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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft kieselsäuregefüllte halogenierte Butylelastomere,
insbesondere Brombutylelastomere (BIIR), wobei die Kieselsäure mit
einem Protein, Asparaginsäure
und/oder 6-Aminocapronsäure
oberflächenmodifiziert
ist.
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Hintergrund
der Erfindung
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Verstärkende Füllstoffe
wie Ruß und
Kieselsäure
verbessern bekanntlich in hohem Maße die Festigkeits- und Ermüdungseigenschaften
von Elastomercompounds. Außerdem
ist bekannt, daß zwischen
dem Elastomer und dem Füllstoff
eine chemische Wechselwirkung auftritt. So tritt beispielsweise
zwischen Ruß und hoch
ungesättigten
Elastomeren wie Polybutadien (BR) und Styrol-Butadien-Copolymeren (SBR) eine gute Wechselwirkung
auf, da in diesen Copolymeren eine große Zahl von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
vorliegt. Butylelastomere können
nur ein Zehntel oder noch weniger der in BR und SBR anzutreffenden Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
aufweisen, und aus Butylelastomeren hergestellte Compounds weisen
bekanntlich eine schlechte Wechselwirkung mit Ruß auf. So führt beispielsweise ein durch
Mischen von Ruß mit
einer Kombination von BR und Butylelastomeren hergestelltes Compound
zu BR-Domänen,
die den größten Teil
des Rußes
enthalten, und Butyldomänen,
sie sehr wenig Ruß enthalten.
Es ist auch bekannt, daß Butylcompounds
eine schlechte Abriebfestigkeit aufweisen.
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Die
kanadische Patentanmeldung 2,293,149 zeigt, daß durch Vereinigung von Halobutylelastomeren mit
Kieselsäure
und speziellen Silanen gefüllte
Butylelastomerzusammensetzungen mit stark verbesserten Eigenschaften erhältlich sind.
Diese Silane wirken als Dispergiermittel und Haftvermittler zwischen
dem halogenierten Butylelastomer und dem Füllstoff. Nachteilig ist an
der Verwendung von Silanen jedoch die Entwicklung von Alkohol während des
Fertigungsverfahrens und möglicherweise
während
der Verwendung des danach hergestellten Erzeugnisses. Außerdem erhöhen Silane
in erheblichem Maße
die Kosten des resultierenden Erzeugnisses.
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In
der gleichzeitig anhängigen
Anmeldung CA 2,339,080 wird ein Verfahren zur Herstellung von Halobutylelastomere
und organische Verbindungen mit mindestens einer basischen Stickstoff
enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe enthaltenden
Zusammensetzungen beschrieben, wobei eine verbesserte Wechselwirkung
zwischen dem Elastomer und einem Füllstoff, insbesondere einem
mineralischen Füllstoff,
vorliegt. Von besonderem Interesse waren Verbindungen mit primären Amino-
und Hydroxylgruppen, wie Ethanolamin. Zwar wird das Problem der
Verbesserung der Wechselwirkung zwischen Elastomer und Füllstoff gelöst, aber
die Zusammensetzungen müssen
vorsichtig verarbeitet werden, damit kein unerwünschter Scorch der Zusammensetzung
auftritt. Der Fachmann versteht unter dem Begriff Scorch die vorzeitige
Vernetzung der Zusammensetzung während
der Verarbeitung.
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In
der gleichzeitig anhängigen
Anmeldung CA 2,412,709 wird ein Verfahren zur Herstellung von Halobutylelastomere,
organische Verbindungen mit mindestens einer basischen Stickstoff
enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe und Metallhalogenidhydrate
enthaltenden Zusammensetzungen beschrieben. Bei diesem Verfahren
liegt eine verbesserte Wechselwirkung zwischen dem Elastomer und
einem Füllstoff,
insbesondere einem mineralischen Füllstoff mit verbesserter Scorchsicherheit,
vor. Die Erfindung stellt auch Halobutylelastomere, organische Verbindungen
mit mindestens einer basischen Stickstoff enthaltenden Gruppe und
mindestens einer Hydroxylgruppe und ein oder mehrere Metallhalogenidhydrate
enthaltende gefüllte
Zusammensetzungen bereit. Diese Zusammensetzungen haben verbesserte
Eigenschaften im Vergleich zu bekannten rußgefüllten Halobutylelastomerzusammensetzungen
in Kombination mit verbesserter Scorchsicherheit.
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Kurze Darstellung
der Erfindung
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von
Halobutylelastomere und mineralische Füllstoffe enthaltenden Zusammensetzungen,
bei dem man mindestens ein Halobutylelastomer mit mindestens einem
mineralischen Füllstoff
vermischt, wobei die Oberfläche
der mineralischen Füllstoffe mit
mindestens einer organischen Verbindung mit mindestens einer basischen
Stickstoff enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe
modifiziert worden ist, wobei es sich bei der organischen Verbindung um
ein Protein und/oder Asparaginsäure
und/oder 6-Aminocapronsäure
handelt. Bei diesem Verfahren liegt eine verbesserte Dispergierbarkeit
zwischen dem Elastomer und dem modifizierten mineralischen Füllstoff, insbesondere
einer Kieselsäure,
vor. Gegenstand der Erfindung sind auch gefüllte, metallhalogenidfreie
Halobutylelastomerzusammensetzungen, enthaltend Halobutylelastomere
und mineralische Füllstoffe,
wobei die Oberfläche
der mineralischen Füllstoffe
mit mindestens einer organischen Verbindung mit mindestens einer basischen
Stickstoff enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe
modifiziert worden ist, wobei es sich bei der organischen Verbindung
um ein Protein und/oder Asparaginsäure und/oder 6-Aminocapronsäure handelt.
