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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Sicherheitskennzeichnung,
die sich zur Erfassung von Fälschungen
und Verfälschungen
eignet.
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Sicherheitskennzeichnungen
gegen Fälschungen
arbeiten unter Ausnutzung von erfassbaren und vorgegebenen speziellen
physikalischen Eigenschaften von Materialien, die ohne vorherige Kenntnis
auf Seiten des Fälschers
nur schwer nachzumachen sind. Die Hinzufügung der an den betreffenden
Waren angebrachten Sicherheitskennzeichnung erlaubt es dem Händler oder
Verbraucher, festzustellen, ob die Waren tatsächlich echt sind. Vorrichtungen
gegen Verfälschungen
verhalten sich ähnlich, besitzen
jedoch zusätzlich
eine Sicherungsfähigkeit gegen
Verfälschung
durch unbefugten Eingriff, die unausweichlich mit der Erfassung
einer Änderung
in den physikalischen Eigenschaften der Vorrichtung im Fall eines
mechanischen Eingriffs oder einer chemischen Schädigung verbunden ist.
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Es
ist auf diesem Gebiet bekannt, dass Sicherheitskennzeichnungen gegen
Fälschungen
aus Mehrschichtmaterialien (oder Laminaten) hergestellt werden können, die
durch Mehrschicht-Interferenz in einer vorgegebenen Weise mit Licht
wechselwirken. Dies führt
zu einem charakteristischen Reflexionsspektrum, das sich je nach
dem Winkel, unter dem das Laminat betrachtet wird, ändert. Diese
Materialien werden auch als irisierende Materialien bezeichnet.
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Mehrschichtmaterialien
werden typischerweise durch Vakuumabscheidung oder Coextrusion aus
anorganischen Materialien wie Siliciumoxid oder organischen Polymeren
wie Polycarbonat oder Polypropylen hergestellt. Das erzeugte Laminat
besitzt in vielen Fällen eine
hochkomplexe Struktur und ist daher ohne genaue Kenntnis der ursprünglichen
Herstellung nur schwierig nachzumachen. Da die optischen Eigenschaften
eines Mehrschichtmaterials für das
jeweilige Mehrschichtmaterial hochspezifisch sind, stellen derartige
Mehrschichtmaterialien ideale Authentizitätskennzeichen dar.
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Es
ist im Stand der Technik bekannt, dass Dünnschicht-Mehrschichtmaterialien
bei der Erfassung von Verfälschungen
durch unbefugten Eingriff eingesetzt werden können (Optical Document Security,
zweite Auflage, Herausgeber Rudolf L. van Renesse, Artech House,
Seiten 314 bis 315). Dieses Dokument beschreibt, wie mechanische
Beanspruchung dazu verwendet werden kann, um die Mehrschichtanordnung
zu brechen, was zu einer Entlaminierung (d.h., einer Änderung
in der Art der Laminierung oder einem Laminatzerfall) und demzufolge
zu einer Änderung
in den optischen Eigenschaften des Aufbaus führt.
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Moderne
irisierende Materialien sind mit dem Nachteil verbunden, dass Änderungen
im Reflexionsspektrum von nur inkrementaler Natur sind, was geradezu
dem Gegenteil von hoher Eindeutigkeit entspricht. Dieses Fehlen
von Kontrast beschränkt die
Anwendbarkeit solcher Materialien auf den Einsatz in Vorrichtungen
gegen Verfälschungen.
Eine Beschädigung
des irisierenden Materials selbst durch mechanische oder eine andere
Beanspruchung führt
ferner zu einer nicht vorhersagbaren Änderung im Irisieren der Kennzeichnung
sowie zu einem möglichen
Verlust der Fälschungssicherungseigenschaften
nach der Verfälschung.
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US-A-4
608 288 offenbart eine Kennzeichnung mit einer transparenten Grundfolie,
einer teilweise daran haftenden Mittelschicht und einer brechbaren
Oberschicht mit Lichtbrechungseigenschaften. Eine mechanische Beanspruchung,
die auf die Kennzeichnung einwirkte, ist aus der Beschädigung der Oberschicht
erkennbar.
