DE634311C - Einziehbares Landungsgestell fuer Flugzeuge - Google Patents
Einziehbares Landungsgestell fuer FlugzeugeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein einziehbares Landegestell für Flugzeuge, bei dem
bei jeder Aufwärtsbewegung der Fahrorgane eine ihre Rückführung in die Fahrstellung bewirkende
Kraft vorübergehend aufgespeichert wird. Die bekannten rein mechanisch wirkenden
Anordnungen dieser Art werden erfindungsgemäß dadurch verbessert, daß eine an sich bekannte, zum Hochziehen und Herablassen
dienende, hydraulisch arbeitende Aufzugsvorrichtung einerseits mit einer An-triebspumpe
und einem Auspuff, andererseits mit einem hydropneumatischen Sammler verbunden ist, wobei diese zweite Verbindung
über einen hydraulischen Riegel erfolgt, welcher den 'freien Umlauf der Antriebsflüssigkeit
von der Winde zum Sammler und umgekehrt während der Hochzieh- und Herabsenkvorgänge
zuläßt, aber jede Bewegung der Aufzugsvorrichtung in einem der Einziehung
entsprechenden Sinne verhindert, solange der Flugzeugführer nicht diese Einziehung durch
Ausübung des erforderlichen Druckes mittels der-Pumpe bewirkt. Eine derartige Verwendung
und Ausgestaltung der an sich bekannten hydraulischen-Einziehvorrichtungen bringt
gerade bei denjenigen Landegestellen, die mit einer ihre Rückführung in die Fahrstellung
sichernden Kraftspeichervorrichtung versehen sind, erhebliche Vorteile. Denn das Gewicht
eines solchen hydropneumatischen Speichers ist geringer als das der rein mechanischen
Kraftspeicher, die die Verwendung sehr starker und daher schwerer Federn erfordern.
Außerdem ist man nicht, wie es bei den mechanischen Kraftspeichereinrichtungen der
Fall ist, daran gebunden, die Rückführungsfedern am Landegestell selbst, anzubringen,
sondern man kann den Kraftspeicher an irgendeiner geeigneten Stelle des Flugzeuges
unterbringen, da die leicht verlegbaren Leitungen ohne weiteres die Übertragung de'r
zum Hochziehen und Herablassen dienenden Steuerimpulse von jeder Stelle des Flugzeuges
aus auf das Landegestell ermöglichen. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß vorgesehenen Anordnung liegt darin, daß sie
in einfacherer Weise, als es mit mechanischen Verriegelungsvorrichtungen möglich ist, eine
hydraulische Verriegelung des Einziehgestänges gestattet, und zwar in jeder beliebigen
Lage.
Um eine möglichst wirtschaftliche Ausnutzung des im hydropneumatischen Sammler
aufgespeicherten Druckes beim Herabsenken des hochklappbaren Fahrgestells zu gewährleisten
und gleichzeitig dieses Herunterklappen mit Sicherheit bis in die völlig ausgeschwenkte
Fahrstellung durchzuführen, kann die Anordnung so getroffen werden, daß der Herabsenkvorgang in zwei unmittelbar
aufeinanderfolgenden Stufen derart durch- -
geführt wird, daß der größte Teil, der im Sammler verfügbaren' Antriebsenergie erst
während der_ Endstufe des Herabsenkens verausgabt wirä,* 'd. η,Γ 'wenn das Schwerkraft
moment des pendelartigen Systems *$fft
schwächsten ist, während andererseits zu·
gleich der von der Luft dem Herablassen entgegengesetzte Widerstand am höchsten ist
Zu diesem Zweck wird die Verbindung zwisehen dem Sammler und dem das Rad tragenden
Pendelsystem mittels eines Seils o. dgl. hergestellt, dessen Hub für einen von jenem System beschriebenen bestimmten