Diese Zusammensetzungen haben verbesserte Eigenschaften im Vergleich
zu bekannten mit mineralischem Füllstoff
gefüllten
Halobutylelastomerzusammensetzungen in Kombination mit verbesserter
Homogenität
und höherem
Verstärkungsgrad.
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Es
wird angenommen, daß diese
organischen Verbindungen den mineralischen Füllstoff effektiv dispergieren
und an die halogenierten Elastomere binden.
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Gegenstand
der Erfindung ist demgemäß in einem
weiteren Aspekt ein Verfahren, bei dem man ein Halobutylelastomer
mit mindestens einem mineralischen Füllstoff vermischt, wobei die
Oberfläche
des mineralischen Füllstoffs
mit organischen Verbindungen mit mindestens einer basischen Stickstoff
enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe modifiziert
worden ist, wobei es sich bei der organischen Verbindung um ein
Protein und/oder Asparaginsäure
und/oder 6-Aminocapronsäure handelt,
und das erhaltene gefüllte
Halobutylelastomer härtet.
Die resultierende Zusammensetzung, die homogen ist und einen hohen Verstärkungsgrad
aufweist, bildet einen weiteren Aspekt der Erfindung.
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Das
erfindungsgemäße mineralgefüllte Halobutylelastomer
kann vor der Härtung
mit anderen Elastomeren und Elastomercompounds vermischt werden.
Dies wird weiter unten erörtert.
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Nähere Beschreibung
der Erfindung
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Der
Begriff „Halobutylelastomer(e)" bezieht sich im
Rahmen der vorliegenden Erfindung auf chloriertes und/oder bromiertes
Butylelastomer. Bromierte Butylelastomere sind bevorzugt, und die
Erfindung wird anhand derartiger Brombutylelastomere beispielhaft
erläutert.
Es versteht sich jedoch, daß die
Erfindung sich auch auf die Verwendung von chlorierten Butylelastomeren
erstreckt.
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Zur
Verwendung bei der Ausübung
der vorliegenden Erfindung geeignete Halobutylelastomere sind daher
u.a. bromierte Butylelastomere. Derartige Elastomere sind durch
Bromierung von Butylkautschuk zu erhalten (bei welchem es sich um
ein Copolymer mit aus mindestens einem Isoolefin, wie Isobutylen,
abgeleiteten Wiederholungseinheiten und mindestens einem Comonomer, üblicherweise
einem konjugierten C4- bis C6-Diolefin,
vorzugsweise Isopren, handelt). Es kommen jedoch auch andere Comonomere
als konjugierte Diolefine in Betracht; erwähnt seien alkylsubstituierte
vinylaromatische Comonomere, wie C1- bis
C4-alkylsubstituiertes Styrol. Ein im Handel
erhältliches
Beispiel ist bromiertes Isobutylen-Methylstyrol-Copolymer (BIMS),
in dem es sich bei dem Comonomer um p-Methylstyrol handelt.
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Bromiertes
Butylelastomer enthält
in der Regel 1 bis 3 Gewichtsprozent von einem Diolefin, vorzugsweise
Isopren, abgeleitete Wiederholungseinheiten und 97 bis 99 Gewichtsprozent
aus einem Isoolefin, vorzugsweise Isobutylen, abgeleitete Wiederholungseinheiten,
bezogen auf den Kohlenwasserstoffgehalt des Polymers, und 1 bis
4 Gewichtsprozent Brom, bezogen auf das Brombutylpolymer. Ein typisches
Brombutylpolymer hat ein Molekulargewicht, ausgedrückt als
Mooney-Viskosität
(ML 1 + 8 bei 125°C),
im Bereich von 28 bis 55.
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Zur
Verwendung bei der vorliegenden Erfindung enthält das bromierte Butylelastomer
vorzugsweise 1 bis 5 Gewichtsprozent von einem Diolefin wie Isopren
abgeleitete Wiederholungseinheiten und 95 bis 99 Gewichtsprozent
von einem Isoolefin wie Isobutylen abgeleitete Wiederholungseinheiten
(bezogen auf den Kohlenwasserstoffgehalt des Polymers) und 0,5 bis
2,5 Gewichtsprozent und vorzugsweise 0,75 bis 2,3 Gewichtsprozent
Brom (bezogen auf das bromierte Butylpolymer).
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Dem
bromierten Butylelastomer kann ein Stabilisator zugesetzt werden.
Geeignete Stabilisatoren sind u.a. Calciumstearat und epoxidiertes
Sojabohnenöl,
vorzugsweise in einer Einsatzmenge im Bereich von 0,5 bis 5 Gewichtsteilen
auf 100 Gewichtsteile des bromierten Butylkautschuks.
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Beispiele
für geeignete
bromierte Butylelastomere sind Bayer® Bromobutyl
2030TM, Bayer® Bromobutyl 2040
(BB2040) und Bayer® Bromobutyl X2TM, die im Handel von Bayer Inc. erhältlich sind.
Bayer® BB2040
hat eine Mooney-Viskosität
(RPML 1 + 8 bei 125°C
gemäß ASTM D
52–89)
von 39 ± 4,
einen Bromgehalt von 2,0 ± 0,3
Gew.-% und ein ungefähres Molekulargewicht
Mw von 500.000 Gramm pro Mol.
