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1. Gebiet
der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft eine Mehrpfadverzögerungsschätzung in Drahtloskommunikationssystemen und
insbesondere ein robusteres und flexibleres Verfahren und System
zum Schätzen
von Mehrpfadverzögerungen.
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2. Beschreibung des Standes
der Technik
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Bei
Codemultiplex- bzw. CMDA- und bei Breitbandcodemultiplex- bzw. WCDMA-Mobilkommunikationssystemen
wie dem Universalmobiltelekommunikationssystem bzw. UMTS werden
Daten unter Verwendung einer Spreizspektrummodulationstechnik übertragen,
wobei die Daten über
einen weiten Bereich von Frequenzen verstreut sind. Jedem Kanal
ist ein einzigartiger Spreizcode zugeordnet, der verwendet wird
zum Spreizen der Daten über
den Frequenzbereich. Der Spreizcode wird Pseudozufallsrauschcode
bzw. PN-Code genannt und setzt sich aus einer Binärfolge von
1en und 0en (oder 1en und –1en)
zusammen, die "Chips" genannt werden,
und die in einer Pseudozufallsweise verteilt sind und rauschartige
Eigenschaften haben. Die Anzahl der Chips, die verwendet werden
zum Spreizen eines Datenbits oder die Chips/Bit können variieren
und hängen
teilweise von der Datenrate des Verkehrskanals und der Chiprate
des Systems ab. Um die gesendeten Daten wiederzugewinnen, muss das
empfangene Signal mit demselben Spreizcode unter Verwendung derselben
Chiprate entspreizt werden. Zudem muss das Timing bzw. die Zeitabstimmung
der Demodulation synchronisiert sein, das heißt, der Entspreizcode muss
auf das Empfangssignal zu dem korrekten Zeitpunkt angewendet werden.
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Das
Erreichen eines geeigneten Timings kann bedingt durch Mehrpfadverzögerungseffekte
schwierig sein, bei denen dasselbe gesendete Signal entlang mehrerer
Strecken wandert und bei der Empfangseinheit zu unterschiedlichen
Zeiten ankommt. Beispielsweise wird Bezug genommen auf 1,
in der eine Empfangseinheit 100 das gesendete Signal von
einer Basisstation 102 auf einer direkten und nicht behinderten
Ausbreitungsstrecke (Strecke 1) empfängt. Jedoch gibt es in den
meisten Fällen
auch viele andere Ausbreitungsstrecken (zum Beispiel Strecke 2,
Strecke 3), da die Sendeantenne der Basisstation 102 nicht
eng genug fokussiert ist in irgendeiner gegebenen Richtung. Demnach
können
mehrere Instanzen desselben Signals bei der Empfangseinheit 100 zu
unterschiedlichen Zeiten empfangen werden, da Teile des Signals
von verschiedenen Objekten und Hindernissen (z.B. einem Haus 104,
einem Gebäude 106)
in der Umgebung reflektiert werden, bevor sie die Empfangseinheit 100 erreichen.
In der Rückwärtsrichtung
kann das Senden von der Empfangseinheit 100 zur Basisstation 102 ähnliche
Mehrpfadschwundeffekte erfahren.
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Die
meisten CDMA-basierten Systeme verwenden RAKE-Empfänger, die
imstande sind, die verschiedenen Mehrpfadsignale für einen
gegebenen Kanal zu identifizieren und nachzuverfolgen. Mehrpfadsignale mit ähnlichen
Ausbreitungsdistanzen können
dann kombiniert werden abhängig
von der Zeitauflösung
des Übertragungssystems
und dem momentanen Phasenzusammenhang der Mehrpfadsignale, um eine
unterscheidbare Mehrpfadkomponente zu bilden. Jede Mehrpfadkomponente
wird einem Entspreizer (RAKE-Finger) zugeordnet, der eine Kopie
des Spreizcodes hat, aber welche Kopie in der Zeit bezogen auf den
für die Direktpfadkomponente
verwendeten Spreizcode verzögert
ist. Der Betrag der Verzögerungszeit
in dem Entspreizer wird festgelegt, um mit der Pfadverzögerung der
entsprechenden Mehrpfadkomponente übereinzustimmen. Nach dem Entspreizen
werden die Mehrpfadkomponenten von den verschiedenen Entspreizern kohärent kombiniert
zum Erzeugen einer Schätzung
der gesendeten Daten oder Symbole.
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Um
die obige Anordnung wirksam zu gestalten, erfordert der RAKE-Receiver
aktuelle Kenntnis der Mehrpfadverzögerungen des Kanals. Diese
Kenntnis ist wichtig, um das Signal-zu-Störverhältnis des
erfassten Mehrpfadsignals zu maximieren. Zusätzlich wird die Wahrscheinlichkeit,
dass die erfassten Strecken gleichzeitig einen starken Schwund erfahren,
um so größer, je
kleiner die Anzahl der bei der Empfangseinheit verfügbaren Strecken
ist. Die Verwendung von Diversity oder das Weglassen davon können zu
ernsthaften und häufig
katastrophalen Verschlechterungen der Blockfehlerrate (BLER) führen.
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Eine
Art des Identifizierens der Mehrpfadsignale ist, nach mehreren Strecken über einen
Bereich der möglichen
Entspreizungsverzögerungen
zu suchen. Dieses Pfadsuchen kann erreicht werden durch Senden eines
Notsignals von der Basisstation und Anwenden einer Serie von vordefinierten
Entspreizungsverzögerungen
bei der Empfangseinheit. Wenn die vordefinierten Verzögerungen
mit den Ankunftszeiten der Mehrpfadsignale koinzidieren, wird dies
zu einer Kanalschätzung
größerer Magnitude
führen.
Das resultierende Verzögerungsprofil,
das ein komplexes Verzögerungsprofil
(CDP) oder ein Leistungsverzögerungsprofil
(PDP) sein kann, kann dann gegebenenfalls einer Spitzenwertdetektion
unterzogen werden und der Ort der Spitzenwerte wird dem RAKE-Empfänger als
Schätzungen
der Mehrpfadverzögerungen
des Kanals gemeldet.
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2 zeigt
ein beispielhaftes PDP eines gegebenen Kanals für einen Durchgang oder eine
Iteration der Pfadsuche. Die Vertikalachse in 2 repräsentiert
die Magnitude des erfassten Signals, während die Horizontalachse die
Größe der angewendeten
Verzögerung
repräsentiert.
Das PDP der 2 zeigt alle Signale, die durch
die Empfangseinheit empfangen werden einschließlich Rausch- und Interferenzsignalen.
