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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur spanenden Bearbeitung eines
Halbleiterwafers.
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Auf
dem Gebiet der Herstellung von Halbleitern ist das Dicing-Verfahren zum Zerschneiden
eines Substrates, beispielsweise eines Siliciumwafers, auf welchem
eine Vielzahl von Halbleiterelementen gebildet wird, zu würfelförmigen Teilen,
d.h. das Dicen eines Substrates, erforderlich. Eine Vorrichtung zur
maschinellen Bearbeitung eines Substrates, um es zu dicen, enthält ein scheibenartiges
Schneidblatt. Vor dem Dicen wird ein haftfähiges Dice-Band auf den Wafer
geklebt. Danach wird das Schneidblatt in Umdrehung versetzt, um
den Wafer ab der Fläche
zu zerschneiden, auf welcher kein Dice-Band befestigt ist, wobei
der Wafer mit Schneidwasser versorgt wird. Das Schneidblatt wird
vorwärts
bewegt, um einen Schnitt zu bilden. Üblicherweise wird ausschließlich der
Wafer zerschnitten, ohne das Dice-Band vollständig zu zerschneiden. Auf dem
Wafer werden Schnitte in Längs-
und Querrichtung derart angebracht, dass auf dem Dice-Band eine Vielzahl
würfelförmiger Chips
entsteht. Dies ist beispielsweise in 6 der
ungeprüften
japanischen Patenveröffentlichung
(Kokai) Nr. 2002-75919 offenbart.
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Jedoch
besteht bei dem spanenden Substratbearbeitungsverfahren, das in
der ungeprüften
japanischen Patenveröffentlichung
(Kokai) Nr. 2002-75919 offenbart ist, die Möglichkeit, dass auf der Schnittfläche des
Wafers Probleme auftreten. 4 zeigt
einen vergrößerten Teilschnitt
eines zerschnittenen Substrats des Standes der Technik. 5 zeigt
eine perspektivische Teilansicht eines zerschnittenen Substrates
des Standes der Technik. Wie in 4 gezeigt,
bilden sich Abplatzungen 910, 920 auf den Schnittflächen 210 bzw. 220 des
Wafers 200 nach dem Dicen in der Nähe der Unterkanten der Schnittflächen 210, 220,
d.h. in der Nähe
des Dice-Bandes 300. wie in 4 gezeigt,
bilden sich Abplatzungen 910, 920 auch in dem
Teil des Wafers 200, der an das Dice-Band 300 angrenzt,
d.h. auf der Unterseite des Wafers 200. Wie in 5 gezeigt, sind
solche Abplatzungen 900 ebenfalls auf den Seitenflächen der
zu bildenden Chips oder Würfel
vorhanden. Dementsprechend wachsen manchmal Risse von der Unterseite
der Chips oder Würfel,
sodass diese, wenn beim Aufnehmen und Zusammenbauen Spannungen auf
sie ausgeübt
werden, zerbrechen oder es schwierig wird, sie zusammenzubauen.
Zusammengepresste Schichten, d.h. spröde Bruchschichten 810, 820,
bilden sich in den Schnittflächen 210, 220 in
Dickenrichtung des Wafers 200. Auf ähnliche Weise ist es dort möglich, dass
Risse in den spröden
Bruchschichten 810, 820 der Schnittflächen 210, 220 wachsen
können,
wobei die Chips oder Würfel
zerbrechen, wenn beim Aufnehmen oder Zusammenbauen Spannungen auf
sie ausgeübt
werden.
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In
JP 63 293 939 ist ein Verfahren
zur spanenden Bearbeitung eines Halbleiterwafers beschrieben, in
welchem der Dicing-Bereich
bis in eine festgelegte Tiefe mit einer Dicing-Säge zerschnitten wird. In diesem
Fall wird der Dicing-Bereich nicht vollständig zerschnitten, sondern
es bleibt ein Schneidrest, dessen Dicke beispielsweise etwa 20 μm beträgt. Der Punktdurchmesser
eines Lasers wird ausreichend verkleinert, um die Unterseite des
von der Dicing-Säge
gebildeten Schnittes zu bestrahlen. Dabei ist der Punktdurchmesser
kleiner als die Dicke der Dicing-Säge. Der Schnittrest wird durch
die Bestrahlung mit dem Laserstrahl geschmolzen und zerschnitten.
