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Gummireifenaufbaumaschine Die Erfindung bezieht sich auf Gummireifenaufbaumaschinen,
bei welchen die Anpreßrollen fest auf Laufmuttern einer gegen den Reifenträger vierschwenkbaren
Gewindespindel mit Rechts- und Linksgewinde sitzen, und betrifft eine neue Ausgestaltung
dieser Maschinen, durch die die Arbeitsgeschwindigkeit der Rollen auf einfache Weise
geändert werden kann.
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Erfindungsgemäß ist bei Maschinen der vorgenannten Art die Gewindespindel
durch einen besonderen Antrieb selbständig drehbar und sind an dem Spindelträger
beim Abheben der Anpreßrollen von dem Gummireifen wirksam werdende Bremsglieder
vorgesehen, die die Rollen, ohne sie in- der Querbewegung zur Spindel zu hindern,
an dem Spindelträger gegen Umlauf mit der Spindel halten. Vorzugsweise dienen zum
Feststellen der Rollen Bremsbacken, die entgegen der Wirkung von Federn an dem die
Spindel tragenden Schwenkrahmen verschiebbar sind und an den Anpreßrollen anliegen,
wobei der von den Federn ausgeübte Anpreßdruck zwischen den Bremsbacken und den
Anpreßrollen kleiner ist als derjenige zwischen den Rollen und dem Reifen.
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Durch den Eigenantrieb der Spindel kann je nach ihrem Drehsinn der
den Rollen von dem umlaufenden Reifenträger erteilte Querschub verzögert oder beschleunigt
werden. Sobald die Rollen in der Arbeitsendlage von dem Gummireifen abgehoben werden,
treten die Bremsglieder in Tätigkeit und hindern den Umlauf der Rollen mit der Spindel.
Hierdurch werden die Rollen auf der Spindel in die Ausgangslage zurückgebracht.
Zweckmäßig wird der Eigenantrieb der Spindel zur Verzögerung des Rollenvorschubes
benutzt. In diesem Falle werden die Rollen ohne Wechsel des Drehsinnes der Spindel
beim Abheben von dem Gummireifen in die Ausgangslage zurückgebracht.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen Fig. i eine Seitenansicht und Fig.2 eine Draufsicht auf die neue Vorrichtung.
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Der die Anpreßrollen 16 aufnehmende Arbeitskopf besteht aus einem
Grundrahmen 9, an welchem unter Bildung eines Schwenkpunktes 6 in Lageraugen 8 mit
einer Tragachse 7 ein Schwenkjoch 4. aufgehängt ist. Dieses trägt in zwei Armen
2, 3 eine Spindel i drehbar, die, von den Enden ausgehend, mit Rechts- und Linksgewinde
versehen ist. Der Schwenkantrieb des Joches d. erfolgt durch eine Vorschubvorrichtung
5, die aus einem Druckmittelzylinder i i mit zugehörigem Kolben besteht. Die Kolbenstange
io ist mit einem Zapfen 12 an Lageraugen 13 eines Ansatzes 14 des Joches
4 angelenkt, während
der Zylinder 11. schwenkbar in Lagern 15 des
Grundrahmens 9 ruht. Der Hub der Kolbenstange io ist genügend groß, um beim Anheben
des Joches q. die Anpreßrollen 16 auf der Spindel i auch bei verschiedenen Reii,#",x
durchmessern an dein Reifen zur Anlage'#'#I ,>r br Ingen. : Die Anpreßrollen 16
haben ungeteilte Naben i8, die mit den Rollenscheiben i9 aus einem Stück gearbeitet
oder mit ihnen fest verbunden sind und gleichzeitig die Laufmuttern für den Querschub
der Rollen auf der Spindel i bilden.
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Parallel zur Spindel i sitzt hinter dieser zwischen den Tragarmen
2, 3 eine Vierkantstange 2o, auf der zwei Bremsbacken 2i gleitend geführt sind.
Die Bremsbacken -i stehen unter der Wirkung von Zugfedern 22, die bestrebt sind,
die Backen :2i in der Mitte der Stange 2o zu halten.
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Der Druckmittelantrieb 5 wird von einem Ventil 23 gesteuert, dessen
Stellhebel 2.4 derart ausgebildet ist, daß er nach beendetem _1#,rbeitslauf der
Anpreßrollen selbsttätig in die Abschaltstellung zurückgeht. Hierzu hat der Handhebel
24 in einer Verlängerung 26 einen federbelasteten Anschlag 25 in Form eines Sperrzahnes
27. Dieser arbeitet mit einer Klaue 28 zusammen, die durch einen Schiebebolzen 29
unter Zwischenschaltung einer Feder 30 im Weg einer der Bremsbakken 21 an
dem Tragarm 3 des Schwenkjoches q. angeordnet ist.
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Beim Umlegen des Stellhebels 24. in die »Ein«-Stellung fängt sich
der Sperrzahn 27 hinter der Klaue 2,9, so daß der Stellhebel 2¢ unter Spannung der
an ihm angeordneten Rückholfeder 31 in dieser Lage verharrt.
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Der Antrieb der Spindel i erfolgt von einem Elektromotor 32 aus über
ein Kettenvorgelege 33, 3=1.
