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Anordnung zum Durchschalten der Trägerfrequenzkanäle eines Nachrichtenübertragungssysterns
Ein Nachrichtenübeitragungssystem. mittels Trägerwellen bestehe z. B. aus Hochfrequenzfernleitungen,
welche die einzelnen Fernämter unt-eleinander verbinden, und mittel- oder niederfrequenten
Zubringerleitungen. Soll ein solches System den anfallenden Verkehr reibungslos
aufnehmen können, so dürfen in den einzelnen Durchschaltpunkten, d.h. in den End-
und Zwischenämtern, die Amtseinrichtungen in bezug auf Einfachheit und Anpassungsfähigkeit
den Amtseinrichtungen in niederfrequenten Anlagen nicht nachstehen.
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Für die Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
in den End- ioder Zwischenämtern Mittel, z. B. Filter und/,oder Modulationseinrichtungen,
vorzusehen, die es ermöglichen, die Kanäle, z. B. Mittelfrequenzkanäle, der ankommenden
Leitung Moder Leitungen einzeln zugänglich zu machen und auf beliebige Kanäle, z.
B. Hochfrequenzkanäle, der abgehenden Leitung oder Leitungen zu transponieren.
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Bei der unmittelbaren Durchschaltung vom MittelfrequenzImnal auf den
I-1,o-chä-equ#enzkanal kann man zwei Verfahren unterscheiden: die Gruppendurchschaltung
und die Einzelkanaldurchschaltung. Bei der Gruppendurchschaltung wird die Hochfrequenzleitung
mit den mittelfrequenten Zubringerleituhgen so, verbunden, daß die Mittelfrequenzkanäle
als Einheit durch einen Gruppenmodulator in das Band des Hoclifrequenzsystems transponiert
unä am Ende der Hlochfrequenzleitung ebenfalls als Gruppe wieder in ein Mittelfr-equenzband
zurückmeduliert werden. Dieser Weg erweist sich aber als sehr unzweckmäßig, wenn
man ihn z. 13.
auf ein N#etz nach Abb. i anwendet. Die Stationaj. ist mit
dem FernamtF1 durch eine Mittelfrequenzleitung verbunden. Ebenso sind die StatIonena2,
b. und e2 durch eine solche Leitung mit dem Fernamt F# verbunden. Wird ein
Gespräch von a:L nacli b. verlangt, so kann man dies in der eben beschriebienerm
Weise herstellen; dann sind aber wegen des Gruppenprinzips sämtliche Kanäle, beispielsweise
i o, der Mittelfrequenzleitung a., bis F,
nach b2 durchgeschalt#et
und für den Verkehr in irgendeiner anderen Richtung lahmgelegt. Das gleiche,,gilt
für die benachbarten Gruppenkanäle, beispielsweise 9, im Hochfrequenz-System
und in der Mittelfrequenzleitung F!, bis b2. Dieses Verfahren ist also, im
allgemeinen nur dann tragbar, wenn zwischen al und b.
ständig
so. lebhafte Verkehrsbezlehungen herrschen, daß die dauernde Bereitstellung von
io Kanälen gerechtfertigt ist.
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Eine verkehrstechnisch vollkommenere Lö7-sun- der gestellten Aufgabe
ist nur wenn in jedem Durchschaltpunkt eine Aufi, lö.sung der Trägerfrequenzbänder
in Einzelkanäle erfolgt. Dies geschieht durch den Einbau von Filtern und wenigstens
einer Modulationsstufe im Fernamt.
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Es ergeben sich für den übergang von den mittelfrequenten Zubringgerleitungen
auf die Hochfrequenzfernleitung und umgekehrt verschiedene, Möglichkeiten, die
je nach dem vorliegenden Betriebsfall angewendet werden können.
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Gemäß der weiteren Erfindung werden von den durch dieAuftrennung erhaltenexiKanälen
eine Reihe von frequenzbienachbartenKanälen, beispielsweise io, die, alle,oder zum
Teil aus verschiedenen Mittelfrequenzkabeln stammen können, in an sich bekannter
Weise auf einen gemeinsamen Modulator gegeben. Man kgmmt dadurch mit einer geringeren
Anzahl von Mo-dulatoren aus, deren untere Glienze gleich der Zahl der zur Verfügung
stehenden hochfrequenten Kanäle, geteilt durch die Zahl der Mittelfrequenzkanäleeiner
Zubringerleitung ist.
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Eine Schaltungsan:,ardnung dieser Art ist in Abb. 2 dargestellt.