Jedoch entsprechen nur die Spitzenwerte in dem PDP den Mehrpfadsignalen
des Kanals, welche Spitzenwerte gemeinsam die Impulsantwort des
Kanals bilden. In dieser Iteration schließt das Suchfenster (oder die
Verzögerungsspreizung)
insgesamt eine Anzahl von X-Verzögerungseinheiten
ein. Eine Verzögerungseinheit
kann beispielsweise 0,1 μs
sein und k-Verzögerungseinheiten
sind einfach k mal eine Verzögerungseinheit.
In nachfolgenden Iterationen oder Durchläufen kann das Suchfenster sowohl
in der Position (d.h., der Startzeitabstimmung) als auch der Größe (d.h.,
der Anzahl der Verzögerungseinheiten)
angepasst werden, um den RAKE-Empfänger kontinuierlich zu aktualisieren
mit den neuesten Mehrpfadverzögerungsschätzungen.
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Jedoch
sind die Verarbeitungs- und Energieverbrauchskosten für regelmäßiges Ausführen dieser Pfadsuchroutine
gewöhnlich
prohibitiv. Daher verwenden typische Verzögerungsschätzungen verkürzte Suchfenster,
reduzierte Sucherauflösung
und zusätzliche
Kurz-Sucher-Routinen zum Erzeugen von Schätzungen hoher Auflösung von
einigen Bereichen des PDP, beispielsweise den in 2 angezeigten
M-Verzögerungen. Selbst
mit diesen Reduzierungsmaßnahmen
wurde herausgefunden, dass die Aufgabe des geeigneten Planens der
Sucherdurchläufe
und der Positionierung des Suchfensters noch ernsthafte Schwierigkeiten
auferlegen kann unter vielen Kanalbedingungen. Folglich entkommen
einige Mehrpfadkomponenten der Erfassung, hierdurch sowohl das momentane
SIR (Signal-zu-Störverhältnis bzw.
signal-to-interference
ratio) und das verwendete Diversity in der Mehrpfadschwundumgebung
verschlechternd.
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Da
die Realisierung der Verzögerungssschätzfunktion
in RAKE-Empfängern von
den spezifischen Systemparametern und Hardwareressourcen abhängt, ist
es schwierig, eine universelle "beste" Lösung zu präsentieren,
die auf alle Systeme angewendet werden kann. Beispielsweise, obwohl
es eine Anzahl von Basisarchitekturen für Verzögerungsschätzung gibt, gibt es eine noch
größere Zahl
detaillierter Variationen davon. Trotzdem kann von einer weitgehend
fortschrittlichen und praktischen Implementierung eines Verzögerungsschätzers behauptet
werden, dass er folgende Stufen einschließt: Streckensucher, Abstimmfinger,
Streckenauflösung
und Aufspürung
und Sucherfensteranordnung und Planung.
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3 zeigt
einen Basisverzögerungsschätzer in
einem RAKE-Empfänger. Wie
zu sehen ist, schließt der
Verzögerungsschätzer 300 einen
Streckensucher 302 ein, Abstimmfinger 304, ein
Streckenauflösungs- und
Nachverfolgungsmodul 306 und ein Sucherfensteranordnungs-
und Planungsmodul 308, die alle wie gezeigt miteinander
verbunden sind. Der Streckensucher 302 ist eine Einrichtung,
die momentan Kanalimpulsantwortschätzungen (Komplex oder Leistung) über einen
Bereich von Verzögerungen
berechnet, die einen signifikanten Bruchteil der Maximalverzögerungsspreizung
bilden, die durch das System zugelassen ist. Das CDP oder PDP eines
gegebenen Verzögerungswertes
wird durch Korrelieren der empfangenen Daten nach Pilotsymbolen
mit einer geeignet verzögerten
Kopie der Spreizfolge geschätzt,
ein Verfahren, das im Stand der Technik wohlbekannt ist. Häufig wird
der Streckensucher 302 hauptsächlich als eine Vorrichtung
zum Erfassen des Vorliegens von Strecken verwendet und demnach kann
seine Ausgangsauflösung
irgendwie niedriger sein als die durch den RAKE-Empfänger erforderte
Auflösung.
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Abstimmfinger 304 sind
Einrichtungen zum Erzeugen eines hochauflösenden sofortigen CDP oder PDP über ein
enges Verzögerungsfenster,
beispielsweise die M Verzögerungen
in 2. Die Abstimmfinger 304 können M Entspreizer
einschließen,
wobei jeder Entspreizer auf eine der M benachbarten Verzögerungen abgestimmt
ist. Die Entspreizer der Abstimmfinger 304 sind ähnlich den
Entspreizern der RAKE- Finger
des Streckensuchers mit der Ausnahme, dass sie gewöhnlich näher zueinander
beabstandet sind. Aufgrund der hohen Auflösung werden Abstimmfinger 304 gewöhnlich verwendet
zum lokalen Verbessern der groberen PDP-Information, die durch die
Streckensucher 302 bereitgestellt wird.
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Das
Streckenauflösungs-
und Nachverfolgungsmodul 306 schließt einen Satz von Signalverarbeitungs-
und Logikalgorithmen ein, die die physikalische Streckenortsinformation
aus den Ausgangsgrößen des Streckensuchers 302 und
der Abstimmfinger 304 extrahieren. Diese Ortsinformation
wird dann als Verzögerungsschätzung für nachfolgende
RAKE-Empfängerstufen
festgelegt und eine Zuordnung distinkter Strecken zu RAKE-Fingern wird vorgenommen.
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Wenn
einmal zugeordnet, verbleiben die Zuordnungen konstant über eine
signifikante Zeit, um eine zuverlässige Leistungs- und Störschätzung zu
ermöglichen.
Der Grad der Komplexität
der Signalverarbeitungs- und Logikalgorithmen variiert signifikant
abhängig
von den Systemparametern und kann von einfacher Spitzenwerterfassung
bis zu hochkomplizierten Entfaltungs- und Filteralgorithmen reichen.
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Das
Planungs- und Fensteranordnungsmodul 308 schließt eine
Steuerlogik ein, die die Zeitabstimmung des Streckensuchers und
die Abstimmfingeraktivierung und ihre jeweiligen Fensterpositionen
für jeden Streckensucherzyklus
bestimmt. Das Timing der Aktivierung kann fest sein (periodisch)
oder es kann abhängen
von Signalen, die von der näheren
Umgebung herrühren,
während
die Positionierung gewöhnlich
von dem Ort der zuvor erfassten Strecke abhängt.
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Die
Art der Verzögerungsschätzungen,
die durch den in 3 gezeigten Verzögerungsschätzer 300 vorgesehen
sind, ist wirklich zeitnah dahingehend, dass für eine einfache Implementierung
ein spezieller Schritt nur basierend auf der Information ausgeführt werden
kann, die von der vorangehenden Stufe bereitgestellt wird. Jedoch
wird häufig
gefunden, dass solche speicherlosen Operationen unter gewissen herausfordernden
Kanalbedingungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen.
