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Erfindungsgebiet
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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Zusammensetzung um blutsaugende
Arthropoden und/oder Fruchtfliegen anzulocken. Weiterhin bezieht
sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren zum Anlocken von
blutsaugenden Arthropoden und einem Bausatz oder einer Falle, die
Komponenten der genannten Zusammensetzung enthält.
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Stand der Technik
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Blutsaugende
Insekten verwenden häufig
olfaktorische Reize, um die Quellen für ihre Blutmahlzeit zu detektieren
und aufzufinden. Da blutsaugende Arthropoden zu den wichtigstens Überträgern menschlicher
und tierischer Krankheiten gehören,
wurden bisher schon viele Versuche unternommen, anziehende Mischungen von
Wirtsgeruchsstoffen herauszufinden. Verschiedene Moskito-Unterarten
haben beispielsweise Präferenzen
für verschiedene
Wirte entwickelt. Man geht inzwischen allgemein davon aus, dass
die Wahl des Wirtes und die Diskriminierung zwischen verschiedenen
Wirten auf olfaktorische Reize zurückzuführen ist. CO2,
eine Hauptkomponente der Atemluft, stellt ein wichtiges Kairomon
dar. Es konnte nachgewiesen werden, dass es eine Reihe blutsaugender
Insektenarten aktiviert und anlockt (Gellees 1980; Takken 1991;
Eiras and Japsen 1994; Geier et al. 1999). Ein anderes Beispiel
ist L-(+)-Milchsäure,
eine Verbindung, die sowohl im menschlichen Atem als auch auf der
menschlichen Haut vorkommt. Diese Komponent zeigt allein nur einen
geringen Effekt. Aber in Bezug auf die das Gelbfiber übertragende
Stechmücke
Aedes aegypti konnte ein synergistischer Effekt mit CO2 und
anderen Komponenten der menschlichen Haut nachgewiesen werden (Geier
et al., 1996). Interessanterweise wirken diese letztgenannten Komponenten
nur in Kombination mit Milchsäure.
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Es
wurde nachgewiesen, dass Kohlenstoffdioxid Moskitos anlockt. Willis,
J. Exp. Zool, 121, 149-179 (1952) haben gezeigt, dass Aedes aegypti
durch Kohlenstoffdioxid angelockt werden. Es wurden viele Labor-Untersuchungen
durchgeführt,
die sich mit den Anziehungskraft von Kohlenstoffdioxid beim Anlocken
von Moskitos zum Wirt beschäftigen.
Rudolfs, N. J. Agric. Exp. Sta. Bull., 367 (1922), and Gouck, J.
Econ. Entomol., 55, 386-392 (1962) beschreiben Kohlenstoffdioxid
als einen Aktivator, nicht als einen wirklichen Lockstoff. Dabei
wurde auch festgestellt, dass Kohlenstoffdioxid allein, also als
Einzelkomponente, weniger attraktiv im Vergleich zu dem natürlichen
Wirt, beispielsweise dem menschlichen Wirt ist. Dementsprechend
kann es nicht allein als wirkvoller Lockstoff eingesetzt werden.
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Acree,
et al., Science 161, 1346-7 (1968) beschreiben dass L-Milchsäure, die
aus menschlicher Hand isoliert wurde, weibliche Aedes aegypti anlockt.
Das Dokument zeigt weiterhin, dass Kohlenstoffdioxid wichtig ist,
um die Anziehungskraft beobachten zu können.
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Wensler,
Can. J. Zool., 50, 415-420 (1972) beschreiben die Verwendung von
in Ethylether löslichen Honiggerüchen zum
Anlocken von A. aegypti.
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Weiterhin
konnte gezeigt werden, dass Zusammensetzungen bestehend aus Milchsäure Analoga
und Kohlenstoffdioxid Moskitos ebenfalls anlocken. Carlson, J. Econ.
Entomol., 66, 329-331 (1973) hat gezeigt, dass einige der untersuchten
Milchsäure-Analoga
eine Lockwirkung aufwiesen, die der von L-Milchsäure entsprach. Dies stimmt
jedoch nicht für
alle ausgetesteten Dosierungen. Die beste Lockwirkung führte zum
Anlocken von 40% weilblicher A. aegypti.
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Bar-Zeev
et al., J. Med. Entomol., 14, 113-20 (1977) beschreiben, dass eine
Zusammensetzung, die nur aus Milchsäure und Kohlenstoffdioxid besteht,
A. aegypti anlockt. Die Milchsäure
wurde hierbei in Aceton gelöst.
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Price,
J. Chem. Ecol., 5, 383-95 (1979) zeigen das menschliche Ausdünstungen
und Kohlenstoffdioxid weibliche Anopheles quadrimaculatus anlocken.
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Gillies,
Bull. Entomol. Res., 70, 525-32 (1980) fassen die Verwendung von
Kohlenstoffdioxid zur Aktivierung und zum Anlocken von Moskitos
zusammen. Die Nachteile bei der alleinigen Verwendung von Kohlenstoffdioxid
als Lockstoff für
blutsaugende Arthropoden wurden bereits oben erklärt.
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Schreck,
J. Chem. Ecol., 8, 429-38 (1981) zeigen, dass nicht nur L-Milchsäure, sondern
auch anderes Material, dass von der menschlichen Hand isoliert wurde
weibliche A. aegypti und A. quadrimaculatus Stechmücken anlockt.
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Weiterhin
wurde nachgewiesen, dass die Kombination aus Milchsäure und
Phosphorhaltigen Substanzen Stechmücken anlocken. Ikeshoji, Jpn.
J. Sanit. Zool., 38, 333-38 (1987) haben gezeigt, dass Milchsäure und
Hempa; Milchsäure
und Metepa; Milchsäure,
Metepa und Olivenöl;
und Milchsäure
und DDVP Stechmücken
anlockt.
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Die
Lockstoffwirkung von Milchsäure ähnlichen
Substanzen auf Stechmücken
wurde auch mit elektrophysiologischen Methoden untersucht. Davis,
J. Insect Physiol., 34, 443-49 (1988) konnten nachweisen, dass L-Milchsäure zu einer
Anregung von Neuronen in den Fühlern
führt.
Weitere Milchsäure-Analoga,
beispielsweise Carboxylsäuren,
Alkohole, Hydroxysäuren,
Aldehyde, Thiole and Halosäuren
wurden ebenfalls auf neuronale Antworten hin untersucht. Dabei wurde
gezeigt, dass keine dieser Verbindungen eine entsprechende Antwort
hervorrufen konnte, wie sie in mit Milchsäure angeregten Zellen nachgewiesen
werden konnte. Davis, J. Insect Physiol., 30, 211-15 (1984) haben
nachgewiesen, dass Milchsäure
die Neuronen in den Fühlern
einer jungfräulichen
A. aegypti anregt. Es wurde gezeigt, dass Kohlenstoffdioxid in Kombination
mit anderen Chemischen Substanzen als Lockstoff für Stechmücken dient.
Takken and Kline, J. Am. Mosq. Control Assoc., 5, 311-6 (1989) beschreiben
1-Octen-3-ol (Octenol) und Kohlenstoffdioxid als Stechmücken-Lockstoffe. Van Essen,
Med. Vet. Entomol., 63-7 (1993), beschreiben die Verwendung von
Kohlenstoffdioxid, Octenol und Licht um verschiedene Stechmückenarten
anzulocken. Takken, J. Insect Behavior, 10, 395-407 (1997) beschreibt eine
Zusammensetzung, die nur aus Kohlenstoffdioxid, Aceton und Octenol
besteht und verschiedene Stechmückenarten
anlockt.
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Kline,
Med. Vet. Entomol., 4, 383-91 (1990) zeigen, dass Honigextrakt,
Octenol, Kohlenstoffdioxid, L-Milchsäure plus Kohlenstoffdioxid,
L-Milchsäure
plus Octenol plus Kohlenstoffdioxid Stechmücken gut anlockt, während Butanon
plus Kohlenstoffdioxid und Phenol weniger effektiv sind.
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Schreck,
J. Am. Mosq, Control Assoc., 6, 406-10 (1990) weisen nach, dass
Material, das aus der menschlichen Haut isoliert wurde, weibliche
A. aegypti und A. quadrimaculatus anlockt, wobei die Anziehungskraft
von Mensch zu Mensch variiert. Das Dokument zeigt auch, das positionelle
Unterschiede im Anlockungsgrad vorhanden sind, abhängig von
der Körperregion,
aus der das Material ursprünglich
stammt.
