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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren spektraler Filterung
auf Basis optischer Fasern nach dem Oberbegriff des beigefügten Anspruchs
1. Die Erfindung betrifft weiter eine Spektralfiltervorrichtung,
welche das Verfahren in Übereinstimmung
mit dem Oberbegriff des begleitenden Anspruchs 6 verwirklicht.
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Auf
optischen Fasern basierte Telekommunikation stellt ein sich rasch
entwickelndes technisches Gebiet dar. Zusätzlich zu Fernübertragungsfasern, die
herkömmlichere
Drahtleitungskabel ersetzen, wird auch eine große Vielfalt anderer Arten optischer Faserkomponenten
benötigt,
um ein komplettes modernes optisches Telekommunikationssystem zu
bilden. Solche Komponenten umfassen beispielsweise optische Verstärker auf
Basis von mit Seltenerdmetallen dotierten aktiven Fasern und verschiedene
Arten von Spektralmultiplexbetrieb- und Filtervorrichtungen. Spektralfilterung
in verschiedenen Formen ist besonders wichtig bei Systemen, die
auf Wellenlängenmultiplexbetrieb,
WDM, basiert sind.
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Es
ist bekannt, dass eine optische Faser, spezifischer eine Monomodenfaser,
als Spektralfiltervorrichtung verwendet werden kann, indem die Faser um
eine Rolle oder einen entsprechenden kreisförmigen Körper aufgewickelt wird, um
die Faser in Längsrichtung
einer gewissen kontinuierlichen Krümmung zu unterwerfen. Der Radius
dieser Krümmung
bestimmt die Grenzwellenlänge
eines solchen aufgewickelten Faserfilters. Bei kleinerem Krümmungsradius bewegt
sich die Grenzwellenlänge
zu kürzeren
Wellenlängen.
Wenn die Wellenlänge
des durch den Faserkern übertragenen
Lichts die vorgenannte Grenzwellenlänge überschreitet, beginnt die optische Energie
von dem Faserkern zu der den Kern umgebenden Mantelschicht auszulecken.
In der Mantelschicht erfährt
das Licht eine erheblich höhere
Dämpfung
als in dem Faserkern. Die Gesamtdämpfungsmerkmale eines Faserfilters
können
durch die Anzahl von um die Rolle gewickelten Faserwindungen gesteuert
werden. Ein solcher Filter ist beispielsweise aus
US 6118575 bekannt.
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In
der Praxis weicht der Betrieb eines gewickelten Faserfilters vom
Ideal ab, da über
der Grenzwellenlänge
nicht alle Wellenlängen
gleichmäßig und
homogen gedämpft
werden. Da nur eine finite Anzahl gesteuerter Moden in die Mantelschicht austritt,
werden manche Wellenlängen
effektiver als andere an Mantelmoden gekoppelt. Die begrenzte Anzahl
von Mantelmoden führt
zu einem gewissen Betrag an unerwünschter Kopplung des Lichts
von der Mantelschicht zurück
zu dem Faserkern, d. h. umgekehrten Kopplungseffekten. Als Ergebnis
dieser vorgenannten Effekte ist die in 1 als Graph
P gezeigte typische Übertragung
eines gewickelten Faserfilters des Standes der Technik nach der Grenzwellenlänge λoff keine
glatte abwärtsgerichtete Kurve,
sondern weist stattdessen erhebliche „Interferenz"-Spitzen bei gewissen
Wellenlängen
auf. Zum Vergleich zeigt 1 auch einen wünschenswerteren
glatten Übertragungsgraphen
I eines idealeren Tiefpassfilters.
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Aus
dem Stand der Technik sind Lösungen bekannt,
um die vorgenannten Effekte zu reduzieren. Diese Lösungen basieren
vor allem auf dem Gedanken der Erhöhung der Dämpfung der Mantelschicht und/oder
durch Anordnen der Mantelschicht, sodass sie von einer spezifischen
Hüllschicht
umgeben ist, welche zulässt,
dass das Licht von der Mantelschicht weiter zu dieser äußeren Hüll- oder Ummantelungsschicht
leckt. Diese Lösungen
des Standes der Technik weisen jedoch gewisse erhebliche Beschränkungen
auf. Da sie grundsätzlich
auf der Erhöhung
der Dämpfung
der Mantelschicht basiert sind, sind sie nicht für diejenigen Anwendungen geeignet,
wobei auch die Mantelschicht selbst als Lichtwellenleiter genutzt
wird. Solche Anwendungen umfassen beispielsweise mantelgepumpte
optische Faserverstärker,
wobei das sich in der Mantelschicht ausbreitende Pumplicht aufgrund
der intrinsischen optischen Eigenschaften der Mantelschicht nicht
gedämpft
werden sollte.
