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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen zur Verwendung
in der medizinischen Wissenschaft. Die Erfindung betrifft insbesondere
die Anwendungen von Inhibitoren gegen Hypoxie-induzierte Gene zur
Herstellung eines Medikamentes zur Vorbeugung und/oder zur Unterdrückung einer
postoperativen/Postwund-Adhäsionsbildung.
Postoperative Adhäsionen
sind ein unerwünschtes
Ergebnis des chirurgischen Eingriffs und sind eine Hauptquelle für postoperative
Morbidität
und Mortalität.
Die Erfindung kann auf Menschen und Tiere angewandt werden. Bis
heute hat sich kein einziger therapeutischer Ansatz als bei der
Vorbeugung der Bildung von postoperativen Adhäsionsbildungen universal wirksam
erwiesen.
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Hintergrund
der Erfindung
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Eine
postoperative Adhäsionsbildung
(POA) ist eine häufige
chirurgische Komplikation in gynäkologischen,
Becken- und kardiologischen chirurgischen Eingriffen. Eine chirurgische
Verletzung bzw. Trauma gegenüber
den Geweben verursacht oftmals eine permanente Narbenbildung, die
das traumatisierte Gewebe an ein anderes Organ bindet. Somit werden
am Ort der Verletzung innere Gewebe, die normalerweise getrennt bleiben,
oftmals miteinander verbunden. Komplikationen, die sich aus der
Adhäsionsbildung
ergeben, sind Darmverschlüsse,
Dünndarmverschlüsse, chronische
Beckenschmerzen und bei Frauen Unfruchtbarkeit. Eine POA tritt sowohl
in der traditionellen Chirurgie als auch in der laparoskopischen
Chirurgie ein. Exakte Daten bezüglich
der Prävalenz
und des Schweregrads dieser Konsequenzen sind nicht verfügbar, weil
Adhäsionen mit
dem Schweregrad des chirurgischen Eingriffes variieren und weil
systematische Laparoskopien auf den zweiten Blick aus ethischen
Gründen
nicht durchgeführt
werden können.
Die Adhäsionen
treten bei über
50% der Patienten im Anschluss an eine Laparotomie auf, wohingegen
das Risiko eines erneuten Eingriffes wegen der Adhäsionen im
Anschluss an eine Laparotomie kürzlich
innerhalb von 10 Jahren in einer großen Studie in Schottland als
35% bewertet wurde (Ellis H. et al., Lancet 353: 1476-1480, 1999).
Die morphologischen Ereignisse, die in die Adhäsionsbildung involviert sind,
sind wohlbekannt (Holmdahl L et al., Eur J Surg Suppl 56-62, 1997
und DiZerega GS, Eur J. Surg Suppl 10-16, 1997). Ein peritonealer
Defekt verursacht eine Exsudation, Fibrinablagerung, gefolgt von
einer inflammatorischen Reaktion, Fibrinolyse und vollständiger Re-Epithelisierung
innerhalb von 3 bis 8 Tagen. Diese rasche Heilung ist eine Konsequenz
der Regenerierung der mesothelialen Schicht aus multiplen Foci in
der Verletzung und nicht aus den Grenzflächen, wie es während der
Reparatur eines anderen Epithels zu finden ist. Die direkte Konsequenz
hiervon ist, dass die Dauer der Re-Epithelisierung von der entblößten Fläche im Peritoneum
unabhängig
ist. Falls dieser rasche Heilungsprozess durch eine Überbelastung
an Fibrin (beispielsweise durch Blutung), durch eine gesenkte Fibrinolyse
(beispielsweise als Folge eines schwereren Gewebstraumas), was eine
persistierende Fibrinmatrix zur Folge hat (Bittinger F, J Surg Res
82: 28-33, 1999) oder durch das Vorhandensein einer verlängerten
entzündlichen
Reaktion (beispielsweise durch eine Infektion oder durch Nahtmaterial)
fehlschlägt,
wird dies eine verlängerte
Fibroblastenproliferation, Collagenablagerung, Angiogenese und letztendlich
Adhäsionsbildung
zur Folge haben. Jedoch sind die biochemischen und zellulären Prozesse,
die in den Heilungsprozess und in die Adhäsionsbildung involviert sind,
größtenteils
unbekannt (Holmdahl L and Ivarsson ML: Eur J Surg 165: 1012-1019,
1999) und dies widerspiegelt die nach wie vor inadäquate klinische
Prävention
der Adhäsionsbildung.
In Tiermodellen können postoperative
Adhäsionen
durch eine Vielzahl von Mitteln, wie beispielsweise intraperitoneale
Anwendung von antiinflammatorischen Arzneistoffen (Rodgers KE 10
Prog Clin Biol Res 358: 119-129, 1990), t-PA zur Erhöhung der
Fibrinolyse, als die Einbringung einer Überbelastung an mesenchymalen
Zellen in die Peritonealkavität
nach dem chirurgischen Eingriff (Bertram P et al., Eur J Surg 165:
705-709, 1999) reduziert
werden. Eine Adhäsionsbildung
kann ebenfalls durch Cytokine, wie beispielsweise TGF-β und TNF-α (Chegini
N et al., J Soc Gynecol Investig 6: 153-157, 1999), durch Calciumkanalblocker,
Phospholipase A, Natrium-Carboxymethylzellulose, Vitamin E und Phosphatidylinositol
moduliert werden. Klinisch gesehen basiert die Prävention
der Adhäsionsbildung
auf einer guten Chirurgie-Technik, die überwiegend in der Vermeidung
von Blutungen und Gewebsverletzungen, entweder mechanisch oder durch
Austrocknung besteht. Eine Adhäsionsbildung
kann weiterhin durch verschiedene Ansätze, wie beispielsweise lösliche oder
mechanische Barrieremethoden (Haney AF and Doty E: Fertil Steril
70: 145-151, 1998; Diamond MP Fertil Steril 69: 1067-1074, 1998;
Sawada T. et al., Hum Reprod 14: 1470-1472, 1999; Wiseman DM J Reprod
Med 44: 325- 331,
1999; Thornton MH. et al., Hum Reprod 13: 1480-1485, 1998) oder
durch die Hemmung der Entzündungsreaktion
durch Corticoide und/oder nicht-steroidale antiinflammatorische
Mittel (Buckenmaier CC. et al., Am Surg 65: 274-282, 1999) reduziert
werden. In extremen Fällen
können
behindernde Adhäsionen
durch Adhäsiotomie,
chirurgische Schnitte oder Lyse der Adhäsion (Adhäsiolyse) behandelt werden.
Ein endoskopischer chirurgischer Eingriff, eine so genannte minimal-invasive
Chirurgie, verursachte angenommenermaßen geringere postoperative
Adhäsionen als
eine Laparotomie, jedoch sind die Daten bis heute widersprüchlich.
Die Diskrepanz in den berichteten Ergebnissen kann bis zu einem
gewissen Umfang durch die Zeitdauer des chirurgischen Eingriffes
erklärt
werden, die in diesen Studien nicht in Erwägung gezogen wurde. Tatsächlich wurde
kürzlich
berichtet, dass die Dauer eines CO2 Pneumoperitoneums
ein Haupt-Cofaktor in der Adhäsionsbildung
in Kaninchen (Ordonez JL, Dominguez J, Evrard V, Koninckx PR: Hum
Reprod 12: 2654-2657, 1997; Molinas CR, Koninckx PR: Hum Reprod
15: 1758-1763, 2000 und Yesildaglar N, Koninckx PR: Adhesion formation
in intubated rabbits increases with high insufflation pressure during
endoscopic surgery. Hum Reprod 15: 687-691, 2000) und in Mäusen (Molinas
CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak P, Koninckx PR: Fertil-Steril 76:
560-567, 2001 und Yesildaglar N, Ordonez JL, Laermans I, Koninckx
PR: Hum Reprod 14: 55-59, 1999) ist. Zahlreiche Patente sind in
der Technik verfügbar,
die Verfahren und Zusammensetzungen zur Prävention einer Adhäsionsbildung
beanspruchen. Im Allgemeinen fallen die Behandlungen in unterschiedliche
Kategorien, wie beispielsweise (i) (bio)mechanisch durch Vermeiden
eines direkten Kontaktes zwischen den Geweben, (ii) Vorbeugung einer
Fibrin- oder Collagenablagerung im Peritoneal-Exsudat oder Entfernung
einer Fibrinablagerung (iii), Reduktion einer lokalen Gewebsentzündung, (iv)
Hemmung einer oxidativen Schädigung
des Gewebes (v), Inhibitoren der Vitronectine oder (vi) Anoxämie verhindernde
Verbindungen oder Kombinationen hiervon. Bis jetzt hat sich keiner der
existierenden therapeutischen Ansätze als universal wirksam bei
der Vorbeugung einer postoperativen Adhäsionsbildung erwiesen. Es besteht
nach wie vor ein Bedarf nach Zusammensetzungen und Verfahren, die sicher
und effektiv zur Vorbeugung einer Adhäsionsbildung in einer Vielzahl
von unterschiedlichen Einstellungen verwendet werden können. Es
hat sich in der Technik gezeigt, dass ein bedeutender Faktor, der
eine Adhäsionsbildung
während
eines chirurgischen Eingriffes verursacht, eine Hypoxämie ist
(Molinas CR and Koninckx PR (2000) Hum Reprod 15(8): 1758-63). Eine
Hypoxie hat tatsächlich
eine dramatische Auswirkung auf die Gen-Expression und Micro-Array Berichte,
die in der Technik beschrieben sind, betreffen zumindest 10% der
Gene, die in den untersuchten Systemen eine Veränderung der Expression aufweisen
(Jin K et al., (2002) Neurochem. Res. 27(10): 1105-12). In der vorliegenden
Erfindung haben wir mehrere Gene identifiziert, deren Überexpression
in hypoxischen Zuständen
zu einer erhöhten
Adhäsionsbildung
führt.
Wir haben gezeigt, dass die Hemmung der Expression von vaskulärem endothelialem
Wachstumsfaktor B (VEGF-B), placentarem Wachtstumsfaktor (PIGF)
und Hypoxie-induzierbaren Faktoren (HIF) zu einer bemerkenswerten
Expression einer postoperativen Adhäsionsbildung führt.
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Figuren
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1:
Das Kaninchen- und Maus-Laparoskopie-Modell.