Unter niedrigen Signal-zu-Störverhältnis-Bedingungen
(SIR-Bedingungen) sind beispielsweise die Spitzenwerte des PDP bedingt
durch die physikalischen Pfade (Strecken) schwierig unmittelbar
zu unterscheiden. Schwundeffekte machen es auch schwierig, Strecken
basierend bloß auf
der momentanen Streckenmagnitude zu dem Zeitpunkt des Streckensucherdurchlaufs
zu erfassen und aufzuspüren.
Ferner ist für
Kanäle
mit weiter Verzögerungsspreizung
die präzise
Streckensucher-Fensteranordnung
kritisch, um das Verpassen von Strecken mit signifikanter Energie zu
vermeiden.
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Eine
Art des Abmilderns der obigen Probleme ist es, irgendeine temporäre Mittelwertbildung
(Filterung) an gewissen Punkten der Streckenerfassungs- und Steuerlogikstufen
aufzubauen (z.B. der Streckenauflösungs- und Aufspürungsstufe). Derart wurde gefunden,
dass erfolgreiche Performance des Verzögerungsschätzers auf der Systemebene recht
empfindlich ist in Bezug auf das Finden geeigneter Kombinationen
von Filterparametern. Diese Parameter wiederum hängen häufig von einer speziellen angestrebten
Kanalbedingung ab. Demgemäss
ist es wünschenswert,
eine robustere Verzögerungsschätzerarchitektur
bereitzustellen, die weniger empfindlich ist in Bezug auf schon
erwähnte
schwierige Kanalbedingungen.
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EP1033823 befasst sich mit
einem RAKE-Empfänger,
der einen Verzögerungsprofildetektor
einschließt,
eine Verzögerungsprofildurchschnittsbildungseinheit,
eine Gewichtungsfunktionseinheit, ein Schleifenfilter, eine Taktsteuerung
und einen Spreizcodegenerator. Der Datensymboldetektor und die Gewichtungsfunktionseinheit
empfangen jeweils als Eingangsgröße ein verzögertes Profil
und ein durchschnittliches verzögertes
Profil. Die Gewichtungsfunktionseinheit berechnet einen repräsentativen
Wert wie zum Beispiel eine Mitte der Streckenleistung. Der repräsentative
Wert wird durch die Gewichtungsfunktionseinheit in das Schleifenfilter
eingegeben, welches unmittelbare Schwankungen der Streckenorte glättet zum
Erzeugen eines Taktsteuersignals.
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Das
Taktsteuersignal wird der Taktsteuerung zugeführt, welche ein Taktsignal
steuert, um dem Spreizcodegenerator zugeführt zu werden. Der Spreizcodegenerator
wird in ein Abstimmungsfilter (Match-Filter) eingespeist, um eine
Zeitabstimmungs- bzw. Timing-Synchronisation zu bilden.
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EP0989685 befasst sich mit
einem RAKE-Empfänger,
in dem ein eine Signalleistungsverteilung angebendes Verzögerungsprofil
gemessen wird. Ein Interferenzschwingungsleistungswert wird basierend
auf dem gemessenen Verzögerungsprofil
geschätzt.
Gültige
Daten werden aus dem Verzögerungsprofil
basierend auf dem geschätzten
Interferenzschwingungsleistungswert extrahiert. Eine Vielzahl von
Korrelationsspitzenwertpositionen wird aus den extrahierten gültigen Daten
erfasst. Streckenzuordnung zu der RAKE-Empfangsschaltung wird basierend auf
den Korrelationsspitzenpositionen bestimmt.
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RESÜMEE DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung richtet sich auf ein robustes Verzögerungsschätzersystem
und ein Verfahren. In einigen Ausführungsformen schließt das Verzögerungsschätzersystem- und Verfahren einen
Durchschnitts-PDP-Puffer (APB) ein, der als eine Quelle von zuverlässiger Steuerinformation
dient für
andere Stufen des Verzögerungsschätzers. Die
PDP-Ausgangsgröße von jedem
Streckensucher- und Abstimmfingerdurchlauf wird akkumuliert in dem
Durchschnitts-PDF-Puffer,
welcher Durchschnitts-PDP-Schätzungen
aufbewahrt für
den gesamten zulässigen
Verzögerungsspreizbereich.
Das momentane (d.h., das derzeitige) PDP wird dann zu dem Durchschnitts-PDP
hinzuaddiert, beispielsweise unter Verwendung eines exponentiellen
Durchschnittsbildungsverfahrens. Der Durchschnitts-PDP-Puffer speichert
die Durchschnitts-PDP-Schätzung
sowie das Timing und andere Informationen bezüglich der Schätzung. Die
Information in dem Durchschnitts-PDP stellt die erforderliche Information
bereit und wird verwendet zum Steuern des Betriebs von allen individuellen Unterstufen
des Verzögerungsschätzprozesses.
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Im
Allgemeinen betrifft die Erfindung gemäß einem Aspekt einen Mehrpfadverzögerungsschätzer zur Verwendung
in einem Spreizspektrum-basierten Mobilkommunikationssystem. Der
Mehrpfadverzögerungsschätzer umfasst
ein Streckensuchermodul, das imstande ist, Kanalschätzungen
für einen
Kanal bei jeder der Vielzahl von Verzögerungen zu erhalten. Das Streckensuchermodul
ist konfiguriert zum Umsetzen eines momentanen Verzögerungsprofils
für den
Kanal basierend auf den Kanalschätzungen.
Der Mehrpfadverzögerungsschätzer umfasst
ferner ein Durchschnittsbildungsmodul, das mit dem Streckensuchermodul
verbunden ist. Das Durchschnittsbildungsmodul ist konfiguriert zum
Zusammenstellen eines Durchschnittsverzögerungsprofils für den Kanal
unter Verwendung des Momentanverzögerungsprofils und eines oder
mehrerer vorhergehender Verzögerungsprofile.
Der Mehrpfadverzögerungsschätzer umfasst
ferner einen an das Durchschnittsbildungsmodul verbundenen Verzögerungsprofilpuffer
der eingerichtet ist zum Speichern von Information bezüglich des
derzeitigen Verzögerungsprofils
und des Durchschnittsverzögerungsprofils.
Ein Spitzenwertdetektormodul ist mit dem Verzögerungsprofilpuffer verbunden
und ist konfiguriert, um Spitzenwerte in dem Durchschnittsverzögerungsprofil
zu erfassen und die Spitzenwerte über die Zeit nachzuverfolgen.
