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Spitzenzwickmaschine Während man in der -Herstellung von Schuhwaren
schon seit langem dazu übergegangen ist, die Fersenpartie des Schuhes mittels der
Fersenzwickmaschine in einem Arbeitsgang der Leistenform anzupassen und den Oberlederrand
durch gleichzeitiges Einschlagen der Befestigungsmittel auf der Brandsohle zu befestigen,
ist dies beim Zwicken der Schuhspitze bisher in befriedigender Weise noch nicht
möglich gewesen. Es sind zwar schon Spitzenzwickmaschinen für diesen Zweck vorgeschlagen
worden, je-
doch haben sie in der Praxis noch keinen Eingang gefunden, weil
die Anpassung der Werkzeuge an die vielgestaltigen Formen der Schuhspitze bisher
noch nicht einwandfrei gelungen ist und auch rechte wie linke Schuhe mit den gleichen
Einrichtungen bearbeitet werden müssen.
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Bei den bisherigen Maschinen dieser Art wird der auf dem Leisten befindliche
Schuh von vornherein in eine feste Arbeitslage in der Maschine gebracht und in dieser
Lage von den Walk- und Überschiebvorrichtungen bearbeitet, wobei . der Schuh allenfalls
durch eine senkrechte Bewegung des Leistenträgers zwecks Hochwalkens des Oberleders
an den gleichzeitig als Überschieber dienenden Walkscheren entlang geführt wird.
Das Werkstück ist bei diesen Maschinen wegen den über der Schuhspitze liegenden
Arbeitsvorrichtungen völlig unübersichtlich. Hierdurch wird aber die Maschine für
ihren Zweck ungeeignet, da in Anbetracht der komplizierten Gestaltung der Schuhspitze
eine gute Übersicht eins der Haupterfordernisse darstellt- -An sich ist es bekannt,
einen Schuh auf einem Leistenträger außerhalb der Maschine so aufzusetzen, daß er
auf diesem seitlich festgehalten wird, während dag Überschieben des Oberlederrandes
und das'. Befestigen desselben nach dem Einführen des Leistenträgers in die Maschine
unter gleichzeitiger Drehung von Hand schrittweise ausgeführt wird. Die Erfindung
geht jedoch einen bedeutenden Schritt weiter und sieht eine Einrichtung nach Art
einer Fersenzwickmaschine mit senkrechtem ein- und ausschwenkbarem oder fahrbarem
Leistenträger vor, in welchem der Schuh außerhalb der eigentlichen Maschine auf
dem Leistenträger an der Spitze gewalkt und an die Leistenform angearbeitet wird,
um dann erst -zur weiteren Bearbeitung; nämlich zum Überschieben des Oberleders
und zum Eintreiben der Befestigungsmittel, in die Maschine eingeführt zu werden.
Der Leistenträger ist zu diesem Zwecke außer mit den Einrichtungen zum Abstützen
des Leistens auch mit den Vorrichtungen zum seitlichen Hochwalken des Oberleders
und einem Sohlendrücker zum Niederdrücken des Schuhes auf seiner Auflage sowie mit
den Betätigungsmitteln für diese Einrichtungen versehen. Durch diese Anordnung wird
es dem Arbeiter ermöglicht, die vorbereitenden Arbeiten in jedem Augenblick genau
zu überwachen und
erforderlichenfalls zu berichtigen, ehe die endgültige
Befestigung erfolgt. Das Anarbeitendes Oberleders an die Leistenform kann dabei
entweder in an sich bekannter Weise durch Anwalken mittels Scheren oder durch Einpressen
in eine der Schuhspitze entsprechende Form geschehen.
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Bei Überholmaschinen ist es bereits bekannt, die Walkv orrichtung
auf einen in der Höhenrichtung verschiebbaren Schuhträger anzuordnen und sie mitsamt
dem Schuh nach erfolgtem Anwalken maschinell einer Einbindevorrichtung zuzuführen.
Dabei liegt die Sohle des Schuhes vom Arbeiter abgekehrt, was aber für das Tacks-
oder Klammerzwicken der Spitze nicht vorteilhaft ist, da hier der Arbeitsvorgang
von der Sohle her genau beobachtet werden muß und die Überschieber sowie die Eintreibvorrichtungen
auch für die Bearbeitung des mit der Sohle nach oben liegenden Schuhes eingerichtet
sind.
