-
Doppelsteppstich-Nähmaschine mit Langschiffchen Den Gegepstand der
Erfindung bildet eine Nähmaschine für den Hausgebrauch, welche nach dem Schiffchensystem
einen Doppelsteppstich erzeugt.
-
Die bekannten Nähmaschinen dieser Art sind verhältnismäßig kompliziert,
und sie benötigen so viel Einzelteile, daß dieselben immer noch einen verhältnismäßig
hohen Anschaffungspreis erfordern. Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ohne
Einbuße an Brauchbarkeit, Nähgeschwindigkeit u. dgl. die Nähmaschine so zu vereinfachen,
daß dieselbe außerordentlich wohlfeil wird und somit auch als Nähmaschine für Kinder
angeschafft werden kann.
-
Abgesehen davon, daß die Anordnung und Lagerung der Antriebsmittel
für die Nadel sowie die Nadelführung sehr vereinfacht sind, wird im wesentlichen
die angestrebte Vereinfachung dadurch erzielt, daß der Mechanismus des Getriebekastens
für die Hinundherbewegung des Schiffchens sowie für die Bewegung und Führung des
Stoffschiebers, soweit das überhaupt möglich ist, aus Blechkörpern besteht, welche
ihre Formgebung durch Stanzen und Pressen erhalten haben und deren Zusammenbau von
nicht handwerksmäßig vorgebildeten Kräften durch einfaches Zusammenstecken der gestanzten
Teile erfolgen kann. Um den Getriebemechanismus aus Blechkörpern bilden zu können,
mußten diesem neue und eigenartige Formen gegeben werden, welche durch die Eigenart
des Werkstoffes - Blech - bedingt sind.
-
Der unmittelbare Antrieb des Stoffschiebers und des Schiffchens erfolgt
in an sich bekannter Weise durch Exzenter- oder Kurbelscheiben; jedoch sind dieselben
in neuer Weise auf einem Ende einer gemeinsamen Welle angeordnet, und sie liegen
beide auf derselben Flachseite des Getriebekastens, so daß sich die Führung und
Lagerung der Welle im Getriebekasten erübrigt und -der innere Raum für die Anordnung
und Lagerung der eigentlichen Teile der Mechanik frei bleibt. Durch die im vorstehenden
erklärten Umstände kann eine durchaus brauchbare, leistungsfähige Nähmaschine äußerst
billig hergestellt werden.
-
Auf ,der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt.
-
Abb. r zeigt eine Seitenansicht der Maschine von der Wellenseite aus,
Abb. a eine Draufsicht in vergrößertem Maßstabe auf die Stoffschiebervorrichtung
und Schiffchenführung, Abb.3 eine Seitenansicht auf Kasten und Stoffschiebervorrichtung,
gesehen in Pfeilrichtung I, Abb. 4 eine Vorderansicht auf den Getriebekasten,
Abb.
5, 6 und 7 eine Seitenansicht auf letzteren, gesehen in Pfeilrichtung II, bei verschiedenen
Stellungen des Stoffschiebers, Abb. 8 die Rückenansicht des Getriebekastens, Abb.
9, 1o und ii einen Schnitt nach dem Vertikalschnitt der Linie A-B_ der Abb. 2 bei
verschiedenen Stellungen der Nadel und des Schiffchens, Abb. 12 einen Querschnitt
nach der Linie C-D in Albb. i i.r Der Antrieb der Nadelstange i mit der Nadel
2 sowie die Fadenführung und die Lagerung der Antriebswelle 3 entsprechen dem Bekannten.
Mit 4 ist der Maschinenarm, mit 5 der Gehäusekopf für die Nadelstange i bezeichnet.
Das Schwungrad 6 ist mit einer Innenverzahnung auf der Maschinenseite versehen.
In dieselbe greift ein Zahnrad 7 der oberen Maschinenwelle 3 ein.
-
Das Schwungrad ist um einen Zapfen 8 mittels einer Nabe io lose drehbar
gelagert. Es ist gleichzeitig Handrad und mit einem Griff i i versehen. Das Schwungrad
kann aber selbstverständlich als Schnur- bzw. Riemenscheibe ausgebildet sein und
Fußantrieb erhalten. An dem Maschinensockel, der aus einer einfachen Blechwange
12 besteht, mit welchem die Maschine auf der Grundplatte 13 befestigt ist,
ist die Getriebewelle 14 für den Stoffschieber und das Schiffchen gelagert. Die
Welle 14 erhält ihren Antrieb von einem Zahnrad 15, das wie das Zahnrad 7
in die Innenverzahnung des Schwungrades 6 eingreift. Unterhalb der abnehmbaren Stoffplatte
16 befindet sich der Getriebekasten für Stoffschieber und Schiffchen.
-
Der Getriebekasten 17 besitzt rechteckige Gestalt. Er ist ortsfest
an dem Sockel 12, angeschlossen und trägt .zwei gegenüberliegende Ohren i8 mit Schraublöchern
ig für die Aufnahme von Verbindungsschrauben, mit welchen die Platte 16 befestigt
wird.
-
Außen an dem Getriebekasten 17 legt sich ein in horizontaler
Ebene U-förmiger Rahmen 2o, welcher lose geführt wird und im nachfolgenden kurz
Schlitten genannt wird. Dieser Schlitten trägt die Platte 2i des Stoffschiebers.