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Im
Allgemeinen betrifft die Erfindung gemäß einem anderen Aspekt ein
Verfahren des Schätzens
von Mehrpfadverzögerungen für einen
Kanal in einem Spreizspektrum-basierten Mobilkommunikationssystem. Das
Verfahren umfasst die Schritte des Definierens eines Satzes von
verfügbaren
Entspreizungsverzögerungen
für den
Kanal, des Veranlassens einer Streckensuche des Kanals unter Verwendung
der Verzögerungen zum
Erhalten von Kanalschätzungen
für den
Kanal bei jeder Verzögerung,
und des Umsetzens eines Momentanverzögerungsprofils für den Kanal
basierend auf den Kanalschätzungen.
Das Verfahren umfasst ferner das Berechnen eines Durchschnittsverzögerungsprofils
für den
Kanal unter Verwendung des Momentanverzögerungsprofils und eines oder
mehrerer vorangehender Verzögerungsprofile.
Die Spitzenwerte in dem Durchschnittsverzögerungsprofil werden dann erfasst
und über
die Zeit nachverfolgt.
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Es
sollte betont werden, dass der Ausdruck umfasst/umfassen, wenn in
dieser Beschreibung verwendet, herangezogen wird zum Spezifizieren
des Vorhandenseins von aufgeführten
Merkmalen, Ganzzahlen, Schritten oder Komponenten, aber das Vorhandensein
oder das Hinzufügen
eines oder mehrerer Merkmale, Ganzzahlen, Schritte, Komponenten
oder Gruppen davon nicht ausschließt.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Ein
detaillierteres Verständnis
des Verfahrens und Systems der vorliegenden Erfindung kann unter
Bezugnahme auf die folgende detaillierte Beschreibung gefunden werden,
wenn betrachtet im Zusammenhang mit den Zeichnungen, in denen zeigt:
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1 verschiedene
beispielhafte Mehrpfadausbreitungsstrecken;
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2 ein
beispielhaftes Leistungsverzögerungsprofil
und eine Kanalimpulsantwort für
einen gegebenen Kanal;
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3 ein
Mehrpfadverzögerungsschätzsystem
des Standes der Technik;
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4 ein
Mehrpfadverzögerungsschätzsystem
gemäß Ausführungsformen
der Erfindung; und
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5 ein
Mehrpfadverzögerungsschätzverfahren
gemäß Ausführungsformen
der Erfindung.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Nachfolgend
wird eine detaillierte Beschreibung der Zeichnungen wiedergegeben,
bei denen Bezugszeichen für
dieselben oder ähnliche
Elemente durchgehend mitgeführt
werden. Aus Gründen
der Beschreibungsökonomie
wird die Erfindung unter Bezugnahme auf ein Leistungsverzögerungsprofil
(PDP) beschrieben. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass die Erfindung
in gleicher Weise sowohl auf PDP als auch auf komplexe Verzögerungsprofile
(CDP) anwendbar ist.
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Ausführungsformen
der Erfindung stellen ein robustes Verfahren und System für das Schätzen von Mehrpfadverzögerungen
in einem Mobilkommunikationssystem bereit. In einigen Ausführungsformen
wird die PDP-Schätzung
von jedem Streckensucher- und Abstimmfingerdurchlauf addiert in
eine von vorangehenden Durchläufen
akkumulierte Durchschnitts-PDP-Schätzung. Ein Puffer wird verwendet
zum Speichern der Durchschnitts-PDP-Schätzung sowie zur Zeitabstimmung
bzw. zum Timing und für
andere Informationen bezüglich
der Schätzungen
einschließlich
dem Timinig der vorangehenden Aktualisierung für jeden Verzögerungswert
in dem Suchfenster. Der Durchschnitts-PDP-Puffer dient daraufhin
als eine zuverlässige
Quelle der Steuerinformation für
die anderen Stufen der Verzögerungsschätzfunktion
einschließlich
Spitzenwerterfassung, Abstimmfingeraktivierung, Streckensucheraktivierung
und Suchfensterpositionierung.
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Solch
eine Anordnung unterstützt
das Langzeitnachverfolgen von Mehrpfadkomponenten selbst über temporären Schwund
der Mehrpfadsignale hinweg, hierdurch exaktere Interferenz- und
Leistungsschätzungen ermöglichend.
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Nun
wird Bezug genommen auf 4, ein beispielhaftes Verzögerungsschätzsystem
gemäß einigen Ausführungsformen
der Erfindung wird unter Verwendung von Funktionsblockdiagrammen
erläutert.
Das Verzögerungsschätzsystem 400 schließt ein Streckensuchermodul 402 ein,
ein Abstimmfingermodul 404 und einen Durchschnitts-PDP-Puffer 406.
Der Durchschnitts-PDP-Puffer
enthält
eine PDP-Schätzung
in Bezug darauf, wo die wahren Streckenpositionen zu finden sind,
selbst wenn eine Strecke temporär,
bedingt durch beispielsweise geringfügige Bewegung der Empfangseinheit
oder Änderungen
in der umgebenden Umwelt verschwindet. Die Aufgabe des Streckensuchermoduls 402 ist
es, neue Aktivitäten
aufzudecken, die momentan nicht in dem Durchschnitts-PDP-Puffer reflektiert
werden und die Aufgabe des Abstimmfingermoduls 404 ist es,
PDP-Schätzungsaktualisierungen
für die
Regionen bereitzustellen, in denen derzeit erfasste Strecken existieren
basierend auf vorhergehenden Suchläufen des Streckensuchermoduls.
Der Durchschnitts-PDP-Puffer 406 wird dann verwendet zum
Bereitstellen einer Anzahl von logischen Unterstützungsfunktionen zum Ausführen der
Mehrpfadverzögerungsschätzungen.
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Eine
dieser Verzögerungsschätzungsunterstützungsfunktionen
bezieht das Melden der Verzögerungsschätzungen
an die RAKE-Empfängereinheit
(nicht ausdrücklich
gezeigt) ein. In einigen Ausführungsformen
wird das Verzögerungsschätzungsmelden
direkt von dem Durchschnitts-PDP-Puffer unter Verwendung eines Spitzenwertdetektionsmoduls 408 zum
Erfassen von Spitzenwerten in dem in dem Durchschnitts-PDP-Puffer
gespeicherten Durchschnitts-PDP ausgeführt. Die erfassten Spitzenwerte
werden dann als Bereiche, in denen eine Mehrpfadkomponente existiert,
gemeldet. Das Spitzenwertdetektionsmodul 408 verwendet
auch den Durchschnitts-PDP-Puffer zum Bereitstellen von Streckennachverfolgung
oder Abbildung einer speziellen Strecke auf eine spezifische Spitzenwertposition
in der gemeldeten Liste von Spitzenwerten.
