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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein einmalig beschreibbares
und vielmals lesbares optisches Informationsspeichermedium. Das
Medium weist mindestens eine Informationsschicht sowie eine Einrichtung
mit dem Informationsspeichermedium auf. Die vorliegende Erfindung
bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zur Herstellung eines solchen
optischen Informationsspeichermediums sowie ein Verfahren zur Aufzeichnung
und/oder zum Lesen eines solchen optischen Informationsspeichermediums.
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Es
sind vom Stand der Technik her verschiedenartige optische Informationsspeichermedien,
insbesondere in Form einer Kompaktspeicherplatte, CD, sowie Digital
Versatile Disc, DVD, bekannt. Ein auf das Aufzeichnungsmedium auftreffender,
modulierter Laserstrahl induziert eine Änderung der optischen Eigenschaften
der Informationsschicht. Die Änderung
kann später
bei Lesen durch einen weiteren Laserstrahl mit einer geringeren
Stärke
optisch ermittelt werden. Zum Beispiel enthalten CDs typischerweise
organische Materialien mit einer dünnen Al-Schicht, was jeweils
in einer Reflektivität
von 65% und 5% in dem unbehandelten ("as-deposited") und strahlenexponierten Zustand resultiert,
wodurch eine Modulation von etwa 60% in einem reflektierten Laserstrahl
bewirkt wird. Die Modulation reflektiert Speichereinheiten, welche
in einem Zustand z.B. einer geringen Reflektivität und in einem anderen Zustand
einer hohen Reflektivität
entsprechen können.
Um einen elektromagnetischen Strahl zum Lesen oder Erzeugen einen
spezifischen Zustands einer Speichereinheit zu verwenden, kann die
Größe der Speichereinheit
bei Wechselwirkung zwischen dem elektromagnetischen Strahl und der
Speichereinheit nicht kleiner als die Größe des Auftreffpunkts sein.
Die Mindestgröße des Auftreffpunkts
eines Laserstrahls, welcher die bevorzugte, elektromagnetische Strahlenquelle
darstellt, ist durch die Wellenlänge
des Lasers und die numerische Apertur der Optik begrenzt. Um die
Dichte von Speichereinheiten auf den optischen Informationsspeichermedien
vom CD-Typ zu erhöhen,
muss somit die aktuelle Standardwellenlänge von 785 nm bei CDs und
650 nm bei DVDs reduziert werden. In der nächsten Generation sieht das
Blue-Ray-Disc-Format (BD) eine Wellenlänge von etwa 405 nm vor, und
es wird weiterhin erwartet, dass zukünftige Generationen Wellenlängen in
dem DUV-(Deep Ultra Violet Range)Bereich von 230–300 nm vorsehen. Die für optische nm
vorsehen. Die für
optische Informationsspeichermedien typischerweise verwendeten,
organischen Materialien verschlechtern sich mit der Zeit, wenn diese
elektromagnetischer Strahlung auf der BD-Wellenlänge ausgesetzt werden, so dass
das Signal-Rausch-Verhältnis, z.B.
nachdem etliche hundert Auslesevorgänge durchgeführt wurden,
drastisch verringert wird und, da die Wellenlänge weiter abnimmt, die Verschlechterung
zunimmt. Somit wurden Alternativen entwickelt, um Medien vom CD-Typ mit
einer höheren
Speicherkapazität
als die heute zur Verfügung
stehenden Medien vorzusehen.
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In
EP 0 474 311 A1 ist
eine optische Speichervorrichtung, welche zur Verwendung reduzierter Schreib-/Lesewellenlängen, wie
z.B. 680 nm, geeignet ist, unter Anwendung von Legierungs- und Diffusinostechniken
offenbart. Für
die Vorrichtung wird ein Legierungsmaterial als Aufzeichnungsschicht
eingesetzt. Die Legierung enthält
Materialien, wie z.B. Au, Ag, Al oder Cu, mit hohem Reflexionsvermögen, und
eine Modulation des von der Vorrichtung reflektierten Lichts wird
dadurch erreicht, dass der Aufzeichnungsschicht geometrische Formänderungen
thermisch auferlegt werden, indem die Vorrichtung einem Laser hoher
Stärke
in einer Struktur, welche die aufgezeichneten Daten reflektiert,
ausgesetzt wird. Die Modulation wird auf Grund dieser geometrischen Änderung
erreicht. Während
der Exponierung wird eine geometrische Konfiguration der einzelnen
Speichereinheiten, welche entweder eine höhere oder eine geringere Reflektivität besitzt,
erreicht. Die geometrischen Formen der einzelnen Schichten müssen somit
präzise
definiert werden, wodurch die Speicherdichte des optischen Informationsspeichermediums
begrenzt werden kann.
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Ein
weiteres Beispiel solcher Materialien, basierend auf dem Einfluss
von Silicidbildung bei Bestrahlung, ist in
EP 0 068 801 beschrieben. In der Regel
sehen optische Informationsmedien strukturelle Veränderungen
der Materialien, wie z.B. Änderung
der kristallographischen Phase, oder eine Differenz des kristallinen oder
amorphen Zustands vor. Im Hinblick auf die strukturelle Phase des
unbehandelten, d.h. anfänglichen
Zustands der Medien, wird das Material in ein neues Material umgewandelt,
welches oftmals unterschiedliche optische Eigenschaften aufweist
und dadurch eine Modulation erreicht wird.
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Das
Problem zunehmender Materialverschlechterung bei Reduzierung der
Wellenlänge
tritt ebenfalls bei Miniaturisierung lithographischer Bearbeitung
bei Herstellung von integrierten Schaltkreisen und Halbleitern auf.
Bei lithographischen Verfahren wird zuerst durch elektromagnetische
Einstrahlung in einem Material eine Struktur ge schrieben, wobei
bei Einwirkung elektromagnetischer Strahlung Eigenschaften verändert werden.
Typischerweise werden nach Entwicklung die strahlenexponierten Flächen (oder
die nicht strahlenexponierten Flächen)
entfernt, und der verbleibende Photolack schützt während des Ätzens der nicht geschützten, darunter
liegenden Schichten Teile der darunter liegenden Schichten, so dass
in einer Reihe von Schritten die Struktur (oder das Inverse) herausgeätzt wird.
