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Nähmaschine, insbesondere zum Nähen von Strohlitzen Die Erfindung
bezieht sich auf eine Nähmaschine und im besonderen auf eine solche, die zum Nähen
von Strohlitzen oder -horten bei der Herstellung von Hüten geeignet ist. Eine für
diesen Zweck bestimmte Maschine ist in der Patentschrift 387 178
beschrieben.
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Eine Maschine der in Frage kommenden Art ist gewöhnlich mit einem
Paar vonnebeneinanderliegenden Nadeln versehen, die von derselben auf und ab gehenden
Nadelstange getragen werden, die unterhalb der Trabplatte für das Arbeitsstück angebracht
ist; eine der genannten Nadeln ist hierbei eine Hakennadel und die andere eine Ohrnadel.
Die Nadeln werden bei der Aufwärtsbewegung der Nadelstange durch das Arbeitsstück
hindurch nach oben gestoßen und arbeiten oberhalb des Arbeitsstückes mit einem Greifer,
der - eine Nadelfadenschleife von der Öhrnadel erfaßt, und mit einem Fadeneinleger
zusammen, der das Darbieten dieser erfaßten Nadelfadenschleife zu der Hakennadel
unterstützt, welche die Nadelfadenschleife durch das Arbeitsstück hindurch nach
unten zieht und sie auf dessen Unterseite für den Eintritt der Ohrnadel bei der
nächsten Aufwärtsbewegung der Nadeln bereitlegt. Die Maschine ist ferner mit einem
unter Federwirkung stehenden Drückerfuß oberhalb des Arbeitsstückes und mit einem
eine Viereckbewegung ausführenden Stoffschieber unterhalb des Arbeitsstücks versehen.
Für das richtige Zusammenarbeiten der Nadeln und der Greifer beim Nähen von Arbeitsstücken
verschiedener Dicke war es üblich, die Greifer auf einem senkrecht bewegbaren Gleitrahmen
zu lagern, dessen Höhenlage durch den Drückerfuß gesteuert wird, und die Maschine
mit einer veränderbaren Nadelstangenantriebsvorrichtung zu versehen, die von dem
die Greifer tragenden Gleitrahmen gesteuert wird, so daß die Aufwärtsbewegung der
Nadeln entsprechend der Höhenlage des genannten Gleitrahmens vergrößert wind.
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Beim Arbeiten einer solchen Maschine mit hoher Geschwindigkeit treten
in der Nadelstangenantriebsvorrichtung Zentrifugalkräfte auf, welche die Neigung
haben, mittels der steuernden Verbindungsteile auf den greifentragenden Gleitrahmen
zurückzuwirken und letzteren zusammen mit dem Drückerfuß von dem Arbeitsstück abzuheben.
Um dieses Bestreben zu vermeiden, ist es bereits vorgeschlagen worden, eine kräftige
Feder anzubringen, welche diesem Bestreben widersteht; jedoch ist die Anbringung
einer solchen Feder beim Nähen von zerbrechlichen Strohlitzen bei geringen oder
mäßigen Geschwindigkeiten, wie beispielsweise bei Beginn des mittleren Teils einer
Hutkrone, nachteilig, da die kräftige Feder, die notwendig ist, um auf den Drückerfuß
eine nach unten gerichtete Kraft auszuüben, für die Strohlitze schädlich ist.
Die
Erfindung bezweckt die Schatiung einer Nähmaschine zum -`sähen von Strohlitzen mit
einer verbesserten veränderbaren .\ adelstangenantriebsvorrichtung, welche vot7''
r# dem greifertragenden Gleitrahmen gesteu,t?t . wird und bei der Gegenkräfte, die
die gong haben, den greifertragenden Gleitrah=m: men emporzuheben, wesentlich verringert
werden. Die Erfindung sieht für das Nähen von zerbrechlichen Strohlitzen eine begrenzte
senkrechte Bewegung des Driickerfußes unter einem leichten Federdruck unabhängig
von dein greifertragenden Gleitrahmen vor, der unter der Wirkung einer kräftigeren
Feder steht. Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung kommt eine von
Hand beeinfiußte Einrichtung zur Verwendung, tim den die Greifer tragenden Gleitrahmen
in jeder gewünschten Arbeitshöhenlage einzustellen.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
dargestellt, und zwar ist Fig. z ein senkrechter Längsschnitt durch eine Maschine
zum Nähen von Strohlitzen gemäl@ der Erfindung, und Fig. 2 ist eine vordere Endansicht
hierzu. Fig. 2 a ist eine Einzelansicht der Greiferantrieb.<<orrichtung.
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Fig.3 ist eine Draufsicht auf den freien Endteil des überhängenden
Maschinenarmes. Fig..I ist ein waagerechter Schnitt durch den Maschinenfuß und veranschaulicht
die Nadelstangenantriebsvorrichtung in der Draufsicht.
