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Nutenscheibenantrieb für die Weblade von Webstühlen Die Erfindung
betrifft einen `Tutenscheibenantrieb für die Weblade eines Webstuhles. Bei solchen
Antrieben geht das Bestreben allgemein dahin, die Bewegungen der Lade in ihren Endlagen
(Totpunktstellungen) möglichst zu verzögern, im übrigen aber die Belegungen beim
Anschlagen und Zurückschwingen der Lade beschleunigt durchzuführen. Durch die Verzögerung
der Bewegung in den Endlagen der Lade soll es vor allem erreicht werden, daß einerseits
für die Fachbildung und andererseits für der. Durchschuß des Schützens genügend
Zeit bleibt.
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Bei den bis jetzt bekannten Nutenscheibena.ntrieben mit ineinander
übergehenden, zur Scheibendrehachse teils konzentrischen und teils exzentrischen
Nutenbahnen ist kein vollkommen stoßfreies Arbeiten gewährleistet. Außerdem ist
es bei den bekannten Nutenscheibenantrieben nicht möglich, die Lade in wenigstens
einer ihrer Endstellungen, zweckmäßig in der hinteren Endstellung, während einer
gewissen Zeit und trotz ununterbrochener Drehung der Nutenscheibe vollständig in
Ruhe zu halten.
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Die Erfindung geht darauf aus, einen Nutenscheibenantrieb zu schaffen,
der während des Eintragens des Schusses einen vollkommenen Stillstand der Lade in
ihrer hinteren Endstellung gewährleistet und im übrigen natürlich auch ein günstigstes
Verhältnis zwischen Ladenstillstand und Ladensch.wingbewegung sichert, ohne daß
in der Drehung der Nutenscheibe irgendeine Verzögerung oder gar ein Stillstand eintritt.
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Diese besondre Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst worden, indem die
konzentrischen und exzentrischen Bahnabschnitte der Nutenscheibe je zu einer über
36o° sich erstreckenden vollständigen Kurvenbahn ausgebildet sind. Mit diesen beiden
je über 36o° sich erstreckenden und in sich vollständig geschlossenen Kurvenbahnen
der Nutenscheibe wird der die Verbindung mit der Lade herstellende Gleitbolzen abwechselnd
in Eingriff gebracht. Speziell hierfür sind erfindungsgemäß verschiedene Möglichkeiten
vorgesehen, auf die weiter unten noch des näheren eingegangen wird. Im folgenden
werden einige Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
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Es stellen dar: Fig. I die Seitenansicht eines Antriebes der Lade
eines Webstuhles, welche die Lade in ihrer Anschlagstellung beim Anschlagen des
Schußfadens darstellt, Fig. II eine der Fig. I entsprechende Ansicht nach dem Ladenrückgang
mit in ihrer rückwärtigen Stellung zum Stillstand gekommenen Lade, Fig.III und IV
Vorderansichten der in dem Antrieb nach Fig. I und 1I verwendeten Nutenscheiben,
Fig. V eine Draufsicht auf den Ladenantrieb-, teilweise geschnitten, um Einzelheiten
zu verdeutlichen,
Fig. VI eine schaubildliche Darstellung zweier
Niztenscheihen:und;ihrer gegenseitigen Lage auf, der Triebwelle" Fig. VII die Abwicklung
der durch die bei:-'-: den 1\Tutenscheiben geschaffenen Bahn, Fig. VIII@ und IX
den Fig. I und II eilt-. sprechende Ansichten einer anderen Ausführungsform, Fig.
X und XI den Fig. I bzw. II und VIII bzw. IX entsprechende Ansichten einer weiteren
Ausführungsart, Fig. XIII einen Schnitt nach der Linie XIII-XIII der Fig. XII, Fig.
XIV eine der Fig. ZIII entsprechende Ansicht mit veränderter Lage der einzelnen
Teile, und die Fig. XV und XVI schaubildliche Darstellungen der in den Fig. X und
XI verwendeten Schaltmittel.