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In
WO 02/06897 sind verschiedene anorganische Materialien in einer
doppelschichtigen Konfiguration offenbart. Es wird offenbart, dass
bei einer großen
Gruppe anorganischer Materialien eine doppelschichtige Konfiguration
mit Hilfe eines Laserstrahls thermisch aufgeschmolzen werden kann,
um ein eutektisches Legierungsmaterial auszubilden, welches andere
optische Eigenschaften als die unbehandelten Materialien besitzt. Um
den für
lithographische Bearbeitung geeignetsten Photolack zu erhalten,
besteht die Notwendigkeit, dass ein Photolack bei einer recht geringen
Belichtung umgewandelt wird, da aktuelle, lithographische Belichtungssysteme
nicht so ausgelegt sind, dass eine hohe Belichtung vorgesehen ist
und da des Weiteren ein signifikanter Temperaturanstieg, d.h. über 200°C, unerwünscht ist
und einer darunter liegenden, elektronischen Schaltungsanordnung
schließlich
schadet.
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Jedoch
ist es bei Entwicklung eines Mediums zur optischen Informationsspeicherung
von absoluter Wichtigkeit, dass die zum Lesen der gespeicherten
Informationen verwendete, elektromagnetische Strahlungsquelle die
Materialzusammensetzung des optischen Informationsspeichermediums
nicht verändert.
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US 6 033 752 offenbart ein
optisches Aufzeichnungsmedium mit einer ersten Aufzeichnungsschicht, welche
In enthält,
und einer zweiten Aufzeichnungsschicht, welche ein Element aus Gruppe
5B oder 6B der Periodischen Tabelle enthält. Bei Einstrahlung bilden
die Materialien der Aufzeichnungsschichten eine Legierung, womit
eine Aufzeichnung von Informationen ermöglicht wird.
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Der
Erfindung liegt als Aufgabe zugrunde, ein optisches Informationsspeichermedium
mit hoher Informationsdichte vorzusehen.
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Weiterhin
liegt der Erfindung als Aufgabe zugrunde, ein optisches Informationsspeichermedium
vorzusehen, welches imstande ist, Blu-Ray-Disc-Formate zu unterstützen.
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Darüber hinaus
liegt der Erfindung als Aufgabe zugrunde, ein optisches Informationsspeichermedium vorzusehen,
welches mit CD- und DVD-Standard-Medien kompatibel ist.
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Des
Weiteren liegt der Erfindung als Aufgabe zugrunde, ein optisches
Informationsspeichermedium vorzusehen, welches durch Strahlung in
dem (Deep) Ultraviolettbereich beschrieben und gelesen werden kann.
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Außerdem liegt
der Erfindung als Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
eines optischen Informationsspeichermediums vorzusehen, wobei das
Verfahren einfach ist und unter Anwendung desselben ein Speichermedium
mit hoher Informationsdichte vorgesehen werden kann.
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Nach
einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung werden die oben erwähnte Aufgabe
und weitere Aufgaben durch ein optisches Informationsspeichermedium
erfüllt,
welches aufweist:
- – ein Trägersubstrat,
- – eine
reflektive Informationsschicht, welche auf dem Trägersubstrat
angeordnet ist und mindestens eine erste Schicht aus einem ersten
anorganischen Material in einer ersten strukturellen Phase und mindestens eine
zweite Schicht aus mindestens einem zweiten anorganischen Material
in mindestens einer zweiten strukturellen Phase aufweist,
- – Legierungseinschlüsse, welche
in der Informationsschicht bei Aussetzen einer ersten elektromagnetischen
Strahlung gebildet werden und eine strukturelle Phase mit einem
Gemisch aus dem ersten Material in der ersten strukturellen Phase
und dem mindestens zweiten Material in der mindestens zweiten strukturellen
Phase aufweisen,
wobei die optischen Eigenschaften der
Legierungseinschlüsse
sich von den optischen Eigenschaften der unbehandelten Informationsschicht
unterscheiden, so dass eine Modulation der von den Legierungseinschlüssen und
von einer Fläche
mit der unbehandelten Informationsschicht reflektierten, elektromagnetischen
Strahlung in Reaktion auf eine zweite elektromagnetische Strahlung,
welche zu dem optischen Informationsspeichermedium hin emittiert
wird, um ein Auslesesignal zu liefern, vorgesehen wird, dadurch
gekennzeichnet, dass das Speichermedium weiterhin mindestens eine
zusätzliche
Schicht aufweist, welche zwischen dem Trägersubstrat und der mindestens
ersten Schicht angeordnet ist, wobei die mindestens eine zusätzliche
Schicht mindestens eine Unterschicht aufweist, welche aus einem
Metall besteht.
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Das
optische Informationsspeichermedium kann weiterhin durch eine Deckschutzschicht
geschützt sein.
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Nach
einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung werden die oben
erwähnte
Aufgabe und weitere Aufgaben durch ein Verfahren zur Herstellung
eines optischen Informationsspeichermediums erfüllt, wonach
- – ein Trägersubstrat
vorgesehen wird,
- – eine
reflektive Informationsschicht vorgesehen wird, indem mindestens
eine erste Schicht aus einem ersten anorganischen Material in einer
ersten strukturellen Phase auf dem Trägersubstrat und mindestens
eine zweite Schicht aus mindestens einem zweiten anorganischen Material
in einer zweiten strukturellen Phase auf der ersten Schicht aufgebracht
werden,
- – mindestens
eine zusätzliche
Schicht, welche sich zwischen dem Trägersubstrat und der mindestens
ersten Schicht befindet, vorgesehen wird, wobei die mindestens eine
zusätzliche
Schicht mindestens eine Unterschicht, welche aus einem Metall besteht,
aufweist,
- – das
mindestens erste und zweite anorganische Material so ausgewählt werden,
dass eine strukturelle Phase, welche durch Schmelzen und Verfestigung
von zumindest einem Teil der Informationsschicht gebildet wird,
Legierungseinschlüsse
vorsieht, welche eine strukturelle Phase mit einem Gemisch aus dem
ersten Material in der ersten strukturellen Phase und dem zweiten
Material in der zweiten strukturellen Phase aufweisen.