Winkel größer beim zweiten Teil des Herablaßvorgangs ist als bei dem ersten und wobei
umgekehrt für den ersten Teil des Aufziehvorganges der Seilhub größer ist als für deft
zweiten Teil. Der erfindungsgemäß vorgesehene Riegel ermöglicht während der Aufzieh-
und Herablaßbewegungen den freien Umlauf der die Aufzugsvorrichtung antreibenden
Flüssigkeit zum Sammler oder in umgekehrter Richtung. Dagegen verhindert der Riegel jegliche Verschiebung der Aufzugsvorrichtung
in einem dem Wiederhinaufgehen des Fahrgestells entsprechenden Sinne und sichert so die Verriegelung des Fahrgestells
in Landungsstellung, solange die Blockierung nicht durch den Druck der Pumpe aufgehoben
wird.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den an Hand der Zeichnungen
beschriebenen Ausführungsbeispielen von einziehbaren Landegestellen mit hydropneumatischem
Sammler, der bei jedem Aufziehvorgang diejenige Energie aufspeichert, die zugleich
die Vorbereitung und die ausreichende Vorbedingung für eine sichere Ausführung des Herablaßvorganges gewährleistet. Die in
diesem mit der hydraulischen Einziehvorrichtung vereinigten Klapptüren für die Aufnahme
des eingezogenen Fahrgestells sind an sich bekannt und bilden nicht Gegenstand der
Erfindung.
In den Zeichnungen stellen dar:
In den Zeichnungen stellen dar:
Fig. ι eine schematische Darstellung eines Einzieh- und Herablaßvorganges bei einem
Landegestell, durch die das Verständnis der Erfindung erleichtert werden soll, Fig. 2 eine schematische Darstellung einer
' Einziehvorrichtung nach der Erfindung, Fig. 3 bis 5 einen Grundriß, Längsschnitt
und Querschnitt der mit dem Steuersystem für die Einziehvorrichtung verbundenen
Klappen zum Versenken des eingezogenen Landegestells;
Fig. 6 bis 8 zeigen den Bedienungshebel in seinen drei verschiedenen Stellungen,
Fig. 9 ein Schema der Anordnung zur Wiedergewinnung der Leckverluste der Pumpe; Fig. 10 die Seitenansicht einer weiteren
Ausführungsform der Anordnung zur Steuerung.der Aufnahme eines Rades,
Fig. 11 eine schematische Vorderansicht
der gleichen Anordnung "für ein zweirädriges 6s
Fährgestell.
it Um die Grundgedanken klarzustellen,
■ tturde in der Fig. 1 schematisch die Verbindung
eines Rades R des Landungsgestells mit seiner Aufzugswinde V dargestellt. Letztere
kann um Zapfen T schwingen. Die Stange p ihres Kolbens P ist durch ein Gelenk B mit
der Trägerstrebe des Rades R verbunden. Die Aufnahme in die Stellung Ra im Innern des
Rumpfes F oder das Herablassen erfolgt durch Drehung um eine Achse A.
Die hydraulische Betätigung (Fig. 2) der Aufzugwinde oder der< Winden V wird durch
eine hydraulische Pumpe 1 als Antriebsorgan bewirkt, die beispielsweise von dem Flugzeugmotor
in Gang gesetzt werden kann. Diese Pumpe wird von einem Behälter 2 gespeist und ist mit der Winde durch eine Förderleitung
3 verbunden, in welche ein selbsttätiges Klappenventil 4 eingeschaltet ist, das den
Flüssigkeitsdurchtritt nur in der Pfeilrichtung zuläßt.
Zwecks Auspuffs ist die Hebewinde mit dem Behälter 2 durch eine Leitung 5 verbunden, in
welche ein Klappenventil 6 eingeschaltet ist, das aber im Gegensatz zu dem Ventil'4 durch
den Flugzeugführer, gegebenenfalls unmittelbar, mittels einer beliebigen geeigneten Vorrichtung,
z. B. eines Hebels 7, gesteuert wird.
