DE60312969T2 - Zubereitung für die wundheilung und zur verhinderung des anhaftens von verbänden an die wunde - Google Patents
Zubereitung für die wundheilung und zur verhinderung des anhaftens von verbänden an die wunde Download PDFInfo
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Description
- Technisches Gebiet
- Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zubereitung basierend auf einem pharmakologisch annehmbaren Salz der Hyaluronsäure, die auf die Wunde aufgetragen wird, und in der Lage ist, das Anhaften des Verbandes an der Wunde zu verhindern und gleichzeitig den Heilungsprozess zu beschleunigen.
- Stand der Technik
- Der aktuelle Stand der Heilung von akuten und chronisch komplizierten Wunden basiert auf der Verwendung einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Materialien und Techniken. Selbstverständlich besteht die ideale Lösung im Reinigen der Wunde und in ihrer anschließenden Versorgung durch eine chirurgische Behandlung (Naht, Transplantation der eigenen Haut usw.). Das genannte Behandlungsverfahren ist jedoch nur bei einer sehr geringen Anzahl von Hautschäden möglich und findet auf chirurgische Wunden und akute, nicht infizierte Wunden Anwendung.
- Die meisten großen akuten Wunden sind infiziert und enthalten nekrotische Teile. Bei chronischen Wunden kann von bakterieller Kontamination ausgegangen werden, und in praktisch allen Fällen gibt es einige Nekrosen. Diese großen subakuten und chronischen Wunden sind sehr schwer zu behandeln.
- Derzeitig werden zur Behandlung großer oder chronischer Wunden die folgenden, nachstehend beschriebenen Systeme verwendet.
- Eines der Systeme ist ein wiederholtes erneutes Verbinden mit befeuchteter Gaze, das ein permanentes feuchtes Umfeld für die Wundheilung gewährleistet. Die Gaze wird durch eine physiologische Lösung oder eine Lösung, die ein Antiseptikum enthält (Betadin, Chloramin, Rivanol usw.), befeuchtet. Das genannte Verfahren ist schwierig, da es ein häufiges erneutes Verbinden alle 4 bis 6 Stunden erfordert. Dieses Verfahren führt auch nicht zur vollständigen Sterilisierung der Wunde und verhindert nicht ein Aufquellen der Haut in den Wundbereichen.
- Da die Verbände, die nicht befeuchtet sind, regelmäßig sehr häufig an den Wunden festkleben, werden sie häufig mit Vaseline getränkt; es handelt sich um die so genannte fette Gaze. Die Vaseline wird häufig mit Jod kombiniert, so dass der Verband antimikrobielle Eigenschaften hat. Ein Nachteil einer derartigen Verwendung besteht darin, dass die Vaseline die Wunde verschließt und alle nekrotischen Teile und die Infektion unter dem Verband kumuliert werden. Probleme entstehen auch bei der Entfernung von Vaseline aus tieferen Wunden während des erneuten Verbindens. Aus diesem Grunde wird dieses Verfahren nur bei oberflächlichen Wunden eingesetzt.
- Kleinere tiefere Wunden werden häufig durch einen Plastikverband abgedeckt, der ein feuchtes Umfeld in der Wunde aufrecht erhält. Dieser Verband umfasst Zellulose-Derivate und enthält manchmal zudem einen Meeresalgenextrakt (Alginat). Ein derartiger Verband erfüllt hauptsächlich die Abdeckfunktion, da er keine Desinfektionswirkungen auf die Wunde hat, und der Verband selbst trägt nicht zur Entfernung des nekrotischen Gewebes bei. Auf dem Markt sind sehr komplizierte und kostspielige Systeme erhältlich, die beispielsweise Kollagenase oder Papain in der Heilsalbe oder Cremebasis für die Entfernung des nekrotischen Gewebes verwenden. Die Gewebesekretion wird hauptsächlich durch Aktivkohle enthaltende Zubereitungen entfernt.
