DE63737C - Torfstechmaschine mit Kettenbetrieb - Google Patents
Torfstechmaschine mit KettenbetriebInfo
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- E21—EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
- E21C—MINING OR QUARRYING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT,
PATENTSCHRIFT
KLASSE 10: Brennstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. September 1890 ab.
Durch die vorliegende Erfindung soll die bisher gebräuchliche Torfstechmaschine nicht
nur vereinfacht, weniger kostspielig und leistungsfähiger werden, sondern auch gleichzeitig für
Torfmoore von geringer Mächtigkeit ökonomisch vortheilhafte Anwendung finden können,
da die jetzigen Maschinen ihres hohen Gewichtes und der Umständlichkeit ihrer Handhabung
wegen für derartige Moore sich wenig geeignet erweisen. .
Auf der beiliegenden Zeichnung sind die Neuerungen, die im wesentlichen die praktische
Brauchbarkeit der vorliegenden Constructionen bedingen, beispielsweise an einer einzigen Maschine
zur Anschauung gebracht und in der nachstehenden Beschreibung erläutert.
Bei den sonst gebräuchlichen Torfstechmaschinen kommen bekanntlich zur verticalen
Ab- wie Aufwärtsbewegung des Stecherapparates Zahnstange und Zahnrad, welches letztere durch
Kurbel oder Griffrad gedreht wird, in Anwendung, und bezweckt nun die vorliegende
Construction, die Zahnstange und das Zahnrad durch Kette und Kettenrad zu ersetzen, wobei
bemerkt wird, dafs unter Kette auch deren Aequivalente, z. B. Seile, Riemen, Gurte, Bänder
u. s. w., überall gemeint sein sollen.
In Fig. ι stellt S den sogenannten Stecher
der Torfstechmaschine dar, m den am unteren Ende des ersteren befindlichen Messerkasten,
ρ die am Führungsständer gelagerte Welle, auf welcher das Kettenrad q befestigt ist, und L
endlich das mit Kurbel versehene Schwungrad, durch welches der Antrieb bewerkstelligt wird.
Die Kette v, die mit dem einen Ende unten am Stecher S befestigt ist, geht vertical aufwärts,
indem sie um das Kettenrad q herumläuft, und ist mit ihrem anderen Ende oben
mit dem Stecher S fest verbunden. Es leuchtet ein, dafs bei einer Drehung der Kurbel im
Sinne des in Fig. 1 eingezeichneten Pfeiles der Stecher abwärts geht und bei entgegengesetzter
Drehung gehoben wird.
Durch die Fig. 2 und 3 ist eine Kettenanordnung vorgeführt, bei welcher durch die
Kurbeldrehung gleichzeitig der im Messerkasten bewegliche Schieber s beeinflufst wird, und
zwar in folgender Weise: Um das Kettenrad q ist die Kette ν derartig gelegt, dafs· das
untere verticale Ende derselben unter der Messerkastenrolle q : geführt und mittelst einer
Oese χ am oberen Theile des Schiebers s befestigt ist, während das obere verticale Ende
der Kette, über die Rolle q" laufend, abwärts geführt und ebenfalls mit der Oese am Schieber
verbunden ist. Die Fig. 2 und 3 veranschaulichen den Stecher mit geschlossenem bezw.
geöffnetem Schieber und lassen erkennen, dafs bei einer Drehung des Kettenrades q im Sinne
des in Fig. 2 eingezeichneten Pfeiles stets der Schieber s zuerst den Stecher unten abschliefst,
die gestochene Torfsäule also unten im Moore durchschneidet und dann erst der Stecher nebst
der Torfsäule gehoben wird, und umgekehrt, dafs bei einer Drehung im Sinne des der Fig. 3
beigefügten Pfeiles erst der Schieber zurückgezogen wird, ehe der Stecher durch sein
Eigengewicht sowohl wie durch Einwirkung der Kette abwärts geht. Es wird demnach
beim Heraufwinden des Stechers immer zuerst die Torfsäule vom Schieber durchschnitten
und beim Herabfallen des Stechers vorher stets der Schieber zurückgezogen werden. Diese
Anordnung ermöglicht es, dafs die bei den bisherigen Torfstechmaschinen zur Functionirung
des Schiebers benöthigte sogenannte Hebelscheere mit Zugschienen fortfallen kann,
und dafs hierdurch nicht nur die Construction und Handhabung der Maschine wesentlich vereinfacht,
sondern auch die Torfförderung entsprechend schneller von Statten gehen wird.
