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DE60306183T2 - Vorrichtung und verfahren zur reinigung und abdichtung eines bohrloches während formationsberwertung - Google Patents

Vorrichtung und verfahren zur reinigung und abdichtung eines bohrloches während formationsberwertung Download PDF

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DE60306183T2
DE60306183T2 DE60306183T DE60306183T DE60306183T2 DE 60306183 T2 DE60306183 T2 DE 60306183T2 DE 60306183 T DE60306183 T DE 60306183T DE 60306183 T DE60306183 T DE 60306183T DE 60306183 T2 DE60306183 T2 DE 60306183T2
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DE
Germany
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fluid
channel
extendable
formation
wall
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DE60306183T
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Matthias Meister
Wolfgang Herberg
Sven Krueger
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Baker Hughes Holdings LLC
Original Assignee
Baker Hughes Inc
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Publication date
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Publication of DE60306183T2 publication Critical patent/DE60306183T2/de
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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21BEARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
    • E21B49/00Testing the nature of borehole walls; Formation testing; Methods or apparatus for obtaining samples of soil or well fluids, specially adapted to earth drilling or wells
    • E21B49/08Obtaining fluid samples or testing fluids, in boreholes or wells
    • E21B49/10Obtaining fluid samples or testing fluids, in boreholes or wells using side-wall fluid samplers or testers
    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21BEARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
    • E21B37/00Methods or apparatus for cleaning boreholes or wells

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Description

  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • 1. Bereich der Erfindung
  • Diese Erfindung bezieht sich insgesamt auf das Prüfen von unter Tage befindlichen Formationen oder Reservoirs, und insbesondere auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Bewirken eines gereinigten und abgedichteten Bohrlochwandabschnitts für eine verbesserte Formationsfluidprobenahme aus einer den Wandabschnitt umgebenden Formation.
  • 2. Beschreibung des verwandten Standes der Technik
  • Die Formationsprüfung während des Bohrens ("FTWD" – Formation Testing While Drilling) ist eine Form einer Formationsbewertung, die die Aspekte der Drahtleitungsmessung in einem Bohrvorgang einschließt. Heutzutage werden Bohrlöcher dadurch gebohrt, dass ein Bohrmeißel gedreht wird, der an einem Bohrstrangende befestigt ist. Der Bohrstrang kann ein zusammengesetztes drehbares Rohr oder ein Wickelrohr sein. Zu einem Großteil der gegenwärtigen Bohraktivität gehört das gerichtete Bohren, d.h. das Bohren von Bohrlöchern, die von vertikalen und/oder horizontalen Bohrlöchern abzweigen, um die Kohlenwasserstoffgewinnung zu steigern und/oder um zusätzliche Kohlenwasserstoffe aus Erdformationen abzuziehen. Moderne Direktionalbohrsysteme verwenden im Allgemeinen einen Bohrstrang, der eine Bohrlochsohlenanordnung (BHA – Bottom Hole Assembly) und einen Bohrmeißel an deren einem Ende aufweist, der von einem Bohrmotor (Spülflüssigkeitsmotor) und/oder dem Bohrstrang gedreht wird. Eine Anzahl von Untertage-Vorrichtungen, die in unmittelbarer Nähe am Bohrmeißel angeordnet sind, misst bestimmte, dem Bohrstrang zugeordnete Bohrlochbetriebsparameter. Zu solchen Vorrichtungen gehören gewöhnlich Sensoren zum Messen der Bohrlochtemperatur des Bohrlochdrucks, Azimut- und Inklinationsmessvorrichtungen sowie eine Vorrichtung für den spezifischen Widerstand, um das Vorhandensein von Kohlenwasserstoffen und Wasser zu bestimmen. Zusätzliche Bohrlochinstrumente, die als Geräte zum Messen während des Bohrens (MWD – Measurement-While-Drilling)/(LWD – Logging-While- Drilling) bekannt sind, werden häufig an dem Bohrstrang befestigt, um die Formationsgeologie und die Formationsfluidbedingungen während der Bohrvorgänge zu bestimmen. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung schließt der Ausdruck Formationsprüfung während des Bohrens ("FTWD") MWD- und LWD-Versuche ein, ist jedoch nicht notwendigerweise darauf beschränkt.
  • Zum Erleichtern des Bohrprozesses und zum Aufrechterhalten eines gewünschten hydrostatischen Drucks in dem Bohrloch werden verschiedene Bohrfluide verwendet. Durch eine zentrale Bohrung wird ein unter Druck stehendes Bohrfluid (üblicherweise bekannt als "Spülflüssigkeit" oder "Bohrschlamm") in ein Bohrrohr gepumpt, um den Bohrmotor in Drehung zu versetzen und um für eine Schmierung von verschiedenen Teilen des Bohrstrangs, einschließlich des Bohrmeißels, zu sorgen. Die Spülflüssigkeit tritt aus dem Bohrstrang am Bohrmeißel aus und kehrt nach über Tage in einem Ringraum zwischen dem Bohrstrang und der Bohrlochwand zurück und fördert dabei Formationsfragmente ("Bohrklein"), die von dem drehenden Bohrmeißel zerkleinert sind. Der hier verwendete Ausdruck "Rückführfluid" soll ein Fluid bedeuten, welches Bohrfluid, Formationsfluid und Bohrklein aufweist, die nach über Tage zurückgeführt werden oder ansonsten in dem Ringraum vorhanden sind. Die Ausdrücke Bohrfluid, Spülflüssigkeit, sauberes Fluid oder dergleichen sollen ein Fluid in dem Bohrstrang und/oder ein Fluid in naher Beziehung zu irgendeinem Austrittskanal des Bohrstrangs bedeuten und im Wesentlichen frei von Bohrklein sein. Ein solches sauberes Fluid kann Bohrfluid sein, das von einer Stelle über Tage aus gepumpt wird, oder irgendein anderes, im Wesentlichen sauberes Fluid an dem Gerät.
  • Das saubere Bohrfluid, das gewöhnlich mit Zusatzstoffen über Tage gemischt wird, wird auch dazu verwendet, im Bohrloch befindliche Komponenten vor Korrosion zu schützen und eine spezifische Dichte aufrechtzuerhalten, die auf einem bekannten oder erwarteten Formationsdruck basiert. Das Rückführfluid in dem Ringraum wird gewöhnlich auf einem Druck gehalten, der etwas höher als der der umgebenden Formation ist. Der Ringraumdruck wird während bestimmter Prüfvorgänge, die die Gewinnung von Formationsfluid erfordern, reduziert.
