[go: up one dir, main page]

DE630859C - Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial

Info

Publication number
DE630859C
DE630859C DEP66389D DEP0066389D DE630859C DE 630859 C DE630859 C DE 630859C DE P66389 D DEP66389 D DE P66389D DE P0066389 D DEP0066389 D DE P0066389D DE 630859 C DE630859 C DE 630859C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
ready
aqueous solution
fibers
acid
production
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP66389D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority to NL63019A priority Critical patent/NL37422C/xx
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEP66389D priority patent/DE630859C/de
Priority to BE392265D priority patent/BE392265A/xx
Priority to GB32210/32A priority patent/GB391714A/en
Priority to FR745856D priority patent/FR745856A/fr
Priority to US645951A priority patent/US1918558A/en
Application granted granted Critical
Publication of DE630859C publication Critical patent/DE630859C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial.
  • Es sind eine Reihe derartiger Verfahren bekannt, die meistens eine mechanische Behandlungsstufe aufweisen. So werden beispielsweise Flachs, Ramie o. dgl. zur Gewinnung der Fasern tagelang gerottet und anschließend einer mechanischen Behandlung unterworfen. Schließlich findet ein Bleichen mit verschiedenen Mitteln statt.
  • Pflanzen, wie Sisal, werden in der Regel maschinell von der Oberhaut und soviel wie möglich von allen Pflanzenstoffen befreit, so daß nur die Bastbündel übrigbleiben, die nach der Trocknung hart und steif und dadurch nur für wenige Zwecke brauchbar sind.
  • Diese bekannten Verfahren sind bei der Behandlung von Pflanzenteilen, wie z. B. Ananasblättern, die nicht ohne großen Verlust an Faserstoff maschinell bearbeitet werden können, nachteilig. Die volliegende Erfindung schlägt daher ein Verfahren vor, bei dem das Rotten, die mechanische oder Handbearbeitung und auch das Bleichen von Pflanzen oder Pflanzenteilen völlig in Wegfall kommt.
  • Erfindungsgemäß wird das Rohmaterial ohne jede mechanische Vorbehandlung zunächst unter normalem Druck und vorzugsweise ohne Luftzutritt in einer wäßrigen Lösung von Alkalihydroxyd, z. B. Natriumhy droxy d oder Kaliumhydroxyd, gekocht, dann nacheinander, bei jeweiligen Zwischenwaschungen mittels Wasser, in einer (warmen oder kalten) wäßrigen Lösung von Schwefelsäure, in einer kalten wäßrigen Lösung von Alkalihydroxyden, z. B. Natriumhydroxyd, und in einer wäßrigen Lösung einer Säure, vorzugsweise Salzsäure, behandelt und schließlich getrocknet.
  • Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Pflanzenrohmaterial, die sich keiner mechanischen Behandlungsmittel bedienen, sind an sich bekannt. Auch die beim erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehenen Behandlungsmittel, z. B. Ätznatron und Schwefelsäure, sind bei den bekannten Verfahren vorgeschlagen worden. Gegenüber diesen bekannten Verfahren besitzt die Erfindung erhebliche Vorzüge, die durch die Art der verwendeten Mittel und durch eine genau festgelegte Reihenfolge dieser Mittel bedingt sind. Im besonderen gestaltet sich das erfindungsgemäße Verfahren gegenüber dem Bekannten einfach und führt unter schonender Behandlung des Materials zu völlig aufgeschlossenen und trotz Vermeidung von Bleichmitteln schneeweißen Fasern.
  • Neben dieser Erzielung eines hochwertigen Erzeugnisses besitzt die Erfindung zugleich den Vorteil, daß es bei ihr möglich ist, die Spitzen des Ausgangsmaterials, die aus einer großen Anzahl geteilter Ästchen bestehen, mit zu verarbeiten, während sie sonst abgeschriit-,.' ten und weggeworfen werden müssen. @::='ro Auch wird durch das neue Verfahrener=' reicht, daß die bei mechanischer Bearbeitung geringe Biegsamkeit mancher Fasern, z. B. von Sisalfasern, verbessert und dadurch ihr Anwendungsbereich vergrößert wird.
  • Die Erfindung wird durch das nachstehende Beispiel näher erläutert: Flachsstengel in getrocknetem Zustand werden in einen Tank gebracht und mit einer wäßrigen Lösung von Kaliumhydroxyd in einer Stärke von 9 bis io°/o ohne Zutritt von Luft unter gewöhnlichem Druck ungefähr 5 Minuten gekocht. Wenn man von frischen Sisalfasern (erst mechanisch bearbeitet) oder vbn frischen Ananasblättern ausgeht, muß die Stärke dieses Bades um 50°% erhöht werden.