- Wenn die nekrotischen Teile entfernt sind und die Wunde desinfiziert wird, werden dann Zubereitungen verwendet, die ein befeuchtetes Umfeld bieten, was für die Wundheilung vorteilhaft sein sollte. Dies ist hauptsächlich auf die Verwendung von Al ginat zurückzuführen, einem Polysaccharid, das durch Meeresalgen erzeugt wird. Einige Unternehmen verwenden Carboxymethylcellulose, um die Befeuchtung der Wundumgebung zu gewährleisten, was für ihre Heilung wesentlich ist. Ein Nachteil dieses Systems ist, dass es die Reinigung der Wunde in einem separaten Schritt vor der Anwendung der die Wundheilung verbessernden Substanzen erfordert und es darüber hinaus nicht in der Lage ist, die Wunde steril zu halten und ohne weitere Unterstützung die spätere Entwicklung von Infektionen zu verhindern.
- In einigen Zubereitungen zur Verbesserung der Heilungswirkungen werden unterschiedliche Wachstumsfaktoren und das Natriumsalz der Hyaluronsäure verwendet. Ein Nachteil des Systems in diesem Fall ist, dass es ebenfalls die Reinigung der Wunde in einem separaten Schritt vor der Anwendung von die Wundheilung verbessernden Substanzen erfordert. Darüber hinaus sind die genannten Zubereitungen nicht in der Lage, die Wunde ohne weitere Unterstützung steril zu halten und die Infektionsentwicklung zu verhindern.
- Auch wird eine Kombination aus Kollagen und einer chemisch modifizierten Zellulose für die Therapie chronischer Wunden verwendet. Wenn dieses System nicht durch weitere Substanzen vervollständigt wird, ist es nicht in der Lage, selbständig die Wunddesinfektion, das Entfernen der Sekretion usw. zu gewährleisten.
- Darüber hinaus empfehlen einige Autoren den Einsatz von Sauerstofftherapie in Hyperbarkammern für die Heilung chronischer Wunden (insbesondere bei Diabetespatienten). Allerdings ist diese Therapie bezüglich der Geräte sehr aufwändig.
- Eine Vakuumtherapie ist eine Behandlungsart, bei der ein poröser elastischer Schwamm auf die Wunde aufgebracht wird und die Wunde mit einer undurchlässigen Folie abgedeckt wird. Dann wird die Luft von der Wunde abgesaugt, und der entstandene Un terdruck soll die Reinigung der Wunde und den Abzug der Sekretion gewährleisten. Der Schwamm wird in regelmäßigen Abständen ausgewechselt. Dies ist sehr geräteaufwendig und nur für hoch spezialisierte Arbeitsplätze geeignet und darüber hinaus nur auf bestimmte Diagnosen begrenzt.
- WO 97/02845 A1 offenbart eine Folienabdeckung zur topischen Verwendung bei der Behandlung von Wunden, umfassend Natrium-Hyaluronat. Die Folie kann ebenfalls antibakterielle Wirkstoffe enthalten.
- Offenbarung der Erfindung
- Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Zubereitung, deren Anwendung auf der Wunde ein Umfeld bieten würde, welches Wundinfektionen verhindert und die Wunde gleichzeitig desinfiziert. Darüber hinaus würde sie die Sekretion von der Wunde abziehen und damit die Mazeration (Aufquellung) der Wunde und ihrer Umgebung verhindern und eine gute Befeuchtung in der Wunde sowie das Vorhandensein von Gewebemediatoren und Enzymen aufrechterhalten. Die Zubereitung soll auch ein ideales Umfeld gewährleisten, das für die Bildung von Granulationsgewebe und anderen Regenerierungsprozessen in der Wunde benötigt wird. Sie soll das Anhaften des Verbandes an der Wunde verhindern, die Wundumgebung schützen und die Überwachung möglicher Wundveränderungen (insbesondere das Auftreten von Blutungen) ermöglichen.
- Die im Hintergrund der Erfindung ausgeführten Nachteile und die oben dargelegten Aufgaben werden von der erfindungsgemäßen Zubereitung zur Wundbehandlung und Prävention einer Adhäsion (Anhaftung) des Verbandes an der Wunde gelöst. Gegenstand der Erfindung ist eine Zubereitung, welche ein physiologisch annehmbares Salz der Hyaluronsäure mit einem Molekulargewicht im Bereich von 200.000 bis 2.500.000 in einem Gel oder in einer Lösung zusammen mit Jod und Kaliumjodid enthält.