  • Zu mehreren FTWD-Vorgängen gehören das Gewinnen von Fluid aus dem Reservoir, beispielsweise durch Abdichten eines Teils des Bohrlochs und durch Sammeln von Fluidproben aus der Formation. Zum Herstellen einer Abdichtung an der Bohrlochwand, um dadurch den Ringraum in wenigstens zwei Teile zu trennen, d.h. einen Teil, der ein abgedichteter Teil ist und Formationsfluid zum Prüfen enthält und wenigstens einen weiteren Ringraumteil, der hauptsächlich Rückführbohrfluid enthält, werden gewöhnlich bekannte Vorrichtungen, wie Packer, Schnorchelsonden und ausfahrbare Kissen verwendet. Ein Beispiel einer Formationsprüfvorrichtung ist in der WO 02/08571 offenbart, bei welcher ein Formationsfluid über ein Kissen gesammelt wird, das sich an der Bohrlochwand befindet. Das Verfahren nach dem Stand der Technik unterscheidet sich von dem des unabhängigen Anspruchs 1 der vorliegenden Erfindung dadurch, dass nur ein relativ nicht verunreinigtes Formationsfluid gewonnen wird, wenn der Bohrlochteil einer Spülung vor dem Versuch unterliegt.
  • Immer dann, wenn die Dichtungsvorrichtung nicht in der Lage ist, eine gute Abdichtung beizubehalten, kann der abgedichtete Teil mit Rückführfluid verunreinigt werden, oder eine Drucksteuerung in dem abgedichteten Teil wird aufgrund der Druckverbindung zwischen dem abgedichteten Teil und dem Rest des Ringraums nicht ausführbar.
  • Eine übliche Ursache für Abdichtungsprobleme ist das Vorhandensein von Bohrklein in dem Rückführfluid. Da die Dichtungsvorrichtung für den Eingriff mit der Bohrlochwand bewegt wird, wird Bohrklein oder werden dicke Schlammschichten zwischen der Abdichtvorrichtung und der Wand oder in dem abgedichteten Teil eingeschlossen. Im ersteren Fall ist die Abdichtung schlecht, so dass eine Leckstrom um die Abdichtung herum möglich ist. Im letzteren Fall können Bohrkleinstücke das Probenahmegerät verstopfen oder den Versuch auf andere Weise ungünstig beeinflussen. Das Bohrklein kann sich auch in einem Probenahmekanal absetzen, was die Fähigkeit der Probenahme beeinträchtigt oder unterbindet.
  • Wenn damit begonnen wird, Formationsfluid durch den abgedichteten Teil zu pumpen, wird zuerst die Schlammschicht entfernt und tritt in die Formationsprüfvorrichtung zusammen mit dem Formationsfluid ein. Der Schlamm verunreinigt die Probe und macht das Bestimmen bestimmter Formationsparameter schwieriger oder sogar unmöglich.
  • ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung spricht einige der vorstehend erörterten Nachteile an, indem eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Messen während des Bohrens bereitgestellt werden, die eine verbesserte Probenahme und Messungen von Parametern von Fluiden ermöglichen, die in einem Bohrloch enthalten sind, indem ein Teil der Bohrlochwand gereinigt wird, kurz bevor eine Dichtungsvorrichtung zum Abdichten des gereinigten Teils bewegt wird.
  • Bei einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Entnahme einer Fluidprobe aus einer Formation bereitgestellt. Zu dem Verfahren gehört das Transportieren eines Geräts in ein Bohrloch, das von der Formation umgeben ist, wobei ein Fluid, beispielsweise Bohrfluid, durch das Gerät unter Verwendung einer Fluidbewegungsvorrichtung gefördert wird, die sich an einer Stelle über Tage befindet. Während des Bohrens tritt das Bohrfluid aus dem Gerät an einem distalen Ende aus und kehrt nach über Tage als Rückführfluid in einem Ringraum zwischen dem Gerät und einer Bohrlochwand zurück. Das Rückführfluid enthält somit das Bohrfluid und Formationsfragmente. Das Bohrfluid wird von innerhalb des Geräts zu einem Teil der Bohrlochwand gerichtet, um die Fragmente in dem Rückführfluid weg von dem Wandteil zu entfernen und um die Dicke der Schlammschicht an der Bohrlochwand zu verringern. Zu dem Wandabschnitt wird ein Kissenelement bewegt, um den Wandabschnitt von dem Ringraum abzudichten. Dann wird ein Probenahmekanal im abgedichteten Wandabschnitt ausgesetzt, um eine Formationsfluidprobe aus der Formation zu entnehmen.
  • Bei einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung zum Reinigen eines Teils der Bohrlochwand bereitgestellt. Das Gerät wird in einem Bohrloch angeordnet, wobei das Gerät von einem Ringraum umgeben wird. Der Ringraum enthält Rückführfluid mit Fragmenten der Formation. Das Gerät hat sauberes Fluid innerhalb des Geräts, wobei das saubere Fluid aus dem Gerät an dem distalen Ende austritt und als Rückführfluid in dem Ringraum zwischen dem Gerät und einer Bohrlochwand nach über Tage zurückkehrt und das erste Fluid und Formationsfragmente enthält. Das Gerät hat eine Fluidablenkvorrichtung zum Richten des sauberen Fluids von innerhalb des Geräts zu einem Abschnitt der Bohrlochwand zum Ableiten der Fragmente in dem Rückführfluid weg von dem Wandabschnitt und zum Reduzieren der Dicke der Schlammschicht an der Bohrlochwand. Das Gerät hat auch ein Kissenelement, das an dem Gerät angeordnet ist und bezüglich des Wandabschnitts zum Abdichten des Wandabschnitts gegenüber dem Ringraum bewegbar ist. Dem abgedichteten Wandabschnitt wird für die Entnahme von Formationsfluid ein Probenahmekanal an dem Gerät ausgesetzt.
