[go: up one dir, main page]

DE60222684T2 - Haarbehandlungszusammensetzungen und -verfahren - Google Patents

Haarbehandlungszusammensetzungen und -verfahren Download PDF

Info

Publication number
DE60222684T2
DE60222684T2 DE60222684T DE60222684T DE60222684T2 DE 60222684 T2 DE60222684 T2 DE 60222684T2 DE 60222684 T DE60222684 T DE 60222684T DE 60222684 T DE60222684 T DE 60222684T DE 60222684 T2 DE60222684 T2 DE 60222684T2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
hair
present
compositions
composition
color
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Fee Related
Application number
DE60222684T
Other languages
English (en)
Other versions
DE60222684D1 (de
Inventor
Roy M. Jr. Memphis Evans
Edward R. Panama City Beach Moore
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evans Roy M Memphis
Original Assignee
Evans Roy M Memphis
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Evans Roy M Memphis filed Critical Evans Roy M Memphis
Application granted granted Critical
Publication of DE60222684D1 publication Critical patent/DE60222684D1/de
Publication of DE60222684T2 publication Critical patent/DE60222684T2/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Fee Related legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K8/00Cosmetics or similar toiletry preparations
    • A61K8/18Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition
    • A61K8/30Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds
    • A61K8/46Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds containing sulfur
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K8/00Cosmetics or similar toiletry preparations
    • A61K8/18Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition
    • A61K8/30Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds
    • A61K8/40Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds containing nitrogen
    • A61K8/44Aminocarboxylic acids or derivatives thereof, e.g. aminocarboxylic acids containing sulfur; Salts; Esters or N-acylated derivatives thereof
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K8/00Cosmetics or similar toiletry preparations
    • A61K8/18Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition
    • A61K8/30Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds
    • A61K8/60Sugars; Derivatives thereof
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61QSPECIFIC USE OF COSMETICS OR SIMILAR TOILETRY PREPARATIONS
    • A61Q5/00Preparations for care of the hair
    • A61Q5/04Preparations for permanent waving or straightening the hair
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61QSPECIFIC USE OF COSMETICS OR SIMILAR TOILETRY PREPARATIONS
    • A61Q5/00Preparations for care of the hair
    • A61Q5/10Preparations for permanently dyeing the hair

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Birds (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Cosmetics (AREA)

Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Zusammensetzung für die Behandlung von Haaren, und genauer auf ein Verfahren und eine Zusammensetzung für die Änderung der Form und/oder der Farbe des Haares.
  • Die Kunst des Haarfärbens
  • Haarbehandlungszusammensetzungen werden häufig zum Ändern der Farbe der Haare verwendet. Die Fähigkeit des exakten Produzierens des gewünschten Grades der Farbänderung ist von erster Wichtigkeit für alle Haarfärbungstechniken. Zum Beispiel muß die Haarfärbungsbehandlung in kürzest möglicher Zeit effektiv abgeschlossen werden, um für die Person, welche sich dieser Prozedur unterzieht, akzeptabel zu sein; jedoch waren bisher typischer Weise längere Behandlungszeiten erforderlich, um die häufig gewünschten tiefen Töne der Farbe zu erhalten. Darüber hinaus waren viele der Inhaltsstoffe der Zusammensetzungen für das Haarfärben dafür bekannt, daß sie ernsthafte Haut- und/oder Kopfhautirritationen auslösen, insbesondere, wenn sie in Konzentrationen verwendet wurden, die für die maximale Farbänderung eingestellt waren. Aus dem Blickwinkel des Haarpflegefachmanns ist es auch sehr wünschenswert, daß die Behandlungsverfahren so einfach wie möglich sind; jedoch sind einstufige Verfahren für das Haarfärben bisher selten und/oder verhältnismäßig unwirksam gewesen.
  • Im Allgemeinen ist die Farbe menschlichen Haars bisher entweder durch Bleichen, Färben oder eine Kombination dieser Verfahren verändert worden. Säugetierfasern, einschließlich menschliches Haar, sind von drei Hauptbestandteilen zusammengesetzt: Einer Oberhaut, einer Rinde und einem Knochenmark. Das Knochenmark liegt zentral zum Haarschaft und ist von Kerstin umgeben, welcher die Rinde bildet. Die Oberhaut besteht aus einander überlappenden flachen Schuppen, welche die Rinde bedecken. Melanin ist der Hauptfarbstoff, der für die Farbe menschlichen Haars verantwortlich ist. Chemisches Bleichen verändert die Haarfärbung durch das Entfernen und/oder Verändern des Melanin. Dies wird typischer Weise durch Auftragen von sauerstofffreigebenden Zusammensetzungen zum Haar vollendet. Vielleicht die meistgenutzte von solchen Zusammensetzungen ist Wasserstoffperoxyd, welches normalerweise in Form einer wässerigen Lösung verwendet wird. Solche Wasserstoffperoxydelösungen wirken durch Öffnen der Verschuppungen der Oberhaut, Durchdringen und Angreifen der Keratinstruktur und allmählichem Aufhellen des Farbtones des Haars durch Oxydieren des Melanins. Das „Aufhellen" des Haars nimmt mit der Einwirkzeit und steigender Konzentration des Wasserstoffperoxyds zu. Gemäß den früheren Bleichverfahren aber neigen diese Bedingungen auch dazu, die Kopfhaut zu reizen und den Haarschaft unerwünscht zu schwächen. Ferner führt die Änderung der Farbe menschlichen Haars mit Bleichmitteln alleine nicht unbedingt zu der gewünschten Farbe oder der Form des Haars. Vor allem führt das Bleichen von Haar mit Oxidationsmitteln alleine oft zu Haar mit einer „ausgewaschen" Erscheinung.
  • Eine andere Methode zum Verändern der Haarfarbe umfaßt das Färben des Haars. In den meisten Haarfärbeverfahren werden künstliche organische Mittel auf das Haar aufgetragen, um dem Haar entweder vorübergehend oder permanent Farbe zuzufügen. Beispiele für einen vorübergehenden oder semipermanenten Farbstoff umfassen zum Beispiel, Azo- und Nitroverbindungen sowie Derivate von Naphthalin und Anthrachinon. Semipermanente Farbstoffe sind direkte Farbstoffe und erfordern gewöhnlich kein Bleichen zum Färben des Haars. Jedoch bleiben semipermanente Farbstoffe gewöhnlich nur vorübergehend auf dem Haar und werden allmählich von nachfolgend angewendetem, gewöhnlichem Shampoo ausgewaschen.
  • Permanente Farbstoffe andererseits schließen Oxydationenfarbstoffe, auch als Peroxydfarbstoffe bekannt, ein. Die meisten dieser Farbstoffe schließen künstliche organische Zusammensetzungen ein, welche gewöhnlich eine gewisse Menge von Wasserstoffperoxyd oder einer anderen nicht kontaminierenden Zusammensetzung erfordern, die bereitwillig Sauerstoff für die Entwicklung der Farbe des Haars freisetzt. Die Zusammensetzungen, die oft als Oxydationsfarbstoffe bezeichnet werden, werden richtiger als Zwischenfarbstoff bezeichnet, weil ihre eigentlichen Färbungseigenschaften nur auf Oxydation beruhen. Während eine große Zahl von Zusammensetzungen das Potential für die Verwendung als Zwischenfarbstoff für das In-vivo-färben von Haar verbessern, wurden nur wenige solcher Zusammensetzungen in bekannten Verfahren verwendet. Zum Beispiel verbessern viele Nitro- und Alkylverbindungen wünschenswerte Färbungseigenschaften, waren aber für den Gebrauch nicht verfügbar, weil sie dafür gekannt sind, die Haut zu reizen. Siehe Wall, F. E, "Bleaches, Hair Colorings, and Dye Removers," Cosmetics: Science and Technology, Bd. 2, 2. Auflage, John Wiley & Söhne, Seite 307 (1972).
  • Änderung der Haarfarbe durch Verwendung eines Färbungsmittels alleine führt öfter zu weniger als dem gewünschten Ergebnis. Zum Beispiel sind die Haarfärbeverfahren nach dem Stand der Technik dafür gekannt, öfter zu einem Haar zu führen, welches eine unnatürlich „angestrichene" oder „schroffe" Erscheinung hat. Dieses unerwünschte Ergebnis ist bisher dadurch durch Aufhellen des Haars vor dem Färben überwunden worden, indem das Haar einem Bleichprozeß unterzogen wurde. Jedoch erschwert und verlängert dieses das Färbeverfahren.
  • Um dieses zweischrittige Verfahren zu vermeiden, sind Zusammensetzungen vorgeschlagen worden, die sowohl ein Bleichmittel als auch ein Färbungsmittel enthalten. Diese Zusammensetzungen enthalten gewöhnlich Wasserstoffperoxyd sowohl als Bleichmittel als auch als entwickelndes Mittel. Diese Bleichmittel-Farbstoffkombinationen leiden an ernsten Nachteilen. Insbesondere sind für gewöhnlich exakte Proportionen der Bestandteile erforderlich, so daß eine präzise Menge des Sauerstoffs freigesetzt wird, um sicher zu stellen, daß das Haar geblichen wird, während der Farbstoff eindringt. Darüber hinaus für ein übermäßiges Freisetzen des Sauerstoffs zu einem Bleichen des Farbstoffs selbst. Siehe Wall, F. E, "Bleaches, Hair Colorings, and Dye Removers," Cosmetics: Science and Technology, Bd. 2, 2. Auflage, John Wiley & Söhne, Seiten 279 bis 343 (1972).
  • U. S. Patent Nr. 5 560 750 offenbart Haarfärbezusammensetzungen, welche nicht-reduzierende Disaccharid, wie zum Beispiel Saccharose, umfassen um die Haarfärbeigenschaften der Farbstoffbestandteile zu verbessern und Keratinfasern im Haar vor Schaden zu schützen.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Dementsprechend ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Haarbehandlungszusammensetzung und ein Haarbehandlungsverfahren zur Verfügung zu stellen, welche eine gewünschte Farbänderung, vorzugsweise in relativ kurzer Zeit, hervorbringen.
  • Es ist weiterhin eine Aufgabe der Erfindung, Haarbehandlungszusammensetzungen zur Verfügung zu stellen, welche relativ nicht-reizend zur Haut ist.
  • Darüber hinaus ist es eine Aufgabe der Erfindung, Haarbehandlungszusammensetzungen zur Verfügung zu stellen, welche keine unerwünschten Schäden an dem Haar hervorrufen und leicht für die In-vivo-Verwendung geeignet sind.
  • Es ist eine weitere Aufgaben von bestimmten Ausführungsbeispielen der Erfindung, ein effektives Haarfärbeverfahren zur Verfügung zu stellen, welches Bleichen und Färben in einem einzigen Schritt ermöglicht.
  • Die Anmelder haben entdeckt, daß diese und andere Aufgaben der vorliegenden Erfindung Behandlungszusammensetzungen und insbesondere Haarfärbezusammensetzungen gelöst werden, die ein Behandlungsmittel, insbesondere ein Färbemittel, und ein reduzierendes Saccharid umfassen. Gemäß bevorzugten Ausführungsbeispielen schließen das reduzierende Saccharid Glucose und das Färbemittel ein, welches wenigstens ein oxydierendes Mittel zum Bleichen des Haars und/oder Entwickeln des Färbemittels, sowie ein Färbemittel zum Zufügen von Farbe zum Haar umfaßt. Solche Zusammensetzungen haben sich als geeignet zum Herstellen von außergewöhnlich tiefer und wünschenswerter Farbe sogar ohne vorbleichen erwiesen. Darüber hinaus haben sich solche Zusammensetzungen erstaunlicherweise als effektiv nach nur verhältnismäßig kurze Zeit der Anwendung erwiesen, während sie außergewöhnlich nicht-reizend zur Haut und der Kopfhaut sind und das Haar nicht beschädigen.
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zum Verändern der Farbe des Haars zu einem vorausbestimmten Grad zur Verfügung, welches umfaßt: (a), das Haar mit einer Haarfärbezusammensetzung zu behandeln, wobei die Haarfärbezusammensetzung ein färbendes Mittel und ein reduzierendes Saccharid, vorzugsweise Glucose, aufweist; (b) der Zusammensetzung zu erlauben, mit dem Haar für eine ausreichend lange Zeit in Kontakt zu bleiben, um den vorausbestimmten Grad der Farbenveränderung zu erreichen; und (c) im wesentlichen entfernen der besagten Zusammensetzung von dem Haar.
  • Ferner ist gemäß gewissen Aspekten der vorliegenden Erfindung nun herausgefunden worden, daß die Eigenschaften von den Haarbehandlungszusammensetzungen, welche durch die US-Patente Nr. 4 947 878 , 5 101 841 , 5 415 856 , 5 560 750 und 5 639 451 offenbart sind, durch den Gebrauch eines reduzierenden Saccharids anstelle des in diesen Schriften offenbarten nicht-reduzierenden Disaccharids verbessert werden können, wenn die Zusammensetzungen stark ätzende Bestandteile aufweisen. Das reduzierende Saccharid schützt das Haar und die Kopfhaut vor den ätzenden Bestandteilen, verbessert die Wirksamkeit (insbesondere in Anwendungen in Verbindung mit dem Ändern der Farbe des Haars), und kontrolliert unangenehmen Geruch, der bisher mit solchen Haarpflegezusammensetzungen verbunden war.
  • Bevorzugtes reduzierendes Saccharid für den Gebrauch in der vorliegenden Erfindung schließt Disaccharid, wie zum Beispiel Maltose oder Laktose, und Monosaccharid, wie zum Beispiel Glucose, ein, wobei Glucose generell bevorzugt ist.
  • Detaillierte Beschreibung der Erfindung
  • I. Chemie des Haares
  • Um die Zusammensetzung und das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung besser zu verstehen, ist es hilfreich, den grundlegenden Aufbau des Haars zu verstehen. Haar ist eine komplizierte organische Substanz, welche größtenteils aus dem Protein Kerstin besteht. Genauer ist Haar eine proteinöse Faser, die ein Bündel von langen einzelnen Eiweißmolekülen aufweist, die miteinander verschlungen und in unterschiedlichen Abständen vernetzt sind. Jedes einzelne Eiweißmolekül weist zusammengefaßte Aminosäuren auf, in welchen die Säureenden eines Moleküls mit dem Aminoende vom Nächsten zusammengefaßt sind. Die Aminosäuren sind einander ähnlich indem sie alle eine Säuregruppe und eine Aminogruppe enthalten, aber sie können einander in anderen Details der Anordnung ihrer Atome unähnlich sein. Haareiweiß enthält gewöhnlich ungefähr 5 Gew.-% bis zu ungefähr 15 Gew.-% der Aminosäure Zystin, welche die empirische chemische Formel C6H12N2O4S2 hat und gewöhnlich der molekularen chemischen Formel entspricht, die unten dargestellt:
  • Figure 00060001