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Das
optische Informationsspeichermedium kann weiterhin durch eine Deckschutzschicht
geschützt sein.
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Nach
dem Verfahren kann die Informationsschicht einer ersten elektromagnetischen
Strahlung in einer vorgegebenen Struktur unterworfen werden, um
in der strahlenexponierten Informationsschicht Legierungseinschlüsse auszubilden.
Die Strahlenexponierung kann durch einen fokussierten Laser, z.B.
in einer Aufzeichnungsvorrichtung, vorgenommen werden, wobei der
gleiche Laser wie zum Lesen verwendet, obgleich bei höherer Energie,
für das
Schreiben eingesetzt wird; oder aber die Strahlenexponierung kann
in einer spezifischen Konfiguration vorgenommen werden, indem das
gesamte Speichermedium auf einmal belichtet wird, wobei spezielle
Masken verwendet werden, um eine Belichtung in der vorgegebenen
Struktur vorzusehen.
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Nach
einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung werden die oben
erwähnte
Aufgabe und weitere Aufgaben durch ein Verfahren zum optischen Lesen
eines anorganischen, optischen Informationsspeichermediums erfüllt, wonach
- – eine
elektromagnetische Strahlung zu dem optischen Informationsspeichermedium
hin emittiert wird,
- – eine
Phasen- oder Intensitätsmodulation
der elektromagnetischen Strahlung, welche von dem optischen Informationsspeichermedium
in Reaktion auf die eingehende, elektromagnetische Strahlung reflektiert wird,
ermittelt wird,
so dass eine Legierungseinschlussstruktur
in der unbehandelten Informationsschicht durch die ermittelte Phasen-
oder Intensitätsmodulation
vorgesehen wird.
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Das
optische Informationsspeichermedium weist somit ein Substrat auf,
welches mindestens zwei Schichten aus mindestens zwei unterschiedlichen,
anorganischen Materialien trägt,
wobei die Informationen gespeichert werden, indem ein begrenztes
Volumen aus den mindestens zwei anorganischen Materialien mit Hilfe
einer elektromagnetischen Strahlung, wie z.B. eines Laserstrahls,
thermisch geschmolzen oder verflüssigt
wird. Nach Schmelzen bilden die mindestens zwei anorganischen Materialien
eine Legierung, vorzugsweise eine eutektische Legierung, welche
andere optische Eigenschaften als diese der unbehandelten Materialien besitzt
und somit eine Informationsstruktur bildet. Die gespeicherten Informationen
können
bei elektromagnetischer Strahlung, welche von dem Medium reflektiert
wird, entweder als eine Intensitäts-
oder eine Phasenmodulation, später
gelesen werden.
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Die
erste und zweite elektromagnetische Strahlung können von der gleichen Strahlungsquelle
emittiert werden und weisen außerdem
substanziell die gleiche Wellenlänge
auf. Vorzugsweise wird die Intensität der Strahlung verändert, um
eine erste elektromagnetische Strahlung hoher Intensität (Schreibimpuls)
zum Schreiben und eine zweite elektromagnetische Strahlung geringer
Intensität
(Leseimpuls) zum Lesen der gespeicherten Informationen vorzusehen.
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Die
Form des optischen Informationsspeichermediums ist benutzerdefinierbar.
Vorzugsweise kann das Speichermedium scheiben-, band-, kassetten-,
kartenförmig
usw. sein. Der Begriff Schicht soll die Form der Informationsschicht
nicht auf eine für
Bänder
und Platten übliche,
schichtartige Form beschränken,
sondern bezieht sich im Allgemeinen auf einen Block oder eine Form,
welche zum Tragen von Informationen geeignet ist.
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Bei
Verwendung von Platten, wie z.B. CDs und DVDs, besteht das Trägersubstrat
zum Beispiel aus einem Kunststoffmaterial und hat eine Dicke zwischen
05 und 2 mm. Das Kunststoffmaterial kann einen Kunststoff, wie z.B.
Polymethyl, Polymethylpenten, Methacrylat, Polyolefin, Epoxidharz
usw., vorzugsweise z.B. Polycarbonat, enthalten.
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Die
Deckschutzschicht kann aus irgendeinem Material bestehen, welches
für die
verwendete elektromagnetische Strahlung durchlässig ist. In einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel
wird Polycarbonat als Deckschutzschicht verwendet, wobei jedoch
ebenfalls andere lichtdurchlässige
Materialien, wie z.B. Harz, Lack usw., eingesetzt werden können. Die
Deckschicht dient sowohl als eine mechanische Schutzschicht gegen Kratzer
usw. als auch als eine chemische Schutzschicht, um die anorganischen
Schichten vor Einflüssen
aus der Umgebung, einschließlich
solchen aus der Luft, zu schützen.
Die Dicke der Deckschicht hängt
in der Hauptsache von dem Arbeitsabstand zwischen einer elektromagnetischen
Lese-/Schreibstrahlungsquelle und dem optischen Informationsspeichermedium
ab. Die Dicke der Deckschicht differiert daher bei jeder Generation
der optischen Speichertechnik. Bei der Compact Disc, CD, wird typischerweise
eine 1,2 mm dicke Deckschicht verwendet, bei der Digital Versatile
Disc, DVD, ist die Deckschicht typischerweise 600 μm dick, und
bei der Blu-Ray Disc, BD, weist die Deckschicht eine zurzeit bevorzugte
Dicke von substanziell 100 μm
auf. Es wird in Betracht gezogen, die Deckschutzschicht gemäß der spezifischen
Ausführung
so zu wählen,
dass diese bei der BD zum Beispiel eine Dicke von 50 μm bis 200 μm aufweist.