Ein wichtiges Erfindungsmerkmal ist ein hydraulischer Riegel 8, der in eine Leitung
eingeschaltet ist, welche den hydraulischen Sammler oder Speicher mit der Kammer verbindet,
welche sich in der Hebewinde auf der der Zufuhr entgegengesetzten Seite befindet.
Dieser hydraulische Riegel enthält einerseits eine Ventilklappe 10, welche eine Feder 11
ständig gegen ihren Sitz ΐοα anzudrücken
sucht, andererseits einen Kolben 12, durch dessen Stange die Spindel der Ventilklappe
zurückgestoßen werden kann. Der hydraulische Sammler besteht aus einem öl enthaltenden
Gefäß, das mit einer Antriebsleitung verbunden ist. Über dem ölniveau liegt ein
Kolben ga, über welchem sich wiederum ein Polster aus verdichtetem Gas gb befindet.
Aus Sicherheitsgründen ist eine Flasche 14 vorgesehen, welche ein hochverdichtetes Gas,
z.B. Luft (bei 100kg/m2 verdichtet), enthält
und durch einen Hahn 15 in Dienst gestellt werden kann. Dadurch kann das Herablassen
des Fahrgestells auch für den Fall gewährleistet werden, wo etwa das Manometer 13
anzeigen würde, daß der Druck im Sammler zu schwach geworden ist. '
Schließlich verbindet eine Nebenleitung 16
die Pumpe 1 mit dem Behälter 2, wenn der
Druck in der Förderleitung 3 einen bestimmten Wert überschreitet.
In an sich bekannter Weise kann die Anordnung zur Steuerung der Aufnahme des
Fahrgestells, welche soeben beschrieben wurde, mit der Steuerung der Klapptüren vereinigt werden, die zur vollständigen oder
teilweisen Schließung der Öffnungen dienen, durch welche das Landungsgestell in den
Rumpf eintritt oder wieder aus ihm herauskommt.
Bei dem Beispiel der Fig. 3 bis S können diese öffnungen mittels zweier Klappenpaare
O-C2 und Dl-D2 geschlossen werden, die beziehungsweise
um die Achsen c'-c2 und cP-d-,
welche parallel zu der x-x Achse der Versenköffnung liegen, schwenken können. Diese
Klappen stehen ständig unter der Einwirkung von Federn r^-r- und S1S2, welche sie in ihrer
Lage festzuhalten oder in die Schließstellung zu bringen suchen. Die Klappen O-C2 sind
jede mit einem Daumen e\-e* versehen.;, jeder
Daumen reicht dabei entsprechend über die benachbarte Klappe D1-D2 hinaus, derart, daß
die öffnung der erstgenannten Klappen die öffnung der letzteren nach sich zieht.
Zwecks Ausführung aller Arbeitsgänge für die Öffnung und die Schließung der Klappen
genügt es, wie man weiter unten sehen wird, daß man dann lediglich für den positiven
Öffnungsantrieb der Klappen Cl-C2 sorgt,
z. B. dadurch, daß man diesen einen Führungszylinder G1 (G3) zuordnet, dessen Kolben
g1 (g2) diese Klappen über ein beliebiges
geeignetes Vorgelege v1 (v2) angreift und ihre
Senkung bewirkt. Die Zylinder G1 (G2) stehen dabei mit der Antriebspumpe 1 durch
eine Leitung 17 in Verbindung, von welcher eine Leitung 18 abzweigt, die vor Rückkehr
zum Behälter 2 durch ein Klappenventil 19 geht. Dieses Ventil ist normalerweise in geöffneter
Stellung, d. h."entsprechend dem Auspuff. Die Betätigung dieses Klappenventils,
beispielsweise mittels eines Bedienungshebels 20, bezweckt also, dieses in den Augenblicken
in Schließstellung zu bringen, wo die Pumpe 1 die Kolben g1 (g2) der Zylinder G1 (G2) betätigen
soll, um die öffnung der Klappen C^-C1 vor Aufnahme des Fahrgestells zu bewirken.