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In den Fig. I bis VII ist io eine der Ladenschwingen, die an der Welle
i i befestigt ist. Auf einer der Kurbelwelle entsprechenden Webstuhlwelle 15, welche
während jedes Schützenwurfes sich zweimal dreht, sind Zwei Nutenscheiben 13 und
13a befestigt. Wie Fig. III zeigt, hat die Scheibe 13 auf einer Seitenfläche eine
unterbrochene Nut mit einem konzentrischen Abschnitt 16 von relativ kleinem Radius
und einem sich daran anschließenden exzentrischen Teil 17 von größerem Radius. Wie
aus den Fig. III und IV, besser noch in Fig. VII ersichtlich ist, verschwindet der
konzentrische Nutenabschnitt 16 in die Seitenfläche der Nutenscheibe 13 bei 18 durch
die Schräge ig, die mit annähernd i 8o Winkelgraden die Achse der Welle 15 umfaßt.
Der exzentrische Nutenabschnitt 17 verschwindet gleichfalls in die Seitenfläche
der Nutenscheibe 13, und zwar bei 2o durch eine Schräge 21, die mit ungefähr 135
Winkelgraden den exzentrischen Mittelpunkt 22 umfaßt. Die Stelle2oliegt diametral
gegenüber der Stelle i8. Die Scheibe 13a ist ein genaues Spiegelbild der Scheibe
13 und hat in ihrer Seitenfläche eine unterbrochene konzentrische Nut 16a- von kleinerem
Radius und eine exzentrische Nut U' mit großem Radius, die beide deri Nutenabschnitten
16 und 17 der Nutenscheibe 13 entsprechen. In . gleicher Weise wie vorbeschrieben
verschwinden die konzentrischen und exzentrischen Nutenabschnitte i611 und 17a in
den Seitenflächen der Scheibe 13a durch Schrägen iga und 21a, deren Winkelmaße genau
denjenigen der Schrägen ig und 21 der Scheibe 13 entsprechen. Die beiden Scheiben
13 und 13a sitzen auf der Welle i5 in der durch die Fig. VI dargestellten Lage,
so daß ihre Nuten sich decken, daß sich die Schrägen ig, iga und 21, 2i11 direkt
gegenüberliegen und daß die ebenen Flächen 18 und 2o gegenüber den tiefen Teilen
der Nut in der Scheibe 13a, und .umgekehrt, liegen. Die gegenseitige Lage der Nuten
usw. in den Scheiben ist in der ::zig. VII dargestellt. ' Zur Sicherung der ,heiben
13, 13 11 auf der Welle i 5 können '.eile 23, 23a oder sonstige Mittel dienen.
Infolge dieser Ausbildung und Einrichtung bilden die Scheiben 13, 1311 eine zusammenhängende
Bahn 14 (Fig. I und V) für einen Kuppelbolzen 24, welcher von einem Hebel 26 getragen
wird und seitlich in einer Buchse 25
(Fig. V) verschiebbar ist. Der Hebel
26 greift am Zapfen 27 der Ladenschwinge io an und. ist mittels eines Langloches
zwischen zwei auf der Welle 15 frei drehbar sitzenden Ringen 2g und 30 in
der Mitte zwischen den Nutenscheiben 13 und 13a geführt. Bei der Drehung der Welle
15 wird der Kuppelbolzen 24 zuerst in der einen Richtung und dann in der anderen
Richtung durch die Schrägen ig, lga und 21, 21a seitlich verschoben, und zwar in
der aus den Fig. VI und VII ersichtlichen Weise. Die Rolle 24 wird deshalb gezwungen,
abwechselnd den konzentrischen und den exzentrischen Nutenabschnitten 16, 16a und
i7, 17a der Scheiben 13, 13a zu folgen, wodurch abwechselnd Stillstände und Anschläge
der Lade io während aufeinanderfolgender Drehungen der Welle 15 verursacht werden.
Durch die besondere Anordnung der Schrägen 21 und 21a der Nutenscheiben 13, 13a
wird der Kuppelbolzen 24 in gleichem :Maße durch die Nutenteile 17, 17a in dem Zeitpunkt
ergriffen, in dem die Lade in ihrer äußersten Vorwärtsstellung sich befindet, so
daß die auftretenden Kräfte gleichmäßig auf die beiden Scheiben 13, 13a verteilt
sind.
