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DE612268C - Herstellung von Eisenbahnschieneen, Radreifen, Spundbohlen und anderen stark auf Verschleiss beanspruchten Gegenstaenden - Google Patents

Herstellung von Eisenbahnschieneen, Radreifen, Spundbohlen und anderen stark auf Verschleiss beanspruchten Gegenstaenden

Info

Publication number
DE612268C
DE612268C DE1930612268D DE612268DD DE612268C DE 612268 C DE612268 C DE 612268C DE 1930612268 D DE1930612268 D DE 1930612268D DE 612268D D DE612268D D DE 612268DD DE 612268 C DE612268 C DE 612268C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
steel
tear
subject
items
rails
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1930612268D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr-Ing Herbert Buchholtz
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Vereinigte Stahlwerke AG
Original Assignee
Vereinigte Stahlwerke AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Vereinigte Stahlwerke AG filed Critical Vereinigte Stahlwerke AG
Application granted granted Critical
Publication of DE612268C publication Critical patent/DE612268C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C38/00Ferrous alloys, e.g. steel alloys
    • C22C38/04Ferrous alloys, e.g. steel alloys containing manganese

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Heat Treatment Of Steel (AREA)

Description

  • Herstellung von Eisenbahnschienen, Radreifen, Spundbohlen und anderen stark auf Verschleiß beanspruchten Gegenständen An Eisenbahnschienen sind grundsätzlich folgende Anforderungen zu stellen: r. Die Schiene soll eine so hohe Festigkeit haben, daß sie den Beanspruchungen des Betriebes durch den Raddruck, durch Stöße u. dgl. genügend Widerstand leistet. Dazu ist erforderlich eine genügend hohe Streckgrenze, um ein Verquetschen unter dem Raddruck zu vermeiden, ferner aber auch eine genügend hohe Festigkeit gegen wiederholte Stoßbeanspruchungen, also ein hoher Widerstand gegen schlagartige und gegen Dauerbeanspruchung. Dieser Forderung wird erfahrungsgemäß am ehesten entsprochen durch Stähle mit hoher Streckgrenze und guter Zähigkeit bei mittlerer Zugfestigkeit.
  • a. Der- Verschleißwiderstand soll so groß sein, daß unter der Wirkung der rollenden und gleitenden Reibung der Barüberfahrenden Räder eine möglichst geringe Abnutzung eintritt.
  • Neben den technischen Anforderungen ist weiter die Frage der Wirtschaftlichkeit von Bedeutung. Die Herstellung der Schienen als Massenbaustoff ist an Verfahren gebunden, die einen billigen Stahl herzustellen gestatten:. Diese Bedingung wird in erster Linie durch das Thomasverfahren und in zweiter Linie durch ein entsprechend geführtes Siemens-Martin-Verfahren erfüllt. Der Nachweis der für das praktische Verhalten wichtigen Eigenschaften wird durch die in den Abnahmebedingungen festgelegten Prüfungen erbracht. Diese Prüfungen erstrecken sich auf den Nachweis genügender Schlagfestigkeit durch die Schienenschlagprobe und den Nachweis genügend hoher Härte und Festigkeit durch die Feststellung der Brinellhärte oder den Zugversuch.