Die Fig. 6 bis 8 zeigen in schematischer Weise die Wirkung eines Steuerhebels 21, der
am Führerposten angebracht ist und dem Flugzeugführer die Möglichkeit gibt, in gewünschten
Augenblicken und in dem beabsichtigten Maße die Einschaltung der Pumpe und die gesteuerten Ventile (entsprechend 6
und 19) zu betätigen, während die Wirkungsweise des Ventils 4 immer selbsttätig bleibt.
Der Hebel 21 kann um eine Achse 22 . schwenken und in drei verschiedene Stellungen
gebracht werden, von denen AT der Ruhelage, M dem Aufziehen, <S" dem Herablassen
entspricht. ,Zu einer Seite des Drehungspunktes 22 sind an dem Hebel 21 zwei Seile, Gestange
o. dgl. 23-24 befestigt, die einerseits mit der Einrückvorrichtung 25 der Pumpe 1,
andererseits mit dem Bedienungshebel 20 des Ventils 19 verbunden sind. Auf der anderen
Seite der Drehungsachse 22 ist am Hebel 21 (also am anderen Hebelarm) ein Seil, Gestänge
o. dgl. 26 befestigt, das außerdem mit dem Bedienungshebel 7 des Ventils 6 verbunden
ist.
Die Arbeitsweise dieser hydraulischen An-Ordnung zur Steuerung des Einziehens des
Fahrgestells ist nun folgende:
Um das Fahrgestell aufzunehmen, bringt der Flugzeugführer den Bedienungshebel 21
in die Lage M (Fig. 7). Das Seil 23 zieht dabei auf den Hebel 25 und schaltet die
Pumpe ι ein, während das Seil 24 auf den Hebel 20 (Fig. 2) zieht und dabei den Auspuff
für den Führungszylinder der Klapptüren schließt.
Wenn nun die Pumpe 1 in Tätigkeit tritt, so muß sie den Widerstand, welcher beim
Durchtritt durch das Ventil 4 und bei der Verschiebung des ^m Hebestock V enthaltenen
Aufzugkolbens auftritt, überwinden. Um diese Widerstände überwinden *zu können,
soll der Druck vorher den Kolben g1 (g~)
angesichts des schwachen Querschnitts dieses Kolbens und der sehr geringen Beanspruchung,
welche zur Senkung auf die Klappen P-C2. ausgeübt werden muß, bis ans Hubende
führen. Man ist auf diese Weise also sicher, daß das Fahrgestell seinen Aufstieg erst nach
Öffnung dieser Klappen C1^-C2 beginnen wird.
Die Klappen D1-!)2, welche bei der öffnung
zwangsläufig mit den Klappen C^C2 verbunden
sind, schließen sich unter dem Einfluß der Rückzugsfedern s1 und s2 selbsttätig, sobald
das Fahrgestell sie nicht mehr offen hält.
Der Aufzugsdruck wirkt sich dabei in den i°5 Leitungen 3 und 3° aus und bewirkt durch
Einfluß auf den Kolben 12 der Ventilbüchse 8 die öffnung des Ventils 10, wodurch sich der
Gegendruck, der beim Anziehen des Fahrgestells auftritt, durch die Rohre 3bSc auf
den Behälter 9 auswirken kann.
Wenn das Fahrgestell vollkommen aufgezogen ist, so fördert die Pumpe 1 durch die
Nebenleitung 16.
Sobald der Flugzeugführer durch einen nicht mit dargestellten Zeiger davon unterrichtet
ist, daß das Fahrgestell hochgezogen ist, bringt er den Bedienungshebel in die Stellung AT (Fig. 6), was zugleich die Ausrückung
der Pumpe 1 und die öffnung des Ventils 19 zur Folge hat. Dieser letztere Vorgang
bewirkt wiederum, daß der Druck, wel-
634 SIl
eher sich in dem Zylinder G1 (G2), der zum
Aufzug der Klampe C1 (Ca) dient, befindet,
entweichen kann und daß sich demnach diese letzteren unter dem Einfluß der Rückzugsfedern
r1 und r2 schließen können.
