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Technisches Gebiet
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Die
Erfindung betrifft einen elektrostatischen Mikroschalter mit großer Funktionssicherheit,
der für Bauteile
(Elemente) mit niedriger Betätigungsspannung
geeignet ist. Unter dem hier verwendeten Ausdruck "Mikroschalter" sind Mikro-Relais,
Schalter vom MEMS-Typ (für
ein "mikro-elektro-mechanisches-System)
und Hochfrequenz-Schalter zu verstehen.
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Bekannter Stand der Technik
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In
dem Artikel "RF
MEMS from a device perspective" von
J. Jason Yao, erschienen in "J.
Micromech. Microeng." 10
(2000), Seiten R9 bis R38, sind die jüngsten Fortschritte zusammengefasst,
die auf dem Gebiet der MEMS für
Hochfrequenz-Anwendungen erzielt wurden.
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Hochfrequenz-Bauteile
oder RF für
die Mobiltelefonie müssen
den folgenden Anforderungen genügen
bzw. die folgenden Eigenschaften aufweisen:
- – eine Versorgungsspannung
von < 5 V,
- – eine
Isolation von > 30
dB,
- – einen
Einfügungsverlust
von < 0,3 dB,
- – eine
Funktionszuverlässigkeit
für > 109 Zyklen,
- – Dimensionen
von < 0,05 mm2.
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Mikroschalter
werden in sehr großem
Umfang auf dem Gebiet der Kommunikation eingesetzt: bei der Zuordnung
von Signalen, in Impedanz-Abstimmungs-Netzen,
bei der Einstellung von Verstärkungsleistungen
und dgl. Was die Frequenzbanden der weiterzuleitenden Signale angeht,
so liegen die Frequenzen zwischen einigen MHz und mehreren 10 GHz.
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Üblicherweise
verwendet man für
RF-Schaltungen Schalter, die aus der Mikroelektronik stammen, die
eine Integration mit elektronischen Schaltkreisen erlauben und die
billig in der Herstellung sind. Was die Leistungen angeht, so sind
diese Elemente dagegen ziemlich eingeschränkt. Schalter vom FET-Typ aus
Silicium können
so Signale von hoher Stärke
mit niedriger Frequenz weiterleiten, nicht jedoch solche mit hoher
Frequenz. Die Schalter vom MESFET-Typ aus GaAs oder die PIN-Dioden funktionieren
gut bei hoher Frequenz, jedoch nur für schwache Signale. Schließlich weisen
alle diese mikroelektronischen Schalter ganz allgemein oberhalb von
1 GHz einen hohen Einfügungsverlust
auf (in der Regel von etwa 1 bis 2 dB) im durchlässigen Zustand, und sie weisen
eine ziemlich niedrige Isolation im offenen Zustand auf (–20 bis –25 dB).
Der Ersatz von konventionellen Elementen durch MEMS-Mikroschalter
ist daher vielversprechend für
diesen Anwendungstyp.
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Aufgrund
ihrer Konzeption und ihres Funktionsprinzips weisen die MEMS-Schalter
die folgenden Charakteristika auf:
- – geringe
Einfügungsverluste
(in der Regel von < 0,3
dB),
- – eine
hohe Isolation im MHz-Bereich bis zum Millimeter-Bereich (in der
Regel von > –30 dB),
- – einen
geringen Energieverbrauch,
- – keine
Response-Nicht-Linearität.
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Für diese
MEMS-Mikroschalter unterscheidet man zwei Kontakt-Typen voneinander.
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Einer
dieser Kontakt-Typen ist der Schalter mit Ohm'schem Kontakt, wie er in dem Artikel "RF MEMS from a device
perpective" von
J. Jason Yao, wie oben zitiert, und in dem Artikel "A Surface Micromachined
Miniature Switch For Telecommunications Applications with Signal
Frequencies From DC up to 4 GHz" von
J. Jason Yao und M. Franck Chang, erschienen in der Übersicht "Transducers'95, Eurosensors IX", Seiten 384 bis
387, beschrieben ist. Bei diesem Kontakt-Typ werden die beiden RF-Bahnen durch
einen Kurzschluss (einen Metall-Metall-Kontakt) miteinander in Kontak
gebracht. Dieser Kontakt-Typ
ist ebenso gut geeignet für
kontinuierliche Signale wie für
Hochfrequenz-Signale
(mit einer Frequenz von > 10
GHz).