- Ein bevorzugtes physiologisch annehmbares Salz der Hyaluronsäure wird aus einer Gruppe ausgewählt, die Natriumsalz, Kaliumsalz, Lithiumsalz, Calciumsalz, Magnesiumsalz, Zinksalz, Cobaltsalz, Mangansalz oder eine Kombination daraus enthält. Die erfindungsgemäße Zubereitung weist bevorzugt die Form einer viskosen, wässrigen Lösung oder eines Gels auf.
- Die erfindungsgemäße Zubereitung enthält bevorzugt ein physiologisch annehmbares Salz der Hyaluronsäure in der Konzentration von 0,05 bis 10 Gew.%, Jod in der Konzentration von 0,05 bis 2,5 Gew.% und Kaliumjodid in der Konzentration von 0,05 bis 5 Gew.% als Substanzen mit antiseptischen Eigenschaften, die bakteriostatisch und fungistatisch wirken.
- Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist eine Zubereitung, die ein physiologisch annehmbares Salz der Hyaluronsäure in der Konzentration von 0,05 bis 10,0 Gew.%, Jod in der Konzentration von 0,075 bis 1 Gew.% und Kaliumjodid in der Konzentration von 0,075 bis 1 Gew.% enthält.
- Die erfindungsgemäße Zubereitung wird durch Auflösen der oben genannten Substanzen in sterilem Wasser zubereitet.
- Die Zubereitung zur Wundbehandlung und Prävention einer Adhäsion des Verbandes an der Wunde wird entweder direkt auf die Wunde aufgetragen oder wird in der benötigten Menge auf der Seite des Verbandes verteilt, die dann auf der Wunde angeordnet wird.
- Eine Kombination geeigneter Salze der Hyaluronsäure mit Jod und Kaliumjodid ist selbständig in der Lage, den oben genannten Bedingungen zu genügen. Salze der Hyaluronsäure gehören zu den hydrophilsten Molekülen der Natur. Die Zubereitung gewährleistet die Sekretion von Gewebeflüssigkeit nach ihrem Auftrag auf die Gaze und die Wunde sowie ebenfalls ein konstant feuchtes Umfeld. In einer Kombination mit Jod und Kaliumjodid desinfiziert sie die Wunde über eine kurze Zeit, was ein sauberes Umfeld in der Wunde bietet. Die Salze der Hyaluronsäure haben zudem eine starke Heilwirkung; sie wirken während aller Phasen des Heilungsprozesses sehr positiv. Dies alles hat eine positive Wirkung auf die Bildung des Granulationsgewebes und die nachfolgende Epithelisation und damit auf die Heilung der Wunde. Der Vorteil ist ebenfalls die Möglichkeit zur Überwachung des Verbandes sowie die Tatsache, dass nur die Wunde selbst befeuchtet wird und die Haut um die Wunde herum intakt ist.
- Die erfindungsgemäße Zubereitung aktiviert Keratinozyten zur Produktion von Zytokinen im Gegensatz zu Jod und Kaliumjodid alleine (ein Jodkomplex) und Hyaluronsäure alleine. Die produzierten Zytokine sind die Aktivierungsmittel und Chemoatraktanten für unterschiedliche Zellen der weißen Linie, die in einer beschleunigten Wundreinigung und einer Vorbereitung der Wundoberfläche für die Bildung des Granulationsgewebes auftaucht. Darüber hinaus aktivieren sie Keratinozyten, was das innere Wachstum der Wunde erlaubt. Die oben genannten unerwarteten Wirkungen werden von keiner der drei Komponenten der erfindungsgemäßen Zubereitung aufgezeigt, wenn sie separat verwendet werden. In einigen Zubereitungen (beispielsweise Betadin) wird Jod in Kombination mit anderen Oligomer- oder Polymersubstanzen verwendet. In unserem Fall ist es nicht möglich, die Kombination von Hyaluronsäure als eine Polymersubstanz und Jod direkt zu verwenden, da es nicht möglich ist, die erforderliche Konzentration von Jod in einer Lösung zu erreichen. Aus diesem Grund wird zur Bildung des Jodkomplexes Kaliumjodid hinzugefügt. Der Jodkomplex hat die erforderliche Löslichkeit in Wasser; auch ist die Kombination von Jod und Kaliumjodid akzeptabler für die Zellen als Jod allein.