  • Es ist postuliert worden, daß Zystin oft in faserigen Bündeln von Keratineiweißmolekülen als eine Brücke zwischen angrenzenden Peptidenketten erscheint und daß es auch oft als eine Schleife oder Brücke zwischen zwei Abschnitten von der gleichen Peptidkette erscheinen kann. Es wird angenommen, daß diese Zystinbrücken die physische Gestalt und die Konstellation des Haares beeinflussen und zum Großteil bestimmen. Es ist auch postuliert worden, daß Brücken zwischen angrenzenden Peptidenketten auch durch die Ionisation der Carboxylgruppen und der Aminogruppen auftreten können, indem eine Salzbrücke gebildet wird. Es wird angenommen, daß Wasserstoffbindungen ein drittes Mittel sind, durch die eine Verbindung zwischen angrenzenden Peptidenketten erreicht werden kann. Es wird angenommen, daß diese zusätzlichen Verbindungsmechanismen auch die physische Gestalt und die Konstellation des Haars beeinflussen. Siehe Kapitel 26 des Buchs „Chemical and Manufacture of Cosmetics" von Mason G. Denavarre und das erste Kapitel des Buchs „The Proteins Volume 4", dritte Auflage, herausgegeben von Hans Nuroff und Robert L. Hill, 1979.
  • II. Die Färbezusammensetzungen
  • Die vorliegenden Färbezusammensetzungen schließen zwei wichtige Bestandteile ein: Färbende Mittel und reduzierendes Saccharid. Die Anmelder haben herausgefunden, daß die Einbeziehung von reduzierendem Saccharid, und vorzugsweise Monosacharid, wie zum Beispiel Glucose, in Zusammensetzungen gemäß der Lehre der vorliegenden Erfindung die Zusammensetzung mit sehr wünschenswerten und unerwarteten Eigenschaften ausstattet. Vor allem hat sich gezeigt, daß die vorliegenden Zusammensetzungen nicht-schädigend zum Haar im Vergleich zu früheren Produkten sind. Darüber hinaus hat sich gezeigt, daß die Zusammensetzungen, wenn sie in Haarfärbe-Gleichungsanwendungen eingesetzt werden, einen außergewöhnlich „Lift" des Haars hervorrufen. Insbesondere hat sich unerwarteter Weise gezeigt, daß die vorliegende Zusammensetzung eine volle 35%ige Verbesserung in Bezug auf den „Lift" bietet. Wie den Fachleuten bekannt ist, bezieht sich „Lift" auf den Grad der Aufhellung, welcher der Haarfarbe als Ergebnis der Anwendung der Zusammensetzung verliehen wird.
  • Ferner hat sich in unerwarteter Weise gezeigt, daß die vorliegenden Zusammensetzungen dem Haar eine außergewöhnlich tiefe Farbe geben. Obwohl die Anmelder nicht wünschen, durch oder an irgendeine besondere Theorie der Anwendung gebunden zu werden, wird angenommen, daß die synergetische Kombination der Bestandteile, die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden, oder wenigstens die Selbstoxidation der in der Zusammensetzung enthaltenen Farbstoffmolekülen hemmt, was zur Folge hat, daß das Haar tief gefärbt wird, im Gegensatz zur nur oberflächlichen Färbung von jenem Haar mit den früheren Produkten nach dem Stand der Technik. Gemäß bestimmten Ausführungsbeispielen wird diese wünschenswerte Farbveränderung ohne die Anwendung eines vorbleichenden Schrittes erreicht.
  • A. Die färbenden Mittel
  • Die vorliegenden Zusammensetzungen schließen färbende Mittel, vorzugsweise einen Hauptanteil des färbenden Mittels, und mehr bevorzugt von ungefähr 85 Gew.-% bis ungefähr 99 Gew.-% des färbenden Mittels und noch bevorzugter von ungefähr 95 Gew.-% bis ungefähr 99 Gew.-% des färbenden Mittels ein. Der Begriff des färbenden Mittels ist hierin in einem nicht einschränkenden Sinn benutzt, um auf irgendein Mittel, eine Verbindung oder Zusammensetzung hinzuweisen, welche(s) dazu geeignet ist, die Farbe des Haars zu verändern. Folglich schließen die färbenden Mittel der vorliegenden Erfindung die Zusammensetzungen mit ein, die dazu neigen, Farbe aus dem Haar zu entfernen, wie auch Farbe hinzuzufügen.
  • Es ist vorgesehen, daß die färbenden Mittel der vorliegenden Erfindung gewöhnlich eine oder mehrere aktive färbende Zusammensetzungen und Träger für die aktiven Zusammensetzungen umfassen. Es ist ersichtlich, daß die Begriffe aktive färbende Zusammensetzung und Träger hierin zwecks Bequemlichkeit und Illustration aber nicht notwendig einschränkend benutzt sind. Vor allem bezieht sich der Begriff aktive färbende Zusammensetzung auf die Bestandteile des färbenden Mittels, die chemisch oder physikalisch mit dem Haar oder mit anderen Bestandteilen von färbenden Mitteln interagieren, um Farbe zum Haar hinzuzufügen oder von ihm zu entfernen. Im Gegensatz dazu dient der Träger dazu, für die passende Umgebungsbedingungen für die aktiven Zusammensetzungen zu sorgen, und die Zuführung und Anwendung der aktiven Zusammensetzungen zum Haar zu erleichtern, verbessern und/oder zu modifizieren. Das bevorzugte färbende Mittel der vorliegenden Erfindung weist ungefähr 3 Gew.-% bis ungefähr 20 Gew.-% der aktiven färbenden Zusammensetzungen und ungefähr 80 Gew.-% bis ungefähr 95 Gew.-% des Trägers, und besonders bevorzugt ungefähr 5 Gew.-% bis ungefähr 15 Gew.-% der aktiven färbenden Zusammensetzung und ungefähr 80 Gew.-% bis ungefähr 90 Gew.-% des Trägers, auf.
  • Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt im Gewichtverhältnis des reduzierenden Saccharids zu den aktiven färbenden Zusammensetzungen. Die Anmelder glauben, daß dieses Verhältnis sich in einem weiten Bereich ändern darf, abhängig von zahlreichen Faktoren, wie zum Beispiel dem Haartyp und dem Grad der gewünschten Farbenveränderung. Es ist aber bevorzugt, daß das Verhältnis von reduzierendem Saccharid zur aktiven färbenden Zusammensetzung ein Gewichtverhältnis von ungefähr 0,01:1 bis ungefähr 1:1, und besonders bevorzugt von ungefähr 0,02:1 bis ungefähr 0,05:1 ist. Die Anmelder haben herausgefunden, daß, gemäß bestimmten Ausführungsbeispielen, ein Verhältnis von weniger als ungefähr 0,01:1 eine Zusammensetzung liefern, die eine verminderte Fähigkeit aufweisen, das Haar und die Haut des Verbrauchers zu schützen, während Zusammensetzungen mit einem Verhältnis größer als ungefähr 1:1 eine verminderte Fähigkeit aufweisen, die gewünschte Farbenveränderung herzustellen.
  • 1. Aktive Zusammensetzung
  • Gemäß gewissen Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung umfaßt das färbende Mittel ein oxydierendes Mittel. Wie den Fachleuten bekannt ist, werden die oxydierenden Mittel üblicherweise als aktive Zusammensetzungen sowohl zum Entfernen von Farbe als auch Hinzufügen von Farbe zum Haar verwendet. In dem Sinne, in dem der Begriff hierin benutzt ist, bezieht sich oxydierendes Mittel auf solche Verbindungen, welche Oxydationsmittel in Bezug auf Melanin im Haar oder in Bezug auf den Zwischenfarbstoff sind, welcher im oxidativen Färbemittel der vorliegenden Erfindung verwendet wird. Zum Beispiel greift das oxydierende Mittel in Bleichverfahren das Melanin im Haar an und entfernt Farbe, so daß die Haarfarbe heller wird. In Färbeverfahren wird ein oxydierendes Mittel typischer Weise einbezogen, um die Konversion des Zwischenfarbstoffs zu unterstützen, wie sie in den permanenten Färbeverfahren benutzt wird. Es hat sich daher herausgestellt, daß die Menge des oxydierenden Mittels, welches in der vorliegenden Zusammensetzung enthalten ist, stark schwanken wird, abhängig von den besonderen Umständen jedes Ausführungsbeispiels. Im Allgemeinen ist aber bevorzugt, daß die vorliegende Zusammensetzung ungefähr 3 Gew.-% bis ungefähr 20 Gew.-% des oxydierenden Mittels enthält. Für Ausführungsbeispiele, in denen Bleich- und Färbeschritte getrennt voneinander ausgeführt werden, weist die Zusammensetzung vorzugsweise ungefähr 10 Gew.-% bis ungefähr 20 Gew.-% des oxydierenden Mittels für Bleichzusammensetzungen und von ungefähr 1,5 Gew.-% bis ungefähr 15 Gew.-%, und besonders bevorzugt von ungefähr 1,5 Gew.-% bis ungefähr 10 Gew.-%, des oxydierenden Mittels für Färbezusammensetzungen auf.
  • Für bestimmte bevorzugte Ausführungsbeispiele, in denen das Bleichen und Färben mit einer einzelnen Zusammensetzung ausgeführt wird, weist die Zusammensetzung vorzugsweise ungefähr 4 Gew.-% bis ungefähr 10 Gew.-% des oxydierenden Mittels und besonders bevorzugt ungefähr 5 Gew.-% bis ungefähr 9 Gew.-% des oxydierenden Mittels auf.
  • Das oxydierende Mittel, welches gemäß der vorliegenden Erfindung benutzt wird, kann irgendein von einigen konventionellen oder unkonventionellen Oxydationsmitteln einschließen. Gewöhnlich ist es nur erforderlich, daß das oxydierende Mittel ungiftig, mild in der Anwendung und frei von schädlichem Rückstand ist. Für das Entfernen der Farbe aus dem Haar, wie zum Beispiel in Bleichverfahren, ist es bevorzugt, daß das oxydierende Mittel ein Salz (H2S2O8), und vorzugsweise Alkalimetallsalze und Ammoniumsalze der Perschwefelsäure, aufweist. Es ist besonders für Bleichverfahren bevorzugt, daß das oxydierende Mittel aus einer Gruppe ausgewählt wird, die aus Natriumpersulfat (Na2S2O8), Kaliumpersulfat (K2S2O8), Ammoniumpersulfat ((NH4)2S2O8) und Mischungen von zwei oder mehreren dieser Sulfate besteht Andere geeignete oxydierende Mittel, wie zum Beispiel Peroxide, für die Verwendung in Bleichverfahren sind zusätzlich zu den oben genannten im Hinblick auf die vorliegende Offenbarung offensichtlich.
  • Gemäß anderen Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung weist die Haarfärbezusammensetzung ein Färbemittel zum Hinzufügen von Farbe zum Haar auf. Es ist in Betracht zu ziehen, daß die Typen des Färbemittels, welche für den Gebrauch gemäß der vorliegenden Erfindung geeignet sind, zahlreich sind und variieren, einschließlich vorübergehender, semi-permanenter und permanenter Farbstoffe, wie sie den Fachleuten bekannt sind. Beispiele für semipermanente Farbstoffe umfassen zum Beispiel, Azo- und Nitroverbindungen und Derivate von Naphthalin und Anthrachinon. Solche Färbemittel werden gewöhnlich als „nicht-oxidative" Färbemittel bezeichnet, da diese Färbemittel keine Oxydation zum Färben des Haars erfordern.
  • Gewöhnlich ist es aber bevorzugt, daß das Färbemittel nach der vorliegenden Erfindung ein oxidatives Färbemittel einschließt. In dem Sinne, in dem der Begriff hierin benutzt ist, bedeutet oxidatives Färbemittel auf solche Zwischenfarbstoff oder Vorläufer, welche Farbe aufgrund von Oxydation bilden. Die oxidativen Färbemittel nach der vorliegenden Erfindung umfassen vorzugsweise monomere aromatische Verbindungen, welche, aufgrund von Oxydation, Oligomere oder Polymere bilden, welche ausgedehnte konjugierte Systeme der Elektronen in ihrer molekularen Struktur aufweisen. Diese oxidative Reaktion bildet Oligomere und Polymere mit Elektronenstrukturen im sichtbaren Spektrum. Demzufolge resultiert die Oxydation des Zwischenfarbstoffs oder Vorläufers in der Bildung von Farbe.
  • Besonders bevorzugte oxidative Färbemittel umfassen substituiertes Phenol, Aminophenole, Diamine einschließlich der o- und p-Diamine, Aminohydroxy-Verbindungen des Benzols, und Derivate dieser Stoffe, welche eine quinoide Phase während der Oxydation durchlaufen. Gemäß bestimmten Ausführungsbeispielen sind aromatische Amine mit zwei aktive Gruppen, wie zum Beispiel p-Phenylendiamin, aufgrund ihrer Fähigkeit bevorzugt, gefärbte Materialien höheren molekularen Gewichts durch oxidative Polymerisation zu ergeben. Monofunktionelle aromatische Amine, welche geeignet sind, gefärbte konjugierte Imine hervorzubringen, sowie quinoide Dimer, Trimer usw. sind gemäß anderen Ausführungsbeispielen bevorzugt. Es wird auch überlegt, Kombinationen dieser verschiedenen Farbstoffvorläufern zu benutzen.
  • Geeignete oxidative Färbemittel für die vorliegende Erfindung sind zum Beispiel in den US-Patenten Nr. 4 473 375 und 4 840 639 sowie in F. E. Wall, „Bleaches, Hair Colorings, and Dye Removers," Cosmetics: Science and Technology, Band 2, Seiten 300 bis 320 (1972) offenbart. Andere Färbemittel, welche für die vorliegende Erfindung benutzt werden können, sind den Fachleuten bekannt.