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Der Vorteil des Antriebs besteht darin, daß er einen schnellen Ladenvorgang
und lange Stillstände zum Durchschlagen der Schützen durch die von den Kettenfäden
während des Webens gebildeten Fächer ermöglicht. Die Ladenanschläge erfolgen auch
nicht stoßweise, sondern verlaufen infolge der exzentrischen Teile 17, 17a der Nutenbahnen
und des allmählichen Überleitens in die konzentrischen Teile 16, i611 sehr ausgeglichen,
so daß ein Webstuhl, der mit diesem Antrieb versehen ist, mit höherer Arbeitsgeschwindigkeit
laufen kann als bei Verwendung der üblichen Kurbeln.
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Bei der Ausführungsform der Erfindung gemäß den Fig. VIII und IX hat
der Nutenscheibenantrieb, die Form einer einfachen Scheibe 13b mit einer geschlossenen
Nutenbahn, die einen konzentrischen Teil 16b von kleinerem Radius und einen exzentrischen
Teil 17b von großem Radius hat. Der in der Nut der Scheibe 13b liegende Kuppelbolzen
2e dreht sich in diesem Falle auf einem Zapfen, welcher von dem Hebel 26b getragen
wird,
der mit der Schwinge Job verbunden ist. Die hierbei notwendige Vorrichtung zum Verschieben
der Rolle 2¢ b, die abwechselnd dem konzentrischen Teil 16b und dem exzentrischen
Teil 176 der Nut folgen soll, besteht aus einer weiteren Nutenscheibe 31, die auf
der Welle 32 befestigt ist. Diese Welle 32 ist unterhalb der Welle 15b gelagert
und wird von dieser mittels Stirnrädern 33 und 34 angetrieben, deren Übersetzungsverhältnis
so` gewählt ist, daß die Welle 32 eine Umdrehung ausführt, wenn die Welle 15b sich
viermal dreht. In die auf der Seitenfläche der Scheibe 31 vorgesehene Ntit 35 greift
eine Rolle 36 ein, die am freien Ende eines Doppelhebels 37 sitzt, der um einen
festen Zapfen 38 schwingt, welcher von dem nicht dargestellten Rahmen des Webstuhles
getragen wird. Das obere Ende des Hebels 37 ist mit einem Langloch 4o versehen,
in welchem der Zapfen 41 des Bolzens 24b liegt. Wenn die Rolle 36 des Hebels 37
dem niederen Teil der Nut 35 der Nutenscheibe 31, wie in Fig. VIII dargestellt,
folgt, wird der Bolzen a46 am Hebel 26b gezwungen, dem exzentrischen N utenteil
17b von größerem Radius zu folgen, wodurch die Lade ihren Anschlag ausführt. Während
der folgenden Drehung der Welle 156 wird die Nutenscheibe 31 infolge des Übersetzungsverhältnisses
1 : 4 zwischen den Rädern 33 und 34 um eine Vierteldrehung gedreht, und der Hebel
37 wird dadurch rückwärts geschwungen (Fig. IX), wobei ein Verschieben des
Bolzens 24b des Hebels 26b in den konzentrischen Nutenabschnitt 166 der Scheibe
136 erfolgt. Wie in dem zuerst beschriebenen Beispiel wechselt auch bei dieser Ausführungsform
die schnelle, aber stoßfreie Betätigung der Lade mit relativ langen Stillständen
zwischen den Ladenanschlägen zum Durchschlagen des Schützens.
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Bei der Ausführungsform nach den Fig. X bis XVI ist eine Nutenscheibe
13c vorhanden, welche insofern ähnlich der Nutenscheibe 13b der Fig. VII und IX
ist, als sie eine in sich geschlossene Nutenbahn mit konzentrischen und exzentrischen
Teilen 16c und 17c hat, in welche ein Bolzen 245 eingreift, der auf einem Hebel
26c sitzt, der mit dem hin und her zu schwingenden Teil, in diesem Falle mit der
Schwinge der Lade, in Verbindung steht. Die hier vorgesehene Vorrichtung zum Verschieben
des Bolzens 24 abwechselnd in den konzentrischen und den exzentrischen Nutenteilen
16c und 17c der Nutenscheibe 13c besteht aus zwei Zungen 42 bzw. 43, die um Zapfen
44 bzw. 45 der Scheibe 13c schwingen. Eine dieser Zungen ist schaubildlich in Fig.