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Eine
andere Verzögerungsschätzunterstützungsfunktion
bezieeht das Anordnen oder Positionieren von Streckensucherfenstern
in der Zeit ein. In einigen Ausführungsformen
wird das Anordnen von Streckensucherfenstern durch ein Gewichtszentrumsberechnungsmodul 410 unter
Verwendung der in dem Durchschnitts-PDP-Puffer gespeicherten Information
gesteuert. Genauer berechnet das Gewichtszentrumberechnungsmodul 410 das
Gewichtszentrum COG (siehe Gleichung (3) unten) des in dem Durchschnitts-PDP-Puffer gespeicherten
Durchschnitts-PDP. Dieses Gewichtszentrum kann dann verwendet werden
zum Steuern des Anordnens des Streckensucherfensters. Beispielsweise
kann das Streckensucherfenster vorwärts oder rückwärts in der Zeit angeordnet
werden, um das Gewichtszentrum des Durchschnitts-PDP in der Nähe des Zentrums des Streckensucherfensters
zu halten. Eine solche Anordnung liefert dem Streckensucherfenster
die maximale Wahrscheinlichkeit des Einfangens aller signifikanten
Mehrpfadkomponenten.
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Obwohl
die obige beispielhafte Ausführungsform
Gewichtszentrumsberechnungen verwendet, ist der verwendete spezielle
Fensteranordnungsalgorithmus nicht kritisch für die Durchführung der
Erfindung. Andere Algorithmen basierend auf beispielsweise der von
dem PDP eingefangenen Energie können
ebenfalls verwendet werden, ohne vom Schutzbereich der Erfindung
abzuweichen.
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Noch
eine andere Verzögerungsschätzunterstützungsfunktion
bezieht das Anordnen oder Positionieren der Abstimmfingerfensterzeit
ein. In einigen Ausführungsformen
wird das Anordnen der Abstimmfingerfenster durch das Spitzenwerterfassungsmodul 408 basierend
auf den in dem Durchschnitts-PDP-Puffer gespeicherten, im Durchschnitts-PDP
erfassten Spitzenwerten gesteuert. Wie zuvor erwähnt, kann das Abstimmfingerfenster
verwendet werden zum Glattschleifen von Regionen der PDP-Schätzung, bei
denen Mehrpfadkomponenten zu existieren scheinen. Spezieller werden
bestimmte Spitzenwerte, die basierend auf dem Bemittelten PDP erfasst
worden sind, einem der mehreren Abstimmfinger des RAKE-Empfängers zugewiesen. Der
Abstimmfinger veranlasst daraufhin eine hochauflösende Streckensuche in der
Region, um das PDP in der Region exakter zu schätzen.
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Noch
eine andere Verzögerungsschätzungsunterstützungsfunktion
bezieht das ungeplante Aktivieren oder Veranlassen des Streckensuchers
ein. Eine ungeplante Streckensuche wird veranlasst, wenn ein gewisses
Schwellwertereignis oder Ereignisse auftreten und die PDP-Schätzung aktualisiert
werden muss mit den jüngsten
Schätzungen.
Beispielsweise kann die PDP-Schätzung
aktualisiert werden müssen,
wenn eine plötzliche
oder rasche Reduzierung der sofortigen PDP-zu-Durchschnitts-PDP-Korrelation unterhalb
einem gewissen Schwellwert auftritt. In manchen Ausführungsformen
wird das Erfassen des Schwellwertereignisses durch ein Korrelationsauslösemodul 412 erreicht,
das die in dem Durchschnitts-PDP-Puffer gespeicherte Durchschnitts-PDP
verwendet. Das Korrelationsauslösemodul 412 führt eine
Korrelation zwischen der momentanen (d.h., der sofortigen) PDP-Schätzung und
der Durchschnitts-PDP aus zum Bestimmen, ob es irgendeine plötzliche Änderung
in der Mehrpfadumgebung gibt. Wenn das Korrelationsauslösemodul 412 ein
Schwellwertereignis erfasst, sendet es ein Signal zu dem Streckensuchermodul 402,
um eine Streckensuche zum Zwecke des Aktualisierens der PDP-Schätzung zu
veranlassen. Ein solches ungeplantes Streckensuchaktivierungsschema
ermöglicht
es, dass die Folgefrequenz von regelmäßigen geplanten Streckensuchen
reduziert wird ohne eine Verschlechterung der Genauigkeit der PDP-Schätzungen.
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Ein
Durchschnittsbildungsmodul 414 führt den Task bzw. die Aufgabe
des Addierens der Momentan-PDP-Schätzung zu der Durchschnitts-PDP
aus. In einigen Ausführungsformen
verwendet das Durchschnittsbildungsmodul 414 eine gewichtete
oder exponentielle Durchschnittsbildungsfunktion zum Addieren der
Momentan-PDP-Schätzung
zu der Durchschnitts-PDP. Solch eine exponentielle Durchschnittsbildung
hat einen Vorteil dahingehend, dass jüngere PDP-Schätzungen
mit einem größeren Gewicht
versehen werden in der Durchschnitts-PDP, um die derzeitige Mehrpfadumgebung
zu reflektieren während
des Aufrechterhaltens des Speichers der temporär verschwundenen Mehrpfadsignale.
In einigen Ausführungsformen
schließt
das Durchschnitts-PDP Schätzungen
in Bezug auf den gesamten zulässigen
Verzögerungsspreizbereich
ein. Zudem kann in einigen Ausführungsformen
die Durchschnittsbildungskonstante angepasst werden, um mit der Kanalvariationsrate
zusammenzupassen. Die Durchschnittsbildungskonstante steuert wie
unten beschrieben werden wird die Rate, bei der der Effekt der historischen
Daten von der Durchschnitts-PDP-Schätzung entfernt wird.
Der Betrieb des Durchschnittsbildungsmoduls 414 wird nun
erläutert.
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Sei
die Schätzung
der derzeitigen PDP für
eine Verzögerung
k an einem Schlitz l a (l) / k. Der Schlitz l kann ein Sendeintervall wie
zum Beispiel der Leistungssteuerschlitz bei WCDMA sein. Das derzeitige
PDP a (l) / k kann beispielsweise berechnet werden durch Korrelieren der
empfangenen Pilotsymbole mit der relevanten Spreizfolge, die verzögert wird
um k Verzögerungseinheiten.
Korrelation kann beispielsweise kohärente und/oder nicht-kohärente Akkumulation über einige
Pilotsymbole oder Schlitze einbeziehen. Dieses Verfahren des Schätzens des
PDP ist im Stand der Technik wohlbekannt und wird hier nicht beschrieben.