  • Für Ausführungsbeispiele, die ein oxidatives Färbemittel einschließen, ist es sehr bevorzugt, daß die Zusammensetzung ein oxydierendes Mittel einschließlich Wasserstoffperoxid aufweist. Den Fachleuten ist bewußt, daß solche oxydierenden Mittel die Entwicklung der Farbe des Zwischenfarbstoffs bewirken und daß andere Entwicklungsmittel, entweder für sich oder in Kombination mit dem vorliegenden oxydierenden Mittel, innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung benutzt werden können. Was in solchen Ausführungsbeispielen erforderlich ist, ist, daß das Entwicklungsmittel, welches vorzugsweise ein oxydierendes Mittel ist, die synthetische organische Haarzwischenfarbe zur gewünschten Farbe verwandelt.
  • Die Anmelder haben herausgefunden, daß die vorliegende Erfindung ein überraschendes und förderliches Ergebnis in Bezug auf die Menge des oxydierenden Mittels, welches für die Entwicklung der Farbe der gebräuchlichen oxidativen Färbemittel erforderlich ist. Bisher war es allgemeine Praxis, eine 6 gew.-%-ige wässerige Lösung des Wasserstoffperoxids für die Entwickelung der Zwischenfarbe zu benutzen. Darüber hinaus war es allgemeine Praxis, ungefähr 2 Volumenteile dieser Wasserstoffperoxidlösung für jeden Volumenteil der Farbstoffbasis (Färbemittel plus Träger) einzustellen. Im Gegensatz dazu verwenden bestimmte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung so wenig wie 0,5 Volumenteile der Wasserstoffperoxidlösung (6 Gew.-%) für jeden Volumenteil der Farbstoffbasis ohne irgendeine bemerkbare Abnahme der Haarfarbenveränderung. Tatsächlich haben die Anmelder entdeckt, daß sogar mit diesem verringerten Verhältnis, die Haarfarbenveränderung in wesentlich kürzeren Zeiträumen bewirkt wird, als nach dem Stand der Technik erforderlich.
  • 2. Der Färbemittelträger
  • Den Fachleuten ist bekannt, daß viele von den hierin beschriebenen aktiven Zusammensetzungen, von denen die Meisten unmittelbar in der Form von Dispersionen oder Lösungen einer oder mehr Flüssigkeiten, typisch wässeriger Lösungen verfügbar sind. Es ist in Betracht zu ziehen, die aktiven Inhaltsstoffe der vorliegenden Erfindung, die oft in dieser Form verwendet werden und dementsprechend die vorliegende Zusammensetzung vorzugsweise einen Träger für das färbende Mittel mit einschließen. Im Allgemeinen ist es in Betracht zu ziehen, daß eine große Vielfalt von Materialien geeignet sein wird, als ein Träger benutzt zu werden, und alle diese Materialien innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung liegen. Es wird gewöhnlich bevorzugt, daß der Träger eine Flüssigkeit umfaßt, vorzugsweise eine polare Flüssigkeit, um das Auftragen und die Anwendung des vorliegenden Färbemittels auf das Haar zu erleichtern. Den Fachleuten ist bekannt, daß die physische Bedingung des Trägers daher stark schwanken kann, zum Beispiel in einem Bereich von einer dünnen klaren Flüssigkeit bis zu einer cremigen Paste, abhängend von den Bedürfnissen der besonderen Anwendung.
  • Der Träger der vorliegenden Erfindung umfaßt vorzugsweise ein Lösungsmittel für ein oder mehrere den aktiven Bestandteilen des färbenden Mittels. Folglich umfaßt für Zusammensetzungen, die polaren Oxydationsmittel und/oder polare Färbemittel enthalten, der Träger vorzugsweise eine polare Flüssigkeit, wie zum Beispiel Wasser, Alkohol und Mischungen von diesen. Der Begriff Lösungsmittel wird in diesem Kontext in einem breiten Sinn benutzt, einschließlich der flüssigen Bestandteile und Mischungen flüssiger Bestandteile, die wenigstens eine Tendenz zum Lösen wenigstens eines aktiven Bestandteils des färbenden Mittels haben. Es ist besonders bevorzugt, daß der Träger eine Mischung von Wasser und einem Alkohol und/oder Glykol, wie zum Beispiel C2-C6-Alkohole, vorzugsweise Isopropylalkohol und C2-C6-Glycole, vorzugsweise Propylenglykol und/oder Hexylenglykol, einschließt. Die Zusammensetzung umfaßt vorzugsweise Lösungsmittel in einer Menge von ungefähr 40 Gew.-% bis ungefähr 85 Gew.-% der Zusammensetzung.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfaßt der Träger ein Verdickungsmittel zum Einstellen des Rheology der Zusammensetzung. Der Typ und die Menge solcher Verdickungsmittel kann innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung stark variieren. Folglich sind die Verdickungsmittel, die für den Gebrauch in den vorliegenden Zusammensetzungen geeignet sind, die Verdickungsmittel, die typischer Weise in Kosmetika benutzt werden und üblicher Weise organische und anorganische Verbindungen einschließen. Beispiele für geeignete Verdickungsmittel umfassen Kieselerde, Carboxymethylcellulose, Fettalkohole und Mischungen von zwei oder mehreren dieser Stoffe. Es ist bevorzugt, daß der Fettalkohol Laurylalkohol umfaßt. Ein geeigneter Laurylalkohol ist CO-1214, gewerblich erhältlich bei Procter & Gamble in Cincinnati, Ohio. Eine geeignete Carboxymethylcellulose ist CMC-7H3 SF, gewerblich erhältlich bei Herkules, Inc. in Wilmington, Del. Der Träger weist vorzugsweise eine Menge des Verdickungsmittels auf, um die wässerige Zusammensetzung mit der gewünschten Dicke oder der Viskosität einzustellen. Es ist im Allgemeinen aber bevorzugt, daß die vorliegende färbende Zusammensetzung ungefähr 5 Gew.-% bis ungefähr 15 Gew.-% des Verdickungsmittels aufweist, wobei ungefähr 8 Gew.-% ungefähr 12 Gew.-% sogar mehr besonders bevorzugt in bestimmten Ausführungsbeispielen sind.
  • Für Ausführungsbeispiele, in den die Zusammensetzung ein Färbemittel, und insbesondere ein oxidatives Färbemittel, umfaßt, weißt der Träger auch vorzugsweise einen Alkalisierer oder Puffer auf, um für die passende Umgebung für den Zwischenfarbstoff zu sorgen, wie es allgemein auf diesem Gebiet bekannt ist. In bestimmten Ausführungsbeispielen umfaßt der Träger vorzugsweise eine wässerige Lösung, und vorzugsweise eine 28 Gew.-%ige Lösung, von Ammoniumhydroxid als Alkalisierer. In anderen Ausführungsbeispielen weist der Alkalisierer Natriumborat und/oder Harnstoff auf. Die Menge des Alkalisierer wird selbstverständlich vom jeweiligen Färbemittel und anderen Faktoren abhängen. Es ist im Allgemeinen aber bevorzugt, daß die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung ungefähr 5 Gew.-% bis ungefähr 10 Gew.-% der 28 Gew.-%igen wässerige Ammoniumhydroxidlösung oder ungefähr 0,5 Gew.-% bis ungefähr 5 Gew.-% des Harnstoff enthält (pelletiertes Granulat von EM Science).
  • Ausführungsbeispiele mit Färbemitteln weisen vorzugsweise auch ein Spreizungsmittel auf, um zu Unterstützen, daß das Färbemittel gleichmäßig entlang des Haarschafts verteilt wird. Geeignete Spreizungsmittel schließen die meisten gut bekannten Netzmittel, wie zum Beispiel ethoxylierte Alkylphenole, und vorzugsweise Octylphenoxy-Poly(ethyleneoxy)-Ethanol, welcher gewerblich als Igepal CA-630 von Rhone-Poulenc/GAF aus Wayne, N. J. erhältlich ist, ein. Spreizungsmittel in Form von Polyethylen-Glycol-Octophenol-Ether (vertrieben unter dem Handelsnamen TRITON X-100) sind in bestimmen Ausführungsbeispielen ebenfalls bevorzugt.
  • Der Träger weist auch vorzugsweise ein Detergens auf, um das Haar geschmeidig und weich nach der Behandlung mit Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung zu halten. Geeignete Detergensen umfassen die Detergensen, die den Fachleuten auf diesem Gebiet unmittelbar bekannt sind, einschließlich primärer Alkylsulfate der C12–C18 Serien, Salze der Ölsäure, Ammoniumhydroxid, zwitterionische Verbindungen und Mischungen von zwei oder mehren dieser Substanzen. Vorzugsweise weist das Detergens Ammoniumlaurylsulfat auf. Ein geeignetes ammoniumlaurylsulfat ist Emersal 633LL.sup.R, gewerblich erhältlich bei Emery Chemicals Personal Care and Specialties Group in Linde, N. J. Beispiele für Ölsäure und wässeriges Ammoniumhydroxid, die leicht verfügbar sind, sind Emersal 6333LL.sup.R, gewerblich erhältlich bei Emery Industries, Inc., Fatty and Dibasic Acids Group, Cincinnati, Ohio. Ein Beispiel für eine geeignete zwitterionische Verbindung welche in der vorliegenden Erfindung benutzt werden kann, ist Lauramidpropylbetain, gewerblich erhältlich bei Mona Industries, Inc. in Patterson, N. J. Andere für Gebrauch im Träger der wässerigen Lösung der vorliegenden Erfindung geeignete Detergensen ergeben sich unmittelbar basierend auf der vorliegenden Offenbarung.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der Träger einen auf. Der Zweck des Chelatbildners in den vorliegenden Zusammensetzungen ist, Schwermetalle zu chelatieren oder zu binden, die im Wasser der wässerigen Zusammensetzung vorhanden sein können. Ohne solche Chelatbildner können solche Metallionen die Leistung der aktiven Farbbestandteile schädlich beeinflussen. Dementsprechend sind die Menge und der Typ des Chelatbildners abhängig von, zum Beispiel, der Qualität des Wassers, das im Träger enthalten ist, und der Empfindlichkeit der aktiven Farbbestandteile. Folglich kann der Chelatbildner irgendein von einigen konventionellen oder unkonventionellen Chelatbildner sein, die in konventionellen Mengen benutzt werden. Es ist aber bevorzugt, daß der Chelatbildner aufweist, und vorzugsweise besteht aus, Ethylenediaminetetraacetsäure („EDTA"). Ein Beispiel für eine geeignete EDTA, die gemäß der vorliegenden Erfindung benutzt werden kann, ist Hamp-ene acid®, gewerblich erhältlich bei W. R. Grace and Co. in Nashua, N. H.
  • Für Ausführungsbeispiele, in denen das färbende Mittel ein oxidatives färbendes Mittel umfaßt, ist es gewöhnlich bevorzugt, daß der Träger ein Antioxidant aufweist, um die Verhinderung einer verfrühten Auflösung des Zwischenfarbstoffs zu unterstützen. Es wird in Betracht gezogen, daß übliche Typen und Mengen des Antioxidants innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung benutzt werden können. Natriumsulfit und Ascorbinsäure sind Antioxidanten, die in üblichen Mengen in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung benutzt werden können.
  • B. Das reduzierende Saccharid
  • Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Beschaffenheit der Haarfärbezusammensetzungen mit reduzierendem Saccharid. Vor allem wird in Betracht gezogen, daß das reduzierende Saccharid der vorliegenden Erfindung als ein Schutzmittel zum Schützen der Keratinfasern des Haars vor unvorteilhaftem Schaden und Degeneration wirkt, während es auch die Oxydation des Melanins, das im Haar enthalten ist, erlaubt, und vorzugsweise verbessert. Ferner haben die Anmelder heraus gefunden, daß die Anwesenheit von reduzierendem Saccharid in Haarbehandlungszusammensetzungen auch dazu neigt, die Kopfhaut der zu behandelnden Person und die Hände des Haarpflegefachmanns vor Reizung und Verbrennen zu schützen. In Ausführungsbeispielen, in den die Zusammensetzung oxidative Färbemittel aufweist, zeigt sich, daß das reduzierende Saccharid auch als ein Schutzmittel wirkt, bis zum Grade, daß es verfrühte oder übermäßige Entwicklung des Zwischenfarbstoffs hemmt.
  • Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung stellt färbende Zusammensetzungen bereit, in dem das färbende Mittel oxidative Färbemittel und oxydierende Mittel aufweist, wobei die Menge und der Typ der oxydierenden Mittel einschließlich dazu geeignet sind, das besagte oxidative Färbemittel zu entwickeln und Farbe aus dem Haar zu entfernen. Solche Ausführungsbeispiele sind aufgrund des Vorteils bevorzugt, eine Zusammensetzung bereit zu stellen, die sehr effektiv für im Wesentlichen gleichzeitiges Entfernen und Hinzufügen von Farbe aus bzw. zum Haar; eine Eigenschaft, nach der lang gesucht aber bisher nicht völlig erreicht wurde. Die Schwierigkeit, die mit früheren Zusammensetzungen nach dem Stand der Technik verbunden waren, stammen von dem Konflikt und widersprüchlichen Bedingungen der Bestandteile solcher Zusammensetzungen. Vor allem das Bleichen von Haar, um Farbe zu entfernen, hat bisher gewöhnlich einen Typ und eine Menge des oxydierenden Mittels erfordert, die nachteilig für eine effektive Leistung des Zwischenfarbstoffs gewesen ist. Folglich ist es bisher schwierig gewesen, wenn nicht gar unmöglich, Zusammensetzungen effektiv zu formulieren, die einen Typ und eine Menge des oxydierenden Mittels enthalten, die sowohl für die Durchführung des Aufhellens als auch der Entwicklungsfunktionen zu bewirken. Die Anmelder haben unerwartet heraus gefunden, daß so eine Eigenschaft durch gewisse bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Zusammensetzung beherrscht wird.
  • Ohne gebunden zu sein durch oder beschränkt auf irgendeine besondere Theorie des Ablaufs, wird angenommen, daß die Fähigkeit der vorliegenden Zusammensetzung sowohl das Haar aufzuhellen als auch Zwischenfarbstoff zu entwickeln, wenigstens in Teilen auf die förderlichen Wirkungen von reduzierendem Saccharid in den vorliegenden Zusammensetzungen zurückzuführen ist. Vor allem wird angenommen, daß die reduzierende Saccharidkomponente, und vorzugsweise Glucose, Maltose und Kombinationen von diesen, die Entwicklung des Zwischenfarbstoffs günstig regeln, die oxidative Reaktion des Melanin im Haar verbessern und schädliche oxidative Angriffe auf die Keratinfasern im Haar mäßigen. Im Zusammenhang mit der Regelung der Reaktion des Zwischenfarbstoffs wird angenommen, daß das reduzierende Saccharid in einem günstigen Umfang in die chemische Wechselwirkung des oxydierenden Mittels und des Zwischenfarbstoffs eingreift. Ferner wird angenommen, daß in Abwesenheit von reduzierendem Saccharid das Bleichen des Haars durch Aussetzung mit einem oxydierenden Mittel eine nachteilige Degeneration der Keratinfasern verursacht, und daß diese Degeneration die Bindung des entwickelten Farbstoffs an die Keratinfaser hemmt. Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird erwartet, daß das reduzierende Saccharid zur bevorzugten günstigen Reaktion des oxydierenden Mittels mit dem Melanin beiträgt, während gleichzeitig die Keratinfasern vor Degeneration geschützt werden. Die Anmelder haben folglich entdeckt daß die Einbeziehung von reduzierendem Saccharid, wie zum Beispiel Glucose, in Zusammensetzungen für das Färben von Haar solchen Zusammensetzungen mehrere wünschenswerte Eigenschaften verleiht.
  • Wie den Fachleuten auf diesem Gebiet bekannt ist, sind reduzierende Disaccharid Kohlenhydrate, die von zwei monosacchariden Einheiten gebildet werden. Wie er hierin benutzt wird, bezieht sich der Begriff reduzierendes Saccharid auf alle bekannten und verfügbaren reduzierende Saccharidverbindungen, einschließlich aller stereoisomeren und enantiomeren Formen derselben. Während es angenommen wird, daß alle solche reduzierenden Saccharide verwendbar für Gebrauch in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sind, wird es sehr bevorzugt, daß das reduzierende Saccharid D-Glucose aufweist, und für ein Ausführungsbeispiel vorzugsweise im Wesentlichen hieraus besteht, für den Gebrauch für aktive Färbemittel. Für Ausführungsbeispiele, die den Gebrauch von Bleiche ohne notwendigerweise zu färben einschließen, wird es sehr bevorzugt, daß das reduzierende Saccharid Maltose aufweist, und vorzugsweise im Wesentlichen hieraus besteht, und sogar mehr vorzugsweise Maltosemonohydrat. Es wird auch bevorzugt, daß das reduzierende Saccharid der vorliegenden Erfindung Tollens' oder Fehlings'-Reagenzien verringert
  • Es wird angenommen, daß die Menge des reduzierenden Saccharids, welches gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet wird, sich stark ändern darf, abhängend von zahlreichen Faktoren, wie zum Beispiel dem Haartyp und der gewünschten Farbänderung. Es ist im Allgemeinen aber bevorzugt, daß die färbenden Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung ungefähr 0,1 Gew.-% bis ungefähr 5 Gew.-% des reduzierenden Saccharids, wobei ungefähr 0,5 Gew.-% bis ungefähr 3 Gew.-% noch bevorzugter sind, und 0,1 Gew.-% bis ungefähr 2 Gew.-% gemäß gewissen Ausführungsformen besonders bevorzugt sind. Gemäß besonders bevorzugten Ausführungsbeispielen, in denen die Bleiche und die Färbemittel im Zeitpunkt des Gebrauchs zusammengebracht werden, um eine Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung zu bilden, weisen die färbenden Zusammensetzungen ungefähr 1 Gew.-% ungefähr 2 Gew.-% des reduzierenden Saccharids auf.
  • Wie zuvor erwähnt, ist das Verhältnis des reduzierenden Saccharids zu aktiven Farbverbindungen ein wichtiger Aspekt bestimmter Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung. Es ist im Allgemeinen bevorzugt, daß dieses Verhältnis, auf einer Gewichtbasis, ungefähr 0,01:1 bis ungefähr 0,1:10, und sogar besonders vorzugsweise ungefähr 0,01:1 bis ungefähr 0,1:1 ist. Für Färbezusammensetzungen, die keine oxidativen Färbemittel enthalten, zum Beispiel Bleichzusammensetzungen, ist das Gewichtsverhältnis des reduzierenden Dissaccharids zu aktiver Färbezusammensetzung vorzugsweise ungefähr 0,1:1 bis ungefähr 0,3:1. Für Färbezusammensetzungen, die oxidative Färbemittel enthalten, ist das Gewichtverhältnis von reduzierendem Saccharid zu aktiver Färbezusammensetzung vorzugsweise ungefähr 0,02:1 bis ungefähr 0,04:1.
  • II. Die Baukästen
  • Gemäß bestimmten Ausführungsbeispielen der Erfindung werden die vorliegenden Zusammensetzungen in Baukastenform bereitgestellt und weisen vorzugsweise einen ersten Behälter, der eine erste Zusammensetzung zum Zuführen von Farbe zum Haar enthält, einen zweiten Behälter, der eine zweite Zusammensetzung enthält, die Trägerbestandteile und einen dritten Behälter auf, der ein oxydierendes Mittel enthält. In solchen Ausführungsbeispielen wird es in Betracht gezogen, das reduzierende Saccharid vorzugsweise mit in entweder der ersten Zusammensetzung oder der zweiten Zusammensetzung oder sowohl der ersten als auch der zweiten Zusammensetzung enthalten ist. Es wird in Betracht gezogen, daß der Haarpflegefachmann oder ein Heimbenutzer den Inhalt des Baukastens kombinieren kann, um zahlreich und variierende Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung herzustellen, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, einen Bereich von Haarfärbewirkungen zu erreichen.
  • Der erste Behälter enthält vorzugsweise eine Zusammensetzung, die ein färbendes Mittel aufweist, und besonders vorzugsweise eine Zusammensetzung mit einem oxidativen Färbmittel. Aus Gründen der Bequemlichkeit werden die ersten Zusammensetzungen, welche das färbende Mittel enthalten, hierin manchmal als Farbbasis bezeichnet. Es wird bevorzugt, daß die erste Zusammensetzung des Baukastens der vorliegenden Erfindung selbst eine Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung ist. Daß heißt, es ist bevorzugt, daß die erste Zusammensetzung ebenfalls reduzierendes Saccharid enthält. In solchen Ausführungsbeispielen weist die Zusammensetzungen im ersten Behälter vorzugsweise ungefähr 0,2 Gew.-% bis ungefähr 5 Gew.-% des oxidative Färbemittels und ungefähr 1 Gew.-% bis ungefähr 5 Gew.-% des reduzierenden Saccharids und ungefähr 85 Gew.-% bis ungefähr 95 Gew.-% des Trägers auf.
  • Die zweite Zusammensetzung, welche ebenfalls vorzugsweise eine Zusammensetzung nach der vorliegenden Erfindung mit einem Träger und reduzierendem Saccharid ist, ist hierin manchmal als Bleichöl bezeichnet. Das Bleichöl besteht vorzugsweise im Wesentlichen von Trägerbestandteilen und reduzierendem Saccharid, worin Menge des reduzierenden Saccharids vorzugsweise ungefähr 3 Gew.-% bis 5 Gew.-% des Bleichöls beträgt. Andere Bestandteile die verwendbar sind für Gebrauch in den vorliegenden Zusammensetzungen zum Beeinflussen der Handhabung, der Rheology usw., wie oben beschrieben, können ebenfalls in der Zusammensetzungen im zweiten Behälter enthalten sein.
  • Der dritte Behälter enthält eine Zusammensetzung, und vorzugsweise eine Zusammensetzungen in fester Pulverform, mit einem oxydierenden Mittel. Das oxydierende Mittel ist vorzugsweise ausgewählt, um Farbe aus dem Haar zu entfernen. Folglich wird aus Gründen der Bequemlichkeit die dritte Zusammensetzung hierin manchmal als Bleichverstärkungspulver bezeichnet. Zum Beispiel weist die Zusammensetzung, die im dritten Behälter enthalten ist, vorzugsweise ein oxydierendes Mittel auf, das ein Salz der Perschwefelsäure (H2S2O8), und vorzugsweise Alkalimetall- und Ammoniumsalze der Perschwefelsäure umfaßt, wie zum Beispiel Natriumpersulfat (Na2S2O8), Kaliumpersulfat (K2S2O8), Ammoniumpersulfat ((NH4)2S2O8). Andere Bestandteile, die für den Gebrauch in den vorliegenden Zusammensetzungen verwendbar sind, wie sie weiter oben beschrieben sind, können ebenfalls in der Zusammensetzung des dritten Behälters enthalten sein.
  • In Gebrauch ist das Bleichöl dafür geeignet, mit einem Anteil vom Inhalt des ersten Behälters kombiniert zu werden, oder mit einem Anteil vom Inhalt vom dritten Behälter, oder mit einem Anteil vom Inhalt sowohl von dem ersten als auch dem dritten Behälter, um eine Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung herzustellen. Zum Beispiel ist das oxydierende Mittel im dritten Behälter besonders dafür geeignet, Farbe aus dem Haar zu entfernen, wenn es mit dem oben beschriebenen Bleichöl kombiniert wird. Folglich wird eine bleichende Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung durch Mischen eines Anteils aus dem ersten und dem dritten Behälter hergestellt. Darüber hinaus ist die Zusammensetzung im ersten Behälter für den Gebrauch alleine oder in Kombination mit einer Peroxidlösung geeignet, dem Haar Farbe zuzufügen. Für Ausführungsbeispiele, in denen sowohl Entfernen der Farbe, als auch Zufügung der Farbe zum Haar gewünscht ist, können Anteile vom Inhalt von allen drei Behältern kombiniert werden.
  • In allen Fällen wird es in Betracht gezogen, daß eine wässerige Peroxidlösung, und vorzugsweise eine 20 vol Lösung, die normalerweise nicht Teil des Baukastens ist, vorzugsweise verwendet wird, eine endgültige Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung herzustellen.
  • III. Die Verfahren
  • Die vorliegende Erfindung bietet Verfahren für bequemes Färben von Haar mit den Schritten Auftragen einer Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung auf das Haar, der besagten Zusammensetzung ermöglichen, in Kontakt mit dem Haar für eine ausreichende Zeit zu bleiben, um die Farbe des Haars zu verändern, im Wesentlichen Entfernen der besagten Zusammensetzung aus dem Haar.
  • Gemäß besonders bevorzugten Aspekten der vorliegenden Erfindung erreichen die Verfahren Bleichen und Färben des Haars in einem einschrittigen Verfahren. Diese Verfahren umfassen das Auftragen einer wässerigen Haarfärbezusammensetzung mit einem oxidativen Färbemittel, reduzierendem Saccharid und einem oxydierenden Mittel auf das Haar, wobei die Menge und der Typ des oxydierenden Mittels dafür geeignet sind, das besagte oxidative Färbemittel zu entwickeln und Farbe aus dem Haar zu entfernen. Solche Verfahren aufgrund ihrer Fähigkeit bevorzugt, ein effektives Entfernen der Farbe aus dem Haar und Zufügung der Farbe zu dem Haar in einem einzigen Schritt zu erreichen. Der Zusammensetzung wird vorzugsweise erlaubt, in Kontakt mit dem Haar für eine ausreichende Zeit zu bleiben, um das Haar zu bleichen und bis zum gewünschten Grad zu färben. Die Zusammensetzung wird dann aus dem Haar, vorzugsweise durch Schritte, die das Spülen mit Wasser einschließen, entfernt.
