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Die
Erfindung betrifft einen Füllstoff
gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
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Solch
ein Füllstoff
weist Zellulose-Fibrillen oder Lignozellulose-Fibrillen auf, auf
welchen lichtstreuende Material-Partikel aufgebracht sind.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
10 zur Herstellung des Füllstoffes.
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Die
FI-Patentschrift mit der Nummer 100729 offenbart einen Füllstoff
zur Verwendung bei der Papierherstellung, wobei der Füllstoff
poröse
Aggregate aufweist, welche aus Kalziumkarbonat-Partikeln geformt sind,
welche auf der Oberfläche
von Feinstoffen aufgebracht sind. Dieser neuartige Füllstoff
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Feinstoffe aus feinen Fibrillen
bestehen, welche mittels Mahlens aus Zellulose-Fasern und/oder Holzstoff-Fasern
zubereitet sind. Die Größenverteilung
der Feinstoff-Fraktion entspricht im Wesentlichen der Drahtsieb-Fraktion
P100.
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Ausgehend
von der obigen Patentveröffentlichung
verbessert der neuartige Füllstoff
die Festigkeitseigenschaften von Papier, und die Kalziumkarbonat-Konzentration in
dem Papier kann erhöht
werden, wodurch das Quadratmetergewicht des Papiers gesenkt werden
kann ohne die anderen wichtigen Papiereigenschaften zu verändern. Durch
die Verwendung des Füllstoffes
wird verglichen mit handelsüblichen
PCC-Arten (PCC = precipitated calcium carbonate = gefälltes Kalziumkarbonat)
eine exzellente Kombination aus Lichtstreuung und Festigkeitseigenschaften
erreicht.
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Im
Zusammenhang mit feinstoffbasierten Füllstoffen besteht im Allgemeinen
das Problem, dass, wenn der Füllstoff-Gehalt ansteigt,
die Festigkeit des Papiers oder der Pappe abnimmt, welche aus dem
Halbstoff zubereitet wurden. Dieselbe Erscheinung tritt auch mit
anderen Füllstoffen
auf.
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Es
ist ein Ziel der Erfindung, die Nachteile auszuräumen, die mit dem Stand der
Technik verbunden sind, und einen neuartigen Füllstoff bereitzustellen, welcher
eine verbesserte Festigkeit aufweist, während die exzellente Lichtstreu-Effizienz
des oben erwähnten
Füllstoffes
beibehalten wird.
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Die
Erfindung beruht auf der Idee, dass die Festigkeit eines fibrillenbasierten
Füllstoffes
durch die Adsorption von Carboxymethylzellulose (CMC) oder einem ähnlichen
Alkylderivat der Zellulose an den Feinstoffen erhöht wird.
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Gemäß der Erfindung
wurde die unerwartete Beobachtung gemacht, dass ein Alkylderivat
der Zellulose an Feinstoffen adsorbiert werden kann ohne die kristalline
oder körnige
Form des Kalziumkarbonats zu beeinflussen. Erfindungsgemäß wurde
ferner beobachtet, dass es möglich
ist, auch andere Füllstoffe,
welche zumindest teilweise aus Zellulose-Fibrillen oder Lignozellulose-Fibrillen
bestehen, als Füllstoff
zu verwenden, wobei lichtstreuende Material-Partikel auf den Fibrillen aufgebracht
sind. Diese Partikel sind üblicherweise
anorganische Salze oder organische Salze, welche in einer wässrigen
Phase ausfallen, wie zum Beispiel Kalziumsulfat, Bariumsulfat und
Kalziumoxalat.
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Insbesondere
ist der erfindungsgemäße Füllstoff
vor allem durch das gekennzeichnet, was im kennzeichnenden Teil
von Anspruch 1 angeben ist.
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Das
Verfahren gemäß der Erfindung
ist durch das im kennzeichnenden Teil von Anspruch 10 angegebene
gekennzeichnet.