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Das
zunehmende Raffinement bei Fälschungen
und verfälschenden
Eingriffen bedeutet, dass ein Bedürfnis nach der Entwicklung
alternativer und verbesserter Mittel besteht, bei denen der obige
Mechanismus zum Verfälschungsschutz
angewandt wird. US-A-5 135 262 beschreibt einen anodischen Film, der
mit einem farberzeugenden Metall verbunden ist, das eine Farbänderung
ergibt, wenn die kombinierten Materialien gebogen werden.
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Dementsprechend
wird eine Sicherheitskennzeichnung angegeben, die eine Schichtstruktur aufweist
und besteht aus einer ersten Schicht (1), an der eine zweite
Schicht (2) haftet, die in Bezug auf die erste Schicht
(1) so angeordnet ist, dass Licht sowohl mit der ersten
Schicht (1) als auch mit der zweiten Schicht (2)
wechselwirkt und ein erfassbares Spektrum vorgegebener Wellenlänge hervorruft,
wobei die zweite Schicht (2) im Fall von mechanischer Reibung,
chemischer Wechselwirkung, Abrieb oder irgendeiner anderen Form
von materieller Beschädigung
oder struktureller Veränderung
von der ersten Schicht (1) ablösbar ist und bei Ablösung der
zweiten Schicht (2) eine erfassbare und vorgegebene Winkeländerung
im Wellenlängenspektrum
hervorgerufen wird.
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Bei
einer Ausführungsform
der Erfindung besteht die erste Schicht (1) aus einem irisierenden
laminierten Material oder Mehrschichtmaterial, das eine Winkelabhängigkeit
in seiner Färbung
in Reflexion und/oder Transmission zeigt (d.h., irisierend ist).
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
besteht die zweite Schicht aus einer linsenartigen Schicht, die
für Licht
eines gegebenen Einfallswinkels als Filter wirkt. Die linsenartige
Schicht umfasst typischer weise eine Vielzahl von Linsen, Prismen
oder Vertiefungen, wobei allerdings auch andere Formen möglich sind,
die zu einer Winkelfilterwirkung für das einfallende Licht führen.
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Bei
einer Ausbildung der oben angegebenen Ausführungsformen besteht die erste
Schicht (1) aus einem irisierenden Laminat, während die
zweite Schicht (2) aus einer linsenartigen Schicht besteht.
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Bei
einer weiteren Ausbildung ist die erste Schicht (1) so
angeordnet, dass die geometrische Orientierung der zweiten Schicht
(2) in Bezug auf die der ersten Schicht (1) umgekehrt
ist.
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Das
Mehrschichtsubstrat verleiht der Sicherheitskennzeichnung hochspezifische
Irisierungseigenschaften, während
die darauf befindliche linsenartige Schicht das auf die Kennzeichnung
einfallende Licht je nach dem Einfallswinkel filtert. Die winkelmäßige Filterung
durch die linsenartige Schicht verringert die apparenten Irisierungseigenschaften
des Mehrschichtsubstrats, was zu der weiteren Wirkung führt, dass
der Winkel verbreitert wird, über
den ein gegebenes Wellenlängenspektrum
(oder eine Farbe) über
die Kennzeichnung als Ganzes zu beobachten ist. Dies erhöht den wahrnehmbaren
Farbkontrast, wenn die Kennzeichnung unter streifendem bis zu senkrechtem
Einfall auf die Oberfläche
betrachtet wird, da die Farbänderung
nicht mehr von inkrementaler Natur ist, sondern visuell abrupter
erfolgt. Der optische Effekt kann in einer Ebene konstant sein bei einer
einzigen Anordnung eines mit Vertiefungen versehenen linsenartigen
Screens wie etwa eines Monogitters, oder azimuthal invariant im
Fall einer zweidimensionalen Anordnung von Linsen.
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Die
winkelmäßige Filterung
des auffallenden Lichts durch die linsenartige Schicht hat den Effekt, dass
das beobachtete Wellenlängenspektrum
verschoben wird. Dies bedeutet, dass ein Spektrum, das bei Fehlen
der linsenartigen Schicht unter einem gegebenen Betrachtungswinkel
sichtbar ist, bei Vorliegen der linsensartigen Schicht in einem ähnlichen Profil
unter einem unterschiedlichen Betrachtungswinkel beobachtet werden
kann. Die Wellenlängenverschiebung
zwischen der beschichteten und der nicht beschichteten Mehrschichtanordnung
wird so eine bekannte optische Eigenschaft der Kennzeichnung.