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Bei
dem bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
verwendeten bromierten Butylelastomer kann es sich auch um ein Pfropfcopolymer
aus einem bromierten Butylkautschuk und einem Polymer auf Basis
eines konjugierten Diolefinmonomers handeln. Die eigene, gleichzeitig
anhängige
kanadische Patentanmeldung 2,279,085 betrifft die Herstellung derartiger
Pfropfcopolymere durch Vermischen von festem bromiertem Butylkautschuk
mit einem festen Polymer, das auf einem konjugierten Diolefinmonomer
basiert und außerdem einige
C-S-(S)
n-C-Bindungen enthält, wobei
n für eine
ganze Zahl von 1 bis 7 steht, bei einer Temperatur von mehr als
50°C und über einen
für die
Pfropfung ausreichenden Zeitraum. Auf diese Anmeldung wird hiermit ausdrücklich Bezug
genommen, sofern dies zulässig
ist. Bei dem Brombutylelastomer des Pfropfcopolymers kann es sich
um ein beliebiges der oben beschriebenen Elastomere handeln. Die
konjugierten Diolefine haben im allgemeinen die Strukturformel:
worin R für ein Wasserstoffatom oder
eine Alkylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht und R
1 und R
11 gleich
oder verschieden sein können
und aus der Gruppe bestehend aus Wasserstoffatomen und Alkylgruppen mit
1 bis 4 Kohlenstoffatomen ausgewählt
sind. Einige repräsentative
nichteinschränkende
Beispiele für geeignete
konjugierte Diolefine sind 1,3-Butadien, Isopren, 2-Methyl-1,3-pentadien,
4-Butyl-1,3-pentadien, 2,3-Dimethyl-1,3-pentadien, 1,3-Hexadien,
1,3-Octadien, 2,3-Dibutyl-1,3-pentadien, 2-Ethyl-1,3-pentadien, 2-Ethyl-1,3-butadien
und dergleichen. Konjugierte Diolefinmonomere mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen
sind bevorzugt, wobei 1,3-Butadien und Isopren ganz besonders bevorzugt
sind.
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Bei
dem Polymer auf Basis eines konjugierten Dienmonomers kann es sich
um ein Homopolymer oder ein Copolymer aus zwei oder mehr konjugierten
Dienmonomeren oder ein Copolymer mit einem vinylaromatischen Monomer
handeln.
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Die
vinylaromatischen Monomere, die gegebenenfalls verwendet werden
können,
werden so gewählt, daß sie mit
den eingesetzten konjugierten Diolefinmonomeren copolymerisierbar
sind. Im allgemeinen kann jedes vinylaromatische Monomer verwendet
werden, das bekanntlich mit Organoalkalimetall-Initiatoren verwendet
werden kann. Derartige vinylaromatische Monomere enthalten in der
Regel 8 bis 20 Kohlenstoffatome, vorzugsweise 8 bis 14 Kohlenstoffatome.
Einige Beispiele für
so copolymerisierbare vinylaromatische Monomere sind Styrol, alpha-Methylstyrol,
verschiedene Alkylstyrole einschließlich p-Methylstyrol, p-Methoxystyrol, 1-Vinylnaphthalin,
2-Vinylnaphthalin, 4-Vinyltoluol und dergleichen. Styrol ist für die Copolymerisation
mit 1,3-Butadien alleine oder für
die Terpolymerisation mit 1,3-Butadien und Isopren bevorzugt. Für den Fachmann ist
es leicht ersichtlich, daß die
angegebenen Bereiche für
Isoolefin und Diolefin so eingestellt werden müssen, daß sie sich zu 100% summieren.
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Der
Füllstoff
besteht aus Teilchen eines Minerals, und Beispiele sind u.a. Kieselsäure, Silicate,
Ton (wie Bentonit), Gips, Aluminiumoxid, Magnesiumoxid, Calciumoxid,
Titandioxid, Talk und dergleichen sowie Gemische davon. Diese Mineralteilchen
weisen an ihrer Oberfläche
Hydroxylgruppen auf, welche sie hydrophil und oleophob machen. Dies
macht es noch schwieriger, sie homogen zu dispergieren und eine
gute Wechselwirkung zwischen den Füllstoffteilchen und dem Butylelastomer
zu erreichen. Für
zahlreiche Zwecke ist als Mineral Kieselsäure bevorzugt, insbesondere
durch Kohlendioxidfällung
von Natriumsilicat hergestellte Kieselsäure.
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Getrocknete
amorphe Kieselsäureteilchen
zur erfindungsgemäßen Verwendung
haben eine mittlere Agglomeratteilchengröße im Bereich von 1 bis 100
Mikron, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 50 Mikron und ganz besonders
bevorzugt von 10 bis 25 Mikron. Vorzugsweise haben weniger als 10
Volumenprozent der Agglomeratteilchen eine Größe von weniger als 5 Mikron
oder über
50 Mikron. Eine geeignete amorphe getrocknete Kieselsäure hat
außerdem
in der Regel eine gemäß DIN 66131
gemessene BET-Oberfläche
im Bereich von 50 bis 450 Quadratmeter pro Gramm und eine gemäß DIN 53601
gemessene DBP-Absorption im Bereich von 150 bis 400 Gramm pro 100
g Kieselsäure
und einen gemäß DIN ISO
787/11 bestimmten Trocknungsverlust im Bereich von 0 bis 10 Gewichtsprozent.
Geeignete Kieselsäure-Füllstoffe sind unter den Warenzeichen HiSil® 210,
HiSil® 233
und HiSil® 243
von PPG Industries Inc. erhältlich.
Geeignet sind auch Vulkasil® S und Vulkasil® N
von der Bayer AG.
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Ruß wird in
den erfindungsgemäßen Halobutylelastomerzusammensetzungen
normalerweise nicht als Füllstoff
verwendet, kann aber bei einigen Ausführungsformen in einer Menge
von bis zu 40 phr vorliegen. Wenn es sich bei dem mineralischen
Füllstoff
um Kieselsäure
handelt und dieser mit Ruß verwendet
wird, sollte die Kieselsäure
mindestens 55 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge von Kieselsäure und
Ruß, ausmachen.