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Zweck
der vorliegenden Erfindung ist die Vorlegung einer neuen Herangehensweise,
die es möglich
macht, Spektralfilterungsvorrichtungen auf Basis optischer Fasern
zu konstruieren, deren Spektraleigenschaften den Vorrichtungen des
Standes der Technik überlegen
sind. Speziell ist es die Absicht, Filtervorrichtungen zu erzielen,
wobei nach der Grenzwellenlänge
die Übertragung
glatter nach unten abfällt
als bei den Vorrichtungen des Standes der Technik. Weiter ist ein
spezifischer Zweck der Erfindung, Vorrichtungen zu konstruieren,
die auch zur Verwendung bei der Art von Anwendungen geeignet sind,
wobei zusätzlich
zu dem Faserkern auch die Mantelschicht der Faser eine Rolle hat,
als Lichtwellenleiter zu wirken. Ein wichtiges Beispiel solcher
Anwendung ist unter mantelgepumpten Faserverstärkern zu finden.
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Zur
Erzielung der vorgenannten Zwecke ist das erfindungsgemäße Verfahren
in erster Linie durch das in dem kennzeichnenden Teil des beigefügten Anspruchs
1 Dargelegte gekennzeichnet.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
wiederum ist in erster Linie durch das in dem kennzeichnenden Teil
des beigefügten
Anspruchs 6 Dargelegte gekennzeichnet.
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Vorteilhafte
Ausführungsformen
der Erfindung sind in den beigefügten
abhängigen
Ansprüchen
dargelegt.
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In
dieser Erfindung ist relativ überraschend entdeckt
worden, dass die Leistung eines gewickelten optischen Faserfilters
erheblich verbessert werden kann, wenn die Faser vollständig oder
zum Teil um ihre Längsachse
verdreht ist, zusätzlich
dazu, dass sie einer gewissen Krümmung
in Längsrichtung unterzogen
wird.
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Damit
das Verdrehen der Faser in Längsrichtung
den gewünschten
Effekt hat, muss die optische Faser von einem Typ ohne radiale Symmetrie
sein, d. h. eine radial asymmetrische Faser. Solche radial asymmetrischen
optischen Fasern sind als solche aus dem Stand der Technik bekannt.
Radiale Asymmetrie kann beispielsweise durch Verwendung eines außermittigen
Kerns oder durch Vorsehen einer Mantelschicht, worin der Brechungsindex
auf radial asymmetrische Weise schwankt, erzielt werden. Radiale
Asymmetrie kann auch durch Verwendung optischer Faserstrukturen,
wobei der Querschnitt des Faserkerns (oder sogar des Mantels) nicht
kreisförmig
ist, erzielt werden. Solche Fasern sind aus polarisationsempfindlichen
Anwendungen bekannt. Grundsätzlich
bezieht sich in diesem Kontext die radiale Asymmetrie breit auf
jegliche optischen Faserstrukturen, wo die radiale Verteilung des
Brechungsindex asymmetrisch ist.
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In
einem optischen Faserfilter, wo die Faser erfindungsgemäß sowohl
aufgewickelt als auch verdreht ist, findet das Lecken von Licht
von dem Faserkern zu der Mantelschicht idealer statt als bei den
Filtern des Standes der Technik, d. h. ohne einen erheblichen Betrag
umgekehrter Koppeleffekte. Über
der Grenzwellenlänge „sehen" somit alle Wellenlängen zeitweilig
einen im Wesentlichen gleichen Betrag der Übereinstimmung mit den Mantelmoden.
Mit anderen Worten, wenn eine gewisse Länge der verdrehten und aufgewickelten
optischen Faser in Betracht gezogen wird, bestehen mit hoher Wahrscheinlichkeit immer
solche Mantelmoden, die zulassen, dass das Licht von dem Kern an
den Mantel gekoppelt wird.
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Als
Ergebnis davon hat die Übertragungskurve
der Vorrichtung nach der Grenzwellenlänge ein glatt absteigendes
Verhalten.