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Sei
die Durchschnitts-PDP-Schätzung
für eine
Verzögerung
k beim Schlitz l gegeben durch g (l) / k und sei angenommen, dass die letzte
Aktualisierung dieser Verzögerung
beim Schlitz L
k aufgetreten ist. Das Durchschnitts-PDP
kann aktualisiert werden mit der Momentan-PDP-Schätzung (d.h.
der derzeitigen PDP-Schätzung)
in Übereinstimmung
mit der folgenden Gleichung:
wobei ⌀ die Durchschnittsbildungskonstante
repräsentiert.
In einigen Ausführungsformen,
wie oben erwähnt, kann
die Durchschnittsbildungskonstante ⌀ eine exponentielle Zeitkonstante
von N
d Schlitzen sein, wobei N
d ausreichend
lang festgelegt werden sollte, um einige Schwundzyklen unterzubringen.
Beachte jedoch, dass kürzere
Werte von N
d eine schnellere Reaktionszeit
liefern, wenn plötzliche
Kanaländerungen
auftreten. Idealerweise kann eine Dopplerschätzung, die die Kanalvariationsrate
beschreibt, verwendet werden zum Anpassen von N
d um
zu dem Kanal zu passen. In jedem Fall kann die Gleichung für ⌀ ausgedrückt werden
als:
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Wenn
keine momentane PDP-Schätzung
a (l) / k verfügbar
ist für
eine Verzögerung
k, dann kann das Durchschnitts-PDP ausgedrückt werden aus Gleichung (1)
als g (l) / k = g (l–1) / k. Andererseits, wenn a (l) / k vorliegt, aber a (l) / k noch nicht initialisiert
worden ist, dann kann das Durchschnitts-PDP ausgedrückt werden
als g (l) / k = a (l) / k. Beachte, dass in einer bevorzugten Ausführungsform
die Durchschnitts-PDP-Information g (l) / k über den gesamten Bereich der
möglichen
Streckenverzögerungen
beibehalten wird. In einer alternativen Ausführungsform wird die Durchschnitts-PDP-Information g (l) / k nur
beibehalten für
Regionen des PDP, in denen es momentan vorliegende Strecken gibt.
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Das
Durchschnitts-PDP kann daraufhin verwendet werden als eine Quelle
der PDP-Schätzung
für die anderen Verzögerungsschätzunterstützungsfunktionen.
Beispielsweise kann in einigen Ausführungsformen das Schwerpunktsberechnungsmodul
410 die
Streckensucherfensteranordnung basierend auf dem Durchschnitts-PDP,
g (l) / k folgendermaßen
bestimmen:
wobei
j einen Chip repräsentiert,
T (l) / k ein vorbestimmter Schwellwert PDP (nachstehend definiert) ist,
und der Schwerpunkt gegeben wird in Form von Chips. Zudem wird für jeden
Chip j die Verzögerungsposition
des maximalen PDP-Wertes
innerhalb des Chips folgendermaßen
bestimmt:
wobei n
0 die Überabtastrate
ist. Daher wird für
eine Fensteranordnungsbestimmung nur ein Chip in der Schwerpunktsberechnung
eingeschlossen sein. Aus Gleichung (4) kann T (l) / k folgendermaßen ausgedrückt werden:
wobei β
1 und β
2 systemabhängige Schwellwerte
sind (vielleicht heuristisch ausgewählt, d.h., β
1 =
0,1 und β
2 = 2) und I
0 die
geschätzte
mittlere Interferenzleistung kennzeichnet. Der Term I
0 kann
beispielsweise berechnet werden unter Verwendung der durch die RAKE-Finger
bereitgestellten Interferenzschätzungen.
Schwellwertbildung reduziert die Versatzwirkung von Interferenz-induzierten
Beiträgen
in dem Durchschnitts-PDP, g (l) / k. Demnach ist für die begrenzte Anordnungsbestimmung
nur die Verzögerung
für den j-ten
Chip in der Schwerpunktsberechnung eingeschlossen, wenn ihr PDP-Wert
ausreichend groß ist
(d.h., mindestens 0,1x) verglichen mit dem Maximal-PDP-Wert über das
gesamte PDP, und signifikant größer ist
alls der Interferenz-induzierte Rauschtepppich.
-
Bei
gegebenem berechnetem Schwerpunkt kann das Streckensuchfenster derart
angeordnet werden, dass die meiste der Kanalleistung durch das Fenster
eingefangen würde.
Beispielsweise kann das Fenster angeordnet werden, dass 1/3 der
Fensterlänge
vor dem Schwerpunktswert liegt. Zum Erfassen von Aktivität außerhalb
des nominellen Suchbereichs kann das Streckensuchfenster periodisch
außerhalb
der durch den Schwerpunkt vorgeschlagenen Grenzen angeordnet werden.
-
In
einigen Ausführungsformen
kann das Durchschnitts-PDP auch durch das Spitzenwertdetektionsmodul
408 verwendet
werden zum Identifizieren des Vorliegens von Mehrpfadkomponenten.
Weil der Durchschnitts-PDP-Puffer vorzugsweise auf einer Zeitskala
Bemittelt wird, die langsamer ist als die Schwundrate, aber viel
schneller als die physikalische Streckenbewegung (Verzögerungsschwankung),
können
die Inhalte des Durchschnitts-PDP-Puffers auch verwendet werden
zum Schätzen
der individuellen Streckenverzögerungen.
Beispielsweise kann eine gewünschte
Streckenverzögerung
geschätzt
werden als Ort des maximalen Durchschnitts-PDP Demnach wird für jede gewünschte Streckenverzögerung t (l) / n bei
einem Schlitz l g (l) / k Spitzenwert-detektiert und der Ort des Spitzenwertes
kann folgendermaßen
ausgedrückt
werden:
-
In
einigen Ausführungsformen
wird eine Schwellwertbedingung (siehe
2) auferlegt,
beispielsweise erfordernd, dass
gilt (wobei der Schwellwert β heuristisch
bestimmt werden kann). Das Erfordernis, dass die Leistung von der n-ten
gemeldeten Strecke beim Schlitz l mindestens gleich einem gewissen
Bruchteil der Leistung der ersten Strecke ist, kann die Beiträge von Rauschen
und/oder impulsförmigen
Seitenkolben reduzieren. Eine Region um t (l) / n, der einer minimalen Streckenraumeinschränkung entspricht,
beispielsweise einem Chip, wird dann von weiteren Spitzenwerterfassungsoperationen
ausgeschlossen durch Festlegen von g (l) / k = 0 für k = t (l) / n – M/2...t (l) / n + M/2.