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Das
Vorliegen oder Fehlen der linsenartigen Schicht führt daher
zu einer signifikanten Modifizierung des beobachteten Wellenlängenspektrums
in Reflexion von der Kennzeichnung unter einem gegebenen Betrachtungswinkel.
Demzufolge führt
eine Ablösung
der linsenartigen Schicht von der Mehrschichtanordnung zu einer
signifikanten Änderung
in der Farbe des von der Kennzeichnung reflektierten Lichts, die
aber gewissermaßen 'maßgeschneidert' ist. Die Mehrschichtanordnung
kann hingegen elastisch sein und diesen Prozess überstehen und weiterhin als
irisierende Kennzeichnung wirken. Die Kennzeichnung wirkt dementsprechend
als Vorrichtung gegen verfälschende
Eingriffe, wenn eine Ablösung als
Ergebnis eines physikalischen Eingriffs an der Kennzeichnung eintrat,
behält
jedoch zugleich die Eigenschaften der Fälschungserkennung unabhängig davon
bei, ob die linsenartige Schicht sich an der Mehrschichtanordnung
befindet oder nicht. Bei einer Kennzeichnung gegen verfälschende
Eingriffe kann die linsenartige Schicht in das zu schützende Objekt eingebetet
oder in Form von Blättchen
als Druckfarbe durch Beschichten aufgebracht werden.
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Der
Farbkontrast zwischen den kombinierten Schichten und der Mehrschichtanordnung
für sich kann
zur Erzielung eines weiteren Vorteils hinsichtlich des Logodesigns
herangezogen werden. Dies kann entweder durch Einprägen des
Musters in Form des Logos auf die Mehrschichtanordnung oder alternativ
durch Wegätzen
der laminierten Schicht von der Mehrschichtanordnung unter Erzielung
des gewünschten
Logos vorgenommen werden.
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Die
Ablösung
der linsenartigen Schicht von der laminierten Schicht, wie bei den
vorstehenden Ausbildungen beschrieben, kann ferner auch für die Erfassung
einer Fälschung
(im Gegensatz zur Erfassung einer Verfälschung bzw. eines unbefugten
Eingriffs) herangezogen werden. Dies ermöglicht es, die Kennzeichnung
in Qualitätssiegel
einzubringen, zum Beispiel in den Aufreißstreifen, der eine Zigarettenpackung
umgibt, wobei ein absichtliches Aufreißen dieses Streifens zu einer
vorgegebenen Änderung des
Wellenlängenspektrums
in Reflexion führen
würde,
die für
das Auge stark erkennbar wäre.
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Das
Niveau der Verformung, der die Vorrichtung zu widerstehen vermag,
kann durch die Eigenschaften des linsenartigen Screens eingestellt
werden; so eignet sich beispielsweise eine brüchige linsenartige Abdeckung
für die
Schnappbefestigung an einem Flaschenhals. Alternativ könnte eine
linsenförmige
Abdeckung in Form eines dünnen
Films verwendet werden, um Fingerkontakt mit elektronischen Komponenten
festzustellen.
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Die
linsenartige Schicht oder die Mehrschichtanordnung können in
entgegengesetzter geometrischer Orientierung zueinander angeordnet
werden, um die physikalischen Effekte des Farbkontrasts zu erzielen,
wie oben beschrieben wurde.
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Die
obigen Anwendungen können
im Fall von sichtbaren Farbänderungen
im reflektierten Licht offen oder, wenn die Änderungen in der Wellenlänge außerhalb
des sichtbaren Bereichs des Spektrums stattfinden, verdeckt eingesetzt
werden.
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Die
untenliegende laminierte Schicht erschwert zusammen mit der linsenartigen
Schicht eine Replizierung der Kennzeichnung, was den Vorteil der Erhöhung der
Gesamtkomplexität
der Vorrichtung als Ganzes mit sich bringt. Hierdurch wird entsprechend die
Schwierigkeit einer Fälschung
erhöht,
da die Nachahmung des physikalischen Verhaltens der Kennzeichnung
nicht nur eine Nachbildung der Mehrschichtanordnung, sondern auch
eine Nachbildung der linsenartigen Schicht erfordert.