. Die im Fernamt F, ankommenden Mittelfrequenzkanäle werden über Filter Sl,
die die Durchlaßbreite eines einz,elnen Kanals haben, auf Gruppenmoidulatoren gegeben,
in welchen die beispielsweise zehn aus verschiedenen Mittelfrequenzkabeln stammenden,
aber in der Reihenfolge, der Frequenz angeordneten Mittelfrequenzkanäle gemeinsam
in das Hochfrequenzband transponiert werden. Im Fernamt F, werden entsprechend die
benachbarten Hochfrequenzbänder in Mittelfrequenzbänder heruntermoduliert, durch
FilterS. in Einzelkanäle getrennt und in die gewünschten Abgangsrichtungen verteilt.
Durch diese Maßnahme wird bei einer hinreichenden Elastizität des Betriebes eine
Verminderung des Aufwandes erreicht.
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Würde man nun aber alle Hochfrequenzkanäle, die im FernamtF1 von demselben
Mittelfrequenzband, beispielsweise 12kHz, der einzelnen Mittelfrequenzkabel herrühren,
auch im FernamtF, auf demselben Mittelfrequenzband, beispielsweise 24kHz, endigen
lassen, so, b#estünde die Gefahr, daß bei großer Verkehrsdichte eine große Anzahl
der stark angefo,rderten Verbindungen nicht hergestellt werden kann. Sollen z. B.
zwei mit 12 kHz auf den Kabelnal. und bl. ankommende Ge-
spräche nach a# geführt
werden, su würde das 24kI-1z-B,and mia. zweimal belegt werden. Es könnte also. immer
nur eine Verbindung hergestellt werden. Um diesem Mangel abzuhelfen, wird gemäß
der weiteren Erfindung vorgeschlagen, alle Gespräche des gleichen Mittelfrequenzbandcs
-des. Amtes F, im Amt F. auf von den ur-#*unglichen. verschiedenen Mittelfrequenzen
##4:e-ndigen. zu lassen, so daß z. B. die zehnHochfrequenzkanäle, die im Amt F,
mit 12 1,-I-Iz ankommen, im Amt F2 mit 12, 16 ... 48 1,:Hz endigen. Das gleiche
gilt auch in der Richtung von Amt F2 nach Amt F,.. In diesem Falle besteht dann
für eine Verbindung eine mehrfache Auswahlmöglichkeit, in dem gewählten Beispiel
eine zehnfache, so daß jedes vom Amt F,. angebotene Gespräch von einem vom Amt F.
abgehenden Mittelfrequen7kabel, beispielsweise nach a2, auf jedem gerade freien
Frequenzband zwischen 12 und 481zHz abgenommen werden kann. Bei diesem Verfahr en
kann weiterhin auf einer Amtsseite, d.h. auf der Sende- Moder Empfangsseite, in
an sich bekannter Weise eine Gruppenmodulatlon, wie sie oben beschrieben wurde,
Anwendung finden.
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In der Abb.3 ist eine Schaltung dieses Falles dargestellt. Die Mittelfrequenzkanäle
werden verschiänkt über das Hochfrequenzsystem gegeben, so, daß z.B. ein mit i21,-Hz
.im Fernamt F, abgehendes Ges rädl auf p 24kHz hinter dem ersten Demodulator ini
FernamtF2 erscheint. Wählt man die Verschränkung so-, daß jeder der it Mittelfrequenzkanäle
je einmal in alle anderen Mittelfrequenzkanäle umgewandelt wird, so Stehlen
für jeden im Fernamt F, -ankommenden Mittelfrequenzkanal alle zehn Ausgangskanäle
vom Fernamt F, nach Stationa2 zur Auswahl.
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Werden an das übertragungssystem noch höhere Anforderungen in bezug
auf die Austauschbarkeit der Verbindungen gestellt, so werden gemäß der weiteren
Erfindung die Modulataren, von denen in diesem Fall auf beiden Amtsseiten für jeden
Hochfrequenzkanal einer vorzusehen ist, nicht fest mit bestimmten Mittelfrequenifiltern
zusammengeschaltet, sondern jeder Modulator -'kann nach Bedarf mit jedem der Mittelfrequenzfilter,
die beispielsweise an den Enden der Mittelfrequenzkabel angeordnet sind, verbunden
werden. Die Kanäle der Hochfrequenzleitung bilden dann hinsichtlich des ankommenden
und abgehenden Verkehrs ein vollkommenes Bündel, d. h. alle Hochfrequenzkanäle
können in gleicher Weise von all-en ankommenden Gesprächen erreicht werden und umgekehrt.
In diesem Fall gibt es keinen schädlichen Besetzteinfluß der Mittelfrequenzkanäle
auf das Hüchfrequenzsystem. Abb. 4 zeigt, wie sich diese Fo#rderung der beiderseitigen
Wahlfreiheit verwirklichen läßt. Die Mittelfrequenzkabel münden in Filter
S, zur Kanaltrennung. Das Hochfrequenzsystem ist auf jeder Seite
mit
m M#oJulatoren M und zweiten Filtern S.