Das Fahrgestell ist dann in der hochgezo^ genen Lage durch die Anwesenheit des Ventils
4 und die Schließung des Ventils 6 verriegelt.
ίο Um nun das Fahrgestell wieder herabzulassen,
braucht man nur dieses Ventil zu öffnen, damit die beim Hochziehen des Gestells
in den Zylinder V eingepumpte Flüssigkeit wieder über die Leitung 5 in den Behälter 2
*5 zurückfließen kann, wodurch dann unter der Einwirkung des in dem Gehäuse 9* aufgespeicherten
Drucks das Fahrgestell herabgelassen wird. Dieser Vorgang des.Herablassend entspricht
der Stellung 6" (Fig. 8) des Hebels 21.
eo Es ist dabei noch zu bemerken, daß die Ventilbüchse
sich dem Flüssigkeitsdurchgang, der von dem Behälter 9 in Richtung der Hebewinde
V erfolgt, nicht widersetzt.
Beim Herablassen erfolgt die öffnung der a5 Klappen durch unmittelbare Einwirkung des
Fahrgestells auf diese Klappen. Die Klappen C1 und C2 schließen sich unter der Wirkung
der Federn r1 und r2 wieder selbsttätig,
sobald das Fahrgestell wieder in seiner Tiefenlage
(herabgelassenen Stellung) angelangt ist. Dagegen bleiben die Klappen D1 und D2
zwangsläufig geöffnet, da das Fahrgestell sie in seiner Tiefenlage derart festhält.
Wenn das Fahrgestell am Ende seiner nach unten gerichteten Bewegung angelangt ist, so
schließt sich die Ventilklappe 10 der Ventilbüchse 8 wieder unter der Einwirkung der
Gegenfeder 11 und sorgt so für eine selbsttätige Verriegelung des Fahrgestells.
Es.sei noch bemerkt, daß unabhängig von der Stellung, in welcher man das Fahrgestell
während seines Herablassens anhält, dieses Gestell immer unter dem Einfluß' der Ventilbüchse
8 selbsttätig verriegelt wird. Die Vorrichtung zur Wiedergewinnung der Leckverluste, eine Einrichtung, die nur für
den Fall angewandt wird, wo der Tank 2 höher gelegen ist als die Pumpe, wird auf der
Fig. 9 dargestellt.
Die Pumpe 1, die von dem Motor 27 angetrieben
wird, saugt in einem Behälter 2 durch eine Leitung 33 an und fördert durch die Leitung 3 zur Winde.
Die Leckverluste der Pumpe werden durch eine Leitung 28 zu einem Abfangorgan 29 geleitet,
das außerdem durch eine Leitung 30 mit der. · Ansaugleitung 33 in Verbindung steht. Dieses Abfangorgan 29 besteht im
wesentlichen aus einer Kapsel, in deren Innern sich ein Schwimmer 31 bewegen
kann.
Wenn die Pumpe angehalten ist, so füllt der Tank 2 diese Abfangkapsel 29 infolge der
Wirkung der Schwerkraft mit Flüssigkeit derart, daß der Schwimmer 31 die Mündung
32 der Leitung 28 verschließt.
