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Vorrichtung zum Reinigen der Rinnen von Induktionsöfen In den Schmelzrinnen
von Induktionsöfen, besonders beim Schmelzen von Leichtmetallen, setzen sich mit
der Zeit Verunreinigungen ab, die zu einer Verstopfung und Unterbrechung des Ofenbetriebes
führen können. Es müssen infolgedessen diese Rinnen von Zeit zu Zeit von diesen
sich an den Binnenwandungen absetzenden Verunreinigungen befreit werden.
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Man hat sich bei Öfen zum Schmelzen von Schwermetallen damit geholfen,
daß diese Verunreinigungen auf chemischem Wege gelöst werden, was aber beim Schmelzen
von Leichtmetallen nicht durchführbar ist, weil bei diesen die Verunreinigungen
nicht chemisch lösbar sind. Es ist ferner bekannt, Schabwerkzeuge an Gelenkgliedern
zu befestigen und die auf diese Weise entstandene Gliederkette zum Reinigen von
Rohren zu benutzen. Für das Reinigen von Schmelzrinnen von Ofen sind diese Gelenkglieder
jedoch zu unbequem und daher nicht brauchbar.
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Zum Reinigen von Rinnen von Induktionsöfen ist eine Vorrichtung bekannt,
bei welcher die zum Reinigen der Rinnen dienenden Kratzwerkzeuge an einer Gelenkkette
angebracht sind, wobei durch eine Stange o. dgl. eine starre Verbindung der einzelnen
Glieder der Kette möglich ist.
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Bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung sind an einem vorteilhaft
röhrenförmig ausgebildeten
Halter Kratzer befestigt, wobei der
bogenförmige Halbmesser des Halters gleich dem Halbmesser der Rinne ist und wobei
durch eine z. B. aus Segment und Klinke bestehende Vorrichtung der Halter gegenüber
einem Schwenkhandhebel in verschiedenen Winkeln einstellbar ist.
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Weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung sind im nachfolgenden
beschrieben. Die Vorrichtung gemäß der Erfindung kann rasch und einfach in den Ofen
eingeführt werden und beseitigt beim Hin.undherschwenken des Handhebels die an den
Wandungen der Schmelzrinne haftenden Verunreinigungen rasch und sicher. Durch Einklinken
des Handhebels in verschiedene Nuten des Einklinksegmentes kann der Kratzerhalter
beliebig weit in die Rinne hineingeschwenkt werden, so daß auch die am weitesten
entfernte Stelle der Rinne gereinigt werden kann.
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Das Einführen des Werkzeuges in die Rinnen macht keine Schwierigkeiten.
Das Gerät wird .in den Ofen eingesetzt und hat sofort eine Führung, die es gestattet,
schon bei Beginn der Arbeit die Rinne nach beiden Seiten auf eine bestimmte Länge
durchzukratzen. Sind die beiden Rinnenenden auf diese Weise gereinigt, so braucht
nur der Handhebel in einem anderen Winkel zum Kratzerhalten festgesetzt zu werden,
wonach das Gerät zum Reinigen der einen Rinnenseite bis zum tiefsten Punkt der Rinne
benutzbar ist. Die stets vorhandene Führung für den Kratzerhalter hat Zur Folge,
daß die Rinnenwandungen auch nicht im geringsten Maße angegriffen `erden, so daß
der Binnenverlauf und der Binnenquerschnitt unverändert bleiben, wobei aber die
Verunreinigungen zuverlässig beseitigt werden.
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Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dä.ß das neue Gerät
keinerlei bewegliche Teile besitzt, @o daß auch seine Abnutzung und seine Lebensdauer
zuverlässig günstig sind. Die einzige Bewegbarkeit zwischen den einzelnen Teilen
des neuen Gerätes ist die Anlenkung des Handhebels an den Kratzerhalter, die aber
stets außerhalb der Rinne bleibt, also keinerlei Abnutzungen unterworfen ist. Lediglich
der Kratzer muß nach einer bestimmten Benutzungszeit nachgeschärft oder durch einen
neuen ersetzt werden. Die Kratzer können aber dafür robust und widerstandsfähig
-sein, so daß sich ihre Abnutzung in sehr geringem Maße bemerkbar macht.
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Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung.