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Fig. 5 ist ein senkrechter Querschnitt durch den Maschinenarm neben
dem Gleitrahmen und der D,rückerstange.
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Fig.6 ist eine schaubildliche Ansicht des Drückerfußes und der Drückerstange.
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Fig. ; ist ein Schnitt nach der Linie 7-7 der Fig. i, und Fig.8 ist
eine Einzelansicht der Verankerung für die Drückerstangenfeder der Maschine.
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Das Maschinengestell weist den Fuß i und den Ständer 2 des überhängenden
1laschinenarmes 3 auf, der in den Kopf d. ausläuft. In dein Fuß i ist die Maschinenantriebswelle
3 gelagert, welche die die Nadelstange antreibende Kurbel c> hat, welche durch den
Lenker 7 mit der Kugel 8 an dem hinteren Ende der zylindrischen Stange oder des
zylindrischen @Hebels 9 verbunden ist, der gleitbar in der Führungsmuffe io gelagert
ist, deren Mittlerer Teil ii würfelförmig gestaltet ist und von dessen Seitenflächen
die in Ausrichtung liegenden Lagerzapfen 12 hervorragen, «-elche in den Gleitklötzen
13 gelagert sind, die ihrerseits in den Führungen 14 des Fußes i arbeiten. Die Gleitklötze
13 berühren die Seitenfliichen des ,\-iirfelfürmigeii mittleren Teils i.i der -Nfufie
io und «-erden auf den Lagerzapfen 12 durch die Kappenschrauben
| -rh gehalten. |
| seinem gegabelten vorderen Ende ist |
alrr, Hebel 9 durch den 7.apfen il, mit dem toteren linde des ellenbogenartig gestalteten
Armes i7 verbunden, der starr an der Nadelstange 18 sitzt, die zur Ausführung einer
Aufundabbewegung in der Führung i9 des Fußes i gelagert ist. Die Nadelstange 18
trägt die übliche Hakennadel 20 und die Ohrnadel 21, die nebeneinander in dein Halter
22 sitzen, der an der Nadelstange befestigt ist. Auf dein Hebel 9 sind neben dessen
Enden die Führungsklötze 23 befestigt, welche in senkrechten Führungen zwischen
den Führungsstangen 2.1 arbeiten.
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Es ist zu erkennen, daß die der Nadelstange 18 durch die Kurbel 6
erteilte Hublänge von der Stellung der Lagerzapfen 12 und deren Lagerklötzen 13
in den Führungen abhängt. Ferner ist aus Fig. i zu erkennen, daß, wenn die Kurbel
6 sich an ihrem höchsten Punkt und die Nadelstange i8 an der unteren Grenze ihres
Hubes sich befindet, der Hebel 9 parallel zu den Führungen 1.1 liegt, welche von
ihren hinteren Enden aus auf den Lagerzapfen 16 zu schräg nach unten verlaufen.
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Einer der Lagerklötze 13 (Fig. i) ist durch den Lenker 25 mit dem
einen Arm 26 eines Winkelhebels verbunden, der auf dem Lagerzapfen 27 schwingbar
gelagert ist, welcher von der vorderen Wand des Fußes i nach innen Hervorragt. Der
andere Arm 28 des Winkelhebels ist durch den Lenker 29 mit dem zweiteiligen Kurbelarm
30 von einstellbarer Länge verbunden, welcher auf dem hinteren Ende der Schwingwelle
31 befestigt ist, auf deren vorderem Ende der Kurbelarm 32 (Fig. i und 5) sitzt,
der durch den Lenker 33 mit dem den Greifer tragenden Gleitrahmen 3.4 verbunden
ist, welcher in dem Kopf q. an dem freien Ende des überhängenden Maschinenarmes
3 in senkrechter Richtung bewegbar ist.
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Der Greifer 35, welcher eine Nadelfadenschleife von der Ohrnadel 21
erfaßt und sich in einer Ebene auf der einen Seite der Nadeln und parallel zu dieser
Ebene bewegt, ist in bekannter Weise auf dem Greiferhebel 37 angebracht, welcher
um den Bolzen 38 in dem Gleitrahmen 34. schwingbar gelagert ist. Der Fadeneinleger
36, welcher einen Schenkel der erfaßten Nadelfadenschleife in den Haken der Hakennadel
2o.führt, ist auf dem Greiferträger 39 gelagert, welcher um die Körnerschrauben
40 (Fig. 2) ausschwingt und seine Bewegung von dein Greiferhebel 37 durch den Verbindungslenker
41 erhält. Die Greifervorrichtung wird in der üblichen Weise durch den Kurbelarm
42 auf der Schwingwelle 43
innerhalb des Maschinenarmes 3 angetrieben;
der Kurbelarm 42 ist an seinem unteren Ende gelenkig mit einem Gleitklotz 44 verbunden,
der den Greiferhebel 37 umfaßt.