Dann
wird der Spitzenwerterfassungszyklus unter Verwendung von Gleichung
(6) wiederholt, bis das erforderliche N
r der
Verzögerungen
t (l) / n gemeldet worden ist (d.h., n = 1...N
r).
Durch Hinzufügen
eines einfachen Positionsbuchführungsalgorithmus,
wobei eine spezielle Verzögerung
in einer konsistenten Position in der Liste der Verzögerungen
gemeldet wird, erzielt dieses Reihenfolgenbildungsverfahren automatisch
die Nachverfolgungsaufgabe, da für
echte Strecken der Spitzenwert in dem Durchschnitts-PDP-Puffer für eine ausgedehnte
Zeit vorhanden bleibt.
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In
einigen Ausführungsformen
kann das Durchschnitts-PDP auch verwendet werden durch das Spitzenwerterfassungsmodul 408 zum
Anordnen der Abstimmfinger. Beispielsweise sei Nf eine
Darstellung der Anzahl der Abstimmfinger. Dann werden zwei Arten
von Informationen verwendet, um die Nf Abstimmfinger beim
Schlitz l anzuordnen. Zuerst wird die Verzögerung t (l–1) / n, wobei n = 1...Nr, die bei dem (l – 1) -ten Schlitz gemeldet
wird, als Fenstermittelpunkt ausgewählt. Ein temporärer Puffer
von zulässigen
PDP-Positionen vk wird beibehalten, an denen
anfangs gilt vk = g (l) / k. Jedes Mal, wenn ein
Abstimmfingerfenster der Breite M zugeordnet wird, wird die Umgebungsregion
gelöscht:
(vk = 0) für k = t (l) / n – M/2...t (l) / n + M/2. Dieser Schritt
stellt sicher, dass die Bereiche mit voraussichtlich guten Eigenschaften
in angemessener Weise in g (l) / k aktualisiert werden und für die Meldung
im momentanen Schlitz berücksichtigt
werden, und dass keine überlappenden
Finger in nächster
Nähe angeordnet
werden.
-
Die
verbleibenden Nf – Nr-Abstimmfinger
werden dann an Orten angeordnet, die durch die Durchschnitts-PDP-Daten
bestimmt werden. Für
jeden Finger wird vk Spitzenwert-detektiert
und ein Abstimmfingerfenster wird an der Position des Spitzenwertes
zentriert. Noch einmal, der Umgebungsbereich von vk wird
gelöscht
zum Vermeiden von Überlappungen,
wenn die PDP-Schätzungen
in den Abstimmfingerfenstern berechnet werden. Dieser Teil des Prozesses
stellt einen Mechanismus bereit zum Wiedereinfangen von Strecken, die
durch Schwund verschwunden waren, aber noch nicht von dem Durchschnitts-PDP
verschwunden sind.
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In
einigen Ausführungsformen
kann das Durchschnitts-PDP auch verwendet werden durch das Korrelationsauslösemodul
412 zum
Erfassen von Schwellwertereignissen. Das Erfassen der Schwellwertereignisse kann
dann verwendet werden zum Veranlassen einer ungeplanten Streckensuche,
um die PDP-Schätzung zu aktualisieren.
Diese Erfassung kann bestimmt werden in einer Korrelation zwischen
der Momentan-PDP-Schätzung und
dem Durchschnitts-PDP folgendermaßen vorgenommen werden. Beachte
den vollen Satz an Verzögerungspositionen,
der durch die Abstimmfinger im Schlitz l durch D
l abgedeckt
wird. Die N
f Abstimmfinger, jeder mit einer
Fensterlänge
M (d.h., M Verzögerungseinheiten,
siehe
2), erzeugt dann eine Momentan-PDP-Schätzung b (l) / k.
Das Ergebnis ist eine Gesamtheit von M·N
f Verzögerungswerten
in dem Satz D
l, das heißt, k ϵ D
l.
Die Übereinstimmung
zwischen der Momentan-PDP-Schätzung und
dem Durchschnitts-PDP kann dann abgeschätzt werden durch Berechnen
des Korrelationsproduktes:
-
Manchmal
tritt ein Schwellwertereignis wie eine rasche Reduzierung des Korrelationsproduktes
auf, so dass
wobei γ ein anderer
System-abhängiger
Schwellwertparameter ist (der heuristisch gefunden werden kann).
In diesem Fall nimmt die Übereinstimmung
zwischen der durch Mittelung bestimmten und der Momentaninformation
höchstwahrscheinlich
ab wegen der Änderung
in der wahren, tatsächlichen
physikalischen Streckenstruktur. Wenn dies auftritt, kann ein Streckensuchdurchlauf
geplant werden zum Aktualisieren eines breiteren Verzögerungsbereichs
im Durchschnitts-PDP.
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Ein
anderes Ereignis, das eine ungeplante Streckensuche auslösen kann,
ist, wenn es plötzliche
Abfälle
in individuellen Bemittelten Streckenmagnituden gibt. Solche Abfälle in Bemittelten
bzw. Durchschnittsstreckenmagnituden können erfasst werden durch Vergleichen
der individuellen Streckenmagnitudenwerte, durch ein vordefiniertes
Zeitintervall voneinander getrennt. Das Zeitintervall, vorzugsweise
eines, das die durschnittliche PDP-Filterzeitkonstante etwas übersteigt.
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5 zeigt
ein beispielhaftes Verzögerungsschätzverfahren 500 gemäß einigen
Ausführungsformen der
Erfindung. Solch ein Verfahren 500 kann als Software, Hardware
oder eine Kombination von beidem implementiert werden. Bei Schritt 502 wird
eine Streckensuche für
einen vorbestimmten Satz von Verzögerungen in einem Suchfenster
veranlasst. Eine Schätzung
des momentanen PDP wird bei einem Schritt 504 erhalten. Bei
Schritt 506 wird die Momentan-PDP-Schätzung zu dem Durchschnitts-PDP
hinzugefügt.
In einigen Ausführungsformen
kann die Momentan-PDP-Schätzung
zu dem Durchschnitts-PDP unter Verwendung einer exponentiellen Mittelwertbildungsfunktion
hinzugefügt
werden. Bei Schritt 508 werden unterschiedliche Planungs-
und Aktivierungsoptionen ausgewählt.
Die unterschiedlichen Planungs- und Aktivierungsoptionen können automatisch
basierend auf dem Auftreten einiger vordefinierter Ereignisse ausgewählt werden
oder sie können
gemäß irgendeinem
regelmäßigen Plan
ausgewählt
werden. In einigen Ausführungsformen
bezieht die ausgewählte
Option das Erfassen von Spitzenwerten in dem Durchschnitts-PDP und
das Nachverfolgen derselben bei Schritt 510 ein. Die erfassten
Spitzenwerte werden dann als geschätzte Verzögerungen gemeldet (z.B. an
einen RAKE-Empfänger)
bei Schritt 512. Das Verfahren kehrt dann zum Planungs-
und Aktivierungsauswahlschritt bei Schritt 508 zurück.