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Deshalb
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur spanenden
Bearbeitung eines Halbleiterwafers bereitzustellen, in welchem Chips
oder Würfel,
wenn sie aufgenommen und zusammengebaut werden, nicht zerbrochen
werden.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß ein Verfahren zur spanenden
Bearbeitung eines Halbleiterwafers bereitgestellt, das die Stufen Anbringen
eines kompletten Schnitts durch den Halbleiterwafer ab einer ersten
Fläche
von diesem mit einem rotierenden scheibenartigen Schneidblatt und Bestrahlen
der Seitenflächen
des Schnitts mit Laserlicht, um durch Aufschmelzen eine modifizierte Schicht
zu bilden, umfasst.
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Dabei
wird die Festigkeit der Schnittflächen erhöht, da Abplatzungen, die sich
in den Schnittflächen
gebildet haben können,
aufgeschmolzen werden, wobei sich eine modifizierte Schicht, beispielsweise
eine oxidierte Schicht, bildet. Deshalb zerbrechen die Chips oder
Würfel
beim Aufnehmen und Zusammenbauen nicht mehr.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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1a zeigt
einen schematischen Teilschnitt, der den Schneidvorgang des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates darstellt,
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1b zeigt
einen schematischen Teilschnitt, der den Schneidvorgang des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates darstellt,
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2a zeigt
einen schematischen Teilschnitt, der den Vorgang des Bestrahlens
mit Laserlicht des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates darstellt,
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2b zeigt
einen schematischen Teilschnitt, der den Vorgang des Bestrahlens
mit Laserlicht des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates darstellt,
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3 zeigt
eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Verfahrens zur spanenden
Bearbeitung eines Substrates,
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4 zeigt
einen vergrößerten Teilschnitt
eines zerschnittenen Substrates des Standes der Technik und
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5 zeigt
eine perspektivische Teilansicht eines zerschnittenen Substrates
des Standes der Technik.
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Anschließend werden
unter Bezugnahme auf die im Anhang befindlichen Zeichnungen erfindungsgemäße Ausführungsformen
erläutert.
Dabei sind in den Zeichnungen dieselben Teile mit denselben Bezugszahlen
nummeriert. Zur Erleichterung des Verständnisses ist der Maßstab der
Zeichnungen auf geeignete Weise verändert.
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Die 1a und 1b zeigen
schematische Teilschnitte, die den Schneidvorgang des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates darstellen. Wie in 1a gezeigt,
werden Halbleiterelemente 10 auf einem Halbleitersubstrat,
beispielsweise auf einem Siliciumwafer 20, gebildet. Üblicherweise
werden die Halbleiterelemente 10 in Form von Chips auf
dem Wafer 20 gebildet. Jedoch sind zur Erleichterung des
Verständnisses
nur zwei Halbleiterelemente in den 1 und 2 gezeigt. Wie den 1a und 1b zu
entnehmen, wird die gemusterte Oberfläche 29 des Wafers 20,
auf welcher Halbleiterelemente 10 gebildet werden, mit
einem Dice-Band 30 oder einem Schutzfilm 30 bedeckt.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates enthält ein scheibenartiges Schneidblatt 40.
Auf dem Umfang des scheibenartigen Schneidblatts 40 sind
Schleifkörner
eingebettet. Das scheibenartige Schneidblatt 40 wird regelbar
von einem (nicht gezeigten) geeigneten Motor, an welchem das Schneidblatt
angeschlossen ist, angetrieben. Wie in 1a gezeigt, wird
der Wafer 20 von dem scheibenartigen Schneidblatt 40 von
der Rückseite 28 des
Wafers 20 aus zerschnitten. Bei diesem Schneidvorgang wird
nur ein Teil des Dice-Bandes 30 entfernt. Deshalb entsteht, wie
in 1b gezeigt, ein Schnitt 50 zwischen den Schnittflächen 21, 22,
die von dem scheibenartigen Schneidblatt 40 gebildet worden
sind.