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2:
Auswirkung der Dauer eines CO2 Pneumoperitoneums
auf die Adhäsionsbildung
in in nicht-intubierten Kaninchen (A) und Mäusen (B). Der Mittelwert ± Standardabweichung
des Mittelwerts ist zusammen mit dem P-Wert (Wilcoxon) angegeben.
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3:
Auswirkung eines Insufflationsdrucks (5 gegen 20 mm Hg) und der
Strömungsgeschwindigkeit (1
gegen 10 l/min) in intubierten Kaninchen (A) und eines Insufflationsdrucks
(5 gegen 15 cm Wasser) und der Dauer eines Pneumoperitoneums (10
gegen 60 Minuten) in intubierten Mäusen (B) nach Adhäsionsbildung. Der
Mittelwert ± Standardabweichung
des Mittelwerts ist zusammen mit dem P-Wert (zweiseitige Varianzanalyse)
angegeben. (A: Hum Reprod 15, 687-691; B: Fertil Steril, 76, 560-567).
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4:
Auswirkung des Zusatzes unterschiedlicher Anteile von Sauerstoff
zum CO2 Pneumoperitoneum nach Adhäsionsbildung
in Kaninchen (A) und Mäusen
(B). Der Mittelwert ± Standardabweichung
des Mittelwerts ist zusammen mit dem P-Wert (Wilcoxon) angegeben.
(B: Fertil Steril, 76, 560-567).
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5:
Auswirkung von Insufflationsgas (CO
2 gegen
Helium
),
der Dauer des Pneumoperitoneums (10m gegen 45 Minuten) und des Zusatzes
von Sauerstoff (0 gegen 4%) in Kaninchen (A) und von Insufflationsgas
(CO
2 gegen Helium) und des Zusatzes von
Sauerstoff (0 gegen 3%) in Mäusen
(B) nach Adhäsionsbildung.
Der Mittelwert ± Standardabweichung
des Mittelwerts ist zusammen mit dem P-Wert (zweiseitige Varianzanalyse)
angegeben (A: Hum Reprod 15, 1758-1763; B: Fertil Steril, 76, 560-567).
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Ziele und
ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft die Verwendung einer Verbindung zur Herstellung
eines Medikamentes zur Behandlung (insbesondere der Vorbeugung oder
Unterdrückung)
der Bildung oder erneuten Bildung von Adhäsionen, insbesondere in den
Peritoneal- oder Becken-Kavitäten,
die sich aus einer Wunde, einem chirurgischen Eingriff, einer Infektion,
Entzündung
oder einem Trauma ergeben. Die Erfindung ist zur Hemmung, Unterdrückung oder
Linderung einer Adhäsionsbildung
bei Säugetieren
einschließlich
Menschen von Nutzen. Die Erfindung betrifft humane und veterinäre Anwendungen.
Die Behandlungen zeigen sich insbesondere bei der Behandlung einer
Adhäsionsbildung
im Peritoneum im Anschluss an einen chirurgischen Eingriff wirksam.
Zusätzlich
findet die vorliegende Erfindung in anderem Kontext Anwendbarkeit,
beispielsweise für
kardiovaskuläre,
orthopädische,
thoraxbezogene, ophthalmische, ZNS- und andere Anwendungen, bei
denen die Vorbeugung der Bildung von Adhäsionen ein signifikantes Anliegen
ist.
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Einige
Begriffe und Definitionen in der vorliegenden Erfindung werden zuerst
definiert werden. Der Begriff "Adhäsionsbildung", wie hierin verwendet
in seinem medizinischen Sinne, betrifft eine Konglutination, der Prozess
des Anhaftens oder der Vereinigung zweier Oberflächen oder Teile. Beispielsweise
die Vereinigung gegenüberliegender
Flächen
einer Wunde oder gegenüberliegender
Oberflächen
des Peritoneums. Ebenfalls kann der Begriff "Adhäsionen" im Plural inflammatorische
Bänder
betreffen, die gegenüberliegende
seröse Oberflächen verbinden.
Der Begriff Adhäsion,
wie hierin verwendet, schließt
ebenfalls Bindegewebsadhäsionen
ein, die Adhäsionen
sind, die aus feinen Fibrinfäden
bestehen, die sich aus einem Exsudat von Plasma oder Lymphe bilden
oder einer Extravasion von Blut. Ein Keloid, eine glatte Überwucherung
von fibroblastischem Gewebe, die sich am Ort der Verletzung oder
gelegentlich spontan bildet, ist ebenfalls eine Form der Adhäsion. Die
Basal-Adhäsionsbildung
wie hierin in ihrem medizinischen Sinne verwendet, ist das Basalniveau
der Adhäsionsbildung,
die nach einer Verletzungsverwundung (beispielsweise einem chirurgischen
Eingriff) eintritt, die gegenüber
einer Atmosphäre
exponiert ist, die ausreichend Sauerstoff enthält, um einen Zustand der Hypoxie
oder der Hyperoxie zu vermeiden. Unter den experimentellen Bedingungen
erhöhte
eine Intubation kleiner Tiere mit CO2 Pneumoperitoneum
ohne Sauerstoff das Niveau der postoperativen Adhäsionsbildung
("Hypoxie-verstärkte Adhäsionsbildung"). Der Begriff "Anoxämie", wie hierin verwendet,
bedeutet in ihrem medizinischen Sinne eine gesenkte Verfügbarkeit
von Sauerstoff gegenüber
der Zelle und die Folgen hiervon. Eine Anoxämie umfasst deswegen eine Hypoxämie, die
eine Konsequenz einer gesenkten Sauerstoffabgabe an die Zellen ist
(beispielsweise durch gesenkte Sauerstoffkonzentration in der Luft
oder durch ein Versagen des Abgabesystems, wie beispielsweise Hämoglobin
oder das kardiovaskuläre
System) oder durch eine gesenkte Fähigkeit der Zellen, Sauerstoff
zu verwenden.
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Der
Begriff "pharmazeutisch
verträglich" wird hierin adjektivisch
verwendet und bedeutet, dass das modifizierte Hauptwort zur Verwendung
in einem pharmazeutischen Produkt geeignet ist. Der Begriff "Behandlung" betrifft irgendein
Verfahren, eine Wirkung, Anwendung, Therapie oder dergleichen, bei
der ein Säugetier einschließlich eines
Menschen, einer medizinischen Hilfe mit dem Objekt der Verbesserung
des Zustandes des Säugetiers
unterworfen wird, direkt oder indirekt. In der gegenwärtigen Erfindung
bedeutet "Behandlung" Prävention.
Wenn die Adhäsionsbildung
vermieden wird, bedeutet diese hier, dass das Auftreten einer Adhäsionsbildung
im Vergleich mit dem Säugetier,
das nicht mit einem Inhibitor der Erfindung behandelt wurde, unterdrückt wird.
Unterdrückung
bedeutet, dass die Adhäsionsbildung
oder spezieller, die postoperative Adhäsionsbildung zumindest 20%,
30%, 40%, 50%, 60%, 70%, 80%, 90% oder sogar 100% weniger im Vergleich
zu einem Säugetier
auftritt, das nicht mit einem Inhibitor der Erfindung behandelt
wurde (beispielsweise HIF- oder PIGF- oder VEGF-B-Inhibitor). Die
Adhäsionsbildung
kann, wie hierin weiterhin in den Beispielen beschrieben ist, gemessen
(oder gescored) werden.
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Die
Erfindung stellt die Verwendung einer Verbindung bereit, die die
Expression und/oder Aktivität
eines Placentawachstumsfaktors hemmt, zur Herstellung eines Medikamentes
zur Behandlung der Adhäsionsbildung.
Der Begriff "eine
Verbindung, die die Expression hemmt", betrifft hier die Gen-Expression und
somit die Hemmung der Gen-Transkription und/oder Translation eines
Gen-Transkripts (mRNA), wie beispielsweise des PIGF-Gens oder PIGF
mRNA. Vorzugsweise ist diese Hemmung zumindest 20%, 30%, 40%, 50%,
60%, 70%, 80%, 90% oder sogar noch mehr. Der Begriff "eine Verbindung,
die die Aktivität
hemmt", betrifft
hier das Protein, das erzeugt wird, wie beispielsweise das PIGF-Protein. Die Hemmung
der Aktivität
führt zu
einer verringerten Interaktion (beispielsweise im Falle von PIGF
mit dem VEGFR-1) mit seinem Rezeptor und eine Hemmung der Signaltransduktion
oder eine verminderte Transaktivierung (wie im Falle von Hypoxie-induzierbaren Faktoren,
die Transkriptionsfaktoren sind). Vorzugsweise ist diese Hemmung
zumindest 20%, 30%, 40%, 50%, 60%, 70%, 80%, 90% oder sogar noch
mehr.
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Die
vorliegende Offenbarung zeigt, dass die Adhäsionsbildung in adulten PIGF-/- Mäusen
unterdrückt wird
und dass die Adhäsionsbildung
durch Verwendung von Inhibitoren von PIGF unterdrückt werden
kann. Somit betrifft in einer Ausführungsform die vorliegende
Erfindung die Verwendung von Molekülen, die eine Region umfassen,
die spezifisch an placentaren Wachstumsfaktor oder an seinen Rezeptor
(vaskulärer
endothelialer Wachstumsfaktorrezeptor-1) binden und folglich diese
Moleküle
die Bindung von PIGF an ihren Rezeptor, der die Signaltransduktion
von PIGF stört,
und die Moleküle
können
zur Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer Adhäsionsbildung
verwendet werden. Somit betrifft die Erfindung insbesondere Moleküle, die
die Aktivität
von PIGF durch Stören
ihrer Synthese, Translation, Dimerisierung, Rezeptorbindung und/oder Rezeptorbindungs-vermittelten
Signaltransduktion neutralisieren. Der Begriff Moleküle bedeutet
Peptide, tetramerische Peptide, Proteine, organische Moleküle, Mutanten
des VEGFR-1, lösliche
Rezeptoren von VEGFR-1 und irgendein Fragment oder Homolog hiervon
mit derselben neutralisierenden Wirkung wie oben festgestellt. Ebenfalls
umfassen in der vorliegenden Erfindung die Moleküle Antagonisten von PIGF, wie
beispielsweise Anti-PIGF-Antikörper
und funktionelle Fragmente, die hiervon abgeleitet sind, anti-sense
RNA und DNA-Moleküle und
Ribozyme, die dazu dienen, die Translation von PIGF zu hemmen, die
alle dazu in der Lage sind, die VEGFR-1 Signaltransduktion zu stören/oder
zu hemmen. Der Begriff Synthese bedeutet eine Transkription von PIGF.