Über dieser Mündung befindet sich dann keine Flüssigkeit. Wenn man nun die Pumpe
in Gang setzt, so erfolgt die Ansaugung am Ende der Leitung 33, was einen Unterdruck
in der Leitung 30 erzeugt. Die in dem Abfangorgan 29 enthaltene Flüssigkeit wird also
in die Speiseleitung der Pumpe abgesaugt. Die untere Ventilnadel des Schwimmers 31
verschließt dabei die Mündung 34. In diesem Augenblick können die Leckverluste, welche
beim Laufen der Pumpe entstehen können, durch die öffnung 32 in den oberen Teil des
Abfangbehälters 29 eintreten und diesen füllen. Die in dieser Weise aufgefangene Flüssigkeit
steigt dann allmählich in der Kapsel an. Wenn man dann die Pumpe anhält, so hört die Saugwirkung in der Leitung 30 auf,
und der Schwimmer verschließt wieder, wie oben, die Öffnung32; die aufgefangene Flüssigkeit
mischt sich mit derjenigen, welche durch die Schwere aus dem Tank 2 her abfließt,
und wird wieder bei der nächsten Inbe ■ triebnahme der Pumpe angesaugt.
Das Fassungsvermögen der Kapsel 29 wird zweckmäßig derart berechnet, daß während
der Dauer des Arbeitens der Pumpe bei einem Aufzugsvorgang die aufgefangenen Leckverluste
nicht ausreichen, um die Kapsel zu füllen. Würde im übrigen diese Kapsel 29 ganz
gefüllt sein, so würde der Schwimmer 31 durch den hydrostatischen Druck, der auf ihn
ausgeübt wird, hochgehoben und der Flüssigkeitsüberschuß würde durch die Leitung 30
abgesaugt werden.
Bei der auf den Fig. 10 und 11 dargestellten
Vorrichtung steht jedes Radi? des Landungsgestells unter der Einwirkung einer einfach
wirkenden Hebewinde V, d. h. daß diese nur beim Hochziehen als Antrieb wirkt. Jede
Winde kann um Zapfen T schwingen, und die Stange ρ ihres Kolbens P ist mit der Trägerstrebe
-des Rades R, z. B mit dem Landegestell /, durch ein Gelenk B verbunden. Im
Laufe des Hochziehens oder Herablassens no kann der Trägerteil / um eine Achse A
schwingen.
Der hydropneumatische Sammler 9 wird hier mit dem entsprechenden Rad oder mit
der Trägerstrebe dieses Rades mittels eines Seils 35 verbunden, welches über Scheiben 36
bis 37 läuft und an der Stange 39 eines Kolbens 40 befestigt ist." Dieser Kolben ist in
einem Zylinder 41 beweglich, welcher seinerseits mit dem hydropneumatischen Sammler 9
unter solchen Bedingungen kommuniziert, daß jeder Lage des Kolbens 40 eine be- ·
stimmte Lage des Kolbens 42 des Sammlers und umgekehrt entspricht.
>
Schließlich ist eine Scheibe 43 von passendem Durchmesser auf die Hochzugsachse A
5' des Rades aufgesetzt.
Die Arbeitsweise dieser Anordnung ist nun folgende:
Beim Hochziehen unter Einwirkung der Winde V erreicht das Rad, von der Laufstellung
R ausgehend, zunächst eine Zwischenstellung R1, wobei es einen Winkel a1 beschreibt,
bei welchem das Seil 35 dann mit der Scheibe 43 in Berührung kommt. Während dieser ersten Drehungsstufe wurde das
Seil um ein verhältnismäßig recht langes Stück mitgezogen, entsprechend dem Unterschied
der Entfernungen, welche beziehungsweise jede der aufeinanderfolgenden Lagen
441 und 44 des Befestigungspunktes dieses ao Seils von der Scheibe 36 trennen.
Der Hilfskolben 40 ist also dabei um eine
gleiche Länge bis 401 mitgenommen worden, und der Hauptkolben 42 des Sammlers ist bis
zu der Lage 421 gelangt und hat sich demnach um die Höhe P- gehoben.
Es ist dabei zu bemerken, daß während dieser ersten Aufzugsstufe der Luftwiderstand
gegen das Vorrücken des Flugzeugs, der in der Richtung des Pfeils / wirkt, das Hochziehen
erheblich begünstigt und daß andererseits der Moment der Schwerkraft des Rades
in bezug auf seine Hochziehachse verhältnismäßig klein ist, so daß aus diesen beiden
Gründen der Widerstand, welchen das Rad der Wirkung der Winde entgegensetzt, sehr
gering ist; der größte Teil der Arbeit der Winde dient also dazu, den Druck in dem
Sammler 9 um eine Größe zu steigern, welche eine Funktion des Höhenunterschiedes I1 des
Kolbens 42 ist.
