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Gebiet der
Erfindung
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Mit
der vorliegenden Erfindung werden Cyanoacrylat-Klebstoff-Formulierungen,
die Arzneimittel enthalten, zum Verschluss von Wunden bereitgestellt.
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Hintergrund
der Erfindung
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Die
Wundverschlusstechnologie entwickelt sich kontinuierlich hin zu
nahtfreien Alternativen, wie bspw. Klammern, chirurgische Bänder und
neuerdings auch Gewebeklebstoffe, die als effektive Wundverschlussverfahren
schnell Bekanntheit und Akzeptanz gefunden haben. Zwei unterschiedliche
Formen von Gewebeklebstoffen zum Wundverschluss sind ausgiebig untersucht
worden: Cyanoacrylat-Gewebeklebstoffe und Fibrin-Verschlussstoffe.
Fibrin-Verschlussstoffe sind aufgrund der geringen Zugkraft des
Fibrin-Polymers, der langen Herstellungszeit und aufgrund des Risikos
der Übertragung
von Viren nicht akzeptiert worden. Hingegen werden Cyanoacrylate
als überragende
Klebstoffe für
den Wundverschluss anerkannt, und erleben kontinuierliche Modifizierungen
zur Verbesserung der Technologie.
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Eine
gemeinsame Eigenschaft aller Cyanoacrylate ist die Fähigkeit,
in Gegenwart von Wasser zu binden und zu polymerisieren, und zwischen
zwei Seiten einer Wunde eine Bindung zu schaffen, um sie in Position
zu halten. Wenn das Cyano acrylat für den Wundverschluss eingesetzt
wird, polymerisiert es in Gegenwart von Wassermolekülen auf
der Hautoberfläche,
wodurch eine Brücke
und eine Bindung gebildet wird, die das Gewebe zur Wundheilung zusammenhält. Das
polymerisierte Material bröckelt
dann langsam und immer mehr ab, nachdem die Hautgewebe in dieser
Position gehalten wurden. Die Schwierigkeiten und Gefahren, die
mit der Verwendung von Cyanoacrylaten verbunden sind, sind hinreichend
bekannt. Cyanoacrylate sind toxisch und können Nebenwirkungen aufgrund
einer Hypersensitivität
gegenüber
Cyanoacrylaten selber oder gegenüber
Formaldehyd, einem der Ausgangsmaterialien zur Herstellung von Cyanoacrylat-Klebstoffen,
hervorrufen.
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Die
ersten Cyanoacrylate, die als Gewebe-Klebstoffe eingesetzt wurden,
schlossen kurzkettige Cyanoacrylate mit ein, die im Allgemeinen
als Super GluesTM bezeichnet werden, und
waren mit schweren akuten und chronischen Entzündungsreaktionen verbunden.
Später
fanden längerkettige
Cyanoacrylate, einschließlich
Butyl- und Octylcyanoacrylate
Akzeptanz. Während
Butylcyanoacrylate einen wirksamen Verschluss einfacher oberflächlicher
Verletzungen und Schnitte bewirken, so sind sie dennoch toxisch,
wenn sie in den Bereich von Gefäßen gelangen,
und zeigen eine niedrige Zugkraft und eine hohe Brüchigkeit.
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Octylcyanoacrylate
erwiesen sich als die besten Klebstoffe für den Wundverschluss, da sie
eine größere Zugkraft
als die Butylcyanoacrylate aufweisen und sind bemerkenswerterweise
nicht toxisch, wenn sie für
den Wundverschluss eingesetzt werden. Octylcyanoacrylat wurde von
der FDA zur Verwendung als Gewebe-Klebstoff zugelassen. Nichtsdestotrotz
sind mit dessen Verwendung Probleme verbunden, einschließlich eines
höheren
Auftretens von Wundinfektionen, im Vergleich zum Nähen als
Wundverschlussverfahren. Ferner fördern das Blut und Körperflüssigkeiten
eine vorzeitige Polymerisierung des Cyanoacrylats, was zu einer unansehnlichen
plastifizierten Masse mit sehr niedriger Hautbindung führt. Ferner
ist es schwierig, den Klebstoff außerhalb der Wunde zu halten.
Die Polymerisierungsreaktion ist exotherm, weshalb die generierte
Hitze zu einem Unbehagen des Patienten führen kann. Octylcyanoacrylate
können
eine niedrige Viskosität
besitzen, wodurch sie in ungewünschte
Bereiche oder in die Wunde fließen
können.
So können
bspw. Cyano acrylate, die ins Auge verlaufen, zu einer Tarsorraphie
(Lidverschluss) oder zu einer Hornhautverletzung führen.
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Die
WO 99/42535 offenbart Cyanoacrylat-Klebstoff-Zusammensetzungen zum
Wundverschluss, die mikro-eingekapselte Wirkstoffe aufweisen können, die
die Formaldehydkonzentration reduzieren, d.h., die „Formaldehyd-Fänger" sind. Der Formaldehyd-Fänger ist
wirksam in der Reduzierung der aktiven Formaldehydkonzentrationslevel,
die in vivo während
des biologischen Abbaus des Polymers reduziert werden. Der Klebstoff
kann auch wahlweise ein Arzneimittel aufweisen.
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Die
WO 96/00760 offenbart Cyanoacrylat-Klebstoffe zum Wundverschluss,
die eine effektive Menge eines pH-Modifizierers aufweisen, der den
pH-Wert einer sofortigen in-vivo-Umgebung des Klebstoffes wirksam
modifiziert, bei welchem das Polymer des Klebstoffes mit einer Geschwindigkeit
biologisch abgebaut wird, die sich von der Abbaugeschwindigkeit
bei einem physiologischen pH-Wert unterscheidet. Der pH-Modifizierer kann
mikro-eingekapselt sein, um den biologischen Abbau des Polymers
zu steuern.
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Die
WO 96/10374 offenbart ein biomedizinisches Implantat, das eine biomedizinische
Matrix, bspw. aus Cyanoacrylat, und einen biologisch abbaubaren
Poren-bildenden
Wirkstoff aufweist. Zusätzlich
zu dem Matrixmaterial und dem Poren-bildenden Wirkstoff kann das Implantat
ferner therapeutische Wirkstoffe aufweisen. Der Poren-bildende Wirkstoff
bildet in der Matrix Poren, und zwar derart, dass die therapeutischen
Wirkstoffe aus der Matrix freigesetzt werden können.
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Zusammenfassende
Darstellung der Erfindung
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Im
Stand der Technik besteht beim Wundverschluss ein Bedürfnis für einen
Klebstoff, der Wunden mit einem reduzierten Risiko einer Infektion,
einer reduzierten Blutung, reduziertem Schmerz, reduzierten Vernarbung
und einer verbesserten kosmetischen Erscheinung verschließen kann.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1a zeigt
eine schematische Darstellung der Freisetzung eines eingekapselten
Arzneistoffes aus einer Cyanoacrylat-Klebstoff-Matrix. In 1a ist
eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer Klebstoff-Matrix
mit Mikrokapseln gezeigt. 1b zeigt
eine schematische Darstellung der Freisetzung der Mikrokapseln aus
der Klebstoff-Matrix.
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2 zeigt
IR-Spektren für
Penicillin G, Gelatine, und Gelatine-Mikrokapseln mit Penicillin
G.
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3 zeigt
UV-Spektren für
Penicillin G, Gelatine, und Gelatine-Mikrokapseln mit Penicillin
G.
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4 zeigt
UV-Spektren eines Sulfanilarnid-Mikrokapselextrakt nach 10, 50 und
105 Minuten.
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5a zeigt
ein Freisetzungsprofil von Gatifloxacin-Mikrokapseln, die aus einer
wässrigen,
vernetzenden Lösung
hergestellt wurden (Einschlusseffizienz 2,3 %, Wirkstoffbeladung
0, 7 %); und 5b zeigt ein Freisetzungsprofil
von Gatifloxacin-Mikrokapseln,
die aus einer Formaldehyd-Aceton-vernetzenden Lösung hergestellt wurden (Einschlusseffizienz
53 %, Wirkstoffbeladung 6, 7 %).
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6 zeigt
UV-Spektren von Extrakten von verkapseltem und unverkapseltem Penicillin
G in einem verfestigten Cyanoacrylat-Film.
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7 zeigt
UV-Spektren von Extrakten aus Sulfanilamid in glatten und rauen
verfestigten Cyanoacrylat-Filmen.
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8 zeigt
die Freisetzungskurve (Konzentration gegen Zeit) von Sulfanilamid
aus zwei Abschnitten einer Klebstofffilmprobe mit Natriumchlorid
als Defekt-bildender
Stoff.
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9 zeigt
die Freisetzungskurve (Konzentration gegen Zeit) von Sulfanilamid
aus zwei Abschnitten einer Klebstofffilmprobe mit Polyethylenglycol.
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10 zeigt
die Freisetzungskurve (Konzentration gegen Zeit) von Gatifloxacin
aus einer Klebstofffilmprobe mit und ohne einem Polyethylenglycol
als Defekt-bildender
Stoff.
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Die 11a und 11b sind
SEM-Bilder der Oberfläche
eines verfestigten Klebstoffs mit 16,2 % PEG 600 vor Extraktion
mit einer wässrigen
Lösung.
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Die 12a und 12b sind
SEM-Bilder der Oberfläche
eines Klebstoffes aus den 11a und 11b nach Extraktion mit der wässrigen Lösung.
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13 zeigt
den Effekt auf die bakterielle Kultur nach Exponierung gegenüber Gatifloxacin
auf Filterpapier, und gegenüber
verfestigtem Klebstoff mit PEG alleine, mikro-eingekapseltem Gatifloxacin
alleine, und mikro-eingekapseltem Gatifloxacin mit PEG.
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14 zeigt
die Freisetzungskurven (Prozentsatz Freisetzung gegen Zeit) von
Gatifloxacin aus Klebstofffilmen mit 0, 5,6 und 19 Gew.-% Polyethylenglycol.
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15 zeigt
Freisetzungskurven (Freisetzung Prozentsatz gegen Zeit) von Gatifloxacin
aus Klebstofffilmen mit einer Dicke von 1 mm und 0,2 mm.
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16 zeigt
eine schematische Zeichnung einer getrennten Verpackung für einen
antibiotischen Cyanoacrylat-Klebstoff.
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Die 17a und 17b sind
optische mikroskopische Aufnahmen von Dexamethasonnatriumphosphat-Gelatine-Mikropkapseln.
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18 zeigt
Freisetzungskurven (Prozentsatz Freisetzung gegen Zeit) für DST-Gelatine-Mikrokapseln
mit unterschiedlichen DST-Gelatine-Zufuhrverhältnissen und Vernetzungszeiten.
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19 zeigt
HPLC-Chromatogramme für
DST-Lösungen
und einer extrahierten Lösung
aus einem verfestigten Klebstofffilm mit DST-Mikrokapseln.
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20 stellt
UV-Spektren einer extrahierten Lösung
aus Vitamin C-Mikrokapseln (VC-MC-Extrakt), einer extrahierten Lösung eines
Vitamin C-Mikrokapsel-enthaltenden
Klebstofffilms (VC-MC-SG-Extrakt) und einer wässrigen Lösung von Vitamin C (VC-Lösung).
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Detaillierte
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
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Einführung
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Die
folgende Beschreibung und die Beispiele zeigen eine bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung im Detail. Der Fachmann wird erkennen,
dass es viele Variationen und Modifikationen der Erfindung gibt,
die von deren Rahmen umfasst sind. Dementsprechend soll die Beschreibung
einer bevorzugten Ausführungsform
nicht den Rahmen der vorliegenden Erfindung beschränken.
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Mit
der minimal-invasiven Chirurgie (Minimally Invasive Surgery, MIS)
konnte das Leiden von Patienten gesenkt werden. Medizinische Cyanoacrylat-Klebstoffe
wurden zur wirksamen Heilung von Wunden, die während eines solchen chirurgischen
Eingriffs erlangt wurden, erfolgreich behandelt, ebenso wie zum
Verschließen
anderer Wunden, wie bspw. Verletzungen. Eine hierin beschriebene
Ausführungsform
stellt einen medizinischen Cyanoacrylat-Klebstoff bereit, welcher
einen Arznei stoff enthält,
der auf kontrollierte Art und Weise freigesetzt und kontrolliert
zur Wunde geliefert werden kann.
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Der
Arzneistoff kann zu einer Wunde gebracht werden, die mit den offenbarten
Klebstoffen verschlossen wurde. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
ist der Arzneistoff, der in den Klebstoff eingebaut und zu der Wunde
gebracht wird, mit bekannten Mikro-Einkapselungstechnologien verkapselt.
Bei anderen Ausführungsformen
wird der Arzneistoff direkt zum Klebstoff gegeben. Die Klebstoffe
einer bevorzugten Ausführungsform
gehören
zur Klasse der Cyanoacrylat-Klebstoffe. Um die Freisetzung des Arzneistoffs
aus der Klebstoff-Matrix zu erleichtern, wird ein Defekt- oder Poren-bildender
Stoff dem Klebstoff zugesetzt. 1a zeigt eine
schematische Darstellung von Arzneistoff-enthaltenden Mikrokapseln,
die innerhalb einer Klebstoff-Matrix eingebaut sind. Die Matrix
kann auch einen Defekt- oder Poren-bildenden Stoff mit einschließen, typischerweise
ein hydrophiles Polymer oder ein wasserlösliches Salz (1b).
Nach Kontakt mit einer wässrigen
Lösung (bspw.
Blut oder Gewebeflüssigkeit),
kann der Defekt- oder Poren-bildende Stoff in Lösung gebracht werden, wodurch
er Durchgänge
in das Innere der Klebstoff-Matrix hinterlässt (1c).
Der in Mikrokapseln eingeschlossene Arzneistoff kann anschließend aus
der Klebstoff-Matrix durch diese Defekte oder Poren freigesetzt werden
(1d).
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Die
Klebstoffe bevorzugter Ausführungsformen
können
verschiedene wünschenswerte
Eigenschaften aufweisen, einschließlich, jedoch, nicht hierauf
beschränkt,
eine erhöhte
Viskosität
und eine verbesserte Aushärtrate.
