DE615106C - Einrichtung zum Aufschliessen von Holz und anderem zellstoffhaltigen Fasergut - Google Patents
Einrichtung zum Aufschliessen von Holz und anderem zellstoffhaltigen FasergutInfo
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Description
- Einrichtung zum Aufschließen von Holz und anderem zellstoffhaltigen Fasergut Bei dem Verfahren nach dem Hauptpatent zum Aufschließen von Holz und anderem zellstoffhaltigen Fasergut mit Hilfe eines verschließbaren Behälters kommt es darauf an, daß der Aufschlußbehälter nach Füllung mit dem Fasergut und der Aufschlußflüssigkeit sowie nach Schließung durch völliges Abziehen der Aufschlußflüssigkeit derart unter Unterdruck gesetzt wird, daß die in dein aufzuschließenden Fasergut befindliche Luft zum größten Teil ausgetrieben wird. Darauf wird die Aufschlußflüssigkeit in der erforderlichen Menge wieder zugeführt und mit dem Kochen begonnen. Während des Abziehens der Aufscblußflüssigkeit aus dem Fasergut ausgetriebene und im oberen Teil des Aufschlußbehälters aufgespeicherte Luft wird durch einen durch die abziehende Aufschlußflüssigkeit betriebenen Strahlapparat abgesaugt.
- Bei diesem Verfahren hat sich gezeigt, daß bei Herstellung des Unterdrucks im Aufschlußbehälter das Fasergut, solange es noch in der abziehenden Aufschlußflüssigkeit liegt, mit dieser durchtränkt wird. Wenn nun nach völliger Füllung des Aufschlußbehälters mit Fasergut und Lauge diese aus dem geschlossenen Behälter abgelassen oder abgesaugt wird, so herrscht zu Beginn der La'ugenabführung zunächst noch kein Unterdruck im Behälter, sondern atmosphärischer Druck. Erst nachdem eine gewisse Laug,--enge (etwa 4 bis 5 cbm) aus dem geschlossenen Gefäß abgezogen worden ist, wird das höchste Vakuum erreicht, das bis zur völligen Entfernung der Lauge aus dem Behälter wegen des gleichzeitig aus der Lauge bei Unterdruck entweichenden SO2-Gases die gleiche Höhe beibehält. Es ergibt sich somit, daß der Unterdruck von Beginn der Laugenabführung bis zur Entfernung von etwa ¢ his .5 cbm Lauge im obersten Behälterteil. von Null bis zur höchst erreichbaren Höhe, z. B. 5oo mm Quecksilbersäule ansteigt, daß also die Laugentränkung der zu oberst liegenden. Holzschnitzel o. dgl., .die gerade wegen dieser Lage am gefährdetsten sind, gegenüber dem übrigen Gut benachteiligt ist.
- Durch die Einrichtung gemäß der Erfindung wird dieser Mangel dadurch beseitigt, daß der oder die Aufschlußbehälter noch bei Erreichen der Unterdruckhöchstgrenze mit Lauge gefüllt gehalten werden und dadurch die gleichmäßige Tränkung des Gutes sichergestellt wird. Die Erfindung besteht darin, daß über dem oder den Kochern, die durch Abziehen der Aufschlußflüssigkeit unter Druck gesetzt werden sollen, nach ein Zusatzbehälter vorgesehen ist, der unten mit dem obern Raum des oder der Kocher und oben mit der Luftabsaugungsleitung bzw. Flüssigkeitsüberlaufleitung in Verbindung steht und eine solche Flüssigkeitsmenge aufzunehmen vermag, daß 'bei Senkung des Flüssigkeitsspiegels in ihm bis zum Boden der höchstmögliche Unterdruck erreicht ist, d. h. der sich auch bis zur völligen Entfernung der Lauge aus dem oder den Kochern infolge der gleichzeitig aus der Lauge entweichenden Gase nicht mehr steigern läßt. Wie sich aus dem Beispiel nach der Zeichnung ergibt, ist oberhalb des oder der Kocher i ein verschließbarer Zusatzbehälter 2 von etwa q. bis 5 cbm aufgestellt, und zwar so, daß sein unterster Teil über der verschließbaren Füllöffnung 3 der Kacher i liegt. Der Munterste Teil des Behälters 2 ist durch eine Rohrleitung q. mit Absperrhähnen 5 an die Füllöffnungen 3 sämtlicher Kocher i angeschlossen. In den oberen Teil des Behälters 2 münden zwei absperrbare Leitungen 6, 7 ein, von denen die eine, 6, mit dem oder den Laugenvorratsbehältern 8 in Verbindung steht, während die andere, 7, mit dem durch die aus den Kochern i abziehende Aufschlußflüssigkeit betriebenen Strahlapparat 9 verbunden ist, der die während der Evakuierung aus dem Fasergut ausgetriebene Luft aus dem oberen Teil der Kocher i absaugt. Mit i o ist die zur Ein- und Abführung der Lauge in die Kocher i von unten her dienende, mit dem Gefäß 8 verbundene Rohrleitung und mit i i die zugehörige Fördervorrichtung bezeichnet. .