  • Bei einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein System zur Formationsprüfung während des Bohrens bereitgestellt. Das System hat eine Bohranlage zum Transportieren eines Bohr strangs in die Erde zum Bohren eines Bohrlochs. Mit dem Bohrstrang ist eine Über-Tage-Pumpe verbunden, um Bohrfluid in den Bohrstrang zu fördern. Das System hat ein Probenahmegerät zur Entnahme einer Formationsfluidprobe während des Bohrens. Das Gerät hat in sich sauberes Fluid, das aus dem Gerät an einem distalen Ende austritt und als Rückführfluid nach über Tage in einem Ringraum zwischen dem Gerät und einer Bohrlochwand zurückkehrt, wobei das Rückführfluid das erste Fluid und Formationsfragmente enthält. Das Gerät hat eine Fluidableitvorrichtung zum Richten des sauberen Fluids von innerhalb des Geräts gegen einen Abschnitt der Bohrlochwand zum Ablenken der Fragmente in dem Rückführfluid weg von dem Wandabschnitt und zum Verringern der Dicke der Schlammschicht an der Bohrlochwand. Das Gerät hat ferner ein an ihm angeordnetes Kissenelement, das bezüglich des Wandabschnitts zum Abdichten des Wandabschnitts gegenüber dem Ringraum bewegbar ist. Dem abgedichteten Wandabschnitt wird für die Entnahme einer Formationsfluidprobe ein Probenahmekanal ausgesetzt. Mit der Bohranlage ist eine über Tage befindliche Steuereinrichtung zum Steuern der Bohrvorgänge und des Geräts verbunden.
  • KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
  • Die neuen Merkmale dieser Erfindung sowie die Erfindung selbst werden aus den beiliegenden Zeichnungen zusammen mit der folgenden Beschreibung verständlich, in der gleiche Bezugszeichen sich auf ähnliche Teile beziehen und in denen
  • 1 eine Seitenansicht eines typischen Bohrsystems ist, das die vorliegende Erfindung einschließt,
  • 2 den Funktionsablauf eines Systems nach der vorliegenden Erfindung zeigt,
  • 3 eine Schnittansicht einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist,
  • 3A bis 3C ein Verfahren nach der vorliegenden Erfindung darstellen,
  • 4 eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist, bei welcher eine ausfahrbare Sonde verwendet wird, um sauberes Fluid zu einer Bohrlochwand zu leiten,
  • 4A und 4B weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zeigen, wobei die ausfahrbare Sonde von 4 ein ausfahrbarer Stabilisatorschild oder eine Steuerrippe ist,
  • 5 eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist, bei welcher sauberes Fluid zu einer Bohrlochwand aus einem Kanal an einem Bohrstrang geleitet wird,
  • 6A und 6B weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zeigen, bei denen sauberes Fluid zu einer Bohrlochwand durch zusätzliche Kanäle an einer ausfahrbaren Sonde geleitet wird, die einen Probenahmekanal hat, und [im englischen Text folgt eine Wiederholung der Kurzbeschreibung von 3 bis 6B – Anmerkung des Übersetzers]
  • 7 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens nach der vorliegenden Erfindung ist.
  • BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
  • 1 ist eine Seitenansicht eines Systems zum gleichzeitigen Bohren und Messen, das eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält. In den Boden wird ein Bohrloch 102 zur Steuerung einer Über-Tage-Ausrüstung gebohrt, zu der eine Bohranlage 104 gehört. Gemäß einer herkömmlichen Anordnung hat die Anlage 104 einen Bohrturm 106, einen Bohrturmflur 108, Hebewerke 110, einen Haken 112, eine Mitnehmerstangenverbindung 114, einen Drehtisch 116 und einen Bohrstrang 118. Der Bohrstrang 118 hat ein Bohrrohr 120, das an dem unteren Ende der Mitnehmerstangenverbindung 114 und an dem oberen Ende eines Abschnitts befestigt ist, der eine Vielzahl von Schwerstangen aufweist. Zu den Schwerstangen gehören nicht gesondert gezeigte Schwerstangen, wie eine obere Schwerstange, eine dazwischenliegende Untergruppenschwerstange und eine untere Schwerstange der Bohrlochsohlenanordnung (BHA) 121 unmittelbar unter der Zwischenuntergruppe. Das untere Ende der BHA 121 trägt ein Bohrlochgerät 122 der vorliegenden Erfindung und einen Bohrmeißel 124.
  • Aus einer Spülflüssigkeitsgrube 128 wird durch eine Spülflüssigkeitspumpe 130 sauberes Bohrfluid 126 über einen Druckstoßunterdrücker 132 durch eine Spülflüssigkeits-Zuführungsleitung 134 in einen Spülbohrkopf 136 umgewälzt. Das saubere Bohrfluid 124 strömt nach unten durch die Mitnehmerstangenverbindung 114 und eine Längszentralbohrung in dem Bohrstrang sowie durch Düsen (nicht gezeigt) in der unteren Fläche des Bohrmeißels.
  • Das Rückführfluid 138, das Bohrspülflüssigkeit, Bohrklein und Formationsfluid enthält, strömt durch den Ringraum zwischen der Außenfläche des Bohrstrangs und der Innenfläche des Bohrlochs zurück für die Umwälzung nach über Tage, wo es durch eine Spülflüssigkeitsrückführleitung 142 zur Spülflüssigkeitsgrube zurückgeführt wird. Ein Rüttelsieb (nicht gezeigt) trennt Formationsbohrklein von der Bohrspülflüssigkeit, bevor die Spülflüssigkeit zur Spülflüssigkeitsgrube zurückgeführt wird.
  • Das System in 1 kann jedes herkömmliche Telemetrieverfahren und alle herkömmlichen Telemetrievorrichtungen für die Kommunikation zwischen den Komponenten über Tage und im Bohrloch verwenden. Bei der gezeigten Ausführungsform werden Spülflüssigkeits-Impulstelemetrieverfahren zur Übermittlung von Daten vom Bohrloch nach über Tage während der Bohrvorgänge verwendet. Zum Empfang von Daten über Tage ist ein Wandler 144 in der Spülflüssigkeitszuführleitung 132 vorgesehen. Dieser Wandler erzeugt elektrische Signale ansprechend auf Bohr-Spülflüssigkeitsdruckänderungen, und ein über Tage befindlicher Leiter 146 überträgt die elektrischen Signale zu einer über Tage befindlichen Steuereinrichtung 148.
  • Wenn es zweckmäßig ist, kann der Bohrstrang 118 einen Bohrmotor 155 im Bohrloch zum Drehen des Bohrmeißels 124 aufweisen. In den Bohrstrang 118 ist über den Bohrmeißel 124 das Bohrlochgerät 122 der vorliegenden Erfindung eingeschlossen, das nachstehend im Einzelnen beschrieben wird. An einer geeigneten Stelle am Bohrstrang 118 befindet sich ein Telemetriesystem 152, beispielsweise über dem Gerät 122. Das Telemetriesystem 152 wird dazu verwendet, Befehle von über Tage über die vorstehend beschriebene Spülflüssigkeits-Impulstelemetrie zu empfangen und Daten nach über Tage über sie zu senden.