  • Bei diesem Kochen erfahren die Pflanzeneiweißstoffe eine derartige Veränderung, daß sie im Gegensatz zu den gewöhnlichen Pflanzeneiweißstoffen wohl durch den Bast diffundieren. Dieses Diffundieren der Eiweißstoffe und in den Pflanzen vorkommenden Pentosane, Hemicellulose, Pflanzenleim und Pflanzenschleim wird außerdem sehr erleichtert dadurch, daß der Bast während -des Kochens bereits teilweise gelöst oder derartig in seiner Struktur verändert ist, daß dieses Diffundieren leicht geschehen kann. Die in den Pflanzenvorkommende Pektose ist durch das Kochen verändert erst in Para- oder Metapektin und danach in Para- oder Metapektinsäure und teilweise in para- oder metapektinsaures Kalium, die teilweise löslich sind, teilweise noch unlösliche Gallerte sind. Die Fasern selbst (Cellulose) haben beim Kochen nicht gelitten, da zuerst die Verunreinigungen angegriffen werden und, ehe die Cellulose einigermaßen angegriffen werden könnte, die Kochzeit verlaufen ist: Die Flüssigkeit wird nun entfernt und die Masse in warmem Wasser gewaschen, bis alle Reste der Chemikalien entfernt sind.
  • Für die Umsetzung der noch anwesenden Pektinsäure oder der pektinsauren Salze und Kieselsäureverbindungen wird die Masse in einer warmen oder kalten, etwa i°/oigen wäßrigen Lösung von Schwefelsäure während einer Zeit von ungefähr 3/4 Stunden behandelt, wodurch u. a. der kieselsaure Kalk, der pektinsaure Kalk und der oxalsaure Kalk in schwefelsauren Kalk umgesetzt werden, welcher' auch wenig. löslich ist, und in die diesbezüglichen freien Säuren, während die para-oder metapektinsauren Stoffe in Pektinsäure umgesetzt werden. Auch diese Flüssigkeit wird entfernt und die Masse zwecks Entfernung der Chemikalien mit warmem Wasser ausgewaschen.
  • " Für das Löslichmachen der Pektinsäure °vN=ird die Masse während mindestens i/4 Stunde -in einer wäßrigen, 3- bis i2°/oigen Lösung von 1\Tatriumhydroxy d behandelt, je nach der Feinheit der Fasern, die man erhalten will, wodurch die Pektinsäure in ein lösliches, pektinsaures Salz umgesetzt wird.
  • Die' Flüssigkeit wird nun wieder entfernt und die Masse mit warmem Wasser ausgewaschen zwecks Entfernung der Reste der Chemikalien.
  • Die Masse wird schließlich während ungefähr 5 bis 6 Minuten in einer o,r25°%igen Lösung von Salzsäure behandelt, worin der übrigens schwer lösliche schwefelsaure Kalk genügend löslich ist, um entfernt werden zu können. Danach wird die Masse mit Wasser ausgewaschen. Die so erhaltenen Fasern sind vollkommen sauber und weiß und brauchen nicht mehr einem Bleichprozeß unterworfen zu werden. Da sie keine Stoffe mehr enthalten, die zur Veränderung der Farbe Veranlassung geben könnten, können diese Fasern unbegrenzt lange aufbewahrt werden, ohne daß deren Äußeres eine Änderung erfährt.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung hat noch den Vorteil, daß so gut wie nichts von den angewendeten Chemikalien verlorengeht, da man die Waschwasser nach dem Eindampfen wieder den betreffenden Bädern zufügen kann, um diese wieder auf die gewünschte Stärke zu bringen.
  • Es ist selbstverständlich, daß das Verfahren nicht auf die Behandlung der in den Beispielen angegebenen Stoffe beschränkt ist. Unter den vielen Pflanzenfamilien, die für das Verfahren gemäß der Erfindung in Betracht kommen, können u. a. die nachstehenden genannt werden: Amaryllidaceae, cyclanthaceae, leguminosae, moraceae, malvaceae, linaceae, urticaceae, bromeliaceae, liliaceae, gramineae, palmae, asclepidaceae, tiliaceae, musaceae, thyphaceae, apocynaceae, umbelliferae, juncaceae, salicaceae, euphorbiaceae, rubiaceae, anonaceae, sterculiaceae, Rindenfasern im allgemeinen, pandanaceae.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial, da-' durch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial ohne jede mechanische Vorbehandlung zunächst unter normalem Druck und vorzugsweise ohne Luftzutritt in einer wäßrigen Lösung von Alkalihydroxyden, z. B. Natriumhydroxyd oder Kaliumhydroxyd, gekocht, dann nacheinander, bei jeweiligen Zwischenwaschungen mittels Wasser, in einer (warmen oder kalten) wäßrigen Lösung von Schwefelsäure, in#. einer kalten wäßrigen Lösung von Alkalihydroxyden, z. B. Natriumhydroxyd, und einer wäßrigen Lösung einer Säuro, vö@= zugsweise Salzsäure, - behandelt und schließlich getrocknet wird. a. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß der Alkaligehalt des ersten Bades bei der Behandlung von feuchtem Material erhöht wird.
DEP66389D 1932-11-02 1932-11-06 Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial Expired DE630859C (de)