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Die
vorliegende Erfindung ist besonders geeignet zur Verwendung als
verteilter Spektralfilter bei mantelgepumpten Faserverstärkern, da
die Faserstruktur die Ausbreitung des Pumplichts in der Mantelschicht
zulässt.
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Dem
Fachmann ist es deutlich, dass die Erfindung verglichen mit den
Lösungen
des Standes der Technik die Möglichkeiten
zur Optimierung der Faserfilterstrukturen erheblich erweitert. Ohne „Interferenz"-Spitzen können die
Grenzwellenlänge
und die Dämpfungseigenschaften
des Faserfilters freier eingestellt werden als bei den Vorrichtungen
des Standes der Technik.
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Im
folgenden wird die Erfindung unter Verweis auf die beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben,
worin:
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1 schematisch
ein typisches Übertragungsverhalten
eines gewickelten Faserfilters des Standes der Technik zusammen
mit einer idealeren glatten Übertragungskurve
zeigt;
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2 einige
experimentelle und Vergleichsresultate zeigt, welche die grundlegenden Übertragungseigenschaften
eines erfindungsgemäßen optischen
Faserfilters veranschaulichen; die
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3a,
b konzeptionell die Ausbreitung von Licht in einer im Wesentlichen
geraden und radial symmetrischen Faser beschreiben; die
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4a,
b konzeptionell die Ausbreitung von Licht in einer in Längsrichtung
gekrümmten
und radial symmetrischen Faser beschreiben; und die
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5a,
b, c konzeptionell die Ausbreitung von Licht in einer in Längsrichtung
gekrümmten
und radial asymmetrischen Faser beschreiben, welche Faser erfindungsgemäß um ihre
Längsachse
verdreht worden ist.
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Die
folgende konzeptionelle Erläuterung
soll auf vereinfachte Weise einige der wichtigsten physikalischen
Phänomene
hinter der Erfindung beschreiben. Es ist anzumerken, dass diese
Beschreibung nicht den Anspruch erhebt, wissenschaftlich erschöpfend zu
sein, sondern nur dazu gedacht ist, die wesentlichsten Merkmale
der Erfindung erkennen zu helfen.
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Um
zu beginnen, werden in 2 einige Messergebnisse vorgelegt,
um den Effekt zu veranschaulichen, der erzielt werden kann, wenn
die optische Faser in einem gewickelten Faserfilter erfindungsgemäß zusätzlich um
ihre Längsachse
verdreht wird. Es versteht sich, dass die Ergebnisse in 2 und
der Aufbau der entsprechenden Faserfiltervorrichtungen nur angegeben
sind, um den Effekt selbst zu veranschaulichen, und daher nicht
unbedingt mit den Ergebnissen oder dem Aufbau einer praktischen
Faserfiltervorrichtung übereinstimmen.
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Die
in 2 gezeigten Messergebnisse sind unter Verwendung
einer etwa 2 Meter langen Monomodenfaser mit einem außermittigen
Kern, d. h. einem radial asymmetrischen Aufbau, aufgezeichnet worden.
Der Faserkerndurchmesser betrug 6 μm und der Gesamtdurchmesser
der Faser, einschließlich der
Mantelschicht, betrug 125 μm.
Der Kern befand sich etwa 30 μm
vom Zentrum. Die Brechungsindexverteilung der Faser war von dem
gleichen „W-Typ", wie schematisch
in den 5a–5c gezeigt,
d. h. mit einem Mantelbereich G mit abgesenktem Brechungsindex neben
dem Faserkern.
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In 2 zeigt
der Graph C70 zunächst
die Übertragung
für die
vorgenannte außermittige
Faser, die ohne Verdrehung eine Wicklung um eine Rolle mit einem
Durchmesser von etwa 70 mm aufgewickelt worden ist. Daher kann der
Graph C70 als mit der Leistung eines Faserfilters des Standes der
Technik übereinstimmend
angesehen werden, wie etwa schematisch in 1 mit Graph
P gezeigt. Der Graph TC70 zeigt die Übertragung der gleichen Faser
in einer ansonsten gleichartigen Situation, außer dass in diesem Fall die
Faser erfindungsgemäß um ihre
Längsachse
verdreht war. Nach dem Aufwickeln wurde die Faser so verdreht, dass
die Faser eine Verdrehung von etwa 720° um ihre Längsachse im Wesentlichen gleichmäßig über ihre
aufgewickelte Länge
erfuhr. Mit anderen Worten wurde die Faser zunächst eine Windung um die 70
mm-Rolle aufgewickelt. Dann wurde die Faser von dem Anfangspunkt der
Windung an der Rolle befestigt und wurde die Faser etwa zwei volle
Schläge
ab dem Punkt dicht beim Endpunkt der Wicklung verdreht. Es ist deutlich
ersichtlich, dass der Graph TC70 viel erstrebenswerteren Übertragungseigenschaften
entspricht als der Graph C70.