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Abb. i zeigt einen Induktionsofen im Längsschnitt mit der Reinigungsvorrichtung;
Abb. 2 zeigt eine andere Ausführungsmöglichkeit der Vorrichtung.
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Der eigentliche Ofeninnenraum ist durch i bezeichnet, die darunterliegende
Schmelz rinne durch 2. Alle Einzelheiten des Ofens selbst sind in der Zeichnung
zur -Vereinfachung fortgelassen worden, da sie nicht Gegenstand der Erfindung sind.
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Die Schmelzrinne 2 hat einen kreisförmigen Verlauf. Der Querschnitt
der Rinne dagegen kann beliebig sein, rund; oval, rechteckig, quadratisch o: dgl.
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Die Reinigungsvorrichtung nach Abb. i besteht aus einem Kratzerhalter
3, an dessen Enden je ein Kratzer q. vorgesehen ist, und aus einem Handhebel 5.
Der Handhebel 5 ist an einem Segment 6 durch einen Bolzen 7 schwenkbar angelenkt.
Das Segment 6 ist in irgendeiner Weise mit dem Halter 3 verbunden, beispielsweise
durch einen in den Halter 3 eingelassenen Bolzen 2o: Das Segment 6 besitzt mehrere,
beispielsweise drei Nuten 8, 9, 1o, in welche eine Klinke i i eingeklinkt werden
kann, die über eine Stange '12 mit einem Handgriff 13 durch ein Gelenk 14 verbunden
ist. Der Handgriff 13 ist mit dem Handhebel 5 durch einen Zäpfen 15 verbunden. Zwischen
dem Handgriff- 13 und dem Handhebel 5 ist eine Feder 16 eingelegt, die den
Handgriff 13 von dem Handhebel 5 wegdrückt und dabei über die Stange 12 die
Klinke il in eine der Nuten 8, 9 oder io hineindrückt. Zur Unterbringung des einen
Schenkels 17 der U-förmigen Feder 16 kann in dem Handhebel 5 eine Aussparung
18 vorgesehen sein. Die U-förmige Blattfeder 16 kann natürlich auch durch irgendeine
andere Feder ersetzt werden, beispielsweise eine gewöhnliche Spiralfeder, die zwischen
dem Handhebelgriff 13 und dein Handbebel 5 eingeklemmt ist. Der Kratzerhalter 3
ist ein dem Querschnitt der Schmelzrinne angepaßtes Rohr, dessen äußere Abmessungen
kleiner sind als die Innenabmessungen der Schmelzrinne. Desgleichen sind auch die
Kratzer 4 Rohrstücke, die an den Enden des Halters 3 auf irgendeine Weise befestigt
sind, beispielsweise durch Schrauben, Löten, Schweißen: o. dgl. Die Kratzer ¢ können
auch an dem Halter 3 auswechselbar befestigt sein.
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Von den Nuten des Segmentes 6 ist die mittelste Nut 9 so angebracht,
daß der Handhebel 5 beim Einklinken der Klinke i i in diese Nut symmetrisch zu den
beiden Seiten des Kratzerhalters 3 ist. Beim Einklinken in die seitliche Nut 8 oder
io liegt dann der Handhebel 5 unter einem Winkel zu der Symmetrieebene.des Halters
3. Es können auch noch mehr Nuten vorgesehen sein, wobei jede: seitliche Nut dann
eine andere Winkelstellung des Handhebels 5 zu der Symmetrieebene
des
Halters 3 ergibt. Die Kratzer haben einen gezahnten Außenrand i9. Dieser Außenrand
kann in einer zur Binnenlängsachse schrägen und in der Vorwärtsbewegungsrichtung
des Kratzers zum Kr'ümmungsmittelpunkt geneigten Fläche liegen. Beim Einführen des
Kratzers in die Rinne befindet sich dann die nach innen liegende Seite des Außenrandes
tiefer in der Rinne als die außen liegende Seite des Außenrandes. Es können natürlich
.auch andere Gestalten des Kratzers und seines Außenrandes :gewählt werden. Die
beschriebene Bauart hat aber den Vorteil, daß das Eindringen des Kratzers in die
verunreinigte Rinne leichter vonstatten geht.
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Bei der Ausführung nach Abb.2 ist der Handhebel 25 über ein Klinkensegment
26 mit dem einen Ende eines Halters 27 verbunden, während das andere Ende des Halters
27 einen Kratzer z8 trägt.