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Der
Schnitt 50 wird senkrecht zu dem Papier gebildet, auf welches 1 gezeichnet ist, da sich das rotierende
scheibenartige Schneidblatt 40 quer durch den Wafer 20 bewegt.
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Wie
weiter oben beschrieben, bilden sich an den Unterkanten der Schnittflächen 21, 22,
d.h. an den an die gemusterte Fläche 29 angrenzenden
Kanten, Abplatzungen 91, 92. Auf ähnliche
Weise bilden sich zusammengepresste Schichten, d.h. spröde Bruchschichten 81, 82,
unter den Schnittflächen 21 bzw. 22.
Die spröden
Bruchschichten 81, 82 und die Abplatzungen 91, 92 bilden
sich diskontinuierlich entlang des Schnittes 50 (senkrecht
zu dem Papier, auf welches 1 gezeichnet
ist).
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Die 2a und 2b zeigen
schematische Teilschnitte, die den Vorgang des Bestrahlens mit einem
Laserstrahl des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur spanenden Bearbeitung eines Substrates darstellen. Wie in 2a gezeigt,
wird eine Laserstrahlungsquelle 60 über der Rückseite 28 und zwischen
den Schnittflächen 21, 22 angeordnet.
Danach wird von der Laserstrahlungsquelle 60 Laserlicht 61 abgestrahlt.
Dadurch werden die Schnittflächen 21, 22 des
Wafers 20 und insbesondere die Abplatzungen 91, 92 erhitzt
und aufgeschmolzen. Danach wird die Bestrahlung mit dem Laserlicht 61 von der
Laserstrahlungsquelle 60 unterbrochen. Somit werden die
aufgeschmolzenen Bereiche der Abplatzungen 91, 92 abgekühlt und
gehärtet,
sodass sich modifizierte Schichten 73, 74 auf
der Oberfläche
der Abplatzungen 91 bzw. 92 bilden. Die Festigkeit
der modifizierten Schichten ist größer als diejenige des Wafers 20,
da die modifizierten Schichten 73, 74 oxidierte
Schichten sind, die durch die zuvor beschriebene Bestrahlung mit
Laserlicht oxidiert worden sind. Danach werden im Wafer 20 derart
Schnitte in Längs- und
Querrichtung gebildet, dass eine Vielzahl (nicht gezeigter) würfelförmiger Chips
oder Substrate auf dem Dice-Band 30 angeordnet wird. Somit
werden die Schnittflächen
des Wafers 20 zu Seitenflächen der Chips oder Würfel. Danach
wird jeweils einer der ein Halbleiterelement 10 umfassenden
Würfel
aufgenommen und zusammengebaut. Er findungsgemäß werden die Chips beim Aufnehmen
und Zusammenbauen nicht zerbrochen, da die Festigkeit ihrer Seitenflächen erhöht ist.
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Auf ähnliche
Weise werden die spröden Bruchschichten 81, 82,
die sich unter den Schnittflächen 21, 22 bilden,
wenn das Dicen durchgeführt wird,
durch die Bestrahlung mit Laserlicht zu modifizierten Schichten 71, 72.
D.h. die Festigkeit der Schnittflächen 21, 22 wird
erhöht,
da die spröden Bruchschichten 81, 82 aufgeschmolzen
und anschließend
gehärtet
werden. Deshalb werden die Chips beim Aufnehmen und Zusammenbauen
nicht zerbrochen.
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Üblicherweise
wird Schneidwasser auf den Schnitt gegeben, wenn das Dicen durchgeführt wird. Deshalb
ist es bevorzugt, dass das Laserlicht 61, das von der Laserstrahlungsquelle 60 abgestrahlt
wird, ein CO2- oder YAG-Laserlicht ist.