Mit der Verwendung der Klebstoffe bevorzugter Ausführungsformen
können
verschiedene positive Effekte erreicht werden, einschließlich jedoch
nicht hierauf beschränkt,
der Kontrolle starker Blutungen, der Kontrolle von Infektionen,
der Schmerzkontrolle, der leichteren Auftragung des Klebstoffes,
die erleichterte Hautabheilung, und eine reduzierte Vernarbung.
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Der
Ausdruck „Einschlusseffizienz", wie er hierin in
Verbindung mit mikro-eingekapselten
Arzneistoffen, Medikamenten oder anderen Substanzen verwendet wird,
ist ein breiter Ausdruck und wird im gewöhnlichen Sinne verwendet, ein schließlich, jedoch
ohne Einschränkung,
dem Gewicht des eingeschlossenen Arzneistoffs in die Mikrokapsel,
geteilt durch das Gewicht des Arzneimittels, das einem Langzeit-Freisetzungsmuster
folgt.
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Der
Ausdruck „Wirkstoffbeladung", wie er hierin in
Verbindung mit mikro-eingekapselten
Arzneimitteln, Arzneistoffen oder anderen Substanzen verwendet wird,
ist ein breiter Ausdruck, und wird in seinem gewöhnlichen Sinne verwendet, einschließlich, jedoch
ohne Einschränkung,
des Gewichts des eingebauten Arzneimittels, Arzneistoffs oder der
anderen Substanz in der Mikrokapsel geteilt durch das Gewicht der
Mikrokapsel.
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Arzneistoffe
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Arzneistoffe
sind: Penicilline (Penicillin-G-Natriumsalz, Amoxicillin, Ampicillin,
Dicloxacillin, Nafcillin, Piperacillin, Ticarcillin).
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Mikro-eingekapselte
Arzneimittel
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Bestimmte
Arzneimittel, pharmazeutische Zusammensetzungen, therapeutische
Wirkstoffe und andere Substanzen, die in einen medizinischen Cyanoacrylat-Klebstoff eingebaut
werden sollen, können
reaktive Gruppen enthalten, die die Polymerisierung der Cyanoacrylester
aktivieren, was zu einer vorzeitigen Aushärtung des Klebstoffes führt. Andere
Substanzen können
gegenüber
den Komponenten des Cyanoacrylat-Klebstoffes empfindlich sein, und
können
als Ergebnis nachteiligen chemischen Reaktionen unterzogen werden, oder
werden weniger aktiv oder sogar inaktiv. Diese Effekte können zur
Inaktivität
des Arzneistoffes und zu einem Versagen der Klebstoffe durch eine
Verfestigung während
des Lagerns führen.
Daher ist die Mikroeinkapselung ein effektives Verfahren, um eine
unerwünschte
chemische Wechselwirkung zwischen Arzneistoffen und Cyanoacrylaten
zu vermeiden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
sind Penicillin-Antibiotika in hydrophile Gelatin-Mikrokapseln eingebaut,
und mit Cyanoacrylester-Klebstoffen vermengt. Andere bevorzugte
Hüllenmaterialien
schließen wasserlösliche Alkohole
und Polyethylenoxide mit ein. Die Mikrokapselhüllen blockieren unerwünschte Reaktionen
dadurch, dass im Wesentlichen der direkte Kontakt der Antibiotika
und der Cyanoacrylate verhindert wird. Mit der Mikroeinkapselung
kann ein breites Spektrum von Antibiotika mit einer geeigneten Sensitivität gegenüber Mikroorganismen
eingesetzt werden. Mit den mikro-eingekapselten Antibiotika können die
Antibiotika langzeitig und kontrolliert aus den verfestigten Klebstoffen
mit einer vorausgewählten
Konzentration freigesetzt werden.
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Mikroeinkapselungsverfahren
beinhalten das Beschichten von kleinen festen Partikeln, flüssigen Tröpfchen oder
Gasbläschen
mit einem dünnen
Film eines Materials, wobei das Material eine Schutzhülle für die Inhalte
der Mikrokapseln bereitstellt. Mikrokapseln, die bei den bevorzugten
Ausführungsformen
geeignet sind, können
jede geeignete Größe aufweisen,
typischerweise von ungefähr
1 μm oder
weniger bis ungefähr 1000 μm oder mehr,
vorzugsweise von ungefähr
2 μm bis
ungefähr
50, 60, 70, 80, 90, 100, 200, 300, 400, 500, 600, 700, 800 oder
900 μm oder
noch bevorzugter von ungefähr
3, 4, 5, 6, 7, 8 oder 9 μm
bis ungefähr
10, 15, 20, 25, 30, 35, 40 oder 45 μm. Bei bestimmten Ausführungsformen
kann es bevorzugt sein, Mikrokapseln mit Nanometergröße zu verwenden.
Solche Mikrokapseln können
im Bereich von ungefähr
10 nm oder weniger liegen, bis weniger als ungefähr 1000 nm (1 μm), vorzugsweise
von ungefähr
10, 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 60, 70, 80 oder 90 nm bis ungefähr 100,
200, 300, 400, 500, 600, 700, 800 oder 900 nm.
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Während bei
den meisten Ausführungsformen
ein Arzneistoff mit fester Phase oder eine andere Substanz eingekapselt
wird, kann es bei bestimmten Ausführungsformen bevorzugt sein,
eine flüssige
oder gasförmige
Substanz einzubauen. Flüssigkeits-
oder gasenthaltende Mikrokapseln können mit herkömmlichen Verfahren,
die im Gebiet der Mikrokapselbildung hinreichend bekannt sind, hergestellt
werden, und diese Mikrokapseln können
in die Klebstoffe bevorzugter Ausführungsformen eingebaut werden.
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Mikrokapsel-Komponenten
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Die
Mikrokapseln bevorzugter Ausführungsformen
enthalten ein Füllmaterial.
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Das
Füllmaterial
ist typischerweise ein oder mehrere Arzneistoffe oder andere pharmazeutische
Formulierungen, wahlweise in Kombination mit anderen Substanzen,
die keine Arzneistoffe oder pharmazeutischen Formulierungen darstellen.
Bei bestimmten Ausführungsformen
kann es bevorzugt sein, dass die Mikrokapseln eine oder mehrere
Substanzen enthalten, die keine Arzneimittel oder pharmazeutischen
Formulierungen mit einschließen.
Das Füllmaterial
ist innerhalb der Mikrokapseln mit einem Hüllmaterial eingekapselt.
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Typische
Hüllmaterialien
schließen
Gummi arabicum, Gelatine, Ethylcellulose, Polyharnstoff, Polyamid,
Aminoplasten, Maltodextrine und gehärtete Pflanzenöle mit ein,
sind jedoch nicht hierauf beschränkt.
Obgleich irgendein geeignetes Hüllmaterial
bei den bevorzugten Ausführungsformen
verwendet werden kann, ist es allgemein bevorzugt, ein essbares
Hüllmaterial
zu verwenden, das zur Verwendung in Nahrungsmitteln oder pharmazeutischen
Anwendungen zugelassen wurde. Solche Hüllmaterialien schließen Gummi
arabicum, Gelatine, Diethylcellulose, Maltodextrine und gehärtete Pflanzenöle mit ein,
sind jedoch nicht hierauf beschränkt.
Insbesondere ist Gelatine bevorzugt, aufgrund deren niedrigen Kosten,
ihrer Biokompatibilität
und aufgrund der Einfachheit, mit welcher Mikrokapseln mit Gelatine-Hülle hergestellt
werden können.
Bei bestimmten Ausführungsformen
können
jedoch auch andere Hüllmaterialien
bevorzugt sein. Das optimale Hüllmaterial
kann von der Partikelgröße und der
Partikelgrößen-Verteilung
des Füllmaterials,
der Form der Füllmaterial-Partikel,
der Kompatibilität
mit dem Füllmaterial,
der Stabilität
des Füllmaterials
und der Freisetzungsrate des Füllmaterials
aus der Mikrokapsel abhängen.
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Mikroeinkapselungsprozess
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Verschiedene
Einkapselungsverfahren können
zur Herstellung der Mikrokapseln bevorzugter Ausführungsformen
eingesetzt werden. Diese Verfahren schließen Gasphasen- oder Vakuumverfahren
mit ein, bei welchen eine Beschichtung auf die Füllmaterialpartikel gesprayed
oder anderweitig aufgebracht wird, so dass eine Hülle gebildet
wird, oder bei welchen eine Flüssigkeit
in eine Gasphase gesprüht
wird und anschließend verfestigt
wird, um Mikrokapseln zu bilden. Geeignete Verfahren schließen ferner
Emulgierungs- und Dispersionsverfahren mit ein, bei welchen die
Mikrokapseln in der flüssigen
Phase in einem Reaktor gebildet werden.
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Sprühtrocknung
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Die
Einkapselung durch Sprühtrocknung
beinhaltet das Versprühen
einer konzentrierten Lösung
eines Hüllmaterials
mit Füllmaterialpartikeln
oder einer Dispersion von nicht mischbaren flüssigen Füllmaterial in eine Heißkammer,
in welcher eine schnelle Auflösung
vollzogen wird. Irgendein geeignetes Lösungsmittelsystem kann verwendet
werden, jedoch ist es am bevorzugtesten, das Verfahren mit wässrigen
Systemen zu verwenden. Die Sprühtrocknung
wird gewöhnlich
dazu eingesetzt, Mikrokapseln mit Hüllmaterialien herzustellen,
welche bspw. Gelatine, hydrolisierte Gelatine, Gummi arabicum, modifizierte
Stärke,
Maltodextrine, Sucrose oder Sorbitol mit einschließen. Wenn
eine wässrige
Lösung
als Hüllmaterial
verwendet wird, schließt
das Füllmaterial
typischerweise eine hydrophobe Flüssigkeit oder ein nicht mit
Wasser mischbares Öl
mit ein. Dispergiermittel und/oder Emulgatoren können zu der konzentrierten
Lösung
des Hüllmaterials
hinzugefügt
werden. Durch Sprühtrocknungsverfahren
können
relativ kleine Mikrokapseln hergestellt werden, bspw. mit einer
Größe von weniger
als 1 μm
größer als
ungefähr
50 μm. Diese
entstehenden Partikel können
sowohl einzelne Partikel als auch Aggregate von einzelnen Partikeln
mit umfassen. Die Menge des Füllmaterials,
das bei der Verwendung des Sprühtrocknungsverfahrens
eingekapselt werden kann, reicht typischerweise von weniger als ungefähr 20 Gew.-%
der Mikrokapsel bis mehr als 60 Gew.-% der Mikrokapsel. Das Verfahren
ist aufgrund seiner geringen Kosten im Vergleich zu anderen Verfahren
bevorzugt, und kann in einem breiten Bereich für die Herstellung von essbaren
Mikrokapseln eingesetzt werden. Das Verfahren könnte zur Herstellung von hitzeempfindlichen
Materialien nicht bevorzugt sein.
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Bei
anderen Arten des Sprühtrocknens
wird gekühlte
Luft anstelle einer Desolvatisierung eingesetzt, um eine geschmolzene
Mischung eines Hüllmaterials
mit Füllmaterialien
in Form von Partikeln oder einer nicht mischbaren Flüssigkeit
zu verfestigen. Verschiedene Fette, Wachse, Fettalkohole und Fettsäuren werden
typischerweise als Hüllmaterialien
bei einem solchen Einkapselungsverfahren eingesetzt. Das Verfahren
ist allgemein zur Herstellung von Mikrokapseln mit wasserunlöslichen
Hüllen
bevorzugt.
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Fließbett-Mikroeinkapselung
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Die
Einkapselung unter Verwendung von Fließbettverfahren beinhaltet die
Sprühung
eines flüssigen Hüllmaterials,
im Allgemeinen in Lösung
oder in geschmolzener Form, auf feste Partikel, die in einem Gasstrom,
typischerweise in erhitzter Luft, suspendiert sind, und die anschließende Abkühlung der
dadurch eingekapselten Partikel. Die üblicherweise verwendeten Hüllmaterialien
schließen
Kolloide, Lösungsmittel-lösliche Polymere
und Zucker mit ein, sind jedoch nicht hierauf beschränkt. Das
Hüllmaterial
kann auf die Partikel von der Oberseite des Reaktors aufgetragen
werden, oder aber als Spray vom Boden des Reaktors, wie bspw. im Wurster-Prozess.
Die Partikel werden solange im Reaktor behalten, bis die erwünschte Hülldicke
erreicht ist. Die Fließbett-Mikroeinkapselung
wird üblicherweise
zur Herstellung von eingekapselten wasserlöslichen Nahrungsmittelinhaltsstoffen
und pharmazeutischen Zusammensetzungen verwendet. Das Verfahren
ist insbesondere zur Beschichtung von unregelmäßig geformten Partikeln geeignet.
Die Fließbett-Einkapselung wird typischerweise
verwendet zur Herstellung von Mikrokapseln, die größer als
ungefähr
100 μm sind,
jedoch können
auch kleinere Mikrokapseln damit hergestellt werden.
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Komplexe Koazervation
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Ein
Paar entgegengesetzt geladener Polyelektrolyten, die ein flüssiges komplexes
Koazervat bilden können
(nämlich
eine Masse an kolloidalen Partikeln, die durch elektrostatische
Wechselwirkungen aneinandergebunden sind), können dazu eingesetzt werden,
Mikrokapseln durch komplexe Koazervation zu bilden. Ein bevorzugtes
Polyanion ist dabei Gelatine, mit welchem Komplexe mit verschiedenen
Polyanionen gebildet werden können.
Typische Polyanionen schließen
Gummi arabicum, Polyphosphat, Polyacrylsäure und Alginat mit ein. Komplexe
Koazervation wird hauptsächlich
zur Einkapselung von nicht mit Wasser mischbaren Flüssigkeiten
oder wasserunlöslichen
Feststoffen verwendet. Das Verfahren ist nicht geeignet zur Verwendung
mit wasserlöslichen
Substanzen, oder mit Substanzen, die gegenüber sauren Bedingungen empfindlich
sind.
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Bei
der komplexen Koazervation von Gelatine mit Gummi arabicum, wird
ein wasserunlösliches
Füllmaterial
in einer warmen wässrigen
Gelatineemulsion dispergiert, und anschließend Gummi arabicum und Wasser
zu dieser Emulsion hinzugefügt.