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Auch hier ist der Bogenhalbmesser des bogenförmigen Halters 27 gleich
dem. Halbmesser der zu reinigenden Schmelzrinne 2. Das Klinkensegment 26 ist mit
dem rohrförmigen Halter 27 auf irgendeine Weise verbunden, beispielsweise indem
das eine Ende des Klinkensegmentes 26 in Gestalt eines Bolzens 29 in das Halterohr
27 eingelassen ist.
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Das Segment 26 besitzt mehrere Nuten, die verschiedene Lagen des Handhebels
z5 zu dein Kratzerhalter 27 gestatten. DieEinkllrikvorrichtung kann. die gleiche
sein, wie in Abb. i veranschaulicht. Der Handhebel 25 ist an dem Klinkensegment
26 durch einen Bolzen 30 schwenkbar .angelenkt. Von den Nuten des Klinkensegmentes
26 ist die Nut 31 so angeordnet, daß der Kratzerhalter 27 und der Handhebel25 unter
einem Winkel zueinander stehen und in dieser Lage in die Schmelzrinne 2 durch den
eigentlichen Ofenraum i eingeführt werden kann. Natürlich muß dazu die Länge des
Halters 27 'kürzer sein als die Verbindungsöffnung 32 zwischen dem Ofenraum i und
der Schmelzrinne 2.
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Die Wirkung der erfindungsgemäßen Einrichtung ist die folgende: Die
Vorrichtung nach Abb. i wird mit mittlerer Stellung des Handhebels 5, d. h. eingeklinkt
in die Nut 9, durch den. Ofenraum i in die Schmelzrinne :2 eingeführt.
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Durch Hinundherschwenken des Handhebels nach beiden Seiten wird ein
Teil der Rinne gesäubert. Da der Halter 3 und der Kratzer .4 hohl sind, stören die
abgelösten Verunreinigungen diese Bewegung nicht, weil sie in den Hohlraum des Halters
3 eintreten können. -Dann wird die Klinke i i in eine der beiden äußeren Nuten 8
oder io angeklinkt, wodurch der Handhebel 5 aus der Symmetrieebene herausgelangt
und in 'einen Winkel zum Halter 3 gebracht wird. Bei dieser Stellung des Handhebels
zum Halter ist es möglich, denKratzer auf der einen Binnenseite tiefer .einzuführen
als auf der anderen. Ist durch Hinundherschwenken des Hebels 5 die eine Binnenseite
gereinigt, so wird der Handhebel 5 wieder ausgeklinkt und in die andere äußere Nut
eingeklinkt, wonach die Reinigung der anderen Binnenseite erfolgt.
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Bei richtiger Bemessung der Länge des Halters 3 und der Verbindungsöffnung
2r zwischen dem Ofenraum i und der Rinnet ist es auf diese Weise möglich, auch die
unterste Stelle der Rinne zu säubern. Nach vollständiger Reinigung der Rinne werden
die abgelösten Verunreinigungen durch Kippen des Ofens entfernt. Sollte die Bauart
des Ofens, insbesondere die Größe der Verbindungsöffnung 2 i, es nicht gestatten,
den Halter 3 so groß auszubilden, daß die gesamten Rinnen mit der Vorrichtung nach
Abb. i gereinigt werden können, so erfolgt dies mittels der Vorrichtung nach Abb.
2.
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Diese Vorrichtung wird in den Ofen eingeführt bei Einklinkung des
Handhebels 25 in die eine äußerste Nut 31. In dieser Stellung des Handhebels zum
Halter 27 erfolgt die erste Reinigung durch Hinundherschwenken des Handhebels. Dann
wird der Handhebel in die nächste Nut eingeklinkt und wieder hin undhergeschwenkt,
wobei derKratzer 28 schon weiter in die Rinne eindringt. Schließlich erfolgt das
Einklinken in die letzte Nut 33, bei der der Handhebel 25 .eine tangentiale Fortsetzung
des Halters 27 darstellt. In dieser Stellung des Handhebels zum Halter ist es möglich,
die Rinne bis in den tiefsten Punkt hinein zu reinigen. Die zwischen den Nuten
31 und 33 des Segmentes 26 liegenden Nuten gestatten ein allmähliches
Eindringen des Kratzers 28 in die Rinnen.