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In
einigen Ausführungsformen
wird das Bestimmen der Suchfensteranordnung bei Schritt 514 ausgewählt. Die
Suchfensteranordnungsbestimmung kann unter Verwendung von beispielsweise
der Schwerpunktsberechnung oder irgendwelchen anderen Techniken
basierend auf dem Durchschnitts-PDP bei Schritt 514 vorgenommen
werden. Die Suchfensteranordnung kann dann verwendet werden zum
Anpassen des Streckensuchfensters bei Schritt 516. Das
Verfahren kehrt dann zu Schritt 502 zurück, um einen anderen Streckensuchdurchlauf
zu veranlassen.
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In
einigen Ausführungsformen
resultiert der Planungs- und Aktivierungsschritt 508 darin,
dass das Durchschnitts-PDP mit der Momentan-PDP-Schätzung verwendet
wird zum Bestimmen einer Korrelation dazwischen bei Schritt 518.
Eine Bestimmung wird dann getroffen bei Schritt 520, ob
das Ergebnis der Korrelation unterhalb eines vorbestimmten Korrelationsschwellwertes
liegt. Wenn nicht, kehrt das Verfahren dann zu Schritt 502 zurück zum Veranlassen
eines anderen Streckensuchdurchlaufs. Wenn doch, wird eine ungeplante Streckensuche
veranlasst zum Aktualisieren der PDP-Schätzung. Das Verfahren kehrt
dann zum Schritt 502 zurück, um einen anderen, regelmäßig geplanten
Streckensuchdurchlauf zu veranlassen.
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In
einigen Ausführungsformen
führt der
Planungs- und Aktivierungsschritt 508 zu dem Ausführen einer Hochauflösungsschätzung für das Durchschnitts-PDP
bei Schritt 524. Die Hochauflösungs-PDP-Schätzung kann
dann verwendet werden zum Anpassen eines oder mehrerer Abstimmfingerfenster
bei Schritt 526. Das Verfahren kehrt dann zu Schritt 506 zurück, um die
Hochauflösungs-PDP-Schätzung zu
der Durchschnitts-PDP-Schätzung
hinzuzufügen.
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Wie
durch die vorangehende Beschreibung demonstriert worden ist, stellen
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ein einfaches und robustes System und
Verfahren bereit zum Schätzen
von Mehrpfadverzögerungen.
Vorteile der Erfindung schließen
Langzeitnachverfolgen von Strecken über Schwund hinweg ein, was
eine exaktere Interferenz- und Leistungsschätzung für jeden RAKE-Finger ermöglicht.
Zudem werden Strecken automatisch wiederentdeckt, wie sie von starken
Schwundbehaftungen zurückkehren,
ohne das Erfordernis eines Streckensuchlaufs, um sie zu erfassen.
Auch wird in einem eingeschwungenen Betrieb die Empfindlichkeit
der Streckensuchfensteranordnungsfehler signifikant reduziert.
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Die
gewünschte
Durchschnitts- bzw. Mittelwertsbildungszeitkonstante kann selbst
dann beibehalten werden, wenn die Aktualisierungsintervalle Streckensuch-
und Abstimmfingerdurchläufe
nicht perfekt regelmäßig sind.
Solche Unregelmäßigkeit
kann beispielsweise durch Hardware oder andere Ressourceneinschränkungen
bedingt sein. In einer solchen Kontingenz kann die Mittelwertsbildungszeitkonstante
beibehalten werden durch Anpassen des l – Lk-Terms
in Gleichung (1), hierdurch zusätzliche
Flexibilität
in der Hardwareaktivierung und der Echtzeit-DSP-Verarbeitung bereitstellend.
Eine solche angleichbare Mittelwertbildungszeitkonstante ermöglicht auch
die schnelle Anpassung an sich ändernde
Kanalbedingungen (Änderung
von Doppler, Auftreten von neuen Strecken), während die Mittelwertbildung
beibehalten wird.
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Zudem
können Änderungen
in der Kanalstruktur selbst erfasst werden, wenn die Abstimmfingerfensterpositionen
sich von einem Zyklus zum nächsten ändern. Höchstwichtig
ist, dass die obigen Vorteile keine Anzahl an komplizierten Signalverarbeitungsalgorithmen
abhängig
von den verschiedenen Verzögerungsschätzunterstützungsfunktionen
erfordern, sondern über
eine einzelne Durchschnittsbildungsoperation im Kern der Verzögerungsschätzarchitektur
realisiert werden können.
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Während eine
begrenzte Zahl von Ausführungsformen
hier offenbart worden ist, werden Fachleute erkennen, dass Variationen
und Modifikationen der beschriebenen Ausführungsformen abgeleitet werden
können,
ohne vom Schutzbereich der Erfindung abzuweichen. Während beispielsweise
Ausführungsformen
der Erfindung in Bezug auf PDP-Schätzung beschrieben worden sind,
ist die Erfindung nicht darauf beschränkt und kann gewiss angewendet
werden auf CDP-Schätzung.
Zudem kann die Mittelwertbildungszeitkonstante gesteuert werden
durch Information, die intern in dem Verzögerungsschätzsystem hergeleitet worden
ist oder durch externe Signale und kann dieselbe sein oder abweichend
für unterschiedliche
Verzögerungen.
Auch kann der Durchschnitts-PDP-Puffer
bei Sub-Chip- oder Chip-Auflösung
gewartet werden abhängig
von Speicheranforderungs- bzw. Speicherperformance-Einschränkungen
des Systems. Irgendeine Anzahl von Streckenauflösungstechniken, Spitzenwerterfassungstechniken,
Sukzessivsubtraktionstechniken oder Kammfiltertechniken, die Fachleuten
bekannt sind, können
verwendet werden. Zudem kann die Streckensuchfensteranordnung auf
dem Schwerpunkt sowie der Durchschnittsverzögerung oder Maximalmagnitudenverzögerung, dem
Leistungseinfangen in dem PDP und anderen Parametern beruhen. Schließlich können Streckensuch- und
Abstimmfingeraktivierung auf einer festen Planung basieren, einer
Ereigniserfassung innerhalb des Verzögerungsschätzsystems oder ausgelöst werden
durch externe Signale. Demgemäss
sind die beiliegenden Ansprüche
dazu gedacht, all jene Variationen und Modifikationen, wie sie in
den Schutzbereich der Erfindung fallen, abzudecken.