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Diese
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Produktivität eines
Antibiotikums in einem Bakterium durch Einführen einer Wirkstoffresistenz
in das Bakterium. Genauer gesagt betrifft die vorliegende Erfindung
die Verbesserung des Antibiotikums durch Einführen von kombinierten wirkstoffresistenten
Mutationen auf das Bakterium.
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TECHNISCHER
HINTERGRUND
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„Sekundäre Metaboliten" wurde ursprünglich von
Pflanzenphysiologen zur Klassifizierung von botanischen Wirkstoffen
(z. B. Farbstoffen, Duftstoffen und Arzneistoffen) ohne offensichtliche
Funktion in den Pflanzen verwendet, die sie bildeten. Er umfasst
nun eine heterogene Gruppe von Verbindungen, normalerweise mit relativ
niedriger Molekularmasse, die hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, von
Organismen ohne Nervensystem produziert werden (d. h. Bakterien,
Pilzen und Pflanzen). Der Begriff sekundärer Metabolismus wurde von
Mikrobiologen in den 1960ern entwickelt, wobei das Hauptaugenmerk
auf Antibiotika und anderen bioaktiven mikrobiellen Produkten lag
(Bently, R. et al., Annu. Rev. Microbiol. (1999) 53: 411–446).
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Es
ist gut bekannt, dass Mitglieder der Gattung Streptomyces eine große Vielzahl
Antibiotika und weitere Klassen von biologisch wirksamen sekundären Metaboliten
produzieren. Die Gattung Streptomyces gehört zur Ordnung Actinomycetales.
Im Allgemeinen bedeutet die Ordnung Actinomycetales Actinomyceten.
Actinomyceten bilden über
60 % der bekannten sekundären
Metaboliten, die von Mikroorganismen produziert werden, und von
diesen werden fast 80 % von Mitgliedern von der Gattung Streptomyces
hergestellt, wobei andere Gattungen zahlenmäßig hinterher hinken (Kieser,
T. et al., Practical Streptomyces Genetics (2000): 10–11).
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Die
meisten klinisch angewendeten Antibiotika wurden zunächst aus
den Metaboliten von Mikroben isoliert, einschließlich Bakterien, Pilze und
Actinomyceten, wobei Streptomyces als die effektivsten Produzenten
bekannt sind. Die genetische Rekombination und Manipulation in Streptomyces
wurde etabliert von D.A. Hopwood und seinen Mitarbeitern (Hopwood
et al., Genetic Manipulation of Streptomyces, a laboratory manual,
1985). Bishert wurde die Behandlung mit Mutagenen und das Screenen
der resultierenden Klone wiederholt und als Verfahren zur Verbesserung
von Antibiotika produzierenden Streptomyces angewendet, und lieferte gute
Ergebnisse. Dieses Verfahren hat jedoch einige nachteilige Eigenschaften
wie Arbeitsaufwand, Zeitaufwand, hohe Kosten, schlechte Reproduzierbarkeit
und niedrige Frequenz, usw. Die gegenwärtigen angestrebten Verfahren
zur Verbesserung von Stämmen
sind genetische Rekombination und Manipulation, die eine wichtige
Technik in der Stammverbesserung darstellen, wie Protoplastenfusion,
Strukturgenamplifikation, Klonen von regulatorischen Genen und Resistenzgenen
(Ikeda et al., Actinomycetologica 1991, 5: 86–99). Offensichtlich erfordern
diese Verfahren eine bessere Kenntnis der Biochemie und Genetik
der Antibiotikabildung.
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Wie
oben beschrieben wurden einige Verfahren zur Verbesserung von Stämmen erfunden
und in der Fermentationsindustrie angewendet. Es ist bekannt, dass
die Produktivität
von Actinorhodin in Streptomyces coelicolor verbessert werden kann,
indem in diese Streptomycin-Resistenz
eingeführt
wird (Protein, Nucleic Acid, Enzyme, Band 44, Nr. 13, Seite 1967–1974 (1999);
Kagaku to Seibutsu, Band 37, Nr. 11, Seite 731–737 (1999)). Es wurde jedoch
bisher noch kein Bericht betreffend effektivere Verfahren zur Erhöhung der
Produktivität
der sekundären
Metaboliten abgegeben.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines
Verfahrens zur Erhöhung
der Produktivität
des sekundären
Metaboliten durch einen Mikroorganismus in einer arbeitssparenden,
zeitsparenden, hocheffizienten und semi-rationellen Weise, die anwendbar
ist für
die Stämme
ohne über
mehr Wissen über beispielsweise
die Antibiotika-Biochemie
und -Genetik.
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Um
die oben beschriebene Aufgabe zu lösen haben die Erfinder umfangreiche
Studien durchgeführt und
die folgenden unerwarteten neuen Befunde erhalten. D. h., die Actinorhodin-Produktivität in Streptomyces coelicolor
kann verbessert werden, indem eine Resistenz gegen zwei oder mehr
Antibiotika eingeführt
wird wie: Streptomycin, Geneticin, Gentamicin und Rifampicin. Jedes
Antibiotikum besitzt die Fähigkeit,
die Produktivität
durch Induzieren der jeweiligen Mutationen zu erhöhen. Durch
Verwendung einer Streptomycin-resistenten Mutante als Ausgangsstamm
kann die Produktivität
an Actinorhodin weiter durch Einführung einer weiteren Antibiotika-Resistenz
Mutation wie: Geniticin-Resistenz,
Gentamicin-Resistenz oder Rifampicin-Resistenz-Mutation erhöht werden,
was bedeutet, dass doppelte Mutationen (Streptomycin und Geniticin,
Strepotymicin und Gentamicin, Streptomycin und Rifampicin, komibinierte
Resistenzmutationen) kontinuierlich die Produktivität an Actinorhodin
erhöhen
können.
Schließlich
konnte durch Einführung
der Rifampicin-Resistenz-Mutation in die doppelten (Streptomycin
und Gentamycin) Mutanten die Produktivität noch weiter erhöht werden. Es
wurde bestätigt,
dass durch eine kombinierte Einführung
von drei Antibiotika-Resistenz-Mutationen die Produktivität an Actinorhodin
in Streptomyces coelicolor kontinuierlich schrittweise erhöht werden
konnte und ein hohes Produktionsniveau erreichen konnte.
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Die
vorliegende Erfindung wurde basierend auf den oben beschriebenen
neuen Befunden gemacht.
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Daher
stellt die vorliegende Erfindung bereit:
- (1)
Ein Verfahren zur Erhöhung
der Produktivität
eines Antibiotikums in einem Bakterium durch Einführen einer
Resistenz gegen zwei oder mehr Antibiotika in das Bakterium.
- (2) Verfahren zur Herstellung eines Bakteriums mit einer erhöhten Produktivität für ein Antibiotikum,
welches die Schritte umfasst: Einführen einer Resistenz gegen
zwei oder mehr Antibiotika in dieses Bakterium durch Kultivieren
davon in ein Medium, welches die Antibiotika enthält, wobei
die Konzentration der Antibiotika größer ist als die MIC der Antibiotika
gegen das ursprüngliche
Bakterium, und Isolieren von Kolonien, die in dem Medium wachsen
können.