Kleine Moleküle
können
an die Promoterregion von PIGF binden und die Bindung eines Transkriptionsfaktors
hemmen oder diese Moleküle
können
den Transkriptionsfaktor binden und die Bindung an den PIGF-Promotor
hemmen. Der Begriff PIGF bedeutet ebenfalls Isoformen, die als Folge
eines alternativen Spleißens
auftreten und Allele- Varianten
hiervon. Als Folge des alternativen Spleißens wurden drei PIGF RNAs
beschrieben, die monomeres humanes PIGF-1, PIGF-2 und PIGF-2 Isoformvorläufer codieren,
die 149, 179 bzw. 219 Aminosäurereste
enthalten. In normalen Mausgeweben wurde nur eine Maus PIGF mRNA,
die das Äquivalent
von humanem PIGF-2 codiert, identifiziert. Geeignete Inhibitoren
von PIGF, die in WO 0185796 beschrieben wurden, können ebenfalls
zur Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer (postoperativen)
Adhäsionsbildung
verwendet werden.
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Der
Begriff "Antikörper" oder "mehrere Antikörper" betrifft einen Antikörper, der
dadurch gekennzeichnet ist, dass er speziell gegen PIGF, VEGFR-1
oder irgendein funktionelles Derivat hiervon gerichtet ist, wobei die
Antikörper
vorzugsweise monoklonale Antikörper
sind; oder ein Antigen bindendes Fragment hiervon, das F(ab')2,
F(ab) oder Einzelketten Fv-Typs oder irgendeines Typs einem rekombinantem
Antikörper,
der hiervon abgeleitet ist. Diese Antikörper der Erfindung einschließlich spezifischer
polyklonaler Antiseren, die gegen PIGF, VEGFR-1 oder irgendein funktionelles
Derivat hiervon hergestellt sind, weisen keine Cross-Reaktivität mit anderen
Proteinen auf. Die monoklonalen Antikörper der Erfindung können beispielsweise
durch irgendeine Hybridoma hergestellt werden, die durch klassische
Verfahren aus Milzzellen eines Tieres, insbesondere einer Maus oder
einer Ratte, die gegen PIGF, VEGFR-1 oder irgendein funktionelles
Derivat hiervon immunisiert wurde, erzeugt werden kann, und können aus
Zellen einer Myelomazell-Linie auf Grund der Fähigkeit der Hybridoma, monoklonale
Antikörper
zu erzeugen, die PIGF, VEGFR-1 oder irgendein funktionelles Derivat hiervon
erkennen können,
das initial zur Immunisierung der Tiere verwendet wurde, ausgewählt werden.
Die monoklonalen Antikörper
gemäß dieser
Ausführungsform
der Erfindung können
humanisierte Versionen der monoklonalen Maus-Antikörper sein,
die mittels DNA-Rekombinationstechnologie hergestellt wurden, die
von den Maus- und/oder humanen genomischen DNA-Sequenzen abweichen,
die für
H- und L-Ketten codieren oder von cDNA-Klonen, die für H- und
L-Ketten codieren.
Alternativ können
die monoklonalen Antikörper
gemäß dieser
Ausführungsform
der Erfindung humane monoklonale Antikörper sein. Derartige humane
monoklonale Antikörper
werden beispielsweise mittels einer humanen peripheren Blut-Lymphozyten (peripheral blood
lymphocytes = PBL) Neupopulation von Mäusen mit einem schweren kombinierten
Immundefekt (severe combined immune deficiency = SCID), hergestellt,
wie in PCT/EP 99/03645 beschrieben ist oder durch Anwendung von
transgenen nicht-humanen Tieren, die dazu in der Lage sind, humane
Antikörper
zu erzeugen, wie es im US-Patent Nr. 5 545 806 beschrieben ist.
Ebenfalls bilden Fragmente, die von diesen monoklonalen Antikörpern abgeleitet
wurden, wie beispielsweise Fab, F(ab)'2 und ssFv ("Einketten-variables
Fragment"), vorausgesetzt,
sie haben die ursprünglichen
Bindungseigenschaften aufrechterhalten, Teil der vorliegenden Erfindung.
Derartige Fragmente werden üblicherweise
beispielsweise durch enzymatischen Verdau der Antikörper mit
Papain, Pepsin oder anderen Proteasen erzeugt. Es ist für den Fachmann
auf dem Gebiet wohlbekannt, dass monoklonale Antikörper oder
Fragmente hiervon für
verschiedene Anwendungen modifiziert werden können. Die in der vorliegenden
Erfindung einbezogenen Antikörper
können
durch eine geeignete Markierung des enzymatischen, fluoreszierenden
oder radioaktiven Typs markiert werden.
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Kleine
Moleküle,
beispielsweise kleine organische Moleküle und andere Arzneistoffkandidaten
können beispielsweise
aus kombinatorischen und natürlichen
Produkte-Bibliotheken gewonnen werden.
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Zufallsbedingte
Peptid-Bibliotheken, wie beispielsweise die Verwendung von tetrameren
Peptid-Bibliotheken, wie sie beispielsweise in WO 0185796 beschrieben
sind, die aus allen möglichen
Kombinationen von Aminosäuren
bestehen, die an einen Festphasenträger gebunden sind, können in
der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Ebenfalls können transdominant-negative
Mutantenformen von VEGF-Rezeptoren (beispielsweise ein transdominant-negativer
Rezeptor von VEGF-R1) dazu verwendet werden, die Signaltransduktion
von PIGF zu hemmen. Die transdominant-negativen Mutantenformen von
VEGF-Rezeptoren sind im US-Patent Nr. 5 851 999 voll beschrieben.
Ebenfalls innerhalb des Umfangs der Erfindung liegt die Verwendung
von Oligoribonukleotid-Sequenzen,
die anti-sense RNA und DNA-Moleküle
einschließen
und Ribozymen, die dazu dienen, die Translation von VEGFR-1 mRNA
oder PIGF mRNA zu hemmen. Anti-sense RNA- und DNA-Moleküle dienen
dazu, die Translation von mRNA durch Bindung an Ziel mRNA direkt
zu blockieren und die Proteintranslation zu verhindern. Bezüglich von
anti-sense DNA sind
Oligodeoxyribonukleotide, die aus der Translationsstartstelle abgeleitet
sind, beispielsweise zwischen –10
und +10 Regionen des VEGFR-1 oder PIGF Nukleotidsequenz bevorzugt.
Ribozyme sind enzymatische RNA-Moleküle, die dazu in der Lage sind,
die spezifische Spaltung von RNA zu katalysieren. Der Mechanismus
der Ribozymwirkung schließt
eine Sequenz-spezifische Hybridisierung des Ribozym-Moleküls an komplementäre Target-RNA
gefolgt von einer endonukleolytischen Spaltung ein.
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Innerhalb
des Umfangs der vorliegenden Erfindung liegen gentechnisch veränderte Hammerhead-Motiv-Ribozym-Moleküle, die
die endonukleolytische Spaltung von VEGFR-1 oder PIGF-Sequenzen
effizient katalysieren. Spezielle Ribozymenspaltstellen innerhalb
jedes potenziellen RNA-Targets werden anfänglich durch Scannen des Zielmoleküls bezüglich Ribozymspaltstellen
identifiziert, die die folgenden Sequenzen einschließen, GUA,
GUU und GUC. Wenn sie einmal identifiziert sind, können kurze
RNA-Sequenzen von zwischen 15 und 20 Ribonukleotiden, die der Region
des Ziel-Genes entsprechen, das die Spaltstelle enthält, bezüglich vorhergesagter
struktureller Merkmale, wie beispielsweise Sekundärstruktur
ausgewertet werden, die die Oligonukleotidsequenz ungeeignet macht.
Sowohl anti-sense RNA- als auch DNA-Moleküle und Ribozyme der Erfindung
können
durch irgendein Verfahren hergestellt werden, das in der Technik
zur Synthese von RNA-Molekülen
bekannt ist. Diese schließen
Techniken zum chemischen Synthetisieren von Oligodeoxyribonukleotiden
ein, die in der Technik wohlbekannt sind, wie beispielsweise Festphasen,
Phosporamidit-chemische Synthese. Alternativ können RNA-Moleküle durch
in vitro- und in vivo Transkription von DNA-Sequenzen erzeugt werden,
die das anti-sense RNA-Molekül
codieren. Derartige DNA-Sequenzen können in eine breite Vielzahl
von Vektoren eingebaut werden, die geeignete RNA-Polymerase-Promotoren inkorporieren,
wie beispielsweise die T7 oder SP6 Polymerase-Promotoren. Alternativ
können
anti-sense cDNA Konstrukte, die anti-sense RNA konstitutiv oder
induzierbar synthetisieren, abhängig
vom verwendeten Promotor, stabil in die Zell-Linien eingeführt werden.
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Es
sollte klar sein, dass das therapeutische Verfahren der vorliegenden
Erfindung zur Behandlung einer Unterdrückung der Adhäsionsbildung
ebenfalls in Kombination mit irgendeiner anderen Therapie verwendet
werden kann, die in der Technik zur Behandlung einer postoperativen
Adhäsionsbildung
bekannt ist. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
zur Vorbeugung einer Adhäsionsbildung
werden vorzugsweise in Verbindung mit einem Arzneistoffabgabesystem
verabreicht, das eine wirksame Konzentration der Verbindung an einem
Ort der potenziellen Adhäsionsbildung
während
der perioperativen Intervalls aufrechterhält. Diese Inhibitoren zur Verwendung
in der Behandlung der Unterdrückung
und/oder Minimierung einer Adhäsionsbildung
kann als das primäre
therapeutische Mittel verabreicht werden oder kann mit ein oder
mehreren zusätzlichen
therapeutischen Mitteln gleichzeitig verabreicht werden.
