
Das Paßformular nach Fig. i bis 7 besteht aus dem Einbanddeckel 3a,
3v und einem aus dem Werkgut geschnittenen Streifen, ivelclwr durch Faltung ,an
den Stellen i, 2; 3 'und q. in fünf gleich ,große Felder oder Abteilungen I, I I,
II I, IV, V zerlegt ist, ohne dabei sein: n Zusammenhang zu verlieren. - Der Einbanddeckel
3a, 3v ist in bekannter Weise durch Drahtklammern 13a mit dem Formularstreifen so
zu einer Einheit verheftet, daß letzterer zwar, wie die Fig. i und 6 zeigen, in
aufgeschlagenem Zustande völlig ausgebreitet vor Augen liegt, aber nach Wunsch wie
ein Buch umzublättern ist und nur zwei Felder aufgeschlagen zeigt, falls der Paß
beispielsweisz nur beschriftet werden soll, Das Gefüge der Formulareinlage besteht,
wie insbesondere aus Fig.7 ersichtlich ist, aus der Gewebeeinlage 1q., die aus irgendwelchen
geeigneten Textil- oder Seidenfäden hergestellt sein kann, und der Füll- und Belagmasse
15, die vorzugsweise aus einer Appretur (Stärkemasse) besteht. Die letzter; erhält
durch Zusatz lichtechter Farben zweckmäßig eine durchgehende Farbtönung, vorzugsweise
:eine gelbe oder grüngelbe Tönung; trotzdem bleibt dabei die Durchscheinbarkeit
erhalten. Die Oberfläche der zu bedruckenden und zu beschriftenden Seite des Formulars
wird mattiert; das geschieht mit bekannten Mitteln. Die Rückseite kann ebenfalls
mattiert ausgeführt werden. Bleibt die Rückseite glänzend, so werden hierdurch Fälschungen
oder Fälschungsversuche mittels Abschabens oder Radierens leichter erkennbar gemacht.
Die lichtecht gefärbten bunten Fäden q.a werden bei der Herstellung des Gewebes
1q. in dasselbe mit eingewebt; sie
können in der Einzahl oder in
einer Mehrzahl angebracht werden. Es empfiehlt sich; sie so zu verteilen, daß sie
die ganze Höhe jeder Abteilung durchsetzen und ihre Abstände vor, den Faltlinien
i, z, 3, 4. verschieden gehalten sind.
-
Der Reisepaß trägt Ruf der ersten Seite die Paßnummer und den Namen
des Paßinhabers, auf der zweiten Seite ein oder mehrere Lichtbilder und zweimal
die eigenhändige Unterschrift des Paßinhabers. Alle diese Unterschriften werden
in einem vorgedruckten Rechteck 7, 7a, 7G untergebracht. Die obere Unterschrift
auf der zweiten Seite und die Unterschrift auf der ersten Seite wird mit einer Anzahl
von Schnittlinien 8 versehen, die im dargestellten Falle schrägen Verlauf nehmen,
aber auch geschlängelt, zickzackförmig o. dgl. ausgeführt werden können. Diese Schnitte
werden durch Messer eins stanzmesserartigen Werkzeuges nach Leistung und Unterschriften
angebracht.
-
Das Messerwerkzeug hat eine Außenform, die genau in die Strichumrahmung
7, 7a hineinpaßt. Die Unterschrift in dem Kontrollab schnitt 7b wird nicht durchschnitten.
Durch die Schnitte, welche also zwischen sich je einen Streifen belassen, dessen
beide Enden mit dem übrigen Werkgut des Paßformulars ihren Zusammenhang beibehalten,
wird der Charakter der Unterschrift undalle ihre Feinheiten und Einzelheiten vollkommen
bewahrt, so daß ein Vergleich der durchschnittenen Unterschrift mit der Kontrollunterschrift
oder mit eitler anderen als echt beglaubigtenUnterschrift ohne weiteres möglich
bleibt.
-
Diese Möglichkeit besteht nicht, wenn man an Stelle der Schnitte etwa
die Unterschriftsstelle mit kleinen Perforationen versehen würde. Die engen Schnitte
gestatten auch keine Rasur, denn die bestehen bleib@2nden Streifen würden in diesem
Falle leicht reißen.. Auch eine chemische Entfernung der durchschnittenen Namenszüge
ist ohne Sichtbarmachung der Fälschung unmöglich, weil die saugfähigen Schnittfelder
die in dex Auflösungsflüssigkeit zur Auflösung kommende Tinte aufsaugen würde, was
sich sofort auf der Rückseite der Unterschriftsstelle deutlich abzeichnet. Aber
auch dann, wenn die durch das Aufsaugen der Tinte hervorgehobenen strichförmigen
Beschmutzungen und die Unterschrift völlig und einwandfrei entfernt werden könnten,
würde es nicht möglich sein, über die Schnittstelle hinweg eine . hemmungslos geführte
neue Unterschrift anzubringen. Dünn auch in diesem Falle würden die Schnittränder
die Tinte aufsaugen -und AusfließLmgen der Tinte auf der Rückseite hervorrufen.