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Takken,
Insect Sci. Applic., 12, 287-95 (1991) fassen bekannte Stechmückenlockstoffe
zusammen und zählen
auf, welche Säuren,
allein oder in Kombination mit anderen Aminosäuren, als Lockstoffe für Moskitos
dienen.
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Eiras,
Bull. Entomol. Res., 81, 151-60 (1991) zeigen auf, dass Milchsäure, Kohlenstoffdioxid,
menschlicher Schweiss und Wärmekonvektionsströme weibliche
A. aegypti anlocken.
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Carlson,
J. Med. Entomol., 29, 165-70 (1992) beschreibt, dass das Freisetzen
von Kohlenstoffdioxid von der menschlichen Hand vernachlässigbar
ist und somit keine Rolle beim Anlocken von A. aegypti durch die
menschliche Hand spielt.
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Bowen,
J. Insect Physiol., 40, 611-15 (1994) beschreibt das Vorkommen von
Milchsäure
sensitiven Rezeptoren in A. atropalpus.
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Eiras,
Bull. Entomol. Res., 81, 207-11 (1994) beschreibt, dass nachgewiesen
werden konnte, dass Milchsäure
in Verbindung mit Kohlenstoffdioxid Moskitos anlockt.
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Charlwood,
Ann. Trop. Med. Parasitol., 89, 327-9 (1995) beschreiben die Stechmücken vermittelte
Anziehung von weiblichen Stechmücken
zu ihrem Wirt. Mehrere Stechmückenarten
wurden von Wirten, beispielsweise dem menschlichen Bein, besser
angelockt, wenn bereits andere Stechmücken an diesem Wirt gesaugt
hatten, im Gegensatz zu einem Wirt, an dem noch keine Stechmücken gesaugt
hatten (so genannter „Einladungs-Effekt"). Es wird spekuliert,
dass der Effekt, der durch die saugenden Moskitos hervorgerufen wird,
anscheinend durch ein Pheromon vermittelt wird, das die anderen
Moskitos zu dem Wirt lockt.
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DeJong
and Knols, Experientia, 51, 80-4 (1995) beschreiben, dass verschiedene
Typen von Malaria Moskito-Arten (An. gambiae s.s. and An. atroparvus)
verschiedene Stellen des menschlichen Körpers zum Saugen bevorzugen.
DeJong and Knols, Acta Tropica, 59, 333-5 (1995) zeigen, dass An.
gambiae durch Kohlenstoffdioxid angelockt wird.
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Bernier,
Ph. D. Dissertation, University of Florida (1995) beschreibt das
Vorkommen von Milchsäure, Glycerin
und langkettiger Säuren
und Alkoholen auf der Haut, sowie weiteren anderen chemischen Substanzen,
u.z. insgesamt über
300 Verbindungen. Einige dieser Verbindungen wurden als Lockstoff-Kandidaten identifiziert
und untersucht.
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Geier,
in Olfaction in Mosquito-Host Interactions, 132-47 (1996) beschreibt
Kohlenstoffdioxid allein als Lockstoff und Milchsäure allein
als einen weniger starken Lockstoff. Allerdings wirken die beiden
synergistisch als Lockstoff zusammen. Das Dokument zeigt weiterhin,
dass Ethanol-Wasch-Fraktionen von menschlicher Haut ebenfalls attraktiv
wirken.
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McCall,
J. Med. Entomol., 33, 177-9 (1996) zeigt das A. aegypti durch flüchtige Bestandteile
von Mäusegeruch
angelockt wurden, wobei keine möglichen
chemischen Verbindungen identifiziert wurden.
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Knols,
Bull. Entomol. Res., 87, 151-9 (1997) beschreibt die Verwendung
von Limburger Käse
(die säurelösliche und
die nicht-säurelösliche extrahierte
Lösungsmittelfraktion)
um An. gambiae anzulocken. Neunzehn gesättigte und ungesättigte aliphatische
Fettsäuren,
mit einer Länge
der Kohlenstoffkette zwischen C2 bis C18 wurden im Limburger Käse nachgewiesen.
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Mboera,
J. Vector Ecol., 23, 107-13 (1998) beschreibt, dass Culex quinquefasciatus
durch einen getragenen Strumpf angelockt wird, wobei Kohlenstoffdioxid
plus Körpergeruch
die Antwort nicht erhöht.
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Kline,
J. Vector. Ecol., 23, 186-94 (1998) beschreibt einen Olfactometer
Test, wobei die menschliche Hand oder die getragene Socke jeweils
80% bzw. 66% der Stechmücken
A. aegypti in einem Käfig
anlockten. Zum Vergleich: Limburger Käse lockte nur 6.4% an, während bei
einer Kontrolle nur eine Anlockung von 0.0% im Olfactometer gemessen
wurde.
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Bernier,
Anal, Chem., 71, 1-7 (1999) beschreibt ein Verfahren zur Analyse
von Ausdünstungen
der Haut, durch die die Identifizierung von Milchsäure, Glycerin,
C12-C18 Carbonsäuren
and C4-C11 Aldehyden möglich
ist.
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Geier
and Boekh, Ent. Exp. et Appl., 92: 9-19, 1999 beschreiben die Antwort
von Stechmücken
auf Wirts-Gerüche,
beispielsweise Milchsäure
und Kohlenstoffdioxid in einem kleinen Wind-Tunnel der Y-förmig ausgebildet
ist
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Geier
et al., Chem. Senses 24: 647-653, 1999 beschreiben Milchsäure als
wesentlichen Synergist zu Ammoniak als Lockstoff für Aedes
aegypti.
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Takken
and Knots, Annu. Rev. Entomol., 44, 131-57 (1999) fassen das durch
Gerüche
vermittelte Verhalten von in Afrika beheimateten trophischen Moskitos
zusammen und bestätigen
Kohlenstoffdioxid als das beste bekannte Moskito Kairomon.
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Braks
and Takken, J. Chem. Ecol., 25, 663-72 (1999) zeigen dass Schweiss,
der zwei Tage lang inkubiert wurde, An. Gambiae anlockt.
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Geier
et al., Chem. Senses 25: 323-330, 2000 beschreiben den anlockenden
Effekt von Mischungen, die Ammoniak, Milchsäure und zwei Fettsäuren beinhalten.
Die am besten wirkende Mischung, die in diesem Dokument offenbart
wurde, beinhaltet Milchsäure,
Ammoniak und Propansäure
und/oder Valeriansäure
als wirksamsten Lockstoff für
blutsaugende Arthropoden und/oder Fruchtfliegen.
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Verschiedene
chemische Verbindungen wurden als Lockstoffe für Moskitos veröffentlicht.
U.S. Pat. No. 4,818,526 von
Wilson offenbart als Lockstoff für
Culicidae (Moskitoes) die Verwendung von Dimethyldisulfid und Dibutylsuccinat
und Kombinationen derselben.
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U.S. Pat. No. 4,907,366 von
Balfour (1990) beschreibt die Verwendung einer Zusammensetzung,
die nur aus Milchsäure,
Kohlenstoffdioxid, Wasser besteht und Wärme verwendet, um Stechmücken anzulocken.
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PCT
WO 98/26661 von Justus offenbart
als Lockstoff für
Ae. aegypti eine Mischung aus L-Milchsäure und
seinen Natriumsalzen, Glycerin und Käseextrakten, mit oder ohne
ungesättigten
langkettigen Carbonsäuren,
Alkoholen und Amiden. Das Glycerin und andere Komponenten, die gemäß der Beschreibung
als Äquivalent
zu Glycerin verwendet werden können,
scheinen der Zusammensetzung einen substanziellen Zusammenhalt zu
geben, so dass diese nicht sofort verdampft. In diesem Dokument
wurden die aktiven Bestandteile des Limburger Käses, die die anlockenden Substanzen
darstellen, nicht offenbart. Weiterhin wurden keine statitischen
Daten zu den in den Beispielen angegebenen Ergebnissen dargelegt.
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U.S. Pat. No. 6,267,953
B1 von Bernier (2001) beschreibt die Verwendung einer Zusammensetzung bestehend
aus Milchsäure,
Aceton und Dimethyldisulfid zum Anlocken von Moskitos.
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Verschiedene
der oben genannten Chemikalien und chemischen Zusammensetzungen
wurden verwendet, um beliebige der Hunderte von bekannten Stechmückenarten
und verwandten Arthropoden, die Menschen und Tiere als Wirt verwenden,
anzulocken.
