DE638959C - Einrichtung zum Messen oder Registrieren von physikalischen Groessen durch entsprechende AEnderungen eines Wechselstromwiderstandes - Google Patents
Einrichtung zum Messen oder Registrieren von physikalischen Groessen durch entsprechende AEnderungen eines WechselstromwiderstandesInfo
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Description
Es ist bekannt, physikalische Größen dadurch zu messen oder ihren zeitlichen Verlauf
dadurch aufzuzeichnen, daß man die Änderungen der zu messenden Größe in entsprechende
Änderungen eines Wechselstromwiderstandes umwandelt. So kann man z. B.
kleine Verschiebungen, Drücke, Verdrehungen usw. in Kapazitätsänderungen überführen.
Zur Messung der Kapazitätsänderungen sind verschiedene Verfahren bekanntgeworden.
Wenn es sich um die Registrierung schnell verlaufender Kapazitätsänderungen handelt, wird vielfach das als Methode der
halben Resonanzkurve bekannte Hochfrequenzverfahren benutzt. Mit Rücksicht auf
'die Stabilität und Reproduzierbarkeit der Meßwerte ist es aber vorteilhaft, eine Brükkenschaltung
zu verwenden.
Es ist nun bekannt, bei Wechselstrommessungen in Brückenanordnungen das Meßobjekt
so abzuschirmen und die Schirme mit der Brücke so zu verbinden, daß es möglich
ist, den Scheinwiderstand zu messen, ohne daß die Kapazität des Meßobjektes gegen die
Umgebung bzw. gegen den Schirm in die Meßergebnisse mit eingeht. Diese Anordnungen
arbeiten jedoch nur einwandfrei, wenn die Brücke sich im Gleichgewicht befindet.
Wird eine solche Brücke dagegen in unabgeglichenem Zustand verwendet, d. h. soll aus der Brückenausgangsspannung auf
die Änderung des Meßwiderstandes geschlossen werden, so fälschen die vorhandenen Störkapazitäten
die Messung, so daß keine eindeutige Beziehung zwischen der Widerstandsänderung und der Spannung am Brückenausgang
besteht. Eine Messung wird überhaupt unmöglich, wenn diese Störkapazitäten sich
während der Messung ändern, z. B. wenn sie im wesentlichen durch die Zuleitungen zum
Meßobjekt eingeführt werden, die im Betrieb Erschütterungen ausgesetzt sind. Ähnlich
wie diese Störkapazitäten wirken unabhängig auftretende Änderungen der für die Messungen
nicht interessierenden Scheinwiderstandskomponenten, ζ. Β. des Wirkwiderstandes
einer zu messenden Kapazität.
Diese Nachteile werden gemäß der Erfindung durch die Verwendung eines phasenempfindlichen
Indikators vermieden, der so eingestellt ist, daß er nur auf die durch Änderungen
der Größe des Meßobjektes erzeugte Spannungskomponente der Ausgangsspannung der Brücke anspricht. Als phasenempfindlicher
Indikator ist eine Anzeigevorrichtung anzusehen, deren Anzeigewert nicht nur von der Amplitude, sondern auch von der
Phasenlage der zu messenden Wechselstrom-
*.) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Hans Walter f in Berlin-Siemensstadt.
größe beeinflußt wird. Als Bezugspunkt dient ■ hierbei zweckmäßig eine dem Indikator
gleichzeitig zugeführte synchrone Hilfsspannung, die eine beliebige, je nach dem Zweclg
der Messung einstellbare Phasenlage hat. Jfr· wiefern durch die neue Anordnung die Jg^?
schilderten Nachteile der bekannten Einri'dl·
tungen vermieden werden, soll an einem Beispiel an Hand der Abbildungen erläutert werden.
Es möge sich beispielsweise darum handeln,
kleine Änderungen einer Kapazität laufend anzuzeigen bzw. aufzuzeichnen, die durch
Änderungen der zu messenden Größe hervorgerufen werden.