  • 2 ist ein Funktionsschema eines Systems 200 nach der vorliegenden Erfindung. Zum Fördern von sauberem Fluid 204 durch ein Gerät 206 nach der vorliegenden Erfindung wird eine Fluidbewegungsvorrichtung 202 verwendet. Das Gerät 206 hat ein Abdichtkissen 208 zum Abdichten eines Abschnitts einer Bohrlochwand und einen Fluidableiter 210 zum Ablenken von sauberem Fluid zu dem Bohrlochwandabschnitt hin.
  • Das Leiten von sauberem Fluid zu der Bohrlochwand hin, wo das Dichtungskissen abschließend abdichtet, säubert den Bereich von Bruchstücken, beispielsweise Formationsfragmenten ("Bohrklein") und Schlammschichten. Das Bohrklein wird gewöhnlich durch das Rück führfluid 212 suspendiert und/oder strömt darin, das in dem Ringraum zwischen dem Gerät und der Wand vorhanden ist.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat das System eine über Tage befindliche Steuereinrichtung 214 sowie ein Kommunikationssystem 216. Die über Tage befindliche Steuereinrichtung ist vorzugsweise eine übliche Über-Tage-Steuereinrichtung mit einem Prozessor, einer Benutzerschnittstelle, Speichervorrichtungen und Abgabevorrichtungen. Eine solche Steuereinrichtung ist ein übliches Tischrechnersystem mit programmierten Instruktionen zur Verwendung bei Bohrvorgängen und beim Formationsprüfen. Die über Tage befindliche Steuereinrichtung ist mit dem im Bohrloch befindlichen Gerät durch bekannte Verfahren und Vorrichtungen verbunden und kommuniziert über das Kommunikationssystem. Das Kommunikationssystem kann irgendein bekanntes System sein, das zum Übermitteln von Datensignalen zwischen einer über Tage befindlichen Steuereinrichtung und einem Bohrlochgerät verwendet wird, beispielsweise dem Gerät der vorliegenden Erfindung.
  • Die Fluidbewegungsvorrichtung 202 ist vorzugsweise eine typische Spülflüssigkeitspumpe, die dazu verwendet wird, Bohrfluid (Spülflüssigkeit) durch ein Bohrgerät strömen zu lassen. In einigen Fällen kann die Fluidbewegungsvorrichtung eine Pumpe sein, die für den Zweck vorgesehen ist, Fluid zu der Bohrlochwand zu leiten, während eine primäre Pumpe dazu verwendet wird, Fluid durch das Gerät so strömen zu lassen, dass es am Bohrlochmeißel (nicht gezeigt) austritt.
  • 3 ist ein Teilschnitt einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Zur Klarheit sind die vorstehend beschriebenen und in 1 gezeigten Komponenten in 3 nicht wiedergegeben und im Einzelnen hier nicht beschrieben. 3 ist eine fokussierte Ansicht einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, bei welcher sauberes Fluid 302 zu einem Bohrlochwandabschnitt durch einen Kanal 304 geleitet wird, der auch als Probenahmekanal für Formationsfluid verwendet wird.
  • Es ist ein Gerät 300 gezeigt, das in einem Bohrloch angrenzend an eine fluidführende Formation angeordnet ist. Das Gerät 300 hat in dieser Ausführungsform eine ausfahrbare Sonde 306, die an einem Stabilisator 328 angeordnet ist. Der Fachmann weiß, dass ein Stabilisator für das insgesamt zentrierte Halten des Bohrstrangs in dem Bohrloch zweckmäßig ist. Die ausfahrbare Sonde 306 hat einen Kolben 308, der in einer Kolbenkammer 310 bewegbar ist, sowie ein Dichtungskissen 312, das mit einem Ende des Kolbens 308 verbunden ist, wobei eine solche ausfahrbare Sonde insgesamt bekannt ist. Das Gerät 300 in dieser Ausführungsform hat eine Pumpe 314 zum Ausfahren und Zurückziehen des Kolbens 308, eine Durchflussleitung 316, die die Pumpe 314 mit der Kolbenkammer 310 verbindet, und ein Ventil (Kolbenventil) 318 zum Steuern des Durchflusses zur Durchflussleitung.
  • Die Ausführungsform von 3 hat eine Durchflussleitung 320, die einen internen Durchflussweg mit dem Kolben über ein Mehrstellungsventil 322 koppelt. Die Position des Mehrstellungsventil 322 ist durch Befehl von der über Tage befindlichen Steuereinrichtung (siehe 1 bei 148) wählbar. Eine gewählte Ventilstellung ermöglicht es beispielsweise, dass sauberes Fluid durch das Ventil strömt und durch den Probenahmekanal 304 austritt, um die Bohrlochwand in dem Bereich zu reinigen, wo eine Dichtung erwünscht ist. In einer anderen ausgewählten Stellung blockiert das Ventil 302 das Strömen des sauberen Fluids durch die Sonde 308 und ermöglicht es, dass Formationsfluid in den Kanal eintritt. Das Formationsfluid strömt durch eine andere Durchflussleitung 324 bei einer Proben- und/oder Prüfkammer 326. Man kennt eine Vielzahl von Bauweisen von Mehrstellungsventilen zum Steuern des Fluiddurchflusses, so dass sie hier nicht im Einzelnen beschrieben zu werden brauchen.
  • Die Verbindung zwischen der Durchflussleitung 320 für sauberes Fluid und dem Strömungsweg der Sonde 306 ist vorzugsweise eine abgedichtete Einheit, wenn sich die Sonde durch den Koppelungsbereich bewegt. Der Durchmesser der Durchflussleitung 320 ist vorzugsweise größer als der Durchmesser des Strömungswegs, um einen fortgesetzten Strom durch die Verbindung zu ermöglichen, wenn die Sonde zum Abdichten an der Bohrlochwand ausgefahren ist. Eine fortgesetzte Sondenbewegung mit dem Fluiddurchfluss kann auch dadurch erhalten werden, dass die Durchflussleitung 320 mit dem Sondendurchflussweg gekoppelt wird, wofür eine flexible Leitung (nicht gezeigt) verwendet wird, die in der Kolbenkammer aufgenommen ist.