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Der
Begriff "Medikament
zur Behandlung" betrifft
eine Zusammensetzung, die Moleküle
wie oben beschrieben und einen pharmazeutisch verträglichen
Träger
oder einen Trägerstoff
(beide Begriffe können
in austauschbarer Weise verwendet werden) zur Behandlung von Erkrankungen,
wie oben angezeigt, umfassen. Geeignete Träger oder Trägerstoffe, die dem Fachmann
auf dem Gebiet bekannt sind, sind Salzlösung, Ringer'sche Lösung, Dextroselösung, Hanks-Lösung, fette Öl, Ethyloleat,
5% Dextrose in Salzlösung,
Substanzen, die die Isotonität
und die chemische Stabilität
erhöhen,
Puffer und Konservierungsmittel. Andere geeignete Träger schließen irgendwelche
Träger
ein, die nicht selbst die Erzeugung von Antikörpern induzieren, die für das Individuum,
das die Zusammensetzung empfängt,
gefährlich
sind, wie beispielsweise Proteine, Polysaccharide, Polymilchsäuren, Polyglykolsäuren, polymere
Aminosäuren
und Aminosäure-Copolymere.
Das "Medikament" kann durch irgendein
geeignetes Verfahren innerhalb des Wissens des Fachmanns verabreicht werden.
Der bevorzugte Verabreichungsweg ist parenteral. Bei der parenteralen
Verabreichung wird das Medikament der Erfindung in einer Einzeldosisinjizierbaren
Form formuliert, wie beispielsweise einer Lösung, Suspension oder Emulsion,
in Verbindung mit den pharmazeutisch verträglichen Trägerstoffen, wie oben definiert.
Jedoch hängt
die Dosierung und der Verabreichungsweg vom Individuum ab. In Allgemeinen
wird das Medikament so verabreicht, dass das Protein, Polypeptid,
Peptid der vorliegenden Erfindung in einer Dosis zwischen 1 μg/kg und
10 mg/kg gegeben wird, besonders bevorzugt zwischen 10 μg/kg und
5 mg/kg, am meisten bevorzugt zwischen 0,1 und 2 mg/kg. Vorzugsweise
wird sie als Bolus-Dosis gegeben. Eine kontinuierliche Infusion
kann ebenfalls verwendet werden und schließt eine kontinuierliche subcutane
Abgabe über
osmotische Minipumpen ein. Wenn dies der Fall ist, kann das Medikament
in einer Dosis zwischen 5 und 20 μg/kg/min,
besonders bevorzugt zwischen 7 und 15 μg/kg/min infundiert werden.
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Ein
weiterer Aspekt der Verabreichung zur Behandlung ist die Anwendung
einer Gen-Therapie
zur Abgabe des oben erwähnten
anti-sense Gens oder funktioneller Teile des PIGF-Gens oder eines
Ribozyms, das gegen die PIGF mRNA oder einen funktionellen Teil
hiervon gerichtet ist. Gen-Therapie bedeutet die Behandlung durch
Abgabe therapeutischer Nukleinsäuren
an Patientenzellen. Ein umfassender Überblick findet sich in Lever
und Goodfellow 1995; Br. Med Bull., 51, 1-242; Culver 1995; Ledley,
F.D. 1995. Hum. Gene Ther. 6, 1129. Um eine Gen-Therapie zu erreichen,
muss ein Verfahren existieren, Gene an die Patientenzellen abzugeben,
und zusätzliche
Verfahren müssen
existieren, um die wirksame Erzeugung jeglicher therapeutischer Gene
sicherzustellen. Es existieren zwei allgemeine Ansätze, um
eine Gen-Abgabe zu erreichen; diese sind eine nicht-virale Abgabe
und Virus-vermittelte Gen-Abgabe.
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In
einer speziellen Ausführungsform
können
kurze Interferenz RNA-Moleküle
(siRNA) zur Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer
Adhäsionsbildung
verwendet werden. Diese Interferenz RNA-Moleküle können auf Grundlage der genetischen
Sequenzen von PIGF erzeugt werden. Die RNA-Interferenz (RNAi) basiert
auf dem Abbau spezieller Zielsequenzen durch das Design von kurzen
Interferenz RNA Oligos (siRNA), die die Zielsequenz erkennen (hier
PIGF) und anschließend
ihren Abbau durch einen schlecht verstandenen Stoffwechselweg auslösen. Im
Allgemeinen sind es siRNA Duplexe kürzer als 30 Nukleotide, weil längere Strecken
von dsRNA den PKR-Weg in Säugetierzellen
aktivieren, ein globales, unspezifisches Abschalten der Proteinsynthese
zur Folge hat. Die Herstellung Gen-Therapievektoren für die intrazelluläre Expression
von siRNA Duplexes ist in WO 0244321 offenbart.
-
In
einer weiteren speziellen Ausführungsform
können
RNA-Aptamere zur Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer
Adhäsionsbildung
verwendet werden. Diese RNA-Aptamere können gegen PIGF erzeugt werden.
Kürzlich
wurden RNA-Aptamere als therapeutische Reagenzien wegen ihrer Fähigkeit, die
Proteinfunktion zu stören,
verwendet. Die Auswahl von Aptameren in vitro ermöglicht die
rasche Isolation von extrem seltenen RNAs, die eine hohe Spezifität und Affinität für spezifische
Proteine aufweisen. Beispielhafte RNA-Aptamere sind im US-Patent
Nr. 5 270 163 auf den Namen Gold et al., Ellington und Szostak, "In vitro Selection
of RNA Molecules that Bind Specific, Ligands", Nature 346: 818-822 (1990) und Tuerk
and Gold, "Systematic
Evolution of Ligands by Exponential Enrichment: RNA Ligands to Bacteriophage
T4 DNA Polymerase," Science
249: 505-510 (1990) beschrieben. Anders als Anti-Sense-Verbindungen, deren
Targets eindimensionale Gitter sind, können RNA-Aptamere an dreidimensionale
Oberflächen
eines Proteins binden. Überdies
können
RNA-Aptamere häufig
fein zwischen diskreten funktionellen Orten eines Proteins unterscheiden (Gold
et al., "Diversity
of Oligonucleotide Functions",
Annu. Rev. Biochem. 64: 763-797 (1995)). Als Forschungs- und Therapiereagenzien
weisen Aptamere nicht nur kombinierte Vorteile von Antikörpern und
Arzneistoffen mit kleiner Molekülmasse
auf, sondern die in vitro Produktion von RNA-Aptameren kann ebenfalls genetisch
kontrolliert werden. Derartige RNA-exprimierende Gene sind üblicherweise
kleiner als Protein-codierende Gene und können einfach in Gen-Therapievektoren
eingefügt
werden.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Behandlung der Adhäsionsbildung
durch Verabreichen einer Verbindung bereit, die die Expression und/oder
Aktivität
eines Hypoxie-induzierten Genes hemmt, wobei das Hypoxie-induzierte
Gen Placentawachstumsfaktor ist. Die Verbindung, die die Expression
und/oder Aktivität
von Placentawachstumsfaktor hemmt, ist vorzugsweise aus der Liste
ausgewählt,
die aus einem Nukleotid (anti-sense siRNA, RNA-Aptamer), einem kleinen
Molekül,
einem Antikörper,
einem Ribozym, einem transdominanten Rezeptor, einem tetrameren
Peptid ausgewählt
ist.
-
Die
nachfolgenden Beispiele veranschaulichen bevorzugte Merkmale der
Erfindung noch vollständiger,
sollen jedoch die Erfindung keinesfalls einschränken. Alle Ausgangsmaterialen
und Reagenzien, die unten offenbart sind, sind dem Fachmann auf
dem Gebiet bekannt und sind kommerziell erhältlich oder können unter Verwendung
wohlbekannter Techniken hergestellt werden.
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Beispiele und Vergleichsbeispiele
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1. Die Rolle der Hypoxie-induzierbaren
Faktoren und vom Placentawachstumsfaktor in der Adhäsionsbildung
-
1.1 Kaninchenmodelle und
Experimente mit einer Pneumoperitoneum-induzierten Adhäsionsbildung
-
In
adulten, weiblichen weißen
Neuseeland-Kaninchen wurden Adhäsionen
induziert und während
einer Laparoskopie ausgewertet. Für das Pneumoperitoneum wurden
1 oder schließlich
2 Insufflatoren (Termoflator®, Karl Storz, Deutschland)
verwendet, 1 für
CO2 oder Helium und 1 für Sauerstoff. Die Outputs beider Insufflatoren
wurden in einer Mischkammer verbunden, um ein homogenes Gasgemisch
zu erzielen. Das Gas wurde auf 37 °C erhitzt (Optitherm®,
Karl Storz, Deutschland) und befeuchtet (Dräger, Deutschland), um die bekannten
Wirkungen der Hypothermie zu reduzieren (Ott DE: J Laparoendosc
Surg 1: 183-186, 1991; Ott DE: J Laparoendosc Surg 1: 127-131, 1991
and Puttick MI, Scott-Coombes DM, Dye J, Nduka CC, Menzies-Gow NM,
Mansfield AO, Darzi A: Surg Endosc 13: 572-575, 1999), und um die
Austrockung zu reduzieren (Ryan GB, Grobety J, Majno G: Mesothelial
injury and recovery. Am J Pathol 71: 93-112, 1973). Die diskontinuierliche Abgabe
von Gas durch einen Insufflator induziert kleine Variationen des
Drucks. Sie sind in kleinen Tieren entscheidend, weil ein Überdruck
letal sein kann, und weil ein konstanter Druck essentiell ist, wenn
der Effekt des Insufflationsdruckes Ziel der Untersuchung ist. Deswegen
wurde ein Wasserventil mit einer freien Entweichbarkeit von Gas
verwendet. Der Druck, der am Insufflator eingestellt wurde, war
geringfügig
höher als
im Wasserventil, basierend auf der Kenntnis, dass der gesamte Überschuss
an Gas sich frei verflüchtigen
würde,
was Überdrücke vermeidet
und einen konstanten und gleichförmigen
Insufflationsdruck aufrechterhält.
Um die vorher definierte Konzentration des Insufflationsgases aufrechtzuerhalten,
wurde eine kontinuierliche Strömungsgeschwindigkeit
durch das Tier unter Verwendung eines 26-Gauge-Katheters eingeführt (1).