Eine einfache Ausführungsform einer bekannten Meßbrücke zeigt Fig. 1. Der Meßkondensator
Cx wird mit einem Normalkondensator Cn verglichen. Die Verhältnisarme
R1, i?2 bestehen aus beliebigen ohmschen
oder komplexen Widerständen. Die Brücke wird von einer WechselstromquelleS gespeist;
bei Änderungen von Cx zeigt der Indikator /
einen Ausschlag, aus dem auf die Kapazitätsänderung geschlossen werden kann.
Das Meßverfahren" mit einer Brückenschaltung dieser Art hat ebenso wie andere bekannte
Verfahren, z. B. auch das nach der Methode der halben Resonanzkurve, den Nachteil, daß die Kapazitäten, die die Zuleitungen
a, b gegeneinander besitzen, sich der Meßkapazität Cx parallel legen und so die
Messung störend beeinflussen. In vielen Fällen lassen sich bewegliche Zuleitungen beträchtlicher
Länge nicht vermeiden, wobei dann die Zuleitungskapazitäten leicht ein
Vielfaches der Meßkapazität Cx betragen. Ebenso überwiegen oft die unvermeidlichen
Änderungen der Zuleitungskapazitäten die'zu messenden Änderungen von Cx.
Es ist bekannt, daß man durch Schirmung und geeignete Wahl der Schirmpotentiale verhindern
kann, daß sich diese Störkapazitäten der Meßkapazität in der Brücke parallel ♦5 legen. Ein Ausführungsbeispiel zeigt Fig. 2.
Die Zuleitungen zu Cx sind einzeln durch die Schirme P1 und P2 geschützt. Die konzentriert
gedachte Kapazität zwischen jeder Zuleitung und dem zugehörigen Schirm sei Ca
bzw. Cb. Verbindet man die Schirme mit dem Brückenpunkt d bzw. werden sie wie dieser
geerdet, so wirken die Zuleitungskapazitäten Ca, Cb an den in Fig. 2 punktiert eingezeichneten
Stellen.
■55 Ein anderes Ausführungsbeispiel, bei dem ein Punkt von Cx geerdet ist, zeigt Fig. 3.
Hier ist die eine Verbindung zu Cx durch Erde ersetzt und die zweite mit zwei Schirmen
umgeben, von denen der äußere auch wegfallen kann, wobei dann Ca die Kapazität
gegen die Umgebung darstellt. Im allgemeinen kann man auch einen Punkt der Stromquelle
erden bzw. mit dem Schirm verbinden, wie es sich in den Fig. 2 und 3 z. B. durch
■^Vertauschen von Stromquelle und Indikator ; "pigibt. Die eine der Teilkapazitäten legt sich
ijdä-hn nicht dem Indikator, sondern der Stromquelle
parallel.
Diese an sich bekannten Maßnahmen genügen aber noch nicht, um die Wirkung unabhängiger
Änderungen der Zuleitungskapazitäten für die Messung unwirksam zu machen. Die eine Teilkapazität Ca verringert in dem
dargestellten Beispiel zwar nur die Empfindlichkeit des Indikators und kann bei Verwendung
eines genügend niederohmigen Indikators unschädlich gemacht werden. Dagegen bewirkt die Teilkapazitat C6 ebenso wie die
zu messende Änderung von Cx eine Verstimmung der Brücke, stört also die Messung. So
Eine einwandfreie Messung wird erfindungsgemäß mit einer Einrichtung erreicht,
bei der eine in beschriebener Weise geschirmte Brücke mit einem phasenempfindlichen
Indikator vereinigt wird, z. B. in der aus Fig. 4 ersichtlichen Weise. Die Teilkapazitäten
sind wieder in der Brücke an den Stellen punktiert eingezeichnet, an denen sie im Betrieb wirksam werden. Wird in der
zunächst abgestimmt gedachten Brücke die Kapazität Cx verändert, so entsteht am Brükkenausgang
eine Spannung, die vektoriell mit E1 bezeichnet sei. Wird dagegen die
abgestimmt gedachte Brücke durch,, Hinzuschalten oder Verändern von Cb verstimmt,
so entsteht eine Ausgangsspannung, die mit jB2 bezeichnet werden möge." Es läßt sich nun
leicht nachweisen, daß E1 stets gegenüber Es
um 900 in der Phase verschoben ist, falls
gewählt wird. Verwendet man
nun zur Anzeige der Brückenausgangsspannung einen phasenempfindlichen Indikator der
oben gekennzeichneten Art in der Weise, daß die Spannung E1 mit maximaler Empfindlichkeit
angezeigt wird, so bleibt die um 90 ° verschobene Spannung E2 ohne Einfluß auf
die Messung, gleichgültig ob diese allein oder zugleich mit E1 auftritt.
