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Hydraulische Presse, vorzugsweise Schmiedepresse Die Erfindung betrifft
eine hydraulische Pressenanlage, vorzugsweise Schmiedepresse, mit einer Treibvorrichtung
mit unmittelbarem Antrieb durch einen Elektromotor o. dgl., die in bekannter Weise
sowohl das Preßwasser für den Arbeitsweg als auch für den Rückzug des Preßstempels
liefert. Die neue Anlage hat den Vorteil, daß für beide Hübe des Preßstempels nur
eine Treibvorrichtung erforderlich ist, dabei aber trotzdem der Rückzugweg des Preßstempels
unabhängig von der Größe des Arbeitshubes vergrößert oder verkleinert werden kann.
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Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß in der Treibvorrichtung
zusätzliche Rückzugzylinder wahlweise zu-'und abzuschalten sind und eine Ventilanordnung
vorgesehen ist, die durch Ablassen des Preßwassers aus den Rückzugzylindern der
Presse ein Absenken des Preßstempels auf das Werkstück ohne Ingangsetzen der Treibvorrichtung
lediglich mit Hilfe des Eigengewichtes des Preßstempels und der damit verbundenen
Kolben gestattet.
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Es sind bereits hydraulische Pressen bekannt, bei denen das Absenken
des Preßstempels durch das Eigengewicht desselben erfolgt, doch lassen diese Einrichtungen
keine Veränderung des Rückzugweges des Preßstempels bei Verwendung nur einer Treibvorrichtung
zu.
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Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes zeigt
die Zeichnung in schaubildlicher Darstellung, und zwar geben- die Abb. i bis q.
die Anlage und ihre Steuerhebel in verschiedenen Stellungen wieder.
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Zur Verdeutlichung sind die Rohrleitungen, in. denen sich fließendes
Wasser befindet, schwarz-weiß schraffiert. Die übrigen Rohrleitungen, die nicht
besonders gekennzeichnet sind, enthalten zwar zumeist auch Wasser, aber nicht in
bewegtem Zustande. Die neben den Rohrleitungen angebrachten Pfeile zeigen die Richtung
der Strömung an, während die Pfeile, die auf oder neben den sich bewegenden Maschinenteilen
angebracht sind, deren Bewegungsrichtung anzeigen.
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Die in den Abbildungen dargestellte Vorrichtung besteht aus vier Hauptteilen,
nämlich der Presse i, der Treibvorrichtung 2, 3, der Steuerung 21 und dem Füllbehälter
i i. Die Presse hat einen Haupttauchkolben, der in dem Hauptzylinder 13 gleitet,
und zwei Rückzugtauchkolben, die sich in den Zylindern io bewegen. Die Steuerung
21 besitzt drei Ventile, die Ventile 12, 22 und 9, die, soweit ihr Gestänge es zuläßt,
auch als Rückschlagventile arbeiten können. Das Ventilgestänge kann durch die Hebel
5 und 25 verstellt werden. In das Gestänge ist ein sogenannter toter Gang eingeschaltet
dadurch, daß an dem Verbindungssteuerhebel 24 ein Schlitzblock 3o angeordnet ist,
in den der Hebel 9' eingreift. Die Treibvorrichtung besteht aus dem Zylinderblock
3 und dem Tragstück
2. Auf letzterem sind auf der einen Seite der
Hauptpreßkolben 16, auf der anderen Seite die vier Rückzugkolben ig und 2o angeordnet.