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Die
Informationsschicht ist die Schicht, welche genau genommen die Informationen
enthält
und die mindestens erste und zweite Schicht aus organischen Materialien
umfasst. Die Informationen können
geschrieben werden, indem eine Informationsstruktur der ersten elektromagnetischen
Strahlung ausgesetzt wird. Die erste elektromagnetische Strahlung
zeichnet sich durch eine hohe Schreibleistung aus und kann die Informationsschicht
so erwärmen,
dass sich die anorganischen Materialien zumindest zum Teil verflüssigen.
Anschließend
verfestigen sich die geschmolzenen Materialien, um Legierungseinschlüsse in der
Informationsschicht zu bilden. Die Materialien und das Verhältnis der
Materialien werden so ausgewählt,
dass die Mikrostruktur der Legierung eine Mischung aus dem ersten
anorganischen Material in der ersten strukturellen Phase und dem
mindestens zweiten anorganischen Material in zumindest der zweiten
strukturellen Phase enthält.
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Die
Zusammensetzung der Legierung kann durch Auswählen von Schichtdicke, Schichtdickenverhältnis(sen),
Temperatur, Abkühltemperatur
usw. gesteuert werden. Durch Auswählen dieser Parameter gemäß den Phasendiagrammen
für die
jeweiligen anorganischen Materialien kann, z.B. durch Auswählen eines
richtigen Verhältnisses
zwischen der Menge des ersten und dieser des mindestens zweiten
anorganischen Materials, eine eutektische Legierung gebildet werden.
Dieses kann durch entsprechendes Einstellen der Dicke der einzelnen
Schichten erreicht werden.
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Vorteil
der Ausbildung einer eutektischen Legierung ist, dass die Materialien
eine uniforme Legierung auf der Nanometerskala, d.h. eine intensive
Vermischung des ersten anorganischen Materials in der ersten Phase
und des zweiten anorganischen Materials in der zweiten Phase, bilden,
so dass keine Restteile der unbehandelten Materialien verbleiben.
Bei einer Abweichung von einer perfekten eutektoiden Materialzusammensetzung
verbleiben Reste des unbehandelten Materials in der Legierung, welche
die optischen Eigenschaften der Legierung beeinflussen können, wodurch
die optischen Eigenschaften der Informationsschicht mit den Legierungseinschlüssen weniger
gut definiert sein können.
Die in dem Legierungsmaterial verbleibenden Restteile können somit
eine geringere Modulationseffizienz hervorrufen.
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Die
Dicke der mindestens ersten und zweiten Schicht wird weiterhin so
ausgewählt,
dass die bestmögliche
Reflexion der unbehandelten Schichten erreicht wird, und es wird
gegenwärtig
vorgezogen, dass jede der mindestens zwei Schichten eine Dicke von
etwa 20 nm aufweist. Es ist in Erwägung zu ziehen, dass ebenfalls eine
Dicke jeder Schicht zwischen 3 und 70 nm, wie z.B. zwischen 10 und
60 nm oder wie z.B. zwischen 15 und 40 nm, eingesetzt werden kann.
Zurzeit wird bevorzugt, dass die Gesamtdicke der mindestens zwei Schichten
200 nm nicht überschreiten
sollte, um eine ausreichende Informationsdichte vorzusehen. Durch
Erhöhen
der Gesamtdicke der Schichten wird es schwierig, die Wärme der
strahlenexponierten Flächen
zu begrenzen und damit eine Erwärmung
von benachbarten Teilen, z.B. durch Diffusion in Bereiche, welche
der ersten elektromagnetischen Strahlung nicht ausgesetzt sind,
zu verhindern. Jedoch kann die Gesamtdicke der Schichten, in Abhängigkeit
der Anforderungen in Bezug auf Informationsdichte, auf 1000 nm,
wie z.B. auf 800 nm oder auf 400 nm, begrenzt werden. Auf Grund
der Beschichtungsverfahren wird zurzeit eine Mindestschichtdicke
von etwa 3 nm für
jede der Schichten vorgezogen.
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Die
anorganischen Materialien können
so ausgewählt
werden, dass diese einen niedrigen Schmelzpunkt aufweisen und eine
eutektische Legierung vorgesehen werden kann. Die anorganischen
Materialien können
aus der Gruppe, welcher die Paare As-Pb, Bi-Cd, Bi-Co, Bi-In, Bi-Pb,
Bi-Sn, Bi-Zn, Cd-In, Cd-Pb, Cd-Sb, Cd-Sn, Cd-Ti, Cd-Zn, Ga- In, Ga-Mg, Ga-Sn,
Ga-Zn, In-Sn, In-Zn, Mg-Pb, Mg-Sn, Mg-Ti, Pb-Pd, Pb-Pt, Pb-Sb, Sb-Sn, Sb-Ti, Se-Ti,
Sn-Ti, Sn-Zn, usw. angehören,
ausgewählt
werden. Zurzeit wird die Kombination aus Bi-Co, Bi-In, Bi-Pb, Bi-Sn,
Bi-Zn, Ga-In, Ga-Sn, In-Sn, In-Zn, Mg-Sn, Sb-Sn, Sn-Ti, und Sn-Zn,
noch mehr die Kombination aus Bi-In, Bi-Sn, In-Sn, vorgezogen.
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Es
wird vorgezogen, die höchstmögliche Ausgangsreflektivität der unbehandelten
Informationsschicht vorzusehen. Bei zum Beispiel zwei Materialschichten
hat es sich gezeigt, dass, um eine maximale Reflektivität zu erreichen,
die komplexen Brechungsindizes n1,2 ± ik1,2 des ersten und zweiten anorganischen
Materials so ausgewählt
werden sollten, dass das zweite anorganische Material einen Realteil
des Brechungsindex n2 aufweist, welcher
so gering wie möglich,
jedoch geringer als der Realteil des Brechungsindex n1 der
ersten Schicht ist, so dass weiterhin der Imaginärteil k2 des
Brechungsindex des zweiten anorganischen Materials höher als
der Imaginärteil
k1 des Brechungsindex des ersten Materials
ist.
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Die
hohe Reflektivität
der unbehandelten Informationsschicht hat den Vorteil, dass das
optische Informationsspeichermedium bei, von elektromagnetischen
Standardstrahlungsquellen emittierter Strahlung gelesen werden kann,
ohne die Informationsschicht dabei bis auf oberhalb eines Schmelzschwellwertes
zu erwärmen.