  • Anhand von 3 und 3A bis 3C wird der Aspekt des Konzepts der vorliegenden Erfindung näher beschrieben. Wie in 3A gezeigt ist, ist in dem Bohrloch-Ringraumfluid ("Rückführfluid") üblicherweise Bohrklein 330 vorhanden. Zwischen dem Dichtungskissen 332 und der Bohrlochwand 334 kann etwas Bohrklein eingeschlossen werden, wie es in 3B gezeigt ist, wenn nicht eine Reinigung für das Bohrklein aus dem beabsichtigten Dichtungsbereich vorgenommen ist. Eingeschlossenes Bohrklein ist unerwünscht, da es die Dichtung zwi schen dem Gerät und der Wand leicht verschlechtern kann. Genauso unerwünscht ist die Möglichkeit, dass Bohrklein das Dichtungskissen beschädigen kann, da das Kissen mit einer relativ großen Kraft für den Eingriff mit der Wand ausgefahren wird.
  • Die Reinigung des Dichtungsbereichs von Bohrklein wird dadurch erreicht, dass sauberes Fluid 336 durch die Probenahmekanal 338 strömen gelassen wird, wenn das Dichtungskissen zu der Wand hin ausgefahren ist. Wenn sich das Dichtungskissen der Wand nähert, nimmt der Strömungsdruck natürlich zu und reicht aus, Bohrklein von dem Dichtungsbereich wegzulenken, wie es in 3C gezeigt ist. Auf diese Weise wird der Dichtungsbereich von potenziell schädigendem Bohrklein gereinigt.
  • Der Durchfluss von sauberem Fluid durch den Kanal wird gewöhnlich unterbrochen, kurz bevor das Kissen an der Wand abdichtet. Der Durchfluss kann sich jedoch fortsetzen, bis das Kissen voll ausgefahren ist und abdichtet. Im ersteren Fall ist das System so gestaltet, dass das Ventil automatisch schließt, indem es den Druck am Kanal erfasst und das Ventil schließt oder umschaltet auf seine Probenahmeposition nach Erreichen eines vorgegebenen Drucks. Im letzteren Fall kann das abgelenkte Fluid eine Form zum Aufrechterhalten eines Drucks am Kanal haben, um ein Bestätigen des Dichtungsbereichs zu vermeiden, wenn das Dichtungskissen gegen die Wand gedrückt wird.
  • 4 ist eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, bei welcher eine ausfahrbare Sonde verwendet wird, um sauberes Fluid zu der Bohrlochwand hin zu leiten. Gezeigt ist eine Seite eines Bohrlochgeräts 400 mit einer zentralen Bohrung 402, die den Durchfluss von Fluid 404 durch das Gerät ermöglicht. Das Gerät hat eine ausfahrbare Sonde 406 mit einem ausfahrbaren Kolben 408, der in einer Kolbenkammer 410 bewegbar ist, sowie ein Dichtungskissen 412, das mit einem Ende des Kolbens verbunden ist. Von einem Kanal 416 am Ende des Dichtungskissens aus erstreckt sich eine Probenahme-Durchflussleitung 414 für eine Verbindung des Kanals mit einer Prüf- und/oder Probenkammer 418. Wenn die Sonde ausgefahren ist und an der Bohrlochwand abdichtet, strömt Formationsfluid aus der Formation durch die Sonde 406 über die Probendurchflussleitung 414 für ein Prüfen im Bohrloch oder für ein Speichern und Transportieren nach über Tage. Der Fachmann kennt verschiedene Methoden für diese Art der Probenahme.
  • Die in 4 gezeigte Ausführungsform weist einen zweiten ausfahrbaren Kolben 420 auf, der genauso wie der Kolben 408 der Probenahmesonde arbeitet. Der zweite Kolben 420 ist beweglich in einer Kolbenkammer 422 aufgenommen, die mit einer Kolbensteuerpumpe 424 über eine Durchflussleitung 426 verbunden ist. Der Probenahme-Sondenkolben und der zweite Kolben können unter Verwendung einer einzigen Pumpe oder durch gesonderte Pumpen betrieben werden.
  • Der zweite Kolben 420 hat einen integralen Durchflussweg 428, der einen Kanal 430 am Ende des zweiten Kolbens mit einer Durchflussleitung 432 für sauberes Fluid verbindet. Die Durchflussleitung 432 für sauberes Fluid erstreckt sich von dem Durchflussweg 428 zu der zentralen Bohrung 402. Mit der Durchflussleitung 432 für sauberes Fluid sind eine Fluidpumpe 434 und ein Ventil 436 verbunden, um sauberes Fluid durch die Durchflussleitung für sauberes Fluid zu leiten. Das saubere Fluid wird durch den Durchflussweg 428 und aus dem Gerät heraus durch den Kanal 430 für sauberes Fluid geführt. Wie gezeigt, sind der Durchflussweg und der Kanal so angeordnet, dass das aus dem Gerät austretende saubere Fluid zu dem Bohrlochwandabschnitt geleitet wird, wo das Dichtungskissen an der Wand angreift. Auf diese Weise wird sauberes Fluid zum Reinigen des Dichtungsbereichs von Bohrklein oder zum Entfernen von Schlammkuchen gerichtet, wenn das Dichtungskissen für den Eingriff an der Wand ausgefahren wird.
  • Die vorliegende Ausführungsform braucht kein gleichzeitiges Ausfahren der Probenahmesonde und des zweiten Kolbens und sollte nicht so gebaut sein, dass sie dies benötigt. Diese beiden Elemente können gleichzeitig ausfahren und einfahren, der zweite Kolben kann zuerst ausgefahren werden und die Probenahmesonde kann zuerst zu einer Position (nicht gezeigt) ausgefahren werden, ohne voll an der Wand anzugreifen, und sich dann für den Dichtungseingriff mit der Bohrlochwand bewegen, nachdem der Wandabschnitt von Bohrklein gereinigt worden ist.
  • Der Fachmann weiß, dass der Umfang der vorstehend beschriebenen und in 4 gezeigten Ausführungsform andere ausfahrbare Vorrichtungen einschließt, um den Reinigungsfluidkanal zur Bohrlochwand auszufahren. Beispielsweise kann der zweite Kolben 420, wie gezeigt, ein Greifer 420 sein. Gemäß 4A und 4B kann der zweite Kolben 420 alternativ ein ausfahrbarer Stabilisatorschild 420a oder eine ausfahrbare Lenkrippe 420b sein. Diese Vorrichtungen sind im Stand der Technik bekannt und brauchen hier nicht beschrieben zu werden.