Der pH-Wert der wässrigen
Phase wird auf leicht sauer eingestellt, wodurch sich das komplexe
Koazervat bildet, das an die Oberfläche des Füllmaterials absorbiert. Das
System wird abgekühlt
und ein vernetzender Stoff, wie bspw. Glutaraldehyd, hinzugefügt. Die
Mikrokapseln können wahlweise
mit Harnstoff und Formaldehyd bei einem niedrigen pH-Wert behandelt
werden, so dass die Hydrophilie der Hülle reduziert wird, wodurch
die Trocknung ohne übermäßige Aggregatbildung
erleichtert wird. Die resultierenden Mikrokapseln können anschließend zur
Ausbildung eines Pulvers getrocknet werden.
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Polymer-Polymer-Inkompatibilität
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Mikrokapseln
können
auch unter Verwendung einer Lösung
hergestellt werden, welche zwei flüssige Polymere enthält, die
inkompatibel, aber löslich
in einem gemeinsamen Lösungsmittel
sind. Einer der Polymere wird vorzugsweise durch das Füllmaterial
absorbiert. Wenn das Füllmaterial
in der Lösung
dispergiert wird, wird es spontan von einem dünnen Film des Polymers beschichtet,
das vorzugsweise absorbiert wird. Die Mikrokapseln werden entweder
durch Vernetzung des absorbierten Polymers oder durch Hinzufügung eines Nichtlösungsmittels
für das
Polymer zu der Lösung
gewonnen. Anschließend
werden die Flüssigkeiten
entfernt, um Mikrokapseln in Form eines trockenen Pulvers zu erhalten.
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Polymer-Polymer-Inkompatibilität-Einkapselung
kann in wässrigen
oder nichtwässrigen
Medien durchgeführt
werden. Es wird typischerweise zur Herstellung von Mikrokapseln
mit polaren Feststoffen mit begrenzter Wasserlöslichkeit eingesetzt. Geeignete
Hüllmaterialien
schließen
Ethylcellulose, Polylactid, und Lactid-Glycolid-Copolymere mit ein. Die Polymer-Polymer-Inkompatibilität-Einkapselung
ist oftmals bevorzugt zur Einkapselung von oral und parenteral einzunehmenden
pharmazeutischen Zusammensetzungen, insbesondere für diejenigen,
die Proteine oder Polypeptide enthalten, da biologisch-abbaubare
Mikrokapseln leicht hergestellt werden können. Mikrokapseln, die durch
Polymer-Polymer-Inkompatibilität-Einkapselung hergestellt werden,
tendieren dazu, kleiner als Mikrokapseln zu sein, die durch andere
Verfahren hergestellt werden, und besitzen typischerweise Durchmesser
von 100 μm
oder weniger.
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Grenzflächenpolymerisierung
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Mikrokapseln
können
auch durch eine Durchführung
von Polymerisierungsreaktionen an Grenzflächen in einer Flüssigkeit
hergestellt werden. Bei einem solchen Mikroeinkapselungsverfahren
wird eine Dispersion von zwei nicht miteinander mischbaren Flüssigkeiten
hergestellt. Die dispergierte Phase bildete das Füllmaterial.
Jede Phase enthält
einen begrenzten Reaktionspartner, wobei die Reaktionspartner zur
Bildung einer Hülle
einer Polymerisierungsreaktion unterzogen werden können. Der
Reaktionspartner in der dispergierten Phase und der Reaktionspartner
in der kontinuierlichen Phase reagieren an der Grenzfläche zwischen der
dispergierten Phase und der kontinuierlichen Phase zur Bildung einer
Hülle.
Der Reaktionspartner in der kontinuierlichen Phase wird typischerweise
durch einen Diffusionsprozess an die Grenzfläche geleitet. Sobald die Reaktion
gestartet ist, bildet die Hülle
schließlich
eine Diffusionsbarriere und begrenzt dadurch die Rate der Grenzflächenpolymerisierungsreaktion.
Dies kann die Morphologie und Einheitlichkeit der Dicke der Hülle beeinflussen.
Dispergierstoffe können
zu der kontinuierlichen Phase hinzugefügt werden. Die dispergierte
Phase kann ein wässriges
oder nichtwässriges
Lösungsmittel
mit einschließen.
Die kontinuierliche Phase wird derart ausgewählt, dass sie in der dispergierten
Phase nicht mischbar ist.
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Typische
Polymerisierungs-Reaktionspartner können saure Chloride oder Isocyanate
mit einschließen,
welche einer Polymerisierungsreaktion mit Aminen oder Alkoholen
unterzogen werden können.
Das Amin oder der Alkohol wird in der wässrigen Phase in eine nichtwässrige Phase
solubilisiert, in welcher das Amin oder der Alkohol gelöst werden
kann. Das saure Chlorid oder Isocyanat wird anschließend in
der Wasser-(oder nichtwässrigen
Lösungsmittel-)
nicht-mischbaren-Phase gelöst.
Auf ähnliche
Weise können
feste Partikel mit Reaktionspartnern oder mit auf der Oberfläche beschichteten
Reaktionspartnern in einer Flüssigkeit
dispergiert werden, in welcher die festen Partikel im Wesentlichen
nicht löslich
sind. Die Reaktionspartner in oder auf den festen Partikeln reagieren
dann mit den Reaktionspartnern in der kontinuierlichen Phase, um
eine Hülle zu
bilden.
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Bei
einer anderen Art der Mikroeinkapselung durch Grenzflächenpolymerisierung,
auf die gewöhnlich als
In-situ-Einkapselung Bezug genommen wird, wird ein Füllmaterial
in Form von im Wesentlichen unlöslichen Partikeln
oder in Form von nicht mit Wasser mischbaren Flüssigkeiten in einer wässrigen
Phase dispergiert. Die wässrige
Phase enthält
Harnstoff, Melanin, wasserlösliches
Harnstoff-Formaldehydkondensat oder wasserlösliches Harnstoff-Melaninkondensat.
Um eine Hülle
zu bilden, welche das Füllmaterial
einkapselt, wird Formaldehyd zu der wässrigen Phase hinzugefügt, das
anschließend
erhitzt und angesäuert
wird. Anschließend
setzt sich ein Kondensationsprodukt an der Oberfläche des
dispergierten Kernmaterials ab, sobald die Polymerisierungsreaktion
fortschreitet. Das Verfahren kann – nicht wie die oben beschriebene
Grenzflächenpolymerisierungsreaktion – zur Verwendung
mit empfindlichen Füllmaterialien
geeignet sein, da die reaktiven Stoffe nicht im Füllma terial
gelöst
werden müssen.
Bei einem ähnlichen
In-situ-Polymerisationsverfahren wird eine nicht mit Wasser mischbare
Flüssigkeit
oder ein Feststoff mit einem nicht mit Wasser mischbaren Vinylmonomer
und einem Vinylmonomerinitiator in einer wässrigen Phase dispergiert.
Die Polymerisierung wird durch Erhitzung gestartet und eine Vinylhülle an der
Grenzfläche
mit der wässrigen
Phase gebildet.
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Gasphasenpolymerisierung
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Mikrokapseln
können
auch durch eine Exponierung der Füllmaterialpartikel gegenüber Gas
hergestellt werden, welches an der Oberfläche der Partikel einer Polymerisierung
unterzogen werden kann. Bei einem solchen Verfahren weist das Gas
p-Xylendimere auf, die an der Oberfläche der Partikel polymerisieren,
um eine Poly(p-xylen)-Hülle
zu bilden. Eine spezielle Beschichtungsausrüstung kann notwendig sein,
um ein solches Beschichtungsverfahren durchzuführen, was das Verfahren teurer
als bestimmte Flüssigphasen-Einkapselungsverfahren
macht. Auch ist das einzukapselnde Füllmaterial vorzugsweise nicht
empfindlich gegenüber den
Reaktionspartnern und den Reaktionsbedingungen.
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Lösungsmittelverdampfung
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Mikrokapseln
können
durch die Entfernung eines flüchtigen
Lösungsmittels
aus einer Emulsion zweier nicht mischbaren Flüssigkeiten, wie bspw. Öl-in-Wasser-, Öl-in-Öl- oder
Wasser-in-Öl-in-Wasser-Emulsionen entfernt
werden. Das sich bildende Material der Hülle ist in dem flüchtigen
Lösungsmittel
löslich.
Das Füllmaterial
wird gelöst,
dispergiert oder in der Lösung
emulgiert. Geeignete Lösungsmittel
schließen
Methylenchlorid und Ethylacetat mit ein. Lösungsmittelverdampfung ist
das bevorzugte Verfahren zur Einkapselung wasserlöslicher
Füllmaterialien,
wie bspw. von Polypeptiden. Wenn solche wasserlöslichen Komponenten eingekapselt werden
sollen, wird typischerweise ein Verdickungsmittel zu der wässrigen
Phase hinzugefügt,
und anschließend
die Lösung
abgekühlt,
um die wässrige
Phase vor Entfernung des Lösungsmittels
zu gelieren. Auch können
dispergierende Stoffe vor der Lösungs mittelentfernung
zu der Emulsion hinzugefügt
werden. Das Lösungsmittel
wird typischerweise durch Verdampfung bei Atmosphärendruck
oder reduziertem Druck entfernt. Mikrokapseln, die kleiner als 1 μm oder größer als
1000 μm
im Durchmesser sind, können
durch Lösungsmittel-Verdampfungsverfahren
hergestellt werden.
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Einkapselung
durch Zentrifugalkräfte
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Bei
der Mikroeinkapselung durch Zentrifugalkraft wird typischerweise
eine perforierte Schale eingesetzt, die eine Emulsion aus Hüll- und
Füllmaterial
enthält.
Die Schale wird in ein Ölbad
eingetaucht und mit einer fixierten Geschwindigkeit gedreht, wodurch
sich im Öl
außerhalb
der sich drehenden Schale Tröpfchen bilden,
welche das Hüll-
und Füllmaterial
mit einschließen.
Die Tröpfchen
werden durch Abkühlung
geliert, wodurch Öl-beladene
Partikel erzielt werden, die anschließend getrocknet werden können. Die
auf diese Weise hergestellten Mikrokapseln sind im Allgemeinen relativ
groß.
Eine andere Variierung der Einkapselung durch Zentrifugalkraft,
die auch als Rotations-Suspensions-Trennung bezeichnet wird, beinhaltet
das Hinzufügen
einer Mischung aus Füllmaterialpartikeln
und entweder geschmolzener Hülle
oder einer Lösung
aus Hüllmaterial auf
eine rotierende Scheibe. Die beschichteten Partikeln werden vom
Rand der Scheibe weggeschleudert, wo sie geliert oder desolvatisiert
und gesammelt werden.
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Tauchdüseneinkapselung
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Die
Mikroeinkapselung durch Tauchdüsen
beinhaltet im Allgemeinen das Versprühen einer flüssigen Mischung
aus Hüll-
und Füllmaterial
durch eine Düse
in einen Strom eines Trägerfluids.
Die resultierenden Tröpfchen
werden geliert und gekühlt.
Die derart hergestellten Mikrokapseln sind im Allgemeinen relativ
groß.
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Desolvatisierung
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Bei
der Desolvatisierung oder dem Extraktionstrocknen wird ein Dispersions-Füllmaterial in einer konzentrierten
Hüllmateriallösung oder
-dispersion in ein Desolvatisierungslösungsmittel atomisiert, typischerweise
einem wassermischbaren Alkohol bei Verwendung einer wässrigen
Dispersion. Dabei werden typischerweise wasserlösliche Hüllmaterialien verwendet, einschließlich Maltodextrine,
Zucker und Gummi. Bevorzugte Desolvatisierungslösungsmittel schließen wassermischbare
Alkohole, wie 2-Propanol oder Polyglycole mit ein. Die resultierenden
Mikrokapseln haben keine bestimmte Füllmaterialphase. Die daher
produzierten Mikrokapseln enthalten typischerweise weniger als ungefähr 15 Gew.-%
Füllmaterial,
können
jedoch in bestimmten Ausführungsformen
auch mehr Füllmaterial
enthalten.
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Liposomen
-
Liposomen
sind Mikropartikel, deren Größe sich
typischerweise im Bereich von weniger als ungefähr 30 nm bis größer als
1 mm bewegt. Sie bestehen aus einer Bilayer aus Phospholipiden,
die einen wässrigen Raum
einkapseln. Die Lipidmoleküle
ordnen sich dadurch an, dass sie ihre polaren Kopfgruppen in Richtung der
wässrigen
Phase anordnen, und dass die hydrophoben Wasserstoffgruppen in der
Bilayer aneinander anhaften, wodurch dichte konzentrische Lipidblätter gebildet
werden, die wässrige
Regionen abteilen. Medikamente können
entweder in der wässrigen
Phase eingekapselt werden, oder aber zwischen den Lipid-Bilayern eingeschlossen
werden. Wo der Arzneistoff eingekapselt wird, hängt von dessen physiochemischen
Eigenschaften ab sowie von der Zusammensetzung des Lipids. Die Liposomen
können
jeden enthaltenden Arzneistoff durch enzymatische Hydrolyse des
Lipids langsam freisetzen.
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Verschiedene
Mikroeinkapselungsprozesse
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Obgleich
die oben beschriebenen Mikroeinkapselungsverfahren im Allgemeinen
zur Herstellung der Mikrokapseln bevorzugter Ausführungsformen
bevorzugt sind, können
auch andere geeignete Mikroeinkapselungsverfahren eingesetzt werden,
wie sie den Fachleuten bekannt sind. Darüber hinaus kann es bei bestimmten
Ausführungsformen
wünschenswert
sein, einen unverkapselten Arzneistoff oder eine andere Substanz
direkt in den Cyanoacrylat-Klebstoff einzubauen. Alternativ kann
der Arzneistoff oder eine andere Substanz in eine feste Matrix der
Trägersubstanz
eingebaut werden. Da der Arzneistoff oder eine andere Substanz und
das Cyanoacrylat vor Aushärtung
des Klebstoffes in Kontakt miteinander kommen, ist bei solchen Ausführungsformen
der Arzneistoff oder die andere Substanz vorzugsweise nicht empfindlich
gegenüber
dem Cyanoacrylat, und verursacht keine vorzeitige Aushärtung des
Klebstoffes vor der Anwendung. Die zu dem Klebstoff hinzugefügten Mikrokapseln
können
alle vom gleichen Typus sein, und den gleichen Arzneistoff oder
andere Substanzen enthalten, oder können eine Vielzahl von Typen
und/oder eingekapselten Arzneistoffen oder anderen Substanzen enthalten.