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Des
Weiteren hat es sich gezeigt, dass die Anordnung eines hoch reflektiven
Materials, d.h. eines Materials mit einer höheren Reflektivität als 60%,
wie z.B. einer höheren
Reflektivität
als 70% oder einer höheren Reflektivität als 80%,
ein unerwartet hohes Modulationsverhältnis, wie z.B. ein höheres Modulationsverhältnis als
50%, z.B. höher
als 60% oder höher
als 70%, vorsieht. Das somit starke Modulationsverhältnis sieht
ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis
vor, wodurch die Gesamtleistung des Speichermediums erhöht wird.
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Es
ist ein wichtiger Aspekt des optischen Informationsspeichermediums,
dass die optischen Eigenschaften der unbehandelten Schichten anders
als die optischen Eigenschaften der Legierung sind. Vorzugsweise
sind entweder die unbehandelten Schichten oder die Legierung für die zweite
elektromagnetische Strahlung substanziell durchlässig, während die andere Komponente
substanziell opak und vorzugsweise hoch reflektiv ist. In dem folgenden
Ausführungsbeispiel
wird lediglich der Zustand, in welchem die Flächen mit den unbehandelten
Schichten substanziell opak sind, genauer gesagt, in welchem die
unbehandelten Schichten substanziell reflektiv sind, und in welchem
die Flächen
mit der Legierung substanziell lichtdurchlässig sind, beschrieben. Jedoch
treffen sämtliche
im Fol genden beschriebene Aspekte und Ausführungsbeispiele ebenfalls auf
den umgekehrten Zustand zu.
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Zum
Lesen der gespeicherten Informationen wird eine zweite elektromagnetische
Strahlung zu dem optischen Informationsspeichermedium hin emittiert,
und es wird eine Modulation eines Strahls der elektromagnetischen
Strahlung, welcher von dem optischen Informationsspeichermedium
in Reaktion auf die auftreffende, zweite elektromagnetische Strahlung
reflektiert wird, festgestellt. Die Modulation erfolgt auf Grund
der verschiedenen optischen Eigenschaften der unbehandelten Schichten
und des Legierungsmaterials. Die Modulation sieht somit ein Auslesesignal
zur Lieferung von Informationen über
die gespeicherten Informationen vor.
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Die
Quelle der zweiten elektromagnetischen Strahlung kann durch einen
Laser, wie z.B. einen Diodenlaser, zum Beispiel einen Laser, welcher
Licht in dem Wellenlängenbereich
von 500 bis 900 nm, einschließlich der
in der CD- und DVD-Technik verwendeten Standardwellenlängen von
785 nm bzw. 650 nm, emittiert, dargestellt sein. Die Strahlungsquelle
kann ferner eine Laserquelle sein, welche Licht in dem Wellenlängenbereich emittiert,
welcher als blau angesehen wird, d.h. in dem Wellenlängenbereich
zwischen 300 und 500 nm, vorzugsweise etwa 405 nm, welcher in der
BD-Technik verwendet werden kann, oder die Strahlungsquelle kann eine
Ultraviolettlaserquelle sein, welche Strahlung in dem Bereich zwischen
230 und 300 nm emittiert.
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In
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist die Quelle der ersten und zweiten elektromagnetischen Strahlung
die gleiche Quelle, wobei die Energie der emittierten Strahlung
bei der Lesestrahlung geringer als bei der Schreibstrahlung ist.
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Das
Lesesignal kann durch Ermitteln der von dem optischen Informationsspeichermedium
reflektierten, elektromagnetischen Strahlung bei Emission der zweiten
elektromagnetischen Strahlung zu mindestens einem Teil des optischen
Informationsspeichermediums hin vorgesehen werden, und die in der
Informationsstruktur gespeicherten Informationen können somit
als eine Intensitätsmodulation
der ermittelten, elektromagnetischen Strahlung gelesen werden. Die
in der Informationsstruktur gespeicherten Informationen können als eine
Intensitätsmodulation
der von der unbehandelten Informationsschicht oder von einer Schicht
unterhalb der zumindest zum Teil lichtdurchlässigen Legierungseinschlüsse reflektierten
Strahlung gelesen werden.
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Alternativ
kann das Lesesignal durch Ermitteln von Interferenzmodulationen
oder Interferenzstreifen in der von dem optischen Informationsspeichermedium
reflektier ten, elektromagnetischen Strahlung bei Emission der zweiten
elektromagnetischen Strahlung zu mindestens einem Teil des optischen
Informationsspeichermediums hin vorgesehen werden, so dass eine
Phasenmodulation festgestellt wird. Die auftreffende, elektromagnetische
Strahlung wird somit von den unbehandelten Schichten und von einer
Schicht unterhalb der Legierungseinschlüsse, zum Beispiel dem Trägersubstrat,
einer zusätzlichen
Schicht usw., reflektiert. Das Trägersubstratmaterial kann so
gewählt
werden, dass es ausreichend reflektiv ist, um ein nachweisbares,
reflektiertes Signal von unterhalb der Legierung vorzusehen. In
diesem Ausführungsbeispiel
ist es wichtig, dass der Abstand zwischen der Oberfläche der
unbehandelten Schicht und der Oberfläche einer reflektierenden Schicht unterhalb
der Legierung so eingestellt wird, dass eine destruktive oder konstruktive
Interferenz zwischen der von der Oberfläche der unbehandelten Schicht
und von der Oberfläche
der reflektiven Schicht unterhalb der Legierung reflektierten Strahlung
erreicht wird. Um einen korrekten Abstand zwischen den beiden reflektiven Schichten
vorzusehen, sollte die Dicke der ersten und zweiten Schicht so ausgewählt werden,
dass sie ein ganzzahliges Vielfaches einer Viertelwellenlänge der
zweiten elektromagnetischen Strahlung beträgt. Da die Dicke der ersten
und zweiten Schicht in Bezug auf Reflektivität und Legierungszusammensetzung
sorgfältig ausgewählt wird,
kann es wünschenswert
sein, eine Abstandsschicht zum Einstellen des Abstands vorzusehen.