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Die
Erfindung stellt erhebliche Vorteile bereit. Folglich werden mit
dem neuen Füllstoff
Festigkeitseigenschaften erreicht, welche besser sind als diejenigen,
die mit dem Füllstoff
gemäß dem oben
erwähnten FI-Patent
erreicht werden, wobei insbesondere die Bindungsfestigkeit zunimmt.
Im Allgemeinen steigt der Grad der Lichtstreuung an, wenn der Füllstoff-Gehalt
zunimmt. Da mit dem neuen Füllstoff
eine gute Papierfestigkeit erreicht wird, kann die Konzentration
des Mineral-Pigments (z.B. CaCO3) in dem
Papier angehoben und ferner das Quadratmetergewicht des Papiers
herabgesetzt werden ohne die anderen wichtigen Papiereigenschaften
zu verschlechtern. Folglich kann der Grad der Lichtstreuung angehoben
werden, und gleichzeitig werden auf Grund der geringeren Fasermenge
Kosteneinsparungen erzielt. Der neue Füllstoff weist auch eine sehr
gute Retention auf. Da die Füllstoff-Retention
besser ist als bisher, kann die Verwendung von Retentionsmitteln
reduziert werden, und auch hierdurch können signifikante Einsparungen
bei den Papierherstellungskosten erzielt werden.
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Die
Erfindung wird nachstehend mit der Hilfe einer detaillierten Beschreibung
und einigen Arbeitsbeispielen genauer beschrieben.
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1 zeigt
die Lichtstreuungs-Effizienz von Füllstoff-Blättern als Funktion der Bindungsfestigkeit, wenn
CMC bei einer hohen Temperatur während
oder nach der Karbonatation (CMC1: DS (= degree of substitution
= Substitutionsgrad) 0,2, 0,4M NaOH; CMC3: DS 0,5, gelöst in reinem
Wasser, pH-Wert = 8) zugegeben wird.
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2 zeigt
die Füllstoff-Retention
(CMC1: DS 0,2, 0,4M NaOH; CMC2: DS 0,5, 0,5M NaOH; CMC3: DS 0,5,
gelöst
in reinem Wasser, pH-Wert = 8).
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Die
Erfindung ist als ein Beispiel dienend unter Verwendung von Carboxymethylzellulose
und ihrer Adsorption an Zellulose-Fibrillen oder Lignozellulose-Fibrillen
dargestellt. Obgleich CMC ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel
ist, wird in diesem Kontext betont, dass die in der Erfindung beschriebenen
Prinzipien auch auf andere Zellulosederivate angewandt werden können, welche
hinsichtlich der Anlagerung ähnlich
sind, wie zum Beispiel Methylzellulose, Hydroxyethylzellulose und
Hydroxypropylzellulose, und durch welche die Eigenschaften der Fibrillen
hinsichtlich zum Beispiel der Festigkeit und/oder der Wasser-Absorption modifiziert
werden können.
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In
den nachstehend gezeigten Beispielen wird die erfindungsgemäße Lösung für die Modifikation
von Fibrillen verwendet, welche aus Zellstoff erhalten werden. Mit "Zellstoff" ist in diesem Kontext
ein Halbstoff gemeint, welcher für
die Delignifizierung der Zellulose-Fasern mit Aufschluss-Chemikalien
behandelt wurde. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
wird die Erfindung auf Fibrillen angewandt, welche mittels Mahlens aus
Halbstoffen erhalten werden, welche mittels des Sulfat-Prozesses
und mittels anderer alkalischer Prozesse zubereitet wurden. Neben
Zellstoffen ist die Erfindung auch für die Modifikation von Fibrillen
geeignet, welche aus CMP-Halbstoffen und Holzstoffen erhalten werden.
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Üblicherweise
ist die durchschnittliche Dicke von Zellulose-Fibrillen oder Lignozellulose-Fibrillen
geringer als 1 μm.
Die Fibrillen sind durch zumindest eines der folgenden Kriterien
charakterisiert:
- a) Sie entsprechen einer Fraktion,
welche ein Sieb mit einem Mash-Wert von 50 (= Maschenweite von 297 μm) passiert.