  • Die Anwendung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung an dem Haar schließt Anwendungsverfahren ein, die den Fachleuten auf diesem Gebiet gewöhnlich bekannt sind. Zum Beispiel kann das Haar für die Anwendung der Zusammensetzungen trocken sein. Umgekehrt kann das Haar mit Wasser vor der Anwendung der Zusammensetzungen angefeuchtet werden. In beiden Fällen wird die Zusammensetzung in einer Menge verwendet, so daß sie sich im Wesentlichen vollständig und gleichmäßig auf das Haar verteilt.
  • In Übereinstimmung mit dem Verfahrensaspekt der vorliegenden Erfindung wird der Zusammensetzung ein Kontakt mit dem Haar für eine Zeitspanne ermöglicht, das Haar zu färben durch sowohl Bleichen als auch Färben des Haars. Vorzugsweise wird der Zusammensetzung erlaubt, in Kontakt mit dem Haar für ungefähr 5 bis ungefähr 20 Minuten zu bleiben. Die Anmelder haben herausgefunden das, in großem Teil durch die förderlichen Eigenschaften der vorliegenden Zusammensetzungen, die erforderlichen Kontaktzeiten durch das bevorzugte Verfahren der vorliegenden Erfindung zur Erlangung einer gewünschten Farbenveränderung wesentlich kürzer ist, als die erforderliche Kontaktzeit durch frühere Verfahren nach dem Stand der Technik. Dementsprechend werden den Farbänderungszusammensetzungen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise erlaubt, in Kontakt mit dem Haar für nicht mehr als ungefähr 10 Minuten, und besonders vorzugsweise ungefähr 5 bis ungefähr 10 Minuten, zu bleiben.
  • Nachdem die Farbe des Haars im gewünschten Umfang verändert worden ist, werden die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise aus dem Haar durch Spülen des Haars mit Wasser entfernt. Danach darf das Haar in irgendeiner wünschenswerten Weise geschnitten, gestaltet und getrocknet werden.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die reduzierenden Saccharid in Kombination mit verschiedenen ätzenden Haarbehandlungszusammensetzungen benutzt, um das Haar und die Kopfhaut von den Wirkungen der ätzenden Bestandteile zu schützen, um die Leistung der Zusammensetzung zu verbessern, und/oder den Geruch der Zusammensetzung zu verringern.
  • Das reduzierende Saccharid
  • Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von haarverändernden Zusammensetzungen, welche ein reduzierendes Saccharid enthalten. Vor allem wird es in Betracht gezogen, daß das Saccharid der vorliegenden Erfindung als ein Antioxidant wirkt und folglich das Haar und die Kopfhaut vor Oxydation schützt. Der reduzierende Zucker hilft, die Tätigkeit der Bestandteile von Zystein und Zysteamin, soweit vorhanden, zu unterstützen, welche bei einem Reduzierungsverfahren tätig werden. Ferner hilft der reduzierende Zucker, unangenehme Gerüche durch Verringern der Produktionen von Di-thiol Nebenprodukten zu kontrollieren, welche gebildet werden können. Folglich beschleunigt der reduzierende Zucker die Tätigkeit von reduzierenden Mitteln in Haargestaltungszusammensetzungen, verringert Oxydation dieser Mittel sowohl in der Flasche als auch beim Gebrauch, und verhindert Oberflächenoxydation des Haars und der Kopfhaut während des Gebrauchs.
  • Die Bleichölzusammensetzung der vorliegenden Erfindung weist reduzierend Mittel auf, wie zum Beispiel Natriumsulfit und/oder Trinatriumphosphat. In jedem Fall fördert der reduzierende Zucker die Tätigkeit von diesen reduzierenden Mittelbestandteilen, während unerwünschte Oxydation in der Flasche und in Gebrauch verringert wird, und schützt das Haar und die Kopfhaut vor Oberflächenoxydation.
  • Wie in dem '451 Patente diskutiert, agiert der Zucker auch als ein Schutzmittel zum Schützen der Keratinfasern des Haars vor unerwünschtem Schaden und Degeneration, während er auch das Einweichen des Haars erlaubt, und vorzugsweise fördert. Ferner schützt das reduzierende Saccharid auch die Kopfhaut der zu behandelnden Person und die Hände des Haarpflegefachmanns vor Reizung und Verbrennen. Während die Anmelder nicht möchten, durch oder an irgendeine bestimmte Theorie begrenzt oder gebunden zu werden, wird angenommen, daß das reduzierende Saccharid reichliche Stellen für Wasserstoffbindungen mit den Molekülen, die das Haar ausmachen, sorgt. Der Verfügbarkeit solcher Stellen wird zugeschrieben, um anderweitige intermolekulare Wasserstoffverbindungen zu konkurrieren, die unter den Eiweißsträngen vorhanden sind. Dieses öffnet im Gegenzug die tertiäre oder räumliche Struktur der Eiweißfasern und unterstützt dadurch die Reduktion des Disulfids, Zystin, bezwingen des Thiol, Zystein.
  • Wie den Fachleuten auf diesem Gebiet bekannt ist, sind Saccharide Kohlenhydrate und in dem Sinne, wie der Begriff hierin benutzt wird, bezieht sich der Begriff Saccharid auf alle bekannten und verfügbaren Saccharidzusammensetzungen, einschließlich aller stereoisomerischen und antiomerischen Formen. Die reduzierenden Saccharide der vorliegenden Erfindung sind charakterisiert als „reduzierend" weil sie Tollens' oder Fehlings'-Reagenzien reduzieren, wie auf diesem Gebiet bekannt. Bevorzugte reduzierende Saccharide umfassen die Disaccharide Maltose und Laktose sowie das Monosaccharid Glucose. Maltose hat sich als besonders bevorzugt für die Verwendung in Zusammenhang mit den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung erwiesen. Gemäß bevorzugten Ausführungsbeispielen weisen das reduzierende Saccharid D-(+)-Glukose auf, oder besteht vorzugsweise im wesentlichen hieraus. Glukoseprodukte, die für den Gebrauch gemäß der vorliegenden Erfindung geeignet sind, sind erhältlich bei Corn Products International unter, als eine Familie von Produkten, die unter dem Handelsnamen Cerelose® Dextrose verkauft werden, und von allen diesen Produkten wird angenommen, daß sie für den Gebrauch in den bevorzugten Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung geeignet sind, wobei monohydrate Formen gewöhnlich bevorzugt werden.
  • Es wird in Betracht gezogen, daß die Menge des reduzierenden Saccharids in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung, sich stark ändern darf, abhängig von zahlreichen Faktoren, wie zum Beispiel dem Haartyp und der gewünschten Form oder Farbenveränderung. Wie oben dargelegt, ist es im Allgemeinen aber bevorzugt, daß die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung ungefähr 0,1 Gew.-% ungefähr 12 Gew.-% des reduzierenden Saccharids enthält, wobei Mengen von ungefähr 0,1 Gew.-% bis ungefähr 5 Gew.-% stärker, und Mengen von ungefähr 1 Gew.-% bis ungefähr 3 Gew.-% noch stärker bevorzugt werden.
  • Die Verfahren
  • Die vorliegende Erfindung bietet auch ein Verfahren zum Modifizieren der natürlichen Gestalt von existierendem Haar. In dem Sinne, in dem der Begriff hierin benutzt wird, bezieht sich existierendes Haar auf völlig entwickeltes außerhalb der Kopfhaut befindliches Haar. In dem Sinne, in dem er hierin benutzt wird, bezieht sich der Begriff „natürliche Gestalt auf die Gestalt des Haars, bevor es gemäß den Verfahren der vorliegenden Erfindung behandelt wird. Das heißt, der Begriff „natürliche Gestalt" wird nur aus Bequemlichkeitsgründen verwendet und schränkt die Verfahren der vorliegenden Erfindung nicht auf die Behandlung von Haar ein, das nicht vorher behandelt worden ist. Erstaunlicher Weise und vorteilhafter Weise ermöglicht der Gebrauch der Methoden und der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung die Behandlung von vorher behandeltem Haar auf effektive und nicht schädigende Weise. Im Gegensatz zu den bisher angewendeten Verfahren und Zusammensetzungen, erreicht die vorliegende Erfindung, das Weichmachen oder Entspannen des Haars durch verhältnismäßig liebevolle Repositionierung der natürlichen Bestandteile des Haars ohne an ihm permanenten Schaden zu verursachen. Demzufolge kann das Haar einer Mehrzahl von Behandlungen unterzogen werden, ohne in irgendeinem wesentlichen Umfang beschädigt zu werden.
  • Ein wichtiger Aspekt der Verfahren der vorliegenden Erfindung ist die Anwendung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung am Haar der zu behandelnden Person. Während den Fachleuten auf diesem Gebiet viele Verfahren für die Anwendung von weichmachenden Lösungen und solcher Verfahren, die sogleich für Gebrauch mit den vorliegenden Zusammensetzungen angepaßt werden können, ist es bevorzugt, daß die vorliegenden Zusammensetzungen direkt auf das Haar aufgetragen werden. Vor allem wird es bevorzugt, daß die Anwendung an der Kopfhaut begonnen wird und stufenweise nach außen zu den Spitzen des Haars fortgesetzt wird, bis das zu behandelnde Haar gründlich bedeckt ist. Es wird von den Fachleuten auf diesem Gebiet verstanden werden, daß der oben beschriebene, bestimmte Schritt des Anwendungsverfahrens einmalige und wesentliche Vorteile gegenüber den Verfahren gegenüber den Verfahren bietet, die gewöhnlich nach dem früheren Stand der Technik benutzt werden. Zum Beispiel hatte das Anwenden der gewöhnlich vorher benutzten sehr alkalischen weichmachenden Zusammensetzungen ein ernstes Risiko ätzender Brandwunde für beide, der zu behandelnden Person und der Person, welche die Behandlung durchführte (nachfolgend „der Bediener" genannt). Dementsprechend erforderten frühere Verfahren, daß Vorsichtsmaßnahmen ergriffen wurden, um, sowohl den Verbraucher als auch den Bediener vor ätzender Brandwunde zu schützen. Zum Beispiel enthielten Sätze, die solche Lösungen gewöhnlich enthalten, Anweisungen, die empfahlen oder forderten, daß der Bediener Handschuhe während des Anwendungsschritts trägt, und daß die Haut der mit der Lösung zu behandelten Person durch dicke und sehr viskose Gele geschützt wird. Auf Grund der verhältnismäßig gutartigen Natur der vorliegenden Zusammensetzungen sind solche unhandlichen und unbequemen Vorsichtsmaßnahmen nicht notwendig. Außerdem ist es gemäß den vorher verwendeten Verfahren unumgänglich, daß die Anwendungszeit streng kontrolliert und minimiert wird, um, Schaden an der Kopfhaut und dem Haar der Person zu vermeiden. Übermäßiges Aussetzen des Haars mit solchen sehr ätzenden Lösungen verursachten gewöhnlich schwere und unwiderrufliche Degeneration der Struktur des Haars. Im Vergleich dazu beseitigen die gutartigen Naturenbestandteile der weichmachenden Lösungen gemäß der vorliegenden Erfindung die Signifikanz der Anwendungszeit und dehnt die maximale Anwendungszeit beinahe auf unbestimmte Zeit besonders für Ausführungsbeispiele aus, welche die aktive Zusammensetzung Zystein als hauptsächlichen Anteil aufweist.