Lezterer ist mittels Paßstiftes 22 und Schraube 23 mit Schlitten 2o verbunden.
-
Der Stoffschieber trägt oben zwei gezahnte Wangen 24 und 25, deren
Zähne in bekannter Weise nach .der Schubrichtung hin zugeschärft sind und dazu dienen,
den Stoff um die jeweilige Stichentfernung weiterzuschalten, der dabei in bekannter
Weise von dem Stoffdrücker 26 von oben her gegen den Stoffschieber gedrückt wird.
-
Der Stoffschieber soll die übliche Viereckbewegung ausführen.
-
Seine Bewegung empfängt der Stoffschieber durch den Schlitten :2o.
Der auf der Maschinenseite gelegene Schenkel des Schlittens 2o ist am Ende mit einem
Gabelschlitz 27 versehen. In diesen greift eine Exzenter, scheibe 28 der Welle 14
ein. Der außengelegene Schenkel des Schlittens 2o hat am auslaufenden Ende eine
Aussparung 29, in die ein am Getriebekasten befestigter Stift 30 eingreift. Ferner
ist am Getriebekasten oberhalb des Schlittens noch ein Anschlagzapfen
31 vorgesehen. Auf den Steg des Schlittens wirkt eine einfache Blattfeder
32 ein, welche ebenfalls am Getriebekasten befestigt ist und als Rückholfeder zur
Erzielung einer kraftschlüssigen Zwangsführung für den Schlitten dient in dem Sinne,
daß der Schlitten ständig gegen die Exzenterscheibe 28 gedrückt wird.
-
In Abb. 5 ist die annähernd tiefste Stellung des Stoffschiebers dargestellt.
Die Exzenterscheibe dreht sich im Sinne des eingezeichneten Pfeiles.
-
Abb. 6 zeigt die höchste Stellung des Stoffschiebers, während Abb.
7 die am weitesten nach rechts geschobene Stellung des Stoffschiebers und des Schlittens
darstellt, der nunmehr in Richtung des eingezeichneten Pfeiles nach unten geführt
wird, zurück in die Anfangsstellung nach Abb. 5.
-
Die Zapfen 30 und 31 ergeben dabei die Anschläge für
Geradehaltung und Führung, wie aus den verschiedenen Stellungen des Schlittens in
den Abb: 5, 6 und 7 ohne weiteres ersichtlich ist.
-
An der außenliegenden Wand des Getriebekastens 17 ist eine Nadelführungsrinne
33 vorgesehen (Abb.i2).
-
Der Antrieb des hin und her gehenden Schiffchens wind abgeleitet von
einer im Getriebekasten befindlichen Kurbelscheibe 34, welche wieder unmittelbar
auf der Welle 14 sitzt. Der Kurbelzapfen 35 wird in einer Kulisse 36 geführt, welche
mit einer quer zu derselben angeordneten Stange 37 in Verbindung steht. Die Stange
37 wird in den Schmalseiten des Getriebekastens geführt. .
-
Damit die oszillierende Bewegung des Schlittens 2o zustande kommen
kann, ist derselbe, wie die Abb. g, .io und ii zeigen, im Schenkelsteg mit einer
entsprechenden Aussparung 38 versehen.
-
Auf der Rückseite trägt die Kulissenbahn 36 parallel zu der Führungsstange
37 einen Rahmen 39, in welchem das Schiffchen 4.o unter Zwischenschaltung einer
Feder 41 Platz findet (Abb. i2).
-
Unterstützt wird das Schiffchen durch einen aus Blech gebogenen Tragbügel
42, welcher an die Kulisse 36 festgeschraubt ist und der gleichzeitig auch die Verbindung
mit der Führungsstange 37 bewirkt.
Die Kulisse 36 stützt sich mit
den langen Schmalflächen gegen die Kurbelscheibe 34.
-
Beim Umlaufen der Kurbelscheibe 34 erhält das Schiffchen die bekannte
hin und her gehende Schwingbewegung.
-
Unterhalb des Schiffchens ist ein in senkrechter Richtung von einer
Feder 43 geführter Hebe.l44 vorgesehen, durch welchen bei der Bewegung in Pfeilrichtung
(s. Abb. io) das Schiffchen aus seinem Bett herausgeworfen werden kann.
-
Auf dem Getriebekasten 17 befindet sich gegenüber dem Schieber 2o,
ein einstellbarer Hebel 45, durch dessen Einstellung der Hub des Stoffschiebers
und somit die Stichweite geregelt werden kann. Es wird aus diesem Regler klar, daß
die Rückholfeder 32 hier auch gleichzeitig die Funktion einer Stellfeder zu erfüllen
hat. Sonst wäre es, sofern der Stoffschieber nur einen gleichbleibenden Hub auszuführen
hätte, ohne weiteres möglich gewesen, die Exzenterscheibe 28 in einer entsprechenden
runden Bohrung des zugehörigen Schenkels -des Schlittens :2o zu lagern.
-
Der aus Abb. i ersichtliche Teil 46 ist der Spulenhalter der Spulvorrichtung.
Diese ist um einen Zapfen 47 so drehbar, daß das Gummirad 4& auf die Umfläche
des Schwungrades 6 gedreht werden kann, wodurch beim Spulen der bekannteAntrieb
zustande kommt.