  • Diese bekannten Vorrichtungen können leicht so angepasst werden, dass sie einen Durchflussweg 428 und einen Kanal 430 für sauberes Fluid aufweisen, um die Ergebnisse der vorliegenden Erfindung zu erreichen.
  • 5 ist eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, bei der sauberes Fluid zu einer Bohrlochwand aus einem Kanal an einem Bohrstrang gerichtet wird. 5 zeigt eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, die im Wesentlichen zu der Ausführungsform von 4 ähnlich ist, mit der Ausnahme des zweiten ausfahrbaren Kolbens. Diejenigen Komponenten, die im Wesentlichen identisch zu gleichen Komponenten sind, die vorstehend beschrieben und in 4 gezeigt sind, haben auch Bezugszeichen wie in 4. Einige in 4 gezeigten Komponenten sind in 5 nicht gezeigt. Diese nicht gezeigten Komponenten sollen trotzdem Teil der Ausgestaltung von 5 sein.
  • Die Ausführungsform von 5 hat eine Fluiddurchflussleitung 432 für sauberes Fluid, die sich von einem Kanal 502 in dem Gerät 500 zu der zentralen Bohrung erstreckt. Wie vorstehend beschrieben und in 4 gezeigt ist, sind eine Pumpe 434 und ein Steuerventil 436 mit der Durchflussleitung 432 für sauberes Fluid verbunden, um sauberes Fluid aus der zentralen Bohrung zum Kanal abzuleiten. Auf diese Weise arbeitet die Durchflussleitung 432 für sauberes Fluid, die Pumpe 434 und das Ventil 436 als Fluidablenker, um etwas von dem sauberen Fluid oder das gesamte saubere Fluid abzuleiten, so dass es aus dem Gerät in dem Kanal für sauberes Fluid austritt und die Bohrwand von Bohrklein reinigt.
  • Die Durchflussleitung 432 für sauberes Fluid und der Kanal 502 sind so angeordnet, dass das saubere Fluid, das aus dem Gerät austritt, zu der Bohrlochwand gerichtet wird, wo das Dichtungskissen 412 mit der Wand in Eingriff kommen soll. Auf diese Weise reinigt das saubere Fluid den Abdichtungsbereich von Bohrklein, wenn die Probenahmesonde 406 für den Eingriff mit und das Abdichten an der Bohrlochwand ausfährt.
  • 6A und 6B zeigen eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, bei welcher sauberes Fluid zu einer Bohrlochwand durch zusätzliche Kanäle an einer ausfahrbaren Sonde geleitet wird, die einen Probenahmekanal hat. Gezeigt ist ein Gerät 600, das in einem Bohrloch angrenzend an eine fluidführende Formation angeordnet ist. Das Gerät hat bei dieser Ausführungsform eine ausfahrbare Sonde 602. Die ausfahrbare Sonde hat einen Kolben 604, der in einer Kolbenkammer 606 bewegbar ist, sowie ein Dichtungskissen 608, das mit einem Ende des Kolbens verbunden ist. Ein Probenahmekanal 610 führt zu einem Durchflussweg 612, der ein Stück mit der Sonde bildet. Der Durchflussweg 612 verbindet eine Probenahmeleitung 614, sobald die Sonde für den Eingriff mit der Bohrlochwand voll ausgefahren ist.
  • Die ausfahrbare Sonde 602 hat zusätzliche integrale Durchflusswege 616, die zu einem oder mehreren Kanälen 618 für sauberes Fluid führen, die den Probenahmekanal umgeben. Die integralen Durchflusswege 616 schließen, wenn die Sonde ausgefahren ist, über eine Zwischenposition (nicht gezeigt) an entsprechende Durchflussleitungen 620 für sauberes Fluid an, bevor sie in ihre voll ausgefahrene Position gelangt. Die Durchflussleitungen 620 für sauberes Fluid führen von den integralen Durchflusswegen 616 zur zentralen Gerätbohrung 622. Mit den Durchflussleitungen für sauberes Fluid ist eine Pumpe 624 verbunden, um sauberes Fluid zwangsweise durch die Durchflussleitungen für sauberes Fluid und durch die integralen Durchflussleitungen zu führen, wenn die ausfahrbare Sonde sich durch die Zwischenposition bewegt.
  • 7 ist ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 700 nach der vorliegenden Erfindung. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung kann dadurch ausgeführt werden, dass die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung zum Einsatz kommt, die vorstehend beschrieben und in den 1 bis 6B gezeigt ist. Die Ausführungsformen der Vorrichtung sind jedoch nicht so ausgelegt, dass sie die Methoden auf die beschriebenen Vorrichtungen begrenzen.
  • In ein Bohrloch, das eine Kombination aus Formationsfluid und Teilchen, wie Bohrklein, enthält, das während des Bohrens des Bohrlochs erzeugt wird, wird ein Gerät eingebracht 702. Das Gerät wird angrenzend an eine von dem Bohrloch durchquerte Formation angeordnet 704. Zu dem Verfahren gehört das Strömenlassen eines sauberen Fluids 706 durch das Gerät und das Ableiten eines Teils oder des gesamten Fluids aus einem Hauptdurchflussweg, so dass es aus dem Gerät austritt. Das Fluid wird in dem Gerät so abgelenkt, dass das Austreten des sauberen Fluids auf eine gewünschte Stelle an der Bohrlochwand gerichtet ist, um den Wandbereich von Bohrklein zu reinigen.
  • Zu dem Verfahren gehört das Bewegen einer Dichtung 708, beispielsweise eines Kissens, gegen die Wandstelle, die von dem sauberen Fluid gereinigt wurde, um einen Abschnitt der Bohrlochwand von dem Ringraum zwischen dem Gerät und der Wand abzudichten. An dem abgedichteten Wandabschnitt wird ein Probenahmekanal ausgesetzt 710, und durch den Kanal wird eine Formationsprobe zum Prüfen und/oder Lagern für den Transport nach über Tage genommen.