Bei Vermischung der erfindungsgemäßen Halobutylelastomerzusammensetzung
mit einer anderen Elastomerzusammen setzung kann diese andere Zusammensetzung
Ruß als
Füllstoff
enthalten.
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Die
in das Halobutylelastomer einzuarbeitende Füllstoffmenge kann innerhalb
weiter Grenzen variieren. Typische Füllstoffmengen liegen im Bereich
von 20 Teilen bis 120 Teilen, vorzugsweise 30 Teilen bis 100 Teilen
und besonders bevorzugt 40 bis 80 Teilen pro 100 Teile Elastomer.
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Die
zur Modifizierung der Oberfläche
des mineralischen Füllstoffs
verwendete organische Verbindung weist mindestens eine Hydroxylgruppe
und mindestens eine basischen Stickstoff enthaltende Gruppe auf
enthält
mindestens eine Hydroxylgruppe, die (ohne Festlegung auf irgendeine
bestimmte Theorie) möglicherweise
mit dem mineralischen Füllstoff
reagiert, und mindestens eine ein basisches Stickstoffatom enthaltende Gruppe,
die (ohne analoge Festlegung) möglicherweise
mit dem aktiven Halogen in einem halogenierten Butylelastomer (beispielsweise
mit dem aktiven Brom in einem bromierten Butylelastomer) reagiert.
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Vorzugsweise
sollte es sich bei dem Additiv um ein Protein handeln, welches linear
oder verzweigt sein kann.
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Besonders
bevorzugt handelt es sich bei dem Protein um ein Sojaprotein, das
auf bekannte Art und Weise modifiziert sein kann. Beispiele für bevorzugte
Sojaproteine sind Proteine der ProCoteTM-Familie
wie ProCoteTM 5000 von Protein Technologies
International, USA.
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Die
Menge der organischen Verbindung mit mindestens einer Hydroxylgruppe
und mindestens einer basischen Stickstoff enthaltenden Gruppe hängt von
dem Molekulargewicht/Äquivalentgewicht
jeder speziellen Verbindung ab. Ein wichtiger Faktor ist die Stickstoffzahl/das Stickstoffgewicht
pro Gewichtseinheit der Verbindung. Der Stickstoffgehalt kann im
Bereich von 0,1 bis 5 Teilen pro hundert (phr) Halobutylkautschuk,
vorzugsweise von 0,125 bis 1 phr und besonders bevorzugt von 0,3
bis 0,7 phr liegen. Es können
bis zu 40 Teile Prozeßöle und vorzugsweise
5 bis 20 Teile pro hundert Teile Elastomer vorhanden sein. Ferner
kann ein Gleitmittel, beispielsweise eine Fettsäure wie Stearinsäure, in
einer Menge von bis zu 3 Gewichtsteilen und besonders bevorzugt
in einer Menge von bis zu 2 Gewichtsteilen vorhanden sein.
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Die
Oberflächenmodifizierung
des mineralischen Füllstoffs
kann auf zahlreiche Arten durchgeführt werden. Eine Möglichkeit
besteht darin, die organische Verbindung mit mindestens einer basischen
Stickstoff enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe
mit einem niedrigsiedenden organischen Lösungsmittel wie Aceton zu vermischen,
zu der erhaltenen Aufschlämmung
der organischen Verbindung und des niedrigsiedenden organischen
Lösungsmittels
ein Wasser/Alkohol-Gemisch, z.B. ein Wasser/Glycerin-Gemisch, zuzugeben,
die erhaltene Dispersion unter kräftigem Rühren zu einer Suspension von
mineralischem Füllstoff
in Wasser zu geben, die Mischung einige Minuten bis einige Stunden
zu rühren,
das niedrigsiedende organische Lösungsmittel
abzudampfen und den oberflächenmondifizierten
mineralischen Füllstoff
in einem Vakuumofen bei einer Temperatur, bei der die organische
Verbindung mit mindestens einer basischen Stickstoff enthaltenden
Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe nicht zerstört wird,
zu trocknen.
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Bei
dem Halobutylelastomer, das mit mindestens einem mineralischen Füllstoff
vermischt wird, wobei die Oberfläche
des mineralischen Füllstoffs
mit der organischen Verbindung mit mindestens einer basischen Stickstoff
enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe modifiziert
worden ist, kann es sich um eine Mischung mit einem anderen Elastomer
oder Elastomercompound handeln. Das Halobutylelastomer sollte mindestens
5% einer dergartigen Mischung ausmachen. Das Halobutylelastomer
sollte vorzugsweise mindestens 10% einer derartigen Mischung ausmachen.
In einigen Fällen
ist es bevorzugt, keine Mischungen zu verwenden, sondern das Halobutylelastomer
als alleiniges Elastomer zu verwenden. Wenn Mischungen zu verwenden
sind, kann es sich jedoch bei dem anderen Elastomer beispielsweise
um Naturkautschuk, Polybutadien, Styrol-Butadien oder Polychloropren
oder ein eins oder mehrere dieser Elastomere enthaltendes Elastomercompound
handeln.
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Das
gefüllte
Halobutylelastomer kann zu einem Produkt gehärtet werden, das verbesserte
Eigenschaften aufweist, beispielsweise bezüglich Abriebfestigkeit, Rollwiderstand
und Bodenhaftung. Die Härtung
kann mit Schwefel vorgenommen werden. Die bevorzugte Schwefelmenge
liegt im Bereich von 0,3 bis 2 Gewichtsteilen pro hundert Teile
Kautschuk. Außerdem
kann ein Aktivator, beispielsweise Zinkoxid, in einer Menge von 5
bis 2 Gewichtsteilen verwendet werden. Das Elastomer kann vor der
Härtung
außerdem
auch noch mit anderen Bestandteilen, beispielsweise Stearinsäure, Antioxidantien
oder Beschleunigern, versetzt werden. Dann wird die Schwefelhärtung auf
bekannte Art und Weise vorgenommen. Siehe beispielsweise Kapitel
2, „The Compounding
and Vulcanization of Rubber", „Rubber
Technology", 3.