Priority Applications (6)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NL63019A NL37422C (de) 1932-11-02 1932-11-02
DEP66389D DE630859C (de) 1932-11-02 1932-11-06 Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial
BE392265D BE392265A (de) 1932-11-02 1932-11-12
GB32210/32A GB391714A (en) 1932-11-02 1932-11-14 A method of obtaining fibres from plants, parts of plants and raw fibres
FR745856D FR745856A (fr) 1932-11-02 1932-11-16 Procédé pour le traitement de plantes, de parties de plantes et de fibres brutes
US645951A US1918558A (en) 1932-11-02 1932-12-06 Method for the treatment of plants, parts of plants, and raw fibers

Applications Claiming Priority (5)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NL63019A NL37422C (de) 1932-11-02 1932-11-02
DEP66389D DE630859C (de) 1932-11-02 1932-11-06 Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial
BE392265T 1932-11-12
GB32210/32A GB391714A (en) 1932-11-02 1932-11-14 A method of obtaining fibres from plants, parts of plants and raw fibres
FR745856T 1932-11-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE630859C true DE630859C (de) 1936-06-08

Family

ID=32096486

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEP66389D Expired DE630859C (de) 1932-11-02 1932-11-06 Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial

Country Status (6)

Country Link
US (1) US1918558A (de)
BE (1) BE392265A (de)
DE (1) DE630859C (de)
FR (1) FR745856A (de)
GB (1) GB391714A (de)
NL (1) NL37422C (de)

Families Citing this family (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB1484310A (en) * 1973-10-23 1977-09-01 Castillo E Producing fermentable powdered syrup and alpha-cellulose from xerophyte plants
USH1672H (en) * 1988-03-28 1997-08-05 Kimberly-Clark Corporation Tissue products made from low-coarseness fibers

Also Published As

Publication number Publication date
NL37422C (de) 1936-02-15
FR745856A (fr) 1933-05-17
US1918558A (en) 1933-07-18
GB391714A (en) 1933-05-04
BE392265A (de) 1932-12-31

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE630859C (de) Verfahren zur Gewinnung spinnfertiger Fasern aus Pflanzenrohmaterial
DE922786C (de) Verfahren fuer das Gewinnen von spinnbaren Bastfasern
DE331802C (de) Verfahren zur Herstellung von leicht bleichbaren Zellstoffasern
DE733477C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Fasern aus Sojabohnenprotein
AT90338B (de) Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Schilf, insbesondere aus Rohrkolbenschilf.
DE313344C (de)
AT97901B (de) Verfahren zur Herstellung von leicht bleichbaren Zellstoffasern als in der Baumwollspinnerei unmittelbar verspinnbarer Baumwollersatz, sowie als Rohstoff für die Fabrikation von Papier, Nitrozellulose usw.
DE163660C (de)
DE347086C (de) Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Schilf aller Gattungen, insbesondere aus Teichkolben- und Rohrkolbenschilf (Typhaceen)
DE1005824B (de) Verfahren zur Erzeugung von alphacellulosereichem, pentosanarmem Zellstoff
DE576339C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden, Folien und anderen geformten Gebilden aus Celluloseestern und- aethern
DE388998C (de) Verfahren zur Gewinnung von Textilfasern und Zellstoff aus geeigneten Rohpflanzen, wie Brennesseln, Jute, Schilf, Typha u. dgl.
DE490293C (de) Verfahren zum Gewinnen von auf Feingarn verspinnbaren Fasern aus Hartfasern
AT136368B (de) Verfahren zur Gewinnung textiler Rohfasern aus Pflanzenstengeln.
AT125453B (de) Verfahren zur Gewinnung von verspinnbaren Fasern aus faserführenden Pflanzen.
DE250410C (de)
DE733708C (de) Verfahren zur Veredlung von Holzdraht
DE498758C (de) Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen
DE728000C (de) Verfahren zum Aufschliessen von geroestetem Hanfbast
DE969452C (de) Verfahren zur Gewinnung von Kunstfaserzellstoffen
DE727737C (de) Verfahren zur Erhoehung der Dehnbarkeit von Streckkunstseidenfaeden aus Celluloseabkoemmlingen
DE748055C (de) Verfahren zur Herstellung alkaliarmer Viskose
DE528042C (de) Verfahren zur Herstellung hochviskoser Zellstoffe
AT130653B (de) Verfahren zur Herstellung von Lösungen aus Cellulose oder Celluloseverbindungen.
DE332096C (de) Verfahren zur Gewinnung von spinnbaren Fasern aus Nadeln von Kiefern und anderen Koniferen