- (3) Verfahren wie in den obigen Punkten (1) oder (2) beschrieben,
wobei das Bakterium zu der Gattung gehört, die ausgewählt wird
aus der aus Streptomyces, Bacillus und Pseudomonas bestehenden Gruppe.
- (4) Verfahren wie in den obigen Punkten (1) oder (2) beschrieben,
wobei das Bakterium ausgewählt
wird aus der aus Streptomyces coelicolor, Streptomyces lividans,
Streptomyces antibioticus, Streptomyces chattanoogensis, Bacillus
subtilis, Bacillus cereus und Pseudomonas pyrrocinia bestehenden
Gruppe.
- (5) Verfahren wie in den obigen Punkten (1) oder (2) beschrieben,
wobei das Antibiotikum ausgewählt
wird aus der aus ribosomale Proteineangreifenden Antibiotika, ribosomale
RNA angreifenden Antibiotika und RNA-Polymerase angreifenden Antibiotika
bestehenden Gruppe.
- (6) Verfahren wie in den obigen Punkten (1) oder (2) beschrieben,
wobei das Antibiotikum ausgewählt
wird aus der aus Streptomycin, Geniticin, Gentamicin und Rifampicin
bestehenden Gruppe.
- (7) Verfahren zur Herstellung eines Antibiotikums, welche die
Schritte umfasst
Kultivieren eines Bakteriums mit einer Resistenz
gegen mindestens zwei Antibiotika, welches eine erhöhte Produktivität des Antibiotikums
verglichen mit dem ursprünglichen
Bakterium aufweist, in einem Medium, Bildung und Akkumulation eines
Antibiotikums, und
Isolieren des Antibiotikums daraus.
- (8) Verfahren wie im obigen Punkt (7) beschrieben, wobei das
Bakterium zu der Art gehört,
die ausgewählt wird
aus der aus Streptomyces, Bacillus und Pseudomonas bestehenden Gruppe.
- (9) Verfahren wie im obigen Punkt (7) beschrieben, wobei das
Bakterium ausgewählt
wird aus der aus Streptomyces coelicolor, Streptomyces lividans,
Streptomyces antibioticus, Streptomyces chattanoogensis, Bacillus
subtilis, Bacillus cereus und Pseudomonas pyrrocinia bestehenden
Gruppe.
- (10) Verfahren wie im obigen Punkt (7) beschrieben, wobei das
Antibiotikum ausgewählt
wird aus der aus ribosomale Proteine angreifenden Antibiotika, ribosomale
RNA angreifenden Antibiotika und RNA-Polymerase angreifenden Antibiotika.
- (11) Verfahren wie im obigen Punkt (7) beschrieben, wobei das
Antibiotikum ausgewählt
aus der aus Streptomycin, Geniticin, Gentamycin und Rifampicin bestehenden
Gruppe.
- (16) Ebenfalls offenbart wird ein Mikroorganismus mit einer
erhöhten
Produktivität
am sekundären
Metaboliten verglichen mit dem ursprünglichen Stamm davon, welcher
nach den obigen Verfahren aus Punkt (1) oder (2) hergestellt wird.
- (17) Der oben in (16) beschriebene Mikroorganismus, wobei der
Mikroorganismus ein Bakterium ist.
- (18) Der im obigen Punkt (16) beschriebene Mikroorganismus,
wobei der Mikroorganismus zu der Gattung gehört, die ausgewählt wird
aus der aus Streptomyces, Bacillus und Pseudomonas bestehenden Gruppe.
- (19) Der Mikroorganismus wie im obigen Punkt (16) beschrieben,
wobei der Mikroorganismus ausgewählt wird
aus der aus Streptomyces coelicolor, Streptomyces lividans, Streptomyces
antibioticus, Streptomyces chattanoogensis, Bacillus subtllis, Bacillus
cereus und Pseudomonas pyrrocinia bestehenden Gruppe.
- (20) Ein Verfahren zur Erhöhung
der Produktivität
an einem sekundären
Metaboliten in einem Mikroorganismus, indem eine Resistenz gegen
ein einzelnes Antibiotikum mit Ausnahme von Streptomycin auf diesen
Mikroorganismus übertragen
wird, ist ebenfalls beschrieben.
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Zusätzlich ist
ein Verfahren zur Induktion der Biosynthese eines weiteren Antibiotikums
in Mikroorganismen beschrieben, indem eine Einzel- oder mehrfache
Wirkstoffresistenz-Mutation eingeführt wird und eine neue Möglichkeit
zum Auffinden neuer Antibiotika bereit gestellt wird.
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Diese
Erfindung wird unter Bezug auf die folgenden Zeichnungen beschrieben:
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1 ist
ein Graph, der die Strategie zur Konstruktion von kombinierten WirkstoffresistenzMutanten angibt.
Drei Arten einzelner Mutanten und Doppelmutanten und eine Art Dreifachmutanten
wurden konstruiert wie gezeigt.
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2 ist
eine Fotographie, die die Fähigkeit
zur Bildung von Luft-Mycelen
und Actinorhodin in Streptomyces coelicolor Wild-Typ und Mutantenstämmen angibt.
Sporen wurden auf R4 und R3-Agarplatten angeimpft und bei 30°C während 6
Tagen inkubiert.
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3 ist
ein Graph, der die Aminosäureänderungen
in den β-Untereinheiten von
RNA-Polymerase in Rifampicin-resistenten Mutanten angibt. Die Cluster
I und II stellen die zuvor bekannten Resistenz-bestimmenden Regionen dar. Die Nummerierung
beginnt von der Ausgangsaminosäure
(Met) des offenen Leserahmens. Die Mutationspositionen werden durch
Pfeile und Zahlen angegeben, und einzelne Großbuchstaben bezeichnen die
in dieser Untersuchung gefundenen veränderten Aminosäuren. Schattierte
Bereiche zeigen die Substitutionen, die in unserer Studie aufgefunden
wurden.
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4 ist
ein Graph, der den Vergleich der Actinorhodin-Bildung zwischen Medien
R3 (☐) und R4 (∎) angibt. Actinorhodin wurde nach
6 Tagen Inkubation bestimmt.
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5 ist
ein Graph, der die Actinorhodinbildung in den Medien R4 und R3 angibt.
Symbole: ∎, 1147 (Wild-Typ); ☐, S-1 (str);
SG-1
(str-gen), O; SGR-1 (str-gen-rif).
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6 ist
ein Graph, der die Wirkung von Hefeextrakt, Casaminosäuren und
KH
2PO
4 auf die Bildung von
Actinorhodin angibt. Stämme
wurden während
6 Tagen in R4-Medium gezüchtet,
versetzt mit verschiedenen Konzentrationen von Hefeextrakt, Casaminosäuren oder
KH
2PO
4. Symbole: ∎,
1147 (Wild-Typ); ☐, S-1 (str);
SG-1
(str-gen), O; SGR-1 (str-gen-rif).