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Durch die getrennte Anordnung und Betätigung der Anwalk- und Überschiebvorrichtungen
gemäß der Erfindung wird auch eine weit bessere bauliche Ausgestaltung der Maschine
ermöglicht, da die bisher übereinander in der Maschine selbst vorgesehenen Einrichtungen
wenig Spielraum für die Unterbringung ihrer Antriebsteile boten und man den einzelnen
Erfordernissen des Arbeitsprozesses und den Verstellmöglichkeiten nicht im vollen
Maße gerecht werden konnte.
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In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung
dargestellt.
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Abb. r zeigt eine Seitenansicht der neuen Vorrichtung mit Walkscheren,
Abb.2 eine Draufsicht auf die Walkscheren in vergrößertem Maßstabe, Abb. 3 eine
Seitenansicht des auswechselbaren Scherenstockes ebenfalls in vergrößertem Maßstabe.
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Abb. 4 zeigt die Anordnung des den Schuh festhaltenden Sohlendrückers
in Vorderansicht.
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Abb.5 veranschaulicht die Anwendung einer Preßform zum Einpressen
der Schuhspitze.
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Abb. 6 und 7 stellen Einzelheiten dar. Wie eingangs erwähnt, besteht
die Maschine aus zwei Teilen, nämlich der eigentlichen Zwickmaschine i, für welche
beispielsweise die Art der üblichen Fersenzwickmaschine ohne wesentliche Änderungen
übernommen werden kann,-und aus dem die Vorbearbeitungseinrichtungen tragenden Leistenträger
2, der mit dem Teil i zweckmäßig so verbunden ist, daß er in diesen ein- und ausgeschwungen
oder gefahren werden kann, wie dies bei den Fersenzwickm.aschinen an sich bereits
bekannt ist. Wird als Teil z eine Fersenzwickmaschine verwendet, so fällt das bei
dieser benötigte Fersenband fort; an dessen Stelle tritt dann während des endgültigen
Zwickvorganges der mit dem Leistenträger :2 in die Maschine eingeführte Scherenstock,
über dessen Oberfläche die Überschiebscheren ihre Bewegungen ausführen.
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Zur Aufnahme des Schuhes S auf dem Leistenträger 2 ist ein um die
senkrechte Welle 3 schwingendes konsolenförmiges Auflager 4 vorgesehen, auf dem
eine Platte 5 verschiebbar ist, die durch eine Klemmvorrichtung 6 in jeder gewünschtenLage
festgestellt werden kann. Auf dem Schieber 5 befmdet sich die Spitzenstütze 7, der
Leistenzapfen 8 und eine Fersenstütze 9. Die beiden letztgenannten Teile, die in
einem gewissen Verhältnis zueinander verstellbar sein müssen, stehen durch ein in
einem Kasten i o untergebrachtes Getriebe so miteinander in Verbindung, daß bei
der Einsteilung des Leistenzapfens entsprechend den verschiedenen Werkstücken auch
gleich eine entsprechende Verstellung der Fersenstütze erfolgt.
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Die Schwenkbarkeit des Auflagers 4 um die Welle 3 hat den Zweck, rechte
und linke Schuhe ohne Auswechselung von Teilen auf der Maschine bearbeiten zu können,
indem man durch Drehung des Auflagers jeweils die Mittellinie des Schuhes den Scheren
gegenüber einstellt. Da aber die Mittellinie meistens nicht durch die Schuhspitze
geht, ist eine Korrektionsmöglichkeit erforderlich, welche durch die verstellbare
Schieberplatte 5 gegeben ist, so daß.also bei rechten und bei linken Schuhen die
Spitze den Scheren gegenüber jederzeit genau eingestellt werden kann. Auch der Leistenzapfen
8 ist mit Rücksicht auf die wechselnden Schuhformen einstellbar, und zwar mindestens
in der Längsrichtung des Schuhes durch den Bolzen i i. Zweckmäßig ist jedoch eine
Einstellung nach allen Richtungen, weshalb die Anordnung eines zweiten Querbolzens
oder die Lagerung des Leistenzapfens auf einer Kugel vorteilhaft ist.
