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Anheizbrenner für mit Benzin betriebene Dampfbrenner Die Erfindung
betrifft eine Anheizvorrichtung für mit Benzin betriebene Dampfbrenner, bei welcher
der Vergaser durch ein dem Brennstoffbehälter entnommenes Gasluftgemisch vorgewärmt
wird.
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Bei solchen Brennern müssen die einzelnen Phasen des Anwärmens, Umstellens
auf Benzin und Abstellens der Anwärmflamme usw. nacheinander durch Handhabung von
verschiedenen Hähnen und Ventilen bewirkt werden. Diese Hähne müssen nach der Uhr
so bedient werden, daß nach etwa r1/2 Minuten Anwärmzeit der Hahn für den flüssigen
Brennstoff aufgemacht und der Hahn für die karburierte Anwärmluft geschlossen wird.
Dabei sind aber Irrtümer möglich und es kann eintreten, daß, wenn man versehentlich
zu lange mit dem öffnen des Benzinhahnes gewartet hat, der Anwärmbrenner mangels
genügender Menge karburierter Luft verlöscht und das flüssige Benzin nicht genügend
vergast, so daß der Kocher statt zu brennen rußt.
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Es ist nun bereits vorgeschlagen worden, Mittel vorzusehen, durch
weiche gleichzeitig mit dem Anstellen des gas- oder dampfförmigen Anheizbrennstoffes
eine künstlich erzeugte Zeitstrecke zum Laufen gebracht wird, die der erforderlichen
Anwärmzeit der Ventilspindel entsprechen und durch welche Mittel am Ende dieser
Zeitstrecke selbsttätig das Zufließen des flüssigen Brennstoffes zum Hauptbrenner
bewirkt werden soll.
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An solchen Mitteln ist z. B. bei Gasglühlichtlampen die Anordnung
einer Stange vorgeschlagen worden, die durch die strahlende Wärme des Glühstrumpfes
erhitzt und dadurch ausgedehnt werden soll. Durch die hierbei eintretende Verlängerung
soll dann das Umschalten. auf den Betrieb mit flüssigem Brennstoff bewirkt werden.
Hierbei braucht jedoch nur ein kalter Luftzug auf die Stange einzuwirken, und schon
wird sich eine ganz andere Zeit ergeben, als wenn dieLampevielleicht in einem warmen
Raum und vor Zug geschützt steht. Ebensowenig brauchbar wie dieser Vorschlag ist
ein. anderer, der dahin geht, eine Art Explosion der flüssigen Bestandteile des
karburierten Anheizgases hervorzurufen und damit eine plötzliche Ausdehnung, um
mit dieser Kraft durch irgendwelche mechanischen Übertragungsmittel dem flüssigen.
Brennstoff den Weg zum Hauptbrenner frei zu geben. Auch die Zuverlässigkeit dieses
Weges wird von der gerade herrschenden Temperatur abhängig und infolgedessen in
ihrer Wirkung sehr fragwürdig und veränderlich sein.
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Die Erfindung bezweckt demgegenüber einen Brenner zu schaffen, bei
dem die notwendige Aufeinanderfolge der Vorgänge zwangsläufig durch Bedienen eines
einzigen
Händhebels und Einstellen desselben in drei Stellungen:
»Zu«, »Anwärmen« und »Offen« ermöglicht wird, und zwar mit mechanischen Mitteln,
die eine genaue Einhaltung der Zeitstrecken unbedingt verbürgen.
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Diese Wirkung wir dadurch erreicht, daß in dem Brennstoffbehälter
ein Hilfsbrennstoffbehälter vorgesehen ist, in welchem eine von einem Handhebel
betätigte Steuerwelle und; fünf von dieser beeinflußte Ventile angeordnet sind,
die zur Regelung der Brennstoffförderung und der Zuführung der karburierten Luft
von dem Hauptbrennstoffbehälter söwie von diesem zum Hauptbrenner und zum Hilfsbrenner
dienen. Zweckmäßig wird hierbei der Durchmesser der vom Hauptbrennstoffbehälter
- in den Hilfsbrennstoffbehälter führenden Steigeleitung derart bemessen, daß die
für die Füllung dieses Behälters bis. zur Höhe des Vergaserrohres erforderliche
Zeit zum Anheizen des Vergaserrohres ausreicht.
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Auf der Zeichnung ist der den Gegenstand der Erfindung bildende Benzinkocher
in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht, und zwar zeigen die drei Abb. i bis,
3 in schematischer Schnittdarstellung die verschiedenen Stellungen der einzelnen
Teile in den Stellungen »Zu«, »Anwärmen« und »Offen«.