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7 ist
ein Graph, der die erhöhte
Produktivität
von Actinorhodin in kombiniert resistenten Mutanten zeigt. Die Kulturen
wurden während
7 Tagen in GYM-, R3- oder R4-Flüssigmedium
gezüchtet.
Die Stämme S-1,
SG-1 und SGR-1 wurden jeweils als Einzel-, Doppel- und Dreifachmutanten
verwendet.
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8 ist
ein Graph, der die chemische Struktur von Actinorhodin zeigt, das
von Streptomyces coelicolor gebildet wird.
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9 ist
eine Fotographie, die die potentiellen neuen antibakteriellen Mittel
angibt, die in den Mutanten des bestimmten Streptomyces-Stamms Nr.
618824 durch Einführung
von Wirkstoffresistenzmutationen gebildet werden.
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10 ist
ein Graph, der die Strukturen von vier Antibiotika angibt, die zur
Einführung
der Resistenz verwendet werden, einschließlich Gentamicin, Geniticin,
Streptomycin und Rifampicin.
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Das
erfindungsgemäß verwendete
Bakterium ist nicht besonders beschränkt, solange die Produktivität des Antibiotikums
erhöht
werden kann, indem das Bakterium gegen zwei oder mehr Antibiotika
resistent gemacht wird. Es ist bevorzugt, Bodenbakterien zu verwenden,
die landwirtschaftlich und/oder medizinisch nützliche Antibiotika produzieren.
Bevorzugt sind Actinomyceten. Beispiele für diejenigen, die zu Actinomyceten gehören, können beispielhaft
angegeben werden als Gattung Streptomyces, Gattung Bacillus, Gattung
Pseudomonas, usw. Bevorzugter ist die Gattung Streptomyces. Spezifische
nicht beschränkende
illustrative Beispiele für
die Bakterien schließen
Streptomyces coelicolor, Streptomyces lividans, Streptomyces antibioticus, Streptomyces
chattanoogensis, Bacillus subtilis, Bacillus cereus und Pseudomonas
pyrrocinia ein.
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Das
Bakterium kann aus der Natur durch bekannte Verfahren isoliert werden
oder aus Kultursammlungen verfügbar
sein wie ATCC. Das Bakterium kann ein beliebiger von wilden Stämmen, Mutantenstämmen, Zellfusionsstämmen, transduzierten
Stämmen
oder rekombinanten Stämmen
sein, die mit Hilfe von rekombinanten DNA-Techniken konstruiert
werden, und kann ein beliebiger von denen sein, die in der Fermentationsindustrie
als Produzenten für
in der Landwirtschaft und/oder Medizin verwendete Antibiotika eingesetzt
wurden.
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Das
Antibiotikum ist nicht speziell beschränkt, solange seine Produktivität erhöht werden
kann, indem das Bakterium gegen ein oder mehr Antibiotika resistent
gemacht werden kann. Bevorzugte Antibiotika schließen landwirtschaftlich
und/oder medizinisch nützliche
Antibiotika ein (beispielsweise Actinomycin aus Streptomyces antibioticus
3720, Fredericamycin aus Streptomyces chattanoogensis ISP5002, FR900493
aus Bacillus cereus 2045 und Pyrrolnitrin aus Pseudomonas pyrrocinia
2327, usw.).
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Das
erfindungsgemäß zur Einführung einer
Mutation in den Mikroorganismus verwendete Antibiotikum ist nicht
besonders beschränkt,
solange der Mikroorganismus, der gegen das Antibiotikum resistent gemacht wird,
den sekundären
Metaboliten bilden kann. Das bevorzugte Antibiotikum schließt sogenannte
an Ribosomen angreifende Antibiotika einschließlich an ribosomalem Protein
angreifende Antibiotika (z. B. das ribosomale S12 Protein angreifende
Antibiotika) und ribosomale RNA-angreifende
Antibiotika und RNA-Polymerase angreifende Antibiotika ein.
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Um
die Produktivität
eines Antibiotikums in einem Bakterium zu erhöhen wird das Bakterium resistent gegen
zwei oder mehr Antibiotika gemacht. Besonders bevorzugt ist eine
Resistenz gegen zwei oder drei Antibiotika bei einem Bakterium und
am bevorzugtesten ist eine Resistenz gegen drei Antibiotika bei
einem Bakterium.
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Die
bevorzugte Kombination von Antibiotika zur Erzeugung der Resistenz
ist (1) zwei verschiedene Aminoglycosid-Antibiotika, (2) ein Aminoglycosid-Antibiotikum
und ein Ansamycin-Antibiotikum, und (3) zwei verschiedene Aminoglycosid-Antibiotika
und ein Ansamycin-Antibiotikum.
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Spezifische
nicht beschränkende
Beispiele für
das Antibiotikum schließen
Antibiotika der Aminoglycosid-Klasse ein, wie Streptomycin, Geniticin
und Gentamicin und Antibiotika der Ansamycin-Klasse, wie Rifampicin.
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Das
Verfahren zur Erzeugung des Antibiotika-resistenten Mutantenbakteriums
aus dem ursprünglichen
Bakterium ist nicht besonders beschränkt. Bevorzugt wird ein ursprüngliches
Bakterium in einem das Antibiotikum enthaltenden Medium kultiviert,
und die spontan Antibiotika-resistenten Mutanten können durch
Isolieren von Kolonien erhalten werden, die auf dem Antibiotkum
wachsen können.
Alternativ kann ein Bakterium einer üblichen Mutationsbehandlung
unterzogen werden, wie Bestrahlung mit Ultraviolettstrahlen oder
chemische Behandlung mit N-Methyl-N'-nitro-N-nitrosoguanidin (NTG) oder
alpetriger Säure,
und Antibiotika-resistente Mutanten können erhalten werden durch
Isolieren von Kolonien, die auf dem Antibiotikum wachsen können. In
diesem Schritt wird die Konzentration des Antibiotikums in einem
Medium bevorzugt so kontrolliert, dass sie höher ist als die MIC für den ursprünglichen
Mikroorganismus.
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Bevorzugt
ist die Konzentration der Antibiotika zweimal oder mehr, bevorzugter
fünfmal
oder mehr, am meisten bevorzugt zehnmal oder mehr höher als
die MIC (minimale Hemmkonzentration) für den ursprünglichen Mikroorganismus. Beispielsweise
ist für
den Fall, dass Streptomycin als Antibiotikum verwendet wird, die bevorzugte
Konzentration 5- bis 100-fach höher
als die MIC gegen den ursprünglichen
Mikroorganismus. Und für
den Fall, dass Rifampicin als Antibiotikum verwendet wird, ist dessen
bevorzugte Konzentration 5 bis 40 mal höher als die MIC gegen den ursprünglichen
Mikroorganismus. Für
den Fall, dass Gentamicin als Antibiotikum verwendet wird, ist dessen
bevorzugte Konzentration zweimal höher als die MIC gegen den ursprünglichen
Mikroorganismus.