Dementsprechend kann die Bestrahlung mit dem Laserlicht geeigneterweise
ohne den Einfluss des Schneidwassers durchgeführt werden. D.h., selbst wenn
Schneidwasser im Schnitt 50 verbleibt, werden die spröden Bruchschichten 81, 82 und
die Abplatzungen 91, 92 auf geeignete Weise mit
dem Laserlicht bestrahlt. Selbstverständlich kann mit dem Laserlicht 61 nach
Entfernung des Schneidwassers aus dem Schnitt 50 durch einen
Luftstrom oder durch Trocknen des Schneidwassers bestrahlt werden.
In diesem Fall kann ein Laserlicht, dessen Leistung kleiner als
diejenige des CO2- oder YAG-Laserlichts ist,
beispielsweise ein Excimer-Laserlicht, angewendet werden. Der Brennpunkt
des Laserlichts 61 wird derart bewegt, dass ein bestimmter
Teil der Schnittflächen 21, 22,
beispielsweise die ausgeplatzte oder spröde Bruchschicht, selektiv mit
dem Laserlicht bestrahlt werden kann. Selbstverständlich kann
die Gesamtheit der einander gegenüberliegenden Schnittflächen oder
nur ein Teil einer Schnittfläche
mit dem Laserlicht bestrahlt werden.
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Es
ist möglich,
das Dice-Band 30 zu dehnen, beispielsweise nach links und
rechts in der Zeichnung, nach Schneiden des Wafers 20 mit
dem scheibenartigen Schneidblatt 40 und anschließend mit dem
Laserlicht zu bestrahlen. In diesem Fall kann der Wafer 20 leicht
durch ein Laserlicht mit einem größeren Durchmesser bearbeitet
werden, da der Abstand zwischen den Schnittflächen 21, 22 durch
diese Dehnung vergrößert worden
ist.
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3 zeigt
eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Verfahrens zur spanenden
Bearbeitung eines Substrates. In 3 sind die
Schnitte 52, 53 und 54 von dem scheibenartigen
Schneidblatt 40 gebildet worden und bildet das scheibenartige
Schneidblatt 40 einen Schnitt 51. Die Schnitte 53, 54 sind
mit dem Laserlicht bestrahlt worden, wobei sich modifizierte Schichten 75, 76 bzw.
modifizierte Schichten 77, 78 gebildet haben.
Wie in 3 gezeigt, kann erfindungsgemäß, während der Schnitt 51 von
dem scheibenartigen Schneidblatt 40 gebildet wird, ein
anderer Schnitt, beispielsweise der Schnitt 52, mit dem
Laserlicht von der Laserstrahlungsquelle 60 bestrahlt werden.
Somit werden modifizierte Schichten unter den Schnittflächen 25, 26 im
Schnitt 52 gebildet. In diesem Fall kann der Wafer ohne
Beeinträchtigung
der Taktzeit spanend bearbeitet werden, da das Bestrahlen mit dem
Laserlicht durchgeführt
werden kann, während
in der Vorrichtung zur spanenden Bearbeitung eines Substrates das übliche Dicen
durchgeführt
wird.
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Die
Laserstrahlungsquelle 60 kann bewegt werden, um dem scheibenartigen
Schneidblatt 40 zu folgen, wenn dieses einen Schnitt bildet.
In diesem Fall wird die Laserstrahlungsquelle 60 entlang
des Schnittes bewegt, der von dem scheibenartigen Schneidblatt 40 gebildet
wird. Somit kann der Wafer ohne Beeinträchtigung der Taktzeit spanend
bearbeitet werden.
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Es
ist selbstverständlich,
dass das erfindungsgemäße Verfahren
auf ein anderes Substrat als einen Siliciumwafer, beispielsweise
ein Glassubstrat, angewendet werden kann.
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Erfindungsgemäß kann ein
günstiger
Effekt erhalten werden, indem die Chips beim Aufnehmen und Zusammenbauen
vor dem Zerbrechen geschützt werden,
da die Festigkeit der Schnittflächen
durch das Aufschmelzen der gegebenenfalls in ihnen gebildeten Abplatzungen,
wobei sich modifizierte Schichten bilden, erhöht wird.