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In dem Kopf längs des den Greifer tragenden Gleitrahmens 34 ist die
Drückerstange 45 verschiebbar gelagert, welche den üblichen Drückerfuß 46 trägt.
Auf der Drückerstange .1 .5 ist starr ein Arni 47 befestigt (Fig. 6), der an seinem
freien Ende eine Rolle 48 trägt, welche mit dem üblichen, von Hand beeinflußbaren
Steuerhebel 49 zum Lüften der Drückerstange in Eingriff kommen kann. Der Arm 47
weist einen aufrecht stehenden Ansatz 50 mit einer Bohrung 5 i (Fig. 6) auf,
um das freie Ende einer Auslegerfeder 52 aufzunehmen, die mit ihrem hinteren Ende
52' (Fig. 8) in dem inneren Rahmenlappen 53. verankert ist und einen Führungsklotz
54 trägt (Fig. r), dessen gewindelose Bohrung das untere Ende der Einstellschraube
55 für die Drückerstangenfeder aufnimmt. Die Drückerstange 45 hat eine begrenzte
senkrechte Bewegung, die nicht von einer Bewegung des Gleitrahmens 34 begleitet
ist; die Drückerstange weist eine Schulter 56 auf, welche mit dem Gleitrahmen in
Eingriff kommt und ihn anhebt, wenn die Grenze der unabhängigen Bewegung der DTückerstange
überschritten wird. Die Drückerstange 45 kann ferner durch den üblichen Fußtritthebel
49' (Fig. 2) angehoben werden, welcher unter den Zapfen 49" greift, der von der
Drückerstange 45 nach hinten hervorragt.
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Um den Betrag der unabhängig senkrechten Bewegung der Drückerstange
45 einzustellen, ist auf der Oberseite des Maschinenarmkopfes 4 ein Anhaltesteuerteil
57 in Gestalt einer Scheibe vorgesehen, die in einer Kreisbahn um den Schraubzapfen
58 herum einstellbar und mit einer schraubengangförmigen Anhaltefläche 59 versehen
ist, welche mit dem überhängenden Arm 6o in Eingriff kommen kann, der starr an dem
Gleitrahmen 3.1. befestigt ist. Eine verhältnismäßig kräftige Feder 61 (Fig. 4),
die mit dem einen Ende starr an dem CShr 62 befestigt ist, welö hes einstellbar
in dem Schlitz 63 des Maschinenrahmens sitzt, und 'mit ihrem anderen Ende an dem
Winkelhebelarm 26 in dein Fuß der Maschine angreift, hält den Gleitrahmenarm 6o
nachgiebig in Eingriff mit der Anhaltefläche 57 zurück. Die Kraft der verhältnismäßig
starken Feder 61 wird somit nicht auf den Drückerfuß und das darunter befindliche
Arbeitsstück übertragen, vielleicht finit der Ausnahme, wenn das Arbeitsstück eine
gewisse Dicke überschreitet, welche durch die Einstellung der Anhaltefläche 57 bestimmt
ist. Der verhältnismäßig leichte Drückerfuß und die DTückerfußstange können somit
frei den hebenden und fallenden Bewegungen des Stoffschiebers 65 der Maschine folgen,
während der Gleitrahmen 34 gewöhnlich während des Nähvorganges still stehenbleibt;
dieser Gleitrahmen 34 wird nur angehoben, wenn der Arbeiter den Steuerhebe149 bedient,
um den- Drückerfuß 46 für das Einführen oder Entfernen des Arbeitsstücks anzuheben.
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Um die Reibung zwischen der Drückerstange 45 und dem Gleitrahmen 34
.auf ein Mindestmaß zu verringern, sind Rollenlager 64 vorgesehen (Fig.2). Diese
Rollenlager verhindern ein Verziehen der Drückerstange auf den Gleitrahmen hin bei
der lüftenden Bewegung, welche durch den emporgehenden Stoffschieber 65 auftritt,
und bei der senkenden Bewegung, welche durch die Feder veranlaßt wird. Der Angriff
der Feder 52 an dem nach vorn ragenden Arm 47 derart, daß .diese Feder an der Drückervorrichtunt;
an einer Stelle ini wesentlichen senkrecht über dem Angriffspunkt des von dem Stof-Schieber
65 ausgeübten aufwärts gerichtete:i Drucks angreift, verringert gleichfalls die
Neigung der Drückerstange, sich seitlich gegen ihre Führungswandungen zu verziehen.
Der Stoffschieber 65 wird in der üblichen Weise bewegt und arbeitet in dem Stoffschieberschlitz
66 der Tragplatte 67 für das Arbeitsstück.