  • Diese mannigfachen Anforderungen sind nun schwer ohne eine gewisse Schädigung anderer Eigenschaften zu erhalten. Die Forderungen nach hoher Zähigkeit bei gleichzeitig hoher Festigkeit stehen z. B. in einem gewissen Widerspruch zueinander. Die Forderung des hohen Verschleißwiderstandes läßt sich des weiteren durch diese beiden Kriterien nicht erfassen, da der Verschleißwiderstand keineswegs mit Härte, Streckgrenze oder Zugfestigkeit parallel geht: Es gilt also, unter Berücksichtigung der jeweiligen praktischen Anforderungen ein Optimum an Härte, Streckgrenze, Zähigkeit und Verschleißwiderstand bei höchster Wirtschaftlichkeit zu entwickeln. Die Mittel dazu sind verschieden. Bekannt ist; daß die Zugfestigkeit und Streckgrenze gesteigert werden kann durch Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes, des Mangangehaltes, des Siliciumgehaltes sowie durch den Zusatz noch weiterer Begleitelemente, wie Chrom, Nickel u. dgl., wobei aber die letzteren aus wirtschaftlichen Gründen hier nicht in- Frage kommen. Es ist weiter bekannt, .daß ein erhöhter Gehalt an Mangan, ferner aber auch an Phosphor den Verschleißwiderstand erhöht. Allerdings scheint eine praktisch bedeutsame Erhöhung des Verschleißwiderstandes durch Mangan erst einzutreten bei Mangangehalten, bei denen die Zähigkeit (dargestellt durch die Dehnung beim Zerreißversuch, das Verhalten beim Schlagversuch und die Kerbzähigkeit) bereits zu stark abnimmt. Von .der verschleißerhöhenden Wirkung des Phosphorgehaltes konnte bisher überhaupt kein Gebrauch gemacht werden, da bei .der üblichen sonstigen Zusammensetzung der Schienen bei Phosphorgehalten unterhalb etwa o,8 °/a praktisch merkbare Einflüsse nicht auftreten und eine Erhöhung des Phosphorgehaltes auf und über etwa o,i °/o hinaus die Schienen zu spröde, d. h. zu empfindlich gegen Stöße macht. Aus diesem Grunde wird bisher seitens der Stahlwerke der Phosphorgehalt mit etwa o,o8 nach oben begrenzt.
  • Versuche der Erfinderin mit basisch erschmolzenen Stählen haben gezeigt, .daß eine Ausnutzung der die Verschleißfestigkeit erhöhenden Wirkung des Phosphors durch einen Zusatz dieses Elementes in Mengen von o,o8 % und, mehr bei Schienen aus basisch erschmolzenem, insbesondere Thomasstahl ermöglicht wird. durch eine starke Herabsetzung des Kohlenstoffgehaltes bei gleichzeitiger besonderer Abgrenzung der übrigen Bestandteile des Stahles, insbesondere des: Mangangehaltes. Durch. die Verwendung dieses Stahles als Schienenstahl werden alle eingangs gekennzeichneten Forderungen in vollem Maße erfüllt. Die für die praktische Bewährung maßgebende sehr scharfe Schlagprobe der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft wird zur vollsten Zufriedenheit ertragen, die Schienen gehen bei Verschärfung der Probe meist erst bei mehr als 140 mm Durchbiegung nach sechs oder mehr Schlägen zu Bruch. Die Streckgrenze liegt mit mehr als 36 km/mm' genügend hoch, um ein Verquetschen selbst bei erhöhten Raddrücken zu vermeiden, und Dehnung sowie Kerbzähigkeit liegen so hoch, daß eine Gefährdung durch Schläge und Stöße nicht eintritt. Der Verschleißwiderstand ist durch das Zusammenwirken von Mangan und Phosphor so stark erhöht, daß der Stahl ohne weiteres den als verschleißfest bekannten Schienenstählen mit mehr als 5 kg/mm2 Zugfestigkeit an die Seite gestellt werden kann, wobei Dehnung und besonders die Kerbzähigkeit aber höher liegen als bei dem gewöhnlichen Schienenstahl dieserFestiä keit. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es nötig, den Kohlenstoffgehalt niedrig, unter 0,2o'/0, den Mangangehalt innerhalb der Grenzen von rund o,6 bis i,6 °1o und den Phosphorgehalt über o,o8 zu halten; der Siliciumgehalt beträgt dabei 0,15 bis o,60/0.