XV dargestellt. Diese Zungen 42 bzw. .i3 -haben Arme 46 bzw. 47, die an ihren Enden
seitlich Zapfen 48 bzw. 49 tragen, die durch Öffnungen 5o und 51 in der Nutenscheibe
13c hindurchragen und durch einen Hebel 52 verbunden sind. Wie besonders, aus den
Fig. XII und XV zu ersehen ist, ragt der Zapfen 48 über die Grenzfläche des Hebels
52 hinaus und greift entweder in die konzentrischen Nuten 54 oder 55 einer weiteren
Scheibe 56 ein, die neben der Scheibe r 3c liegt. Diese Scheibe 56 liegt konaxial
zu der Welle 15c, ist aber fest am Rahmen des Webstuhles 57 angebracht (Fig. XII).
In einem, Ausschnitt der Seitenfläche der festen Scheibe 56 ist ein schwingbares
halbkreisförmiges Schaltsegment 59 gelagert, welches eine bogenförmige Nut 6o hat,
deren Breite derjenigen der konzentrischen -'Kuten 54 und 55 der festen Scheibe
56 entspricht. Die Achse 61 des Schaltsegmentes 59 ist in der festen Nutenscheibe
56 gelagert. Sie geht durch den Rahmen des Webstuhles 57 hindurch und dient zur
Befestigung eines Armes 65 (Fig. XII bis XIV). Eine Rolle 66 am Ende des Armes 65
wird durch ein elliptisches Nockenrad 67 betätigt, welches drehbar auf einem festen
Stift 68 gelagert ist, der auf dem Rahmen des Webstuhles 57 sitzt. Am elliptischen
Nockenrad 67 ist ein Sternrad 69 eines Mältesertriebes befestigt, dessen Stiftscheibe
70 auf der Welle 15c sitzt. Bei der in Fig. X dargestellten Lage der Teile
wandert der Bolzen 2,4.c des Hebels 26c, in der exzentrischen Nut 17c der Nutenscheibe
13c entlang. Bei Drehung der Nockenscheibe 13c in der Richtung des in Fig. X dargestellten
Pfeiles wird der Zapfen 48 der Schaltzunge 42 durch die Nut 6o des Schaltsegmentes
59, welches zu diesem Zeitpunkt die in den Fig. X und XIII dargestellte Lage einnimmt,
aus der äußeren konzentrischen Nut 54 der festen Scheibe 56 in die innere Nut 55
der Scheibe 56 übergeführt. Infolgedessen werden die Schaltzunge 42 und die hebelverbundene
Schaltzunge 43 gleichzeitig aus der Stellung der Fig. X in die Stellung nach Fig.
XI ausgeschwungen, so daß während der nächsten Drehung der Welle 15c der Bolzen
24@ des Hebels 26c den exzentrischen Teil J 7 c der Nut verläßt und, wie in Fig..XI
dargestellt, dem konzentrischen Teil 16c folgt. Bei der nächsten Betätigung des
elliptischen Schaltrades 67 wird das Schaltsegment 59 in die Stellung der Fig. XI
geschwungen und der Zapfen 48 dadurch in die äußere Nut 54 der festen Scheibe 56
wieder zurückgebracht, wodurch der Bolzen 24c in dem exzentrischen Teil 17c der
Nut in der Nutenscheibe 13c zur Ausführung eines weiteren Ladenanschlages gelangt.
Die der Lade erteilte Bewegung ist infolgedessen identisch mit derjenigen der vorbeschriebenen
Ausführungsformen der Erfindung, und auch hier wechselt ein schneller
Anschlag
der Lade ab mit ausreichenden Stillständen zum Durchschlagen des Schützen.
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Der neue Antrieb ist besonders geeignet zur Übertragung von Hinunäherbewegungen
auf einen angetriebenen Teil während vorbestimmter Drehungen einer sich dauernd
drehenden Welle unter Erzeugung von genügend großen Stillständen dieses Teiles während
zwischenliegender Drehungen der Welle. Dabei ist die Drehrichtung der Welle für
das ,Arbeiten der Vorrichtung nicht ausschlaggebend, so daß auch eine Umkehrung
der Drehrichtung erfolgen kann.