Es ist selbstverständlich, dafs die vorstehend beschriebenen Constructionen sowohl mit als
auch ohne Vorgelege in Anwendung kommen können.
Fig. 4 zeigt die Seitenansicht der mit den vorliegenden Neuerungen versehenen Maschine,
sowie die Aufstellung der letzteren auf dem Moore. G stellt den Graben dar, an welchem
die Maschine entlang arbeitet, M die Oberfläche des von der Maschine zu fördernden
Moores nach Abnahme der sogenannten Bunker- ■ erde (Abraum), und M1 die natürliche Mooroberfläche,
welche die Maschine nebst ihrem Zubehör aufnimmt und wohin der geförderte Torf behufs seiner Trocknung oder weiteren
Verarbeitung geschafft wird.
Die nach dem Trockenplatz führende, rechtwinklig zum Graben G gelagerte Wagenbahn b
ist mit dem rahmenartigen Maschinenuntergestell B derartig verbunden, dafs das äufsere
Ende derselben durch das Gegengewicht der Wagenbahn b nicht nur freischwebend über
den zu hebenden Torf gehalten wird, sondern noch im Stande ist, den sogenannten Stecher S
der Maschine, sowie Wagen W und den zur Bedienung erforderlichen Arbeiter aufzunehmen,
ohne überzukippen. Ist die Wagenbahn b nur von. geringer Länge, so kann solche zur Herstellung
des Gleichgewichts besonders belastet werden.
Bei gröfserer Ausladung des Maschinenrahmens B oder bei Ausführung der Maschine
in gröfserer Dimension könnte B oder das Trittbrett t, auf welchem der zur Bedienung
nöthige Arbeiter steht, in der bisher üblichen Weise mit einem Fufs versehen werden, welcher
sich auf M stützt und das Uebergewicht daher aufnimmt.
Der eigentliche Stecherapparat ist über einem kastenartigen Rahmen K montirt, der mittelst
der Achse α und der beiden Räder r r, sowie des vorderen Rades r1 auf dem Maschinenrahmen
B hin- und herbeweglich ist. Um die Bolzen ο ο des Kastens K ist der Ständer F
(Fig. 4 und 6), der den Stecher trägt und demselben bei seiner vertical ab- und aufwärts
gehenden Bewegung die erforderliche Führung giebt, im Sinne des in Fig. 6 gezeichneten
Pfeiles um go° drehbar. Es leuchtet demnach ein, dafs gleichzeitig mit dem Führungsständer
sich auch der Stecher 5 dreht, und zwar in der Weise, dafs nach erfolgter Drehung S in
die horizontale Lage kommt, wodurch beim Zurückgehen des Stechers in die verticale Ruhelage
die gestochene und gehobene Torfsäule auf dem oberen Brett W1 des Wagens W
liegen bleibt, da der Stecher nach der Wagenseite hin offen ist.
Der Führungsständer F wird von den beiden verticalen L-Eisen e e (Fig. 6 und 7) gebildet,
an deren Enden die Führungen // für den Stecher befestigt sind. Durch die beiden
Winkel/1/1, die mit e e fest verbunden sind, wird die Drehung um Bolzen 0 0 herbeigeführt.
Der horizontale Schenkel/1 ist vertical abwärts gebogen und stützt sich dieser Theil auf die
Achse a.
Die beiden verticalen, langen L-Eisen««
nehmen unten den Messerkasten auf und geben dem Stecher in den Führungsstücken // die
erforderliche Führung (Fig. 7). Zur Verstärkung der Stecherconstruction sind an den
schmalen Seiten des Messerkastens noch die Flacheisenschienen Ti1Ti1, wie aus Fig. 4 ersichtlich,
angebracht. Um ein leichtes Eindringen des Schiebers s in die Torfsäule herbeizuführen,
ist die Schneide von s mit scharfen Spitzen oder Zinken versehen, wie Fig. 5 erkennen
läfst; aus gleichem Grunde ist auch die nach dem Wagen gerichtete Seite des Messerkastens
in ausgezackt (Fig. 1 o).