- b) Ihre durchschnittliche Dicke ist 0,01–10 μm (vorzugsweise maximal 5 μm und insbesondere
bevorzugt maximal 1 μm)
und ihre durchschnittliche Länge
ist 10–1500 μm.
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Das
Ausgangsmaterial für
die Fibrillen, das heißt
Feinstoffe, welche auf Zellulose-Fasern oder anderen Fasern basieren,
wird mittels Mahlens in einem Halbstoff-Refiner fibrilliert. Die
gewünschte
Fraktion kann, falls notwendig, unter Verwendung eines Siebes abgetrennt
werden, jedoch müssen
die Feinstoffe nicht immer ausgesiebt werden. Geeignete Fibrillen-Fraktionen
schließen
die Drahtsieb-Fraktionen
P50–P400
(326 μm–36 μm; vorzugsweise
zumindest ungefähr
55% von diesen) ein. Vorzugsweise werden Refiner mit gerillten Blättern/Messern
verwendet.
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Die
lichtstreuenden Material-Partikel in dem Füllstoff sind anorganische Salze
oder organische Salze, welche durch Fällung in einem wässrigen
Medium aus ihren Ausgangsmaterialien geformt werden können. Derartige
Verbindungen schließen
Kalziumkarbonat, Kalziumoxalat, Kalziumsulfat, Bariumsulfat und
Mischungen davon mit ein. Die Material-Partikel sind auf den Fibrillen
aufgebracht. Die Menge der anorganischen Salzverbindung ist im Verhältnis zu
der Fibrillen-Menge ungefähr
0,0001–95
Ma%, vorzugsweise ungefähr
0,1–90 Ma%,
besonders bevorzugt ungefähr
60–80
Ma%, berechnet aus der Füllstoffmenge,
und ungefähr
0,1–80 Ma%,
vorzugsweise ungefähr
0,5–50
Ma%, von dem Papier. Kalziumkarbonat wird besonders bevorzugt aus Kalziumhydroxid
und einem Material erhalten, welches in wässriger Phase Karbonat-Ionen
erzeugt, wie zum Beispiel ein Alkalimetall-Karbonat oder Kohlenstoffdioxid. Kalziumoxalat
wird aus Oxalsäure
und einem löslichen
Kalziumsalz erhalten. Kalziumsulfat und Bariumsulfat werden aus
einem löslichen
Kalziumsalz bzw. aus einem löslichen
Bariumsalz und einer geeigneten Sulfatverbindung, wie zum Beispiel
einem Alkalimetall-Sulfat oder Ammoniumsulfat, erhalten.
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Die
Erfindung wird nachstehend insbesondere auf der Basis einer Modifikation
des Produkts gemäß der FI-Patentschrift mit
der Nummer 100729 diskutiert, jedoch sollte klar sein, dass die
Erfindung ebenso auf andere der oben genannten Produkte, welche
auf Feinstoffen basieren, angewandt werden kann.
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Der
Füllstoff
wird mittels Aufbringens eines Mineral-Pigments auf der Oberfläche von
feinen Fibrillen zubereitet, welche aus Zellulose-Fasern und/oder
Holzstoff-Fasern zubereitet wurden. Die Fällung von Kalziumkarbonat kann
zum Beispiel mittels Einbringens einer wässrigen Kalziumhydroxid-Lösung, welche möglicherweise
festes Kalziumhydroxid enthält,
und einer Verbindung, welche Karbonat-Ionen enthält und zumindest teilweise
in Wasser gelöst
ist (z.B. Natriumkarbonat oder Ammoniumkarbonat), in ein wässriges
schlammartiges Gemisch aus Fibrillen durchgeführt werden. Es ist auch möglich, Kohlenstoffdioxid-Gas
in die wässrige
Phase einzuleiten, welches in der Gegenwart von Kalziumhydroxid
Kalziumkarbonat erzeugt. Es formen sich perlenkettenartige Kalziumkarbonat-Kristallaggregate,
welche durch Fibrillen, d. h. feine Fasern, zusammengehalten werden
und in welchen die Kalziumkarbonat-Partikel auf den feinen Fibrillen
aufgebracht sind und an diesen angelagert sind. Die feinen Fibrillen
formen zusammen mit dem Kalziumkarbonat perlenkettenartige Fasern,
und die Kalziumkarbonat-Aggregate ähneln im Wesentlichen einem
Stapel aus Perlenketten. In Wasser (schlammartiges Gemisch) ist
das Verhältnis
des effektiven Volumens der Aggregate zu dem Halbstoff sehr groß, verglichen
mit dem entsprechenden Verhältnis
von konventionellem Kalziumkarbonat, welches als Füllstoff
verwendet wird. Mit "effektivem
Volumen" ist in
diesem Fall das Volumen gemeint, welches von dem Pigment eingenommen
wird.