  • Weiter gelingt es, die Gleichmäßigkeit des Aufbaues und der Festigkeitseigenschaften dieses Stahles noch zu erhöhen, wenn geringe Mengen, bis i °/o, Kupfer zugesetzt werden. Bekanntlich wird durch den Kupferzusatz auch die Korrosions- und Rostbeständigkeit des Stahles erhöht, was für die praktische Bewährung bei Anwesenheit aggressiver Medien, z. B. bei im Tunnel verlegten Schienen, von erheblicher Bedeutung ist.
  • Weiter hat sich die Anwesenheit geringer Mengen Chrom als besonders vorteilhaft im Hinblick auf den Verschleißwiderstand und die Schlagfestigkeit dickerer Abmessungen erwiesen. Der Chromzusatz beträgt höchstens 45 %.
  • Die Festigkeitseigenschaften und der Verschleißwiderstand solcher Schienen aus einer großen Anzahl von Schmelzen wurden eingehend bestimmt, wobei zur Bestimmung der Verschleißfestigkeit die Maschinen von Spindel und Mohr & Federhaff benutzt werden.
  • In der nebenstehenden Zahlentafel sind als Beispiel die Ergebnisse einiger Schienenschmelzen aus basisch erschmolzenen, insbesondere Thomasstahl wiedergegeben. Trotz des verhältnismäßig niedrigen C-Gehaltes liegt die Streckgrenze der Stähle oberhalb q.o kg/mm2, weist also Werte auf, die ein normaler Kohlenstoffstahl erst bei einem Kohlenstoffgehalt von mehr als 0,5 % erreicht. Dia Zugfestigkeit beträgt dabei etwa 6o kg/mm2, die Dehnung mehr als 16, im Mittel ao °/o, sie ist also ganz erheblich höher als die eines Kohlenstoffstahles gleicher oder sogar höherer Festigkeit. Die von der Deutschen Reichsbahn für die Abnahme vorgeschriebene Schlagprobe hielten diese Schienen sämtlich ausgezeichnet aus, auch bei einer Verschärfung dieser Probe trat ein Bruch erst ein, nachdem normale Kohlenstoffstahlschienen mit 7o bis 8o kg/mm2 Zugfestigkeit bereits vorher gebrochen waren. Wie aus der Zahlentafel sich weiterhin ergibt, ist der Verschleißwiderstand dabei erheblich höher als der von Schienen gleicher Festigkeit, er weist Werte auf, die in Kohlenstoffstahlschienen erst mit einer Zugfestigkeit von etwa 85 kg/mm2 erreichbar sind.
  • Zur Beurteilung der Verschleißergebnisse auf der Maschine von Mohr & Federhaff sei gesagt, daß nach praktischen Erfahrungen Schienen mit einer Gewichtsabnahme von weniger als i,i g als verschleißfest bezeichnet werden. Die gemäß der Erfindung hergestellten Schienen liegen durchweg unter der Grenze von i,i g. Die für die praktische Bewährung ebenfalls wichtige Dauerbiegefestigkeit wurde in zahlreichen Versuchen auf der Schenckschen Dauerbiegemaschine mit mindestens 30 kg/mm2, im Mittel mit 34 kgImm@ ermittelt. Auch bei Prüfung durch Gewinde beschädigter Proben wurden immer höhere Werte als 27 kg/mm= festgestellt. Der erfindungsgemäß zu verwendende Stahl besitzt also eine recht hohe Dauerfestigkeit bei gleichzeitig geringer Kerbempfindlichkeit bei Schwingungsbeanspruchungen.
  • Bereits im Jahre 1884 wird über ähnliche Versuche zur Entwicklung eines Schienenstahls aus der Bessemerbirne berichtet (T e t -majer, Stahl und Eisen 4 [z884] S. 6o8113). Der Kohlenstoffgehalt dieser Schienen wurde auf etwa o,2 0% herabgesetzt, der Phosphorgehalt bei gleichzeitig erhöhtem Siliciumgehalt auf über o,i % erhöht. Die Versuche waren jedoch erfolglos, denn es wird ausdrücklich betont, daß.diese Schienen brüchig waren und- zum Spalten neigten.