  • Der Fachmann auf dem Gebiet der Formationsprüfung weiß, dass der das Bohrloch umgebende Schlammkuchen manchmal Durchflussprobleme aufweist, wenn Fluidproben genommen werden oder wenn Druckprüfungen ausgeführt werden. Der Schlammkuchen kann kompaktiert werden, was den Fluss aus der Formation beeinträchtigt. In anderen Fällen kann der Schlammkuchen zu locker sein, um eine gute Abdichtung zu erzeugen. Es wurden Gerät entwickelt, um diese Probleme zu überwinden, indem am Ende einer Probenahmesonde ein Schnorchel vorgesehen wird. Bei Probenahmegeräten mit einem Sondenschnorchel wird der Schnorchel durch den Schlammkuchen zum Formationsfels gedrückt.
  • Das Verfahren der vorliegenden Erfindung kann bei diesen Schnorchelsonden ebenso wie bei den hier beschriebenen Kissendichtungen zweckmäßig sein. Eine fakultative Verfahrensaktion ist das Entfernen eines Teils oder des gesamten Schlammkuchens 714 in dem Bereich, in welchem die Probenahmesonde mit der Bohrlochwand in Eingriff kommen soll. Der Schlammkuchen wird dadurch entfernt, dass sauberes Fluid mit einem höheren Mengenstrom aus dem Gerät strömen gelassen wird, so dass die Kraft des sauberen Fluidflusses den Schlammkuchen vollständig oder teilweise aus dem Bereich entfernt. Diese fakultative Wirkung gibt dem Schnorchel eine vorgebohrte Bahn durch den Schlammkuchen, so das das Drücken des Schnorchels gegen den Formationsfels leichter wird.
  • Bei den Ausführungsformen der Vorrichtung und des Systems der vorliegenden Erfindung hat der Ablenker 210 für sauberes Fluid eine integrale Drucksteuervorrichtung, die einen Zusatzdruck ermöglicht, um den oben beschriebenen fakultativen Schritt 714 zu erreichen. Die Vorrichtung kann einen düsenförmigen Abschnitt haben, um einen schnelleren Fluidfluss zu bewirken, oder die Vorrichtung kann eine Pumpendrehzahl-Steuereinrichtung sein.
  • Die Vorteile durch das Entfernen des Schlammkuchens sind nicht notwendigerweise auf Geräte mit einer Sonde mit einem Schnorchel am Ende beschränkt. Das Entfernen eines Teils oder des gesamten Schlammkuchens ist bei Verwendung von Geräten, die nur ein Kissen haben, zweckmäßig. Wenn der Schlammkuchen entfernt wird, bevor die Kissendichtung mit der Wand in Eingriff kommt, dichtet das Kissen an dem Formationsfels ab. Auf diese Weise wird der Formationsfluidfluss durch einen kompaktierten Schlammkuchen nicht beeinträchtigt.
  • Ebenso können auch Schlammkuchenfragmente Fluidproben nicht verunreinigen oder das Gerät nicht verstopfen.
  • Obwohl die spezielle Erfindung, wie sie hier gezeigt und im Einzelnen offenbart ist, vollständig in der Lage ist, die Ziele zu erreichen und die vorstehend angegebenen Vorteile bereitzustellen, ist klar, dass diese Offenbarung für die gegenwärtig bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung lediglich erläuternd ist und dass keine Beschränkungen außer denen beabsichtigt sind, die in den beiliegenden Ansprüchen beschrieben sind.

Claims (25)

  1. Verfahren zur Entnahme einer Fluidprobe aus einer Formation, bei welchem (a) ein Gerät in ein Bohrloch transportiert wird, das von der Formation umgeben ist, (b) ein erstes Fluid durch das Gerät unter Verwendung einer Fluidbewegungsvorrichtung gefördert wird, die sich an einer Stelle über Tage befindet, wobei das erste Fluid aus dem Gerät an einem distalen Ende austritt und zu der Stelle über Tage als Rückführfluid in einem Ringraum zwischen dem Gerät und einer Bohrlochwand zurückgeführt wird, wobei das Rückführfluid das erste Fluid und Bohrklein aufweist, (c) das erste Fluid aus dem Inneren des Geräts zu einem Teil der Bohrlochwand geleitet wird, um Material aus einem Bereich an der Bohrlochwand zu entfernen, (d) ein Polsterelement an den Wandabschnit bewegt wird, um den Wandabschnitt von dem Ringraum abzudichten und (e) ein erster Kanal dem abgedichteten Wandabschnitt ausgesetzt wird, um Formationsfluid aus der Formation als Probe zu nehmen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das Gerät in das Bohrloch an einem Gestängestrang transportiert wird und das erste Fluid ein Bohrfluid aufweist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das Leiten des ersten Fluids weiterhin das Steuern des Drucks des abgeleiteten ersten Fluids aufweist, um von dem Wandabschnitt wenigstens eine der Substanzen (i) etwas Schlammkuchen und (ii) Bohrklein zu entfernen.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das Leiten des ersten Fluids zu dem Wandabschnitt weiterhin das Leiten des ersten Fluids durch den ersten Kanal aufweist.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das Gerät weiterhin wenigstens einen zweiten Kanal und das Leiten des ersten Fluids zu dem Wandabschnitt weiterhin das Leiten des ersten Fluids durch den zweiten Kanal aufweist.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, bei welchem das Gerät weiterhin eine erste ausfahrbare Sonde aufweist, wobei das Polster an der ausfahrbaren Sonde angeordnet ist und der wenigstens eine zweite Kanal im Abstand von der ausfahrbaren Sonde angeordnet ist.
  7. Verfahren nach Anspruch 5, bei welchem das Gerät ein ausfahrbares Element aufweist, das im Abstand von dem Polsterelement angeordnet ist, wobei der zweite Kanal auf dem ausfahrbaren Element angeordnet ist, und das Verfahren weiterhin das Ausfahren des zweiten Kanals vor dem Leiten des ersten Fluids zu dem Wandabschnitt aufweist.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, bei welchem das ausfahrbare Element aus einer Gruppe ausgewählt wird, die aus (i) einer ausfahrbaren Sonde, (ii) dem ausfahrbaren Stabilisatorschild, (ii) einer Lenkrippe und (iv) einem Greiferelement besteht.