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Der
Durchmesser der Kalziumkarbonat-Partikel in den Aggregaten ist ungefähr 0,1 bis
5 μm, üblicherweise
ungefähr
0,2–3 μm. Zumindest
80%, vorzugsweise bis zu 90%, der gefällten lichtstreuenden Pigment-Partikel
ist an Fibrillen angelagert.
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Gemäß der Erfindung
wird ein Zellulosederivat, welches im Folgendem mit CMC dargestellt
ist, in einer flüssigen
Phase mit Fibrillen in Kontakt gebracht, und das In-Kontakt-Bringen der Fibrillen
mit dem Zellulosederivat wird fortgesetzt, bis sich das Zellulosederivat
vorzugsweise derart an den Fibrillen angelagert hat (Adsorption),
dass es nicht von ihnen abgewaschen werden kann. Das Anlagern der
CMC kann simultan mit der Fällung
des Mineral-Pigments oder nach der Fällung ausgeführt werden.
Es ist auch möglich,
die CMC vor der Fällung
zuzugeben. In diesem Fall wird die CMC entweder während des
Mahlens oder in einer separaten Adsorption nach dem Mahlen zugegeben.
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Die
folgende Beschreibung bezieht sich im Wesentlichen auf denjenigen
Fall, in dem die Anlagerung der CMC an Fibrillen durchgeführt wird,
welche bereits ein Mineral-Pigment
enthalten (d.h. der Ausdruck "Fibrille" deckt auch Fibrillen
ab, welche Mineral-Pigmente enthalten). Es ist jedoch zu bemerken,
dass festgestellt wurde, dass die Zugabe von CMC die Fällung des
Mineral-Pigments nicht störte,
wenn die CMC in der Mitte der Fällung
zugegeben wurde. Die geformten Pigment-Kristalle oder Pigment-Partikel
haben in beiden Fällen eine ähnliche
Größe und Kristallform.
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Das
Zellulosederivat kann als Feststoff direkt zu einem schlammartigen
Gemisch, welches Fibrillen enthält,
zugegeben werden, in welchem Fall das schlammartige Gemisch einem
effektiven Dispergieren unterzogen wird, um die CMC zu lösen. Es
ist jedoch bevorzugt, das Kontaktieren durchzuführen, indem zuerst eine wässrige oder
alkalische CMC-Lösung
gebildet wird, welche mit einem schlammartigen Gemisch, welches
Fasermaterial enthält,
vermischt wird. Solch eine Lösung
oder Suspension wird bei Raumtemperatur oder bei erhöhter Temperatur
(< 100°C) homogenisiert,
wobei nicht gelöstes
Material, falls erwünscht,
z.B. mittels Zentrifugierens oder Filtrierens abgetrennt werden
kann, wobei die klare Mutterflüssigkeit
gesammelt wird und für die
Adsorption verwendet wird. Jedoch muss die CMC-Lösung nach der Homogenisierung
nicht mittels zum Beispiel Zentrifugierens behandelt werden. Es
ist möglich,
sie direkt nach dem Lösen
zu verwenden.