Auflage, Verlag Chapman & Hall,
1995, worauf hiermit ausdrücklich
Bezug genommen wird, sofern dies zulässig ist.
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Es
können
auch andere für
die Härtung
von Halobutylelastomeren bekannte Härter verwendet werden. Man
kennt eine Reihe von Verbindungen zur Härtung von BIIR, wie beispielsweise
Dienophile (beispielsweise HVA2 = m-Phenylen-bis-maleinimid), Phenolharze,
Amine, Aminosäuren,
Peroxide, Zinkoxid und dergleichen. Es kommen auch Kombination der
oben aufgeführten
Härter
in Betracht.
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Das
Halobutylelastomer, der oberflächenmodifizierte
mineralische Füllstoff
und gegebenenfalls Additive werden zusammengemischt, vorzugsweise
bei einer Temperatur im Bereich von 25 bis 200°C. Vorzugsweise ist die Temperatur
in einer der Mischstufen größer als
60°C, und
eine Temperatur im Bereich von 90 bis 150°C ist besonders bevorzugt. Normalerweise
beträgt
die Mischzeit höchstens
eine Stunde, und üblicherweise
reicht eine Zeit im Bereich von 2 bis 30 Minuten aus. Das Mischen
wird zweckmäßigerweise
auf einem Zweiwalzenmischwerk durchgeführt, das für eine gute Dispergierung des
Füllstoffs
in dem Elastomer sorgt. Das Mischen kann auch in einem Banbury-Mischer
oder einem Haake- oder Brabender-Miniaturinnenmischer durchgeführt werden.
Auch ein Extruder ergibt eine gute Durchmischung und hat den weiteren
Vorteil, daß er
kürzere Mischzeiten
erlaubt. Man kann das Mischen auch in zwei oder mehr Stufen und
in verschiedenen Apparaturen durchführen. Ferner kann man das Mischen
in verschiedenen Apparaturen durchführen, beispielsweise eine Stufe
in einem Innenmischer und eine andere in einem Extruder.
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Die
Reihenfolge der Zugabe der verschiedenen Komponenten zu dem Kautschuk
ist nicht kritisch.
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Die
verbesserte Dispergierung und auch bessere Wechselwirkung zwischen
dem Füllstoff
und dem Halobutylelastomer führt
zu verbesserten Eigenschaften des gefüllten Elastomers sowie günstigen
kürzeren Mischzeiten.
Zu den verbesserten Eigenschaften gehören höhere Zugfestigkeit, höhere Abriebfestigkeit,
geringere Permeabilität
und bessere dynamische Eigenschaften. Aufgrunddessen eignen sich
die gefüllten
Elastomere besonders gut für
eine Reihe von Anwendungen einschließlich u.a. die Verwendung in
Reifenlaufflächen und
Reifenseitenwänden,
Reifen-Innerlinern, Behälterauskleidungen,
Schläuchen,
Walzen, Förderbändern, Heizbälgen, Gasmasken,
pharmazeutischen Umhüllungen
und Dichtungen. Diese Vorteile werden zusammen mit einer Verbesserung
der Verstärkung
erreicht.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden Brombutylelastomer, Teilchen aus proteinbeschichtetem
mineralischem Füllstoff
und gegebenenfalls Prozeßöl-Streckmittel
auf einem Zweiwalzenmischwerk bei einer nominellen Mischwerktemperatur
von 25°C
vermischt. Das gemischte Compound wird dann auf ein Zweiwalzenmischwerk
aufgebracht und bei einer Temperatur über 60°C gemischt. Vorzugsweise geht
die Mischtemperatur nicht über
150°C hinaus,
da höhere
Temperaturen ein unerwünscht
weites Fortschreiten der Härtung
verursachen und somit die nachfolgende Verarbeitung beeinträchtigen
können.
Das Produkt des Vermischens dieser Bestandteile, insbesondere bei
einer Temperatur von höchstens
150°C, ist
ein Compound mit guten Spannungs-/Dehnungseigenschaften, das auf
einem warmen Mischwerk unter Zugabe von Härtern leicht weiterverarbeitet
werden kann.
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Die
erfindungsgemäßen gefüllten Halobutylkautschukzusammensetzungen
und insbesondere gefüllte Brombutylkautschukzusammensetzungen
finden zahlreiche Anwendungen, aber erwähnt sei insbesondere die Verwendung
in Reifenlaufflächenzusammensetzungen.
Wichtig ist bei einer Reifenlaufflächenzusammensetzung, daß sie einen
geringen Rollwiderstand, eine gute Bodenhaftung, insbesondere bei
Nässe,
und eine gute Abriebfestigkeit aufweist, so daß sie abriebfest ist. Erfindungsgemäße Zusammensetzungen
zeigen eine verbesserte Abriebfestigkeit im Vergleich zu Compounds,
die weder organisches Modifizierungsmittel noch Metllhalogenidhydrat
enthalten, und zugleich eine erhöhte
Scorchsicherheit besitzen. Wie in den nachstehenden Beispielen demonstriert
wird, zeigen erfindungsgemäße Zusammensetzungen
eine verbesserte Abriebfestigkeit bei erhöhter Scorchsicherheit. Einen
weiteren Aspekt der Erfindung bilden daher gefüllte, gehärtete Formkörper, die mindestens ein Halobutylelastomer
und mindestens einen mineralischen Füllstoff enthalten, wobei die
Oberfläche
der mineralischen Füllstoffe
mit den organischen Verbindungen mit mindestens einer basischen
Stickstoff enthaltenden Gruppe und mindestens einer Hydroxylgruppe
modifiziert worden ist, die durch Härten der erfindungsgemäßen gefüllten Halobutylkautschukzusammensetzungen
erhältlich
sind.