  9. Vorrichtung zum Nehmen einer Fluidprobe aus einer Formation (a) mit einem Gerät, das in einem Bohrloch angeordnet ist, das von einer Formation umgeben ist, (b) mit einer Fluidbewegungsvorrichtung an einer über Tage befindlichen Stelle, die mit dem Gerät zum Fördern eines ersten Fluids durch das Gerät verbunden ist, wobei das erste Fluid aus dem Gerät an einem distalen Ende austritt und als Rückführfluid zu der über Tage befindlichen Stelle in einem Ringraum zwischen dem Gerät und einer Bohrlochwand zurückgeführt wird, wobei das Rückführfluid das erste Fluid und Formationsfragmente aufweist, (c) mit einer Fluidableitvorrichtung zum Leiten des ersten Fluids von innerhalb des Geräts zu einem Abschnitt der Bohrlochwand zum Ableiten der Fragmente in dem Rückführfluid weg von dem Wandabschnitt, (d) mit einem Polsterelement, das an dem Gerät angeordnet ist und das bezüglich des Wandabschnitts für dessen Abdichtung von dem Ringraum bewegbar ist, und (e) mit einem ersten Kanal, der dem abgedichteten Wandabschnitt ausgesetzt ist, um eine Formationsfluidprobe zu nehmen.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, bei welcher das Gerät in das Bohrloch an einem Gestängestrang transportiert wird und das erste Fluid ein Bohrfluid aufweist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 9, welche weiterhin eine Drucksteuervorrichtung zum Steuern des Drucks des abgeleiteten ersten Fluids aufweist, um wenigstens etwas Schlammkuchen von dem Wandabschnitt zu entfernen.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 9, bei welchem die Fluidableitvorrichtung mit dem ersten Kanal verbunden ist und das erste Fluid zu dem Wandabschnitt durch den ersten Kanal geleitet wird.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 9, bei welcher das Gerät weiterhin wenigstens einen zweiten Kanal aufweist, der mit der Fluidableitvorrichtung verbunden ist, und das erste Fluid zu dem Wandabschnitt durch den wenigstens einen zweiten Kanal geleitet wird.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei welcher das Gerät weiterhin eine erste ausfahrbare Sonde aufweist, wobei das Kissen auf der ausfahrbaren Sonde angeordnet ist und der wenigstens eine zweite Kanal im Abstand von der ausfahrbaren Sonde angeordnet ist.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei welcher das Gerät weiterhin ein ausfahrbares Element aufweist, das im Abstand von dem Polsterelement angeordnet ist, wobei der wenigstens eine zweite Kanal an dem ausfahrbaren Element angeordnet ist.
  16. Vorrichtung nach Anspruch 15, bei welchem das ausfahrbare Element aus der Gruppe ausgewählt wird, die aus (i) einer ausfahrbaren Sonde, (ii) einem ausfahrbaren Stabilisatorschild und (iii) einer Lenkrippe besteht.
  17. Vorrichtung nach Anspruch 9, bei welcher das Gerät weiterhin wenigstens einen zweiten Kanal aufweist, der mit der Fluidableitvorrichtung verbunden ist, wobei der erste Kanal und wenigstens ein zweiter Kanal an dem Polsterelement angeordnet sind und das erste Fluid zu dem Wandabschnitt durch den wenigstens einen zweiten Kanal geleitet wird.
  18. System zur Formationsprüfung während des Bohrens (a) mit einer Bohranlage zum Bohren eines Bohrlochs in die Erde, wobei die Anlage ein Schlammumwälzsystem aufweist, um Bohrfluid durch einen Gestängestrang strömen zu lassen, (b) mit einem Gerät, das an dem Gestängestrang angeordnet ist und in das Bohrloch transportiert wird, wobei das Bohrfluid durch den Gestängestrang und durch das Gerät strömt, aus dem Gestängestrang an einem distalen Ende austritt und als Rückführfluid zu der Stelle über Tage in einem Ringraum zwischen dem Gestängestrang und einer Bohrlochwand rückgeführt wird, wobei das Rückführfluid Bohrfluid und Formationsfragmente aufweist, (c) mit einer Fluidableitvorrichtung in dem Gerät zum Leiten des Bohrfluids von innerhalb des Geräts zu einem Abschnitt der Bohrlochwand zum Ableiten von Fragmenten in dem Rückführfluid weg von dem Wandabschnitt, (d) mit einem Polsterelement, das an dem Gerät angeordnet ist und das in Beziehung zu dem Wandabschnitt zur Abdichtung des Wandabschnitts von dem Ringraum bewegbar ist, (e) mit einem ersten Kanal, der dem abgedichteten Wandabschnitt für das Nehmen einer Formationsfluidprobe ausgesetzt ist, und (f) mit einer über Tage befindlichen Steuerung zum Steuern wenigstens eines Teils eines Bohrvorgangs mit Formationsprüfung.
  19. System nach Anspruch 18, bei welchem das Gerät weiterhin eine Drucksteuervorrichtung zum Steuern des Drucks des abgeleiteten ersten Fluids aufweist, um wenigstens etwas Schlammkuchen aus dem Wandabschnitt zu entfernen.
  20. System nach Anspruch 18, bei welchem die Fluidableitvorrichtung mit dem ersten Kanal verbunden ist und das erste Fluid zu dem Wandabschnitt durch den ersten Kanal geleitet wird.
  21. System nach Anspruch 18, bei welchem das Gerät weiterhin wenigstens einen zweiten Kanal aufweist, der mit der Fluidableitvorrichtung verbunden ist, und das erste Fluid zu dem Wandabschnitt durch den wenigstens einen zweiten Kanal geleitet wird.
  22. System nach Anspruch 21, bei welchem das Gerät weiterhin eine erste ausfahrbare Sonde aufweist, wobei das Polster an der ausfahrbaren Sonde und der wenigstens eine zweite Kanal im Abstand von der ausfahrbaren Sonde angeordnet ist.
  23. System nach Anspruch 21, bei welchem das Gerät weiterhin ein ausfahrbares Element aufweist, das von dem Polsterelement im Abstand angeordnet ist, wobei der wenigstens eine zweite Kanal an dem ausfahrbaren Element angeordnet ist.
  24. System nach Anspruch 23, bei welchem das ausfahrbare Element aus der Gruppe ausgewählt wird, die aus (i) einer ausfahrbaren Sonde, (ii) einem ausfahrbaren Stabilisatorschild und (iii) einer Lenkrippe besteht.
  25. System nach Anspruch 18, bei welchem das Gerät weiterhin wenigstens einen zweiten Kanal aufweist, der mit der Fluidableitvorrichtung verbunden ist, wobei der erste Kanal und wenigstens ein zweiter Kanal an dem Polsterelement angeordnet sind und das erste Fluid zu dem Wandabschnitt durch den wenigstens einen zweiten Kanal geleitet wird.
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