Der erste laparoskopische Zugang (12 mm) zur Insufflation und für das Endoskop
wurde caudal an den Brustbeinen durch offene Laparoskopie eingefügt. Nach
der Etablierung des Pneumoperitoneums wurden die zweiten Öffnungen (5
mm) unter direkter laparoskopischer Wahrnehmung eingebracht. Während eines
ersten chirurgischen Eingriffes wurden standardisierte gegenüberliegende
Verletzungen in den Gebärmutterzipfeln
und Beckenseitenwänden
mit Scheren oder durch bipolare Koagulation oder durch einen CO2 Laser durchgeführt. Nach 7 Tagen wurden die
Adhäsionen
während
eines zweiten chirurgischen Eingriffs gescort, indem Umfang, Typ
und Zähigkeit
festgestellt wurde. In der ersten Studie führte ein unerfahrener Laparoskopie-Chirurg
50 aufeinander folgende chirurgische Eingriffe durch, um mechanische
und bipolare Verletzungen unter Verwendung eines CO2 Pneumoperitoneums
bei 5 mm Hg zu induzieren. Das Pneumoperitoneum wurde unmittelbar
am Ende des chirurgischen Verfahrens gestoppt. Die Dauer des chirurgischen
Eingriffes nahm (Spearman) von 12 ± 2 Minuten in den ersten
10 chirurgischen Eingriffen auf 8 ± 1 Minute in den letzten
10 ab (P = 0,0001). Gleichzeitig nahm der Gesamt-Adhäsionsscore
(Spearman) von 10 ± 0,8
in den ersten 10 chirurgischen Eingriffen auf 4,6 ± 0,5 in
den letzten 10 (P = 0,002) ab. Die Dauer des chirurgischen Eingriffes
und die Erfahrung des Chirurgen, festgestellt durch die aufeinanderfolgende
Anzahl von chirurgischen Eingriffen jedoch korrelierte so stark,
dass der Effekt von beidem nicht getrennt werden konnte. Es war
somit nicht möglich,
den Beitrag der Unerfahrenheit des Chirurgen und/oder die Zeitdauer
des chirurgischen Eingriffes auf die Adhäsionsbildung festzustellen
(Ordonez JL, Dominguez J, Evrard V, Koninckx PR: Hum Reprod 12:
2654-2657, 1997). Deswegen wurde die Wirkung der Dauer des CO2 Pneumoperitoneums ausgewertet. Laser- und
bipolare Läsionen
wurden in 5 bis 6 Minuten durchgeführt, und das Pneumoperitoneum
wurde für
10, 20, 30 und 60 Minuten aufrechterhalten. Der Gesamt-Adhäsionsscore
nahm von 3,2 ± 1,9
nach 10 Minuten auf 6,8 ± 2,4,
10,4 ± 2,6
und 14,4 ± 0,9
nach 20, 30 bzw. 60 Minuten zu (P = 0,001) (2A). Ähnliche
Effekte wurden bezüglich
des Umfangs, Typs und Zähigkeits-Scores
beobachtet. Diese Daten zeigten, dass ein CO2 Pneumoperitoneum
ein Co-Faktor in der Adhäsionsbildung
war. Um auszuwerten, ob dies durch Veränderungen im pH oder durch
mesotheliale Hypoxie vermittelt wurde, wurde die Auswirkung des
Insufflationsdruckes, des Zusatzes von Sauerstoff und von Helium
als Insufflationsgas untersucht. In den intubierten Kaninchen wurden
bipolare und Laserläsionen
durchgeführt,
und ein CO2 Pneumoperitoneum wurde während 30
Minuten bei 5 und 20 mm Hg aufrechterhalten, um die Auswirkung des
Insufflationsdruckes auszuwerten. Weil in vitro Studien eine höhere Austrocknung
mit höheren
Durchflussgeschwindigkeiten zeigten (Yesildaglar N, Koninckx PR:
Hum Reprod 15: 687-691, 2000 und Yesildaglar N, Ordonez JL, Laermans
I, Koninckx PR: Hum Reprod 14: 55-59, 1999) wurde eine Strömung von
1 und 10 Litern/min durch das Tier dazu verwendet, die Wirkung der
Austrocknung zu bewerten. Die Adhäsionsbildung nahm (zweiseitige
Varianzanalyse) mit einem höheren
Insufflationsdruck (P = 0,002) und mit einer höheren Durchströmungsrate
(P = 0,0003) zu (Yesildaglar N, Koninckx PR: Hum Reprod 15: 687-691, 2000)
(3A). Weil höhere Insufflationsdrücke die
Kompression der kapillaren Strömung
erhöhen,
sind diese Ergebnisse mit der Erkenntnis konsistent, dass eine mesotheliale
Hypoxie eine Schlüsselrolle
bei der Adhäsionsbildung
spielt, was zum selben Zeitpunkt eine Rolle zur Austrocknung nach
Adhäsionsbildung
nahe legt. Der Zusatz von Sauerstoff zum CO2 Pneumoperitoneum
wurde unter Verwendung eines Gemisches aus CO2 und
Sauerstoff bei unterschiedlichen Anteilen ausgewertet. Laserverletzungen
wurden durchgeführt,
und ein Pneumoperitoneum mit 0, 1, 2,5, 5, 10 und 20% Sauerstoff
wurde für
eine Stunde aufrechterhalten. Die Adhäsionsbildung nahm ab (Wilcoxon)
durch Zusatz von Sauerstoff, und eine maximale Wirkung wurde bei
5% Sauerstoff (P = 0,0005) beobachtet (4A).
Um den Effekt einer Azidose auszuschließen, wurde ein Inertgas, wie
beispielsweise Helium verwendet. 100% CO2 und
Helium für
10 und 45 Minuten wurden dazu verwendet, die Auswirkung des Insufflationsgases
und die Dauer des Pneumoperitoneums auszuwerten. In ähnlicher
Weise wurden CO2 und Helium mit 0 und 4%
Sauerstoff dazu verwendet, den Effekt des Insufflationsgases und den
Zusatz von Sauerstoff zu evaluieren. Durch zweiseitige Varianzanalyse
nahm die Adhäsionsbildung
mit der Dauer des CO2 und des Helium Pneumoperitoneums
(P = 0,0003) zu und nahm unter Zusatz von Sauerstoff (P = 0,002)
ab, wohingegen keine Unterschiede zwischen CO2 und
Helium zu finden waren (Molinas CR, Koninckx PR: Hum Reprod 15:
1758-1763, 2000) (5A). Weil die mesotheliale Hypoxie
durch Sauerstoff reduziert werden sollte und nicht durch die Art
des Gases beeinflusst werden sollte und weil es wohlbekannt ist,
dass sowohl eine systemische (Fernandez-Cruz L, Saenz A, Taura P,
Sabater L, Astudillo E, Fontanals J: Helium and carbon dioxide pneumoperitoneum
in patients with pheochromocytoma undergoing laparoscopic adrenalectomy.
World J Surg 22: 1250-1255, 1998; Fitzgerald SD, Andrus CH, Baudendistel
W, Dahms TE, Kaminski DL:. Am J Surg 163: 186-190, 1992; Fleming
RY, Dougherty TB, Feig BW: Surg Endosc 11: 230-234, 1997 und Junghans
T, Bohm B, Grundel U, Schwenk W: Arch Surg 132: 272-278, 1997) als
auch eine lokale (Kuntz C, Wunsch A, Bodeker C, Bay F, Rosch R,
Windeler J, Herfarth C: Surg Endosc 14: 367-371, 2000 und West MA,
Hackam DJ, Baker J, Rodriguez JL, Bellingham J, Rotstein OD: Ann
Surg 226: 179-190, 1997) Azidose durch CO2,
jedoch nicht durch Helium verursacht wird, stützen diese Ergebnisse stark
die Hypothese, dass eine mesotheliale Hypoxie ein Co-Faktor in der Adhäsionsbildung
ist.
-
1.2 Das Mausmodell und
Experimente bezüglich
einer Pneumoperitoneum-induzierten Adhäsionsbildung
-
In
addulten weiblichen NMRI (Naval Medical Research Institute) Mäusen wurden
Adhäsionen
durch Laparoskopie induziert und durch Laparotomie unter mikroskopischer
Ansicht ausgewertet, um ähnliche
Variablen wie im Kaninchenmodell festzustellen. Weil die meisten
Insufflatoren eine diskontinuierliche Gaszufuhr aufwiesen, wurde
ein elastischer Ballon zum vorher beschriebenen Aufbau hinzugefügt, um Druckveränderungen
abzuschwächen,
die für
diese kleinen Tiere entscheidend sind ( 1). Das
Endoskop mit einer Außenfutteral-Insufflation
(Gesamtdurchmesser 3,2 mm) wurde kausal am Brustbein durch eine
offene Laparoskopie eingebracht. Das Überleben nach unterschiedlichen
Insufflationsdrücken
und der Zeitdauer des Pneumoperitoneums wurde in nicht-intubierten
und intubierten Mäusen
ausgewertet. In nicht-intubierten Mäusen wurde das Pneumoperitoneum
für 10
Minuten bei 2,5, 5, 7,5, 10 und 15 cm Wasser aufrechterhalten, und
das Überleben
betrug 100, 100, 95, 85 bzw. 60%, wohingegen keine Mortalität zu finden
war, wenn das Pneumoperitoneum bis zu 120 Minuten bei 2,5 cm Wasser
aufrechterhalten wurde (Yesildaglar N., Ordonez JL, Laermans I, Koninckx
PR: Hum Reprod 14: 55-59, 1999). In intubierten Mäusen wurde
das Pneumoperitoneum für
60 Minuten bei 5, 10, 15, 20, 25 und 30 cm Wasser aufrechterhalten,
und das Überleben
betrug 100, 100, 100, 100, 90 bzw. 90%, wohingegen keine Mortalität zu finden
war, wenn das Pneumoperitoneum bis zu 180 Minuten bei 15 cm Wasser
aufrechterhalten wurde (Molinas CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak
P, Koninckx PR: Fertil Steril 76: 560-567, 2001). Zur Induktion
von Adhäsionen
wurden nach Etablierung des Pneumoperitoneums die zweiten und dritten Öffnungen
(14-Gauge-Katheter)
in die linke und rechte Flanke unter laparoskopischer Sicht eingeführt. Standardisierte,
gegenüberliegende
lineare Läsionen
in den anti-mensenterischen Grenzen der Gebärmutterzipfel und in den Beckenseitenwänden wurden
durch mono-polare Koagulation durchgeführt. Nach 7 oder 28 Tagen wurden
die Adhäsionen
durch Scoring des Umfangs, Typs und der Zähigkeit und durch eine quantitative
Messung ausgewertet. In nicht-intubierten Mäusen wurde das CO2 Pneumoperitoneum
bei 2,5 cm Wasser für
5, 15, 30, 60 und 120 Minuten aufrechterhalten, um die Auswirkung
der Dauer des Pneumoperitoneums auszuwerten. Die Adhäsionsbildung
nimmt progressiv mit der Dauer des Pneumoperitoneums zu (2B). Um diese Wirkung zu bestätigen und
um die Auswirkung der Austrocknung auf Grund der Durchströmungsrate
durch das Tier zu evaluieren, wurde das Pneumoperitoneum für 5 und
60 Minuten ohne Strömung
und für
60 Minuten mit 1 und 10 ml/min Strömungsgeschwindigkeit bzw. -Rate
aufrechterhalten. Die Adhäsionsbildung
nahm (Anova) mit der Zeitdauer des Pneumoperitoneums zu (P < 0,001) und mit
höheren
Strömungsgeschwindigkeiten
(P < 0,001), was
die Beobachtungen in Kaninchen bestätigt (Yesildaglar N., Ordonez JL,
Laermans I, Koninckx PR: Hum Reprod 14: 55-59, 1999). In intubierten
Mäusen
wurde ein CO2 Pneumoperitoneum für 10 und
60 Minuten bei 5 und 15 cm Wasser aufrechterhalten, um die Auswirkung
der Zeitdauer des Pneumoperitoneums und den Insufflationsdruck auszuwerten.