Auf der Ketten- oder Schwungradwelle η ist noch das Sperrrad N (Fig. 7) angebracht,
in welches eine Sperrklinke eingreifen kann, um den Stecher in jeder beliebigen Höhe feststellen
zu können.
Nachdem die gestochene und gehobene Torfsäule durch eine Drehung des Stechers auf den
Wagen gelangt ist, wird mittelst des Abschneidapparates A die Torfsäule χ in Torfsooden
getheilt und dann der Wagen W nach dem Trockenplatz gerollt. Der Wagen W läuft
mit den Rändern seiner Räder auf den mit dem Stechapparat hin- und herbeweglichen
Schienen yy, welche die Verbindung mit der Wagenbahn b herstellen, auf der dann die
Räder mit ihren Laufflächen rollen.
Der Abschneidapparat besteht im wesentlichen aus einem um Scharniere d drehbaren
Rahmen A, in welchem die Messer oder Drähte angebracht sind.
Die Scharniere d, um welche der Messerrahmen drehbar ist, sind auf einer Schiene g
befestigt, deren eines Ende mit dem kasten-
artigen Rahmen K verbunden ist, während das andere Ende desselben auf einer Rolle i ruht,
die mittelst eines oben gabelförmigen Ständers an dem Maschinenrahmen B angebracht ist.
Es ist demnach klar, dafs der Abschneider gleichzeitig mit dem Stecher auf dem Maschinenuntergestell
hin- und herbewegt wird, um bei jedem Ortswechsel des Stecherapparates in Thätigkeit treten zu können.
Der Messerrahmen ist nach hinten mit dem Gewichtsarm u ausgestattet, der den ersteren
nach erfolgtem Schnitt in die verticale Ruhelage zurückführt.
Um ein seitliches Umkippen des Stecherapparates zu vermeiden, sind auf der Achse a
die beiden Winkel ZZ befestigt, deren kurze, horizontale Schenkel dicht unterhalb der Unterkante
des Maschinengestellrahmens B liegen, wie es Fig. 8 veranschaulicht.
Es ist selbstverständlich, dafs die Abschneidvorrichtung auch mit dem Maschinenrahmen B
fest verbunden sein kann, also unabhängig von der Bewegung des Stecherapparates bleibt.
Der Maschinenrahmen B ist mit den beiden gabelförmigen Armen E E, die die Rollen h h
aufnehmen, versehen, so dafs sowohl das Ende der Wagenbahn b, wie der Gestellrahmen B
mittelst dieser Rollen auf die längs des Grabens gelegten Rückbahnen R R, die oben eine
Schiene tragen, ihre Lage erhalten und demnach die gesammte Maschine nebst Bahnen
längs des Grabens leicht verschiebbar sind.
Das Weiterrücken der Maschine auf der mit Löchern II... versehenen Rückbahn R wird
wie bei den früheren Maschinen mittelst der Zugstange P, die mit ihrem unteren Ende in
die Löcher I hineinsteckbar, und durch die Zugschiene Q,, die sowohl mit P, wie mit der
Maschine drehbar verbunden ist, bewerkstelligt (F>g- 9)·
Damit die Maschine in ihrer Lage unverrückbar festgehalten wird, ist eine Verbindungsstange V in Anwendung gekommen, deren
unteres Ende- mit der Maschine in drehbarer Verbindung steht, während das obere Ende in
einen Zapfen der Zugstange P eingelegt werden kann. Soll die Maschine weitergerückt werden,
so wird zunächst das obere Ende von V aus- - gelöst, darauf die Zugstange in die punktirte
Lage gebracht, indem das untere Ende von P in das nächste Loch eingesetzt wurde. Wird
nun P in die ursprüngliche Richtung zurückgebracht und das obere Ende von V wieder
eingelegt, so ist es klar, dafs die Maschine um den Abstand zweier Löcher von einander
weitergerückt ist und die Maschine eine unwandelbare feste Lage erhalten hat.