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Zumindest
10 Ma%, vorzugsweise zumindest 20%, insbesondere zumindest 30% und
besonders bevorzugt zumindest 50% des Zellulosederivats in der Adsorptions-Lösung sind
bei den alkalischen Bedingungen der Adsorption in dem Wasser oder
in der wässrigen
Phase gelöst.
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Das
Ziel der Erfindung ist es, einen wesentlichen Anteil der CMC, welche
in der wässrigen
oder der alkalischen Lösung
vorliegt, anzulagern, so dass zumindest 10 Ma%, vorzugsweise zumindest
20 Ma%, insbesondere zumindest 30 Ma% und besonders bevorzugt zumindest
40 Ma% der CMC aus der Lösung
an den Fibrillen adsorbiert wird. Die Fibrillen enthalten daraufhin
bezogen auf ihr Gewicht üblicherweise
ungefähr 0,1–30%, vorzugsweise
ca. 0,5–20%,
in der Regel ca. 1–15%,
CMC oder ein entsprechendes Derivat. Sie/Es ist an den Fibrillen-Oberflächen angelagert
und/oder in den Fibrillen absorbiert.
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Der
Substitutionsgrad (Anzahl von substituierten Hydroxylgruppen je
Anhydroglukose-Einheit, im Folgenden auch abgekürzt mit "DS")
der CMC-Art kann innerhalb eines breiten Bereichs variieren, welcher üblicherweise
ca. 0,1–1,2
ist. Bei den häufigsten
CMC-Arten variiert der Substitutionsgrad zwischen 0,45 und 1,0. Derivate,
welche einen hohen Substitutionsgrad haben, sind im Wesentlichen
so gut in Wasser löslich,
dass sie ohne Verwendung einer stark alkalischen Verbindung in Wasser
gelöst
werden können.
Es ist auch möglich,
die in der Erfindung verwendete CMC zuzubereiten, indem sie zuerst
in einer alkalischen Lösung
gelöst wird.
Derivate, welche einen niedrigeren Substitutionsgrad haben, d.h.
CMC-Arten, welche einen DS haben, welcher kleiner ist als 0,5, können hauptsächlich bei
alkalischen Bedingungen in Wasser gelöst werden mittels Formens einer
Wasserlösung
mit einem pH-Wert, welcher größer ist
als 8 und üblicherweise
zumindest 10 ist.
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Wie
aus den nachstehend gezeigten Ergebnissen ersichtlich, kann man
durch Verwenden einer CMC-Art, welche einen Substitutionsgrad (DS)
von 0,5 hat und welche bei einem pH-Wert von 8 in Wasser gelöst ist,
zu einer sehr guten Kombination aus Lichtstreuung und Festigkeitseigenschaften
gelangen, wobei die CMC während
des Fällens
oder nach der Fällung
zugegeben wird. Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
wird daher CMC verwendet, welche einen DS von ungefähr 0,40
bis 0,90, zum Beispiel einen DS von 0,45 bis 0,55, hat.
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Das
Molekulargewicht der CMC kann breit variieren. Üblicherweise ist ihr Polymerisationsgrad
(DP) ungefähr
100–20000,
insbesondere ungefähr
200–5000.
CMC mit einem niedrigen DP kann in größeren Mengen an Fibrillen adsorbiert
werden, was einen vorteilhaften Effekt auf z.B. die Wasser-Absorption und den
Aufladungsgrad der Fasern haben kann.
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Der
pH-Wert der CMC-Mischung oder CMC-Lösung wird üblicherweise für eine CMC-Adsorption
bei einem Wert von 6–13,
vorzugsweise 6–10,
besonders bevorzugt für
eine CMC-Adsorption
bei einem pH-Wert von mindestens 8, eingestellt. Eine geeignete
Base oder Säure
kann für
die Einstellung des pH-Werts verwendet werden. Besonders bevorzugt
ist die verwendete alkalische Verbindung eine Bikarbonat- oder Karbonat-Verbindung
eines Alkalimetalls oder Alkalimetallhydroxids. Die verwendete Säure ist
eine Mineralsäure oder
ein saures Salz. Schwefelsäure
und ihre sauren Salze, wie z.B. Alaun, werden als die geeignetsten
Säuren
angesehen, und Natriumhydrogenkarbonat, Natriumkarbonat und Natriumhydroxid
werden als die geeignetsten alkalischen Verbindungen angesehen.