  • Wie es den Fachleuten auf diesem Gebiet bekannt ist, wird sich die Menge der weichmachenden Zusammensetzung, welche gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet wird, abhängend von einer Vielzahl von einzelnen Umständen stark ändern. Zum Beispiel wird der besondere Typ des Haars, die behandelt werden, einen großen Einfluß auf Menge der zu verwendenden Zusammensetzung haben. Vor allem ist es gut bekannt, daß verschiedene Typen von Haaren unterschiedliche Grade von Feuchtigkeitsabsorptionsfähigkeit haben. Da die weichmachenden Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise eine wässerige Lösung enthalten, wird die Fähigkeit der Zusammensetzung, das Haar weich zu machen, in einem gewissen Maße von dieser Eigenschaft des betreffenden Haar abhängen. Ebenso wird die Menge des Haars, welches zu behandeln ist, die Anwendungsrate der weichmachenden Zusammensetzung bestimmen. Zusätzlich wird der Umfang, zu dem die natürliche Gestalt des Haars zu modifizieren ist, die Menge der zu verwendenden Zusammensetzung beeinflussen. Dementsprechend liegen alle Anwendungsmengen innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung. Die Anmelder haben aber herausgefunden, daß, basierend hauptsächlich auf der Berücksichtigung von Kosten und Bequemlichkeit, die Menge der zu verwendenden Lösung vorzugsweise ungefähr 89 ml bis ungefähr 118 ml (3 Unzen ungefähr 4 Unzen) und mehr vorzugsweise von ungefähr 104 ml bis ungefähr 118 ml (3,5 Unzen ungefähr 4 Unzen) ist.
  • Die Anwendungszeit für die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung wird sieh im Allgemeinen auch abhängig von verschiedenen einzelnen Umständen ändern. Wichtiger und erstaunlicher weise haben die Anmelder herausgefunden, daß die Anwendung von bestimmten Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung auf das Haar und die Kopfhaut für eine ausgedehnte Zeitspanne nicht in irgendeiner wesentlichen Degeneration des Haars resultieren oder schädliche Wirkungen auf die Kopfhaut verursacht. Im Gegenteil wird vermutet, daß die ausgedehnte Anwendung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung auf das Haar, insbesondere den Zusammensetzungen, die ein pH-Wert von ungefähr 7 haben, dazu neigen können das Haar zu kräftigen und wieder zu beleben, anstatt dessen Degeneration zu verursachen.
  • Während die Anmelder nicht wünschen, durch oder an irgendeine besondere Theorie gebunden zu werden, sind sowohl Zystein als auch Zystin in Kerstin natürlich vorkommende Aminosäuren und es wird daher angenommen, daß die ausgedehnte Anwendung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung mit Zystein auf das Haar dazu neigt, diese Bestandteile im Haar aufzufüllen. Es wird von Fachleuten auf diesem Gebiet auch erkannt werden, daß sehr kurze Anwendungszeiten ebenfalls innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung liegen. Das heißt, eine sehr kurze Anwendungszeit kann wünschenswert sein, wenn nur eine bescheidene Änderung der natürlichen Haarkonfiguration zu erreichen ist. Dementsprechend liegen alle Anwendungszeiten innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung. Die Anmelder haben aber hauptsächlich basierend auf Bequemlichkeitserwägungen herausgefunden, daß es bevorzugt ist, die folgenden Anwendungszeiten gemäß dem folgenden ungefähren Haartyp zu benutzen:
    Haartyp Ungefähre Anwendungszeit in Minuten
    Feines Haar 10 bis 12
    Mittleres Haar 15 bis 20
    Grobes Haar 20 bis 30
  • Ein anderer Schritt gemäß den Verfahren der vorliegenden Erfindung schließt das Bringen des Haars in die gewünschte Gestaltung ein. Viele bestimmte Techniken zum Bringen des Haars in einer Vielzahl unterschiedlichster Gestaltungen sind gut bekannt und verfügbar. Obwohl der Schritt des Bringens der vorliegenden Erfindung stattfinden kann entweder vor, während oder nach der Anwendungszeit, ist es gewöhnlich bevorzugte Praxis, beim Glätten gelockter oder gekräuselter Haare, das Haar in die gewünschte Gestaltung nur zu bringen, nachdem die Anwendungszeit abgelaufen ist. Das heißt, daß das Haar während der Anwendungszeit gewöhnlich nicht manipuliert wird. Wenn die vorliegende Erfindung zur Behandlung von Haar benutzt wird, das eine natürliche glatte Gestalt hat, ist es aber gewöhnlich bevorzugt, daß das Haar in die modifizierte Gestalt entweder vor oder während der Anwendung von der weichmachenden Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung gebracht wird. Es wird angenommen, daß die Details der Verfahren, die in irgendeinem besonderen Fall zum Erreichen der gewünschten neuen Gestaltung des Haars angewendet werden, den Fachleuten auf diesem Gebiet zur Verfügung stehen und gut bekannt sind. In Anwendungen, die zum Beispiel Kräuseln oder Wellen natürlich glatten Haars erfordern, wird es erwartet, daß die Verfahren der vorliegenden Erfindung Wickeln oder Umwickeln des Haars um Lockenwickler oder Stäbchen umfassen wird, nachdem das weichmachende Mittel verwendet worden ist.
  • Die Verfahren der vorliegenden Erfindung schließen auch das Prüfen der Wirksamkeit des weichmachenden Verfahrens mit ein. In bestimmten bevorzugten Ausführungsbeispielen, insbesondere den Ausführungsbeispielen für das Glätten lockigen oder gekräuselten Haars, umfaßt der Prüfungsschritt der vorliegenden Erfindung das Ziehen eines feinen Zahnkamms durch das Haar und das Beobachten der Spannfähigkeit des Haars mit. Wenn der Kamm mit dem gewünschten Grad des Widerstands durch das Haar bewegt wird, ist dies ein Zeichen, daß das weichmachende Verfahren den gewünschten Grad der Wirksamkeit gehabt hat. Abhängig vom besonderen Haartyp, dem Umfang der gewünschten Glättung und anderer Faktoren, kann dieser Schritt ein paar Sekunden bis zu mehreren Minuten dauern.
  • Gemäß einem bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung schließen die Verfahren der vorliegenden Erfindung weiterhin den Schritt mit ein, das Haar zu oxydieren, nachdem es die weichmachende Zusammensetzung empfangen hat und in die neue Gestaltung gebracht worden ist. Dieser Oxydationsschritt kann das Anwenden von Luft oder Sauerstoff auf das Haar einschließen. In bestimmten anderen bevorzugten Ausführungsbeispielen wird das Haar durch Kontaktieren mit einem chemischen oxydierenden Mittel oder Neutralisierer oxydiert. Der Oxydationsschritt der vorliegenden Erfindung „löscht" die Tätigkeit der weichmachenden Zusammensetzung. Das heißt, durch Unterziehen der weichmachenden Lösung der Oxydation, wird die Fähigkeit der Zusammensetzung, das Haar weich zu machen, verringert oder beseitigt. Auf diese Weise kann der präzise Grad der erforderlichen Erweichung kontrolliert werden. Der Oxydationsschritt unterstützt auch das Ersetzen der Disulfid-Zystin-Verbindungen, welche helfen, dem Haar seine Gestalt zu geben. Wie oben diskutiert, verursacht die Anwendung der weichmachenden Zusammensetzung Spaltung dieser Disulfid-Verbindungen und, auf einer makroskopischen Skala, macht das Haar verhältnismäßig formbar. Während nicht beabsichtigt ist, durch oder an irgendeine besondere Theorie gebunden zu werden, glauben die Anmelder, daß solch Formbarkeit stattfindet, weil wenigstens ein Anteil der einzelnen Eiweißketten, die das Haar ausmachen, „entkoppelt" werden und ihnen ermöglicht, sich leichter zu bewegen oder relativ zueinander zu verschieben, wenn die Disulfid-Verbindungen gebrochen sind. Wenn das Haar folglich der Spannung unterliegt, die vom Bringen des Haars in die gewünschte Gestaltung verursacht wird, wird diese Spannung von der Bewegung der einzelnen Eiweißketten relativ zueinander entlastet. Der Oxydationsschritt gemäß den Verfahren der vorliegenden Erfindung erlaubt, daß solche Disulfid-Verbindungen wiederhergestellt werden und bewirken dadurch eine permanente Neugestaltung des Haars. Standardneutralisierungsmittel stehen den Fachleuten auf diesem Gebiet zur Verfügung und sind gut bekannt und der Gebrauch von allen solchen neutralisierenden Mitteln liegen dementsprechend innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung. Die Anmelder haben aber herausgefunden, daß es bevorzugt wird, neutralisierende Mittel von der Gruppe, bestehend aus Wasserstoffperoxyden und Metallbromatsalzen, vorzugsweise Kalium- und Natriumbromate, auszuwählen.
  • Andere gut bekannte Haarbehandlungsschritte können vorzugsweise in Verbindung mit den oben beschrieben Verfahrensschritten benutzt werden. Zum Beispiel wird in bestimmten bevorzugten Ausführungsbeispielen das Haar vor der Anwendung der vorliegenden Erfindung schamponiert. Schamponieren in dieser Weise entfernt fettige Säuren und Öle aus dem Haar und erlaubt erhöhte Durchdringung durch die weichmachende Zusammensetzung. In einer ähnlichen Weise, kann es auch bevorzugt sein, das Haar vor der Anwendung der weichmachenden Zusammensetzung zu konditionieren. In bestimmten Ausführungsbeispielen ist es auch bevorzugt, daß das Haar mit lauwarmem Wasser gespült wird, nachdem die Anwendungszeit abgelaufen ist. Im Allgemeinen wird die Lösung, die vom Haar gespült wird, klar werden, wenn der Spülungsschritt vollständig abgeschlossen ist. Genauer wird erwartet, daß der Spülungsschritt ungefähr fünf Minuten dauern wird. In einer analogen Weise wird es bevorzugt, daß das Haar auch gespült wird, nachdem der Neutralisationsschritt vollständig abgeschlossen ist. Um die Langlebigkeit vom Locken und des Glättungsverfahrens zu verbessern, haben die Anmelder auch heraus gefunden, daß es wünschenswert sein kann, das Haar nach Neutralisation mit einer Ammoniumsulfat-Lösung zu bespritzen.
  • Während viele Techniken zum effektiven Herstellen von Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung gekannt und verfügbar sind, haben die Anmelder heraus gefunden, daß jene bestimmte Zubereitungsverfahren für Zusammensetzungen bevorzugt sind, in denen die aktive Formgebungsverbindung Zystein als Hauptteil aufweist. Vor allem wird es bevorzugt, daß Zystein in die Lösung in der Form von hydratisiertem L-Zystein-Hydrochlorid eingeführt wird, da solch ein Material leicht verfügbar ist und eine verhältnismäßig genau bekannte Zahl von Milliäquivalente von Thiol pro Gramm enthält. Aufgrund der saueren Natur des hydratisierten L-Zystein-Hydrochlorids in Lösung wird es aber bevorzugt, daß ein Metallhydroxid zu der Lösung während Zubereitung hinzugefügt wird, um den sauren Bestandteil vom L-Zystein-Hydrochlorid zu neutralisieren. Aus einem ähnlichen Grund wird es bevorzugt, ein Metallhydroxid Neutralisieren der saure Bestandteil beim Auflösen des Zysteaminhydrochlorids hinzuzufügen. Dementsprechend wird es bevorzugt, daß Kalium- oder Natriumhydroxid zur Lösung in einer Menge hinzugefügt werden, die ausreichend ist, die erforderliche Zahl von Milliäquivalenten des Hydroxids bereit zu stellen, um den sauren Bestandteil des L-Zystein-Hydrochlorids zu neutralisieren. In den Verfahren der vorliegenden Erfindung zum Zubereiten der weichmachenden Zusammensetzungen der Erfindung, wird es auch bevorzugt, einen normalen Antioxidanten in die Lösung während des Zubereitungsverfahrens einzuführen. Obwohl solche Antioxidanten nicht generell effektiv zum Stabilisieren der Lösung sind, sind sie förderlich, indem sie als Absorbierer für den Sauerstoff wirken, der in die Lösung während des Zubereitungsverfahrens eingeführt wird.
  • Die Erfindung wird jetzt weiter mit Hinweis auf das Folgende erläuternde aber nicht begrenzende Beispiele beschrieben werden.
  • Beispiel
  • Bleichöl
  • Eine Bleichölzusammensetzung kann mit der erlaubten Rezeptur hergestellt werden. Tabelle
    Beschreibung Gew.-%
    Natriumsulfit 0,5
    Trinatriumphosphat 1,5
    Maltose, Glukose oder Kombination 5
    Isopropylalkohol 9,6
    Ethanolamin 5,3
    Fettsäure 7,1
    Octoxynol-9 8,3
    Lauramidoprobylbetain 9,3
    Cocamid DEA 5,4
    Laurylalkohol 11,4
    Propylenglykol 4,8
    Dinatrium-EDTA 0,25
    Sorbotol 9,2
    Entionisiertes Wasser Ausgleich