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Die
Verwendung von Druckfarben mit dünnen
Blättchen
und die leichte Anbringung der linsenartigen Schicht am laminierten
Substrat über
Prägetechniken
bei kleiner Druckbeanspruchung erlaubt eine Herstellung der Sicherheitskennzeichnung
mit geringen Gestehungskosten, was einen Vorteil gegenüber anorganischen
dünnen
Schichten darstellt, bei denen die Anwendung von hohen Temperaturen und
niederen Drucken zur Abscheidung erforderlich sein kann.
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Im
Folgenden wird eine Ausführungsform der
Erfindung unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beispielhaft
erläutert;
es zeigen:
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1 einen
Querschnitt durch eine Sicherheitskennzeichnung;
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2 den
Effekt auf das Reflexionsspektrum einer Grün/Purpur-Mehrschichtanordnung bei Hinzufügung einer
linsenartigen Oberschicht;
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3 den
Effekt auf das Reflexionsspektrum einer Blau/Rot-Mehrschichtanordnung durch Hinzufügen einer
linsenartigen Oberschicht;
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4 die
Reflexionsspektren, die für
eine Blau/Rot-Mehrschichtanordnung (bei fehlender linsenartiger
Schicht) bei Lichteinfall auf die Oberfläche in Normalrichtung und unter
45° erhalten
werden;
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5 die
Reflexionsspektren, die für
eine Blau/Rot-Mehrschichtanordnung in Gegenwart einer linsensartigen
Oberschicht bei Lichteinfall auf die Oberfläche in Normalrichtung und unter
45° erhalten werden.
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Ein
Beispiel der Sicherheitskennzeichnung ist anhand eines Querschnitts
in 1 veranschaulicht. Die erste Schicht (1)
umfasst ein irisierendes Mehrschichtmaterial, das eine starke Winkelabhängigkeit
seiner Färbung
in Transmission und/oder in Reflexion zeigt. Die Mehrschichtanordnung
ist aus einer OCLI/FLEX Chromaflair-Beschichtung hergestellt und
von der Firma Flex Products Ltd., Saracens House, 25 St. Margaret's Green, Ipswich,
Suffolk IP4 2BN, erhältlich.
Eine zweite Schicht (2) besteht aus einem linsenartigen
transparenten, die eingestrahlten Strahlen lenkenden Material, das
aus einer Anordnung von mikroprismatischen oder firstartigen Linsen
(3) aufgebaut ist, wobei jedes Prisma einen äußeren rechten
Winkel (4) aufweist. Dieses Material, das als Transparent
Right Angle Film (TRAF) bezeichnet wird, ist von der Firma 3M United
Kingdom Plc., Customer Technical Centre, Easthampstead Road, Bracknell,
Berks. RG12 1JE, erhältlich.
Die erste Schicht kann unter Verwendung eines transparenten Klebers
an der zweiten Schicht angebracht werden; für Zwecke der optischen Analyse
kann sie auch einfach auf die zweite Schicht aufgelegt werden.
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Der
optische Effekt der Kombination der linsenartigen Schicht (2)
mit der Mehrschichtanordnung (1) ist in 2 veranschaulicht.
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Anmerkung:
In den 2 bis 5 beziehen sich die Angaben
zum Einfallswinkel auf den Betrachtungswinkel, gemessen von der
Normalrichtung auf die Oberfläche.
Daher bedeutet "Einfallswinkel 0°" "gesehen aus der Normalrichtung auf die
Oberfläche", und "Einfallswinkel 60°" bedeutet, dass der Winkel
zwischen der Betrachtungsrichtung und der Normalen auf die Oberfläche 60° beträgt.
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In
diesem Fall war die verwendete Mehrschichtanordnung die Grün/Purpur-Mehrschichtanordnung,
die von Flex Products Ltd. (wie oben) erhältlich ist. Die Mehrschichtanordnung
erscheint grün gefärbt, wenn
sie unter einem Einfallswinkel von 0° (bei fehlender linsenartiger
Schicht) betrachtet wird, wie aus dem Spektrum (5) zu ersehen
ist. Wenn allerdings die Mehrschichtanordnung (bei fehlender linsenartiger
Schicht) unter einem Einfallswinkel von 60° betrachtet wird, erscheint
sie purpurfarben, wie aus Spektrum (6) ersichtlich ist.
Anders ausgedrückt, zeigt
das Spektrum (5) einen Peak im Bereich kurzer Wellenlängen bei
etwa 520 nm (Grün),
der im Spektrum (6) verschwindet, obgleich am roten Ende
des Spektrums keine Verringerung der Reflexion zu beobachten ist.