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Die
erfindungsgemäßen gefüllten Halobutylelastomere
können
ferner mit anderen Kautschuken, beispielsweise Naturkautschuk, Butadienkautschuk,
Styrol-Butadien-Kautschuk
und Isoprenkautschuken, und diese Elastomere enthaltenden Compounds
vermischt werden.
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Die
Erfindung wird nun in den folgenden Beispielen und den beigefügten Figuren
näher erläutert.
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Beispiele:
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Beschreibung von Prüfungen
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- Abriebfestigkeit: DIN 53-516 (Schmirgelpapier, Körnung 60)
- Härtungsrheometrie:
ASTM D 52-89, MDR2000E-Rheometer bei 1°-Bogen und 1,7 Hz
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Prüfung der dynamischen Eigenschaften:
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Die
dynamischen Prüfungen
(tan δ bei
0°C und
60°C, Verlustmodul
bei 60°C)
wurden auf einer GABO-Apparatur durchgeführt. Dabei handelt es sich
um ein Gerät
zur dynamisch-mechanischen Analyse zur Bestimmung der Eigenschaften
von vulkanisierten elastomeren Materialien. Die dynamisch-mechanischen
Eigenschaften ergeben ein Maß für die Bodenhaftung,
wobei die beste Bodenhaftung in der Regel mit hohen tan-δ-Werten bei
0°C erhalten
wird. Niedrige tan-δ-Werte
bei 60°C
und insbesondere kleine Verlustmoduli bei 60°C zeigen einen geringen Rollwiderstand
an. RPA-Messungen wurden mit Hilfe eines Geräts der Bauart RPA 2000 von
Alpha Technologies, das bei 100°C
und einer Frequenz von 6 cpm betrieben wurde, erhalten. Amplitudenversuche
wurden bei Verformungen von 0,1, 0,2, 0,5, 1, 2, 5, 10, 20, 50 und
90° durchgeführt.
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Mooney-Scorch von Compounds.
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Die
Messungen wurden bei 135°C
unter Verwendung eines kleinen Rotors durchgeführt. Der mit dem kleinen Rotor
erhaltene t03-Wert entspicht dem in der Regel angegebenen t05-Wert
(großer
Rotor).
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Spannung-Dehnung.
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Proben
wurden durch Härten
eines Makrobogens bei 170°C über einen
Zeitraum von tc90 + 5 Minuten gehärtet, wonach die entsprechende
Probe ausgefärbt
wurde. Die Prüfung
wurde bei 23°C
durchgeführt
.
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Beschreibung von Bestandteilen
und allgemeiner Mischvorschrift:
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- Hi-Sil® 233 – Kieselsäure von
PPG.
- Sunpar® 2280 – Paraffinöl von Sun
Oil.
- Maglite® D – Magnesiumoxid
von C. P. Hall.
- N,N-Dimethylaminoethanol (DMAE) von Aldrich Chemical Co.
- ProCoteTM 5000 (PC5000) von Protein
Technologies International, USA.
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Das
bromierte Butylelastomer Bayer® BB2030, proteinmodifizierte
Kieselsäure
und Öl
wurden in einem 1,57-Liter-Banbury-Tangentialinnenmischer
mit einer Mokon-Einstellung
von 40°C
und einer Rotorgeschwindigkeit von 77 U/min vermischt. Die Gesamtmischzeit
betrug 6 Minuten. Dann wurden der abgekühlten Probe mit einer 6'' × 12''-Mühle
bei 25°C
Härter
zugesetzt.
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Beispiel 1:
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Im
folgenden wird die Herstellung von proteinmodifizierter Kieselsäure HSPC100
näher beschrieben.
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66
g ProCoteTM 5000 wurden unter schnellem
Rühren
zu 600 mL Aceton gegeben. Die Aufschlämmung von ProCoteTM 5000
und Aceton wurde mit 600 mL entionisiertem Wasser gefolgt von 150
mL Glycerin versetzt. Nach 0,5 h Rühren wurde diese Dispersion
unter kräftigem
Rühren
zu einer Suspension von 500 g HiSil® 233
in 3000 mL Wasser gegeben. Dabei muß so gerührt werden, daß über die
gesamte Derivatisierung hinweg eine stabile heterogene Suspension
aufrechterhalten wird. Die Mischung wurde zur Gewährleistung von
vollständiger
Derivatisierung des HiSil® 233 24 h gerührt, wonach
das Aceton abgedampft und die funktionalisierte Kieselsäure in einem
herkömmlichen
Vakuumofen bei 50°C
getrocknet wurde.
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Beispiel 2:
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Es
wurde der Effekt von proteinmodifizierter Kieselsäure HSPC100
auf den Verstärkungsgrad
(gemäß den M300/M100-Werten),
den Grad der Kieselsäuredispergierung
(G* bei kleinen Verformungen), die DIN-Abriebfestigkeit und die
Scorchsicherheit (gemäß den t03-Zeiten in Minuten)
in bromierten Butylkautschuk, Maglite® D
und gegebenenfalls DMEA enthaltenden Compounds untersucht. Als Kontrolle
dienten Compounds, die herkömmliches
HiSil® 233
und Protein (PC5000) mit Glycerin und Wasser enthielten. Bei allen
untersuchten Compounds wurde als Härtungssystem eine Mischung
aus 0,5 phr Schwefel, 1,5 phr Zinkoxid und 1,0 phr Stearinsäure verwendet.
