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Eichwaage für Manometer Die Erfindung bezieht sich .auf eine Einrichtung
zur Eichung von Manometern, die sich gegenüber bekannten diesem Zweck dienenden
Einrichtungen durch Einfachheit im Aufbau 'und in der Handhabung und vor allem dadurch
auszeichnet, daß sie sowohl für geringe als auch für hohe Drücke anwendhar ist.
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Zur Eichung von Manometern ist es bekannt, dein Druck, unter dem das
Meßorgan des zu deichenden Manometers steht, unter eine in Wassereintauchende Glocke
zu leiten, die an einer Waage aufgehängt ist. Auf die Gewichtsschale der vorher
austarierten Waage werden dann Gewichte gelegt und so die Waage ins Gleichgewicht
gebracht. Aus dem Belastungsgewicht und der Quersc'lrnittsfläche der Glocke wird
dann unter Berücksichtigung der spezifischen Gewichte des Wassers, der Luft und
des Baustoffes der Glocke der Druck errechnet und danach die Anzeige des zu eichenden
Manometers korrigimt. Diese infolge der Verwendung von Wasser umständlich zu handhabende
Einrichtung eignet sich lediglich zur Eichung vorn Manometern für verhältnismäßig
niedrige Drücke, da bei hohen Drücken die Höhenunterschiede der Wasserspiegel innerhalb
und außerhalb der Glocke so groß werden, daß die Einrichtung unmögliche Abmessungen
annehmen würde.
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Bei hohen Drücken werden daher andere Einrichtungen verwendet, die
im wesentlichen aus einem in einem Zylinder laufenden Kolben bestehen, unter den
der zu messende Druck geleitet wird und der durch Belastungsgewichte im Gleichgewicht
gehalten wird. Aus dem Belastungsgewicht und dem Kolbenquerschnitt .ergibt sich
der unter dem Kolben herrschende Druck. Für genaue Messungen ist es jedoch erforderlich,
daß der Kolben einerseits ein möglichst geringes Spiel aufweist, andererseits aber
mit möglichst geringer Reibung in dem Zylinder läuft. Zu diesem Zweck muß der Kolben
mit großer Ge-
nauigkeit und Sorgfalt eingeschliffen sein und während der
Messung in Rotation versetzt werden. Diese Umstände bedingen einen verwickelten
Aufbau und hohe Herstellungskosten sowie Handhahung durch geschultes Personal.
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Endlich sind noch Eichwaagen bekannt, bei denen ein Luftstrom durch
einen von einem Kolben veränderten Auslaßquerschnitt geleitet wird, wobei der Druqk
unter dem Kolben durch Gewichtsbelastung des Kolbens ausgeglichen wird. Diese Belastung
ist ein Maß für den auf den Kolbeneinwirkenden Druck, der von dem zu deichenden
Manometer angezeigt wird. Auch diese Einrichtung ist verhältnismäßig umständlich
im Aufbau und in der Handhabung und erfordert zum Betrieb außerdem .einen unter
gleichbleib°ndemDruck zufließenden Druckluftstrom.
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Gemäß der Erfindung wird die Eichwaage für Manometer gebildet durch
einen innen
oder außen von dem zu messenden Druck beaufschlagten
Wellrohrkörper, der sich einerseits gegen ein festes Lager und andererseits auf
die Lastseite einer an sich bekannten Waage stützt, bei der die Lage des Angriffspunktes
der Last im Gleichgewichtszustand unverändert bleibt.
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An sich ist es bekannt, mit Hilfe von Wellrohrkörpern Drücke zu messen,
beispielsweise indem man den Wellrohrkörp.er mit einer Feder belastet und .die Änderung
der Länge des Wellrohrkörpers als Maß für den Druck benutzt. Die Anzeige solcher
Einrichtungen ist jedoch, wie bei allen Instrumenten, bei denen eine Feder .das
Meßorgan ist, von der Temperaturabhängig und ändert sich mit der Zeit. Außerdem
sind die Längenänderungen klein und müssen zwecks genügend genauer Ablesung vergrößert
werden, wobei Ungenauigkeiten, die durch toten Gang, Reibung u. dgl. hervorgerufen
werden, unvermeidlich sind. Hierzu kommt, daß sich die Eigenfederung des Wellrohrkörpers
störend bemerkbar macht.
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An sich ist es auch bekannt, den schädlichen Einfluß der Eigenelastizität
von Dosenwandungen durch Überlagerung eines verstellbar,en Gewichtes aufzuheben.
Durch die Anwendung dieser an sich bekannten Mittel auf Eichwaagen wird die obenerwähnte
Vereinfachung erzielt.
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Bei der Eichwaage nach der Erfindung kann die Eigenfederungskraft
des Wellrohrkörpers vor der Messung durch Auflegen von Taragewichten oder durch
Verstellung des festen Auflagers mittels einer Schraubvorrichtung äo. dgl. ausgeglichen
werden. Bei der Messung wirkt dann auf die Waage die gleiche Federungskraft wie
bei der Nulleinstellung, da die Länge des Wellrohrkörpers sich nicht ändert; die
Eigenfederung geht also nicht als Fehler in das Meßergebnis .ein.
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In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt.
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Abb. i zeigt eine Eichwaage, bei der eise Wellrohrkörpera auf eine
gleicharmige Balkenwaage b wirkt. Der dem zu eichenden Manometer h zugeführte zu
messende Druck wird durch eine Leitung e in den Wellrohrkörpera geleitet. Dieser
ist bei d fest gelagert, so daß auf die Waage nur die von ,dem Druck ausgeübte Kraft
wirkt. Abb.2 zeigt eine Eichwaage, bei der die vom Wellrohrkörpera ausgeübte Kraft
mittels einer ungleicharmigen Balkenwaage b mit Laufgewicht/ gemessen wird. Der
Wellrohr-.kpera stützt sich gegen eine Schraubvorrichtunge, di, ,es gestattet, die
Eigenfederung des Wellrohrkörpers a =auszugleichen.
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Abb.3 zeigt eine Verbindung eines Wellrohrkörpers a mit einer Dezimalwaage
b, die grundsätzlich wie das in Abb. i dargestellte Ausführungsbeispiel wirkt.
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Abb. q. zeigt eine Eichwaage für Manometer zur Messung von Druckunterschieden
und absoluten Drücken. Die bei d und d' fest ge-
lagerten Wellrohrkörpera
und a' sind mittels einer gemeinsamem Endplatte g miteinander verbunden, wobei jedoch
ihre Innenräume voneinander getrennt sind. Durch Leitungen c und c' werden die beiden
Drücke zugcleitet, deren Unterschied gemessen werden soll. Auf die Platteg wirkt
dann eine dem Druckunterschied proportionale Kraft, die mittels der bei g mit den
Wellrohrkörpern verbundenen Waage gemessen wird. Bei der Eichung von Manometern
zur Messung von absoluten Drücken wird eileer der beiden Wellrohrkörperevakuiert.
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Abb.5 und 6 zeigen Anordnungen, bei denen die Federungskörper außen
von dem zu messenden Druck b.eaufschlagt werden.
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Abb.7 zeigt eine Anordnung, bei der auf beiden Seiten der Waage b
zwecks Eichung von Manometern für Druckunterschiede und absolute Drücke Wellrohrkörper
a und a' angeordnet sind.
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Der wirksame Querschnitt der Wellrohrkörper wird zweckmäßig indirekt
durch Eichung mit einem Flüssigkeitsmanometer bestimmt. Das Eichergebnis ist ohne
heiteres auf höhere Drücke übertragbar, da sich der wirksame Querschnitt der Federungskörper
nicht ändert.