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Bevorzugte
mikro-eingekapselte Arzneistoffe
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
werden Penicillin-Antibiotika in hydrophile Gelatine-Mikrokapseln
eingekapselt, und zwar vor Einbau in den Cyanoacrylat-Klebstoff, so dass
unerwünschte
Reaktionen zwischen den Antibiotika und dem Cyanoacrylat verhindert
werden.
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Cyanoacrylat-Klebstoffe
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Die
Klebstoffe der bevorzugten Ausführungsformen
schließen
Polymere von 2-Cyanoacrylester mit ein, die üblicherweise als Cyanoacrylate
bezeichnet werden. Cyanoacrylate sind harte Glasharze, die eine
hervorragende Adhäsion
an Oberflächen
mit hoher Energie zeigen, wie beispielsweise Haut, die jedoch mit
Materialien mit niedriger Energie keine starke Bindung bilden, wie
beispielsweise Polyolefine, Polytetrafluorethylen (unter der Bezeichnung
TeflonTM vermarktet) und Polyvinylchlorid
(gemeinhin als Vinyl bezeichnet). Cyanoacrylatpolymere bilden sich
spontan, wenn ihre flüssigen
Monomere zwischen zwei eng anliegende Oberflächen gebracht werden. Die hervorragenden
adhäsiven
Eigenschaften der Cyanoacrylatpolymere ergeben sich aus den Elektronen-abziehenden
Eigenschaften der Gruppen, die in der Nähe der polymerisierbaren Doppelbindung
liegen, was die extrem hohe Reaktivität oder Aushärtungsrate begründet, und
aus deren polarer Natur, wodurch die Polymere zäh an viele verschiedene Substrate
anhaften können.
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Chemie der
Cyanoacrylat-Monomere
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Einige
der gebräuchlicheren
Cyanoacrylat-Monomere schließen
Ethyl-, Methyl-, Isopropyl-, Allyl-, n-butyl-, Isobutyl-, Methoxyethyl-,
Ethoxyethyl-, und Octylester mit ein, sind jedoch nicht hierauf
beschränkt. Cyanoacrylat-Klebstoffe
werden weltweit durch verschiedene Firmen hergestellt und vertrieben,
einschließlich Loctite,
einer Henkel-Firma aus Rocky Hill, CT, SAFE-T-LOC International
Corporation aus Lombard, IL, SUR-LOK Corporation aus Walworth, WI
und Eimers Products aus Columbus, OH, der Hersteller des bekannten
Krazy GlueTM. Aufgrund der Fähigkeit
der Cyanoacrylate, schnell auszuhärten und an Haut zu binden,
sind sie besonders gut zum Einsatz als medizinische Klebstoffe geeignet.
Cyanoacrylat-Klebstoffe, die zur Verwendung als medizinische Klebstoffe
geeignet sind, schließen
Octyl-2-cyanoacrylat mit ein, das unter der Bezeichnung DermabondTM als topischer Hautklebstoff durch Ethicon,
Inc., einer Johnson & Johnson-Firma
aus Somerville, NJ, vertrieben wird, und Butylcyanoacrylat, das
als VetbondTM von World Precision Instruments,
Inc. aus Sarasota, FL vertrieben wird.
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2-Cyanoacrylat-Ester-Monomere
sind sämtlich
dünne,
wasserklare Flüssigkeiten
mit Viskositäten
von 1–3
mPa. Nur wenige der vielen Ester, die hergestellt und charakterisiert
wurden, sind von bedeutendem kommerziellen Interesse. Methyl- und
Ethylcyanoacrylate werden üblicherweise
für industrielle
Klebstoffe verwendet. Cya noacrylat-Klebstoffe für medizinische und veterinärmedizinische
Verwendungen schließen
allgemein die längerkettigen
Alkyl-Cyanoacrylate mit ein, einschließlich den Butyl-Octyl-Estern.
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Die
Grundmonomere sind im Allgemeinen für eine herkömmliche Verwendung zu dünn und werden daher
im Allgemeinen mit Stabilisatoren, Verdickungsmitteln und Eigenschafts-modifizierenden
Zusatzstoffen formuliert. Die Viskositäten solcher Cyanoacrylat-Klebstoffe
kann im Bereich von denjenigen der Grundmonomere reichen, bis zu
thixotropen Gelen. Die Alkylester sind durch scharfe, lacrimogene,
leicht süßliche Gerüche charakterisiert,
wohingegen Alkoxyalkylester nahezu geruchsfrei, aber weniger effektive
Klebstoffe sind.
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Bildung der
Bindung
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Flüssige Cyanoacrylat-Monomere
polymerisieren durch einen anionischen Mechanismus beinahe sofort,
wenn sie mit irgendeiner schwach basischen oder alkalischen Oberfläche in Kontakt
gebracht werden. Sogar die Gegenwart einer schwach basischen Substanz
wie beispielsweise absorbierte Oberflächenfeuchtigkeit reicht aus,
um die Aushärtungsreaktion
zu starten. Die Aushärtungsreaktion
schreitet so lange fort, bis sämtliche
verfügbaren
Monomere reagiert haben, oder bis sie durch eine saure Substanz
beendigt wird. Die Fixierzeit für
Cyanoacrylat vollzieht sich innerhalb weniger Sekunden auf stark
katalytischen Oberflächen,
wie beispielsweise Haut, bis hin zu mehreren Minuten auf nicht katalytischen
Oberflächen.
Oberflächenbeschleuniger oder
Additive, die die Aushärtungsrate
unterstützen,
können
zur Absenkung der Fixierzeit auf nicht-katalytischen Oberflächen eingesetzt
werden. Jedoch sind solche Beschleuniger und Additive aufgrund der
katalytischen Natur der Hautoberfläche im Allgemeinen nicht beim
Einsatz bei der Hautbindung bevorzugt. Die grundlegende Polymerisierungsreaktion
schließt
die folgenden Initiations-, Fortführungs- und Beendigungsschritte mit
ein:

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Cyanoacrylat-Klebstoff-Formulierungen
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Cyanoacrylat-Klebstoffe
sind in N-methylpyrrolidon, N,N-dimethylformamid und Nitromethan
löslich. Ausgehärtete Cyanoacrylate
sind harte, klare und glasige thermoplastische Harze mit hoher Reißfestigkeit, tendieren
jedoch dazu, zu bröckeln
und besitzen eine niedrige bis mittlere Schlag- und Abziehfestigkeit.
Elastomere Materialien können
in Cyanoacrylat-Klebstoff-Formulierungen gelöst werden, um einen ausgehärteten Klebstoff
mit größerer Flexibilität und Zähigkeit
zu erreichen. Die längerkettigen
Alkylester besitzen im Vergleich zu den kürzerkettigen Alkylestern im
Allgemeinen längere
Aushärtungsraten,
eine reduzierte Zug- und Zugscherspannung und Härte. Die längerkettigen Alkylester besitzen
im Vergleich zu den kürzerkettigen
Alkylestern auch reduzierte Glas-Übergangstemperaturen (Tg) und Klebstoff-Bindungs-Wirkungstemperaturen.
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Obwohl
die Alkylcyanoacrylatester die üblichsten
Cyanoacrylat-Klebstoffe sind, kann es bei bestimmten Ausführungsformen
bevorzugt sein, einen Cyanoacrylatester-Klebstoff einzusetzen, der
kein Alkylester ist. So können
beispielsweise Allylester, die durch Freie-Radikale-Mechanismen über die
Allylgruppe vernetzen können,
bei Anwendungen eingesetzt werden, bei denen ein erhöhter thermaler
Widerstand erwünscht
ist. Alkoxyalkylester können
bei solchen Anwendungen eingesetzt wer den, bei welchen ein verminderter
Geruch erwünscht
ist, und bei welchen eine leicht reduzierte Klebstoff-Eigenschaft
akzeptierbar ist.
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Cyanoacrylat-Klebstoffe
werden durch die Knoevenagel-Kondensationsreaktion hergestellt,
bei welcher das korrespondierende Alkylcyanoacetat mit Formaldehyd
in Gegenwart eines basischen Katalysators reagiert, um ein Polymer
mit niedrigem Molekulargewicht zu bilden. Die Polymerschlämme werden
angesäuert und
das Wasser entfernt. Das Polymer wird gelöst und bei einer hohen Temperatur
in einer geeigneten Stabilisierungskombination redestilliert, um
eine vorzeitige Repolymerisierung zu verhindern. Dabei werden starke protonische
oder Lewis-Säuren
normalerweise in Kombination mit geringen Mengen an Freien-Radikal-Stabilisatoren
verwendet.
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Klebstoffe,
die aus den 2-cyanoacrylestern gebildet werden, enthalten typischerweise
Stabilisatoren oder Verdickungsmittel, und können außerdem Aushärter, Farbstoffe und andere
spezielle Additive enthalten, die die Eigenschaften unterstützen. Sowohl
anionische als auch Freie-Radikal-Stabilisatoren werden benötigt, da
das Monomer durch beide Mechanismen polymerisieren wird. Obwohl
der anionische Polymerisations-Mechanismus, wie oben dargestellt,
die überwiegende
Reaktion darstellt, wird das Monomer bei einer verlängerten
Exposition gegenüber
Hitze oder Licht einer Freien-Radikal-Polymerisation unterzogen
werden. Um die brauchbare Haltbarkeit von Cyanoacrylat-Klebstoff-Formulierungen
zu verlängern,
werden Freie-Radikal-Stabilisatoren
wie beispielsweise Quinone oder sterisch gehinderte Phenole üblicherweise
zu den Formulierungen hinzugefügt.
Anionische Inhibitoren, wie beispielsweise Stickstoffoxid, können ebenfalls
hinzugefügt
werden. Solche anionischen Inhibitoren ändern die Viskosität und Polymerisationsrate,
wodurch das Risiko eines nachteiligen Verschüttens minimiert und die Auftragung
erleichtert wird.
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Sowohl
die flüssigen
als auch die ausgehärteten
Cyanoacrylate unterstützen
Verbrennungen, und aus der direkten Hinzufügung von katalytischen Substanzen,
wie beispielsweise Wasser, Alkohole und Basen, wie beispielsweise
Amine, Ammoniak oder Beizen, oder aus der Verunreinigung mit Oberflächenaktivatoren
können
stark exotherme Polymerisationen auftreten.
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Cyanoacrylat-Klebstoffe
für medizinische
Zwecke
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Cyanoacrylat-Klebstoffe
binden aufgrund der Gegenwart von Feuchtigkeit und Proteinen in
der Haut schnell an die Haut. Octylcyanoacrylate sind die am weitesten
verbreiteten Cyanoacrylat-Klebstoffe zum Verschließen von
Gewebe. Octylcyanoacrylate binden viermal stärker und weniger toxisch an
Gewebe als Butylacrylate. Jedoch sind manchmal Butylacrylate zum
Verschließen
von tieferen Verletzungen bevorzugt, da sie leichter abgebaut werden
und durch das Gewebe schneller absorbiert werden als Octylcyanoacrylat.
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Die
2-cyanoacrylester besitzen einen scharfen, stechenden Geruch und
sind lacrimogen, sogar bei sehr niedrigen Konzentrationen. Diese
Ester können
für die
Nase, den Rachen und das Auge bei Konzentrationen von bereits 3
ppm irritierend sein. Daher ist bei einem Einsatz der Klebstoffe
eine gute Belüftung äußerst wichtig,
und der Kontakt mit dem Auge oder anderen empfindlichen Körperteilen
muss vermieden werden, wenn Cyanoacrylat-Klebstoffe zum Wundverschluss
eingesetzt werden. Die ausgehärteten
2-cyanoacrylesterpolymere sind relativ nicht-toxisch, was sie für medizinische
Zwecke geeignet macht. Während
leichte Hautirritationen beobachtet werden können, gibt es keine Erkenntnisse
einer Sensitivierung oder Absorption der Cyanoacrylat-Klebstoffe
durch die Haut.
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Defekt- oder
Poren-bildendes Additiv für
den Klebstoff
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Cyanoacrylatester
bilden nach der Verfestigung eine dichte Struktur, was das Durchdringen
der Arzneistoffe, die innerhalb des Klebstoffes enthalten sind,
im Blut oder Gewebe verhindert. Die kontrollierte Freisetzung von
Arzneistoffen aus Cyanoacrylat-Klebstoffen wird typischerweise durch
einen oder mehrere der folgenden Wege erreicht: 1) biologischer
Abbau der Cyanoacrylate in Gegenwart von Enzymen aus Blut oder Geweben
um Wunden, wo die antiseptischen Klebstoffe aufgetragen werden;
2) Oberflächenrauigkeit
oder Poren, die durch eine nicht einheitliche Beschichtung der Klebstoffe
auf die Wunde entstehen; und 3) durch künstlich eingeführte Defekte
in der Klebstoff-Matrix, durch das Vermischen bestimmter hydrophiler
Materialien in den Klebstoff. Wenn das Wasser mit dem hydrophilen
Material in der Klebstoff-Matrix in Kontakt kommt, werden die Materialien
in das Wasser gelöst
und lassen Durchgänge
zurück.
Diese Durchgänge
erleichtern die kontrollierte Freisetzung der Arzneistoffe aus Mikrokapseln,
indem Wasser durch die Klebstoff-Matrix
hindurchdringen kann.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
wird die kontrollierte Freisetzung von Arzneistoffen aus der Klebstoff-Matrix
hauptsächlich
durch den Einsatz von künstlich
eingeführten
Defekten oder Poren erreicht. Solche Defekte können unter Verwendung von wasserlöslichen
Salzen, wie bspw. Natriumchlorid in Pulverform eingeführt werden.
Jedoch wird bei besonders bevorzugten Ausführungsformen Polyethylenglycol
(PEG) zu dem Klebstoff hinzugefügt,
um Defekte zu bilden, die für
die Durchführungen
für die
mikro-eingekapselten Arzneistoffe in der Klebstoff-Matrix sorgen,
wodurch die Freisetzungsrate der Arzneistoffe in dem verfestigten
Klebstofffilm erhöht
wird. PEG ist gegenüber
wasserlöslichen
Salzen im Allgemeinen bevorzugt, da mit ihm eine homogenere Mischung
mit Cyanoacrylat-Klebstoffen erreicht werden kann, als mit wasserlöslichen
Salzen wie Natriumchlorid.