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Der
andere Kontakt-Typ ist ein kapazitiver Schalter, wie er in dem Artikel "RF MEMS From a device
perspective" von
J. Jason Yao, wie oben zitiert, und in dem Artikel "Finite Ground Coplanar
Waveguide Shunt MEMS Switches for Switched Line Phase Shifters" von George E. Ponchak
et al., erschienen auf der 30th European Microwave Conference, Paris 2000,
Seiten 252 bis 254, beschrieben ist. Bei diesem Kontakt-Typ wird
eine Luftschicht elektromechanisch so eingestellt, dass eine Änderung
der Kapazität
zwischen dem geschlossenen Zustand und dem offenen Zustand erhalten
wird. Dieser Kontakt-Typ
ist insbesondere geeignet für
hohe Frequenzen (für
Frequenzen von > 10
GHz), jedoch ungeeignet für
niedrige Frequenzen.
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Nach
dem Stand der Technik unterscheidet man zwei große Betätigungsprinzipien für MEMS-Schalter
voneinander: Schalter mit einer thermischen Betätigung und Schalter mit einer
elektrostatischen Betätigung.
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Die
Schalter mit einer thermischen Betätigung haben den Vorteil einer
niedrigen Betätigungsspannung.
Dagegen haben sie die folgenden Nachteile: einen übermäßig hohen
Energieverbrauch (vor allem für
Anwendungen in der Mobiltelefonie), eine niedrige Schatgeschwindigkeit
(wegen der thermischen Trägheit)
und eine häufig
schwierige Technologie.
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Die
Schalter mit elektrostatischer Betätigung bieten die Vorteile
einer hohen Schaltgeschwindigkeit und einer im Allgemeinen einfachen
Technologie. Dagegen weisen sie Nachteile auf, die auf Zuverlässigkeitsprobleme
zurückzuführen sind.
Dieser Punkt ist insbesondere kritisch im Falle von elektrostatischen
Mikroschaltern mit niedriger Betätigungsspannung
(Möglichkeit
einer Verklebung der Strukturen). Außerdem ist wegen der Konfiguration
der Mikroschalter mit elektrostatischer Betätigung gemäß dem Stand der Technik die
Dimensionierung dieses Element-Typs zur Erzielung einer niedrigen
Betätigungsspannung
(von < 10 V, sogar
von < 5 V) schwierig, weil
sie notwendigerweise erfordert:
- – entweder
eine Verminderung der mechanischen Festigkeit (Steifheit) des Bauteils
(der Komponente) und weil auch eine starke Empfindlichkeit des Schalters
gegenüber
Beschleunigungen und gegenüber
Schocks festzustellen ist, die ein Problem für Mobiltelefone darstellt,
- – oder
eine Vergrößerung der
Oberfläche
der Betätigungselektroden,
was dann notwendigerweise eine Erhöhung der Dämpfung und damit eine Verlängerung
der Schaltzeit mit sich bringt,
- – oder
einen Kompromiss zwischen diesen beiden Parametern.
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Schließlich resultiert
daraus unabhängig
von der gewählten
Option eine deutliche Abnahme der Zuverlässigkeit des Mikroschalters
aufgrund einer erhöhten
Gefahr der Verklebung der Struktur.
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Ein
Beispiel für
einen elektrostatischen Mikroschalter mit einer niedrigen Betätigungsspannung ist
in dem Dokument US-A-2002/027 487 beschrieben.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Um
diese Nachteile des Standes der Technik zu überwinden, wird erfindungsgemäß ein Mikroschalter
vorgeschlagen, der sich von dem Stand der Technik unterscheidet
durch seine Funktionsweise und durch seine Konzeption. Er weist
nämlich
zwei unterschiedliche Sätze
von Betätigungselektroden auf
und in ihm wird ein Betätigungsmodus
in zwei Stufen angewendet, der es erlaubt, eine niedrige Betätigungsspannung
mit einer kurzen Schaltzeit zu erzielen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung
einer hohen mechanischen Festigkeit (Steifheit) beim Betrieb des
Mikroschalters.