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In
der Tat wurde vielen der genannten Zusammensetzungen nachgesagt,
dass diese einen Lockstoff für
Moskitos darstellen. Die Wirkung der genannten Lockstoffe ist häufig wiedersprüchlich und
unterhalb von 50% der Anziehungskraft, die in Laborexperimenten
nachgewiesen werden konnte. Weiterhin konnte für keine dieser Zusammensetzungen
nachgewiesen werden, dass diese beständig und effizient oder sogar
effizienter als der menschliche Körper Stechmücken anlocken können. Außerdem wurde
in manchen der bekannten Zusammensetzungen synthetische Chemikalien
verwendet, die gefährlich
für die
Umwelt und schädlich
für die menschliche
Gesundheit sind.
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Ein
Ziel der Erfindung besteht deshalb darin, eine chemische Zusammensetzung
bereitzustellen, die sicher in der Umwelt angewendet werden kann
und die einen synergistischen Effekt beim Anlocken von Stechmücken und
Fruchtfliegen ausübt,
wobei die Zusammensetzung genauso effizient oder sogar effizienter
als der menschliche Körper
zum Anlocken von Stechmücken
ist und wobei die Zusammensetzung genauso effizient oder sogar effizienter
als Früchte
zum Anlocken von Fruchtfliegen ist.
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Das
Ziel der Erfindung wird mit dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
erreicht. Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
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Beschreibung der Erfindung
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Die
Erfinder fanden überaschenderweise
heraus, dass eine bestimmte Zusammensetzung der Komponenten eine
besser anlockende Wirkung auf blutsaugende Arthropoden und Fruchtfliegen
aufweist, als die einzelnen Komponenten oder diesselben Komponenten
in einer binären
Mischung. Unerwarteterweise wurde weiterhin herausgefunden, dass
ein wesentlicher Parameter, der die Attraktivität des Lockstoffes bestimmt, dass
Mischungsverhältnis
der genannten Komponenten in der Gasphase darstellt. Ein bestimmter
Bereich des Mischungsverhältnisses
in der Gasphase wurde als unattraktiv vermerkt. Das Mischungsverhältnis in
der Gasphase kann auch als der Teil der Zusammensetzung definiert
werden, der direkt durch die Sinnesorgane der Arthropoden wahrgenommen
wird.
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Die
hier benutzte Verwendung des Ausdrucks „Mischungsverhältnis in
der Gasphase" ist
dahingehend zu verstehen, dass sie die Menge und das Mischungsverhältnis der
gasförmigen
Komponenten betrifft. Die Komponenten können in flüssiger, fester oder gasförmiger Form
eingesetzt werden. Werden Flüssigkeiten oder
Feststoffe verwendet, dann können
diese verdunsten, um die gasförmige
Form der Komponente bereitzustellen. Bei der Vermischung und/oder
der Diffusion wird das molare Verhältnis der Komponenten in der Gasphase
im Verhältnis
zueinander als „Mischungsverhältnis in
der Gasphase" definiert.
Die Menge einer bestimmten Komponente, die verdunstet wird, wird
als „verdunstete
Menge" bezeichnet.
Innerhalb dieser Anmeldung soll dieser Ausdruck auch die Menge der
Komponenten in der Gasphase beinhalten, die nicht durch Verdunstung
generiert wurden. Die bezeichnete Menge stellt die Menge der Komponenten
im Gasraum dar, in dem alle Komponenten der erfinderischen Zusammensetzung
vermischt sind.
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Die
offenbarte Zusammensetzung dient dem Anlocken blutsaugender Arthropoden
und Fruchtfliegen. Diese „blutsaugende
Arthropoden" und „Fruchtfliegen" sind Mitglieder
des Stammes der Arthropoden, wobei es sich um den größten Stamm
im Tierreich handelt, der ca. 75% aller beschriebenen Tiere umfasst.
Die geschätzte
Anzahl von Arthropoden-Arten liegt zwischen 1000000 und 2000000.
Die Größe von Arthropoden
ist sehr unterschiedlich, sie variieren zwischen mikroskopischen
Milben bis hin zu riesigen zehnfüßigen Schalentieren.
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Der
Stamm der Arthropoden beinhaltet viele Insektenfamilien, die medizinisch
und tiermedizinisch wichtig sind, beispielsweise Moskitos (Culicidae),
Kriebelmücke
(Simuliidae), Sandfliegen (Phlebotominae), Gnitzen (Ceratopogonidae),
Bremsen (Tabanidae), Tsetsefliegen (Glossinidae), Schmeißfliegen
and Hausfliegen (Muscidae), Flöhe
(Siphonaptera), Läuse
(Anoplura), Raubwanzen (Triatominae), Lederzecken (Argasidae) und
Schildzecken (Ixodidae).
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Bevorzugte
blutsaugende Arthropoden sind beispielsweise Moskitos (Culicidae),
Kriebelmücken
(Simuliidae), Sandfliegen (Phlebotominae), Gnitzen (Ceratopogonidae),
Bremsen (Tabanidae), Tsetsefliegen (Glossinidae), Schmeißfliegen
and Hausfliegen (Muscidae), Flöhe
(Siphonaptera), Läuse
(Anoplura), Raubwanzen (Triatominae), Lederzecken (Argasidae) und
Schildzecken (Ixodidae).
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Hierbei
wird angenommen, dass „Moskito" ein beliebiger Moskito
aus der Unterordnung der Zweiflügler
(Diptera) bekannt als Nematocera sein können. Diese Unterordnung beinhaltet
die Familie der Culicidae. Die ungefähr 3400 Arten von Moskitos
sind in 38 Gattungen unterteilt. Die Culicidae sind in drei Unterfamilien eingeteilt:
die Anophelinae beinhalten die gut bekannte Gattung Anopheles, bei
denen viele Arten für
die Übertragung
von Malaria verantwortlich sind; die Toxorhynchitinae, deren große Larven
andere Stechmückenlarven auffressen
und die Culicinae, die mit ca. 2930 Arten in ca. 34 Gattungen in
zwei Tribus unterteilt sind: die Culicinae und die Sabethini. Die
Culicinae Moskitos beinhalten die gut bekannten Gattungen Culex,
Aedes und Mansonia. Die Sebethene Moskitos beinhalten Sabethes,
Wyeomyia and Malaya. Ein besonderer Moskito ist ein Moskito, der
zu einer der Gattungen Culex, Aedes, Psorophora, Wyeomyia, Mansonia,
Coquilletidia und Anopheles zählt.
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Ein
bevorzugter blutsaugender Arthropod ist ein Moskito, der zu einer
der Gattungen Culex, Aedes, Mansonia, Wyeomyia, Psorophora, Coquilletidia
oder Anopheles gehört.
Weitere bevorzugte blutsaugende Arthropoden beinhalten Simulidae,
Triatoninae, Siphonaptera, Tabanidae, Culicoides, Phleobotomines,
Muscidae, Glossinidae, Ixodidae oder Argasidae.
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Weiterhin
sind folgende beinhaltet: von der Unterfamilie Phlebotominae (Sandfliegen)
(bspw. Ordnung: Diptera (Zweiflügler);
Unterordnung: Nematocera; Zwischenordnung: Psychodomorpha; Superfamilie: Psychodoidea;
Familie: Psychodidae), Gattung: Lutzomyia und Gattung Phlebotomus.
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Betreffend
Fruchtfliegen sind alle Arten von Drosophila inbegriffen.
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Die
Zusammensetzung zum Anlocken blutsaugender Arthropoden und/oder
Fruchtfliegen entsprechend der vorliegenden Erfindung enthält wirksame
Mengen von a) Milchsäure,
b) Kapronsäure
und/oder Heptansäure
und c) Ammoniak oder eine Ammoniak freisetzende Verbindung.
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Anstelle
von Kapronsäure
kann vorzugsweise Heptansäure
verwendet werden, da diese frei von ungewünschten Gerüchen ist. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
wird Heptansäure
zusätzlich
zu Kapronsäure
verwendet.
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Anstelle
von Ammoniak können
Ammoniak freisetzende Verbindungen verwendet werden. Beispiele hierfür sind (NH4)2CO3 (Ammoniumcarbonat),
NH4HCO3 (Ammoniumhydrogencarbonat),
NH4COONH2 (Ammoniumcarbamat),
NH4Cl (Ammoniumchlorid) und andere Ammoniumsalze.
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Entsprechend
einem bevorzugten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine Zusammensetzung
dar, die Milchsäure,
Kapronsäure,
Ammonika und/oder entsprechende Salze enthält.
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Wie
bereits oben dargestellt wurde, stellt das Mischungsverhältnis in
der Gasphase einen wichtigen Parameter der vorliegenden Zusammensetzung
im Hinblick auf ihre Eigenschaft des Anlockens blutsaugender Arthropoden
dar.