Oben wurde davon ausgegangen, dass die zweite elektromagnetische
Strahlung zu dem optischen Informationsspeichermedium hin emittiert
wird, so dass die Richtung der Strahlung parallel zu der Richtung
der Oberflächennormalen
des optischen Informationsspeichermediums verläuft. In dem Fall, in denn die
Richtung der zweiten elektromagnetischen Strahlung in einem Winkel, θ, von der
Oberflächennormalen
des optischen Informationsspeichermediums weg geneigt ist, sollte
die Dicke der anorganischen Doppelschicht oder die Dicke der anorganischen
Doppelschicht und einer Abstandsschicht so ausgewählt werden,
dass die Gesamtdicke entspricht: n·1·sin(θ) = 1/4·m·λ, wobei n·1 die optische Gesamtdicke, θ den Neigungswinkel, λ die Wellenlänge der
zweiten elektromagnetischen Strahlung und m eine Ganzzahl darstellen.
Jedoch sind in der Praxis ebenfalls Spur- und Fokussignale zu berücksichtigen.
Um diese Signale mit der gleichen Optik wie der Optik zum Lesen
des Mediums auszulesen, wird häufig
keine vollkommene Interferenz gewählt, so dass lediglich Parameter,
die nahe an den optimalen Zustand herankommen, ausgewählt werden.
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Zur
Verbesserung der Modulation und der optischen sowie thermischen
Eigenschaften des Speichermediums weist die Informationsschicht
weiterhin eine zusätzliche Schicht
auf. Die zusätzliche
Schicht kann auf einer oder beiden Seiten der Informationsschicht,
d.h. zwischen dem Trägersubstrat
und der ersten Schicht, oder aber auf der Oberseite der Informationsschicht
vorgesehen sein. Die zusätzliche
Schicht kann z.B. so vorgesehen sein, dass sie reflektiert, absorbiert
oder streut, wobei die zweite elektromagnetische Strahlung durch die
Legierung zu der zusätzlichen
Schicht hin emittiert wird. Die optischen Eigenschaften der zusätzlichen Schicht
können
für die
Art sowie die Stärke
der erreichten Modulation entscheidend sein.
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Zur
Verbesserung der Reflektivität
der Schicht unterhalb der Legierung kann eine reflektive, zusätzliche
Schicht zwischen dem Trägersubstrat
und der mindestens ersten Schicht vorgesehen sein. Hierdurch kann
die Intensität
der reflektierten Strahlung von unterhalb der Legierung erhöht werden,
um die Empfindlichkeit der Phasenmodulation weiter zu steigern.
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Die
reflektive, zusätzliche
Schicht kann aus einem reflektiven Material, wie z.B. einem Metall
oder einer Metalllegierung, bestehen. Die Metallschicht enthält vorzugsweise
Al, kann jedoch ebenfalls Ag, Au, Pd, Pt, Ir, Cu oder ein anderes
hoch reflektives Metall oder eine Metalllegierung enthalten.
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Weiterhin
ist es von Vorteil, eine zusätzliche
Schicht zu verwenden; die zusätzliche
Schicht kann ein Wärme
leitendes Material, wie z.B. ein Metall, enthalten, wodurch sich
thermische Erwärmung
auf Grund der einfallenden elektromagnetischen Strahlung sehr schnell
ausbreitet, um ein Schmelzen benachbarter Schichten zu verhindern.
Es kann von Vorteil sein, eine zusätzliche Schicht aus Al zu verwenden,
da die Grenzfläche zwischen
Al und Bi oder zwischen Al und Si sehr stabil ist. Es wird davon
ausgegangen, dass in dem angenommenen (lokalen) Temperaturbereich
keine Diffusions- oder unerwünschte
Legierung zwischen Al und Bi oder Sn auftritt.
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Alternativ
kann die zusätzliche
Schicht eine dielektrische Schicht aufweisen, welche die einfallende Strahlung
reflektiert. Die dielektrische Schicht kann aus einem Gemisch aus
ZnS und SiO2, z.B. (ZnS)80(SiO2)20 bestehen, oder
die dielektrischen Schichten können
SiO2, Ta2O5, TiO2, Si3N4, AlN, Al2O3, ZnO, SiC usw.,
einschließlich
deren nicht stöchiometrischer
Zusammensetzungen, enthalten. Die dielektrischen Schichten können weiterhin
oder alternativ einen dielektrischen Schichtenstapel, wie z.B. einen
Stapel mit mehreren Unterschichten, umfassen. Der dielektrische
Schichtenstapel ist vorzugsweise ein so genannter Interferenzstapel, wobei
die Reflektivität
durch Anpassen der Anzahl Unterschichten sowie der Dicke der einzelnen
Unterschichten forderungsgerecht dimensioniert werden kann. Des
Weiteren können
mehr dielektrische Schichtenstapel vorgesehen sein, um die Speicherdichte
weiter zu erhöhen.
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Typischerweise
sind dielektrische Materialien schlechte Wärme leitende Materialien. Eine
zusätzliche dielektrische
Schicht kann dadurch die thermische Wärme von der ersten elektromagnetischen
Strahlung zu der Fokussierungsfläche
des Strahls begrenzen, was den Kontrast zwischen den unbehandelten
Flächen
und den strahlenexponierten Flächen
verbessern kann, wodurch eine dicht gepackte Struktur gebildet werden kann.
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Die
zusätzliche
Schicht kann ebenfalls die oben erwähnte Abstandsschicht, d.h.
die Schicht zur Einstellung des Abstands zwischen der Oberfläche der
unbehandelten Schicht und der Oberfläche der zusätzlichen Schicht, umfassen.
Die Abstandsschicht kann eine lichtdurchlässige Schicht sein, welche
so positioniert ist, dass Strahlung durch die Schicht hindurchgehen
kann; oder aber die Abstandsschicht kann opak sein, wobei es dann
erforderlich ist, die Abstandsschicht so zu positionieren, dass
Strahlung nicht durch diese hindurchgehen muss. Die Abstandsschicht
kann daher an einer geeigneten Stelle positioniert werden, um die Leistung
des optischen Informationsspeichermediums zu optimieren.