Während der zweiten Bewegungsstufe, welche das Rad von der Zwischenstellung R1
in die endgültige hochgezogene Lage R2 unter Beschreibung des Winkels α2 überführt,
nimmt die Wirkung der beiden günstigen Faktoren ab. Die Antriebskraft der Winde
wird also dabei fast vollständig zur Überwindung des Widerstandes des Rades verwandt,
derart, daß nur ein geringer Anteil der Antriebsenergie verfügbar bleibt zur Erhöhung
des Druckes des Sammlers um einen Wert, welcher dem Abstand/2 entspricht, bei welchem
die Kolben beziehungsweise in die Lage 4O2 und 42s gelangen.
Nun ist aber während dieser zweiten Periode die Länge, um welche das Kabel 35
mitgezogen wird, sehr vermindert, da sie nur dem kleinen Bogen entspricht, in welchem
das Seil sich auf die Scheibe 43 anlegt, um von der Lage R1 in die Lage R2 des Rades
überzugehen.
Infolgedessen besteht während des Hochziehens von R nach R2 eine bestimmte Beziehung
einerseits zwischen den Druckveränderungen, die durch die Mitnahme des Seils dem Sammler auferlegt werden, und andererseits
der Energiemenge, die für die Winde verfügbar bleibt, um den Druck des Sammlers zu steigern und dabei doch das Hochziehen
des Fahrgestells zu gewährleisten.
Eine entsprechende Beziehung, deren praktische Folgen aber von größerer Bedeutung
sind, wirkt sich beim Herablassen des Fahrgestells aus, und zwar einerseits zwischen der
vom Sammler gelieferten Antriebsenergie, gemäß dem Erfindungsprinzip, und andererseits
der zur Sicherung des Herablassens erforderlichen Energie. Denn es ist leicht ersichtlich,
daß beim Beginn des Herablassens, von der Lage R2 zur Lage R1, das Seil 35 nur
um ein kleines Stück seiner Länge zurückläuft; das ist die Periode, während welcher
die Antriebswirkung des Sammlers schwach ist, da das Schwerkraftsmoment des pendelartigen
Systems hoch und der Luftwiderstand gering ist.. In der zweiten Periode, beim
Übergang von der Lage R1 in die Lage R, dagegen ist die erforderliche Antriebsarbeit
des Sammlers viel größer, aber gerade in diesem Augenblick wird das Seil 35, und damit g0
also der Kolben 42, infolge der mechanischen Verbindungen dazu gebracht, eine große rückläufige
Verschiebung auszuführen. Mit anderen Worten: Die größere Energiemenge, welche bei der zweiten Stufe des Herabsenk-Vorganges
des Fahrgestells verbraucht wird, ist gerade in diesem Zeitpunkt im Sammler verfügbar.
In seiner herabgelassenen Stellung wird das Fahrgestell mit Hilfe von Klinken durch χΟο.
einen Handgriff des Flugzeugführers verriegelt.
Natürlich kann diese eben beschriebene Vorrichtung auch mit gewissenAnordnungen,
die in den vorangehenden Figuren veranschaulicht worden sind, kombiniert werden,
insbesondere mit dem Lenksystem für die Klapptüren. Auch könnte, ohne daß dadurch
der Rahmen der Erfindung überschritten wird, das Seil 35 unmittelbar auf den bewegliehen
Teil des Sammlers einwirken, anstatt an dem Zwischenkolben 40 anzugreifen.