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Bromierter
Isopren-Isobutylen-Kautschuk (BIIR) Bayer® BB2030
wurde in einem Banbury-Innenmischer unter den oben beschriebenen
Mischbedingungen mit 60 Teilen pro hundert Teile Kautschuk (phr)
proteinmodifiziertem Kieselsäurefüllstoff
(HSPC100) vermischt. Für
die Kontrolle wurden anstelle des oberflächenmodifizierten HSPC100 reguläres HiSil® 233
und PC5000 mit Glycerin und Wasser verwendet. Dann wurden auf einer
kalten Mühle
identische Härtungsbestandteile
(1 phr Stearinsäure,
0,5 phr Schwefel und 1,5 phr ZnO) zu jedem der Compounds gegeben.
Die Compounds wurden dann entweder über einen Zeitraum von tc(90) + 10 Minuten bei 170°C (für die DIN-Abriebprüfung) oder über einen
Zeitraum von tc(90) + 5 Minuten bei 170°C gehärtet und
geprüft.
Die Produktzusammensetzungen in Gewichtsteilen sind in Tabelle 1
aufgeführt.
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Die
analytischen Daten für
die Verbindungen 2a–2f
sind in Tabelle 2 aufgeführt.
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Wie
aus Tabelle 2 und 1 ersichtlich ist, wird für Compounds,
in denen HSPC100 anstelle von regulärem HiSil® 233
verwendet wird, eine merkliche Verbesserung der Verstärkung beobachtet.
Wichtig ist, daß der
Verstärkungsgrad
besser ist als derjenige von Compounds mit unmodifiziertem HiSil® 233
mit ProCoteTM 5000, Wasser und Glycerin.
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Die
verbesserte Verträglichkeit
zwischen HSPC100 und BB2030 geht aus 2 hervor.
In der Regel zeigen niedrige Werte des komplexen Moduls G* bei kleinen
Verformungen (ca. 0, 28%) eine gute Füllstoffdispergierung an. Je
kleiner der G*-Wert, desto geringer ist daher die Füllstoffagglomeration/-aggregation
und desto besser somit die Füllstoffdispergierung.
Die in Tabelle 2 und 2 wiedergegebenen
Daten zeigen klar, daß Compounds
mit HSPC100 anstelle von HiSil® 233 verbesserte Füllstoffdispergierungsniveaus
aufweisen.
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Die
Verwendung von HSPC100 führt
auch zu einer Verbesserung der dynamischen Eigenschaften des resultierenden
Vulkanisats, wie aus Tabelle 2 und 3 ersichtlich
ist. Wichtig ist, daß der
tan-δ-Wert
bei 0°C für das Compound
mit HSPC100 viel größer ist
als derjenige für
das entsprechende Compound mit HiSil® 233 als
verstärkendem
Füllstoff.
Diese Beobachtung steht wiederum im Einklang mit einer erhöhten Wechselwirkung
zwischen dem Füllstoff
und der elastomeren kontinuierlichen Phase.
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Die
in Tabelle 2 und den 1-3 wiedergegebenen
Daten dienen auch zur Erläuterung
des Vorteils der Vorabfunktionalisierung von HiSil® 233.
Im einzelnen wurde gefunden, daß die
für Compounds
mit HiSil® 233,
ProCoteTM 5000, Wasser und Glycerin (in
einem Banbury-Innenmischer
zusammen zugegeben) erhaltenen physikalischen Eigenschaften denjenigen
von Compounds mit HSPC100 unterlegen waren.
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Beispiel 3:
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Im
folgenden wird die Herstellung von proteinmodifizierter Kieselsäure HSPC050
näher beschrieben.
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33
g ProCoteTM 5000 wurden unter schnellem
Rühren
zu 300 mL Aceton gegeben. Die Aufschlämmung von ProCoteTM 5000
und Aceton wurde mit 300 mL entionisiertem Wasser gefolgt von 75
mL Glycerin versetzt. Nach 0,5 h Rühren wurde diese Dispersion
unter kräftigem
Rühren
zu einer Suspension von 500 g HiSil® 233
in 3000 mL Wasser gegeben. Dabei muß so gerührt werden, daß über die
gesamte Derivatisierung hinweg eine stabile heterogene Suspension
auf rechterhalten wird. Die Mischung wurde zur Gewährleistung von
vollständiger
Derivatisierung des HiSil® 233 24 h gerührt, wonach
das Aceton abgedampft und die funktionalisierte Kieselsäure in einem
herkömmlichen
Vakuumofen bei 50°C
getrocknet wurde.
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Beispiel 4:
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Es
wurde der Effekt von proteinmodifizierter Kieselsäure HSPC050
auf den Verstärkungsgrad
(gemäß den M300/M100-Werten),
den Grad der Kieselsäuredispergierung,
die DIN-Abriebfestigkeit und die Scorchsicherheit (gemäß den t03-Zeiten
in Minuten) in bromierten Butylkautschuk, Maglite® D
und gegebenenfalls DMEA enthaltenden Compounds untersucht. Als Kontrolle
diente ein Compound, das herkömmliches
HiSil® 233
enthielt. Bei allen untersuchten Compounds wurde als Härtungssystem
eine Mischung aus 0,5 phr Schwefel, 1,5 phr Zinkoxid und 1,0 phr
Stearinsäure
verwendet.
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Bromierter
Isopren-Isobutylen-Kautschuk (BIIR) Bayer® BB2030
wurde in einem Banbury-Innenmischer unter den oben beschriebenen
Mischbedingungen mit 60 Teilen pro hundert Teile Kautschuk (phr)
proteinmodifiziertem Kieselsäurefüllstoff
(HSPC050) vermischt. Für
die Kontrolle wurden anstelle des oberflächenmodifizierten HSPC050 herkömmliches
HiSil® 233
verwendet. Dann wurden auf einer kalten Mühle identische Härtungsbestandteile
(1 phr Stearinsäure,
0,5 phr Schwefel und 1,5 phr ZnO) zu jedem der Compounds gegeben.
