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Prismenzielfernrohr Gegenstand der Erfindung ist ein Prismenzielfernrohr,
welches durch die Vereinigung der folgenden an sich einzeln bekannten Merkmale gekennzeichnet
ist: a) die Vergrößerung des Zielfernrohres beträgt i : i; b) die Linsen- und Umkehrprismen
des Zielfernrohrs bilden einen zusammenhängenden Glasblock derart, daß der Strahlengang
innerhalb des Fernrohrs ausschließli(zh im Glas verläuft; c) das Prismensystem ist
aus zwei Porroprismen zusammengesetzt, und an der Eintrittsfläche und der Austrittsfläche
des Prismensystems sind die Objektivlinse und die Okularlinse angeschliffen oder
aufgekittet.
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Zielfernrohre mit der Vergrößerung i : i sind an sich bekannt. Man
hat sie bisher nur . als Linsenfernrohre hergestellt. Trotz der großen Vorzüge,
welche die Zielfernrohre mit der Vergrößerung i : i dadurch aufweisen, daß bei Bewegungen
des mit dem Zielfernrohr ausgerüsteten Gewehres keine Scheinbewegung des außerhalb
des Fernrohrgesichtsfeldes sichtbaren Geländes gegenüber= dem im Fernrohr sichtbaren
Ziel auftritt, haben sich die bekannten Zielfernrohre mit der Vergrößerung i : i
bisher nicht allgemein einzuführen vermocht, weil die zahlreichen Trennungsflächen
zwischen Luft und Glas, die bei Linsenfernrohren durch die Bildumkehrung bedingt
werden, einen erheblichen Lichtverlust herbeiführen, der bis zu 50°1a betragen kann.
Bei dem den Gegenstand der Erfindung bildenden Prismenzielfernrohr ist dieser .Nachteil
dadurch überwunden, daß die Linsen und Umkehrprismen einen zusammenhängenden Glasblock
bilden, so daß der Strahlengang innerhalb des Fernrohres ausschließlich im Glas
verläuft. Nun sind allerdings auch schon Prismenzielfernrohre bekanntgeworden, bei
denen Linsen und Umkehrprismensatz einen zusammenhängenden Glasblock bilden. Abgesehen
davon, daß diese Prismenzielfernrohre bisher jedoch nicht mit der Vergrößerung i
: i ausgeführt sind, hat man hier als Umkehrprisma ein Sprengersches Prisma verwandt.
Bei einem solchen Sprengerschen Prisma muß jedoch das Abkommen auf einer Reflexionsfläche
angebracht werden, welche von dem abbildenden Lichtstrahlenbündel unter schiefem
Winkel getroffen wird.- Als Abkommen läßt sich daher nur eine Strichmarke verwenden,
da wegen der besonderen Gestalt des Sprengerschen Prismas nur Strichmarken auf den
für die Anbringung des Abkommens allein in Frage kommenden Reflexionsflächen scharf
abgebildet werden, welche senkrecht zu der durch die optische Eintritt- und Austrittsachse
hindurchgelegten Ebene liegen. Dieser Nachteil ist bei dem Zielfernrohr nach der
Erfindung dadurch überwunden, daß das Prismensystem aus zwei Porroprismen zusammengesetzt
ist. Dadurch kann erreicht werden, daß der Strahlenraumquerschnitt senkrecht zur
optischen Achse im Umkehrprismensystem, gleichgültig an welcher Stelle, stets dem
der an die Austrittsfläche angeschliffenen oder auf diese aufgesetzten Augenlinse
umschriebenen Quadrat gleich ist. Infolgedessen kann das Abkommen ohne Schwierigkeit
auf einer Trennfläche zwischen den einzelnen Prismen eingeätzt oder eingeritzt oder
sonst in geeigneter Weise
aufgebracht werden. Das Abkommen wird
von den gesamten die Abbildung erzeugenden Strahlenbündeln senkrecht getroffen,
so daß es in der bei Zielfernrohren üblichen Weise als Strichkreuz oder ähnlich
ausgeführt werden kann. Ein weiterer Vorzug, der durch die genannte Eigenschaft
eines aus zwei Porrö= prismen zusammengesetzten Umkehrsystems erreicht wird, besteht
darin, daß das neue Prismenzielfernrohr entsprechend jeder beliebigen Entfernung
vom Auge bemessen werden kann. Es kann daher auf gewöhnliche Gewehre an die Stelle
des Visiers in großem Abstand vom Auge angebracht werden, so daß die weitere Umgebung
des Gesichtsfeldes als Ergänzung desselben in der gleichen Weise zu überschauen
ist, als wenn eine gewöhnliche Zieleinrichtung mit Visier und Korn vorgesehen wäre.