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Der Benzinbehälter a ist durch ein in seinem _ oberen Teil ringsum
geschlossenes Füllrohr b, das unten in ein perforiertes Sicherheitsrohr übergeht,
etwa zur Hälfte mit Benzin gefüllt. Eine eingebaute Luftpumpe c, deren Druckrohr
d über dem Benzinspiegel in den Behälter mündet, gestattet, den Benzinbehälter in
bekannter Weise unter Luftdruck zu setzen. Der Druck kann an einem Manometer e abgelesen
werden. In den Benzinbehälter rz ist ein geschlossener Hilfsbehälter f derart- eingebaut,
daß eine untere Wand noch etwas über dem Brennstoffspiegel des Benzinbehälters liegt.
In diesem Hilfsbehälter ist Benzin- und gasdicht .eine Kurbelwelle g gelagert, deren
Kurbeln unter Vermittlung von Schubstangen die Ventile I, II, III, IV, V steuern.
Am linken freien Ende der Kurbelwelle g ist auf dieser außerhalb des Hilfsbehälters
ein Handhebel h fest angeordnet, der in die Stellungen »Zu«, »An.,#värmen« und »Offen«
gelegt werden kann. Vom Ventil IV führt eine Leitung i zum Hauptbrenner k und vom
Ventil V eine Leitung l zum Anheizbrenner m.
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Die Wirkungsweise des beschriebenen. Kochers ist folgende: Vor Beginn
seiner Benutzung wird der freie Raum im Benzinbehälter a mittels der Luftpumpe c
unter Luftdruck gesetzt. Der Hebel k liegt dabei auf »Zu« und die Ventile I bis
V nebst Kurbelwelle g nehmen dabei die aus Abb. i ersichtliche Stellung ein. Ventile
I und II sind offen, während die Ventile III, IV und V geschlossen sind.
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Soll nun der Koc4er in Betrieb gesetzt werden, so wird der Hebel k
in die senkrechte Stellung »Anwärmen« gebracht (Abb. 2). Bei dieser Stellung der
Kurbelwelle g sind die Ventile I und II, auf deren Zweckbestimmung später noch eingegangen
wird, ' geschlossen, während die Ventile III bis V sich geöffnet haben. Durch das
Ventil III, von dem eine Leitung n bis nahe zum Boden des. Benzinbehälters führt,
tritt unter Wirkung des im Benzinbehälter herrschenden Luftdruckes Benzin hoch und
in den Hilfsbehälter fein, der sich entsprechend des verhältnismäßig engen Querschnittes
der Leitung n langsam mit Brennstoff füllt. Die im Hilfsbehälter f befindliche Luft
entweicht dabei aus dem Brenner k über das Ventil IV und das Vergaserrohr i. Durch
das geöffnete Ventil V tritt mit Benzindämpfen karburierte Luft über die Leitung
l nach dem Anwärmbrenner m, der, entzündet, das noch nicht in Tätigkeit getretene
Vergaserrohr i anwärmt.
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Der Querschnitt der Leitung l ist nun der Erfindung gemäß so bemessen,
daß die Zeit, welche vergeht bis der Hilfsbehälter f mit Benzin angefüllt ist, gerade
derjenigen Zeit (etwa 1l/2 Minuten) entspricht, welche nötig ist, um das Vergaserrohr
i so stark vorzuheizen, daß das durchtretende Benzin in der für den Betrieb des
Benzinkochers erforderlichen Weise restlos vergast wird.
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Hat der ansteigende Benzinspiegel im Hilfsbehälter f die Höhe des
bisher als Entlüftungsrohr wirkenden Rohres i erreicht, so läuft das Benzin selbsttätig
durch die Leitung i dem Brenner k zu und vergast im Rohr i. Der aus k austretende
dampfförmige Brennstoff entzündet sich dann an der Flamme des Anheizbrenners m.
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Wenn das eingetreten ist, wird der Hebel lt in die Stellung »Offen«
(Abb. g) übergeführt, wobei die Kurbelwelle g das Ventil V schließt.
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Der Anheizbrenner erlöscht dann.
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Nach erfölgtem Gebrauch des Kochers wird der Hebel h in seine Anfangsstellung
»Zu« zurückgeleast. Dabei schließen sich die Ventile III und IV, so daß die Benzinzufuhr
aus dem Benzinbehälter und das Abfließen in den Brenner k unterbrochen wird. Andererseits
öffnen sich die Ventile I und II. Durch das Ventil I tritt Luft aus dem Behälter
ce in
den Hilfsbehälter f über, und durch das. Ventil IIfließt das noch imHilfsbehältergewesene
Benzin in den Benzinbehälter a ab, so daß der Hilfsbehälter (Abb. r) wieder wie
zu Anfang leer ist.
In die Schubstangen der von der Kurbelwelle
bedienten Ventile I bis IV wird ein toter Gang in Gestalt einer elastischen Verbindung
eingebaut, z. B. in Gestalt einer Feder gemäß Abb. q., damit die Kurbeln i bis 5
auch bei geschlossenen zugehörigen Ventilen ihren Kurbelweg unbehindert ausführen
können.