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Zum
Vergleich enthält 2 auch
die zusätzlichen
Graphe MS70 und MS150. Diese Graphe entsprechen aufgewickelten,
jedoch nicht verdrehten Fasern mit Rollendurchmessern von etwa 70
beziehungsweise 150 mm. Die Beschichtung dieser Fasern wurde abgestrippt
und Tauchöl
wurde weiter zum Modenabstreifen benutzt, d. h. zur Eliminierung der
Mantelmoden.
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Im
folgenden werden unter Verweis auf die 3a–5c die
grundlegenden physikalischen Phänomene
hinter der Erfindung zusammen mit einigen möglichen Ausführungsformen
der Erfindung weiter erläutert.
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Die 3a, 3b beschreiben
konzeptionell die Ausbreitung von Licht in einer im Wesentlichen
geraden und radial symmetrischen Faser 30, die einen Kernbereich
CR und einen Mantelbereich CL umfasst. 3a zeigt
in ihrem oberen Abschnitt das Brechungsindexprofil R und das entsprechende Modenfeld
M der Faser 30. In diesem Fall umfasst das Brechungsindexprofil
R einen schmalen Mantelbereich G mit abgesenktem Brechungsindex
in dem Mantel neben dem Faserkern. In diesem Mantelbereich G mit
abgesenktem Brechungsindex ist der Brechungsindex so eingestellt,
dass er etwas niedriger ist als in den anderen äußeren Teilen des Mantelbereichs
CL. Solche Brechungsindexprofile R vom „W-Typ" mit einem gewissen abgesenkten Bereich
G im Brechungsindex um den Faserkern sind als solche aus dem Stand
der Technik bekannt. 3b zeigt jeweils in ihrem oberen
Abschnitt konzeptionell die Kernmodenausbreitungskonstante PCR und
die Mantelmodenausbreitungskonstanten PCL, dargestellt mit durchgezogenen
horizontalen Linien.
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Wenn
die Wellenlänge
des Lichts sich verändert,
beeinflusst dies die Kernmodenausbreitungskonstante PCR auf bekannte
Weise. Dieser Effekt ist in 3b mit
Pfeil A angedeutet. Die Kernmodenausbreitungskonstante PCR ist im
Wesentlichen linear von der Wellenlänge abhängig. Wenn die Kernmodenausbreitungskonstante
PCR abnimmt, so steigt der Betrag von Modenfeld M in dem Mantelbereich CL
exponentiell an. Wenn die Wellenlänge von Licht ansteigt, wird
die Kernmodenausbreitungskonstante PCR kleiner, und wenn die Kernmodenausbreitungskonstante
PCR und die der Mantelmoden PCL zusammenfallen, liegt eine starke
Kopplung von der Kernmode zu den Mantelmoden vor. Der Betrag des Modenfelds
in dem Mantelbereich CL ergibt den Kopplungskoeffizienten zwischen
der Kernmode und den Mantelmoden. Falls und wenn die Ausbreitungskonstanten
für die
Kernmode und eine Mantelmode die gleichen sind, beginnt die Energie
zwischen diesen beiden Moden hin- und
herzugehen.
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Die 4a, 4b beschreiben
auf gleichartige konzeptionelle Weise die Ausbreitung von Licht
in einer in Längsrichtung
gekrümmten
und radial symmetrischen Faser 40. Daher beschreiben die 4a, 4b die
grundlegenden Phänomene,
welche den Betrieb eines gewickelten Faserfilters des Standes der
Technik abdecken.
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Aus
den 4a, 4b ist ersichtlich, dass die
Krümmung
der Faser 40 (links in den 4a, 4b und
auch in den 5a–5c) einen
Anstieg im Brechungsindex in der äußeren Biegung der Faser 40 verursacht.
