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Belastungsdoppeltarifeinrichtung mit Toleranzbereich Die Erfindung
hat die Aufgabe, einen Belastungsdoppeltarif derart durchzuführen, daß kurzzeitige
oder geringfügige Überschreitungen einer tarifmäßig festgelegten Leistungsgrenze
nicht registriert werden, und zwar ist der Toleranzbereich so. gewählt, daß nur
solche Überschreitungen der Leistungsgrenze unberücksichtigt bleiben, die für das
Lieferwerk bedeutungslos sind.
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Die Erfindung soll an Hand der Zeichnung näher erläutert werden.
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Der Teil i des Differentialgetriebes q. wird in dem durch Pfeil angedeuteten
Sinne über das Vorgelege 5 von einem gewöhnlichen Kilowattstundenzähler, Amperestundenzähler
o. dg1. 6 angetrieben. Den Teil 2 des Differentialgetriebes treibt im entgegengesetzten
Sinne über das Vorgelege 7 ein sog. Vergütungszähler 8 an, das ist ein Zähler, der
erst bei Überschreitung einer bestimmten Leistungsgrenze zu laufen beginnt, dann
aber mit einer den Gesamtverbrauch entsprechenden Drehzahl läuft. Unter der Voraussetzung,
daß bei einer gegebenen Leistung die Drehzahlen der Zähler 6 und 8 gleich groß sind,
ist dasÜbersetzungsverhältnis desVorgeleges 7 kleiner als das des Vorgeleges 5,
der Teil 2 läuft also schneller, als der Teil i. Statt dessen kann aber auch bei
gleichem Übersetzungsverhältnis der Vorgelege 5, 7 der Zähler 8 beispielsweise durch
Verstellung des Bremsmagneten auf höhere Drehzahlen eingestellt werden. Die beiden
Stromspulen der Zähler sind in Reihe, die Spannungsspule parallel in die Leitung
der Verbrauchsanlage eingeschaltet. Der dritte Teil 3 des Differentialgetriebes
ist über das Vorgelege 9 mit dem Finger io verbunden, der mit einem gewissen Leergang
a die Welle i i antreibt. Der Leergang ist durch Verstellung des Winkels ß zwischen
den beiden im Wege des Teils io angeordneten Armen i2 regelbar. Die Welle i i treibt
über die nur einseitig wirkende Kupplung 13 die durch die Teile 1q. gegen
Rückdrehung gesperrte Registriervorrichtung 15; an.
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DerApparat arbeitet auf folgende Weise: Solange die tarifmäßig festgelegte
Leistungsgrenze nicht überschritten wird, läuft bei der Stromentnahme nur der Zähler
6, die Welle des Fingers io läuft dann in der dem eingezeichneten Pfeil entgegengesetzten
Richtung, bis der Finger io früher. oder später auf deji einen der beiden Arme i2
trifft und diesen mitnimmt. Da bei dieser Drehrichtung die Kupplung 13 nicht
wirkt, bleibt die Registriervorrichtung 15 in Ruhe. Wird jedoch die Leistungsgrenze
überschritten, so läuft außer dem Zähler 6 auch der Zähler 8, und außer dem Teil
i des Differentialgetriebes q. wird der Teil 2 in entgegengesetzter Richtung mit
etwas größerer Geschwindigkeit angetrieben.
Die Welle des Fingers
i o dreht sich infolgedessen im Sinne- des eingezeichneten Pfeils; sobald .der Leergang
a ausgeglichen ist, wird mittels. des einen der -Arme 12, die Welle im Sinne des
eingezeichneten Pfeils niit=k genommen. Bei dieser Drehrichtung ist .die Kupplung
i g wirksam, es wird also die Registriervorrichtung i betätigt.
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Der Leergang a entspricht einer bestimmten Anzahl von Wattstunden,
die der Verbraucher ohne Zuschlag unter Überschreitung der festgelegten Leistungsgrenze
entnehmen darf. Die Zahl dieser Wattstunden kann durch Verstellung der Arme i2,
die mit einer Skala 16 versehen sein können, eingestellt -wenden.
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Sinkt nun die Leistung wieder unter die vorgegebene Grenze, dann entfernt
sich der Finger io wieder von dem einen der beiden Arme. Auf .diese Weise schaltet
sich selbsttätig wieder ein gewisser Leergang zwischen den Antrieb und die Registriervorrichtung,
der um so, größer ist, je länger die entnommene Leistung unterhalb der genannten
Grenze bleibt. Steigt nun die Leistung wieder über die Grenze an, so, wird dieser
Leergang: wie oben erwähnt, wieder ausgeglichen und die Registriervorrichtung betätigt.
Dadurch ergibt sich selbsttätig eine gewisse Aufrechnung der unterhalb und oberhalb
der genannten Grenze entnommenen Leistung und ein gewisser Zwang für den Abnehmer,
möglichst lange auch unterhalb der Leistungsgrenze zu arbeiten. Das Zählwerk 15
wird, sobald die Leistungsgrenze überschritten und der Leergang aufgeholt ist, mit
einer .der tatsächlichen Leistung proportionalen Geschwindigkeit angetrieben, registriert
also bei richtiger Eichung Kilowattstunden.
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Die Erfindung erzieht den Verbraucher dazu, sich bei der Stromentnahme
möglichst enge an die festgelegte Leistungsgrenze zu halten. Vorübergehende Überschreitungen
dieser Grenze werden um so sicherer nicht registriert, je mehr sich im übrigen der
Verbraucher bei d r Stromentnahme.derLeistungs--;grenze nähert. An dem einen der
beiden ;:Arme 12 kann auch ein Signalkontakt o. dgl. .'gngebracht werden, der dem
Verbraucher :optische oder akustische Signale gibt, sobald der Leergang a aufgeholt
ist. Ebenso kann auch an dem anderen Arm eine gleiche Vorrichtung angebracht werden,
die anzeigt, wann der Leergang wieder vorbereitet ist. Auch können die Teile io,
12, lq. und 16 unmittelbar hinter dem Zählerfenster angebracht werden, so daß der
Verbraucher stets die Größe des Leergangs ablesen kann.
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Um die Wirkungsweise des Apparats zu mildern, kann der Teil i des
Differentialgetriebes in .dem einen oder der Teil 2 des Differentialgetriebes in
entgegengesetztem Sinne zusätzlich auch von einem Zeitwerk angetrieben werden, .das,
auch wenn kein Strom entnommen wird, den Leergang a nach einiger Zeit wiederherstellt.