Der Zylinderblock 3 wird mittels des Zahnrades q. und einer in ihm eingearbeiteten
Zahnstange hin und her bewegt, wobei jeweils aus dem Zylinder 15 bzw. den Zylindern
17 oder 18 das Wasser verdrängt wird. Der Füllbehälter i i ist dazu bestimmt, überschießendes
Wasser aufzunehmen oder abzugeben. Ferner ist noch ein Rückschlagventil 28 vorhanden,
das überschüssige Wassermengen aus den Rückzugzylindern zö in den Füllbehälter i
i übertreten läßt, - aber immerhin durch eine Feder derart stark verschlossen gehalten
wird, daß es beim' Rückzug der Presse das die Rückzugzylinder bewegende Wasser nicht
austreten läßt. ' Gemäß Abb. i befindet sich der Hebel 25 in Stellung 26 und der
Hebel 5 in der Stellung 7. In dieser Stellung des Hebels 5 sinkt der Preßholm der
Presse i durch.sein eigenes . Gewicht. Wenn der Hebel 5 von rechts, d. h. aus der
Stellung 6 in die Stellung 7 gebracht wird, so stößt er mittels der Stange 8 das
Ventil 9 auf. Die Stange 8 wirkt auf eine Stange 9' des Gestänges des Ventils 9
ein. Die Stange g' greift mit ihrem Ende in einen Schlitzblock 3o ein, der über
die Stange 24. mit dem Gestänge der Ventile 12 und z2 in Verbindung steht. Wenn
die Stange 9' durch die Stange 8 um ihre Schwenkstelle g" herumgeschwenkt wird,
so bewegt sich ihr Ende in dem Schlitz des Schlitzblockes 30 von rechts nach
links. Infolgedessen kann der Schlitzblock 30 sich ebenfalls nach links bewegen
und das Ventil 12 sich öffnen, bis der Schlitzblock 30 wieder an das Ende
der Stange g' anschlägt. Wie aus der Abb. i ersichtlich, sind in dieser Stellung
die Ventile 12 und 22 geöffnet. Das Ventil 22 wird dabei durch das Gestänge geöffnet
gehalten, während das Ventil 12 sich unter dem Einfluß des auf seine Unterseite
wirkenden Wasserdruckes in die Öffnungsstellung bewegt und dabei das Gestänge 2¢
und den Schlitzblock 3o mitgenommen hat. Infolge des Gewichts des Holms der Presse
i wird aus den Zylindern io das Wasser in Pfeilrichtung verdrängt. Es tritt über
dem Ventil 9 ein, gelangt durch dieses und das Ventil 22 unter das Ventil 12, das
von ihm angehoben wird, und von hier aus in den Zylinder 13. Wenn das aus den Zylindern
io austretende Wasser nicht genügt, um den Zylinder 13 aufzufüllen, so kann auch
aus dem Füllbehälter i i durch das Ventil 12 weiteres Wasser in den Zylinder 13
eintreten. Die Treibvorrichtung bewegt sich bei dieser Hebelstellung nicht.
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Gemäß Abb. 2 befindet sich der Hebel 5 in einer Stellung, die zwischen
den Stellungen und 15 liegt. Zwischen den Stellungen 7 und 15 befinden sich die
Kontakte für den Motor, der die Welle q. antreibt. In der dargestellten Hebelstellung
wird also die Welle q. in Bewegung gesetzt und der Zylinderblock 3 der Treibvorrichtung
in Pfeilrichtung verschoben. Durch die Bewegung des Hebels 5 in die dargestellte
Stellung hat die Stange 8 das Ventil 9 noch weiter geöffnet, während sich das Ende
der Stange g' in dem Schlitz des Schlitzblockes 3o etwa um die halbe Länge desselben
von rechts nach links bewegt hat. Im übrigen hat sich das Ventil 12 unter der Wirkung
des über ihm lastenden Druckes geschlossen. und den Schlitzblock 30 über
die Stange 2,4 soweit nach rechts bewegt, daß das linke Ende seines Schlitzes an
dem Ende der Stange g' zur Anlage gekommen ist. Aus dein Zylinder i5 wird durch
die Bewegung des Zy-
linderblockes 3 Wasser durch den Kolben 16 in den Arbeitszylinder
13 gedrückt. Der Holm der Presse i geht dadurch abwärts und preßt das Schmiedestück
1q.. Das in den Zylindern io befindliche Wasser muß durch den Abwärtsgang der Rückzugzylinder
entweichen und gelangt durch das Ventil 9 in die Zylinder 18 oder auf unmittelbarem
Wege in die Zylinder 17. Fehlende Wassermengen für die Zylinder 17 und 18
werden aus dem Füllbehälter i i durch das Ventil 22 entnommen. Die Leitung 29 führt
zu Hilfsvorrichtungen der Presse. Aus ihr kann auch bei dieser Hebelstellung Wasser
zurückkehren, so daß eine Senkung dieser Zylinder möglich ist. Je nachdem, ob der
Hebel 5 mehr oder weniger in Richtung der Stellung- 15 gedrückt wird, wird dem Motor
mehr oder weniger Strom zugeführt, so daß die Treibvorrichtung also in ihrer Wirkung
genau zu regeln ist.