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Bei
einer weiteren Alternative kann die zusätzliche Schicht so gewählt werden,
dass sie eintretende Strahlung absorbiert oder streut, so dass Strahlung
von den Flächen
mit der unbehandelten ersten und zweiten Schicht und nicht, oder
nur in geringem Maß,
von den Flächen
mit der Legierung reflektiert wird. Eine solche zusätzliche
Schicht kann, ebenso wie das reflektierende Material, aus einem
dielektrischen Material vorgesehen sein oder durch einen Schichtenstapel
aus dielektrischen Materialien gebildet werden, so dass die eintretende
Strahlung absorbiert oder gestreut wird. Ein Material, welches die
eintretende Strahlung absorbiert, kann ein Absorptionsmaterial,
wie z.B. Carbon-Black, Diamond Like-Carbon (DLC), Fe3O4, Pb, amorphes Silicium, Spinell usw. sein.
Ein die eintretende Strahlung streuendes Material kann poröses Silicium,
Al2O3, SiO3 usw. sein. Vorzugsweise weisen die Materialien
zum Streuen der eintretenden Strahlung sämtlich Kornstrukturen auf.
In beiden Fällen
wird substanziell keine Strahlung von der Schicht, d.h. von den
Flächen
mit der Legierung, reflektiert, so dass die Intensitätsmodulation
weiter verbessert werden kann.
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Um
die Kapazität
des optischen Informationsspeichermediums weiter zu erhöhen, kann
die Schichtstruktur, wie beschrieben, wiederholt werden, so dass
zwei Aufzeichnungsstapel oder mehr vorgesehen werden. Der zu lesende
oder zu beschreibende Aufzeichnungsstapel kann durch Änderung
der Fokussierung der zweiten elektromagneti schen Strahlung ausgewählt werden,
so dass die die erste oder zweite elektromagnetische Strahlung emittierende
Strahlungsquelle in dem Aufzeichnungsstapel, welcher auszulesen/zu beschreiben
ist, fokussiert wird (vgl. WO99/59143).
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
wird eine Doppel- oder Mehrfachinformationsschichtkonfiguration
vorgeschlagen, wobei jede Informationsschicht gemäß der vorliegenden
Erfindung aufgebaut ist.
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Um Übersprechen
und Eigenabsorption zwischen zwei Schichten weiter zu reduzieren,
wird nun vorgeschlagen, die Informationsschichten mit den ersten
und zweiten anorganischen Materialien nur in vorgegebenen Spuren
aufzubringen, während
die Zwischenräume
zwischen den Spuren typischerweise lichtdurchlässig gelassen werden. Auf diese
Weise wird die Sichtbarkeit von darunter liegenden Spuren verbessert;
um die Speicherdichte zu erhöhen,
kann eine zweite Informationsschicht unterhalb der ersten Informationsschicht
vorgesehen und so angeordnet sein, dass der Zwischenraum zwischen
Spuren in der Oberschicht auf der Oberseite von Spuren in der unteren
Schicht positioniert ist. Solche Strukturen können durch Abhebetechnik vorgesehen
werden.
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Neben
der zuvor erwähnten
Möglichkeit,
die Datenkapazität
durch Verwendung von zwei Aufzeichnungsstapeln übereinander zu erhöhen, besteht
eine weitere Möglichkeit
darin, den gleichen Stapel auf beiden Seiten einer Platte vorzusehen
oder sogar einen Doppelstapel auf beiden Seiten einer Platte aufzubringen,
um die Datenkapazität
weiter zu erhöhen.
Schreiben und Lesen würden
in diesem Fall zwei Schreib-/Leseeinheiten erforderlich machen,
oder das Medium muss manuell auf seine andere Seite gedreht werden,
welche z.B. für
LPs verwendet wird.
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden
näher beschrieben.
Es zeigen:
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1 – eine Seitenansicht
eines optischen Informationsspeichermediums;
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2 – die Reflektivität, Lichtdurchlässigkeit
und Absorption bei 405 nm, im unbehandelten Fall ("as-deposited"), bei verschiedenen
Schichtdicken von In und Bi;
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3 – die Reflektivität, Lichtdurchlässigkeit
und Absorption bei 405 nm, "as-deposited", bei verschiedenen
Schichtdicken von Sn und Bi;
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4 – die Reflektivität, Lichtdurchlässigkeit
und Absorption bei 405 nm, "as-deposited", bei verschiedenen
Schichtdicken von In und Sn;
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5 – das Binärphasendiagramm
für Bi
und In;
-
6 – das Binärphasendiagramm
für Bi
und Sn;
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7 – das Binärphasendiagramm
für In
und Sn;
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8 – gemessene
optische Eigenschaften verschiedener Schichten bei Erwärmung.
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In 1 ist
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
des optischen Informationsspeichermediums dargestellt. Das optische
Informationsspeichermedium 1 weist ein Trägersubstrat,
und zwar ein Polycarbonatsubstrat 5, mit einer Dicke von
etwa 1 mm auf; eine erste Schicht 11 und eine zweite Schicht 12 bilden
zusammen eine Informationsschicht 10. Eine lichtdurchlässige Polycarbonat-Deckschicht 3 ist
zusätzlich
zu Schutzzwecken angeordnet. Ein Laser ist durch eine Linse 2 schematisch
dargestellt. Der Laser könnte
entweder ein Schreiblaser sein, wobei Legierungseinschlüsse 6 durch
thermische Erwärmung
der Doppelschicht, Verflüssigung
derselben und nachfolgende Ausbildung des Legierungseinschlusses
vorgesehen werden. Der Laser könnte
ebenfalls ein Leselaser sein, welcher das Vorhandensein eines zuvor
erzeugten Legierungseinschlusses nachweist. Ebenfalls dargestellt
ist die Position einer zusätzlichen
Schicht 4.