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Die
Fibrillen-Suspension wird vor der Rückgewinnung des Füllstoffes
für zumindest
eine Minute, vorzugsweise für
zumindest fünf
Minuten, besonders bevorzugt für
zumindest 10 Minuten und am geeignetsten für 20 Minuten mit dem Zellulosederivat
vermischt. Es ist sogar eine Mischdauer von mehreren Stunden (1–10 Std.)
möglich,
wenn es erwünscht
ist, einen hohen Anlagerungsgrad zu erzielen. Die Temperatur ist
nicht kritisch. Bei der Durchführung
bei Bedingungen, bei denen kein erhöhter Druck vorliegt, beträgt die Temperatur üblicherweise
ungefähr
10–100°C, vorzugsweise
20–80°C. Wie oben
dargelegt, ist die Menge an Zellulosederivat 0,1–30 Ma%, vorzugsweise ca. 1–20 Ma%,
des Gewichts der Fibrillen (ohne Mineral-Pigmente). Im Verhältnis zu
der Menge an Mineral-Pigmenten
ist die Menge an Zellulosederivat üblicherweise ca. 0,01–50 Ma%, vorzugsweise
ca. 0,1–20
Ma%, besonders bevorzugt ca. 0,5–15 Ma%.
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Da
die Zellulose- oder Lignozellulose-Fibrillen und CMC beide anionisch
sind, in welchem Fall sie sich gegenseitig abstoßen, ist es einfacher, die
Anlagerung mittels Zugebens einiger Kationen zu der Faser-Suspension
zu erzielen. Üblicherweise
sollte die Konzentration der Natrium-Ionen (oder der entsprechenden
Kationen) bei den Adsorptions-Bedingungen über 0,01M,
vorzugsweise über
0,01M und insbesondere über
0,1M sein.
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Die
für die
Anlagerung verwendete Zellulosefaser-Suspension kann Additive enthalten.
Retentionsfördernde
Materialien, wie z.B. Natriumacetat, können als spezifische Beispiele
genannt werden.
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Der
Trockensubstanzgehalt des Fibrillen-Schlamms, welcher für die Anlagerung
eingespeist wird, ist ca. 0,1–10%.
Die für
den Schlamm verwendete wässrige
Phase ist zum Beispiel ein klares Filtrat des Zirkulationswassers
der Papiermaschine.
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Die
Anlagerung des Zellulosederivats kann als Batch-Prozess oder als Semi-Batch-Prozess
oder als kontinuierlicher Prozess durch Anpassen der Retentions-Zeit
des Halbstoffes, um ausreichend lang in der verwendeten Prozess-Vorrichtung
zu sein, durchgeführt
werden. Der kontinuierliche Prozess wird als vorteilhaft angesehen.
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Die
Adsorptions-Suspension kann als solche bei der Papierherstellung
verwendet werden. Falls eine Abtrennung des Füllstoffes erwünscht ist,
wird dieser üblicherweise
nicht vor der Papierherstellung getrocknet. Er wird z.B. mittels
Filtrierens oder Siebens von der Suspension abgetrennt, und das
feuchte Produkt wird als solches verwendet. Es ist jedoch möglich, das
gesammelte Produkt zu einem separaten Trocknungsschritt zu führen.
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Der
neuartige Füllstoff
kann insbesondere für
die Herstellung von Papier mit guter Nassfestigkeit verwendet werden.
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Die
Erfindung wird nachstehend mit der Hilfe der Folgenden nicht einschränkenden
Arbeitsbeispiele genauer beschrieben.