Die eigenartige Vereinigung der genannten drei Merkmale, lvelche das neue Prismenzielfernrohkennzeichnet,
bringt es daher mit sich, daß es alle die Vorzüge in sich vereinigt, die dem gewöhnlichen
Visier mit Kimme und Korn sowie dem gewöhnlichen Zielfernrohr eigen sind.
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Zweckmäßig wird das Abkommen bei dem Zielfernrohr nach der Erfindung
im Glasweg derart angeordnet, daß zwischen Augenlinse und Abkommen wenigstens zwei
Reflexionsflächen liegen, was durch die Zusammensetzung des Prismensystems aus zwei
Porroprismen ermöglicht wird. Die Abmessungen werden vorteilhaft derart gewählt,
daß der Durchmesser der Linsen nicht mehr als 1f9 des Glasweges, die größte Breitenausdehnung
nicht mehr als 1 :4,5 des Glasweges beträgt.
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In den Abbildungen der Zeichnung ist eine zweckmäßige Ausführungsform
des neuen Zielfernrohres dargestellt.
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Die Abb. i bis 4 zeigen Seitenansichten der einzelnen Prismenkörper,
aus welchen das ganze die Kombination zweier @Porroprismen darstellende Prismensystem
zusammengesetzt werden kann. Abb. 5 und 6 zeigen zwei Seitenansichten des fertigen
Zielfernrohres; Abb.7 und 8 sind Querschnitte durch das Prismenzielfernrohr längs
der Linien <-1-B bzw. C-D von Abb. 5 bzw. Abb. 6. Abb.9 ist eine schaubildliche
Darstellung des Prismenkörpers, während in Abb. io der Strahlengang nach Abwicklung
in die Zeichenebene dargestellt ist.
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Zweckmäßig wird der Prismenkörper aus drei Einzelprismen 1, 2 und
3 zusammengesetzt, von denen das die Objektivlinse 4. tragende gerade Prisma eine
schräge, unter 45° gegen die Achse geneigte Reflexionsfläche 5 besitzt. An dieses
Prisma i ist das in den Abb. 3 und 4. in zwei Ansichten dargestellte Prisma :2 angekittet,
welches zwei gegenüberliegende, unter 45° gegen die Achse geneigte Reflexionsflächen
6 und 7 besitzt, die jedoch um 9o° gegeneinander verdreht sind, wie dies die Abb.
3 und 4 erkennen lassen. An dieses Prisma 2 ist sodann das in Abb. 2 dargestellte
Prisma 3 angekittet, welches eine ähnliche Gestalt wie das Prisma i besitzt. Die
Prismenkörper sind, wie Abb. 9 und die Abb. 5 und 6 erkennen lassen, derart aneinandergekittet,
daß die schräge Fläche 5 des Prismas i mit der schrägen Fläche 6 des Prismas 2 einen
rechten Winkel und die schräge Fläche 7 des Prismas 2 mit der schrägen Fläche 8
des Prismas 3 auch einen rechten Winkel bilden, dessen Kante zu der Kante des erstgenannten
rechten Winkels senkrecht steht. Auf der zu der Achse des Prismas 3 senkrechten
Austrittsfläche des Prismas 3 ist die Außenlinse 9 aufgekittet oder angeschliffen.
Das Abkommen io ist zweckmäßig auf der Fläche angebracht, an welcher die beiden
Prismenköxper i und 2 zusammengekittet sind. Zwischen Augenlinse 9 und Abkommen
liegen dann die Reflexionsflächen 6, 7 und B.
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In der eine Abwicklung des Prismenkörpers in die Zeichenebene darstellenden
Abb. io ist der gesamte Strahlengang durch die strichpunktierte Linie dargestellt.