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Gegenstand
der Erfindung ist daher ein elektrostatischer Mikroschalter, der
dazu bestimmt ist, mindestens zwei elektrisch leitende Bahnen, die
auf einem Träger
angeordnet sind, elektrisch miteinander zu verbinden, wobei die
elektrische Verbindung zwischen den beiden elektrisch leitenden
Bahnen mit Hilfe eines Kontaktelements erfolgt, das auf verformbaren
Einrichtungen aus einem isolierenden Material vorgesehen ist und
geeignet ist, sich gegenüber
dem Träger
unter der Einwirkung einer elektrostatischen Kraft zu verformen,
die durch Steuerelektroden erzeugt wird, wobei das Kontaktelement
die elektrische Verbindung der Enden der beiden elektrisch leitenden
Bahnen bewirkt, wenn die verformbaren Einrichtungen genügend verformt
worden sind, wobei der elektrostatische Mikroschalter dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Steuerelektroden auf den verformbaren Einrichtungen
und auf dem Träger
in zwei Sätzen von
Elektroden verteilt sind, wobei ein erster Satz von Elektroden dazu
bestimmt ist, eine erste elektrostatische Kraft zu erzeugen für die Einleitung
(den Beginn) der Verformung der verformbaren Einrichtungen, und
ein zweiter Satz von Elektroden dazu bestimmt ist, eine zweite elektrostatische
Kraft zu erzeugen, um die Verformung der verformbaren Einrichtungen
so fortzusetzen, dass das Kontaktelement die Enden der beiden elektrisch
leitenden Bahnen elektrisch miteinander verbindet.
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Die über die
verformbaren Einrichtungen verteilten Steuerelektroden können auf
diesen so angeordnet sein, dass die verformbaren Einrichtungen zwischen
ihnen und den Steuerelektroden, die auf dem Träger verteilt sind, angeordnet
sind.
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Bei
einer Ausführungsvariante
umfassen die Steuerelektroden, die auf dem Träger verteilt sind, zwei Elektroden,
die jeweils eine Elektrode darstellen, die dem ersten Satz von Elektroden
und dem zweiten Satz von Elektroden gemeinsam ist.
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Die
verformbaren Einrichtungen können
einen an seinen beiden Enden eingefassten (eingebetteten) Träger bzw.
Balken oder einen frei tragenden Träger (Balken) umfassen. In diesem
Fall können
die Steuerelektroden, die auf den verformbaren Einrichtungen verteilt
sind, Elektroden eines der beiden Sätze von Elektroden umfassen,
die auf Zusatzteilen angeordnet sind, die an dem Balken befestigt
und beiderseits des Balkens angeordnet sind. In diesem Fall können auch
die Steuerelektroden, die auf den verformbaren Einrichtungen verteilt
sind, Elektroden des anderen der beiden Sätze von Elektroden umfassen, die
auf dem Balken befestigt und beiderseits des Kontaktelements angeordnet
sind.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Durch
die Lektüre
der nachfolgenden Beschreibung, die beispielhaft angegeben ist,
auf welche die Erfindung jedoch nicht beschränkt ist, wird die Erfindung
besser verständlich
und daraus ergeben sich weitere Vorteile und Besonderheiten unter Bezugnahme
auf die beiliegenden Zeichnungen, wobei zeigen:
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1 eine
Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen elektrostatischen Mikroschalter,
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2 eine
Schnittansicht entlang der Achse II-II der 1,
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3 eine
Schnittansicht entlang der Achse III-III der 1,
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4 und 5 Ansichten,
welche die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Mikroschalters erläutern entsprechend
der 2, und
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6A bis 6G Schnittansichten,
die ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Mikroschalters
erläutern.
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Detaillierte Beschreibung
von Ausführungsformen der
Erfindung
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Die 1 stellt
eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen elektrostatischen Mikroschalter dar.
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Der
Mikroschalter ist an der Oberfläche
eines isolierenden Substrats angeordnet. Die Oberfläche ist
mit einer Ausnehmung 1 versehen, die durch Ränder 2, 12, 22 und 32,
die über
sie überstehen,
begrenzt ist. Ein Balken (Träger) 3 ist
oberhalb der Ausnehmung 1 vorgesehen, der ein erstes Ende
aufweist, das mit dem Rand 22 eine Einheit bildet, und der
ein zweites Ende aufweist, das mit dem Rand 32 eine Einheit
bildet. Es handelt sich somit um einen an seinen beiden Enden eingebetteten
Balken (Träger).