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Entsprechend
einer Ausführungsform
der Erfindung, sind die Verbindungen a:b:c in der Lockstoff-Zusammensetzung
in einem molaren Verhältnis
von 1:0,1-100:0,01-10 oder 1:0,5-50:0,05-5 oder 1:1-10:0,1-1 entsprechend
ihrem Mischungsverhältnis
in der Gasphase vorhanden.
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Entsprechend
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung, sind die Verbindungen a:b:c in einem molaren Verhältnis 1:1:0,6
entsprechend ihrem Mischungsverhältnis
in der Gasphase vorhanden.
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Die
Zusammensetzung zum Anlocken blutsaugender Arthropoden kann weiterhin
als eine Komponente d ein oder mehrere weitere Lockstoffe für blutsaugende
Arthropoden enthalten, die vorzugsweise aus einer Gruppe von wenigstens
einer C1-C3 Carbonsäure und
einem entsprechenden Salz derselben ausgewählt wird. Die Gruppe, aus der
ausgewählt
werden kann, besteht aus Ameisensäure, Essigsäure und Propionsäure und wenigstens
einem von Dichlormethan, Trichlormethan, Aceton, Phenol, 1-Octen-3-ol,
gährender
Hefe und einem Extrakt aus gährender
Hefe. Eine besonders bevorzugte Verbindung stellt dabei Essigsäure dar.
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Eine
weitere bevorzugte Zusammensetzung beinhaltet als Komponente d wenigstens
eine Verbindung ausgewählt
aus Ameisensäure,
Essigsäure
oder Propionsäure.
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Eine
Zusammensetzung, die ein oder mehrere Komponenten d enthält, enthält diese
Verbindungen a:b:c:d vorzugsweise in den molaren Mengen von ungefähr 1:0,1-100:0,01-10:0,01-1000,
insbesondere 1:0,1-100:0,01-10:0,01-100, insbesondere 1:0,1-100:0,01-10:0,01-50,
insbesondere 1:1-10:0,1-1:0,1-1, insbesondere 1:1-2:0,2-0,8:0,1-0,3
entsprechend dem Mischungsverhältnis
in der Gasphase.
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Eine
bevorzugte Zusammensetzung, die aus den Komponenten a, b, c, und
d besteht, enthält
wirksame Mengen an Milchsäure,
Ammoniak, Kapronsäure,
Essigsäure
oder entsprechende Salze derselben. Die Verbindungen sind vorzugsweise
in den oben genannten Verhältnissen
anwesend, insbesondere in molaren Mengen von 1:1:0,6:0,2 entsprechend
ihrem Mischungsverhältnis
in der Gasphase.
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Entsprechend
einer bevorzugten Ausführungsform,
ist die Menge an Ammoniak in der Mischung nicht höher als
zehnmal im Vergleich zur eingesetzen Menge an Milchsäure entsprechend
ihrem Mischungsverhältnis
in der Gasphase
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Vorzugsweise
liegt das Mischungsverhältnis
von Milchsäure
und Kapronsäure
zwischen 10:1 und 1:10 entsprechend ihrem Mischungsverhältnis in
der Gasphase.
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Wenn
die Zusammensetzung entsprechend der vorliegenden Erfindung Ammoniak
und Milchsäure enthält, dann
liegt das Mischungsverhältnis
von Ammoniak und Milchsäure
vorzugsweise zwischen 1:1 und 1:50 entsprechend ihrem Mischungsverhältnis in
der Gasphase.
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Wenn
die Zusammensetzung entsprechend der vorliegenden Erfindung Essigsäure und
Milchsäure enthält, dann
liegt das Mischungsverhältnis
von Essigsäure
und Milchsäure
vorzugsweise zwischen 1:1 und 1:100 entsprechend ihrem Mischungsverhältnis in
der Gasphase.
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Vorzugsweise
ist die Menge an Kapronsäure
in der Mischung höher
als die Menge an Milchsäure
und die Menge an Ammoniak in der Gasphase ist geringer als die Menge
an Milchsäure.
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Es
soll hervorgehoben werden, dass die Zusammensetzung der vorliegenden
Erfindung sich in Qualität
und Quantität
nicht auf die oben genannten Komponenten und deren Effekte beschränkt. Die
Zusammensetzung kann weitere Inhaltsstoffe aufweisen, beispielsweise
Stabilisatoren, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Verdünnungsmittel.
Außerdem
kann die Zusammensetzung weitere Lockstoffe für Arthropoden beinhalten, beispielsweise
wirksame Mengen an Kohlenstoffdioxid. Weiterhin können die
Effekte der offenbarten Zusammensetzung durch Kombination mit anderen
Lockmitteln verstärkt
werden, beispielsweise optischen Reizen, Wärmestrahlung, Feuchtigkeit
und Wind.
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich weiterhin auf Fallen und Bausätze, die
die oben genannten Komponenten beinhalten. Vorzugsweise enthalten
die Fallen oder Bausätze
kleine Behälter
oder Fläschchen, wobei
die Komponenten a, b, c und d (falls vorhanden) vorzugsweise in
getrennten Behältern
oder Fläschchen angeordnet
sind. Die Menge der Komponenten a, b, c und d ist dabei so gewählt, dass
ein effektives Mischungsverhältnis
in der Gasphase (entsprechend der obigen Offenbarung) in einer entsprechenden
Umgebung (abhängig
von der Umgebungstemperatur, Feuchtigkeit u.ä.) entsteht.
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Um
die verdunstende Menge der Komponenten a, b, c und d effektiv zu
kontrollieren, können
die Falle oder der Bausatz zusätzliche
Vorrichtungen zur kontrollierten Abgabe der Komponenten a, b, c
und d enthalten
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Die
Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung kann einer käuflichen
oder selbstgemachten Falle in jeder beliebigen Form zugegeben werden,
um das Ansammeln von Arthropoden zu verstärken. Die Zusammensetzung kann
mit oder ohne einen Gasstrom als Träger (beispielsweise Luft, Kohlenstoffdioxid
etc.) aus der Falle oder von der Falle weg diffundieren.
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Die
hier beschriebene Verwendung zeigt eine Falle als eine Vorrichtung,
die die Arthropoden einfängt. Als
effektive Fallen können
aus dem Stand der Technik bekannte Fallen verwendet werden. Geeignete
Fallen werden von verschiedenen Quellen käuflich angeboten (bspw. Mosquito
MagnetTM vertrieben von American Biophysics,
Corp., 2240 South County Trail, East Greenwich, RI 02818-1536, USA.,
Mosquito Trap MK01 von Lentek und Mosquito Trap U.S.A., beide vertrieben
von Comfort House, 189-V Frelinghuysen Ave., Newark, NJ 07114-1595).
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Die
Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann in Fläschchen
oder anderen Behältnissen
zugestellt werden. Die Zusammensetzung kann in einem einzigen Fläschchen
oder Behältnis
vermischt werden oder in verschiedenen einzelnen Fläschchen
oder Behältnissen
bereitgestellt werden, wobei diese Alternative bevorzugt wird (siehe
oben).
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Die
Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung kann auch gasförmig
zugestellt werden, beispielsweise in einer Gasflasche. Zusätzlich kann
eine gasförmige
Zusammensetzung optional mit einem inerten Trägergas vermischt oder unvermischt
werden.
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Die
synergistisch wirkende Lockstoffzusammensetzung der vorliegenden
Erfindung kann mit jedem beliebigen Mechanismus ausgestattet und
in verschiedenen Formaten bereitgestellt werden, die an die entsprechende
Anwendung angepasst sind. Die Hauptfunktion dieser Formate und Mechanismen
besteht in der Freisetzung des Lockstoffes über einen bestimmten ausreichenden
Zeitraum um Arthropoden (bspw. Moskitos) effektiv anzulocken und
speziell um Arthropoden effektiv zu einer vorhandenen Quelle von
Arthropoden Kontrollmaterial (bspw. Insektizid, mikrobielles Agends,
mechanische oder elektrische Abtötungsvorrichtungen)
anzulocken, die insbesondere effektiv gegen Moskitos oder ähnlichen
oben beschriebenen Arthropoden wirkt.
-
Die
Strukturen die verwendet werden, um die Lockstoffzusammensetzung
freizusetzen, können
sehr einfach gestaltet sein und beispielsweise ein Tablett, ein überdachtes
Tablett oder einen anderen Behälter
darstellen, der die Zusammensetzung trägt. Weiterhin kann die Struktur
einen Kanister darstellen, bei dem der Lockstoff zeitlich abgegeben
wird, oder Sprühdosen,
absorbierendes Material, dass die verzögerte Freisetzung des Lockstoffs
bewirkt (bspw. Fasergewebe, Papier, poröses Material, Schaum, absorbierendes
Polymer, super absorbierendes Polymer [bspw. super absorbierendes
Polymer, wie es in
U.S. Pat.