Die Auswirkung von Sauerstoff wurde ausführlich unter Zusatz von 0,5,
1, 1,5, 2, 2,5, 3, 6, 9 und 12% Sauerstoff zum CO2 Pneumoperitoneum
bestimmt. Zusätzlich
wurde CO2 und Helium Pneumoperitoneum mit
0 und 3% Sauerstoff dazu verwendet, die Auswirkung des Zusatzes
von Sauerstoff zu unterschiedlichen Insufflationsgasen auszuwerten.
Das Gemisch aus CO2 oder Helium mit Sauerstoff
wurde mit dem Termoflator Plus® (Karl Storz, Deutschland)
durchgeführt,
ein Insufflator, der in dieser Studie zum ersten Mal verwendet wurde
und der auf Grundlage der vielversprechenden Ergebnisse entwickelt
wurde, die im Kaninchenmodell erzielt wurden. Die Adhäsionsbildung
nahm mit der Zeitdauer des CO2 Pneumoperitoneums
und mit einem hohen Insufflationsdruck (3B)
zu und senkte sich unter Zusatz von Sauerstoff (4B).
Tatsächlich
wurde eine halbmaximale Reduktion der Adhäsionen bei ungefähr 1,5%
Sauerstoff gefunden, wohingegen eine maximale Reaktion nur 2 bis
3% Sauerstoff erforderte. Der Zusatz von Sauerstoff zu CO2 und Helium Pneumoperitoneum wies eine ähnliche
Auswirkung auf die Reduktion der Adhäsionen auf (5B)
(Molinas CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak P, Koninckx PR: Fertil
Steril 76: 560-567, 2001). Diese Daten bestätigen die Beobachtungen in
Kaninchen und unterstützen
die Hypothese einer mesothelialen Hypoxie als Antriebsmechanismus.
Im Kaninchen- und Mausmodell wurde beobachtet, dass (i) die postoperative
Adhäsionsbildung
mit der Zeitdauer und dem Druck des CO2 Pneumoperitoneums
zunahm. (ii) die Zunahme der postoperativen Adhäsionen, verursacht durch CO2 Pneumoperitoneum kann zumindest teilweise
durch Verwendung eines Gemisches aus CO2 und
Sauerstoff vermieden werden. (iii) ähnliche Effekte nach einer
postoperativen Adhäsionsbildung
wurden beobachtet, wenn Helium anstelle von CO2 für das Pneumoperitoneum
verwendet wird. Die Adhäsionen
nehmen mit der Zeitdauer des Pneumoperitoneums zu und nehmen nach
Zusatz von Sauerstoff ab.
-
1.3 HIF und PIGF Mausmodelle
-
PIGF
-/- wurde ausführlich
in Lyer, N.V. et al., Genes Dev 12, 149-62 (1998); Carmeliet, P.
et al., Nature 394, 485-90 (1998); Ryan, H.E., Lo, J. & Johnson, R.S.
Embo J. 17, 3005-15,
(1998) und Carmeliet, P. et al., Nat. Med. 7, 575-83 (2001) beschrieben.
-
Die
Materialien und Methoden von HIF 1α+/+ und HIF 1α+/- (50%
Swiss, 50% 129) Mäusen
und von HIF 2α+/+
und HIF 2α+/-
(87,5% Swiss, 12,5% 129) Mäusen
wurde in Lyer, N.V. et al., Genes Dev 12, 149-62 (1998); Carmeliet,
P. et al., Nature 394, 485-90 (1998); Ryan, H.E., Lo, J. & Johnson, R.S.
Embo J. 17, 3005-15, (1998) und Carmeliet, P. et al., Nat. Med.
7, 575-83 (2001) ausführlich
beschrieben.
-
1.4 Einfluss von HIF auf
die postoperative Adhäsionsbildung
-
Eine
Reihe von Experimenten in Wildtyp- und Knockoutmäusen wurde für HIF, wie
beispielsweise von HIF 1α+/-,
HIF 2α+/-
an transgenen Mäusen
in unserem laparoskopischen Maus-Modell durchgeführt. Adhäsionen wurden in Gebärmutterzipfeln
und Beckenseitenwänden
durch lineare monopolare und bipolare Läsionen von 10 Watt induziert.
In allen Experimenten wurde das Pneumoperitoneum für 10 Minuten
aufrechterhalten, um die basalen Adhäsionen auszuwerten und für 60 Minuten,
um die Pneumoperitoneum-verstärkten
Adhäsionen
auszuwerten. Reines CO2 wurde bei 20 cm
Wasser (15 mm Hg) Insufflationsdruck angewendet. Nach 7 Tagen wurden
die Adhäsionen
quantitativ und qualitativ durch Laparotomie gescored.
-
1.4.1 HIF 1α
-
Das
Experiment wurde in HIF 1α+/+
und HIF 1α+/-
(50% Swiss, 50% 129) Mäusen
durchgeführt.
In HIF 1α+/+
Mäusen
nahm die Adhäsionsbildung
mit der Zeitdauer des Pneumoperitoneums zu, wohingegen in HIF 1α+/- Mäusen eine
geringfügige
Reduktion der basalen Adhäsionen
ohne weitere Zunahme nach dem Pneumoperitoneum zu finden war. In
HIF 1α+/+
Mäusen
nahm der Anteil von Adhäsionen
von 12 ± 2%
nach 10 Minuten (n = 5) auf 19 ± 4% nach 60 Minuten (n =
5) des Pneumoperitoneums zu. In HIF 1α+/- Mäusen war der Anteil der Adhäsionen nur
4 ± 0,2%
nach 10 Minuten (n = 5) und 6 ± 4%
nach 60 Minuten des Pneumoperitoneums (n = 5). Ähnliche Ergebnisse wurden für Umfang-,
Typ-, Zähigkeits-
und Gesamt-Adhäsionsscores beobachtet.
-
1.4.2 HIF 2α
-
Das
Experiment wurde in HIF 2α+/+
und HIF 2α+/-
(87,5% Swiss, 12,5% 129) Mäusen
durchgeführt. In
HIF 2α+/+
Mäusen
nahm die Adhäsionsbildung
mit der Zeitdauer des Pneumoperitoneums zu, wohingegen in HIF 2α+/- Mäusen eine
Reduktion der Basal-Adhäsionen zu
finden war, mit keiner weiteren Steigerung des Pneumoperitoneums.
In HIF 2α+/+
Mäusen
nahm der Anteil der Adhäsionen
von 26 ± 7%
nach 10 Minuten (n = 3) auf 36 ± 7% nach 60 Minuten (n =
3) des Pneumoperitoneums zu. In HIF 2α+/- Mäusen betrug der Anteil der
Adhäsionen
lediglich 9 ± 3%
nach 10 Minuten (n = 5) und 14 ± 4,5% nach 60 Minuten (n
= 5) des Pneumoperitoneums. Ähnliche
Ergebnisse wurden für
Umfang-, Typ-, Zähigkeits-
und Gesamt-Adhäsionsscores beobachtet.
-
1.5. Einfluss von PIGF-Inhibitoren
auf die Adhäsionsbildung
-
Eine
Reihe von Experimenten wurden in Wildtyp- und Knockout-PIGF Mäusen in
unserem laparoskopischen Maus-Modell durchgeführt. Die Adhäsionen wurden
in Gebärmutterzipfeln
und Beckenseitenwänden durch
lineare monopolare und bipolare Läsionen von 10 Watt induziert.
In allen Experimenten wurde das Pneumoperitoneum für 10 Minuten
aufrechterhalten, um die basalen Adhäsionen auszuwerten und für 60 Minuten, um
die durch Pneumoperitoneum vergrößerten Adhäsionen auszuwerten.
Reines CO2 bei 20 cm Wasser (15 mm Hg) Insufflationsdruck
wurde angewendet. Nach 7 Tagen wurden die Adhäsionen quantitativ und qualitativ durch
Laparotomie gescored.
-
Das
Experiment wurde in PIGF+/+ und PIGF-/- (50% Swiss, 50% 129) Mäusen durchgeführt. In PIGF+/+
Mäusen
nahm die Adhäsionsbildung
mit der Zeitdauer des Pneumoperitoneums zu, wohingegen in PIGF-/-
Mäusen
eine geringe Reduktion der basalen Adhäsionen ohne weitere Zunahme
nach dem Pneumoperitoneum zu finden war. In PIGF+/+ Mäusen nahm
der Anteil der Adhäsionen
von 7 ± 3
% nach 10 Minuten (n = 5) auf 26 ± 5% nach 60 Minuten (n =
5) des Pneumoperitoneums zu. In PIGF-/- Mäusen war der Anteil der Adhäsionen nur
5 ± 2%
nach 10 Minuten (n = 5) und 3 ± 1%
nach 60 Minuten des Pneumoperitoneums (n = 5). Ähnliche Ergebnisse wurden bezüglich des
Umfangs, Typs, der Zähigkeit
der Gesamt-Adhäsionsscores
beobachtet.
-
1.5.1 Antikörper gegen
PIGF
-
Das
Experiment wurde in 100% Swiss Mäusen
durchgeführt.