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Dieser
Schritt kann weiter wiederholt werden, um ein multi- (zwei- oder
mehrfach) resistentes Bakterium zu erhalten, das gegen zwei oder
mehr Antibiotika resistent ist.
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Dann
wird eine Mutante, die das angestrebte Antibiotikum in erhöhter Menge
produzieren kann, auf geeignete Weise selektiert. Beispielsweise
kann sie selektiert werden durch eine analytische Methode (z. B. DSC,
HPLC (DAD), LC-MS, optische Dichte, usw.), biologische Assay-Methoden
(z. B. Assay der Aktivitäten von
Enzymen wie Acylase, Demethylase, Deaminase, usw.; Assay von Aktivitäten biologisch
aktiver Substanzen wie antibakterielle, Antipilz-, Antikrebs-Aktivität, usw.)
usw. Beispielsweise wird die Menge an Actinorhodin durch Messen
der optischen Dichte der überstehenden
Flüssigkeit
bei 633 nm bestimmt.
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Wenn
das mehrfach resistente Bakterium verwendet wird, kann der Schritt
der Auswahl des Stamms mit einer erhöhten Produktivität des sekundären Metaboliten
nach Erhalt des mehrfach resistenten Bakteriums oder nach mindestens
einem Schritt der Einführung
der Mutation durchgeführt
werden.
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Unter
Verwendung rekombinanten DNA-Techniken kann ein Stamm mit verbesserter
Produktivität
an einem Antibiotikum von Interesse durch Transformieren eines Wirts
mit einem rekombinanten Plasmid erhalten werden, welches ein Gen
für die
Biosynthese des Antibiotikums enthält.
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In
den oben beschriebenen Schritten kann das Kultivieren des Bakteriums
durch Verwendung einer allgemein angewendeten Kulturmethode durchgeführt werden.
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Das
Medium kann entweder ein synthetisches Medium oder ein natürliches
Medium sein, solange es geeignete Mengen notwendiger Kohlenstoffquellen,
Stickstoffquellen, anorganischer Substanzen, Aminosäuren, Vitamine
und/oder Spurenmengen von Nährstoffsubstanzen
enthält.
Sie sind in verschiedenen Veröffentlichungen
gezeigt, wie Hosoya, Y. et al., Antimicrob. Agents Chemoter. (1998)
42: 2041–2047;
Kieser, T. et al., Practical Streptomyces Geneetics (2000): 406–415; und
Medieninformationen, die für
Bakterien im ATCC Medien-Handbuch aufgelistet sind.
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Beispiele
für die
Kohlenstoffquelle schließen
Kohlenhydrate, wie Glucose, Fructose, Sucrose, Maltose, Mannose,
Glycerin, Stärke,
Stärkehydrolysat
und Molasse, Polyalkohole und verschiedene organische Säuren, wie
Brenzweinsäure,
Fumarsäure,
Milchsäure
und Essigsäure
ein.
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Beispiele
für die
Stickstoffquelle schließen
Ammoniak oder verschiedene anorganische und organische Ammoniumsalze,
wie Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat, Ammoniumcarbonat und Ammoniumacetat, Harnstoff
und weitere Stickstoff-haltige Substanzen und Stickstoff-haltige
organische Substanzen, wie Pepton, NZ-Amin, Fleischextrakt, Hefeextrakt,
in Wasser eingeweichter Mais, Kaseinhydrolysat und Fischmehl oder
ein verdautes Produkt davon ein.
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Beispiele
für die
anorganische Substanz schließen
Kaliumdihydrogenphosphat, Dikaliumhydrogenphosphat, Ammoniumsulfat,
Ammoniumchlorid, Magnesiumsulfat, Natriumchlorid, Eisensulfat, Mangansulfat und
Calciumcarbonat ein.
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Aminosäuren und
Vitamine können
zu dem Medium gegeben werden, falls erforderlich.
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Das
Bakterium kann unter aeroben Bedingungen, wie Schüttelkultur
oder Belüftungsrührkultur
kultiviert werden. Im Allgemeinen wird das Kultivieren bei einer
Temperatur von bevorzugt 20 bis 40°C durchgeführt. Es ist wünschenswert,
den pH des Mediums ungefähr
um den Neutralpunkt zu halten. Das Kultivieren wird im Allgemeinen
während
einer Zeit von 1 bis 7 Tagen durchgeführt.
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Das
gebildete und im Bakterium und/oder Kulturmedium akkumulierte Antibiotikum
kann beispielsweise durch das folgende Verfahren isoliert werden.
Die Zellen werden nach Ende der Kultur entfernt, oder die Zellen
werden zerstört,
und die resultierende Mischung wird zentrifugiert, um die zerstörten Zellen
zu entfernen. Dann wird das gewünschte
Antibiotikum mit einem bekannten Verfahren isoliert, das geeignet
ist, die Isolierung des gewünschten
Antibiotikums zu isolieren, wie Konzentrations-Kristallisations-Verfahren, Aktivkohle-Behandlungs-Verfahren
und/oder Ionenaustauschharz-Verfahren.
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Die
vorliegende Erfindung wird weiter beschrieben, indem Streptomyces-Stämme als
illustratives Beispiel verwendet werden. Die vorliegende Erfindung
sollte jedoch nicht so verstanden werden, dass sie darauf beschränkt ist.
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Die
zur Gattung Streptomyces gehörenden
Stämme
werden im Folgenden als Beispiele für die Bakterien der vorliegenden
Erfindung erläutert,
die in zwei Gruppen aufgeteilt werden können: der Wildtyp-Stamm und Wirkstoff
resistente Mutanten von Streptomyces coelicolor und nicht identifizierte
Streptomyces sp., die aus Boden isoliert werden und normalerweise
keine Antibiotika produzieren. Vier Arten Antibiotika, die als Gentamicin,
Geniticin, Streptomycin und Rifampicin benannt werden, werden im
Folgenden als Beispiele für
den Wirkstoff erläutert.
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Streptomyces
coelicolor ist ein hervorragender Modellstamm, um die Antibiotikabildung
und weitere Prozesse zu studieren; er ist die genetisch am intensivsten
untersuchte Streptomyces-Art und bildet vier chemisch verschiedene
Antibiotika, deren Biosynthese-Gene isoliert wurden: das blau pigmentierte
Polyketid Actinorhodin, Undecylprodigiosin, Methylenomycin und das
Calcium-abhängige
Antibiotikum. Von diesen ist Actinorhodin ein repräsentativer
sekundärer
Metabolit und besitzt einen typischen Polyketid-Biosyntheseweg.
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Eigenschaften
von Actinorhodin: feine rote Nadeln aus Dioxan, Zersetzung 270°C, Absorptionsmaximum
(Dioxan): 560, 523 nm.
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Löslich in
Piperidin, Tetrayhdrofuran, Dioxan, Phenol; etwas löslich in
Alkohol, Essigsäure,
Aceton.