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Beispiel 1
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Zubereitung des Füllstoffes
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Mahlen des Halbstoffes
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In
denjenigen Fällen,
in denen die CMC vor dem Aufbringen zugegeben wurde, wurde das Mahlen
der Feinstoffe in KCL unter Verwendung eines Voith-Sulzer-Refiners
durchgeführt.
Es wurden dichte Birken-Messer und ein Schnittwinkel von 40° verwendet.
Die Konsistenz beim Mahlen war 4,0%. Die Rotationsgeschwindigkeit
beim Mahlen betrug 2000 Umdrehungen pro Minute, und der Durchsatz
war 100 L/Min. Beim Mahlen, bei dem CMC enthalten war, wurde die
spezifische Randlast auf ein niedrigeres Niveau eingestellt als
beim bloßen
Halbstoff-Mahlen. Die Tabelle zeigt die verschiedenen Mahl-Bedingungen.
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Tabelle:
Mahl-Bedingungen beim Voith-Sulzer-Mahlen.
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In
denjenigen Fällen,
in denen die CMC bei einer hohen Temperatur während oder nach der Fällung zugegeben
wurde, wurden die Feinstoffe mittels Mahlens im Produktionsmaßstab im
Technology Center of Valmet Mechanical Pulping Oy in/bei Anjalankoski
zubereitet. Der dann verwendete Halbstoff war KemiBrite Birke ECF
Birken-Halbstoff. Das Mahlen wurde unter Verwendung des Niederkonsistenz-Kegelrefiners
Conflo JC-01 durchgeführt.
Die beim Mahlen verwendeten Messer waren vom SF-Typ. Die Konsistenz
beim Mahlen war ungefähr
4%. Die ermittelte Leerlaufleistung war 50 kW. Die Rotationsgeschwindigkeit
beim Mahlen war 1000 Umdrehungen pro Minute, und der Durchsatz war
1500 L/Min. Die als Ziel gesetzte SR-Anzahl/Nummer 90 wurde mit
11 Durchläufen
erreicht. Die spezifische Randlast beim Mahlen war 500 Ws/km, und
der spezifische Energieverbrauch war 330 kWh/t. Die Temperatur beim
Mahlen war 59,6 °C.
Die mittels eines Kajaan-FS-200-Apparates
bestimmte Faserlänge
war 0,54 mm.
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Karbonatation
des Faser-Halbstoffes
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Die
Karbonatation wurde gemäß dem, was
in der FI-Patentveröffentlichung
100729 offenbart ist, in Leitungswasser durchgeführt. Das Reaktionsvolumen betrug
2,0 L, und die Konsistenz der Feinstoffe war 0,5%. Die CaCO3-Konzentration
in den zubereiteten Füllstoffen
war ungefähr
70%. Die Größe der PCC-Partikel
war in derselben Größenordnung
wie in Beispiel 1 des FI-Patents 100729.
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Beispiel 2
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Carboxymethylzellulose
wurde an das oben zubereitete Produkt angelagert, um die Festigkeit
des Produkts zu verbessern. Bei der Adsorption wurden zwei CMC-Arten
verwendet, wobei ihr Substitutionsgrad (DS) 0,2 bzw. 0,5 war. Die
CMC mit einem Substitutionsgrad von 0,2 war handelsübliche CMC
Nymcel ZSB 10, und die CMC mit einem Substitutionsgrad von 0,5 war
eine im Pilotmaßstab
zubereitete Art. Von den CMC-Arten wurden Lösungen mit einer NaOH-Konzentration
von 0,4 mol/L zubereitet. Die CMC mit einem höheren Substitutionsgrad (DS
0,5) war in Wasser löslich.
Von der besagten CMC wurde mittels Lösens der CMC in Wasser und
mittels Einstellens des pH-Wertes auf 8 eine Lösung zubereitet. Somit konnten
die Verwendung einer starken NaOH-Lösung vermieden und neutralere
Prozess-Bedingungen erreicht werden. Die CMC wurde in den verschiedenen
Prozessschritten, welche in Beispiel 1 beschrieben sind, in einer
Dosis von 5% der Feinstoffe adsorbiert.