Alle Tiere empfingen alle 2 Tage (Tage 0, 2, 4 und 6) eine intraperitoneale
Injektion (20 μg/mg,
gelöst
in 200 μl)
von einem der nachfolgenden Immunglobuline: Maus IgG (Gruppe I),
Maus Anti-PIGF (nicht neutralisierend: PLGE1G11) (Gruppe II), Maus
Anti-PIGF (neutralisierend: PL17A10F12) (Gruppe III), Maus Anti-PIGF
(neutralisierend: PL5D11D4) (Gruppe IV) und Maus Anti-PIGF (neutralisierend:
PLGH12G5) (Gruppe V). In den Gruppen I und II nahm der Anteil der Adhäsionen von
21 ± 3%
(n = 5) und 16 ± 4%
(n = 5) nach 10 Minuten auf 44 ± 7% (n = 5) und 39 ± 7% (n
= 5) nach 60 Minuten Pneumoperitoneum jeweils zu. In Gruppe III wurde
eine Reduktion der Basal-Adhäsionen ohne
weitere Zunahme des Pneumoperitoneums gefunden. Der Anteil von Adhäsionen betrug
11 ± 3%
nach 10 Minuten (n = 5) und 12 ± 5% nach 60 Minuten (n =
5) des Pneumoperitoneums. In Gruppe IV nahmen die Basal-Adhäsionen signifikant
ab, jedoch wurde eine Steigerung des Pneumoperitoneums beobachtet.
Der Anteil der Adhäsionen
betrug 4 ± 2%
nach 10 Minuten (n = 5) und 11 ± 4% nach 60 Minuten (n =
5) des Pneumoperitoneums. In Gruppe V ergaben sich keine signifikanten
Unterschiede bei den Gruppen I und II. Der Anteil der Adhäsionen betrug
19 ± 4%
nach 10 Minuten (n = 5) und 34 ± 7% nach 60 Minuten (n =
5) des Pneumoperitoneums. In allen Gruppen wurden ähnliche
Ergebnisse für
Umfang-, Typ-, Zähigkeits-
und Total-Adhäsionsscores
beobachtet.
-
2. Die Rolle
des vaskulären
endothelialen Wachstumsfaktors B in der Adhäsionsbildung
-
In
der VEGF-B Studie wurde ein laparoskopisches Maus-Modell, das die
Auswertung einer basalen Adhäsionsbildung
und einer Pneumoperitoneum-erhöhten
Adhäsionsbildung
ermöglichte,
angewendet. Wir erkennen, dass die so genannten "basalen Adhäsionen" sich nicht nur aus der peritonealen
Läsion
ergeben, die mit Elektroätzen
zugefügt
wurden, sondern auch aus dem Effekt des CO2 Pneumoperitoneums,
der vorlag, wenn auch nur für
10 Minuten. "Basal-Adhäsionen" ohne irgendeinen
zusätzlichen
Effekt des CO2 Pneumoperitoneums erfordern
die kürzestmögliche Zeitspanne,
den minimalsten Insufflationsdruck und ungefähr 3% Sauerstoff, hinzugefügt zum CO2 Pneumoperitoneum, weil die Adhäsionsbildung
mit einer kürzeren
Zeitdauer, niedrigerem Druck und unter Zusatz von Sauerstoff abnimmt
(Ordonez JL, Dominguez J, Evrard V, Koninckx PR. The effect of training
and duration of surgery on adhesion formation in the rabbit model.
Hum Reprod 1997; 12: 2654-7 – Yesildaglar
N, Koninckx PR. Adhesion formation in intubated rabbits increases
with high insufflation pressure during endoscopic surgery. Hum Reprod
2000; 15: 687-91 – Molinas
CR, Koninckx PR. Hypoxaemia induced by CO(2) or helium pneumoperitoneum
is a cofactor in adhesion formation in rabbits. Hum Reprod 2000;
15: 1758-63 – Molinas
CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak P, Koninckx PR. Peritoneal mesothelial hypoxia
during pneumoperitoneum is a cofactor in adhesion formation in a
laparoscopic mouse model. Fertil Steril 2001; 76: 560-7). In diesen
Experimenten wurde für
die Auswertung von basalen Adhäsionen
das Pneumoperitoneum für
die minimale Zeitspanne aufrechterhalten, die zur Durchführung der
Läsionen
erforderlich war (standardisiert auf 10 Minuten). Wir verwendeten
jedoch 100% CO2 bei 20 cm H2O,
weil ein niedrigerer Druck unter Zusatz von Sauerstoff, obwohl theoretisch
besser, zusätzliche
Variablen einführen
würde,
wie beispielsweise Druck und Sauerstoff. Beide Kontrollen durchzuführen war
wegen der begrenzten Verfügbarkeit transgener
Tiere nicht möglich.
-
In
diesem Experiment wurden 20 100% C57BI/6J Wildtyp-Mäuse (VEGF-B+/+) (weiblich, 10 bis 20 Wochen alte Tiere
mit einem Gewicht 30 bis 40 Gramm) und transgene Mäuse, die
bezüglich
VEGF-B defizient waren (VEGF-B-/-) verwendet.
Als Kontrolle wurden 50 100% Swiss Wildtyp-Mäuse verwendet. VEGF-B-/- und Wildtyp-Mäuse wurden vom Ludwig Institute
for Cancer Research, Zweigstelle Stockholm, Schweden bezogen. Die
transgenen Mäusen
wurden wie von Aase K. et al. (2002) Circulation 104: 358-64 beschrieben,
erzeugt. Die Tiere wurden unter Standardlaborbedingungen (Temperatur
20 °C bis
22 °C, relative
Feuchtigkeit 50 bis 60%, 14 Stunden Licht und 10 Stunden Dunkelheit)
an den Tiereinrichtungen der KUL gehalten. Sie wurden mit Standardlabornahrung
gefüttert
(Muracon. G, Carsil Quality, Turnhout, Belgien), mit freiem Zugang
zu Futter und Wasser zu jedem Zeitpunkt. Die Studie wurde durch
das Institutional Review Animal Care Committee zugelassen.
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2.1 Laparoskopischer chirurgischer
Eingriff zur Induktion intraperitonealer Adhäsionen
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Eine
Laparoskopie und eine Induktion von Adhäsionen wurde wie beschrieben
durchgeführt
(Molinas CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak P, Koninckx PR. Peritoneal
mesothelial hypoxia during pneumoperitoneum is a cofactor in adhesion
formation in a laparoscopic mouse model. Fertil Steril 2001; 76:
560-7). Eine 3,5 mm Mittellinien-Inzision
wurde caudal am Brustbein-Appendix durchgeführt, und ein 2 mm Endoskop
mit einer 3,3 mm Außenhülle zur
Insufflation (Karl Storz, Tüttlingen,
Deutschland) wurde in die Bauchhöhle
eingeführt.
Das Endoskop an eine Videokamera (Karl Storz, Tüttlingen, Deutschland) und
an eine Lichtquelle (Karl Storz, Tüttlingen, Deutschland) angeschlossen,
wurde in einem Halter gesichert. Weil die Bauchdecke einer Maus
sehr dünn
ist, trat eine variable Gas-Leckage und somit ein variabler Strom
durch den Bauch auf. Deswegen wurde der Einschnitt gasdicht um das
Endoskop herum mit 6/0 Polypropylennähten verschlossen (Prolene,
Ethicon, Johnson & Johnson
International, Brüssel,
Belgien). Für
das Pneumoperitoneum wurde Gas durch den Hauptzugang mit dem Termoflator
Plus (Karl Storz, Tüttlingen,
Deutschland) unter Verwendung von erhitztem (37 °C; Optitherm, Karl Storz, Tüttlingen,
Deutschland) und befeuchtetem (Aquapor, Dräger, Lübeck, Deutschland) CO2 als Insufflationsgas insuffliert. Ein Insufflationsdruck
von 17 mm Hg und eine Strömungsgeschwindigkeit von
1,5 Litern/min zusammen mit einem Wasserventil und einem elastischen
Ballon wurden verwendet, um einen kontinuierlichen Insufflationsdruck
von 20 cm H2O (= 15 mm Hg) sicherzustellen.
Das Wasserventil und der Ballon sind notwendig, um die Strömungsgeschwindigkeit
an eine Maus anzupassen und die Druckveränderungen während der Insufflation zu dämpfen. Tatsächlich verflüchtigt sich
das gesamte überschüssige CO2 frei aus dem Wasserventil, wohingegen der
Druck im Wasserventil genau aufrechterhalten wird und Druckveränderungen
minimiert werden. Weil das Peritoneum eine große Oberfläche und eine hohe Austauscherkapazität aufweist,
konnte theoretisch eine gewisse Menge Sauerstoff aus dem Kreislauf
bzw. der Zirkulation der Bauchhöhle
defundieren. Um kontinuierlich eine konstante 100%-ige CO2 Konzentration in der Abdominalhöhle bzw.
Bauchhöhle
sicherzustellen, wurde das Gas kontinuierlich ersetzt. Dies wurde
durch Einfügen
einer 26-Gauge-Nadel
(BD Plastipak, Becton, Dickinson, Madrid, Spanien) durch die Bauchdecke
hindurch erreicht, wodurch sich eine kontinuierliche Strömung durch
die Bauchhöhle
von 10 ml/min bei 20 cm H2O ergab. Nach der
Etablierung des CO2 Pneumoperitoneums wurden
zwei 14-Gauge-Katheter (Insyte-W, Vialon, Becton Dickinson, Madrid,
Spanien) unter laparoskopischer Sicht in sowohl rechte als auch
linke Flanke für
Arbeitsinstrumente eingefügt.