Bei der vorstehend geschilderten Ausführungsform der Erfindung ist also bemerkenswert,
daß die zum Herablassen des Rades oder des Gestells erforderliche größte Antriebsarbeit
gerade im günstigen Augenblick verfügbar ist, d. h. am Ende des Herabsenkens. Unter diesen Bedingungen wird das
Landungsgestell unfehlbar mit großer Geschwindigkeit bis zum Endpunkt seines Herabsenkweges
geführt.
Claims (5)
- 634 SIlPatentansprüche :ι. Einziehbares Landungsgestell für Flugzeuge, bei dem bei jeder Aufwärtsbewegung der Fahrorgane eine ihre Rückführung in die Fahrstellung bewirkende Kraft vorübergehend aufgespeichert wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich bekannte, zum Hochziehen und Herablassen dienende, hydraulisch arbeitende Aufzugsvorrichtung (V) einerseits mit einer Antriebspumpe (ι) und einem Auspuff, andererseits " mit einem hydropneumatischen Sammler (9) verbunden ist, wobei diese zweite Verbindung über einen hydraulischen Riegel (8) erfolgt, welcher den freien Umlauf der Antriebsiiüssigkeit von der Aufzugsvorrichtung zum Sammler und umgekehrt während der Hochzieh- und Herabsenkvorgänge zuläßt, aber jede Bewegung der Aufzugsvorrichtung in einem der Einziehung entsprechenden Sinne verhindert, solange der Flugzeugführer nicht diese Einziehung durch Ausübung des erforderlichen Druckes mittels der Pumpe bewirkt.
- 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen dem Sammler und einem das Rad tragenden Pendelsystem mittels eines Seils (35) o. dgl. hergestellt wird, dessen Hub für einen von jenem System beschriebenen bestimmten Winkel größer beim zweiten Teil des Herablaßvorgangs ist als bei dem ersten, und daß umgekehrt für den ersten Teil des Aufziehvorgangs der Seilhub größer ist als für den zweiten Teil. ". . ■
- 3.· Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hub des Seiles derart änderbar ist, daß dieses über eine Gruppe von Scheiben (37, 36, 43) läuft, von denen die eine (43) mit geeignetem Durchmesser gleichachsig mit der Aufzugsachse des Rades oder Gestells ist.
- 4. Ausführungsform nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil einerseits an der Trägerstrebe (/) des Rades, andererseits an der Stange (39) eines Kolbens befestigt ist, der im Innern eines Zylinders beweglich ist, welcher seinerseits mit dem hydropneumatischen Sammler in Verbindung steht.
- 5. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die möglicherweise eintretenden Leckverluste der Antriebspumpe in einem mit dieser verbundenen Sammelorgan (29) aufgenommen werden, in dessen Innern sich ein Schwimmerventil verschieben kann und welches an seiner Bodenfläche mit der Leitung kommuniziert, welche die Pumpe mit dem Behälter, aus welcher die Pumpe ansaugt, verbindet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR634311X | 1934-03-27 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE634311C true DE634311C (de) | 1936-08-26 |
Family
ID=8993484
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES114106D Expired DE634311C (de) | 1934-03-27 | 1934-05-27 | Einziehbares Landungsgestell fuer Flugzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE634311C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE739681C (de) * | 1937-04-05 | 1943-10-01 | Olaer Patent Co | Anlage zum Antrieb von Arbeitszellen, insbesondere von Verstellstreben in Flugzeugen |
| DE740329C (de) * | 1939-03-21 | 1943-10-22 | Messerschmitt Boelkow Blohm | Hydraulische Verstelleinrichtung fuer aus einem Innenraum des Flugzeuges ausfahrbare Fahrwerke o. dgl. und fuer Abdeckklappen der Durchgangsoeffnungen |
| DE747264C (de) * | 1939-06-02 | 1944-09-18 | Iaolaeria Soc | Hydraulische Arbeitsanlage, insbesondere fuer Flugzeug-Verstellteile |
-
1934
- 1934-05-27 DE DES114106D patent/DE634311C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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