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Der
Balken (Träger) 3 ist
mit zwei Zusatzteilen oder Flügeln 13 und 23 ausgestattet,
die in der gleichen Höhe
wie der Balken 3 angeordnet sind. Die Flügel 13 und 23 sind
beiderseits des Balkens 3 angeordnet. Sie sind durch einen
rückspringenden
(verengten) zentralen Teil mit dem Balken verbunden. Sie sind durch
seitliche verengte Teile mit den Rändern 2 und 12 verbunden.
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Die
elektrisch leitenden Bahnen, die miteinander zu verbinden sind,
haben die Bezugsziffern 4 und 5. Sie weisen jeweilige
Enden 14 und 15 auf, die unterhalb des Balkens 3 angeordnet
sind und entlang der Längsachse
des Balkens 3 ausgerichtet sind, wobei sie einander gegenüber liegen.
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Der
Boden der Ausnehmung 3 trägt zwei untere Elektroden 101 und 102,
die jeweils durch Kontaktelemente 111 und 112 elektrisch
miteinander verbunden sein können.
Die Elektroden 101 und 102 sind symmetrisch zu
der Längsachse
des Balkens 3 angeordnet. Die Elektrode 101 befindet
sich in einem ersten Seitenteil des Balkens 3 gegenüber und
gegenüber
dem Flügel 13.
Die Elektrode 102 befindet sich gegenüber einem zweiten Seitenteil
des Balkens 3 und gegenüber
dem Flügel 23.
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Der
Balken 3 trägt
mehrere elektrische Leiter: ein Kontaktelement 6 und zwei
Elektroden 7 und 8. Das Kontaktelement 6 ist
entlang der Längsachse des
Balkens 3 angeordnet und erstreckt sich bis über die
Enden 14 und 15 der elektrisch leitenden Bahnen 4 und 5 hinaus.
Das Kontaktelement 6 überragt
die untere Fläche
des Balkens 3 oder fluchtet mit dem Bereich dieser unteren Fläche in der
Weise, dass es die Enden 14 und 15 elektrisch
miteinander verbinden kann, wenn der Balken 3 ausreichend
verformt wird.
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Die
Elektroden 7 und 8 sind auf der Fläche des
Balkens 3 angeordnet, die der Ausnehmung gegenüberliegt.
Jede ist auf einem Seitenteil des Balkens so angeordnet, dass die
Elektrode 7 gegenüber dem
entsprechenden Teil der unteren Elektrode 101 angeordnet
ist und die Elektrode 8 gegenüber dem entsprechenden Teil
der unteren Elektrode 102 angeordnet ist. Die Elektroden 7 und 8 können jeweils durch
die Kontaktelemente 17 und 18 elektrisch miteinander
verbunden sein.
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Der
Flügel 13 trägt auf seiner
oberen Fläche, d.h.
auf der Fläche,
die der Ausnehmung gegenüberliegt,
eine Elektrode 33, die durch ein Kontaktelement 43 elektrisch
damit verbunden sein kann. Die Elektrode 33 liegt einem
Teil der unteren Elektrode 101 gegenüber. Desgleichen trägt der Flügel 23 auf
seiner oberen Fläche
eine Elektrode 53, die durch ein Kontaktelement 63 elektrisch
damit verbunden sein kann. Die Elektrode 53 liegt einem
Teil der unteren Elektrode 102 gegenüber.
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Die 2 stellt
eine Schnittansicht entlang der Achse II-II der 1 dar
und die 3 stellt eine Schnittansicht
entlang der Achse III-III der 1 dar. Diese
beiden Figuren zeigen den nicht-verformten Zustand des Balkens 3 in
Abwesenheit von an die Elektroden angelegten Potentialen.
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Die 4 und 5 stellen
Ansichten dar, welche die Funktionsweise des Mikroschalters erklären. Diese
Ansichten entsprechen dem in der 2 dargestellten
Schnitt.
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Eine
Spannung V1 wird zunächst
an den ersten Satz von Elektroden angelegt, der besteht aus Elektroden 33 und 53 einerseits
und aus Elektroden 101 und 102 andererseits. Die
Spannung V1, die Spannung, welche die Verformung auslöst, wird
so gewählt,
dass das Zentrum des Balkens auf die unteren Elektroden 101 und 102 zu
liegen kommt, wie es die 4 zeigt. Im Falle eines frei
tragenden Balkens oder Auslegers kann dieser erste Satz von Elektroden
die Funktion haben, das Ende des Balkens auf den unteren Elektroden
zum Aufliegen zu bringen.