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Es
wurde beobachtet, dass die Zugabe von CMC die Fällung von Kalziumkarbonat nicht
störte,
wenn sie während
oder nach der Fällung
zugegeben wurde. Die Kalziumkarbonat-Kristallformen und die Kristallgrößenklasse
des CMC-modifizierten
fibrillenbasierten Füllstoffes
waren wie gewünscht.
Die Kristalle waren von der Skalenoeder-Form.
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Die
Eignung der CMC-enthaltenden Füllstoffe
als Papier-Füllstoffe
wurde untersucht, indem Füllstoff-Blätter hergestellt
wurden. Die untersuchten Kalziumkarbonat-Konzentrationen waren 10% und 20%. Die CMC-modifizierten
Füllstoffe
wurden mit zwei Referenz-Füllstoffen
verglichen: handelsübliches
gefälltes
Kalziumkarbonat PCC Albacar LO und der Füllstoff gemäß dem FI-Patent 100729, für den der
Produktname SuperFill verwendet wird.
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Die
Ergebnisse sind in 1 gezeigt, in welcher der Lichtstreuungskoeffizient
als Funktion der Bindungsfestigkeit dargestellt ist, wenn CMC bei
einer hohen Temperatur nach dem Mahlen, während der Fällung oder danach zugegeben
wurde. CMC1 – DS
0,2, 0,4M NaOH; CMC3 – DS
0,5, gelöst
in Wasser, pH-Wert = 8.
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Wie
in 2 gezeigt, wurde mit dem CMC-modifizierten Füllstoff
eine bessere Retention erzielt als mit der PCC-Referenz. Mit den meisten CMC-modifizierten
Füllstoffen
war die Retention sogar besser als mit der SuperFill-Referenz.
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Verglichen
mit der SuperFill-Referenz wurde mit den CMC-modifizierten Füllstoffen ein Anstieg der Festigkeitseigenschaften
erzielt. Die besten Anstiege wurden bei der Bindungsfestigkeit erzielt. 1 zeigt
die Lichtstreuung von Füllstoff-Blättern als
Funktion der Bindungsfestigkeit. Die Konzentrationen in der Figur
sind Kalziumkarbonat-Konzentrationen. Die Bindungsfestigkeit des
CMC-modifizierten Produkts stieg erheblich an. Verglichen mit den
Referenzen war der Anstieg des Zug-Index und des Riss-Index geringer.
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Mit
den neuartigen CMC-enthaltenden Füllstoffen wurden bei Papier
Lichtstreuungsgrade erreicht, welche etwas geringer waren als mit
der SuperFill-Referenz, jedoch waren sie in derselben Größenordnung wie
die Lichtstreuung der PCC-Referenz.
Die besten Kombinationen aus Lichtstreuung und Festigkeitseigenschaften
wurden mit der CMC-Art mit dem höheren
Substitutionsgrad (DS 0,5) erzielt, welche bei einem pH-Wert von
8 in Wasser gelöst
ist, wobei die CMC während
oder nach der Fällung
zugegeben wird. Die Lichtstreuungskoeffizienten, die Zug-Indices
und die Bindungsfestigkeiten der betroffenen CMC-modifizierten Füllstoffe
waren in derselben Größenordnung.
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Im
Allgemeinen steigt der Lichtstreuungsgrad an, wenn die Füllstoff-Konzentration
ansteigt. Aus den Ergebnissen kann die Schlussfolgerung gezogen
werden, dass, da für
Papier mit einem CMC-modifizierten Füllstoff höhere Festigkeiten erzielt wurden
als mit der SuperFill-Referenz, mit der Hilfe der Erfindung die CaCO3-Konzentration im Papier angehoben werden
kann und ferner das Quadratmetergewicht des Papiers herabgesetzt
werden kann ohne die anderen wichtigen Eigenschaften des Papiers
zu verschlechtern. Folglich kann der Lichtstreuungsgrad angehoben
werden, und zusätzlich
werden aufgrund der geringeren Fasermenge Kosteneinsparungen erzielt.