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Nachdem der Schuh auf dem Leistenträger aufgebracht und gegenüber
den noch zu beschreibenden Scheren ausgerichtet ist, muß er in dieser Lage festgehalten
werden. Diesem Zwecke dient der hinter der Spitzenstütze vorgesehene Sohlendrücker
12, welcher durch Fußbetätigung oder durch motorische Kraft auf den Schuh niedergedrückt
wird. Dieser Drücker ist nach Abb. i und 4 am oberen Ende einer senkrechten Welle
13,
die in der Schieberplatte 5 und an der
Spitzenstütze 7
bei 16 gelagert ist, befestigt und steht unter der Wirkung einer auf dem Bolzen
14 befindlichen Feder 15. In der Ruhelage hält diese Feder den Sohlendrücker in
angehobener Stellung außer Eingriff mit dem Werkstück. Das Niederdrücken geschieht
bei dem in den Abb. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel auf maschinellem Wege
unter Vermittlung eines Zugkabels 17, das an geeigneter Stelle am Drükker 12 angebracht
ist. Das andere Ende des Zugkabels ist an dem weiter unten am Leistenträger 2 bei
18 angelenkten Hebel i9 befestigt, und zwar sind mehrere Befestigungspunkte 1911,
ig@ und igc vorgesehen, um eine mit der Zeit etwa eintretende Längung des Kabels
auf einfache Weise durch Umstecken des Befestigungsbolzens ausgleichen zu können.
An' dem freien Ende des Hebels 1g befindet sich eine Kurvenrolle 2o, die mit einer
auf der Welle 21 in dem Gehäuse 22 umlaufenden Kurve 23 in Eingriff steht. Die Drehung
der Welle 21 und damit der Kurve 23 erfolgt von der durch einen umsteuerbaren Motor
aus angetriebenen Welle 24, welche über das Kegelräderpaar 25, 26 eine Schnecke
27 treibt, die mit einem auf der Welle 21 befindlichen Schneckenrade kämmt. - Der
durch die Kurve 23 um seinen Drehpunkt nach unten geschwungene Hebel l9 nimmt das
Zugkabel 17 mit, welches über die feste Rolle 28 und die unter Federspannung stehende
lose Rolle 29 den Zug auf den Sohlendrücker 12 überträgt und diesen dabei fest auf
den Leistenboden .herabzieht. Hierbei bewirkt die Nachgiebigkeit der losen Rolle
29 durch die Feder 30 eine Anpassung der Zugkräfte an die Schuhform, um vorhandene
kleine Unterschiede in den verschiedenen Schuhformen auszugleichen. Die Feder
30 ist durch die Flügelmutter 31 einstellbar, und der Ausschlag des die lose
Rolle tragenden Hebels 32 wird durch einen einstellbaren Anschlag 33, 34 begrenzt.
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Während auf die beschriebene Weise der Zug durch clas Kabel 17 auf
den Sohlendrücker ausgeübt wird, wird die Fersenstütze g fest gegen das Fersenteil
des Schuhes zur Anlage gebracht. Dies geschieht durch den Hebel35, welcher beim
Niedergange der Sohlenstütze von dem auf dem senkrechten Bolzen 13 befindlichen
Bunde 36 und die Feder 37 nachgiebig nach unten gedrückt wird und dabei die Fersenstütze
g unter Mitnahme des Gehäuses 1o gegen den Fersenteil des Schuhes andrückt, wodurch
die Lage des- Schuhes zu den Scheren genau -ausgerichtet wird.
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Nachdem nun der Schuh zwischen der Spitzenstütze 7, dem Leistenzapfen
8, der Fersenstütze g und dem Sohlendrücker 12 vollkommen festgehalten ist, erfolgt
das Anwalken und Anpressen des Oberleders an die Leistenform durch die Walkscheren
38, 39, die sich am Kopfe des Leistenständers :2 in dem Scherenkörper 4o befinden.
Die Zeichnung zeigt die Scheren, welche sich sowohl senkrecht bewegen als auch die
übliche Scherenbewegung in der Waagerechten ausführen können, in ihrer obersten
Lage, während die Anfangslage sieh etwas darunter, und zwar in der Praxis um etwa
8 mm tiefer, befindet. In ihrer unteren Ruhelage sind die Scheren geöffnet (Abb.2).
Jede der beiden Scherenhälften 38 und 39 steht mit einem angelenkten Stängchen 41
in Verbindung, das in einer Querschiene 42- geführt ist und unter dem Drücke einer
zwischen dieser und einer verstellbaren Mutter 43 befindlichen Feder 44 steht. Auf
der anderen Seite der Querschiene liegen die Stängchen 41 mit Stellmuttern 45 an
dieser an. Durch Anziehen oder Lockern dieser Stellmuttern werden die Scherenkanten
gegen-oder voneinanderbewegt, d. h. also die Scheren mehr oder weniger geöffnet,
was bei der Bearbeitung von verschiedenen Schuhgrößen der gleichen Leistenform in
Betracht kommt. .