No. 5,679,364 beschrieben wird], Behälter mit einer semipermeablen
Membran, belüftete
Behälter,
Leim usw.). Die Materialien, die die Arthropoden aktiv angreifen,
können
mit dem Lockstoff (in einer Mischung) assoziiert sein oder in der Nähe des Lockstoffs
lokalisiert werden, so dass keine Wechselwirkung oder Reaktion zwischen
den Chemikalien stattfinden kann.
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Wird
die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung mit Insektiziden
kombiniert, hat das den zusätzlichen
Vorteil, dass die Mittel zur Vernichtung lokal begrenzt sind, so
dass keine weite Verteilung des Insektizids erfolgt. Wird weiterhin
ein Mechanismus zur langsamen chemischen Freisetzung verwendet,
beispielsweise mittels Paraffin oder einer anderen geeigneten viskosen
chemischen Verbindung (bspw. Glycerin), Mikroeinkapselungs-Techniken und Vorrichtung
für eine
kontrollierte Freisetzung, so werden die Verdunstungsraten der Zusammensetzung
reduziert.
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Entsprechend
einem weiteren Gesichtspunkt stellt die vorliegende Erfindung eine
Methode zum Anlocken blutsaugender Arthropoden und/oder Fruchtfliegen
dar, der den Schritt enthält,
dass die Umgebung mit einer verdunsteten Zusammensetzung gemäß einem
der Ansprüche
versorgt wird, wobei die Zusammensetzung effektiv blutsaugende Arthropoden
und/oder Fruchtfliegen anlockt.
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Die
Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine Zusammensetzung die die
Komponenten a, b, c und vorzugsweise d enthält, die bereits oben beschrieben
wurde bzw. im Weiteren beschrieben wird. Die Verbindungen sind in
der genannten Zusammensetzung vorzugsweise im Verhältnis der
molaren Mengen vorhanden, die, wenn sie sich in einer erfindungsgemäßen Anordnung
mit Mitteln zur kontrollierten Freisetzung der Zusammensetzung befinden,
das Freisetzen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
bewirken.
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Werden
diese in Mittel zur kontrollierten Freisetzung in einem Gerät gemäß der Erfindung
wie bereits oben und im Weiteren beschrieben eingesetzt, führt dies
zur Freisetzung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung. Die Mittel
zur kontrollierten Freisetzung entsprechen vorzugsweise denen des
Beispiels 5 und den aus dem Stand der Technik bekannten Stechmückenfallen.
Die molaren Mengen der Verbindungen in der genannten Zusammensetzung
entsprechen vorzugsweise den molaren Mengen, die bereits oben beschrieben wurden
und im Weiteren für
die erfindungsgemäße Zusammensetzung
beschrieben werden. Bevorzugt werden molare Mengen, bei denen die
Verbindungen a:b:c:d in den molaren Mengen von 1:0,1-100:0,001-10:0,01-1000
vorhanden sind. Weiter bevorzugt ist ein Verhältnis der Komponenten a:b:c:d von
1:0,1-100:0,01-10:0,01-100. Noch weiter bevorzugt ist ein Verhältnis der
Komponenten a:b:c:d von 1:0,1-100:0,01-10:0,01-50. Am meisten bevorzugt
ist ein Verhältnis
der Komponenten a:b:c:d von 1:1-10:0,1-1:0,1-1. Alle Verhältnisse
sind dabei entsprechend dem Mischungsverhältnis in der Gasphase angegeben.
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Eine
bevorzugte Zusammensetzung umfasst effektive Mengen an Milchsäure, Ammoniak,
Kapronsäure,
vorzugsweise Essigsäure
und/oder entsprechenden Salze dieser Verbindungen. Beim bevorzugten
Verhältnis
dieser Zusammensetzung werden die Verbindungen in den oben genannten
molaren Mengen eingesetzt. Besonders bevorzugt ist ein Verhältnis von
1:1:0,6:0,2 (bei Anwesenheit von Essigsäure) entsprechend dem Mischungsverhältnis in
der Gasphase.
-
Wenn
nicht anders definiert, werden alle technischen und wissenschaftlichen
Begriffe in ihrer allgemein vom Fachmann des entsprechenden Fachgebietes
verstandenen Bedeutung verwendet. Alle hier genannten Veröffentlichungen,
Patentanmeldungen, Patente und andere Referenzen werden durch die
Referenz in ihrer Gesamtheit in diese Anmeldung integriert. Im Konfliktfall
geht die vorliegende Spezifizierung mit ihren Definitionen vor.
Weiterhin sind die dargestellten Materialien, Methoden und Beispiele
nur beispielhaft und stellen keinen Einschränkung dar.
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Die
Erfindung wird nun anhand der folgenden, nicht einschränkenden
Beispiele, Zeichnungen und deren Beschreibungen erklärt. Durch
Auswechseln der hierbei genannten Komponenten kann der Fachmann
die beste Zusammensetzung zum Anlocken von entweder blutsaugenden
Arthropoden oder Fruchtfliegen oder beidem finden. Diese Abweichungen
und die dazu nötigen
Versuche entsprechen dem Fachwissen.
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Kurze Beschreibung der Figuren
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1 zeigt
die Antwort weiblicher A. aegypti auf verschiedene Zusammensetzungen
von vier Komponenten des menschlichen Körpergeruchs.
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2 zeigt
die Ergebnisse eines Y-Kanal-Tests, bei dem die Stechmücken zwischen
dem Geruch, der von einer menschlichen Hand ausströmt (linke
Seite) und dem Geruch einer Standardmischung wie sie in Beispiel
1 definiert wird (rechte Seite) wählen können.
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3 zeigt
Verhaltensantworten auf variable Verhältnisse jeder Komponente in
der synthetischen Mischung. A, Standardmischung und Mischungen,
bei denen die Konzentration von nur einer Komponente verändert wurde.
B, direkter Konkurrenztest zwischen der Standardmischung und den
modifizierten Mischungen.
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4 zeigt
den Verhaltenseffekt beim Zusatz von synthetischen Geruchskomponenten
zu natürlichen Mischungen
(Zeigefinger) von Menschen. A, B und C beziehen sich auf verschiedene
Freiwillige.
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5 zeigt
ein Olfactometer zum Austesten der Geruchspräferenzen von Stechmücken. A
Draufsicht, B Anordnung um verschiedene Konzentrationen des Geruchs
herzustellen.
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Beispiel 1
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Die
Messung der Anziehungskraft verschiedener Zusammensetzungen erfolgte
mittels einer biologischen Untersuchung in einem Y-Kanal, ensprechend
dem Test, der in Dekker et al., Med Vet Entomol. 16, p. 91-98, 2002
beschrieben wurde. 1 zeigt die Antworten weiblicher
A. aegypti auf verschiedene Kombinationen der vier Komponenten.
Abkürzungen
der Reize (Dosis in μmol/min):
LAST = L-(+)-Milchsäure (0,05); CAST =
Kapronsäure
(0,03); AMST = Ammoniak (0,09); ACST = Essigsäure (0,02). Die Balken (Mittelwert ± S.E.M.) zeigen
die Prozentzahl der Stechmücken
an, die in den entsprechenden windwärtigen Kammern des Olfactometers
gefangen wurden. Es wurden die Werte von 30 Versuchen pro Aufbereitung
gemittelt. Die Aufbereitungen wurden in zufälliger Reihenfolge getestet,
wobei die Test- und die Kontrollseite in nacheinander folgenden Experimenten
vertauscht wurde. Zur statistischen Auswertung wurden die Prozentwerte
auf der stimulierenden Seite miteinander in einem einfachen ANOVA
und LSD logischen (post-hoc) Test verglichen; der Buchstaben-Code über den
Balken zeigt die signifikanten Unterschiede: Mittelwerte ohne gemeinsame
Buchstaben unterscheiden sich signifikant (P < 0,05).
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Die
in 1 dargestellten Ergebnisse zeigen deutlich, dass
eine Mischung aus Milchsäure,
Kapronsäure
und Ammoniak, oder die Standardmischung (Milchsäure, Kapronsäure, Ammoniak
und Essigsäure)
für Stechmücken dieselbe
Anziehungskraft aufweist wie eine vor dem Kanal im Windstrom platzierte
menschliche Hand.
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Beispiel 2
-
In
Beispiel 1 wurde beim Biotest im Y-förmigen Kanal der Lockstoff
in dem einen Kanal angeordnet, während
der andere Kanal als Kontrolle verwendet wurde. Der Y-förmige Kanal
kann aber auch verwendet werden, um zwei Stimuli kompetitiv zu vergleichen.