Phasenempfindliche Indikatoren sind an iw
sich zur Erleichterung der Abstimmung in Verbindung mit Wechselstrommeßbrücken bekannt.
Im vorliegenden Falle wird aber durch die Anwendung eines phasenempfindlichen Indikators bei einer Brückenschaltung,
die derart abgeschirmt ist, daß die Teilkapazitäten, insbesondere die des Meßobjektes und
seiner Verbindungsleitungen, gegen die Schirme sich entweder der Stromquelle, dem
Indikator oder einem der Brückenzweige, jedoch nicht der Meßgröße, parallel legen, erreicht,
daß die bei Verwendung der Meß-
brücke in nicht abgeglichenem Zustande auftretenden, störenden Einflüsse der Teilkapazitäten
vermieden werden.
Die Einzelheiten einer als Beispiel dienenden Meßschaltung sind nach Fig. 4 folgende:
Die Wechselspannung wird in bekannter Weise von einem rückgekoppelten Röhrengenerator erzeugt. R1 ist das Schwingrohr,
L1 und C1 sind die frequenzbestimmenden
Schwingkreiselemente. Dem Generator wird . die Energie über den Transformator U1 entnommen,
dessen Windungen W1 im Schwingkreis liegen. Über die Windungen W2 wird
der Meßbrücke die Speisespannung zugeführt.
Die Windungen ws, W4 des Übertragers U1
dienen zur Entnahme der Hilfsspannung für den phasenempfindlichen Indikator. Die Meßbrücke
entspricht der Anordnung von Fig. 2. Zum Ausgleich des unveränderlichen Teiles der variablen Störkapazität C6 ist ein Kondensator
C1I vorgesehen. Der Ausgang der
Meßbrücke ist mit dem Eingang eines zweistufigen Verstärkers R3, i?4 verbunden, der
zur Vermeidung zusätzlicher Phasendrehungen mit Widerstandskopplung ausgeführt und,
falls erforderlich, für das zu übertragende Frequenzband mit besonderer Phasenentzerrung
ausgerüstet, ist. Vom Verstärkerausgang gelangt die zu messende Spannung über
einen Empfindlichkeitsregler R1, und den Übertrager
U2 zu dem phasenempfindlichen Indikator.
Als solcher.ist hier eine bereits bekannte Gleichrichteranordnung verwendet, die aus
zwei Gleichrichterkreisen besteht, von denen jeder einen Widerstand T1 bzw. r2 und eine
Gleichrichterkombination G1 bzw. G2 enthält,
die hier in der bekannten Graetzschen Anordnung ausgeführt ist. Jedem der Kreise wird
außer der zu messenden Spannung eine gegenüber dieser große Hilfsspannung zugeführt,
wobei in dem einen Kreis die Summe, in dem anderen die Differenz von Hilfs- und Meßspannung
wirkt. Die Hilfsspannung bewirkt lediglich das synchrone Öffnen und Sperren der Gleichrichter und ist auf das an den
Klemmen x, y angeschlossene Anzeigeinstrument / unwirksam. Auf dieses wirkt ein
Strom von der Größe i = k · E cos φ, wo E
die Meßspannung, φ den Winkel zwischen dieser und der Hilfsspannung und k eine
Konstante bedeuten. Nach den vorangegangenen Erläuterungen muß cos φ für diejenige
Komponente der Meßspannung zu 1 werden, die durch eine Veränderung der Meßgröße Cx
hervorgerufen wird. Um das zu erreichen, wird im allgemeinen eine feste Phasendrehung
der Meß- oder Hilfsspannung vorzusehen sein, z. B. durch einen Scheinwider-So stand Z vor der Meßbrücke.