-
Während Papier leicht reißt, ist das beschriebene Werkgut sehr zerreißfest,
dabei aber nicht dicker wie gutes Paßformulaxlpapier und mindestens ebenso geschmeidig
wie letzteres. Es bricht und durchlöchert sich auch nicht ,an den gefalteten Stellen,
selbst nicht nach jahrelangem Gebrauch. Aus diesem Grunde würde ein an einer Faltstelle
zusammengeklebter Paß als gefälscht anzusprechen sein.
-
Die Erfindung bezieht sich auf das Sichern von Lichtbildern auf Urkunden.
-
Dies geschieht in der Weise, daß, bevor das Lichtbild i o in die dafür
vorgesehene Strichumrahmung 6 eingeklebt wird, in das Feld 6 mit dem Stempelmesser
Schrägschnitte 9a angebracht werden, und zwar in der Mitte des Feldes 6 und durch
dessen ganze Höhe hindurch. Auf diese Schrägschnitte 9a wird nun das Lichtbild vorderseitig
aufgeklebt.
-
Über die Zone der Schnitte 9a wird dann a:uf die Rückseite der betreffenden
Formularstelle 2a ein klebfähiges durchsichtiges Filmband I I .aufgeklebt,
so wie es in Fig. q. und 5 der Zeichnung dargestellt ist. Derartige einseitig mit
wasserlöslicher Klebmasse versehene Filmstreifen sind im Handel erhältlich. Infolge
der vollständigen Durchsichtigkeit des Filmstreifens sind die Schnitte 9a auf der
klebstofffreien Filmbandseite deutlich zu erkennen.
-
Nunmehr wird die so behandelte Formularstelle nochmals durchschnitten,
,aber diesmal in einer zu dem Verlauf der Schnittlinien 9a gekreuzt verlaufenden
Richtung. Diese zweiten Schnittlinien sind in der Zeichnung mit 9 bezeichnet. Sie
durchsetzen gegebenenfalls nicht nur das Filmband i i und das Werkgut 2a des Formularstreifens,
sondern auch das nufg.eklebte Lichtbild io. Dadurch wird das zwischen dem Lichtbild
io und dem Filmstreifen i i liegende Werkgut 8a in eine Mehrzahl kleiner rautenförmiger
Teilchen zerteilt.
-
Will nun der Fälscher das Lichtbild von der Unterlage ablösen, so
werden die kleinen rautenförmigen Werkgutteilchen teils an der Hinterfläche des
Lichtbildes hängenbleiben, teils abfallen. In jedem Falle entstehen dadurch Löcher
in dem Werkgut.
-
Das Durchschneiden des Lichtbildes schadet diesem nicht im geringsten,
weil die Gesichtszüge des Abgebildeten durch die Schnitte nicht geändert oder verzerrt,
noch gestört werden. Im übrigen kann man die Schnitte auch so anbringen bzw. verteilen,
daß die Gesichtszüge unversehrt bleiben. An Stelle wasserlöslichen Klebstoffes kann
man auch eine Latexauflösung anwenden. Diese würde bereits bei der Herstellung der
Paßformul.are auf der Hinterseite der Schnittlinienzone an der Lichtbildstelle in
streifenförmigem Verlauf aufgebracht werden. Latex wird nur klebfähig,
wenn
es mit einer Lätexschicht in Berührung gebracht wird. Darum ist auch das Durchschneiden
der betreffenden Formularstelle,@ deren Hinterfläche einen Latexstreifen aufweist,
vor dem Aufkleben des Lichtbildes ohne weiteres möglich und ohne Einfluß auf die
ihm anliegenden Werkgutflächen.
-
Drückt man .aber nach dem Aufkleben des Lichtbildes auf die Hinterfläche
der mit dem Latexstreifen versehernen Schnittstellenzone ein einseitig mit Latexschicht
versehenes durchsichtiges Filmband an, dann vereinigen sich durch bloße Berührung
beide Latexschichten. Das Durchschneiden der betreffenden Stelle in entgegengesetzter
Richtung zu dem Verlauf der ersten Schnittlinie hat dann eine noch größere Sicherheit
gegen Ablösung des Lichtbildes im Gefolge als die ersterwähnte Methode.