- Nachdem die Kocher i mit Fasergut vollgefüllt sind, was mit Füllvorrichtungen bis zur höchsten Fülldichte geschehen kann, wirrt die Lauge eingeführt. Die Absperrhähne 5 in der Verbindungsleitung ¢ zwischen den Kochern i und dem darüber angebrachten Behälter 2 sind dabei geöffnet, so daß sowohl die Kocher i, deren Füllöffnungen 3 vorher geschlossen sein müssen, als auch der Behälter 2 die volle Laugenfüllung erhalten. Sobald die Lauge aus der überlaufleitung 6 ausläuft, wird die überlaufleitung 6 abgesperrt. Anschließend wird die Lauge aus Behälter 2 und Kochern i abgesaugt. Hierbei. ergibt sich, daß bei Senkung des Laugenspiegels in dem oberhalb der Kocher i befindlichen Behälter 2 der Unterdruck langsam ansteigt, so daß bei Senkung des Laugenstandes am obersten Kocherteil bereits das höchste Vakuum erreicht ist. Infolgedessen werden sämtliche Holzschnitzel im Kocher einer gleich starken Tränkung bei gleich hohem Vakuum unterworfen. Mit der Anordnung des über den Kochern i aufgestellten Behälters 2 ist ein weiterer Vorteil des F-vakulerungsvorganges verbunden. Die während des Laugenabzugs infolge des Unterdrucks aus dem Fasergut ausgetriebene Luft sammelt sich wegen ihres niedrigeren spezifischen Gewichtes gegenüber dem hohen spezifischen Gewicht der SO-Gase stets im obersten Teil, im vorliegenden Falle also in dem Behälter 2 an. Da gemäß der Erfindung die Luftabsaugung während der Unterdruckerzeugung nicht mehr aus dem obersten Kocherteil, sondern aus dem >bersten Raum des über den Kochern angeordneten Behälters 2 stattfindet, ist es möglich, bei Freigabe der Verbindungsleitung 7 mit dem Strahlapparat 9 die Luft aus den Kochern i ohne Beimischung von S 02- Gasen zu entfernen.
- Für sämtliche Kocher einer Zellstoffabrik ist - nur ein Behälter 2 erforderlich, der nur vor dem Kochen benutzt wird und während der Kochung außer Wirkung tritt. Dieser Behälter wird höheren Drücken als etwa 2 Atm. nicht ausgesetzt, braucht also nicht, wie die Kocher selbst, für hohen Druckeingerichtet zu werden, sondern es genügt für' ihn ein schwacher eiserner Mantel mit z. B. nur einen Stein starker säurefester Auskleidung.
- Die Form des Behälters 2 kann beliebig sein. Es kann entweder ein stehender Zylinder oder ein kugeliges Gefäß verwendet werden. Verwendet man einen stehenden Zylinder größerer Höhe von kleinerem Durchmesser, :so hat man außerdem den Vorteil einer höheren Flüssigkeitssäule. Wesentlich für die Bemessung des Behälters ist, daß er einen Laugeninhalt von etwa ¢ bis 6 cbm, d. h. eine solche Laugenmenge aufnehmen kann, daß bei Senkung des Laugenspiegels vom oberen Teil -des Behälters bis zu seinem unteren Teil das höchste Vakuum erzielt wird.
- Hinter der Pumpe i i, die zum. Laugena'bzug aus den Kochern benutzt wird, und hinter dem daran anschließenden. Saugstrahlgebläse 9, das die Luft aus dem Kocher absaugt, kann eine zweite Laugenpuznpe geschaltet sein, die durch Absaugen des Laugegasgemisches hinter Pumpe i i und Saugstrahlgebläse 9 die Widerstände des Flüssigkeitsdruckes im Laugevorratsbehälber 8 und im Saugstrahlgebläse 9 aufhebt, so daß eine wesentliche Erhöhung des Unterdruckes im Kocher ermöglicht wird.
- Eine weitere starke Erhöhung des Unterdruckes und damit eine wesentliche Steigerung der Tränkung läßt sich im Zusammenhang mit dem Zusatzbehälter 2 dadurch erreichen, daß ein Kocher i mit Fasergut und Aufschlußflüssigkeit und ein zweiter Kocher oder Behälter ähnlicher Größe oder mehrere solcher nur mit Aüfschlußflüssigkeit gefüllt und alle diese Kocher zusammen unter Abschluß nach außen in der angegeben Weise untereinander und mit dem Zusatzbehälter 2 zusammengeschaltet werden, 'worauf die Evakuierung, wie angegeben, erfolgt und anschließend die Aufschlußflüssigkeit wieder in den mit Fasergut gefüllten Kocher oder alle Kocher bzw. Gefäße eingelassen wird.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Einrichtung zum Aufschließen von Holz und anderem zellstoffhaltigen Fasergut unter Ausübung des Verfahrens nach Patent 611226, dadurch gekennzeichnet, daß über dem oder den Kochern (i), die durch Abziehen der Aufschlußflüssigkeit unter Unterdruck gesetzt werden sollen, noch ein Zusatzbehälter (2) vorgesehen ist, der unten mit dem oberen Raum des oder der Kocher und oben mit der Luftabsaugungsleitung (6) bzw. der Flüssigkeitsüberlaufleitung (7) in Verbindung steht und eine solche Flüssigkeitsmenge aufzunehmen vermag, daß bei Senkung des Flüssigkeitsspiegels in ihm bis zum Boden der höchstmögliche Unterdruckerreicht ist, d. h. der sich auch bis zur völligen Entfernung der Lauge aus dem .oder den Kochern infolge der gleichzeitig aus der Lauge entweichenden Gase nicht mehr steigern läßt.
- 2. Einrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, -daß neben. dem mit Fasergut und Aufschlußflüssigkeit gefüllten Kocher (i) gleichzeitig ein zweiter oder mehrere nur mit Aufschlu.ßflüssigkeit gefüllte Behälter ähnlicher Größe unter Abschluß nach außen mit dem Zusatzbehälter (2) zusammengeschaltet sind.
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