Demzufolge führt
die Bewegung des Betrachtungswinkels zur Normalen auf die Oberfläche der
Mehrschichtanordnung von 0° auf
60° zu einer Änderung
in der Farbe des reflektierten Lichts von Grün nach Purpur.
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2 erläutert, dass,
wenn die linsenartige Schicht über
der Mehrschichtanordnung angebracht und unter einem Einfallswinkel
von 0° betrachtet
wird, sich die reflektierte Farbe von Grün nach Purpur ändert, wie
aus Spektrum (7) hervorgeht, was bedeutet, dass die Hinzufügung der
linsenartigen Schicht die gleiche Wirkung ergibt, als ob der Betrachter
die Mehrschichtanordnung unter einem Betrachtungswinkel von 60° zur Normalen
auf die Oberfläche
betrachtet hätte,
wenn die linsenartige Oberschicht fehlt. Es ist festzustellen, dass
Spektrum (7) für
die Kombination von Mehrschichtanordnung und linsenartiger Schicht
bei Einfallsrichtung in Normalrichtung dem Spektrum (6)
stark ähnelt,
das bei Fehlen einer linsenartigen Schicht und unter einem Betrachtungswinkel
von 60° erhalten
wurde. Dementsprechend hatte die linsenartige Schicht die gleichartige
Wirkung der Verschiebung des beobachteten Reflexionsspektrums zu
dem Spektrum hin, das unter einem Betrachtungswinkel von 60° erhalten
wurde. Dies kann als Winkeländerung
im Spektrum der reflektierten Wellenlängen bezeichnet werden. Darüber hinaus
kann die Winkeländerung
vorgegeben werden – im
vorliegenden Beispiel beträgt
sie 60°.
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Ein ähnlicher
Effekt wie der in 2 beobachtete Effekt wird auch
für die
Blau/Rot-Mehrschichtanordnung gefunden, wie in 3 dargestellt ist.
In 3 zeigt das Spektrum (8) das Wellenlängenspektrum,
das erhalten wird, wenn die Blau/Rot-Mehrschichtanordnung unter
einem Einfallswinkel von 0° betrachtet
wird; optisch erscheint sie dem Auge purpurfarben (der Hersteller
bezeichnet diese Farbe als Blau). Das Reflexionsspektrum ändert sich
allerdings in Magenta (der Hersteller bezeichnet diese Farbe als
Rot), wenn die Mehrschichtanordnung unter einem Einfallswinkel von
60° betrachtet
wird, wie aus dem Spektrum (9) ersichtlich ist. Die Hinzufügung der
linsenartigen Schicht zu der Mehrschichtanordnung hat den Effekt,
dass, wenn die kombinierte Mehrschichtanordnung mit der linsenartigen
Schicht unter einem Einfallswinkel von 0° betrachtet wird, sich die beobachtete
Farbe von Purpur in die Farbe Magenta ändert, die zuvor bei einem Einfallswinkel
von 60° bei
fehlender linsenartiger Schicht beobachtet wurde. Dementsprechend
ist der signifikante Peak bei etwa 510 nm in dem Spektrum nicht
mehr vorhanden, und es ist festzustellen, dass das beobachtete Spektrum
(10) in seinem Profil dem Spektrum (9) ähnlich ist.
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Ein
verfälschender
Eingriff würde
daher bei einer Kennzeichnung, die aus der Kombination der Mehrschichtanordnung
und der linsenartigen Schicht in der in 1 in Querschnitt
gezeigten Art aufgebaut ist, zu einer Umkehrung der beobachteten
Farbänderung
von Purpur nach Grün
für die
Grün/Purpur-Mehrschichtanordnung
und von Magenta in Purpur für
die Blau/Rot-Mehrschichtanordnung führen, wenn die Vorrichtung
unter einem Einfallswinkel von 0° betrachtet
wird. In gleicher Weise würde
die Grün/Purpur-Mehrschichtanordnung
bei Betrachtung unter einem Einfallswinkel von 60° eine Farbänderung
von Purpur nach Grün
und die Blau/Rot-Mehrschichtanordnung eine Farbänderung von Purpur nach Magenta
zeigen. Diese Farbänderung
wäre für das menschliche
Auge stark bemerkbar und stellt daher ein wirksames Mittel zur Erfassung
eines verfälschenden
Eingriffs dar. Unabhängig
davon würde
die darunter liegende Mehrschichtanordnung ihre Fälschungssicherheitseigenschaften
auch nach der Verfälschung
beibehalten, da die Mehrschichtanordnung irisierend bleibt. Die
Kennzeichnung weist daher die doppelte Funktionalität der Erfassung
eines unbefugten Eingriffs wie auch der Erfassung einer Fälschung auf
und behält
diese doppelte Funktionalität
unabhängig
davon bei, ob ein unbefugter Eingriff erfolgte oder nicht.