Hierbei war der direkte Vergleich zwischen der Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung und dem menschlichen Körper
besonders interessant. 2 stellt die Wahl der Stechmücken zwischen
einer menschlichen Hand und der Standardmischung dar. Es wurde ein direkter
Vergleich zwischen den Händen
von 19 weißen
Testpersonen und der Standardmischung (Std-blend) durchgeführt, wobei
diese aus einer Mischung von LAST, AMST, CAST und ACST Reizen bestand (in 1 entsprechend
benannt). Die Balken (Mittelwerte aus 8 Versuchen ± S.E.M.)
stellen die Prozentzahl an Stechmücken dar, die in den entsprechenden
windwärtigen
Kammern des Olfactometers gefangen wurden. Sternchen zeigen signifikante
Präferenzen
an (P < 0,05; t-Test
für Probenpaare).
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Die
in 2 dargestellten Ergebnisse zeigen, dass trotz
der Schwankungen in der relativen Anziehungskraft der Standardmischung
verglichen mit der Anziehungskraft der Hand der Freiwilligen in
jedem bestimmten Fall, die allgemeine Attraktivität der Standardmischung
im Vergleich zu menschlichen Freiwilligen, gemittelt über 20 Freiwillige,
ungefähr
der Reizwirkung eines menschlichen Körpers oder sogar mehr entspricht.
-
Somit
ist es möglich,
eine erfindungsgemäße Zusammensetzung
zu identifizieren, die eine vergleichbare oder höhere Anziehungskraft als die
Standardmischung aufweist, indem die genannte Zusammensetzung in
einem Bioassay gemessen wird, beispielsweise in einem Y-Kanal Biotest wie
er oben beschrieben wurde. Der Biotest kann, wie es für Beispiel
1 beschrieben wurde, gegen eine geruchslose Kontrolle durchgeführt werden.
Die Werte für
die Anziehungskraft werden dann mit denen verglichen, die man beispielsweise
mit der Standardmischung oder dem menschlichen Körper erhält. Alternativ kann der Bioassay
auch wie in Beispiel 2 durchgeführt
werden, wobei die Stechmücken
zwischen zwei verschiedenen Flugwegen wählen können. Ein Flugweg enthält die zu
testende Zusammensetzung und der andere enthält den Geruch eines menschlichen Körpers oder
einer anderen Zusammensetzung, beispielsweise der Standardmischung.
Bei Verwendung des kompetitiven Y-Kanal Bioassays ist somit ein
direkter Vergleich der Anziehungskraft einer gegebenen Zusammensetzung
mit der Anziehungskraft eines menschlichen Körpers oder einer anderen Zusammensetzung,
vorzugsweise der oben beschriebenen Standardmischung möglich. Die
Aktivität
der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
kann dementsprechend auf verschiedene Weise getestet werden. Bevorzugte
Zusammensetzungen sind solche, die dieselbe oder höhere Anziehungskraft
als die oben genannte Standardmischung aufweisen. Weitere bevorzugte
erfindungsgemäße Zusammensetzungen
sind solche, die dieselbe oder höhere Anziehungskraft
als der Körper
oder ein Körperteil
eines menschlichen Freiwilligen aufweisen. Da die Anziehungskraft
von Menschen auf blutsaugende Arthropoden unterschiedlich ist, wird
der Test vorzugsweise mit mehreren Freiwilligen durchgeführt, vorzugsweise
5 bis 100, insbesondere 10 bis 50, am Besten mit ungefähr 20. Vorzugsweise
werden die oben genannten blutsaugenden Arthropoden für den Test
eingesetzt, einschließlich
Moskitos (Culicidae), Kriebelmücke
(Simuliidae), Sandfliegen (Phlebotominae), Gnitzen (Ceratopogonidae),
Pferdefliegen (Tabanidae), Tsetsefliegen (Glossinidae), Schmeißfliegen
and Hausfliegen (Muscidae), Flöhe
(Siphonaptera), Läuse
(Anoplura), Raubwanzen (Triatominae), Lederzecken (Argasidae) und
Schildzecken (Ixodidae). Zur Verwendung in den Test werden Moskitos
besonders bevorzugt, die zur Unterordnung der Diptera bekannt als
Nematocera, einschließlich
der Familie der Culicidae zählen,
die die Anophelinae enthalten, beispielsweise die gut bekannte Gattung
Anopheles, wobei aus dieser Gattung viele Unterarten für die Übertragung
von Malaria verantwortlich sind. Weiterhin werden die Toxorhynchitinae,
deren große
Larven andere Moskitolarven essen und die Culicinae, die in zwei
Stämme,
den Culicini und den Sabethini unterteilt sind, besonders bevorzugt.
Speziell bevorzugte Stechmücken
zählen
zu den Gattungen Culex, Aedes und Mansonia, weiterhin Sabethes,
Wyeomyia und Malaya. Weiter bevorzugte Stechmücken zählen zu den Gattungen Culex,
Aedes, Psorophora, Wyeomyia, Mansonia, Coquilletidia und Anopheles.
Besonders bevorzugt sind A. quadrimaculatus und speziell A. aegypti.
-
Beispiel 3
-
Die
Auswirkungen der Veränderung
des Verhältnisses
jeder Komponente in der Lockstoff-Zusammensetzung wurde mit einem Biotest
entsprechend dem in Beispiel 1 und 2 beschriebenen Test durchgeführt. 3 stellt
die Verhaltensantworten auf variierende Verhältnisse der einzelnen Komponenten
in einer synthetischen Mischung dar. A) Standardmischung und Mischungen,
bei denen nur die Konzentration einer einzelnen Komponente geändert wurde,
wurden gegen einen Kontrollreiz getestet. Die Beschriftungen geben
an, welche Komponente geändert
wurde, sowie deren Konzentration. Die Zahlen an den Beschriftungen
zeigen erhöhte oder
verringerte Konzentrationen im Vergleich zum Standard an. Beispielsweise
ist mit AM-5 eine fünfmal geringere Menge als AMST gemeint, während mit AM+30 eine
dreißigfache
Menge an AMST gemeint ist. Ansonsten wurden
die Versuche entsprechend der Beschreibung zu 1 mit
20 Versuchen pro Aufbereitung durchgeführt. Für die statistische Analyse
wurde die Antworten auf die modifizierten Mischungen mit den Antworten
auf die Standardmischung in einem einfachen ANOVA und Dunnett LSD
post-hoc Test verglichen. Sternchen über den Balken zeigen deutliche
Unterschiede (P < 0,05)
im Vergleich zur Standardmischung an. B) Direkte Vergleichstests
zwischen der Standardmischung und den modifizeirten Mischungen.
Die Balken (Mittel aus 20 Versuchen ± S.E.M.) zeigen die Prozentzahl
an Moskitos an, die in der entsprechenden windwärtigen Klammer gefangen wurden.
Dunkle Balken stellen die Standardmischung dar, weiße Balken
zeigen die modifizierte Mischung an (die Beschriftung entspricht 3A). Sternchen zeigen eine deutliche Präferenz (P < 0.05, t-Test für Probenpaare).
-
Das
Ergebnis zeigt, dass Änderungen
in der Konzentration von Kapronsäure,
Milchsäure
und Ammoniak eine tiefgreifende Wirkung auf die Anziehungskraft
der Zusammensetzung ausüben.
Eine Anhebung oder Minderung der Konzentration um den Faktor Fünf zeigt
keinen signifikanten Einfluss in Bezug auf die Anziehungskraft der
Zusammensetzung. Extremere Konzentrationsänderungen führten zu einer deutlich geringeren Anziehungskraft
der Zusammensetzung. Dagegen zeigte eine Änderung der Konzentration an
Essigsäure
um einen Faktor bis zu 25 keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Anziehungskraft der Zusammensetzung.
-
Werden
diesselben Zusammensetzungen im direkten Kompetitionsversuch, wie
er in Beispiel 2 beschrieben wird, analysiert, erhält man dieselben
Ergebnisse (3B).
-
Beispiel 4
-
In
diesem Beispiel wurde die Wirkung von bestimmten Verbindungen zusätzlich zum
Geruch des Fingers eines menschlichen Freiwilligen untersucht. Hierbei
wurde die in Beispiel 1 beschriebene Anordnugn verwendet. Der rechte
und linke Zeigefinger jeder Testperson wurde im direkten Vergleich
untersucht, wobei gleichzeitig eine Einzelkomponente auf einen der
Finger aufgetragen wurde. Die Anziehungskraft von Martina (A) ist
hoch, die von Martin (B) ist mittel und die von Doris (C) ist gering.