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Defekte
oder Durchgänge
für die
Arzneistofffreisetzung aus einem verfestigten Klebstofffilm oder
-Matrix werden vorzugsweise durch das Hinzufügen von PEG mit einem durchschnittlichen
Molekulargewicht von 600 zu dem Cyanoacrylat-Klebstoff erreicht.
Während
Polyethylenglycol der bevorzugte Defekt-bildende Stoff ist, können Defekte
auch durch Hinzufügung
von irgendeinem geeigneten hydrophilen Material zu dem Cyanoacrylat-Klebstoff
gebildet werden. Geeignete hydrophile Materialien schließen wasserlösliche oder
wassermischbare Polymere mit ein, wasserlösliche Salze, wasserlösliche kleine
Moleküle,
wasserlösliche
natürliche Produkte,
Mischungen und Kombinationen daraus, und Ähnliches, sind jedoch nicht
hierauf beschränkt.
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Geeignete
wasserlösliche
Polymere schließen
die folgenden mit ein, sind jedoch nicht hierauf beschränkt: Polyethylenglycol
(PEG), Polyethylenglycolpropionaldehyd, Copolymere von Ethylenglycol/Propylenglycol,
Monomethoxy-Polyethylenglycol,
Carboxymethylcellulose, Dextran, Polyvinylalkohol (PVA), Polyvinylpyrrolidon,
Poly-1,3-dioxolan, Poly-1,3,6-trioxan, Ethylen/Maleinanhydridcopolymer,
Poly (R-Aminosäuren) (einschließlich sowohl
Homopolymere als auch zufällige
Copolymere), Poly(n-vinylpyrrolidon)polyethylenglycol, Polypropylenglycolhomopolymere
(PPG) und andere Polyalkylenoxide, Polypropylenoxid/Ethylenoxidcopolymere,
polyoxyethylierte Polyole (POG) (bspw. Glycerol) und andere polyoxyethylierte
Polyole, polyoxyethyliertes Sorbitol oder polyoxyethylierte Glucose,
Darmsäuren
oder andere Kohlenwasserstoffpolymere, Ficoll oder Dextran und Mischungen
daraus. Das eingesetzte wasserlösliche
Polymer ist vorzugsweise zur klinischen Verwendung zugelassen.
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Es
können
wasserlösliche
Polymere irgendeines geeigneten Molekulargewichts verwendet werden. Jedoch
ist es bevorzugt, dass das Molekulargewicht derart ausgewählt ist,
dass die Polymerkette ungefähr
die gleiche Länge
hat wie die des Cyanoacrylat-Klebstoffes, mit welchem es gemischt
wird. Mit PEG mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von
600 wird eine ausreichende Durchführung erzielt, wenn es mit
Super Glue gemischt wird.
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Die
oben diskutierten Ausführungsformen
beziehen sich auf Cyanoacrylat-Klebstoffe.
Die Verfahren bevorzugter Ausführungsformen,
nämlich
die Bildung von Poren oder Defekten durch das In-Lösung-Bringen einer
hydrophilen Komponente in der Klebstoff-Matrix, kann auch auf Klebstoffe
mit anderen chemischen Eigenschaften angewandt werden. Solche Klebstoffe
bilden vorzugsweise Matrices, die ähnlich zu denjenigen der ausgehärteten Cyanoacrylate
sind, d.h. Matrices, die in Abwesenheit von Additiven im Wesentlichen
nicht porös
sind, und die in Wasser im Wesentlichen unlöslich sind. Solche Klebstoffe
können
Epoxide, Harze und ähnliche
mit einschließen,
die im Stand der Technik hinreichend bekannt sind, sind jedoch nicht
hierauf beschränkt.
Solche Klebstoffe können
auch bei anderen Anwendungen wie Wundheilung und anderen medizinischen
Anwendungen nützlich
sein, d.h. Anwen dungen, bei welchen die kontrollierte Freisetzung
einer Substanz aus der Klebstoff-Matrix
unter Feuchtigkeits- oder Nässebedingungen
wünschenswert
ist.
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Bei
bestimmten Ausführungsformen
kann es ferner wünschenswert
sein, einen Klebstoff bereitzustellen, der keinen Arzneistoff enthält, der
jedoch schneller abgebaut oder zersetzt wird als der unergänzte Klebstoff.
Für solche
Anwendungen kann ein wie oben beschriebener Defekt-bildender Stoff
zu dem Klebstoff hinzugefügt
werden.
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Anti-Abbaustoffe
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Wasserlösliche saure
Materialien können
die Geschwindigkeit der Polymerisierung und die Abbauraten von Cyanoacrylaten
herabsetzen, wodurch möglicherweise
die Toxizität
von Cyanoacrylat-Klebstoffen reduziert wird. Daher kann es bei bestimmten
Ausführungsformen
bevorzugt sein, eine oder mehrere physiologisch akzeptable organische
oder anorganische Säuren
oder Salze von Säuren
in die Klebstoffformulierung einzubauen. Geeignete Säuren können fest
oder in flüssiger
Form vorliegen. Bevorzugt sind übliche
basische, dibasische oder höhere
organische Säuren,
einschließlich,
jedoch nicht hierauf beschränkt,
Malonsäure,
Mandelsäure,
Oxalsäure,
Milchsäure,
Lactobionsäure,
Fumarsäure,
Maleinsäure,
Tartarsäure,
Zitronensäure,
Ascorbinsäure
und Essigsäure.
Andere geeignete Säuren
schließen
physiologisch akzeptierbare Dihydrogenphosphate und Hydrogensulfate
mit ein, oder physiologisch akzeptable Salze von Phosphorsäuren (bspw.
Dihydrogenphosphate), Schwefelsäuren
(bspw. Dihydroschwefelsäure),
Halogenwasserstoffsäuren
(bspw. Salzsäuren),
und ähnliche.
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Geeignete
Salze von Säuren
schließen
physiologisch kompatible Alakali- oder Alkali-Erdmetallsalze mit
ein, insbesondere Natrium, Kalium oder Calciumsalze, ebenso wie
Ammoniumsalze, sind jedoch nicht hierauf beschränkt.
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Zusätzlich zu
ihrer Wirkung als Anti-Abbaustoffe, können die wasserlöslichen
sauren Materialien auch als Poren-bildende Stoffe agieren. Bei bestimmten
Ausführungsformen,
in welchen das saure Material als Poren-bildender Stoff fungiert,
kann es bevorzugt sein, einen zusätzlichen Poren-bildenden Stoff
vorliegen zu haben, bspw. Polyethylenglycol. Alternativ kann in
bestimmten Ausführungsformen
das saure Material zu einer Klebstoffformulierung insbesondere aufgrund
seiner Anti-Abbau-Aktivität hinzugefügt werden,
um einen Klebstoff mit reduzierter Toxizität zu gewinnen. Bei solchen
Ausführungsformen
kann der Klebstoff einen oder mehrere eines Poren-bildenden Stoffes,
Arzneistoffes oder irgendeine andere zusätzliche Substanz, wie oben
beschrieben, enthalten, oder auch nicht.
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Um
die Anti-Abbau-Aktivität über einen
verlängerten
Zeitraum aufrechtzuerhalten, kann es bevorzugt sein, das saure Material
zu dem Klebstoff in eingekapselter Form hinzuzufügen. Geeignete Einkapselungsverfahren
können
diejenigen darstellen, die oben für die Herstellung von mikro-eingekapselten
Arzneimitteln beschrieben wurden.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
schließen
wasserlösliche
saure Materialien Vitamin C (Ascorbinsäure), Zitronensäure und
Aspirin (Salicylsäure)
mit ein. Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen werden diese sauren
Materialien als Gelatine-Mikrokapseln bereitgestellt.
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Das
wasserlösliche
saure Material wird zu dem Cyanoacrylat vorzugsweise mit einer Konzentration von
0 Gew.-% bis mehr als ungefähr
30 Gew.-%, bevorzugter von ungefähr
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 oder 9 Gew.-% bis ungefähr 21, 22, 23, 24, 25, 26,
27, 28 oder 29 Gew.-% hinzugefügt,
und am bevorzugtesten von ungefähr 10
Gew.-% bis ungefähr
11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 oder 19 Gew.-%. Die optimale Konzentration
kann von der chemischen Zusammensetzung, Löslichkeit und Azidität des Materials
abhängen,
der chemischen Zusammensetzung des Cyanoacrylat-Klebstoffes, ferner
davon, ob die Säure
in verkapselter oder unverkapselter Form vorliegt, sowie von der
Freisetzungsrate der Säure,
wenn es in verkapselter Form vorliegt, und dem zu erreichenden erwünschten
Säuregrad.
Wenn die saure Substanz in verkapselter Form bereitgestellt werden soll,
ist es im Allgemeinen bevorzugt, dass die Mikrokapseln eine Größe von 2
Mikrometer oder weniger bis ungefähr 100 Mikrometer oder mehr
aufweisen, bevorzugter von ungefähr
5 Mikrometer bis ungefähr
60, 70, 80, oder ungefähr
90 Mikrometer, und am bevorzugtesten von ungefähr 10, 15, 20 oder 25 Mikrometern
bis ungefähr
35, 40, 45 oder 50 Mikrometern. Bevorzugte Einschluss-Wirksamkeiten liegen
bei 20 Gew.-% oder höher,
bevorzugter bei 35 Gew.-% oder höher,
und am bevorzugtesten von 50–80
Gew.-% oder höher.
Die Arzneistoffbeladung liegt vorzugsweise von ungefähr 1 Gew.-%
oder weniger bis 50 Gew.-% oder mehr, und bevorzugter von ungefähr 5 Gew.-%
bis ungefähr
20 Gew.-%.
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Formulierung
eines einen mikro-eingekapselten Arzneistoff enthaltenden Klebstoffes
-
Mikrokapseln,
die Arzneistoffe oder andere Substanzen enthalten, werden wie oben
beschrieben hergestellt. Um sicherzustellen, dass kein vorzeitiges
Aushärten
des Klebstoffes nach Hinzufügen
der Mikrokapseln auftritt, ist es wünschenswert, sicherzustellen,
dass die Mikrokapseln gründlich
getrocknet sind. Bei bevorzugten Ausführungsformen werden die Mikrokapseln
in Gegenwart eines Trockenmittels getrocknet, und noch bevorzugter
unter einem Vakuum. Nach der Trocknung werden die Mikrokapseln vorzugsweise
unter einer inerten Atmosphäre
mit hoher Reinheit, wie bspw. trockenem Stickstoff oder Argon, solange
aufbewahrt, bis sie zu dem Cyanoacrylat hinzugefügt werden. Da basische Verbindungen
die Polymerisierung von Cyanoacrylat-Klebstoffen katalysieren, ist
es wünschenswert,
die Mikrokapsel- und Klebstoffherstellung derart zu kontrollieren,
dass das Vorliegen solcher Verbindungen minimiert wird.
-
Die
Mikrokapseln und der Defekt-bildende Stoff kann auf jede geeignete
Art und Weise und in jeder geeigneten Reihenfolge zu dem unausgehärteten Cyanoacrylat-Klebstoff
hinzugefügt
werden. Allgemein ist es bevorzugt, den Defekt-bildenden Stoff zu
dem unausgehärteten
Cyanoacrylat-Klebstoff hinzuzufügen,
und anschließend
die Mikrokapseln zu der entstehenden Mischung hinzuzufügen. Um
eine homogene Mischung des Klebstoffes, des Defekt-bildenden Stoffes
und der Mikrokapseln zu bilden, kann jedes geeignete Mischverfahren
eingesetzt werden, wie bspw. mechanisches Rühren, Schütteln oder Beschallung. Dabei
ist es bevorzugt, wenn das Mischverfahren nicht zu einer wesentlichen
Beschädigung
der Mikrokapseln führt,
und zu der daraus resultierenden vorzeitigen Freisetzung der Arzneimittel
oder anderer darin enthaltenen Substanzen. Die Komponenten werden
vorzugsweise gemischt und unter einer Art inerten Atmosphäre gelagert,
oder in einem luftdichten Behälter
vor der Anwendung aufbewahrt.
-
Die
Mikrokapseln werden zu dem Klebstoff vorzugsweise hinzugefügt, um eine
Konzentration von weniger als ungefähr 5 Gew.-% bis mehr als ungefähr 30 Gew.-%
zu gewinnen, bevorzugter von ungefähr 6, 7, 8 oder 9 Gew.-% bis
ungefähr
21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28 oder 29 Gew.-%, und am bevorzugtesten
von ungefähr
10 Gew.-% bis ungefähr
11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 oder 19 Gew.-%. Die optimale Konzentration
kann von der Konzentration des Füllmaterials
in den Mikrokapseln abhängen,
ferner von der Art des eingesetzten Arzneistoffes, der erwünschten
Freisetzungsrate und dem Dosierungslevel des Arzneistoffes, der
Menge und Art des Defekt-bildenden
Additivs, das zu dem Cyanoacrylat hinzugefügt wird, sowie von dem Einkapselungsverfahren,
das zur Herstellung der Arzneistoff-Mikrokapseln verwendet wird.
Allgemein wird bevorzugt, dass der Wirkstoff – sei er eingebaut in eine
Mikrokapsel oder direkt zum Klebstoff hinzugefügt – im Klebstoff mit einer Konzentration
von weniger als ungefähr
5 Gew.-% bis mehr als ungefähr
30 Gew.-% vorliegt, bevorzugter von ungefähr 6, 7, 8 oder 9 Gew.-% bis
ungefähr
21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28 oder 29 Gew.-%, und am bevorzugtesten
von ungefähr
10 Gew.-% bis ungefähr
11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 oder 19 Gew.-%.