Daher wird das Brechungsindexprofil R gekippt, wie schematisch in
den oberen Abschnitten der 4a, 4b gezeigt.
Entsprechend werden die Ausbreitungskonstanten der Moden in dem
Mantelbereich CL in der äußeren Biegung erhöht. Dies
senkt die Grenzwellenlänge
für eine
aufgewickelte und gekrümmte
Faser.
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Die
in den 1 und 2 (Graphen P beziehungsweise
C70) gezeigten „Interferenz" Spitzen treten aufgrund
der Tatsache auf, dass nur eine finite Anzahl von Ausbreitungsmoden
in der Mantelschicht CL besteht. Daher werden für gewisse Wellenlängen über der
Grenzwellenlänge
die Bedingungen derart, dass die Lichtenergie in der Lage ist, sich
nur bei gewissen Gelegenheiten an die Mantelschicht CL (und zurück) zu koppeln,
wenn sie sich über
die Länge
der Faser 40 bewegt. Mit anderen Worten, wenn eine gewisse
Länge der
Faser 40 in Betracht gezogen wird, werden die verschiedenen
Wellenlängen
in Bezug auf die Kopplung zwischen dem Kern CR und dem Mantel CL
und in Bezug auf den sich daraus ergebenden Verlust an Licht von
dem Kern CR ungleich behandelt.
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Die 5a–5c beschreiben
nun konzeptionell die Ausbreitung von Licht in einer in Längsrichtung
gekrümmten
und radial asymmetrischen Faser 50, die erfindungsgemäß weiter
um ihre Längsachse
verdreht worden ist. Die 5a–5c beschreiben
drei verschiedene Situationen mit einer relativen Verdrehung von
etwa 90° zwischen
den 5a und 5b, und
wieder das gleiche zwischen den 5b und 5c.
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Aufgrund
der Verdrehung der Faser 50 an verschiedenen Stellen entlang
der Faserlänge
kann festgestellt werden, dass die Kernmodenausbreitungskonstante
PCR sich im Vergleich zu den Mantelmoden PCR bewegt hat. Der Grund
dafür ist,
dass, beim Bewegen über
die Länge
der verdrehten und aufgewickelten Faser 50, der Kern CR
sich im Vergleich zu der äußeren gekrümmten Oberfläche (Mantelfläche) der
Faser in verschiedene Positionen bewegt (siehe untere Abschnitte
von 5a–5c). Dies
bringt die Kopplung zwischen der Kernmode und einem gewissen Satz
der Mantelmoden „auf
einen Durchschnitt".
Jetzt „sehen" über der Grenzwellenlänge im Wesentlichen
alle Wellenlängen,
d. h. im Wesentlichen alle Kernmodenausbreitungskonstanten PCR,
zeitweilig einen gleichen Betrag an Übereinstimmung mit den Mantelmoden
PCL. Mit anderen Worten, wenn eine gewisse Länge der Faser 50 in Betracht
gezogen wird, bestehen immer solche Mantelmoden, die zulassen, dass
das Licht von dem Kern an den Mantel gekoppelt wird. Daher weist
die Übertragung
der Faser 50 über
der Grenzwellenlänge
ein glatt absteigendes Verhalten ohne störende Interferenzspitzen auf.
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In
den unteren Abschnitten der 5a–5c bildet
das schraffierte Gebiet CA die Querschnittsfläche ab, worin die Mantelmodenausbreitungskonstanten
PCL gleich oder höher
sind als die Kernmodenausbreitungskonstante PCR. In diesen Situationen
haben die Kern- und Mantelmoden die Möglichkeit zur Übereinstimmung,
und Energie kann sich vom Kern zur Mantelschicht bewegen.
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Damit
die Verdrehung in Längsrichtung
der Faser 50 den gewünschten
Effekt hat, muss die Faser 50 einen gewissen Grad radialer
Asymmetrie aufweisen. In der in den 5a–5c beschriebenen Ausführungsform
wird die radiale Asymmetrie durch Verwendung einer optischen Faser 50 mit
einem außermittigen
Kern CR erzielt. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf
solche Ausführungsformen beschränkt, sondern
es können
auch andere Mittel zum Vorsehen radialer Asymmetrie der Brechungsindexverteilung
angewendet werden. Beispielsweise kann radiale Asymmetrie in einer
Faser durch Vorsehen einer Mantelschicht CL erzielt den, wo der
Brechungsindex in einer radial asymmetrischen Weise schwankt. Radiale
Asymmetrie kann auch durch Verwendung solcher Faserstrukturen erzielt
werden, wo der Querschnitt des Faserkerns CR und/oder des Fasermantels
CL nicht kreisförmig
ist. Solche Fasern sind beispielsweise aus gewissen polarisationsempfindlichen
Anwendungen bekannt, wo der Faserkern nicht kreisförmig ist,
oder mantelgepumpten Fasern, wo der Fasermantel nicht kreisförmig ist.