Handelt es sich um die Darstellung schneller Änderungen von Cx, so wird das Anzeigeorgan
zweckmäßig eine Oszillographenschleife sein. Natürlich muß die Frequenz
des speisenden Generators höher sein als die höchste Teilfrequenz der aufzuzeichnenden
Änderungen. Dabei kann es sich als nötig erweis&a, die Speisefrequenz von der Schleife
durch einen Filter F fernzuhalten, sofern die
Grenzfrequenz der Schleife selbst nicht genügend tief dagegenliegt. Bei der dargestellten
Doppelgleichrichtung ist im Ausgangssystem nicht die Speisefrequenz, sondern die
doppelte Frequenz der Speisespannung enthalten, was für die Siebung günstiger ist.
In der Fig. 4 ist schließlich noch eine nicht zum Gegenstand der Erfindung gehörende
Einrichtung A zur Entnahme der Heiz- und Anodenspannungen aus dem Wechselstromnetz
dargestellt.
Als phasenempfindlicher Indikator kann auch jede andere Anordnung mit den gekennzeichneten
Eigenschaften verwendet werden, z.B. bekannte Bolometer und Thermokreuzschaltungen
oder ein Dynamometer. Ebenso kann auch die Meßbrücke noch andere Ausgestaltungen
erfahren. Wesentlich ist nur, daß die störenden Teilkapazitäten des Meßobjektes durch geeigneten Aufbau teils der
Stromquelle oder dem Indikator, teils einem der Brückenzweige in der Weise parallel gelegt
werden, daß die durch sie hervorgerufenen Ausgangsspannungen der Brücke um annähernd
900 gegenüber denen verschoben sind, die durch die zu messenden Änderungen
des Objektes erzeugt werden, und daß ein phasenempfindlicher Indikator verwendet
wird, der auf diese störenden Spannungskomponenten nicht anspricht. Die Erfindung kann
auch nutzbar gemacht werden bei der Kon- J trolle von Werkstoffen, die sich als Dielektrikum
zwischen den Platten des Meßkondensators befinden.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Einrichtung zum Messen oder Registrieren von physikalischen Größen durch entsprechende Änderungen eines Wechselstromwiderstandes unter Benutzung einer nicht abgeglichenen Brückenschaltung, die no derart abgeschirmt ist, daß die Teilkapazitäten, insbesondere die des Meßobjektes und seiner Verbindungsleitungen, gegen die Schirme sich entweder der Stromquelle, dem Indikator oder einem der Brückenzweige, jedoch nicht der Meßgröße, parallel legen, gekennzeichnet durch einen phasenempfindlichen Indikator, der so eingestellt ist, daß er nur auf die durch Änderungen der Größe des Meßobjektes erzeugte Spannungskomponente der Ausgangsspannung der Brücke anspricht.
- 2. Einrichtung nach Anspruch ι mit einem Verstärker für die Meßspannung, dadurch gekennzeichnet, daß dieser in dem zu übertragenden Frequenzbereich entweder infolge seines Aufbaues ohne Phasenverzerrung arbeitet oder mit besonderen Schaltmitteln zur Phasenentzerrung versehen ist.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch elektrische Siebmittel oder durch Wahl der Eigenfrequenz des Anzeigeorgans im Indikator alle Frequenzen, die höher liegen als die höchste Änderungsfrequenz des zu messenden Widerstandes, von dem Anzeigeorgan ferngehalten werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DES103241D DE638959C (de) | 1932-02-14 | 1932-02-14 | Einrichtung zum Messen oder Registrieren von physikalischen Groessen durch entsprechende AEnderungen eines Wechselstromwiderstandes |
Publications (1)
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|---|---|
| DE638959C true DE638959C (de) | 1936-11-25 |
Family
ID=7525022
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES103241D Expired DE638959C (de) | 1932-02-14 | 1932-02-14 | Einrichtung zum Messen oder Registrieren von physikalischen Groessen durch entsprechende AEnderungen eines Wechselstromwiderstandes |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE638959C (de) |
-
1932
- 1932-02-14 DE DES103241D patent/DE638959C/de not_active Expired
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