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Gemäß Abb. 3 befindet sich der Hebel 5 in Stellung 6. Hierbei erfolgt
ein beschränkter Rückzug der Presse. Der Holni der Presse i wird hierbei nur so
weit gehoben, daß ein bearbeitetes Schmiedestück herausgenommen und ein neues Schmiedestück
eingelegt bzw. das Schmiedestück während seiner Bearbeitung gewendet werden kann.
Soll der Holm der Presse i vollständig gehoben werden, so ist es notwendig, den
Hebel 25 von Stellung 26 auf Stellung 27 umzulegen, was später in Verbindung mit
Abb. q. beschrieben werden wird. Die Schwenkung des Hebels 5 in die Stellung 6 hat
zur Folge, daß die Stange 8 von der Stange g' zurückgezogen und daß der Motor rückwärts
beschaltet wird, so daß sich das Zahnrad q. in Pfeilrichtung dreht. Der Zylinderblock
3 bewegt sich daher von links nach rechts und drückt aus den Zylindern 17 das dort
vorhandene Wasser unmittelbar in die Rückzugzylinder io, wobei ein
Schluß
des Ventils 9 bewirkt wird, was deshalb möglich ist, weil das Ende der Stange 9'
sich in dem Schlitz des Schlitzblockes 30 von links nach rechts bewegen kann.
Der Preßholm der Presse i hebt sich also. Gleichzeitig wird aus dem Zylinder 13
Wasser verdrängt, das in den sich vergrößernden Raum des Zylinders 15 gelangt. Auch=
in den Zylindern 18 wird Wasser verdrängt. Es bewegt die an die Rohrleitung 29 angeschlossenen
Hilfsvorrichtungen bzw. gelangt durch das Ventil 22 in den Füllbehälter i i. Das
Ventil 22 schließt sich deshalb nicht, weil sich der Schlitzblock 3o nicht nach
links bewegen kann.
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Wird gemäß Abb. q. der Hebel 25 schließlich in Stellung 27 bewegt,
während der Hebel 5 die Stellung 6 weiter behält, so wird das Ventil 22 auf seinen
Sitz gesenkt, während sich die Ventile 9 und 12 öffnen. Damit ist die Möglichkeit
gegeben, den Preßholm der Presse i vollständig zu heben, da sowohl die Zylinder
17 wie auch die Zylinder 18 Druckwasser in die Rückzugzylinder senden. Der Motor
ist mittels des Hebels noch auf Rückgang gestellt. Der Zylinderblock 3 bewegt sich
also in der Pfeilrichtung nach rechts. Das aus den Zylindern 17 gedrückte Wasser
gelangt durch die Kolben 2o und die Rohrleitung unmittelbar in die Rückzugzylinder
io. Aus den Zylindern 18 fließt das Wasser zunächst der Steuervorrichtung 21 zu,
kann aber durch das geschlossene Ventil 22 nicht hindurch und strömt infolgedessen
durch das Ventil 9, um von hier aus ebenfalls in die Zylinder io zu gelangen. Der
Flüssigkeitsweg aus dem Zylinder 13 ist derselbe wie gemäß Abb.3. Ein etwaiger Flüssigkeitsüberschuß
geht durch das nunmehr offene Ventil 12 nach dein Behälter i i.