Die zu testenden Komponenten wurden abwechselnd auf den entsprechenden
rechten oder linken Finger aufgetragen. Die Balken, (Mittel aus
16 Versuchen ± S.E.M.)
zeigen die Prozentzahl an Moskitos an, die in der entsprechenden
windwärtigen
Klammer gefangen wurden. Schwarze Balken stellen die reinen Finger
dar, weiße
Balken zeigen die Mischung aus Finger und dem unter dem Balken angegebenen
Geruchsstimulus dar. Die Beschriftung entspricht 3A;
Sternchen zeigen eine deutliche Präferenz (P < 0.05, t-Test für Probenpaare).
-
Die
Ergebnisse zeigen, das durch den Zusatz von bestimmten Verbindungen
der Geruch des menschlichen Körpers
von einigen Personen noch anziehender für Stechmücken werden kann (bspw. 4C, Kapronsäure in allen Konzentrationen).
Weiterhin ist es möglich,
dass der Zusatz einer Verbindung den Geruch weniger anziehend macht,
insbesondere bei Verwendung hoher Konzentrationen (4A,
Ammoniak+100). Dieser Effekt ist von der
beteiligten Person abhängig.
Der Zusatz des Geruchs von Essigsäure in bis zu fünfzigfach
höheren
Konzentrationen als in der Standardmischung führte jedoch bei keiner der
beteiligten Personen zu einer Änderung
der Anziehungskraft.
-
Beispiel 5
-
5 zeigt
die Apparatur, die für
die oben beschriebenen Experimente verwendet wurde. Die Figur zeigt
die experimentelle Anordnung, wobei A) eine Draufsicht auf das Olfactometer
zum Testen der Geruchspräferenzen
von Moskitos darstellt. Die räumliche
Verteilung der Geruchsstoffe in der Luft wird entsprechend dem Auftreten
von TiCl4 Rauch dargestellt, der anstelle
eines Geruchsstimulus in das Olfactometer injiziert wurde. Der Rauch
wurde homolog in den Armen des Olfacotmeters verteilt. Turbulentere
Geruchswirbel und Filamente traten in der rechteckförmigen Kammer
auf, wobei ein steiler Gradient zwischen beiden Luftströmen in dem
angeschlossenen geraden Kanal beobachtet werden kann. Für jedes
Experiment wurden 20 weibliche A. aegypti Stechmücken aus der Kulturensammlung
der Bayer AG in Monheim verwendet, wobei die Stechmücken 5 bis
15 Tage alt waren und vorher noch keine Blutmahlzeit erhalten hatten.
Details zum Olfactometer und der verwendeten experimentellen Abläufe sind
anderswo beschrieben (Geier, M. & Boeckh,
J. Entomol. exp. appl. 92, 9-19 (1999); Geier, M., Bosch, O. J. & Boeckh, J. Chem.
Sens. 24, 647-653
(1999)).
-
Beim
Beginn des Reizes wurden die 20 Stechmücken in der Startkammer freigesetzt,
um durch das Olfactometer zu fliegen. Während sie sich im Zick Zack
Flug durch den geraden Kanal bewegen, treffen sie auf die alternativen
Luftströme
aus beiden Armen. Während
sie dem von ihnen bevorzugten Luftstrom folgen, werden sie in die
entsprechende windwärtige
Kammer geleitet, wo sie 30 s nach Einsetzen des Reizes ausgezählt werden.
Die prozentuale Menge an Stechmücken,
die in jeder Kammer gezählt
wurden, dient als Maß für die Anziehungskraft
des Geruchsstimulus. Die Geruchsstimuli wurden hergestellt, indem
gereinigte Luft durch einen Erlenmeyerkolben mit der reinen Geruchslösung geleitet
wurde (Geier, M., Bosch, O. J. & Boeckh,
J. Chem. Sens. 24, 647-653 (1999); Geier, M., Bosch, O. J. & Boeckh, J. J.
exp. Biol. 202, 1639-1648 (1999)). Die mit dem Geruch beladenene
Luft wird in den Luftstrom des Olfactometers injiziert.
-
B)
zeigt, dass durch die Änderung
der Konzentration der Verbindung im Erlenmeyerkolben oder durch Änderung
der Flußrate
der vorbeiziehenden Luft, ein weiter Bereich von Geruchskonzentrationen
hergestellt werden kann. Tabelle 1 fasst die untersuchten Verbindungen
zusammen und stellt dar, wie die unterschiedlichen Dosierungen hergestellt
wurden. Anstelle von synthetischen Gerüchen kann auch eine menschliche Hand
in den Luftstrom des Olfactometers platziert werden, um die natürliche Mischung
der Gerüche
der Haut zu untersuchen.
-
Die
folgende Tabelle fasst die in den Versuchen verwendeten oben beschriebenen
Verbindungen zusammen und gibt die in den verschiedenen Versuchen
verwendeten Konzentrationen an. Die Werte in den mit „Konzentration" beschrifteten Spalten
beziehen sich auf die Konzentration der Geruchsstoffe im Erlenmeyerkolben,
wobei dieser ein Teil der in
5 dargestellten
und in Beispiel 5 beschriebenen Anordnung ist. Die im Luftstrom
erzeugte Konzentration hängt
von der Luftströmung/Gebläsewind ab.
Die verwendeten Luftströmungsraten
sind in der Tabelle angegeben. Wird jedoch ein anders dimensionierter
Apparat verwendet, können
andere Luftströme
verwendet werden. Die Konzentration der Komponenten im Luftstrom
kann leicht durch dem Fachmann bekannte Methoden gemessen werden.
Sie kann auch unter Berücksichtigung
der Anfangsmenge der Verbindung, der Menge, die nach einer bestimmten
Zeit im Erlenmeyerkolben verbleibt und dem Luftstrom, der durch
den Kolben und durch die Hauptkammer in der genannten Zeit geflossen
ist, berechnet werden. Tabelle
1: Untersuchte Tested Duftstoffe
-
Beispiel 6
-
Hierbei
wurde untersucht, ob Kapronsäure
durch Heptansäure
in der Lockstoffmischung ersetzt werden kann.
-
Olfactometer und Methoden
-
- Vgl. Beispiel 1, 5. und Tabelle 1.
-
Ergebnis
-
Die
Verhaltensantworten der Stechmücken
sind in Tabelle 2 zusammengefasst.
-
Die
Antworten auf die Mischungen mit Heptansäure unterschieden sich nicht
signifikant von der Mischung mit Kapronsäure und es konnte kein signifikanter
Unterschied zwischen den beiden Konzentrationen festgestellt werden
(Anziehungskraft: ANOVA p = 0,257, F = 1,382; Aktivierung: ANOVA
p = 0,490, F = 0,720). Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass in einer
synthetischen Mischung Heptansäure
anstelle von Kapronsäure verwendet
werden kann. Tabelle 2: Verhaltensantworten von Ae.
aegypti
| Testkammer | Kontrollkammer | Aktiv |
| n | Reiz | %
T1 | S.E. | Reiz | %
C2 | S.E. | %
A3 | S.E. |
| 16 | Mischung | 81b | 3,2* | Nein | 0,2 | 0,3 | 89b | 2,2 |
| 16 | Mischung
mit niedrigem Oe | 76b | 2,9* | Nein | 0,1 | 0,4 | 93b | 1,4 |
| 16 | Mischung
mit hohem Oe | 85b | 1,2* | Nein | 0,2 | 0,8 | 91b | 1,9 |
- Mittelwerte von n Versuchen pro Aufbereitung;
jeder Versuch mit 18 bis 22 Moskitos. 1mittlere
Prozentzahl von in der Testkammer gefangenen Moskitos, 2mittlere
Prozentzahl von in der Kontrollkammer gefangenen Moskitos, 3mittlere Prozentzahl von in der Freisetzungskammer
verbliebenen Moskitos. *signifikanter Unterschied (P < 0,01) der mittleren
Prozentzahl in der Test- und in der Kontrollkammer: t-Test für Probenpaare.