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Zum Ingangsetzen der Vorrichtung wird zunächst der Motor 32 zum Antrieb
der Spindel i eingeschaltet, wobei zweckmäßig durch entsprechende Kupplung der betreffenden
Schalter gleichzeitig der Motor für den Antrieb des den Reifen 17 aufnehmenden,
nicht weiter dargestellten Formkernes eingeschaltet wird, dessen Umlaufrichtung
und Umlaufgeschwindigkeit auf die gewünschte Arbeitsgeschwindigkeit der Anpreßrollen
16 abgestimmt ist.
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Hierauf wird der Stellhebel 2-4 zum Einschalten des Antriebes für
die Anpreßvorrichtung 5 hinter die Klaue 28 gebracht, so daß durch das in den Zylinder
i i einströmende Druckmittel das Schwenkjoch .I angehoben wird und die Rollen 16
gegen den Reifen 17 gepreßt werden.
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Durch die Anlage der Rollen 16 an dem Reifen 17 ergibt sich infolge
der Anpreßreibung eine Eigenumlaufbewegung der an sich mit der Spindel i umlaufenden
Rollen 16 gegenüber dieser, die die Rollen 16 entspre-'ehend der Gewindesteigung
der Spindel i auf ''eser nach außen verschiebt. Die Geschwin-' .aigkeit des Querschubes
der Rollen 16 ist somit neben der Umlaufgeschwindigkeit und Gewindesteigung der
Spindel i von der Umfangsgeschwindigkeit des Reifens 17 abhängig und kann durch
wahlweise Änderung der Antriebsgeschwindigkeit der Spindel i, des Zeifens 17 oder
beider beliebig eingestellt werden.
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Am Ende der Querverschiebung der Rollen 16 wird die Klaue 28 von der
ihr benachbarten Bremsbacke 21, die von der ihr zugeordneten Rolle 16 während des
Querschubes mitgenommen wurde, aus dein Sperrzahn 27 ausgehoben, worauf der Stellhebel
2.4 unter der Wirkung der Feder 31 in die Grundstellung zurückgeht, den Druckmittelzufluß
zu dein Zylinder i i schließt und dessen Auslaß öffnet. Das Schwenkjoch 4 sinkt
unter seinem Eigengewicht nach unten, so daß die Rollen 16 sich von dem Reifen 17
lösen. Sie werden also nicht mehr von dem Reifen 17 gegenüber der weiter umlaufenden
Spindel i in Bewegung gehalten, sondern würden ohne die Anordnung der Bremsbacken
21 mit der Spindel umlaufen. Die Bremsbacken 21 wurden beim Arbeitsweg der Rollen
16 von diesen entgegen der Wirkung der Rückhaltefedern 22 mitgenommen. Die Stärke
der Federn 22 ist so bemessen, daß derAnpreßdruck derBremsbacken 21 an den Rollen
16 während der Querbewegung dieser kleiner ist als die Wälzreibung zwischen dem
Reifen 17 und den Rollen 16, von dieser also überwunden und die Rollen an der Querbewegung
nicht gehindert werden. Sobald jedoch die Anlage der Rollen 16 an dem Reifen 17
durch Abschalten des Druckzylinders i i gelöst ist, halten die Bremsbacken 21 die
Rollen 16 fest und hindern deren Drehung mit der Spindel i. Die Rollen 16 wandern
daher unter Entspannung der Federn 22 auf der Spindel i nach deren Mitte zurück.
Kurz vor Erreichender Endlage der Rollen lösen sich die Bremsbakken 21 durch Anlage
ihrer Laufmuffen 35 von den Rollen, die durch die ihnen erteilte Verzögerung noch
bis zur Anlage an einer Mittelscheibe 36 auf der Spindel weiterlaufen und sich dann
mit dieser gemeinsam drehen. Die Spindel i wird hierauf zweckmäßig gemeinsam mit
dem Antrieb des Formkernes stillgesetzt.
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Der Anlasser des Antriebsmotors für die Spindel und der Stellhebel
24 können zur geineinsainen Inbetriebnahme gekuppelt sein und letzterer mit dem
Anlasser des Antriebes für den Formkern. Zweckmäßig ist an dein
Schwenkjoch
4. mit Hilfe eines Bolzens 38
eine Steuerstange 37 angelenkt, die durch eine
Stellmutter 39 mit einem festen Anschlag 40 des Grundrahmens 9 zusammenarbeitet
und den Schwenkhub des Joches 4. begrenzt.
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Die neue Ausbildung des Rollenantriebes vermeidet geteilte Laufmuttern
und besondere 1Iitnahmevorrichtungen für die Rollen, um diese auf der Spindel nach
außen zu verschieben oder zurückzuführen. Es entfällt ferner die bisher erforderliche
Umsteuereinrichtung für die Spindel. Es ergibt sich eine einfache und billige Bauart,
die den Vorteil hat, daß bei mir in einer Richtung umlaufender Spindel und ungeteilten
Laufmuttern für die Rollen die Quergeschwindigkeit der Rollen durch Wechsel der
Umlaufgeschwindigkeit der Spindel, des Formkernes oder beider geändert werden kann.