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Das
Anlegen der Spannung V1 an den ersten Satz von Elektroden betätigt den
Mikroschalter, jedoch in einem Nicht-Schaltungs-Zustand, wobei die Enden 14 und 15 der
elektrisch leitenden Bahnen voneinander noch ausreichend entfernt
sind, sodass ein mechanischer Kontakt des Balkens, jedoch kein elektrischer
Kontakt erzielt wird. Bei dieser Verschiebung des Balkens, die nur
aktiviert worden ist, um den Schalter auszulösen (beispielsweise durch Einschalten
eines tragbaren Telefons), hat die Auslösung, die durch die große Oberfläche dieser
Elektroden herbeigeführt
wird, keine Konsequenz auf die Schaltzeit des Unterbrechers während des
Betriebs.
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Dieser
erste Satz von Elektroden weist eine Oberfläche auf, die ausreicht, um
den Balken anstoßen
zu lassen für
eine Spannung von < 10
V, ja sogar von < 5
V.
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Anschließend wird
eine Spannung V2 an den zweiten Satz von Elektroden angelegt, der
besteht aus Elektroden 7 und 8 einerseits und
aus Elektroden 101 und 102 andererseits. Die Spannung
V2, die Schaltspannung, wird so gewählt, dass der Balken 3 verformt
wird, bis die Enden 14 und 15, die miteinander
zu verbinden sind, mit dem Kontaktelement 6 des Balkens
in Kontakt kommen, wie dies die 5 zeigt. Die
Nähe der
Elektroden, die dem zweiten Satz von Elektroden gegenüberliegen,
erlaubt dann aufgrund der Durchbiegung (Verformung) des Balkens
bei der Auslösung
der Verformung die Betätigung
des Mikroschalters mit einer niedrigen Spannung bei gleichzeitiger
Aufrechterhaltung einer erhöhten
Festigkeit (Steifheit) des Balkens.
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Die
Anordnung und die Anzahl der Elektroden können variieren. Eine oder mehrere
Elektroden können
den Balken aufbauen.
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Die
Verformung des Balkens unter dem Einfluss einer Auslösespannung
erlaubt es, die Betriebsspannung des verformten Balkens beim Schalten sehr
stark herabzusetzen.
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Die
Erfindung führt
zu einer hohen Stabilität und
zu einer großen
Zuverlässigkeit
der Funktion des Mikroschalters. Dies ist auf die hohe mechanische Festigkeit
(Steifheit) des Mikroschalters während
des Betriebs, d.h. nach der Auslösung
der Verformung, zurückzuführen. Daraus
resultieren eine sehr geringe Empfindlichkeit gegenüber Schocks
und gegenüber Beschleunigungen
bei dem Betrieb sowie mögliche Einfangeffekte
für Ladungen
in der dielektrischen Schicht.
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Die
Schaltzeit ist verkürzt
angesichts der geringen Verschiebung des Balkens zwischen der nicht-geschalteten
Position und der geschalteten Position (die Verschiebung von Luft
ist begrenzt und damit ist die Auslösung begrenzt).
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Die
Hochfrequenz-Isolation ist optimiert wegen der großen Entfernung
zwischen den miteinander zu verbindenden Bahnen.
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Ein
weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass dieser Mikroschalter
unter Anwendung einer Technik hergestellt werden kann, die mit der
Technik zur Herstellung von integrierten Schaltungen kompatibel
ist.
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Bezogen
auf die Leistung unterscheidet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung
von Mikroschaltern des Standes der Technik durch die folgenden Charakteristika:
die Betätigungsspannung
ist niedrig bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer geringen Empfindlichkeit
gegenüber
Beschleunigungen, einer hohen Betriebszuverlässigkeit, einer kurzen Schaltzeit
und einer geringen mechanischen Relaxation.