  • In Schweden bis zum Jahre igi2 verlegte sauere Bessemerstahlschienen (Stahl und Eisen i925 S. 39/40) wiesen bei Phosphorgehalten über o,i % sehr geringen Verschleiß auf; jedoch wurden die Schienen infolge des höheren Kohlenstoffgehaltes von 0,4 bis 0,5 % in den nördlichen Eisenbahnstrecken brüchig. Für die in späteren Jahren zur Verwendung gelangenden Thomasstahlschienen wurde regelmäßig ein Phosphorgehalt von höchstens 0.o75 % vorgeschrieben. Auf Schienen ähnlicher Zusammensetzung aus Bessemerstahl wurde auch später in der Literatur noch wiederholt hingewiesen. Der wesentliche Unterschied gegenüber dem Stahl, der nach der Erfindung verwendet werden soll, liegt darin, daß früher Bessemerstahl verwandt wurde, nach der Erfindung jedoch basisch erschmolzener, insbesondere Thomasstahl. Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen diesen beiden Stahlarten erklären es, daß die Bessemerstahlschienen bei annähernd gleicher Zusammensetzung (in den meisten Fällen war allerdings der Kohlenstoffgehalt höher) querbrüchig .und daher unbrauchbar. waren, während die Thomasstahlschienen nach ,der Erfindung hervorragende Eigenschaften zeigen. Weiterhin wurde im Schrifttum mehrfach allgemein auf den Zusammenhang zwischen Phosphor- und Kohlenstoffgehalt in Stählen hingewiesen und angedeutet, daß die Nachteile eines höheren Phosphorgehalts zum Teil durch Verminderung des Kohlenstoffgehalts ausgeglichen werden können. Es wurde jedoch dabei fast immer noch an einen erheblich höheren Kohlenstoffgehalt gedacht, als in der Erfindung vorgeschlagen, und der Zusammenhang mit dem Manganzusatz wurde meistens überhaupt nicht erwähnt. Jedenfalls ist in keiner derartigen Schrifttumsstelle ein basisch erschmolzener, insbesondere Thomasstahl, wie in der Erfindung vorgeschlagen, vollständig oder annähernd ähnlich erwähnt, welcher also einen Kohlenstoffgehalt von o,o7 bis o,2 0/0, einen Phosphorgehalt von o,o8 bis 0,25 0/0, einen Mangaizgehalt von 0,6 bis 1,6 0@o und einen Siliciumgehalt von o, 15 bis o,6 % enthält, von denen jeder einzelne Legierungsbestandteil für die Erreichung der angestrebten Wirkung wesentlich ist.
  • Ganz entsprechende Überlegungen wie vorstehend für Schienen lassen sich dufchführen für Radreifen, Spundbohlen, insbesondere für Hafenwände, und andere Stahlteile, die auf Verschleiß beansprucht werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Die Verwendung eines basisch erschmolzenen, insbesondere Thomasstahls der Zusammensetzung Kohlenstoff ..... o,o7 bis o,2 0jo, Mangan ....... o,6 - i,6 010, Phosphor ...... 0,08 - 0,25 0to, Silicium ....... 0,15 - o,6 010, Eisen .......... Rest
    für die Herstellung von Eisenbahnschienen, Radreifen, Spundbohlen und andere stark auf Verschleiß beanspruchte Gegenstände.
  2. 2. Die Verwendung -eines basisch erschmolzenen, insbesondere Thomasstahls, der außer den in dem Anspruch i genannten Elementen noch Kupfer von o,2 bis i,o 0/0 oder Chrom bis i, 5 0/0 oder beide Elemente von o,2 bis i,o 010 bzw. bis 1,5 0lo enthält, für den Zweck nach Anspruch i.
DE1930612268D 1930-12-13 1930-12-13 Herstellung von Eisenbahnschieneen, Radreifen, Spundbohlen und anderen stark auf Verschleiss beanspruchten Gegenstaenden Expired DE612268C (de)

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