-
Das
wasserlösliche
Defekt-bildende Material wird zu dem Cyanoacrylat vorzugsweise mit
einer Konzentration von 0 Gew.-% bis mehr als ungefähr 30 Gew.-%
hinzugefügt,
bevorzugt davon ungefähr
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 oder 9 Gew.-% bis ungefähr 21, 22, 23, 24, 25, 26,
27, 28 oder 29 Gew.-%, und am bevorzugtesten von ungefähr 10 Gew.-%
bis ungefähr
11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 oder 19 Gew.-%. Die optimale Konzentration
kann von der chemischen Zusammensetzung und dem Molekulargewicht
des wasserlöslichen
Materials abhängen,
ferner von der chemischen Zusammensetzung des Cyanoacrylat-Klebstoffs,
dem Einkapselungsverfahren, das zur Herstellung der Arzneimittel-Mikrokapseln
eingesetzt wurde, sowie von der Freisetzungsrate und dem Dosierungslevel
des Arzneistoffes.
-
Im
Allgemeinen gilt, dass je mehr an Defekt-bildendem Stoff zu dem
Klebstoff hinzugefügt
wird, desto größer ist
die Freisetzungsrate des innerhalb des Klebstoffes enthaltenen Arzneistoffes. Ähnlich gilt,
dass je kleiner die Molekulargröße oder
das Molekulargewicht des wasserlöslichen
Defekt-bildenden Materials ist, desto größer ist die Freisetzungsrate.
-
Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Arzneimittel ein Antibiotikum, das Defekt-bildende Additiv
PEG und das Cyanoacrylat Octylcyanoacrylat. Das Antibiotikum ist
vorzugsweise in einer Mikrokapsel eingekapselt, die eine Gelatinehülle und
einen durchschnittlichen Durchmesser von ungefähr 4 μm aufweist.
-
Bei
bestimmten Ausführungsformen
kann es wünschenswert
sein, zusätzliche
Komponenten zu dem Klebstoff hinzuzufügen. Diese zusätzlichen
Komponenten können
Additive mit einschließen,
die üblicherweise bei
Cyanoacrylat-Klebstoffen verwendet werden, wie bspw. Stabilisatoren
und Elastomere, wie oben beschrieben. Andere Materialien können Fasern
mit einschließen,
die die Stärke
des ausgehärteten
Klebstoffs verbessern. Alternativ kann nachdem der Klebstoff auf
die Wunde aufgetragen wurde, jedoch bevor er vollständig ausgehärtet ist,
ein flexibler, gewobener oder nicht gewobener Stoff, oder ein anderes ähnliches
Folien-ähnliches
Material, auf die Oberfläche
des Klebstoffes aufgepresst werden. Der auf diese Weise an den Klebstoff gebundene
Stoff unterstützt
die Stärke
des ausgehärteten
Klebstofffilms.
-
Die
Klebstoffformulierungen bevorzugter Ausführungsformen können bei
irgendeiner Anwendung eingesetzt werden, bei welchen ein herkömmlicher
medizinischer Cyanoacrylat-Klebstoff eingesetzt wird. Die Klebstoffe
können
zum Verschluss innerer Wunden (bspw. bei einem Arterienschnitt)
eingesetzt werden, ebenso wie bei externen Wunden (wie bspw. bei
Hauteinschnitten, Wunden oder Einstichen). Wenn der Klebstoff bei
Verschluss von Arterienschnitten eingesetzt werden soll, ist es bevorzugt,
wenn der Klebstoff eine Bruchkraft über 250 mmHg aufweist. Jedoch
können
bei bestimmten Ausführungsformen
niedrigere Bruchkräfte
geeignet sein.
-
Beispiele
und vergleichbare Beispiele
-
Einkapselung
der Antibiotika
-
Penicillin-G-Natriumsalz
(im Nachfolgenden „Penicillin
G"), Sulfanilamidcristallsteril
(im Nachfolgenden „Sulfanilamid"), Cefalexin und
Gatifloxacin wurden als beispielhafte Arzneistoffe ausgewählt. Sulfanilamid und
Gatifloxacin wurden teilweise deswegen als Testsubstanzen ausgewählt, weil
deren sichtbare Ultraviolettspektren sich leicht von dem Hintergrundspektrum
unterscheiden lassen, die bei wässrigen
Salinelösungen beobachtet
werden, und teilweise, weil ihre wässrigen Lösungen bei Raumtemperatur stabil
sind.
-
Antiseptische
Mikrokapseln mit jedem der oben aufgelisteten Antibiotika wurden
durch die Herstellung einer wässrigen
Dispersion des Antibiotikums und Gelatine in flüssigem Wachs und kräftigem Rühren bei
60°C gewonnen.
Die Dispersion wurde unter Verwendung einfacher Mikroskopie beobachtet,
um sicherzustellen, dass die erwünschte
Partikelgröße erreicht
wird. Anschließend
wurde die Dispersion auf 5°C
abgekühlt,
wobei gleichzeitig weiter gerührt
wurde. Die Dispersion wurde dann mit Isopropanol gemischt und gefiltert,
um die Mikrokapseln zu gewinnen. Die Mikrokapseln wurden mit einer
Formalinlösung
behandelt, anschließend
wurde die Lösung
in einem Kühlschrank
24 Stunden gelagert. Die Lösung
wurde gefiltert, um die Mikrokapseln zu trennen, die anschließend gründlich getrocknet
wurden. Die resultierenden antibiotischen Mikrokapseln waren schwachgelb
und sphärisch
geformt, mit einem Durchmesser von ungefähr 10 bis 100 μm. Oberflächenaktive Stoffe
wie bspw. Poly(vinylalkohol) oder PluronicTM F68
können
eingesetzt werden, um die Mikrokapseln zu stabilisieren, und um
für eine
geeignete Partikelgrößenverteilung
zu sorgen. Eine enge Größenverteilung
der Mikrokapseln mit einer ausgewählten durchschnittlichen Partikelgröße kann
unter Verwendung herkömmlicher Screening-Verfahren
erreicht werden. Die Stabilität
der Dispersion der Mikrokapseln im Klebstoff hängt stark von der Partikelgröße ab.
-
Die
in den Gelatine-Mikrokapseln eingeschlossenen Antibiotika können unter
Verwendung von Infrarot-(IR)- und Ultraviolett-(UV)-Spektroskopie
untersucht werden. Kaliumbromid-Wafer mit jeweils Penicillin G, Gelatine
und Gelatine-Mikrokapseln
mit Penicillin G wurden unter Verwendung der IR-Spektroskopie untersucht.
Wie in 2 gezeigt, gibt es keine offensichtlichen Peaks,
die das Vorliegen von Penicillin G im Spektrum von Gelatine-Mikrokapseln
für Penicillin
G anzeigen würden.
Jedoch erzielt die UV-Spektren für
wässrige Extrakte
von jeweils Penicillin G, Gelatine und Gelatine-Mikrokapseln mit
Penicillin G einen bemerkenswerten Absorptionspeak für Penicillin
G beim Extrakt der Gelatine-Mikrokapseln mit Penicillin G (3).
Da die Durchdringungsfähigkeit
von Infrarotlicht in die nicht undurchsichtigen Mikrokapseln eher
schwach ist, wird dadurch nahegelegt, dass Penicillin G hauptsächlich im
Kern eingebaut ist, und nicht in der Hülle, was auf eine erfolgreiche
Mikroeinkapselung hindeutet.
-
Die
Freisetzung des Antibiotikums aus den Mikrokapseln wurde dadurch
untersucht, dass entweder Penicillin G oder Sulfanilamid-Mikrokapseln,
wie oben hergestellt, in eine physiologische Salinelösung bei
Körpertemperatur
eingetaucht wurden. Es wurde beobachtet, dass sich Penicillin G
während
des Freisetzungsprozesses zersetzte. Der wässrige Extrakt von Sulfanilamid
war bei Raumtemperatur stabil. 4 zeigt UV-Spektren
des Sulfanilamidextrakts bei 10, 50 und 105 Minuten, was die kontrollierte
Freisetzung des Sulfanilamids aus den Mikrokapseln zeigt.
-
Optimierung
der Mikrokapsel-Herstellungstechnik
-
Mikrokapseln,
die durch das Anfangsverfahren wie in dem vorherigen Abschnitt beschrieben,
hergestellt wurden, besaßen
eine relativ niedrige Einschlusseffizienz (< 10 %). Ihr Freisetzungsprofil, wie
in 6a dargestellt, folgte keinem Langzeitfreisetzungsmuster.
Das Freisetzungsmuster zeigt, dass ungefähr 80 % des gesam ten Arzneimittelinhalts
in 2 Minuten freigesetzt wurde, was nahe legt, dass das Arzneimittel
hauptsächlich
auf der Oberfläche
der Gelatinepartikel absorbiert war, anstatt in den Gelatinematrices
eingebaut zu sein.
-
Obgleich
nicht auf irgendeinen bestimmten Mechanismus eingeschränkt werden
soll, wird angenommen, dass die vernetzenden Schritte teilweise
für die
Einkapselungseffizienz verantwortlich sind. Als vernetzendes Medium
wurde eine Formaldehyd-Acetonlösung
eingesetzt, da Gatifloxacin eine relativ schwache Löslichkeit
zeigte und Gelatine nicht in einer Formaldehyd-Acetonlösung quillt.
Mikrokapseln mit einer deutlich höheren Einschlusseffizienz (50–80 %) wurden
unter Verwendung des modifizierten Verfahrens erhalten, und die Mikrokapseln
zeigten ein Langzeit-Arzneistofffreisetzungsprofil
wie in 6b gezeigt.
-
Mikrokapseln
mit einer höheren
Einschlusseffizienz können
durch Hinzufügung
von 1 Volumen einer wässrigen
Lösung
von Gatifloxacin (typischerweise ungefähr 1 bis 10 Gew.-%), Gelatine
(typischerweise ungefähr
20 Gew.-%) und Pluron F-68 (erhältlich
von Jinling Petroleum Chemical Co. Ltd. of China, typischerweise
vorliegend mit ungefähr
1 Gew.-% als Stabilisator) in 8 Volumen an flüssigem Paraffin (erhältlich von
Hangzhou Chemical Reagent Co. of China) unter kräftigem Rühren bei 60°C erhalten werden. Die Lösung wird
ca. 15 min gerührt
oder bis eine weißliche
Dispersion gebildet wird. Die Dispersion wird auf ungefähr 5°C abgekühlt und
für weitere
10 min gerührt,
um die volle Gelierung der Gelatinelösungtröpfchen zu induzieren. Anschließend wurden
30 ml einer kalten Formaldehyd-Acetonlösung (10 Gew.-%) zu dem System
hinzugefügt, und
anschließend
weitere 20 min gerührt,
währenddessen
die Vernetzung in den Mikrokapseln vollzogen wird. Die Suspension
wurde gefiltert und die gefilterten Mikrokapseln mit kaltem Aceton
gewaschen. Die Partikel wurden bei 40°C für 48 Stunden im Vakuum getrocknet,
wodurch schwachgelbe sphärische
antibiotische Mikrokapseln mit einer Größe von ungefähr 10–50 μm gewonnen
wurden.
-
Die
Effekte des Vernetzungsgrades auf das Freisetzungsprofil der Mikrokapseln
wurden untersucht, es wurde jedoch kein bedeutender Einfluss beobachtet.
Mit einer Vernetzungszeit von 20 Minuten konnte hinreichende Einkapselungseffizienzen
erzielt werden.
-
Herstellung unverkapselter,
Arzneimittel-enthaltender Klebstoffe
-
Klebstoffformulierungen,
die unverkapselte Antibiotika mit einschließen, wurden untersucht. Die
Arzneistoffe wurden 6 Stunden lang bei Raumtemperatur in Anwesenheit
von Phosphorpentoxid getrocknet, um restliches Wasser zu entfernen.
Die direkte Mischung der Arzneistoffe mit Cyanoacrylester wurde
in einer Trocknungskammer durchgeführt, geschützt durch eine Stickstoffatmosphäre mit hoher
Reinheit. Wenn Penicillin G mit Super Glue gemischt wurde, wurde
eine Agglomeration beobachtet, was auf die Initiation der Cyanoacrylat-Aushärtungsreaktion
durch Penicillin zurückzuführen sein
kann. Im Gegensatz zu Penicilllin G betrug die Haltbarkeit der Cyanoacrylat-Klebstoffe
in Gegenwart von Sulfanilamid mehr als 24 Stunden. Dies legt nahe,
dass das unausgehärtete
Cyanoacrylat gegenüber
Penicillin G sensitiver ist als gegenüber Sulfanilamid.
-
Herstellung
von Mikrokapsel-enthaltenden Klebstoffen
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Klebstoffformulierungen
mit eingekapselten Antibiotika wurden hergestellt. Die mit Antibiotika
beladenen Mikrokapseln wurden gründlich
unter Vakuum getrocknet, und anschließend gleichmäßig mit
Cyanoacrylat-Klebstoffen unter sauerstofffreien und wasserfreien
Bedingungen gemischt und anschließend verschlossen. Nach 24
Stunden wurde keine Agglomeration oder Verfestigung des Cyanoacrylesters
beobachtet, was nahe legt, dass die Mikrokapselung die unerwünschte chemische
Wechselwirkung zwischen dem Arzneistoff und Cyanoacrylestern effektiv
unterdrückt.
-
Kontrollierte
Freisetzung der Antibiotika
-
Proben
des Klebstoffs mit entweder eingekapselten Penicillin G oder uneingekapselten
Penicillin G wurden wie oben beschrieben, hergestellt. Die Verfestigung
der Klebstoffe wurde in feuchter Luft durchgeführt, so dass für eine beschleunigte
Verfestigung gesorgt wurde. Die verfestigten Klebstoffe mit einer
Dicke von ungefähr
1 mm wurden in kleine Stücke
geschnitten, die bei Raumtemperatur in eine physiologische Kochsalzlösung getaucht
wurden. Anschließend
wurden die wässrigen
Extrakte mit UV-Spektroskopie untersucht. Wie in 6 gezeigt,
konnte keine detektierbare Freisetzung von Penicillin G (entweder
eingekapselt oder uneingekapselt) aus dem verfestigten Klebstofffilm
beobachtet werden. Die fehlende Freisetzung könnte auf den dichten Hauptteil
des vernetzten Cyanoacrylesters zurückzuführen sein.