Claims (2)

  1. Bleichölzusammensetzung zur Verwendung in Kombination mit einer wässrigen Lösung von Natriumperoxid, um Haarbleichprodukte zu bilden, wobei die Zusammensetzung umfaßt: A) 0,1 bis 1 Gew.-% Natriumsulfat, B) 0,1 bis 3 Gew.-% Trinatriumphosphat und C) 0,2 bis 12 Gew.-% eines reduzierenden Zuckers.
  2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der reduzierende Zucker ausgewählt ist aus einer Gruppe bestehend aus Maltose, Lactose, Glucose, Fructose oder einer Kombination dieser Zucker.
DE60222684T 2001-05-15 2002-05-15 Haarbehandlungszusammensetzungen und -verfahren Expired - Fee Related DE60222684T2 (de)

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US29088601P 2001-05-15 2001-05-15
US290886P 2001-05-15
PCT/US2002/015288 WO2002092036A1 (en) 2001-05-15 2002-05-15 Hair treatment compositions and methods

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE60222684D1 DE60222684D1 (de) 2007-11-08
DE60222684T2 true DE60222684T2 (de) 2008-06-19

Family

ID=23117918

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE60222684T Expired - Fee Related DE60222684T2 (de) 2001-05-15 2002-05-15 Haarbehandlungszusammensetzungen und -verfahren

Country Status (6)

Country Link
EP (1) EP1435901B1 (de)
AT (1) ATE374012T1 (de)
CA (1) CA2447206A1 (de)
DE (1) DE60222684T2 (de)
ES (1) ES2296922T3 (de)
WO (1) WO2002092036A1 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US20220096333A1 (en) * 2019-02-11 2022-03-31 Isp Investments Llc Dry powder compositions, method of using the same

Families Citing this family (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2848442A1 (fr) * 2002-12-13 2004-06-18 Oreal Composition tinctoriale comprenant une paraphenylenediamine tertiaire cationique et un monosaccharide ou disaccharide, procedes et utilisations
GB2458531A (en) * 2008-03-26 2009-09-30 Boots Co Plc Strengthening hair care composition comprising mild reducing agent
GB2490167A (en) 2011-04-21 2012-10-24 Pz Cussons Int Ltd Hair styling system
JP5738143B2 (ja) * 2011-09-26 2015-06-17 株式会社サニープレイス 毛髪処理剤及び毛髪処理方法
US20130319449A1 (en) * 2012-06-04 2013-12-05 Jean Harry Xavier Compositions And Methods For Enhancing The Structure Of Hair Fibers
US10849836B2 (en) 2016-06-15 2020-12-01 Zotos International, Inc. Cosmetic composition capable of simultaneously coloring hair and relaxing curls

Family Cites Families (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5639451A (en) * 1995-06-07 1997-06-17 Roy M. Evans, Jr. Hair treatment compositions
JP3195557B2 (ja) * 1996-03-16 2001-08-06 ウエラ アクチェンゲゼルシャフト 混合ワックスおよびこれを含有する化粧品
DE19622999C1 (de) * 1996-06-08 1997-12-11 Wella Ag Verfahren und Mittel zur dauerhaften Haarverformung
US6116250A (en) * 1996-07-20 2000-09-12 Wella Aktiengesellschaft Process of permanent hair shaping
ES2196371T3 (es) * 1996-11-16 2003-12-16 Wella Ag Producto para el teñido y el decoloramiento de fibras.

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US20220096333A1 (en) * 2019-02-11 2022-03-31 Isp Investments Llc Dry powder compositions, method of using the same

Also Published As

Publication number Publication date
EP1435901A1 (de) 2004-07-14
CA2447206A1 (en) 2002-11-21
EP1435901B1 (de) 2007-09-26
WO2002092036A1 (en) 2002-11-21
ES2296922T3 (es) 2008-05-01
HK1068257A1 (en) 2005-04-29
DE60222684D1 (de) 2007-11-08
EP1435901A4 (de) 2004-11-10
ATE374012T1 (de) 2007-10-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3817687C3 (de) Verfahren zum Färben keratinischer Fasern mit Oxidationsbasen in Kombination mit einem Jodid
EP1047374B1 (de) Mittel und verfahren zur dauerhaften haarverformung
DE2213671A1 (de) Verfahren und mittel zur dauerverformung von haaren.
DE1955823A1 (de) Verfahren zur Streckung von menschlichen Haaren
EP1086685B1 (de) Zwei-komponenten-kit eine lösung und eine Emulsion enthaltend und verfahren zum entfärben von gefärbten Haaren
WO1987005500A1 (fr) Utilisation de dipropyleneglycolmonomethyl-ether dans des composes destines a la mise en forme des cheveux
EP0261387A1 (de) Mittel und Verfahren zur dauerhaften Haarverformung
DE69417698T2 (de) Verfahren zum oxydatieven Färben von keratinen Fasern unter Anwendung von Wasserdampf
EP1079793A1 (de) Verwendung von reduzierenden verbindungen zur verstärkung und strukturverbesserung von keratin enthaltenden materialien
DE2316600A1 (de) Selbstwaermende mittel zur durchfuehrung der zweiten stufe einer dauerhaften verformung der haare und verfahren zur anwendung dieser mittel
DE60222684T2 (de) Haarbehandlungszusammensetzungen und -verfahren
EP0287773A1 (de) Mittel zur dauerhaften Verformung oder zur Entfernung von Haaren
EP0320612B1 (de) Mittel und Verfahren zur dauerhaften Haarverformung
EP0286774A1 (de) Mittel und Verfahren zur dauerhaften Haarverformung
EP0356665B1 (de) Kationisches Fixiermittel und Verfahren zur dauerhaften Haarverformung
EP0843546B1 (de) Verfahren und mittel zur dauerhaften haarverformung
EP0880916B1 (de) Haardauerverformungsverfahren mit zunächst höherem und später niedrigerem pH-Wert in der Reduktionsstufe
DE2034202C3 (de) Verfahren zum Entfärben von menschlichen Haaren
EP0628301B1 (de) Mittel und Verfahren zur dauerhaften Haarverformung
DE1160984B (de) Verfahren zum Fixieren von Dauerwellen
DE1617716B2 (de) Haarbehandlungsmittel und behandlungsverfahren
DE3824241A1 (de) Fixiermittel und verfahren zur dauerhaften haarverformung
DE19709437C2 (de) Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen Haaren
DE3139563A1 (de) Verfahren und mittel zum wellen oder glaetten von haar
DE3828709A1 (de) Verfahren zur beseitigung des unangenehmen geruches der haut bei der dauerhaften verformung oder entfernung von haaren

Legal Events

Date Code Title Description
8364 No opposition during term of opposition
8339 Ceased/non-payment of the annual fee