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Praktisch
unlöslich
in wässriger
Säure;
löslich
in wässrigem
Alkali mit heller blauer Farbe.
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Eigenschaften der Wirkstoffe:
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Gentamicin:
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Zusammensetzung:
dieser Antibiotikakomplex besteht aus drei Komponenten: GentamycinC1, GentamycinC2 und
GentamycinC1a. Wie in 10 gezeigt,
besitzen sie ähnliche
Strukturen.
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Wirkungsmechanismus:
wirken auf ribosomale 16S RNA- oder andere ribosomale Proteine (L6-Protein
oder weitere unbekannte Proteine), was in einer Inhibierung der
Proteinsynthese im Ribosom resultiert.
- Klasse: gehört zu den
Aminoglycosid-Antibiotika.
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Geniticin:
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- Zusammensetzung: eine Komponente, Struktur wie in 10 gezeigt.
- Wirkungsmechanismus: inhibiert die Proteinsynthese durch Einwirken
auf 16S ribosomale RNA- oder unbekannte Proteine.
- Klasse: gehört
zu den Aminoglycosid-Antibiotika.
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Streptomycin:
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- Zusammensetzung: eine Komponente und Struktur wie in 10 gezeigt,
welche einen großen
Unterschied verglichen mit Gentamycin und Geniticin zeigt.
- Wirkungsmechanismus: inhibiert die Proteinsynthese durch Wirkung
auf das ribosomale S12-Protein- und/oder 16S-RNA.
- Klasse: gehört
zu den Aminoglycosid-Antibiotika.
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Rifampicin:
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- Zusammensetzung: eine Komponente und Struktur wie in 10 gezeigt.
- Wirkungsmechanismus: inhibiert RNA-Synthese durch Wirken auf
die β-Untereinheit von
RNA-Polymerase.
- Klasse: gehört
zu den Ansamycin-Antibiotika.
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Als
Beispiel für
eine bevorzugte Ausführungsform
dieser Erfindung kann die Actinorhodin-Produktivität in Streptomcyes
coelicolor erhöht
werden, indem jeweils Antibiotika-Resistenz-Mutationen in den Stamm
mit hoher Frequenz von 5–10
% von Streptomycin-resistenten, Gentamicin-resistenten oder Rifampicin-resistenten
Isolaten eingeführt
werden. Die meisten Mutanten sind stabil und können wachsen und normal Luft-Mycele wie der Wildtyp-Stamm
bilden. Darüber
hinaus kann durch Einführen
einer weiteren Antibiotika-Resistenz-Mutation in eine einzelne Mutante
die Actinorhodin-Produktivität
weiter um das 1,8-2,2-fache erhöht
werden. Selbstverständlich
kann sich der Grad des Anstiegs zwischen den Mutanten unterscheiden.
Schließlich
kann die dritte Mutation in doppelte Mutanten eingeführt werden,
was zu dreifachen Mutanten führt.
Die Überproduktion
von Actinorhodin in den Dreifach-Mutanten
wird dann getestet. Diese Antibiotika besitzen unterschiedliche
Wirkungspositionen, so dass ihre Funktionen additiv sind und miteinander
für die
kontinuierliche Verbesserung der Antibiotikaproduzenten kombiniert
werden können,
wie in 2, 4, 5 und 7 gezeigt. Die
Mutationsanalysen zeigten, dass die meisten Rifampicin-resistenten
Mutanten eine Punktmutation am rpoB-Gen bildeten, das für die β-Untereinheit von
RNA-Polymerase kodiert, was zu hohen Resistenzspiegeln gegen Rifampicin
führte;
einige Streptomycin-resistente Mutanten mit hohem Resistenzgrad
gegen Streptomycin zeigten eine Punktmutation im rpsL-Gen, welches
für das
ribosomale S12-Protein kodiert, aber keine Mutation in diesem Gen
bei niedrig resistenten Mutanten; alle Gentamicin- oder Geniticin-resistenten
Mutanten zeigten keine Mutation im rpsL-Gen, und ihre Mutationen
können
vielleicht in einem unbekannten Gen existieren. Obwohl einige Mutationspositionen
bisher noch nicht bestimmt wurden, sollten solche Mutation in bestimmten
Genen existieren, da die in dieser Erfindung verwendeten Antibiotika
dafür bekannt
sind, dass sie an bestimmten Zielpunkten im Ribosom wirken.
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Statistische
Mutagenese und Selektion wird als Annäherungsklasse oder nicht rekombinantes
Stammverbesserungsverfahren bezeichnet. Verbesserte Mutanten werden
normalerweise durch Screenen einen großen Population mutierter Organismen
identifiziert, da der Mutanten-Phänotyp nicht
leicht erkennbar sein kann und die gewünschten Mutationen in extrem
niedriger Frequenz auftreten. Obwohl diese Annäherung den Vorteil hat, einfach
und zuverlässig
zu sein, ist das statistische Screenen zeitaufwendig und teuer.
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Darüber hinaus
besitzt das Screenen statistischer Mutationen unter Verwendung von
Mutagenen keine bestimmten Zielorte und zeigt eine relativ große Unbestimmtheit.
Im Gegensatz dazu verwendet das in dieser Erfindung verwendete Verfahren
einige Antibiotika, die Protein- oder
Nukleinsäuresynthese
inhibieren als Screening-Mittel, die vollständig unterscheidbar sind von
traditionellen Mutagenen wie Bestrahlung, Chemikalien (Basen-Analoga,
Deaminierungsmittel, Alkylierungsmittel oder interkalierende Mittel,
usw.) und biologische Mittel (Phagen, Plasmide oder DNA-Transposons,
usw.). Darüber
hinaus kann das in dieser Erfindung beschriebene Verfahren eine
hohe Frequenz der gewünschten
Mutation bilden, so dass die Selektion positiver Mutanten nicht
viel Zeit und Arbeit erfordert.
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Mehrfach-Wirkstoff-resistente
Bakterien, die erfindungsgemäß erhalten
werden, können
als heterologe Wirte zum Exprimieren fremder Gene verwendet werden,
die für
landwirtschaftlich und/oder medizinisch nützliche Antibiotika kodieren.
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Zusätzlich zur
Manipulation von Bakterien durch Mutation bieten die Techniken der
genetischen Rekombination eine weitere rationelle Methode zur Verbesserung
von Stämmen.
Sie kann verwendet werden, um geschwindigkeitslimitierende Schritte
des Biosynthesewegs durch Erhöhung
beispielsweise der Gendosierung oder durch Veränderung eines Regulierungsmechanismus
zu entfernen. Offensichtlich erfordert dies sehr viel Kenntnis der
Antibiotikaproduktions-Biochemie und -Genetik wie Streptomyces coelicolor
und E. coli. Von den meisten neuen Antibiotika-Produzenten fehlt
jedoch dieses Wissen, so dass dieses Verfahren für die meisten Stämme nicht
anwendbar ist. Darüber
hinaus ist dieses Verfahren teuer und komplex. Im Gegensatz dazu
erfordert das in dieser Erfindung beschriebene Verfahren nicht viel
Wissen der Biochemie und Genetik von Stämmen und ist einfach und nicht
teuer. Dieses neue Verfahren kann für die meisten Bakterien einschließlich n oder
andere Bakterien verwendet werden, insbesondere für die aus
der Natur isolierten Wildtyp-Stämme.