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Durch
die Reduzierung der Dicke des verfestigten Films werden eine größere Oberflächenrauheit
und größere Poren
gebildet, wodurch Durchgänge
für die
Freisetzung der Arzneimittel gebildet werden können. Proben eines Sulfanilamid-enthaltenden Klebstoffes
wurden auf Filterpapier aufgetragen, welches mit einer physiologischen
Salinelösung
mit Raumtemperatur getränkt
war. Die UV-Spektroskopie
der Extrakte der verfestigten Klebstoffe erzielte die charakteristische
Absorption von Sulfanilamid (7). Es wird
angenommen, dass die raue und poröse Oberfläche des Filterpapiers zu mehr
Defekten in dem verfestigten Klebstoff führt, welche sich nach Kontakt
mit dem Papier ergeben, was die Freisetzung der Antibiotika erleichtert.
-
Künstlich
gebildete Defekte – Natriumchloridpulver
-
Durchgänge für die Arzneistofffreisetzung
in einem dichten, verfestigten Klebstofffilm wurden durch Einsatz
von Poren-bildenden oder Defekt-bildenden Stoffen gebildet. Poly(ethylenglycol)
mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von 600 und Natriumchloridpulver
wurden hinsichtlich ihrer Geeignetheit als Defekt-bildende Stoffe ausgewählt und
getestet.
-
Wässrige Extrakte
der verfestigten Klebstoffe, die unter Verwendung von Natriumchlorid
hergestellt wurden, zeigten ein für Sulfanilamid charakteristisches
UV-Absorptionsspektrum.
Jedoch wurde eine breite Variation in der Freisetzungsrate bei unterschiedlichen
Teilen eines verfestigten Klebstofffilms beobachtet. In 8 werden
die Daten der Freisetzungsrate für
Extrakte aus zwei unterschiedlichen Abschnitten des Klebstofffilms
gezeigt. Diese Daten legen nahe, dass die Mischung aufgrund der
heterogenen Dispersion des Natriumchlorids im Klebstoff nicht einheitlich
ist.
-
Im
Gegensatz zu den für
Natriumchlorid beobachteten Ergebnissen zeigte ein mit PEG hergestellter Klebstoff
eine einheitlichere Freisetzungsrate. In 9 sind die
Daten der Freisetzungsrate für
Extrakte aus zwei unterschiedlichen Abschnitten des Klebstofffilms
gezeigt.
-
Klebstoffe
wurden mit Gatifloxacin-Mikrokapseln sowohl mit als auch ohne PEG
hergestellt. In 10 sind die Freisetzungscharakteristiken
von Gatifloxacin aus dem verfestigten Klebstofffilm gezeigt. Wie
bei den Versuchen mit Sulfonilamid bereits beobachtet wurde, erhöhte der
Einbau von PEG auch die Freisetzungsrate von Gatifloxacin in dem
verfestigten Klebstofffilm.
-
Obgleich
vorliegend sich nicht auf irgendeinen bestimmten Mechanismus eingeschränkt werden
soll, wird angenommen, dass, sobald der verfestigte Klebstoff eine
wässrige
Salinelösung
kontaktiert, PEG in dem festen Film in die wässrige Lösung gelöst wird, und Durchgangsporen
und Defekte hinterlässt.
Die in den Klebstoff eingeschlossenen Mikrokapseln werden hierdurch
direkt dem Wasser in den Kanälen
ausgesetzt, die durch den Defektbildner, d.h. dem PEG, ausgebildet
wurden. Dieser Prozess beschleunigt die Diffusion des Antibiotikums
in die Salinelösung.
Die 11a und 11b sind
SEM-Bilder der Oberfläche
eines verfestigten Klebstoffes mit 16,2 % PEG 600 vor der Extraktion
mit einer wässrigen
Lösung.
Die 12a und 12b sind SEM-Bilder
der Oberfläche
des gleichen Klebstoffes nach Extraktion mit einer wässrigen
Lösung.
Der verfestigte Klebstoff zeigt nach der Extraktion Brüche und
Risse, die vor der Extraktion nicht vorlagen.
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Mikrobiologisches
Essay der aus dem Klebstoff freigesetzten Antibiotika
-
Die
antibiotische Aktivität
unterschiedlicher verfestigter Klebstoffe wurde dadurch gemessen,
dass kleine Stücke
des verfestigten Klebstoffes in eine S. aureus-Bakterienkultur gegeben wurden. In 13 ist
der Effekt auf die bakterielle Kultur nach der Exponierung gegenüber Gatifloxacin
auf Filterpapier (untere linke Ecke) gezeigt, sowie gegenüber verfestigten
Klebstoffen, die lediglich PEG mit einschlossen, oder nur mikro-eingekapseltes
Gatifloxacin oder mikro-eingekapseltes Gatifloxacin mit PEG (in
Uhrzeigerrichtung von oben links des Bildes). Die Daten zeigen,
dass mit dem antibiotischen Klebstoff mit PEG die höchste Freisetzung erzielt
werden konnte.
-
Freisetzungsverhalten
von antibiotischen Klebstoffen mit Gatifloxacin-Mikrokapseln
-
Polymerisiertes
Cyanoacrylat bildet einen kompakten Film, der die Durchdringung
von Wasser in die Klebstoff-Matrix verhindern kann. Daher kann die
Freisetzung von Antibiotika aus einem gut gebildeten Polycyanoacrylat-Film
schwierig sein. Wie oben diskutiert, kann die Einführung von
PEG oder Poren in die Klebstoff-Matrix diesen Freisetzungsprozess
deutlich beschleunigen.
-
Der
Prozentsatz der Freisetzung für
unterschiedliche polymerisierte Cyanoacrylat-Filme, die Gatifloxacin-Mikrokapseln
enthalten, ist in 14 und 15 gezeigt.
Der Freisetzungsprozentsatz wurde basierend auf dem gesamten Arzneistoffgehalt
der Gatifloxacin-Mikrokapseln (6,7 Gew.-% Arzneistoffbeladung),
eingeschlossen in dem verfestigten Klebstofffilm, berechnet. Der
Mikrokapselinhalt (basierend auf dem Gesamtgewicht des verfestigten
Klebstoffes) der drei Filme in 14 (mit
jeweils 0 Gew.-%, 5,6 Gew.-% und 19 Gew.-% PEG) betrug jeweils 24
Gew.-%, 25 Gew.-% und 26 Gew.-%. Der Mikrokapselinhalt der Filme
in 15 betrug 25 Gew.-%. Die Dicke der verfestigten
Klebstofffilme in 14 und des dicken Films in 15 betrug
1 ± 0,1 mm.
Die Dicke des dünnen
Films in 15 betrug ungefähr 0,2 mm.
-
Die
in 14 gezeigten Daten legen nahe, dass das Vorliegen
von PEG in der Klebstoff-Matrix zu einer schnelleren Freisetzung
des Antibiotikums führt.
Die anfängliche
Freisetzungsrate steigt deutlich mit dem Anstieg in der PEG-Konzentration.
Obgleich vorliegend keine Einschränkung auf einen bestimmen Mechanismus
stattfinden soll, wird angenommen, dass das PEG innerhalb des verfestigten
antibiotischen Klebstoffes gelöst
wird, und die Durchgänge
verlässt,
wenn der Film mit Wasser in Berührung
kommt. Daher werden die Mikrokapseln, die in dem dichten Film eingeschlossen
sind, gegenüber
Wasser durch diese Durchgänge,
die durch das gelöste
PEG hinterlassen werden, exponiert. Dieser Prozess kann die Diffusion
von Wasser in den verfestigten Klebstoff und die Arzneistofffreisetzung
beschleunigen. Es wurde bemerkt, dass der Klebstoff mit 0 Gew.-%
PEG auch eine schwache Freisetzung zeigte. Es wird angenommen, dass
dies auf das Vorliegen von wenigen Defekten in dem verfestigten
Klebstoff zurückzuführen ist,
was zu der Arzneistofffreisetzung führte. Die Versuchsergebnisse
zeigten auch, dass die Arzneistofffreisetzung bedeutend beschleunigt
werden kann, wenn die Dicke des Klebstofffilms reduziert wird, wie
in 15 gezeigt ist. Die Daten zeigen, dass die Arzneistofffreisetzung
aus dem dünnen
Film mit einer Dicke von ungefähr
0,2 mm bedeutend schneller war als diejenige von dem dicken Film
mit einer Dicke von ungefähr
1 mm.
-
Es
wurde jedoch auch bemerkt, dass die Prozentsätze der Freisetzung für die Filme
der 14 und 15 unter
100 % ist. Es wird angenommen, dass eine bestimmte Menge der Mikrokapseln
fest durch Polycyanoacrylat eingekapselt sind, und daher keinen
Zugang zum Wasser erlangen konnten, bis die äußere Polycyanoacrylat-Hülle abgebaut
war.
-
Haltbarkeit
der Klebstoffe mit Mikrokapseln
-
Die
direkte Mischung von Methylcyanoacrylat (Super GlueTM)
mit trockenem Gatifloxacin-Pulver führte zur Verfestigung in ungefähr 3 Stunden
bei Raumtemperatur, und die Farbe des Cyanoacrylats verfärbte sich in
ein helles Grün,
was darauf hindeutet, dass etwas Gatifloxacin im Super GlueTM gelöst
wurde. Jedoch zeigte eine Mischung von mikro-eingekapselten Gatifloxacin
und Super GlueTM eine hervorra gende Stabilität. Die Haltbarkeit
unterschiedlicher Cyanoacrylat-Klebstoffe mit 25 Gew.-% Gatifloxacin-Mikrokapseln
(6,7 % Arzneimittelbeladung) ist in Tabelle 1 wiedergegeben.
-
-
Die
Daten zeigen, dass unterschiedliche Cyanoacrylate unterschiedliche
Reaktivitäten
besitzen, und daher unterschiedliche Haltbarkeiten. Typischerweise
besitzen die höheren
Alkylestercyanoacrylate eine niedrigere Reaktivität und eine
längere
Haltbarkeit als die niederen Alkylestercyanoacrylate. Die Aufbewahrungstemperatur
hat ebenfalls einen bedeutenden Effekt auf die Haltbarkeit der Klebstoffe.
Mit abnehmender Lagerungstemperatur konnte die Haltbarkeit bedeutend
verlängert
werden. Daher ist eine kühle
Lagerung der antibiotischen Cyanoacrylat-Klebstoffe mit Gatifloxacin-Mikrokapseln
bevorzugt und eine Verpackung in einzelnen Chargen.
-
Zusätzlich zu
der chemischen Zusammensetzung des Cyanoacrylats und der Lagerungstemperatur kann
die chemische Zusammensetzung oder Konzentration des Poren-bildenden
Stoffes oder der Verpackungsprozess und das Behältnis, auch einen bedeutenden
Effekt auf die Haltbarkeit der Klebstoffe mit Mikrokapseln besitzen.
-
Wie
in 15 gezeigt, kann das Hinzufügen von PEG die Freisetzung
des eingeschlossenen Arzneistoffes beschleunigen. Jedoch kann PEG
einen nachteiligen Effekt auf die Stabilität der Cyanoacrylat-Klebstoffe
haben. Daher ist es bevorzugt, eine kleine Menge an PEG (typischerweise
ungefähr
5 Gew.-% oder weniger) zu benutzen, wenn der Klebstoff in eine einzelne
Packung verpackt werden soll. Jedoch kann PEG durch andere Poren-bildende
Materialien ersetzt werden, um die Haltbarkeit der Klebstoffe zu
verlängern.
Wasserlösliche
saure Materialien, wie Vitamin C, Zitronensäure und Aspirin, sind als Poren-bildende
Stoffe bevorzugt, da saure Substanzen die Polymerisierung und die
Abbauraten der Cyanoacrylate verlangsamen und daher möglicherweise
die Toxizität
der Cyanoacrylat-Klebstoffe reduzieren können.
-
Alternativ
kann eine getrennte Packung für
antibiotische Klebstoffe eingesetzt werden, wodurch die Lagerungsinstabilität minimiert
wird. Eine getrennte Packung ist eine Packung, in welcher der Cyanoacrylat-Klebstoff
und der Poren-bildende Stoff und/oder das mikro-eingekapselte Arzneimittel
in unterschiedlichen Kompartementen aufbewahrt und kurz vor Gebrauch
gemischt werden. Wenn eine solche Verpackung eingesetzt wird, kann
der Gehalt an PEG (oder anderen Poren-bildenden Materialien) erhöht werden,
um eine hinreichende Freisetzungsrate und einen höheren Freisetzungsprozentsatz
zu erreichen.
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Das
Vorliegen von Spurenmengen an basischen Substanzen, wie Wasser und
Alkohol, kann hinreichend sein, um die Polymerisierung von Cyanoacrylat-Klebstoffen
anzustoßen
(siehe T. M. Brumit, „Cyanoacrylate
adhesives – when
should you use them?",
Adhesives Age, February 1975, 17-22). Daher ist es bevorzugt, dass
die vorliegende Menge an basischen Substanzen in der Mischung des
Cyanoacrylats und der Mikrokapsel auf einem Minimum gehalten wird.
Daher kann der Verpackungsprozess für die resultierende Stabilität der antibiotischen
Klebstoffe eine Rolle spielen. Mit Verpackungsprozessen, die basische
Substanzen, einschließlich
Wasser effektiv eliminieren, können
Produkte mit einer längeren
Haltbarkeitsdauer erzielt werden. Auch das Behältnis kann ein Faktor für die Haltbarkeit
sein. So können
bspw. luftdichte Metallbehältnisse
für die
beste Lagerungsstabilität
sorgen, wobei auch Polyethylenflaschen oder Glasampullen hinreiche
Behältnisse
darstellen können.
-
Es
ist typischerweise recht schwer, eine hinreichende Haltbarkeit von
Cyanoacrylat-enthaltenden antibiotischen Mikrokapseln in einer einzelnen
Packung zu erreichen. Daher ist es allgemein bevorzugt, eine getrennte
Verpackungsform zu verwenden, wie schematisch in 16 gezeigt
ist. Die Cyanoacrylat und Mikrokapseln sind in unterschiedlichen
Behältnissen
getrennt, welche kurz vor einem Einsatz leicht miteinander gemischt
werden können.