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Das Anheben des Scherenkörpers 4o mit den Scheren 38-, 39 zum Anwalken
des Oberleders an den Leisten geschieht durch die Kurve 46 auf der Welle 21, welche
auf die an dem einarmigen Kurvenhebe147 vorgesehene Rolle 48 einwirkt. An dem Hebel
47 befindet sich ein Auge 49, in welchem eine Stange 5o angelenkt ist, die nach
oben führt und in einer Kugel 5,1 endigt, die in der Kugelpfanne 52 eines am Leistenträger
schwingbaren Hebels 53 gelagert ist. Auf diesem Hebel liegt der Schaft 54 des Scherenkörpers
4o auf, der nun beim Anheben der Stange 5o ebenfalls angehoben wird und die Scheren
mitnimmt, die dabei das Oberleder an dem Leisten hochstreichen, während ein zweiter,
kürzerer Bolzen, 55 von der Querstrebe 42 ausgeht, ' der zur Zentrierung des Scherenkörpers
dient und aus noch zu beschreibenden Gründen sich mit seinem unteren Ende in einem
Schlitz führt.
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Da ein geradlinig senkrechtes Hochgehen der Scheren das Oberleder
auf dem Leisten beschädigen würde, weil dieser sich im Längsschnitt nach der Sohlenfläche
zu verbreitert, ist eine Einrichtung vorgesehen, welche selbsttätig, jedoch unter
Möglichkeit eine Nachhilfe von Hand, eine Anpassung der Scheren an die sich verbreiternde
Leistenform in der Längsrichtung des Schuhes gestattet. Diesem Zwecke dient der
Handhebel 56, der zur Erzielung eines großen Gewichtes lang und schwer ausgebildet
ist und erforderlichenfalls noch mit einem einstellbaren
Laufgewicht
versehen sein kann. Der Handhebel 56 ist mit seinem Bolzen 57 fest verbunden; auf
diesem sitzt ein Zahnrad 58, das in die Zahnstange 59 eines im Kopf 2' des Leistenträgers
gelagerten Schiebers 6o eingreift, in dem sowohl der Schaft 54 als auch der Zentrierbolzen
55 des Scherenkörpers geführt sind. Unter dem beim Hochgehen der Walkscheren auf
den Leisten ausgeübten,Druck -müssen diese entsprechend dem zunehmenden Längsschnitt
des Leistens nach der Spitze zu ausweichen. Dies geschieht, indem die Scheren 38,
39 und damit der Scherenkörper 4o zurückgedrängt. werden, wobei sie über. den Schaft
54 (der dabei auf dem Hebel 53 .etwas gleitet) den Schieber 6o nach links
mitnehmen, der seinerseits unter Vermittlung der Zahnstange 59 und des Zahnrades
58 den Handhebel 56 anhebt. Dadurch wird je nach der Schwere des Handhebels der
Druck der Scheren auf das Oberleder nachgiebig gewahrt, und gegebenenfalls kann
der Arbeiter durch Bedienung des Handhebels diese Wirkung noch vergrUern oder vermindern.
Die Längsbewegung der Scheren während des Anhebens ist natürlich nur eine verhältnismäßig
geringe, und damit der Zentrierbolzen 55, welcher an dieser Bewegung nicht teilnimmt,
diese zuläßt, ist er in einem Längsschlitz des Schiebers 6o geführt.
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Der Schließdruck auf die Scheren 38, 39 während des durch die Zahnstange
211 erfolgenden Einziehens des Leistenträgers 2 in die Maschine erfolgt zunächst
durch das Anpressen des Schuhes gegen die Scheren unter Überwindung der auf den
Stängchen 41 befindlichen Federn 4.4., wobei, wie bereits erwähnt, ein leichtes
Zurückgehen des ganzen Scherenkörpers 4.o entgegen dem Gewicht des Handhebels 59
erfolgt. Gegen Ende der Schließbewegung wird aber noch ein zusätzlicher Druck durch
die Scheren auf die Schuhspitze ausgeübt, durch den etwa noch bestehende Falten
im Oberleder endgültig beseitigt werden. Dies geschieht im letzten Abschnitt der
Einwärtsbewegung des Leistenträgers durch ein in der Maschine fest gelagertes Druckstück
66, das auf die in der Mitte des Scherenkörpers 4.o vorgesehene Druckstange 61 wirkt.