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Zusätzlich zur
Verbesserung der Produktivität
der Stämme
kann das in dieser Erfindung beschriebene Verfahren verwendet werden,
um bestimmte stumme Antibiotika-Biosynthese-Gene durch Einführung von Wirkstoff-Resistenz-Mutationen
zu aktivieren. Die Erfinder isolierten eine Anzahl von Streptomyces
sp. aus Böden,
die keine antibakterielle Aktivität zeigen, und selektierten
dann die Antibiotika-resistenten Mutanten mit einer Fähigkeit
zur Bildung antibakterieller Aktivität. Die Erfinder fanden, dass
etwa 50 % der aus Böden
isolierten Stämme
aktiviert werden können,
so dass sie Antibiotika bilden, wie in 9 und Tabelle
3 gezeigt. Unterdessen ist die Antibiotika-Synthese in Mutanten
mediumabhängig,
wie in 9 gezeigt. Daher ist es wichtig, verschiedene
unterschiedliche Arten von Medien zu verwenden, um die Produktivität der antibakteriellen
Mittel zu untersuchen.
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BEISPIELE
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Beispiele
für die
bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden beschrieben. Diese
sollten so verstanden werden, dass die vorliegende Erfindung nicht
auf diese Beispiele beschränkt
ist.
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BEISPIEL 1
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Vorratssporen
von Streptomyces coelicolor Wildtyp-Stamm wurden auf GYM-Agar ausgestrichen,
enthaltend 0,4 % Glucose, 0,4 % Hefeextrakt, 1% Malzextrakt, 0,1%
Pepton (NZ-Amin, Typ A), 0,2 % NaCl und 2 Agar (vor der Zugabe von
Agar wurde der pH auf 7,31 eingestellt). Das Medium wurde mit einer üblichen
Methode sterilisiert (121 °C,
15 min). Dann wurden die Agarplatten während 10–14 Tagen bei 30°C zur Sporulation inkubiert.
Steriles destilliertes Wasser (5 ml) wurde zu jeder Platte gegeben,
und die Oberfläche
vorsichtig abgekratzt, um die Sporen freizusetzen. Die Suspensionen
wurden durch Zentrifugation isoliert und zweimal mit destilliertem
Wasser gewaschen. Vor der Verwendung zum Animpfen wurden die Sporen
während
10 min. in einem Ultraschallbad dispergiert. Die Konzentration an
Sporen wurde auf etwa 2 × 109 Sporen pro ml eingestellt.
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Die
spontanen Streptomycin-, Gentamicin- oder Rifampicin-resistenten
Mutanten von S.coelicolor wurden erhalten, als die Kolonien, die
innerhalb von 7 Tagen bei 30°C
nach dem Ausstreichen der Sporen (oder Zellen) auf GYM-Agar (Zusammensetzung
genauso wie der obige GYM-Agar),
enthalten 5 μg
Streptomycin pro ml oder 1,0 μg
Gentamicin pro ml oder 200 μg
Rifampicin pro ml, wuchsen (das Wachstum der Elternstämme wurde
vollständig
mit 1 μg
Streptomycin pro ml, 0,1 μg
Gentamicin pro ml oder 10 μg
Rifampicin pro ml inhibiert). Die einzelnen auf Screening-Platten
gewachsenen Kolonien wurden selektiert und auf R4-Agar, enthaltend
1 % Glucose, 0,1 % Hefeextrakt, 0,001 Casaminosäuren, 0,3 % Prolin, 1 % MgCl2·6H2O, 0,4 % CaCl2·2H2O, 0,002 % K2SO4, 0,56 % TES [N-Tris(hydroxymethyl)methyl-2-aminoethansulfonsäure], 0,2 %
Spurenelementelösung
(wie beschrieben für
R2YE-Medium) und 2 % Agar (vor der Zugabe von Agar auf pH 7,2 eingestellt)
angeimpft. Die R4-Platten wurden bei 30°C während 6 Tagen inkubiert, und
die Menge des gebildeten blauen Pigments Actinorhodin wurde beioWildtyp-Stamm
und Mutanten verglichen, und die Überproduzenten wurden innerhalb
der Mutanten ausgewählt.
Dann wurden die Mutanten, die Actinorhodin überproduzierten, in 25 ml Teströhrchen in
R4-Flüssigmedium
angeimpft (Zusammensetzung ist dieselbe wie der R4-Agar, aber kein
Agar), enthaltend 5 ml Medium, auf einem Orbitalschüttler bei
30°C, 350
Upm. Nach Inkubation während
6 Tagen wurden 1 ml Kulturproben entnommen und der pH auf 8,0 eingestellt.
Nach Zentrifugieren bei 1100 g während
5 min. wurde die Actinorhodin-Bildung in den überstehenden Flüssigkeiten
durch Messung der optischen Dichte der überstehenden Flüssigkeiten
bei 633 nm in einem Assay bestimmt. Die höchste erreichte Produktivität erreichte
das 1,6-fache für
Gentamicin-resistente Mutanten, das 1,8-fache für Streptomycin-resistente Mutanten
und 3,0-fache für
Rifampicin-resistente Mutanten. Die Frequenzen für solche starken Produzenten
waren 5 %, 6 bzw. 10 % (siehe Tabelle 1 und 7).
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Mutationsanalysen
der Mutanten wurden durch das unten beschriebene Verfahren durchgeführt. Das rpsL-Genfragment
der Str-resistenten Mutante wurde durch PCR unter Verwendung einer
genomischen DNA der Mutante als Templat und eines synthetischen
Oligonukleotid-Primers P1 (forward: 5'-ATTCGGCACACAGAAAC) und P2 (reverse:
5'-AGAGGAGAACCGTAGAC),
die auf der Basis der Sequenz von S. lividans (DDBJ Zugangsnummer:
D83746) aufgebaut waren erhalten. Die PCR wurde durch Befolgen der
Herstelleranweisungen und unter Verwendung von Taq-Polymerase (Takara
ex Taq) durchgeführt.
Ein thermischer Cycler Perkin-Elmer Cetus wurde verwendet, und die
Bedingungen waren 5 min Inkubation bei 96°C, gefolgt von 30 Zyklen bei
96°C während 0,3
min, 55°C
während
0,2 min und 72°C
während
0,5 min, schließlich
bei 72°C
während
10 min. Die PCR-Produkte wurden direkt durch das Dideoxy-Kettenterminierungsverfahren
unter Verwendung des Bigdye-Terminators Cycle Sequencing Kit (Perkin-Elmer
Applied Biosystems, Foster City, CA, USA) sequenziert. Die Sequenzdaten
wurden mit dem GENETIX-Programm analysiert (Software Development
Co., Tokio, Japan).