In allen Versuchen waren die Mittelwerte in den Test oder aktiven
Spalten, die mit demselben Buchstaben versehen sind, nicht signifikant
unterschiedlich (P < 0.05,
einfacher ANOVA: LSD post hoc Test). Abkürzungen:
Mischung = Milchsäure 1,5
ml/min Flußrate,
Ammoniak 0,1 ml/min, Kapronsäure
0,5 ml/min;
Mischung mit niedrigem Oe = Milchsäure 1,5
ml/min, Ammoniak 0,1 ml/min, Hepransäure 0,5 ml/min;
Mischung
mit hohem Oe = Milchsäure
1,5 ml/min, Ammoniak 0,1 ml/min, Hepransäure 3 ml/min;
-
Beispiel 7
-
In
diesem Beispiel zeigen wir den anziehenden Effekt unserer Mischung
in einem Labortest, wobei eine Insektenfalle mit Ventilator verwendet
wird, in der die fliegenden Insekten eingesaugt werden. Weiterhin haben
wir die Anziehungskraft unserer gemischten Zusammensetzung auf verschiedene
Stechmückenarten untersucht.
Die in Tabelle 3 dargestellten Ergebnisse zeigen deutlich, dass
die Mischung die Effektivität
der Falle verstärkt.
Ein Mischungsverhältnis
annähernd
an die optimale Mischung ist fast so anziehend wie eine menschliche
Testperson. Mischungsverhältnisse,
die stark von der optimalen Mischung abweichen wirken weniger anziehend.
Dies konnte für
alle getesteten Arten nachgewiesen werden. Tabelle 3: Freisetzen und wieder einfangen
von Stechmücken
in einem Laborraum, wobei eine Insektenfalle mit Ventilator verwendet
wurde.
| | | Mittelwert,
gefangen nach 20 min |
| Aufbereitung | n | Culex
quinquefasciatus | Anophesles stephensi | Aedes
aegypti | Aedes
albopictus |
| Keine
Lockstoffe | 6 | 1,0 | 0,1 | 2,3 | 1,2 |
| Mischung
A | 6 | 6,7 | 5,8 | 8,2 | 6,4 |
| Mischung
B | 6 | 2,3 | 1,9 | 1,2 | 0,3 |
| Mischung
C | 6 | 3,2 | 2,6 | 4,1 | 2,9 |
| Person
K | 4 | 7,01 | 6,2 | 9,6 | 8,3 |
- Pro Versuch wurden 10 bis 14 weibliche
Moskitos freigesetzt, welche zwischen 4 bis 14 Tagen alt waren und vor
der Freisetzung noch keine Blutmahlzeit erhalten hatten. 1 = Anzahl der auf einer Testperson gelandeten Moskitos,
n = Anzahl der durchgeführten
Versuche.
- Mischung A: Mischungsverhältnis
von Milchsäure,
Kapronsäure
und Ammoniak: 1:2:0,3
Fläschchen
1: Verdunstungsrate von Milchsäure:
0,02 mmol/h
Fläschchen
2: Verdunstungsrate von Kapronsäure:
0,04 mmol/h
Fläschchen
3: Verdunstungsrate von Ammoniak: 0,006 mmol/h
- Mischung B: Mischungsverhältnis
von Milchsäure,
Kapronsäure
und Ammoniak: 1:2:80
Fläschchen
1: Verdunstungsrate von Milchsäure:
0,02 mmol/h
Fläschchen
2: Verdunstungsrate von Kapronsäure:
0,04 mmol/h
Fläschchen
3: Verdunstungsrate von Ammoniak: 1,6 mmol/h
- Mischung C: Mischungsverhältnis
von Milchsäure,
Kapronsäure
und Ammoniak: 1:200:0,3
Fläschchen
1: Verdunstungsrate von Milchsäure:
0,02 mmol/h
Fläschchen
2: Verdunstungsrate von Kapronsäure:
4.0 mmol/h
Fläschchen
3: Verdunstungsrate von Ammoniak: 0.006 mmol/h
-
Bei
allen Versuchen wurden die flüchtigen
Verbindungen in verschiedenen Fläschchen
angewendet, die jeweils mit der reinen Tesverbindung gefüllt waren;
jede Verbindung befand sich in einem getrennten Fläschchen.
Mithilfe von verschieden großen Öffnungen
der Fläschchen
konnten verschiedene Freisetzungsraten erzeugt werden. Die freigesetzte
Menge jeder Verbindung wurde anhand des Gewichtsverlustes abgeschätzt. Die
Verbindungen wurden mittels eines Ventilators in der Gasphase vermischt.
-
Beispiel 8
-
In
diesem Beispiel zeigen wir die Daten unseres Felversuches in Brasilien,
bei dem diesselbe Insektenfalle wie in Beispiel 7 verwendet wurde.
Bei Verwendung des optimalen Mischungsverhältnisses wurde im Vergleich
zu einer Falle ohne Lockstoff mit unserem Lockstoff eine hohe Anzahl
von in der Gegend vorkommenden Stechmücken gefangen. Überraschenderweise
wurde mit der optimalen Mischung auch eine relativ hohe Anzahl von
Drosophila sp. gefangen. Das zeigt, dass die Mischung auch anziehend
auf Drosophila Fliegen wirkt.
-
Weiterhin
wurden fünf
Tage lang freifliegende Insekten in einer Wohnumgebung in Belo Horizonte/Brazilien
eingefangen.
| | Fallen mit
verschiedenen Lockmittel |
| Arten | Kein
Lockstoff | Mischung
A | Mischung
B | Landerste
auf Menschen |
| Drosophila
sp. | 0,2 | 34,1 | 10,4 | 0 |
| Aedes
aegypti | 2,0 | 42,8 | 13,9 | 56,4 |
| Culex
sp. | 0,7 | 21,1 | 7,2 | 30,3 |
| Plebotomus
sp. | 0 | 1,2 | 2,5 | 0,8 |
- Gefangene Insekten/24 h
- Mischung A: Mischungsverhältnis
von Milchsäure,
Kapronsäure
und Ammoniak: 1:2:0,3
Fläschchen
1: Verdunstungsrate von Milchsäure:
0,02 mmol/h
Fläschchen
2: Verdunstungsrate von Kapronsäure:
0,04 mmol/h
Fläschchen
3: Verdunstungsrate von Ammoniak: 0,006 mmol/h
- Mischung B: Mischungsverhältnis
von Milchsäure,
Kapronsäure
und Ammoniak: 1:520:0,3
Fläschchen
1: Verdunstungsrate von Milchsäure:
0,02 mmol/h
Fläschchen
2: Verdunstungsrate von Kapronsäure:
10,4 mmol/h
Fläschchen
3: Verdunstungsrate von Ammoniak: 0,006 mmol/h
-
Die
Entfernung zwischen den Fallen betrug mindestens 4 m. Die Position
der Fallen wurde jeden Tag zufällig
verändert.
-
Bei
allen Versuchen wurden die flüchtigen
Verbindungen aus verschiedenen Fläschchen angewendet, die jeweils
mit der reinen Tesverbindung gefüllt
waren; jede Verbindung befand sich in einem getrennten Fläschchen.
Mithilfe von verschieden großen Öffnungen
der Fläschchen
konnten verschiedene Freisetzungsraten erzeugt werden. Die freigesetzte
Menge jeder Verbindung wurde anhand des Gewichtsverlustes abgeschätzt. Die
Verbindungen wurden mittels eines Ventilators in der Gasphase vermischt.
-
Auflistung
der Dosierungen der untersuchten Verbindungen. Als Stammlösungen zur
Herstellungen der Geruchsausgangspunkte wurden Ammoniumhydroxid
(17093, 25%, Fluka, Buchs), Milchsäure (100366, 90%, Merck, Darmstadt),
Essigsäure
(45731, 99,8%, Fluka, Buchs) und Kapronsäure (21529, 99,5%, Fluka, Buchs)
verwendet.
- aBeschriftung des Reizes
(Stimulus) bezieht sich auf die Markierung der Stimuli in Figuren
und Text. Ausgehend von der Standarddosierung, die mit ST beschriftet
wurde, zeigen die Zahlen an den Beschriftungen des Reizes höhere oder
niedrigere Dosierungen im Vergleich zum Standard an. Beispielsweise
bezeichnet Am-5 eine fünfmal geringere Dosierung als
AMST; AM+30 zeigt
eine dreißigfach
höhere
Dosierung als AMST an.
- bKonzentration (in % per Volumen) der
Lockmittellösung
im Erlenmeyerkolben. Als Lösungsmittel
wurden destilliertes Wasser oder Paraffin (Uvasol®, 107161,
Merck, Darmstadt) verwendet.
- cFlußrate von durch Aktivkohle
gefilterter Luft durch den Kolben.
- dAusstoß der untersuchten Verbindung,
der in das Olfactometer injiziert wurde, entsprechend der Berechnung der
Kalibrierung der genannten Autoren. Die Dosierung von Essigsäure wurde
anhand der Kalibrierungsdaten für
Butter- und Kapronsäure
von Kafka (1970) extrapoliert. Zur Beschreibung der Geruchspräsentation
vgl. auch 1.