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Die
anfängliche, "as-deposited"-Reflektivität einer
Schichtenstapelanordnung ist ein wichtiger Parameter zur optischen
Speicherung. Für
die drei Generationen optischer Speichertechnik (CD, DVD und BD) wurde
für die
folgenden Konfigurationen die "as-deposited"-Reflektivität berechnet:
-
-
Die
spezifische Schichtdicke wurde ausgewählt, um maximale Reflektivität zu erzielen,
kann jedoch etwas reduziert werden, um Spezifikationsanforderungen
zu erfüllen.
Die Ergebnisse der Berechnung sind in Tab. 1 dargestellt, welche
eine hohe Reflektivi tät
bei sämtlichen
Konfigurationen zeigt. Ein Vergleich zeigt, dass die Konfigurationen
A, C und E die höchste
Ausgangsreflektivität
zeigen.
-
Tab.
1. Berechnete Reflektivität
des Stapels mit der unbehandelten Doppelschicht
-
Konfiguration
A zeigt zum Beispiel eine höhere
Reflektivität
als Konfiguration B, welche die gleichen Materialien, jedoch in
umgekehrter Reihenfolge, aufweist. Wenn wir davon ausgehen, dass
Ausgangsreflektivität
die größte Anforderung
bei optischer Speicherung ist, wäre
Konfiguration A vorzuziehen. Jedoch stellt die Gesamtreflektivität im Hinblick
auf sämtliche
Aspekte nicht unbedingt das Hauptproblem dar.
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In 2, 3 und 4 wurde
für die
Konfigurationen A, C und E jeweils die Ausgangsreflektivität berechnet,
wobei von einer gleichen Dicke der beiden Schichten, welche die
Doppelschicht bilden, ausgegangen wurde. Es kann leicht festgestellt
werden, dass bei in etwa einer Schichtdicke von 20 nm jeder Schicht
die maximale Reflektivität
erreicht wird.
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In 5, 6 und 7 sind
Binärphasendiagramme
dargestellt. Bis jetzt wurden lediglich Doppelschichten mit gleicher
Dicke berücksichtigt,
wobei jedoch das Dickenverhältnis
der beiden Schichten wichtig ist, um nach Schmelzen der beiden Schichten
eine eutektische Legierung zu bilden. Die Ausbildung einer festen,
eutektischen Legierung ist für
die optische Leistung wichtig. Die Binärphasendiagramme geben Aufschluss
darüber,
bei welchem Verhältnis
(in Gewichtsprozent), aber auch bei welcher Abkühltemperatur eine eutektische
Legierung gebildet wird. Tab. 2 gibt einen Überblick über das Verhältnis der
einzelnen unbehandelten Schichten, um das Eutektikum zu erreichen.
-
Tab.
2. Eutektische Zusammensetzungen
-
Zum
Beispiel werden die optischen Eigenschaften bei einer Schichtzusammensetzung
von 15 nm/15 nm Bi/In und einer 50 nm/50 nm Bi/In-Doppelschicht
stark verändert.
Typischerweise wird die Änderung
durch die optische Dichte (OD), welche für die Lichtdurchlässigkeit
T = 10–OD der
Schicht vs. der Auslesewellenlänge steht,
dargestellt. Bei einer Wellenlänge
von 405 nm kann die unbehandelte Schicht in Abhängigkeit der Schichtdicke eine
OD von 1 oder 4 aufweisen. Durch Legierungsflächen in der Schicht erreicht
die OD der umgewandelten Fläche,
der Legierungseinschlüsse,
ein Minimum, wobei sämtliches
Material in der Schicht umgewandelt wird. Bei 405 nm wird ein Mindestwert
von etwa 0,4 OD erreicht. Diese Änderung
der OD, welche im Bereich von 0,6 bis 3,6 liegt (als eine Funktion
der Schichtdicke), bedeutet mehr als einen Faktor 10 im Hinblick
auf durchgelassene Lichtleistung (signifikanter Teil der Modulation).
Zusammen mit der hohen Ausgangsreflektivität wird der Vorteil des vorgeschlagenen
Material geboten: hoher Kontrast + hohe Ausgangsreflektivität, was ebenfalls
ein geringeres Rauschen bedeutet. Des Weiteren ist das glatte und
ebene Absorptionsspektrum, auch unter Zugrundelegung der Möglichkeit,
dass dieses für
sämtliche
Generationen optischer Speichertechnik von Interesse sein wird, über einen
langen Wellenlängenbereich
beachtenswert.
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8 zeigt die optische Leistung für eine Anzahl
verschiedener Konfigurationen als eine Funktion der Temperatur bei
Erwärmung.
Gemäß den Berechnungen
wird eine hohe Ausgangsreilektivität (etwa 70%) beobachtet. Bei
etwa 130°C
wird ein scharfer Übergang
beobachtet, was in einem dramatischen Abfall der Reflektivität (unter
15%) und einer entsprechenden Zunahme der Lichtdurchlässigkeit
auf etwa 40% resultiert.
-
Inschrift
der Zeichnung
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1
-
-
2, 3, 4
-
- as-deposited intensity
- "as-deposited"-Intensität
- layer
- Schicht
- reflectivity
- Reflektivität
- transmission
- Transmission
- absorption
- Absorption
- layer thickness
- Schichtdicke
-
5
-
- Temperature Celcius
- Temperatur Celcius
- Eutecticum
- Eutektikum
- at ~67 wt% In
- bei ~67 Gew.-% In
- Weight percent In
- Gewichtsprozent In
-
6
-
- Temperature Celcius
- Temperatur Celcius
- Eutecticum
- Eutektikum
- ~45 wt% Sn
- ~45 Gew.-% Sn
- Weight percent Sn
- Gewichtsprozent Sn
-
7
-
- Temperature
- Temperatur
- Atomic Percent Tin
- Atomprozent Zinn
- Eutecticum
- Eutektikum
- ~49 wt% Sn
- ~49 Gew.-% Sn
- Weight percent Tin
- Gewichtsprozent Zinn
-
8a, 8b, 8c, 8d
-
- reflection & transmission
- Reflexion und Transmission
- temperature (C)
- Temperatur (C)