Eine solche Verpackungsform kann zu einer hinreichenden Lagerungsstabilität führen, ohne
den Verlust der Handhabungseinfachheit. Cyanoacrylat wird typischerweise
in einer verschlossenen Ampulle aufbewahrt. Die mit einem trockenen
Arzneimittel-beladenen Mikrokapseln und geeignete Additive, wie PEG
und Vitamin C, werden in einer mit einer Kappe versehenen Spritze
aufbewahrt. Um den Klebstoff für
die Verwendung vorzubereiten, wird die Verschlusskappe der Spritze
entfernt und die Ampulle, die den Klebstoff enthält, geöffnet. Das Cyanoacrylat wird
in die Spritze gezogen und darin geschüttelt, um den Klebstoff und die
Mikrokapseln gründlich
zu mischen. Die so erhaltene Mischung kann durch eine Nadel mit
geeigneter Größe ausgespritzt
werden. Wenn die Verschlusskappe wieder auf die Spritze gesetzt
wird, kann die Mischung ihre Fluidität für einen bestimmten Zeitraum
aufrechterhalten, typischerweise für 4 oder mehr Stunden. Es wird angenommen,
dass mit einer getrennten Verpackung nicht nur eine viel längere Haltbarkeit
erreicht werden kann, sondern dass damit auch die Produktionskosten
gesenkt werden können,
da die Vorbehandlung (insbesondere der Trocknungsprozess) der Mikrokapseln
und der Behältnisse
vereinfacht werden kann.
-
Herstellung
von Dexamethasonnatriumphosphat-Gelatine-Mikrokapseln und die Freisetzung
von DSP aus verfestigten Klebstoffen mit DSP-Mikrokapseln
-
Dexamethasonnatriumphosphat
(DSP)-Gelatine-Mikrokapseln wurden nach dem optimierten Gelatine-Mikrokapsel-Verfahren
unter Verwendung einer Formaldehyd-Aceton-vernetzenden Lösung, wie
oben beschrieben, hergestellt. In den 17a und 17b sind optische Mikroskopbilder der entstehenden
DSP-Gelatine-Mikrokapseln
gezeigt. Die DSP-Konzentration in der Gelatinelösung ist vorzugsweise nicht
größer als
1 Gew.-%. Wenn die DSP-Konzentration in der Gelatinelösung größer als
1 % ist, steigt die Viskosität
der Dispersionsphase bedeutend an, was zu unerwünscht großen (> 500 Mikrometer) Mikrokapseln führt. Siehe
R. Arshady, „Microspheres
and Microcapsules: A Survey of Manufacturing Techniques. Part 1:
Suspension Cross-Linking," Polym.
Eng. and Sci., Dezember 1989, Vol. 29, Nr. 24, 1746-1758. Bei derart
niedrigen Konzentrationen war die Arzneistoffbeladung der resultierenden
DSP-Mikrokapseln niedrig. Jedoch war die Einschlusseffizienz ausreichend,
wie die Daten für
vier unterschiedliche Chargen von DSP-Mikrokapseln (DSP-MC1, DSP-MC2, DSP-MC3
und DSP-MC4), gezeigt in Tabelle 2, zeigen. Darüber hinaus zeigte das Freisetzungsprofil
von DSP-Mikrokapseln die Eigenschaft einer kontrollierten Langzeitfreisetzung,
wie in 18 dargestellt ist.
-
-
Da
sich die UV-Spektren von DSP und der extraktiven Lösung von
Super GlueTM bei 240 nm überlappten, wurde das Freisetzungsverhalten
von Cyanoacrylat-Klebstoffen
mit DSP-Mikrokapseln mittels HPLC anstelle der UV-Spektroskopie
untersucht. Es wurde herausgefunden, dass sich DSP-Mikrokapseln
schrittweise in einer wässrigen
Lösung
zersetzten und dass deren charakteristischer Peak im HPLC-Spektrum bei einer Retentionszeit
von 10,7 min stetig abnahm und ein Peak bei 14,4 min erschien, der
mit zunehmendem Zersetzungsprozess wuchs. 19a zeigt
das HPLC-Chromatogramm einer DSP-Mikrokapsellösung, die exakt vor der HPLC-Testung hergestellt
wurde, wohingegen 19b das HPLC-Chromatogramm
einer DSP-Mikrokapsellösung
zeigt, das einen Monat vor HPLC-Testung hergestellt wurde. Der Peak
mit einer Retentionszeit von 14,4 min in 19b ist
dem Zersetzungsprodukt von DSP zuzuschreiben, und seine Fläche variiert
mit der Lagerungszeit der wässrigen
DSP-Lösung.
-
Das
HPLC-Chromatogramm einer extrahierten Lösung von verfestigtem Super
GlueTM-Film mit DSP-Mikrokapseln ist in 19c gezeigt. Bei 10, 7 min kann der Peak
beobachtet werden, was auf die Freisetzung von DSP hindeutet. Der
Peak bei 14,4 min kann ebenfalls beobachtet werden, was darauf hindeutet, dass
ein Teil des DSP während
der Lagerung der extrahierten Lösung
zersetzt wurde.
-
Es
wird bemerkt, dass, wenn effektivere Dispergierungsverfahren, wie
bspw. eine Ultraschallbehandlung, das Mischen mittels eines Vortex
und ähnliche,
zur Herstellung von Mikrokapseln verwendet werden, die Partikelgröße vermutlich
reduziert werden kann, und die Arzneistoffbeladung der DSP-Gelatine-Mikrokapseln ohne
einen unerwünschten
Anstieg in der Größe gesteigert
werden kann. Ein Absinken in der Mikrokapselgröße kann zu einer besseren mechanischen
Stärke
der verfestigten, Mikrokapsel-enthaltenden Cyanoacrylat-Klebstofffilme
führen.
-
Reduktion der Abbauraten
von 2-Cyanoacrylat-Klebstoffen
-
Bei
der Verwendung von 2 Cyanoacrylaten in medizinischen Anwendungen
kann deren biologische Abbaubarkeit und der Mechanismus des Abbaus
für deren
Wirksamkeit eine Rolle spielen. Der vorgeschlagene Abbaumechanismus
für Poly(2-cyanoacrylat) schließt zwei
mögliche
Wege mit ein, wie nachstehend gezeigt ist. Der erste Mechanismus
ist ein Abbau des Grundgerüsts,
der einer umgekehrten Knoevenagel-Reaktion folgt, was zu Formaldehyd
und Alkylcyanoacetat führt.
Der andere Weg ist eine Esterspaltung durch Seitenkettenhydrolyse,
was zu Poly(2-cyanoacylsäure)
und Alkohol führt.
-
-
Der
zweite Weg scheint der Hauptmechanismus zu sein. Die Abbaurate hängt von
der Temperatur, dem pH-Wert des Mediums, dem Enzymgehalt und der
Länge der
Alkylketten ab, und die Toxizität
ist überwiegend
auf die Aufbauraten bezogen. Wenn die Abbaurate eines verfestigten
Cyanoacrylat-Klebstoffes zu einem solchen Ausmaß abgesenkt wird, dass die
Abbauprodukte sofort metabolisiert werden, kann der Klebstoff die Anforderung
für eine
medizinische Anwendung erfüllen.
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Die
Abbaurate senkte sich mit einem Absenken in der Temperatur und dem
pH-Wert des Mediums, und mit einem Anstieg in der Ester-Seitenkettenlänge. Unterschiedliche
Arten von Enzymen und Additiven können den Abbau von Poly(2-cyanoacrylat)
beschleunigen oder verhindern. So kann bspw. Esterase den Abbau
beschleunigen, und Superoxiddismutase, Indomethacin und Acetylsalicylsäure den
Abbau verzögern.
Daher können
Butyl- und Octyl-2-cyanoacrylat-Klebstoffe für die medizinische Verwendung
ausgewählt
werden, und die Cytotoxizität
der Klebstoffe kann durch eine Anpassung des pH-Werts und/oder des
Enzymgehalts, sowie durch Hinzufügen
von bestimmten Additiven reduziert werden.
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Da
die Abbaurate von Poly(2-cyanoacrylat) in einem Medium mit einem
pH-Wert von < 7
deutlich reduziert ist, ist es bevorzugt, bestimmte mikroeingekapselte
und physiologisch akzeptierbare saure Materialien zu den Cyanoacrylat- Klebstoffen hinzuzufügen, um
die Abbaurate und die langfristige Toxizität zu reduzieren. Daher wurden
Ascorbinsäure
(Vitamin C) Gelatine-Mikrokapseln hergestellt und das Freisetzungsverhalten qualitativ
untersucht. Das Verfahren zur Herstellung von Ascorbinsäure-Gelatine-Mikrokapseln
ist oben beschrieben, mit der Ausnahme, dass eine N2-Atmosphäre angewandt
wurde, um eine unerwünschte
Oxidierung von Vitamin C zu vermeiden. Die Freisetzung von Vitamin
C aus verfestigten Vitamin C-Gelatine-Mikrokapseln-enthaltenden
Klebstofffilmen wurde durch UV-Spektrometrie untersucht. Das Spektrum,
gezeigt in 20, zeigt, dass die saure Umgebung
des verfestigten Klebstofffilms auf diese Art und Weise aufrechterhalten
werden kann.
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Die
experimentellen Daten zeigen die Geeignetheit eines medizinischen
Cyanoacrylat-Klebstoffes mit einer antibiotischen Funktion. Das
Herstellungsverfahren solcher antibiotischen Mikrokapseln spielt
bei der Wirksamkeit des Klebstoffes eine Rolle. Um eine hohe Einschlusseffizienz,
eine vernünftige
Arzneistoffbeladung sowie eine kontrollierbare Mikrokapselgröße sicherzustellen,
kann die Herstellungstechnik für
unterschiedliche Antibiotika variiert werden. Gatifloxacin-Gelatine-Mikrokapseln
im Größenbereich
von 10–50
Mikrometern mit 50–80
% Einschlusseffizienz und 5–20
% Arzneistoffbeladung, die durch das Herstellungsverfahren unter
Verwendung einer Formaldehyd-Aceton-vernetzenden Lösung hergestellt
wurden, bieten im Allgemeinen eine hinreichende Wirksamkeit.
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Die
Versuchsdaten zeigen auch, dass die Mischung einer Menge an PEG
in ein Cyanoacrylat-Klebstoff die Freisetzungsrate von Medikamenten
im verfestigten Film erhöhen
kann. Die mechanische Stärke
eines verfestigten Mikrokapsel-enthaltenden Cyanoacrylat-Klebstofffilms
kann bedeutend reduziert werden, wenn der PEG-Gehalt 30 Gew.-% überschreitet,
so dass bevorzugt ist, wenn das PEG mit einer Konzentration von 30
Gew.-% oder weniger vorliegt. Der Test für die Aufbruchstärke von
Super GlueTM mit Mikrokapseln (20 Gew.-%)
und PEG (20 Gew.-%) war gut (Aufbruchstärke > 350 mmHg). Typischerweise ist die mechanische Stärke von
Methylcyanoacrylat (Super GlueTM) größer als
diejenige von Butyl- oder Octylcyanoacrylat.
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Wenn
2-Cyanoacrylate für
medizinische Anwendungen verwendet werden, kann ihre biologische
Abbaubarkeit und der Mechanismus des Abbaus für die Wirksamkeit des Klebstoffes
bedeutend sein. Die Abbaurate hängt
hauptsächlich
von der Temperatur, dem pH-Wert des Mediums, dem Enzymgehalt und
der Länge der
Alkylketten ab. Die Toxizität
ist zum großen
Teil mit den Abbauraten verbunden. Wenn die Abbaurate des verfestigten
Cyanoacrylat-Klebstoffes zu einem solchen Ausmaß absank, dass die Abbauprodukte
sofort verstoffwechselt werden, kann im Allgemeinen der Klebstoff
aufgrund seiner niedrigen Toxizität auch intern verwendet werden.
Basierend auf der Tatsache, dass die Abbaurate von Poly(2-cyanoacrylat)
in einem Medium mit einem pH-Wert < 7
bedeutend reduziert ist, kann ein Cyanoacrylat-Klebstoff mit Ascorbinsäure-Gelatine-Mikrokapseln
bevorzugt sein. Die Hinzufügung
von sauren Substanzen (Vitamin C, Zitronensäure, und Ähnliches) in Cyanoacrylat-Klebstoffe kann deren
Polymerisierung und Abbau verzögern,
und dadurch deren Toxizität
absenken, so dass Butyl- oder Ohylcyanoacrylat-Klebstoffe die Anforderung
an eine innere medizinische Verwendung erfüllen können. Die Hinzufügung von
sauren Substanzen zu einem Ethylcyanoacrylat-Klebstoff (Krazy GlueTM) machen diesen auch für medizinische Verwendungen,
wie bspw. das Binden von Hautwunden, geeignet, was die Kosten medizinischer
Klebstoffe senken kann, da die Kosten von Ethylcyanoacrylat bedeutend
niedriger sind als diejenigen für
Butyl- oder Octylcyanoacrylat.
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Die
Haltbarkeitsdauer von Cyanoacrylat-Klebstoffen, die mit antibiotischen
Mikrokapseln in einer einzigen Packung gemischt sind, können begrenzt
sein, und die Hinzufügung
von PEG kann nachteilige Effekte auf die Lagerungsstabilität von Cyanoacrylat
besitzen. Eine getrennte Verpackung für antibiotische Klebstoffe gewährleistet
eine kostengünstige
und effektive Lösung,
um eine hinreichende Haltbarkeitsdauer zu erreichen, ohne die Handhabungseinfachheit
zu verlieren. Auf diese Weise wird auch eine höhere Flexibilität erreicht,
da unterschiedliche Kombinationen von Cyanoacrylat und Arzneistoff-beladenen
Mikrokapseln und/oder Additiven einfach angewendet werden kann,
um unterschiedliche praktische Anforderungen zu erfüllen.
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Die
oben stehende Beschreibung offenbart mehrere Verfahren und Materialien
für die
vorliegende Erfindung. Die Erfindung kann Modifizierungen hinsichtlich
der Verfahren und Materialien unterzogen werden, ebenso wie Änderungen
in den Herstellungsverfahren und der Ausrüstung. Solche Modifizierungen
werden den Fachleuten unter Berücksichtigung
dieser Offenbarung oder durch Ausführung der hierin beschriebenen Erfindung
offensichtlich werden. Daher soll diese Erfindung nicht auf die
hierin offenbarten spezifischen Ausführungsformen beschränkt sein,
sondern soll alle Modifizierungen und Alternativen abdecken, die
innerhalb des wahren Rahmens der Erfindung liegen, wie in den beigefügten Ansprüchen ausgeführt.