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Die
Funktionsweise in zwei Stufen unterscheidet ebenfalls die erfindungsgemäße Vorrichtung
von Mikroschaltern des Standes der Technik. Die Phase zur Auslösung der
Verformung wird mit einer niedrigen Betätigungspannung bewirkt und
ohne eine starke Beanspruchung in Bezug auf die Ansprechzeit, ohne
dass die Gefahr einer elektrostatischen Verklebung und eine Empfindlichkeit
gegenüber
Beschleunigungen besteht. Die Schaltphase wird bewirkt bei einer
niedrigen Betätigungsspannung,
die den Kriterien einer geringen Empfindlichkeit gegen Beschleunigungen,
einer geringen Empfindlichkeit gegen Gefahren einer elektrostatischen
Verklebung und einer kurzen Schaltzeit genügt.
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Die 6A bis 6G stellen
Schnittansichten dar, die ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Mikroschalters
erläutern.
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Die 6A zeigt
ein Siliciumsubstrat 70, das von einer Siliciumoxid-Abscheidung 71 bedeckt
ist, die einer Lithogravür-Behandlung
unterworfen worden ist, um eine Einbettung zu definieren. Die Oxid-Abscheidung
kann eine Dicke von 2 μm
haben und die Tiefe der Ätzung
kann 1,7 μm
betragen. Durch die Ätzung
wird eine Ausnehmung 72 definiert und es werden Stellen
für die Kontaktelemente
zwischen Elektroden und elektrisch leitenden Bahnen definiert, von
denen eine, die Stelle 73, sichtbar ist.
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Anschließend wird
eine Metallabscheidung auf der geätzten Struktur durchgeführt. Es
kann sich dabei um einen Biochip handeln, der eine Verankerungsschicht
aus Cr mit einer Dicke von 0,05 μm
und eine Goldschicht mit einer Dicke von 0,9 μm umfasst. Man stellt eine Lithogravüre der Metallschicht
her, die in der Ausnehmung vorliegt und an den Stellen der Verbindungselemente
vorliegt, um die miteinander zu verbindenden Bahnen zu definieren
und die Auslösungselektroden
und die unteren Schaltelektroden zu definieren. Das nicht geschützte Metall
wird geätzt, um die in der 6B dargestellte
Struktur zu erhalten. In dieser Figur stellt die Bezugsziffer 74 ein Kontaktelement
einer unteren Steuerelektrode dar, die Bezugsziffern 75 und 76 stellen
die Enden der miteinander zu verbindenden elektrischen Bahnen dar,
die Bezugsziffer 77 stellt eine untere Steuerelektrode
dar.
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Die 6C zeigt,
dass eine Opferschicht 78, beispielsweise aus Polyimid,
auf der Struktur abgeschieden worden ist und bis auf den höchsten Punkt der
Oxidschicht 71 eingeebnet worden ist.
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Die 6D zeigt,
dass eine Schicht 79 aus einem dielektrischen Material
auf der Struktur abgeschieden worden ist, die den Balken darstellt.
Es kann sich dabei um eine Si3Na-Schicht
mit einer Dicke von 0,5 μm
handeln. Durch Lithogravüre
wird in der Schicht 79 eine Öffnung 80 erzeugt,
um die Verschiebung des Kontaktelements des Mikroschalters im Bereich
der Enden der Bahnen 75 und 76 zu definieren.
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Anschließend wird
eine Metallabscheidung auf der Struktur vorgenommen. Es kann sich
dabei handeln um eine Schicht aus Gold mit einer Dicke von 0,5 μm. Eine Lithogravüre dieser
Schicht wird durchgeführt,
um das Kontaktelement der elektrisch leitenden Bahnen und die Auslösungselektroden
und oberen Schaltelektroden zu definieren. Das Ätzen dieser Schicht erlaubt
die Herstellung von elektrisch leitenden Elementen. Die 6E zeigt
das Kontaktelement 81, ein Kontaktelement 82 der
Auslösungselektroden
(nicht dargestellt), eine Schaltelektrode 83 und ein Kontaktelement 84 einer
Schaltelektrode.
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Die
Schicht 79 wird anschließend durch Lithogravüre behandelt,
um den Balken 85 zu definieren, wobei das Ätzen gestoppt
wird an der Opferschicht 78 (vgl. die 6F).
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Die
Opferschicht wird anschließend
durch trockene Ätzung
entfernt, beispielsweise durch eine Ätzung vom Sauerstoffplasma-Typ.
Man erhält
die in der 6G dargestellte Struktur.