,ausgerüstet. Die ioo erforderlichen
Trägerfrequenzen liegen an einem Vialfacliveiteile.i, wobei jeder der ioo Generatoren#G
in der Lage sein muß, n, beispielsweise zehn ' Mo#dulat,o,ren gleichzeitig
zu speisen. Zur Durchschaltung wird das Mittelfrequenzgespräch mit der Frequenz
/" an den Modulator irgendeines beliebigen freien Hachfiequenzkanals der Frequ-enz
f, gelegt. Gleichzeitig wird aus dem Trägerfr#equenzverteiler diejenige Trägerfrequ,enz
it an den Modulator gelegt, die nach der Modulation (f" = ft
± /") in den frelen Hochfrequenzkanal führt. - In gleicher
Weise läßt sich am Ausgang des Hochfrequenzkahels eine ganz willkürliche Verteilung
der Hio,chfrequenzkanäle auf die Mittelfrequenzkanäle erzielen.
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Dieses Verfahren ist auch anwendbar in dem Fall, daß mehrere Ho#Ufrequenzkabel
in einemAmt zusammentreffen und auf eineVielzahl von Mittelfrequenzkabeln zu verteilen
sind.
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Ürn. eine Deppelbelegung der Hochfrequenzkanäle auf alle Fälle zu
vermeiden, werden gemäß der weiteren Erfindung gleichzeitig mit der Umschaltung
der Filter, die sich an den Ein- bzw. Ausgängen der Modulatüren befinden, der-en
Trägerfrequenzen in geeigneter Weise geändert. Wählt man den Gesprächsabstand im
Mittelfrequenz- und im Hochfrequenzbereich gleich, z. B. 4 kHz, so kommt man für
alle denkbaren Verbindungen mit insgesamt ioo in 4kHz Abstand liegenden Trägelwellenaus.
Die Zahl der Trägerwellen ist also nicht größer als die Zahl der Hochfrequenzk,anäle.
Ein einmal im Amt vorhandener Vielfachverteiler für diese Trägerfrequenzen kann
also. stets ;alle Modulat[wen mit der gewünschten Frequenz versorgen.
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Bei der eben besprochenen hocl-ifrequenteii Durchschaltung wurde angenommen,
daß der ganze Zubringerverkehr mittelftiequent anfällt. Es kommen jedoch auch ebenso
oft Fälle vor, bei denen nur ein Teil des Zubringerverkehrs auf Trägerwellen liegt,
während der Rest niederfrequent zu- und abfließt. Es sind also auf den Fernämtern
Einrichtungen zur vollständigen Demodulation der Hochfrequenzkanäle vorzusehen.
überwiegen bei denÄmtern die Niederfrequenzkanäle, so, werden gemäß der weiteren
Erfindung sämtliche ankommenden Kanäle niederfrequent durcligeschaltet. Es müssen
daher für die vorhandenen Mittelfrequenzkanäle Dernodulatoren vorgesehen werden.
Durch diese Maßnahme wird der Vorteil erreicht, daß alle Trägerkanäle in den Ämtern
über niederfrequente Gabeln auf Zweidrahtverbindungen zurückgeführt werden können,
die sich schaltungstechnisch in nichts von den gewöhnlichen Verbindungen unterscheiden.
Dies-es Verfahren der Dernodulation auf das Niederfrequemband kann aber auch auf
die Fälle angewandt werden, bei denen nurTrägerfrequenikanäle im Amt einlaufen;
denn der Vorteil der Verbindungsführung über niederfrequente Zweidrahtgabeln bleibt
auch in diesein Falle erhalten. Die Transpo-nierung des Niederfrequenzkanals in
das Hochfrequenzband erfolgt zweckmäßig inan sich bel,--,annter Weise mittels einer
Mehrfachmodulation.
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Bei dieser Art der Durchschaltung ist man vollkommen frei in der Wahl
der hochfrequentenTrägerwelle, so. daß auch bei stärkster Verkehrshäufung jeder
hochfrequente Kanal ausgenutzt werden kann.
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Welche Art der Durchschaltung im einzelnen Fall in dem Fernamt benutzt
wird, hängt wesentlich von den örtlichen Betriebsverhältnissen ab. Ferner ist es
nicht nötig, in dem FernaintF2 dasselbe Verfahren anzuwenden wie in dem FeinamtFl,
so, daß sich dadurch eine weitgehende Anpassungsfähigkeit des übertragungssysten-is
an die Betriebsbedingungen ergibt.