Der Uterus wurde an der Mittellinie mit einem 1,5 mm Greifer ergriffen,
und standardisierte 10 mm × 1,6
mm Läsionen
wurden in der antimesenterischen Grenze sowohl des rechten als auch
linken Uteruszipfels durch monopolare oder bipolare Koagulation
durchgeführt
(10 Watt, Standard-Koagulationsverfahren, 10 Sekunden) (Autocon
350, Karl Storz, Tüttlingen,
Deutschland). Zusätzlich
wurden identische Läsionen in
den rechten und linken Beckenseitenwänden durchgeführt. Der
Typ der Läsion
in jeder Seite wurde zufallsbedingt bestimmt. Eine monopolare Koagulation
wurde mit einer hausgemachten 1,6 mm Ball-Elektrode durchgeführt, wohingegen
die bipolare Koagulation mit einer 1,6 mm Sonde (Bicap, Circon Corporation,
Santa Barbara, CA, USA) durchgeführt
wurde. Obwohl in allen vorherigen Experimenten monopolare Läsionen mehr
Adhäsionen
als bipolare Läsionen
induzierten, wird das experimentelle Design zum Induzieren von Adhäsionen konstant
gehalten, um einen Vergleich zwischen den Experimenten zu ermöglichen
und eventuelle Differenzen des Mechanismus' der Adhäsionsbildung zwischen beiden
Läsionen
nachzuweisen. Um eine postoperative "Basal-Adhäsionsbildung" und "Pneumoperitoneum-verstärkte Adhäsionsbildung" auszuwerten, wurde
das Pneumoperitoneum für
die minimale Zeit aufrechterhalten, die notwendig ist, um die peritonealen
Läsionen
zu induzieren (standardisiert bei 10 Minuten) oder jeweils für eine längere Zeitspanne
(60 Minuten). Die sekundären Öffnungen
wurden nach Beendigung der peritonealen Läsionen entfernt, und die Einschnitte
wurden geschlossen. Der erste Einschnitt wurde am Ende des chirurgischen
Eingriffs geschlossen. Alle Einschnitte wurde in einer einzigen
Schicht mit 6/0 Polypropylennähten
(Prolene, Ethicon, Johnson & Johnson
International, Brüssel,
Belgien) verschlossen.
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2.2 Experimentelles Design
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Die
Experimente wurden unter Verwendung einer Block-Randomisierung tagsüber durchgeführt. Deswegen
wurde ein Block von Mäusen,
der ein Tier jeder Gruppe umfasste, während desselben Tages operiert. Innerhalb
eines Blocks der Tiere wurde in zufallsbedingter Reihenfolge operiert.
Im Experiment (n = 20) wurden Basal-Adhäsionen und Pneumoperitoneum-verstärkte Adhäsionen in
VEGF-B+/+ Mäusen (n = 5 bzw. n = 5) und VEGF-B-/- Mäusen
(n = 5 bzw. n = 5) bestimmt.
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2.3 Ergebnisse
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Alle
Tiere überlebten
die chirurgischen Prozeduren, und alle von diesen waren für das Adhäsionsscoring
nach 7 Tagen verfügbar.
Die Adhäsionen
bildeten sich nur zwischen dem verletzten viszeralen Ort und dem
Beckenfett oder zwischen der verletzten Seitenwand und dem Beckenfett.
Keine Adhäsionen
wurden am Ort der laparoskopischen Öffnungen oder an anderen Orten
beobachtet. In allen Experimenten induzierten monopolare Läsionen systematisch
mehr Adhäsionen
als bipolare Läsionen.
Weil keine offensichtlichen Unterschiede in der Regulation der Adhäsionen im
Anschluss an monopolare oder bipolare Läsionen beobachtet wurden, und
um eine statistische Signifikanz zu maximieren, wurden nur die Mittel
beider Läsionen
in dieser Erfindung diskutiert. In VEGF-B Wildtyp-Mäusen erhöhte ein
Pneumoperitoneum die Adhäsionsbildung
(Anteil: P = 0,02; Typ: P = 0,04; total: P = 0,05). Im Vergleich
mit VEGF-B Wildtyp-Mäusen
waren Basal-Adhäsionen in
VEGF-B-/- Mäusen ähnlich. In VEGF-B-/- Mäusen erhöhte ein
Pneumoperitoneum eine Adhäsionsbildung nicht.
Deswegen war im Vergleich mit VEGF-B Wildtyp-Mäusen die Pneumoperitoneum- verstärkten Adhäsionen offensichtlich
in VEGF-B-/- Mäusen niedriger (Anteil: P =
0,05; Typ: P = 0,03; gesamt: P = 0,05).
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Diese
Studie bestätigt
unsere frühere
Erkenntnis, dass das Pneumoperitoneum ein Co-Faktor in der Adhäsionsbildung ist, weil Pneumoperitoneum-verstärkte Adhäsionen in
allen Wildtyp-Mäusen
beobachtet wurden, die als Kontrolltiere verwendet wurden (Ordonez
JL, Dominguez J, Evrard V, Koninckx PR. The effect of training and
duration of surgery on adhesion formation in the rabbit model. Hum
Reprod 1997; 12: 2654-7 – Yesildaglar
NJ Koninckw PR. Adhesion formation in intubated rabbits increases
with high insufflation pressure during endoscopic surgery. Hum Reprod
2000; 15: 687-91 – Molinas
CR, Koninckx PR. Hypoxaemia induced by CO(2) or helium pneumoperitoneum
is a cofactor in adhesion formation in rabbits. Hum Reprod 2000;
15: 1758-63 – Molinas
CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak P, Koninckx PR. Peritoneal mesothelial
hypoxia during pneumopentoneum is a cofactor in adhesion formation
in a laparoscopic mouse model. Fertil Steril 2001; 76: 560-7). Nach
unserem besten Wissen ist dies die erste Studie, die eine direkte
Rolle von VEGF-B in der postoperativen Adhäsionsbildung demonstriert.
Unsere Ergebnisse können
erklärt
werden, indem postuliert wird, dass ein Pneumoperitoneum eine Adhäsionsbildung
zumindest teilweise durch eine Nach-Oben-Regulierung von VEGF-B verstärkt. In
VEGF-B-/- Mäusen waren Basal-Adhäsionen mit
solchen Wildtyp-Mäusen
vergleichbar, was nahe legt, dass VEGF-B keine Hauptrolle in der
basalen Adhäsionsbildung
spielt. In diesen VEGF-B-/- Mäusen nahm
die Adhäsionsbildung
im Anschluss an 60 Minuten eines CO2 Pneumoperitoneums
nicht zu, was demonstriert, dass der Mechanismus von CO2 Pneumoperitoneum-verstärkten Adhäsionen VEGF-B
involviert, das offensichtlich in diesen Mäusen nicht oben reguliert werden
kann.
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3. Scoring
von Adhäsionen
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Ein
Brustbein-Mittellinienschnitt und ein bilateraler subcostaler Schnitt
wurden durchgeführt,
und die gesamte Abdominalhöhle
bzw. Bauchhöhle
wurde unter Verwendung einer Laparotomie 7 Tage, nachdem die Induktion
der Adhäsionen
erfolgte, untersucht, wie beschrieben (Molinas CR, Mynbaev O, Pauwels
A, Novak P, Koninckx PR. Peritoneal mesothelial hypoxia during pneumoperitoneum
is a cofactor in adhesion formation in a laparoscopic mouse model.
Fertil Steril 2001; 76: 560-7). Nach der Auswertung der Öffnungs-Orte
und der Eingeweide wurde das Hüftfettgewebe
sorgfältig
entfernt, und die Adhäsionen
wurden blind unter mikroskopischer Begutachtung unter Verwendung
eines qualitativen und eines quantitativen Scoringsystems gescort.
Im qualitativen Scoringsystem wurden die folgenden Eigenschaften überprüft (modifiziert
von Leach) (Leach RE, Borns J W, Dawe EJ, SmithBarbour MD, Diamond
MP. Reduction of postsurgical adhesion formation in the rabbit uterine
horn model with use of hyaluronate/carboxymethylcellulose gel. Fertil
Steril 1998; 69: 415-8): Umfang (0: keine Adhäsionen; 1: 1 bis 25%; 2: 26
bis 50%; 3: 51 bis 75%; 4: 76 bis 100% der verletzten involvierten
Oberfläche),
Typ (0: keine Adhäsionen;
1: filmförmig;
2: dicht; 3: Kapillaren vorhanden), Zähigkeit (0: keine Adhäsionen;
1: fallen im Wesentlichen ab; 2: erfordern ein Abziehen; 3: erfordern
einen scharfen Schnitt) und total (Umfang + Typ + Zähigkeit).
Zusätzlich
wurde ein quantitatives Scoringsystem verwendet, wie von Holmdahl
beschrieben (Holmdahl L, al Jabreen M, Risberg B. Experimental models
for quantitative studies on adhesion formation in rats and rabbits.
Eur Surg Res 1994; 26: 248-56).
Dieses System weist den Vorteil auf, dass jegliche subjektive Interpretationen
fehlen. Es misst den Anteil der Läsionen, das durch die Adhäsionen abgedeckt
ist, unter Verwendung der folgenden Formel: Adhäsionen (%) = (Summe der Länge der
individuellen Anlagerungen/Länge
der Läsion) × 100. Die
Ergebnisse liegen als Durchschnitt der Adhäsionen vor, die sich an vier
individuellen Stellen gebildet haben (rechtes und linkes viszerales
und seitliches Peritoneum mit Läsionen,
die durch monopolare oder bipolare Koagulation zugefügt wurden),
die individuell gescort werden.
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4. Statistik
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Eine
statistische Analyse wurde mit dem SAS-System durchgeführt (SAS
Institute, Cary, NC, USA) unter Verwendung des nicht-parametrischen
Kruskal-Wallis-Tests zum Vergleichen individueller Gruppen und der Spearman-Korrelation
zur Auswertung einer Assoziation. Alle Daten sind als Durchschnitt ± Standardabweichung
angegeben.
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5. Anästhesie
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Nach
der IM-Anästhesie
mit Pentobarbital (Nembutal, Sanofi Sante Animale, Brüssel, Belgien;
0,07 mg/g) wurde der Bauch rasiert und das Tier am Tisch in Rückenlage
befestigt. Eine endotracheale Intubation wurde mit einem 22-Gauge-Katheter
(Insyte-W, Vialon, Becton Dickinson, Madrid, Spanien) durch Transillumination
der Stimmbänder
wie beschrieben durchgeführt
(Molinas CR, Mynbaev O, Pauwels A, Novak P, Koninckx PR. Peritoneal
mesothelial hypoxia during pneumoperitoneum is a cofactor in adhesion
formation in a laparoscopic mouse model. Fertil Steril 2001; 76:
560-7). Der Katheter wurde an einen mechanischen Ventilator angeschlossen
(Rodent Ventilator, Harvard Apparatus, Holliston, MA, USA), und
das Tier wurde mit einem Atemzugvolumen von 500 μl und einer Respirationsrate
von 85 Zügen/min
ventiliert.
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