Die Compounds wurden dann entweder über einen Zeitraum von tc(90) + 10 Minuten bei 170°C (für die DIN-Abriebprüfung) oder über einen
Zeitraum von tc(90) + 5 Minuten bei 170°C gehärtet und
geprüft.
Die Produktzusammensetzungen in Gewichtsteilen sind in Tabelle 3
aufgeführt.
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Die
analytischen Daten für
die Verbindungen 4a–4d
sind in Tabelle 4 aufgeführt.
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Wie
aus den in Tabelle 4 und den 4-6 wiedergegebenen Daten ersichtlich ist,
verleiht die Verwendung von HSPC050 anstelle von HiSil® 233
dem fertigen Vulkanisat verbesserte physikalische und dynamische
Eigenschaften. Wichtig ist, daß das
Vorliegen von weniger ProCoteTM 5000 in
HSPC050 im Vergleich zu HSPC100 verbesserte Verstärkungsniveaus
(M300/M100) und verringerte Abrieb-Volumenverluste verleiht (siehe
Tabelle 4). Diese Beobachtung legt nahe, daß es ein optimales Niveau von
ProCoteTM 5000 gibt, das eine ausreichende
Oberflächenmodifizierung
gestattet, aber keine schädliche
weichmachende Wirkung auf das fertige Vulkanisat hat.
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Beispiel 5:
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Im
folgenden wird die Herstellung von proteinmodifizierter Kieselsäure HSPC025
näher beschrieben.
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16,5
g ProCoteTM 5000 wurden unter schnellem
Rühren
zu 150 mL Aceton gegeben. Die Aufschlämmung von ProCoteTM 5000
und Aceton wurde mit 150 mL entionisiertem Wasser gefolgt von 37,5
mL Glycerin versetzt. Nach 0,5 h Rühren wurde diese Dispersion
unter kräftigem
Rühren
zu einer Suspension von 500 g HiSil® 233
in 3000 mL Wasser gegeben. Dabei muß so gerührt werden, daß über die
gesamte Derivatisierung hinweg eine stabile heterogene Suspension
aufrechterhalten wird. Die Mischung wurde zur Gewährleistung von
vollständiger
Derivatisierung des HiSil® 233 24 h gerührt, wonach
das Aceton abgedampft und die funktionalisierte Kieselsäure in einem
herkömmlichen
Vakuumofen bei 50°C
getrocknet wurde.
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Beispiel 6:
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Angesichts
der Trends beim Übergang
von HSPC100 zu HSPC050 (wobei in HPSC050 etwa 50% des in HSPC100
enthaltenen ProCoteTM vorliegen) wurde der
Verstärkungseffekt
von HSPC025 (mit etwa 25% des bei der Herstellung von HSPC100 verwendeten
ProCoteTM) untersucht. Im einzelnen wurde
der Effekt von proteinmodifizierter Kieselsäure HSPC025 auf den Verstärkungsgrad
(gemäß den M300/M100-Werten),
den Grad der Kieselsäuredispergierung,
die DIN-Abriebfestigkeit und die Scorchsicherheit (gemäß den t03-Zeiten
in Minuten) in bromierten Butylkautschuk, Maglite® D
und gegebenenfalls DMEA enthaltenden Compounds untersucht. Als Kontrolle
diente ein Compound, das herkömmliches
HiSil® 233
enthielt. Bei allen untersuchten Compounds wurde als Härtungssystem
eine Mischung aus 0,5 phr Schwefel, 1,5 phr Zinkoxid und 1,0 phr
Stearinsäure
verwendet.
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Bromierter
Isopren-Isobutylen-Kautschuk (BIIR) Bayer® BB2030
wurde in einem Banbury-Innenmischer unter den oben beschriebenen
Mischbedingungen mit 60 Teilen pro hundert Teile Kautschuk (phr)
proteinmodifiziertem Kieselsäurefüllstoff
(HSPC025) vermischt. Für
die Kontrolle wurde anstelle des oberflächenmodifizierten HSPC025 herkömmliches
HiSil® 233
verwendet. Dann wurden auf einer kalten Mühle identische Härtungsbestandteile
(1 phr Stearinsäure,
0,5 phr Schwefel und 1,5 phr ZnO) zu jedem der Compounds gegeben.
Die Compounds wurden dann entweder über einen Zeitraum von tc(90) + 10 Minuten bei 170°C (für die DIN-Abriebprüfung) oder über einen
Zeitraum von tc(90) + 5 Minuten bei 170°C gehärtet und
geprüft.
Die Produktzusammensetzungen in Gewichtsteilen sind in Tabelle 5
aufgeführt.
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Die
analytischen Daten für
die Verbindungen 6a–6d
sind in Tabelle 6 aufgeführt.
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Wie
aus den in Tabelle 6 und den 7–9 wiedergegebenen Daten ersichtlich ist,
verleiht die Verwendung von HSPC025 dem fertigen Vulkanisat im Vergleich
zu den auf HiSil® 233 basierenden Analogen verbesserte
physikalische und dynamische Eigenschaften. Außerdem erlauben die in HSPC025
vorliegenden verringerten Niveaus von ProCoteTM 5000
(vgl. HSPC100 und HSPC025) die Erzielung überlegener M300/M100-Werte
und höherer
DIN-Abriebfestigkeitsniveaus, verleihen dabei aber immer noch verbesserte physikalische
und dynamische Eigenschaften.