Diese trifft gegen das Druckstück 66 und wird dadurch nach außen bewegt, Hierbei
drückt sie kniehebelartig auf zwei kurze Glieder 62, 63, die iri Ausfräsungen 64.
auf der unteren Seite der Scheren untergebracht sind und sowohl gegen diese als
auch gegen den Kopf 61' der Stange 61 anliegen. Durch den Druck auf die Glieder
62, 63 werden die Scheren 38, 39 mit größer Kraft in Richtung ihrer Schließlage
bewegt, so daß während des letztenTeiles ihrerAufwärtsbewegung ein besonders kräftigesAusstreichen
des Oberleders stattfindet. Eine Feder 65 (Abb. 3) ist vorgesehen, um die Stange
61 normalerweise in ihrer Ruhelage zu halten, in der ein Druck auf die Glieder 62,
63 nicht ausgeübt wird.
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Sobald die Scheren sich so weit angehoben haben, daß ihre- Oberflächen
mit der Sohlenfläche bündig liegen, ist die vorbereitende Tätigkeit der Einrichtungen
außerhalb der eigentlichen Maschine i beendet. Der Leistenträger ist inzwischen
völlig in die Maschine eingeschwungen worden, worauf nunmehr die Überschieberscheren
i5o (Abb. 5) in der z. B. bei Fersenzwickmaschinen üblichen Weise in Tätigkeit treten
und das hochgewalkte Oberleder über die Brandsohle schieben. Dies kann durch einmalige
oder mehrmalige Bewegung der Überschieber geschehen, worauf schließlich das Eintreiben
der Befestigungsmittel durch die Hammerkörper 151 mit einem Schlage erfolgt und
das Zwicken der Schuhspitze damit beendet ist.
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Bei Vornahme anderer Leistenformen ist es nur erforderlich, den Scherenkörper
mit den Scheren in seiner Gesamtheit, wie er in Abb.3 dargestellt ist, aus der Maschine,
d. h. aus dem Schieber 6o herauszuziehen und durch einen anderen zu ersetzen.
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Sollte es sich ergeben, daß während oder nach dem Festspannen des
Schuhes durch den Sohlendrücker 12 eine unrichtige Lage desselben beobachtet wird,
so kann diese noch berichtigt werden, indem man den die Kurvenscheiben 23 und 46
antreibenden Motor umschaltet, wodurch der Sohlendrücker als auch der Scherenkörper
mit den Walkscheren wieder zurückgehen und der Schuh zur Berichtigung seiner Lage
freigegeben wird.
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Bei- der Einrichtung nach den Abb. 5 bis 7 wird zum Anpassen des Oberleders
an die Leistenform anstatt der Scheren eine der Form der Schuhspitze entsprechende
Preßform verwendet, in welche die Spitze des Schuhes so hineingedrückt und zentriert
wird, daß bestehende Falten gleichzeitig dabei glattgestrichen werden. Die Anordnung
des in die Maschine hineinbewegten Leistenträgers 2 ist die gleiche wie in dem vorbeschriebenen
Ausführungsbeispiele. Auch hier befindet sich in dem Leistenträger eine senkrechte
Welle 3, um welche die Werkauflage 4. schwingt, die im vorliegenden Falle jedoch
aus zwei Teilen besteht, und zwar aus der eigentlichen Auflage 4 und einem diese
gelenkig stützenden und um die senkrechte Welle drehbaren Tragarm 4.'. Auf der Werkauflage
sind ebenfalls der Leistenzapfen 8 und eine Fersenstütze g angeordnet,
die
in Führungen 4" der Werkauflage einstellbar sind. Die Einrichtung kann natürlich
auch die gleiche wie im ersten Ausführungsbeispiele sein und ist nur als Beispiel
einer besonders einfachen Bauart zu betrachten. Die Spitzenstütze fehlt in diesem
Falle, da sie durch die noch zu beschreibende Preßform überflüssig geworden ist.