- Beispiele der Erfindung
- Beispiel 1
- 0,1 g Jod werden in der Lösung aus 0,15 g Kaliumjodid in 50 ml sterilem Wasser für Injektionen aufgelöst. Darüber hinaus werden 1,5 g Natriumhyaluronat mit dem Molekulargewicht von 1.000.000 in 50 ml sterilem Wasser für Injektionen aufgelöst. Die Lösungen werden separat zubereitet, und sie werden separat sterilisiert. Sie werden nach der Sterilisierung unter sterilen Bedingungen miteinander vermischt. Die produzierte hochgradig viskose Lösung kann direkt auf die Wunde aufgetragen werden, die anschließend durch den Verband abgedeckt wird, oder sie kann auf den Verband aufgetragen werden, der anschließend auf der Wunde angeordnet wird.
- Beispiel 2
- 1,0 g Jod werden in der Lösung aus 1,5 g Kaliumjodid in 50 ml sterilem Wasser für Injektionen aufgelöst. Darüber hinaus werden 1,5 g Natriumhyaluronat mit dem Molekulargewicht von 1.500.000 in 50 ml sterilem Wasser für Injektionen aufgelöst. Die Lösungen werden separat zubereitet, und sie werden separat sterilisiert. Sie werden nach der Sterilisierung unter sterilen Bedingungen miteinander vermischt. Die produzierte hochgradig viskose Lösung kann direkt auf die Wunde aufgetragen werden, die anschließend mit dem Verband abgedeckt wird, oder sie kann auf den Verband aufgetragen werden, der anschließend auf der Wunde angeordnet wird.
- Beispiel 3
- 0,5 g Jod werden in der Lösung aus 0,75 g Kaliumjodid in 50 ml sterilem Wasser für Injektionen aufgelöst. Das Gel des Kaliumhyaluronats mit dem Molekulargewicht von 1.500.000 wird durch Vermischen von 2 g Hyaluronsäure mit 50 ml Wasser für Injektionen in einem separaten Kolben produziert. Die Lösung und das Gel werden separat zubereitet, und sie werden ebenfalls separat sterilisiert. Sie werden nach der Sterilisierung unter sterilen Bedingungen miteinander vermischt. Es ist möglich, das produzierte Gel in einer dünnen Schicht direkt auf die Wunde aufzutragen, die anschließend durch den Verband abgedeckt wird.
Claims (5)
- Zubereitung zur Wundbehandlung und Prävention der Anhaftung an der Wunde gekennzeichnet durch den Gehalt eines physiologisch annehmbaren Salzes der Hyaluronsäure mit dem Molekulargewicht von 200.000 bis 2.500.000, Jod und Kaliumjodid.
- Zubereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das physiologisch annehmbare Salz der Hyaluronsäure aus der das Natriumsalz, Kaliumsalz, Lithiumsalz, Calciumsalz, Magnesiumsalz, Zinksalz, Cobaltsalz und Mangansalz oder deren Kombination beinhaltenden Gruppe ausgewählt ist.
- Zubereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration des physiologisch annehmbaren Salzes der Hyaluronsäure im Bereich von 0,05 bis 10 Gew.%, die Konzentration des Jods im Bereich von 0,05 bis 2,5 Gew.% und die Konzentration des Kaliumjodids im Bereich von 0,05 bis 5 Gew.% liegt.
- Zubereitung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration des physiologisch annehmbaren Salzes der Hyaluronsäure im Bereich von 0,05 bis 10 Gew.%, die Konzentration des Jods im Bereich von 0,075 bis 1 Gew.% und die Konzentration des Kaliumjodids im Bereich von 0,075 bis 1 Gew.% liegt.
- Zubereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese in der Form einer sterilen wässrigen Lösung oder eines Gels ist.
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