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Das
partielle rpoB-Genfragment der Rif-resistenten Mutante wurde durch
PCR unter Verwendung der genomischen DNA einer Mutante als Templat
und eines syntetischen Oligonukleotid-Primers P3 (forward: 5'-GGCCGCTACAAGGTGAACAAGAAG) und P4 (reverse:
5'-CGATGACGAAGCGGTCCTCC)
durchgeführt, die
auf der Basis der Sequenz von S. coelicolor M145 entworfen wurden.
Die PCR-Methode und die DNA-Sequenzierung sind dieselben wie beim
rpsL-Gen. Die rpsL-Gene von 3 Gentamicin-resistenten Mutanten und
3 Streptomycin-resistenten Mutanten wurden sequenziert und mit denen
des Wildtyp-Stamms Streptomyces coelicolor verglichen. Die partiellen
rpoB-Gene von 3 Rifampicin-resistenten Mutanten wurden sequenziert
und mit denen des Wildtyp-Stammes Streptomyces coelicolor verglichen.
3 Rifampicin-resistente
Mutanten zeigten eine Punktmutation in diesem Bereich des rpoB-Gens;
lediglich eine Streoptomycin-resistente Mutante besaß eine Punktmutation
im rpsL-Gen; alle Gentamicin-resistenten Mutanten zeigten keine
Mutation im rpsL-Gen (siehe Tabelle 2).
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BEISPIEL 2
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Die
Sporenlösung
des Stamms S-1 (Streptomycin-resistente Mutante) wurde durch dasselbe
Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt.
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Die
spontanten Geniticin-, Gentamicin- oder Rifampicin-resistenten Mutanten
von S-1 wurden als Kolonien erhalten, die auf GYM-Agar, enthaltend
2,5 μg Geniticin
pro ml oder 2,5 μg
Gentamicin pro ml oder 200 μg
Rifampicin pro ml wuchsen (das Wachstum des S-1.-Stamms wurde vollständig durch
0,5 μg Geniticin
pro ml, 0,5 μg
Gentamicin pro ml oder 10 μg
Rifampicin pro ml inhibiert). Die Acinorhodin-Produktivität der Mutanten
wurde unter Verwendung von R4-Agarplatten und R4-Flüssigmedium
untersucht.
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Die
höchste
nachgewiesene Produktivität
erreichte das 1,7-fache für
Geniticin-resistente Mutanten, das 2,2-fache für Gentamicin-resistente Mutanten
und das 2,5-fache für
Rifampicin-resistente Mutanten. Die Frequenzen dieser starken Produzenten
waren 13 %, 14 % bzw. 18 (siehe Tabelle 1 und 7).
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Mutationsanalysen
der Mutanten wurden durch das in Beispiel 1 beschriebene Verfahren
durchgeführt.
Alle drei Antibiotika-resistenten Mutanten, die hier erhalten wurden,
hatten die Mutation im rpsL-Gen von S-1, es wurde aber keine zusätzliche
Mutation im rpsL-Gen gefunden. Sieben Rifampicin-resistente Mutanten zeigten
eine Punktmutation im rpoB-Gen (siehe Tabelle 2).
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BEISPIEL 3
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Die
Sporenlösungen
der SG-1 und SG-2-Stämme
(Gentamicin- und Streptomycin-resistente doppelte Mutanten) wurden
mit demselben Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt.
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Die
spontanten Rifampicin-resistenten Mutanten von SG-1 und SG-2-Stämmen wurden
als Kolonien erhalten, die während
7 Tagen bei 30°C
auf GYM-Agar wuchsen, der 200 μg
Rifampicin pro ml enthielt (das Wachstum von SG-1 und SG-2-Stämmen wurde
vollständig
durch 10 μg
Rifampicin pro ml inhibiert),.
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Die
Actinorhodin-Produktivität
der Mutanten wurde unter Verwendung von R4-Agarplatten und R4-Flüssigmedium
untersucht.
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Die
höchste
nachgewiesene Produktivität
erreichte das 3,4-fache für
Rifampicin-resistente Mutanten des SG-1-Stamms und das 3,6-fache
für Rifampicin-resistente
Mutanten des SG-2-Stamms. Die Frequenzen solcher starken Produzenten
waren 10 % bzw. 15 % (siehe Tabelle 1 und 7).
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Mutationsanalysen
wurden durch das in Beispiel 1 beschrieben Verfahren durchgeführt. Es
wurde gefunden, dass 5 Rifampicin-resistente Mutanten eine Punktmutation
im rpoB-Gen aufwiesen, aber eine Mutante hatte keine Mutation in
dieser Region (siehe Tabelle 2). Tabelle
1 Screening
und Antibiotika-Produktivität
Wirkstoff-resistenter Mutanten
- a, d: OD der überstehenden Flüssigkeit
wurde bei 633 nm nach 6 Tagen Kultivieren bei 30°C unter Verwendung eines 25
ml-Teströhrchens,
enthaltend 5 ml R4-Medium bestimmt. Alle Messungen wurden dreifach
durchgeführt,
und der Mittelwert wurde angegeben.
- b: bestimmt nach 2 Tagen Inkubation auf GYM-Agar.
- c: Mutanten, die mehr Antibiotikum als der Ausgangsstamm produzierten.
Die Zahlen in Klammern sind die Anzahl der Mutanten, die mehr Antibiotikum
produzierten/Anzahl der getesteten Mutanten.
Tabelle
2 Zusammenfassung
der Mutationen in S. coelicolor rpsL oder rpoB-Gen, die in Aminosäureaustausch
resultierten - a, b Nummerierung beginnt beim Startcodon
(GTG oder ATG) des offenen Leserahmens.
- c: Bestimmt nach 4 Tagen Kultivieren auf GYM-Agar.
- d: STR, GEN, RIF und GNE bedeuten Streptomycin, Gentamycin,
Rifampicin bzw. Geniticin.
- e: -, Wildtyp-rpsL-Gen
- f: Mutationen wurden im rpsL- oder rpoB-Gen nicht nachgewiesen.
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BEISPIEL 4
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Die
zeitlichen Verläufe
der Actinorhodin-Biosynthese wurden unter Verwendung von Streptomyces
coelicolor Wildtyp-Stamm, S-1 (einer Streptomycin-resistenten Mutante),
SG-1 (einer Gentamicin- und Streptomycin-resistenten doppelten Mutante)
und SGR-1 (einer Gentamicin-, Streptomycin- und Rifampicin-resistenten
dreifachen Mutante) durchgeführt.