Abweichend von dem ersten Ausführungsbeispiel ist auch der Sohlendrücker i2, der
eine andere Ausbildung erfahren hat, indem er seinen hinteren Drehpunkt 12' auf
dem Schuhboden selbst sucht und der außerdem von -einem Fußhebel ioo direkt oder
unter Vermittlung eines. Gestänges ioi, io2 auf die Brandsohle des zu bearbeitenden
Schuhes niedergezogen wird. Die Werkauflage 4 wird in ihrer Ruhelage durch eine
Feder 103, die sich auf der Federstange 104 zwischen der Werkauflage selbst
bzw. einer verstellbaren Mutter io5 und dem Tragarm 4 der Auflage befindet, bis
zur Anlage der Stellmuttern io6 nach oben gedrückt. Die untere Lage wird durch eine
im Leistenträger gelagerte einstellbare Anschlagschraube 107 begrenzt.
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Zum Anpassen des Oberleders an die Leistenform an der Spitze des Schuhes
ist eine Preßform io8 vorgesehen, welche genau der Schuhform entsprechend ausgearbeitet
ist. Diese Preßform befindet sich im Kopfe des Leistenträgers in einer Bohrung 2",
in der sie entgegen dem Druck der Feder iog senkrecht nach unten zu gleiten vermag.
Ihre obere Ruhelage wird durch die Anschlagmuttern i 1 o des Federbolzens i i.i
begrenzt, indem diese sich gegen den Leistenträgerkopf unten anlegen.
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Die Prefform io8 ist ihrer Länge nach gespalten und besteht somit
aus zwei Teilen, die durch Federn 112 so auseinandergedrückt werden, daß die beiden
Teile hinten aneinander anliegen, vorn jedoch einen je nach der Schuhform mehr oder
weniger breiten Spalt frei lassen (Abb:6 und 7). Außerdem -ist die Preßform so ausgebildet,
daß. ihr Kopf io8 unten einen kolbenförmigen Schaft besitzt, in dessen Bohrung io8'
die Feder iog untergebracht ist, während außen ein aus zwei Segmenten ii3, 114 bestehender
Ringkörper die Preßform in der Bohrung 2" zentriert. Diese Segmente bilden jedoch
keinen geschlossenen Körper, sondern lassen vorn und hinten je einen Spalt frei.
Je nach dem Stadium des Arbeitsvorganges ist nun der vordere Spalt 115 mehr oder
weniger geöffnet, während der hintere Spalt stets von einem sich nach unten verjüngenden
Keilstück 116 ausgefüllt ist, dessen jeweilige Stellung zur Höhenlage der Preßform
das Offnen und Schließen des vorderen Spaltes und damit der Preßform bestimmt. Dieses
Keilstück bildet die ringförmige hintere Ergänzung der Segmente 113, 114 und befindet
sich in fester Lage gegenüber der Preßform io8 und. den mit dieser auf und ab beweglichen
Segmenten. Der Keil 116 läuft an seinem unteren, dün-. nen Ende in eine Schraube
117 aus und kann durch die Handmutter i 18 in seiner Höhenlage eingestellt werden.
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In ihrer oberen Lage steht die Preßform io8 mit geschlossenem Spalt
115 über dem Kopf 2 des Leistenträgers, und die Anschlagmutters iio liegt gegen
die Gehäusewand unten an. Wird nun ein zu bearbeitender Schuh, der auf dem Auflager
4 ruht, mit seiner Spitze durch den Sohlendrücker 12 in die Preßform hineingedrückt,
so senkt sich diese (unter gleichzeitigem Senken des Auflagers 4. gegen den Druck
der Feder 103) in der Bohrung io8' nach unten und nimmt die mit ihr verbundenen
Segmente 113, 114 mit. Diese streichen an dem Keil 116 entlang, und zwar gelangen
sie dabei von dem breiteren auf den schmäleren Teil desselben, so daß der Spalt
115 in der Preßform und -zwischen den Segmenten sich unter dem Einfluß der Federn
112 öffnet, wodurch während des Hineinpressens der Schuhspitze in die Preßform diese
sich unter gleichzeitigem Niedergehen um ein gewisses Maß öffnet und dabei eine
streichende Bewegung unter Druck auf das Oberleder ausübt und dadurch etwa vorhandene
Faltenbildungen beseitigt. Sobald die Sohle des, zu bearbeitenden Schuhes mit- der
Oberfläche der bis auf den Kopf 2' niedergegangenen Preßform in gleicher Höhe liegt,
wird der Leistenträger zur weiteren Bearbeitung des Schuhes in die Maschine i eingeschwenkt,
worauf das übliche Einscheren des Zwickeinschlages .durch die Überschieber erfolgt
und der Arbeitsgang schließlich durch das Eintreiben der Befestigungsmittel beendet
wird.