Um beim Entleeren des Stechers ein vorzeitiges Herausfallen der Torfsäule unmöglich
zu machen, wird das mit einem Scharnier am Wagen W angebrachte Wagenbrett W1 vorher
stets in die verticale Stellung gebracht und dann erst mit dem Stecher in die horizontale Lage
zurückbewegt, indem W1 der Torfsäule während dieser Drehung als Unterlage dient. Die
am Wagen befindliche Gabel c (Fig. 11) greift
um die Zapfen O O, um während der Bewegung
von W1 ein Zurücklaufen des Wagens zu verhindern.
Claims (6)
1. Eine Torfstechmaschine mit Kettenbetrieb, bei welcher der Stecher (S) mittelst Kette/v)
und Kettenrades (q) dadurch ab- und aufwärts bewegbar ist, dafs die um das durch
Kurbel drehbare Kettenrad laufende Kette mit ihren beiden Enden unten bezw. oben entweder mit dem Stecher fest verbunden
ist, oder dafs die Enden dieser Kette, nachdem sie unten und oben über Rollen fq1 q") geführt, mit dem Schieber (sj
des Messerkastens (m) in der Weise befestigt sind, dafs vor dem Abwärtsgehen
des Stechers der Schieber zurückgezogen, dagegen vor dem Heraufgehen des Stechers
der Schieber vorgezogen wird (Fig. 2 und 3).
2. Eine Torfstechmaschine der unter 1. bezeichneten Art, bei welcher der Maschinenrahmen
(BJ, auf welchem der Stecherapparat horizontal hin- und herbeweglich mit der belasteten oder unbelasteten Wagenbahn
(b) in der Weise verbunden ist, dafs der Maschine sammt ihrer Belastung mit
oder ohne Anwendung eines Maschinenfüfses das Gleichgewicht gehalten wird.
3. Eine Torfstechmaschine der unter 1. bezeichneten Art, bei welcher der zur Aufnahme
des Stechers bestimmte, mit Rollen auf dem Maschinenrahmen (BJ bewegliche
kastenartige Rahmen (K) vorn mit einer auf einer Mittelschiene laufenden Rolle (rlj
durch Schienen (y y) in der Weise verbunden ist, dafs der Wagen (WJ, mit den
Rändern seiner Räder auf diesen Schienen laufend, stets bis an den Stecher vorschiebbar
ist.
4. Eine Torfstechmaschine der unter1 1. bezeichneten
Art, bei welcher die gehobene Torfsäule dadurch auf das Wagenbrett (W1J
des Abfuhrwagens (WJ gelangt, dafs dieses Wagenbrett, nachdem es in die verticale
Stellung gedreht ist und sich gegen die offene Seite des Stechers anlehnt, gleichzeitig
mit dem Stecher, der in dem um Bolzen (o oj drehbaren Ständer (FJ seine
Führung erhält, in die horizontale Lage gebracht wird, wodurch dann die Torfsäule
nach dem Zurückgehen des Stechers in seine verticale Ruhelage auf dem Wagen liegen bleibt.
Eine Torfstechmaschine der unter ι. bezeichneten
Art, bei welcher die auf das Wagenbrett (W1J gelangte Torfsäule durch
Abwärtsbewegung der mit Messern oder Drähten versehenen festen oder beweglichen Abschneidevorrichtung zu Torfsooden geschnitten
wird.
6. Eine Torfstechmaschine der unter i. bezeichneten Art, bei welcher das Feststellen
der Maschine auf der Rückbahn (R) dadurch bewerkstelligt wird, dafs die Zugstange
P oberhalb des Drehpunktes der Zugschiene Q, durch die Stange V mit dem
Maschinenrahmen B verbunden wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE63737C true DE63737C (de) |
Family
ID=337644
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT63737D Expired - Lifetime DE63737C (de) | Torfstechmaschine mit Kettenbetrieb |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE63737C (de) |
-
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- DE DENDAT63737D patent/DE63737C/de not_active Expired - Lifetime
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