Ein Erlenmeyer-Kolben mit 500 ml Kapazität, enthaltend 150 ml R4- oder
R3-Medium, wurde mit Sporenlösungen
angeimpft, dann bei 30°C
in einem Orbitalschüttler
bei 200 Upm während
der angegebenen Zeit inkubiert. Die Zusammensetzung des R4-Flüssigmediums
war dieselbe wie in Beispiel 1. Das R3-Flüssigmedium war dasselbe wie
R4, erhielt jedoch eine erhöhte
Menge (0,5 %) Hefeextrakt und zusätzliches KH2PO4 (0,005 %). Nach 24 Stunden, 48 Stunden,
72 Stunden, 96 Stunden, 120 Stunden, 144 Stunden oder 168 Stunden
Inkubation im R4-Medium (nach 36 Stunden, 60 Stunden, 84 Stunden, 108
Stunden, 132 Stunden, 156 Stunden, 180 Stunden Inkubation beim R3-Medium)
wurden 1 ml Kulturproben entnommen und der pH auf 8,0 eingestellt.
Nach Zentrifugieren bei 1100 g während
5 min wurde die Actinorhodin-Bildung durch Messung der optischen
Dichte der überstehenden
Flüssigkeiten
bei 633 nm bestimmt. Die Ergebnisse, wie in 5 gezeigt,
dieser einfachen, doppelten und dreifachen Mutanten, zeigten in
hierarchischer Reihenfolge einen deutlichen Anstieg der Actinorhodin-Biosynthese.
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BEISPIEL 5
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Die
Effekte der Nährstoffquellen
auf die Actinorhodin-Bildung wurden untersucht, indem die in Beispiel 4
beschriebenen Stämme
und Verfahren untersucht wurden, R4-Flüssigmedium wurde als Basismedium
verwendet, welches mit verschiedenen Mengen Hefeextrakt, Casaminosäuren bzw. KH2PO4 angereichert
wurde. Der Actinorhodin-Assay war derselbe wie in Beispiel 4 beschrieben.
Wie in 6 gezeigt, resultierte der Zusatz von Hefeextrakt
in einer deutlichen Verschlechterung der Actinorhodin-Produktivität. Dieses
Ergebnis war in der Dreifachmutante weniger ausgeprägt. Anders
als Hefeextrakt waren Casaminosäuren
wirksam zu Erhöhung
der Actinorhodinproduktion in der einfachen, doppelten oder dreifachen
Mutante, jedoch nicht im Wildtyp-Stamm, was die Effizienz dieser
Wirkstoff-resistenten Mutationen zeigt. KH2PO4 hatte im Wesentlichen keine Wirkung auf
die Actinorhodin-Produktivität.
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BEISPIEL 6
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Die
aus Böden
isolierten unidentifizierten Streptomyces wurden zur Herstellung
von Sporenlösungen auf
GYM-Agar angeimpft, wie in Beispiel 1 beschrieben. Das Screening
von Streptomycin-, Gentamicin- der Rifampicin-resistenten Mutanten
erfolgte wie in Beispiel 2 beschrieben. Die resistenten Mutanten
wurden auf GYM-Agar, R4-Agar und SYM-Agar angeimpft und bei 30°C während 6
Tagen inkubiert. Die Zusammensetzung des GYM-Agars und R4-Agars
war dieselbe wie in Beipiel 1 beschrieben. SYM-Agar enthielt 1 %
lösliche Stärke, 0,2
Hefeextrakt, 0,5 % Glukose und 2 % Agar (vor der Zugabe von Agar
wurde der pH auf 7,3 eingestellt).
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Die
Agarplättchenmethode
(agar plug method) wurde zum Nachweis der Produktivität eines
Antibiotikums in Mutanten durch Messung des Ausmaßes der
Wachstumsinhibierung (Durchmesser der inhibitorischen Bereiche)
der Testorganismen verwendet (E. coli K12, S. aureus 209P, B. subtilis
6633 oder Candida albicans).
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Die
Ergebnisse des Screenings sind in
9 und Tabelle
3 gezeigt. TABELLE
3 Ergebnisse
des Screenings für
die Stämme
von Nr. 101 bis 200
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BEISPIEL 7
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Eine
Gentamicin-resistente Mutante und eine Rifampicin- und Gentamicin-resistente
Mutante von Bacillus cereus Nr. 2045 wurden auf die gleiche Weise
wie in den Beispielen 1, 2 oder 3 hergestellt. Diese Mutanten wurden
in Bouillon-Medium für
10 Stunden vorkultiviert. Zellen (0,1 ml) wurden in 5 ml Herstellungsmedium
angeimpft, bestehend aus (pro Liter) 20 g Polypepton, 20 g in Wasser
eingeweichtem Mais und 5 g NaCl (mit NaOH auf pH 7,5 eingestellt),
während
2 Tagen bei 30°C.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 dargestellt. TABELLE
4 Screening-Ergebnisse
und Charakteristika der Mutanten
- *1 gen bedeutet resistent gegen Gentamicin,
gen-rif bedeutet resistent gegen Gentamicin und Rifampicin
- *2 GEN bedeutet Gentamicin und RIF bedeutet Rifampicin
- *3 WB2045 ist eine Substanz mit antimikrobieller Wirkung, welche
von Bacillus cereus Nr. 2045 (=FERM BP-1791) gebildet wird (USP
4,950,605).
- *4 Die antibakterielle Wirkung von WB2045 gegen Bacillus subtllis
6633-Stämme
wurde durch ein übliches
Papierscheibendiffusions-Assay (Toyo Roshi; dicker Typ 9 mm Φ) auf einer
Agarplatte unter Verwendung von 1,7 × NG-Medium durchgeführt [Medium,
entwickelt für
die Antibiotikaherstellung durch Bacillus subtllis, enthaltend (pro
Liter) 17 g Nährlösung (Difco),
17 g Glucose, 3,4 g NaCl, 8,5 mg CuSO4·5H2O, 12,75 mg FeSO4·7H2O, 6,12 mg MnSO4·5H2O, 25,5 mg CaCl2·2H2O und 15,3 mg ZnSO4·7H2O (mit NaOH auf pH 7,2 eingestellt)], während 48
Stunden bei 30°C.
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BEISPIEL 8
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Eine
Rifampicin-resistente Mutante und eine Streptomycin- und Rifampicin-resistente
Mutante von Streptomyces lividans 66 wurde auf die gleiche Weise
wie in Beispielen 1, 2 oder 3 gebildet, und die Actinorhodinbildung
wurde beurteilt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 gezeigt. TABELLE
5 Screening-Ergebnisse
und Eigenschaften der Mutanten
- *1 rif oder rif-str, resistent gegen Rifampicin
oder resistent gegen Rifampicin und Streptomycin; RIF, Rifampicin; STR,
Streptomycin
- *2 Actinorhodin (Act)-Bildung wurde bestimmt durch Assay der
OD-Werte bei 633
nm bei den überstehenden Flüssigkeiten
der Flüssigkulturen
in R4-Meidum nach Kultivieren während
5 Tagen bei 30°C.
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GEWERBLICHE ANWENDBARKEIT
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Erhöhung der
Produktivität
des Antibiotikums durch ein Bakterium in arbeitssparender, zeitsparender,
hocheffizienter und semirationaler Weise bereit, das anwendbar ist
für die
Stämme
ohne mehr Wissen über
beispielsweise die Antibiotika-Biochemie und -Genetik. SEQUENZPROTOKOLL