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Es
ist anzumerken, dass, selbst wenn die in den 5a–5c dargestellte
Faser 50 den Mantelbereich G mit abgesenktem Brechungsindex
in der Mantelschicht neben dem Faserkern beinhaltet, dies keine
absolute Notwendigkeit für
einen erfindungsgemäßen Faserfilter
ist. Eine solche Struktur ist jedoch in vielen Anwendungen zu bevorzugen,
da sie den Filtereffekt schärfer
macht.
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Die
derzeitige Erfindung ist vor allem zur Verwendung als verteilter
Spektralfilter bei mantelgepumpten Faserverstärkern geeignet, da die Faserstruktur
jetzt die Ausbreitung des Pumplichts in der Mantelschicht gestattet.
Für einen
Fachmann ist es deutlich, dass die Erfindung verglichen mit den
Lösungen
des Standes der Technik die Möglichkeiten zur
Optimierung der Faserfilterstrukturen erheblich erweitert. Ohne „Interferenz"-Spitzen können die Grenzwellenlänge und
die Dämpfungseigenschaften des
Faserfilters frei gestaltet und gemäß den jeweiligen Anforderungen
feinabgestimmt werden.
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Die
Erfindung ermöglicht
es auch, sehr große
Faserkerngestaltungen (> 10
um) zu verwenden, die höhere
Laserenergien ohne durch nichtlineare optische Phänomene erzeugte
Probleme handhaben können.
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Ein
wichtiger Nutzen der Erfindung ist, dass die erfindungsgemäßen Faserfiltervorrichtungen auch
in der Praxis einfach zu fertigen sind. Zusätzlich zum Aufwickeln einer
optischen Faser muss die Faser nur vor, während oder nach dem Aufwickelvorgang
um ihre Längsachse
verdreht werden. Die Stärke
des Effekts kann durch Auswählen
des Betrags der Verdrehung (Grade oder Schläge) pro eine gewisse Länge der
Faser eingestellt werden. Die Verdrehung kann so angeordnet werden,
dass sie über die
gesamte Länge
der Faser gleichmäßig erscheint, oder
dass sie nur auf gewisse Teile der Faser konzentriert wird. Bei
einem Faserfilter, wobei mehrere Wicklungen um eine Rolle herum
aufgewickelt sind, kann die Verdrehung so angeordnet werden, dass
sie über
alle aufgewickelten Wicklungen oder nur auf einige oder eine der
aufgewickelten Wicklungen verteilt wird. Abhängig von dem Betrag radialer
Asymmetrie der Faser kann der Betrag der Verdrehung frei eingestellt
werden, um gewünschte Übertragungseigenschaften
zu erzielen. Diese und andere Parameter, einschließlich der
Länge und
der optischen Eigenschaften der Faser, können frei gewählt werden.
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Obwohl
die Erfindung vorangehend in Hinsicht auf ausgewählte Typen von Ausführungsformen dargestellt
und beschrieben worden ist, versteht es sich, dass diese Ausführungsformen
lediglich Beispiele sind und dass ein Fachmann andere Faserfiltervorrichtungen
konstruieren könnte,
unter Nutzung anderer Techniken als der hierin spezifisch offenbarten,
ohne den Gedanken und die Reichweite der vorliegenden Erfindung
zu verlassen. Es versteht sich daher, dass von den Fachleuten in
der Technik verschiedene Weglassungen und Ersetzungen und Veränderungen
an der Form und den Einzelheiten der dargestellten Filtervorrichtungen
sowie an deren Betrieb vorgenommen werden können, ohne vom Gedanken der
Erfindung abzuweichen. Es ist daher beabsichtigt, die Erfindung
nur auf die durch die Reichweite der hieran beigefügten Ansprüche angedeutete Weise
einzuschränken.