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In 4 zeigt
das Spektrum (11) das Wellenlängenspektrum, das von der Blau/Rot-Mehrschichtanordnung
erhalten wird, wenn sie bei Fehlen einer linsenartigen Oberschicht
unter einem Einfallswinkel von 45° betrachtet
wird. Die Mehrschichtanordnung erscheint für das Auge unter 45° in der Farbe
Magenta. Das Spektrum (12) ist das Wellenlängenspektrum,
das erhalten wird, wenn die gleiche Mehrschichtanordnung, wiederum
bei Fehlen einer linsenartigen Oberschicht, unter einem Einfallswinkel von
0° betrachtet
wird. Bei einem Einfallswinkel von 0° erscheint die Mehrschichtanordnung
purpurfarben. Ein Vergleich der beiden Spektren zeigt, dass die
Drehung des Betrachtungswinkels zu einer signifikanten Änderung
im Wellenlängenspektrum
im Bereich von 350 bis 600 nm führt,
d.h. im blauen Ende des Spektrums. Es liegt ferner auch eine Ungleichheit
in den Profilen bei höherer
Wellenlänge
vor, obgleich dies weniger signifikant ist. Die Änderung im Wellenlängenspektrum
manifestiert sich als Farbänderung
der Mehrschichtanordnung in diesem Bereich des Betrachtungswinkels
(45° Betrachtungswinkeldrehung)
von Magenta bei 45° zu
Purpur bei 0°.
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Die
beobachtete ausgeprägte Änderung
in der Farbe und im Spektrum mit dem Betrachtungswinkel bei der
Mehrschichtanordnung ist mit den Spektren zu vergleichen, die bei
gleicher Änderung im
Betrachtungswinkel für
eine Mehrschichtanordnung erhalten werden, die in Verbindung mit
einer linsenartigen Oberschicht verwendet wird; die Ergebnisse hierfür sind in 5 dargestellt. 5 zeigt
die Wellenlängenspektren,
die unter den gleichen Betrachtungswinkeln erhalten werden, wie
sie bei 4 vorlagen, jedoch in Gegenwart
einer linsenartigen Oberschicht. Das Spektrum (13) wurde
erhalten, wenn die Kennzeichnung unter einem Winkel von 45° zur Oberfläche betrachtet
wurde; das Spektrum (14) wurde erhalten, wenn die Kennzeichnung
unter einem Einfallswinkel von 0° betrachtet
wurde. Die beiden Spektren können
als nahezu identisch angesehen werden, und für diese Winkelvariation des
Betrachtungswinkels wird keine Farbänderung beobachtet, da beide
Anordnungen für
das Auge purpurfarben erscheinen.
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Die
optische Wirkung der linsenartigen Oberschicht auf das Mehrschichtsubstrat
besteht darin, dass für
einen gegebenen Betrachtungswinkel die wahrgenommene Farbe des von
der Mehrschichtanordnung reflektierten Lichts gedreht wird. Obgleich diese
Drehung nicht absolut genau ist, da die beobachteten Wellenlängenspektren
nicht genau deckungsgleich sind, nimmt das Auge die beobachtete Farbänderung
als eine solche Drehung wahr. Die linsenartige Schicht dehnt ferner
den beobachteten Winkelbereich aus, innerhalb dessen eine gegebene Farbe
vom Auge gesehen wird. Dies tritt auf, da die linsenartige Schicht
das Irisieren der Mehrschichtanordnung verringert. Der Effekt dieser
Verringerung des Irisierens besteht darin, soweit die Wahrnehmung
des Betrachters betroffen ist, dass der optische Kontrast zwischen
den mit Linsen beschichteten und den unbeschichteten Bereichen der
Mehrschichtanordnung erhöht
wird. Daher erleichtert dies die Analyse durch das Auge im Fall
eines unbefugten Eingriffs an der Kennzeichnung.