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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Server zur
Anrufsignalisierung für
die Bereitstellung einer nahtlosen Session-Mobilität.
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Es
gibt heutzutage eine Vielfalt von Telekommunikations-Endgeräten wie
beispielsweise Mobiltelefone, kabelgebundene Telefone, drahtlose
Telefone, Multimedia-PCs, Laptops mit Softphone-Funktionen etc. Innerhalb jeder Kategorie
steht eine Vielzahl verschiedener Technologien zur Verfügung. Ein
Mobiltelefon kann beispielsweise unter GSM, GPRS oder UMTS betrieben
werden (GSM = Global System for Mobile Communications; GPRS = General
Packet Radio Service; UMTS = Universal Mobile Telecommunications
System). Ebenso kann ein VoP-Telefon über DSL oder Wi-Fi an das globale
Telefonnetz angeschlossen sein (VoP = Voice over Packet; DSL = Digital
Subscriber Lines; Wi-Fi = Wireless Fidelity).
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Normalerweise
gehört
jede Netzwerkzugriffstechnologie zu einem anderen Dienstanbieter oder
Betreiber. Dies kann ein Problem darstellen, wenn ein Teilnehmer
während
einer laufenden Kommunikations-Session, z. B. einem Sprachanruf
oder einer Videokonferenz, von einem an ein erstes Zugangsnetzwerk
angeschlossenen ersten Endgerät auf
ein zweites Endgerät
umschalten möchte,
das an einem zweiten Zugangsnetzwerk angeschlossen ist.
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Die
heutigen Lösungen
erlauben eine nahtlose Session-Mobilität, auch als Netzwerkwechsel
bezeichnet, nur innerhalb einer Zugangsnetzwerk-Technologie, beispielsweise
von GSM- zu GSM-Zellen.
Eine nachtlose Session-Mobilität
zwischen verschiedenen Betreibern und verschiedenen Netzwerktechnologien
ist derzeit nicht verfügbar.
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Die
Patentschrift
WO
2004/114707 A1 beschreibt einen Prozess zum Netzwerkwechsel
für ein Mobilkommunikations-Endgerät von einem
ersten Netzwerk zu einem zweiten Netzwerk. Die Qualität eines
Medienpfads von einem fernen entsprechenden Knoten zu einem Mobil-Endgerät über ein
WLAN verschlechtert sich, wenn sich das Mobil-Endgerät vom WLAN
weg bewegt. Das Mobil-Endgerät,
das eine WLAN-Schnittstelle und eine UMTS-Schnittstelle umfasst,
leitet über
das SIP-Protokoll einen Netzwerkwechsel vom WLAN an ein alternatives
verfügbares
Netzwerk ein, beispielsweise ein UMTS-Netzwerk (SIP = Session Initiation
Protocol). Sobald das Mobil-Endgerät die letzten Datenpakete über das WLAN-Netzwerk
empfangen hat, wird die WLAN-Schnittstelle des Mobilknoten-Endgeräts in den
Schlafmodus versetzt, und die Datenpakete werden am Mobil-Endgerät über die
UMTS-Schnittstelle durch das UMTS-Netzwerk empfangen.
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Ebenso
beschreibt die Patentschrift
WO 2005/027563 A1 einen Prozess zum Netzwerkwechsel
für einen
Mobilkommunikations-Knoten
(Endgerät)
von einem ersten Netzwerk zu einem zweiten Netzwerk, insbesondere
ein Verfahren zur Freigabe zugeordneter Ressourcen beim SIP-Netzwerkwechsel.
Wenn die Mobilkommunikation von einer ersten Verbindung an eine
zweite Verbindung übergeben wird,
wird die Freigabe der der ersten Verbindung zugeordneten Ressourcen
als Reaktion auf das Erzeugen eines ACK-Signals durch den Mobilknoten durchgeführt, statt
auf den Timeout eines Aktualisierungsbefehls zu warten, um auf diese
Weise die Ressourcen so schnell wie möglich freizugeben.
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U.S. 2004/0233866
A1 betrifft die Umschaltung der Funkversorgung von einem
ersten Zugangsnetzwerk zu einem zweiten Zugangsnetzwerk während des
Herunterladens einer Software, insbesondere ein Verfahren eines
Nicht-Echtzeit-Herunterladens einer Software in einem IP-Mobilkommunikationssystem
mit heterogenen Zugangstechnologien auf der Basis des SIP-Protokolls
(IP = Internet Protocol). Ein Benutzer mit einem Multimode-Endgerät startet
beispielsweise ein Herunterladen von Software, und während des
Herunterladens muss er einen vertikalen Netzwerkwechsel durchführen, beispielsweise
von GPRS zu UMTS oder von einem Zellen-Netzwerk zu einem WLAN (GPRS
= General Packet Radio Service).
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US 6 243 581 B1 beschreibt
ein mobiles Computersystem, das ein nahtloses Roaming zwischen drahtlosen
Kommunikationsnetzen ermöglicht. Zunächst werden
die von einer ersten Anwendung ausgegebenen Datagramme über eine
erste Verbindung, die von einem ersten drahtlosen Kommunikationsnetz
bereitgestellt wird, an eine weitere Anwendung weitergeleitet. Wenn
eine Datenverbindung mit einer höheren
Bandbreite über
ein zweites drahtloses Kommunikationsnetzwerk verfügbar ist,
wird eine zweite Verbindung eingerichtet. Somit kann ein Benutzer
gleichzeitige drahtlose Datenverbindungen über das erste Netzwerk und über das
zweite Netzwerk haben. Anschließend
bewirkt ein Netzwerkvermittler den nahtlosen Netzwerkwechsel vom
ersten Netzwerk am das zweite Netzwerk für die Übertragung von Datagrammen,
während
die Session zwischen den Anwendungen aufrechterhalten wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer nahtlosen
Session-Mobilität
zwischen den beiden Endgeräten.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erreicht durch ein Verfahren
zur Durchführung
eines Netzwerkwechsels einer Echtzeit-Kommunikations-Session gemäß Anspruch
1.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird des Weiteren erreicht durch
einen Anrufsignalisierungs-Server zur Durchführung eines Netzwerkwechsels
einer Echtzeit-Kommunikations-Session gemäß Anspruch
8.
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Der
Netzwerkwechsel gemäß der vorliegenden
Erfindung erfordert keine Neueinrichtung der Verbindung, die zu
einer Unterbrechung der Kommunikations-Session führen würde. Statt dessen erfolgt der
Netzwerkwechsel vollständig
nahtlos, d. h. der Kommunikationspartner des Teilnehmers bemerkt den
Netzwerkwechsel gar nicht. Es gibt keine Möglichkeit, den Netzwerkwechsel
aufgrund von Audio-Störungen,
Video-Störungen
oder des Wechsels einer IP-Adresse oder eines IP-Ports zu erkennen.
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Die
vorliegende Erfindung erzielt eine nahtlose Session-Mobilität zwischen
beliebigen Endgeräten
beliebiger Netzwerke über
beliebige Betreiber oder Service-Anbieter hinweg. Es sind keine
neuen Netzwerkelemente erforderlich, da es sich bei dem Verfahren
der Erfindung um eine Softwarelösung handelt,
die in einer vorhandenen Infrastruktur implementiert werden kann.
Sie kann insbesondere ohne Änderung
des IMS/TISPAN-Standards installiert werden (IMS = IP Multimedia
Subsystem; TISPAN = Telecommunications and Internet converged Services and
Protocols for Advanced Networks).
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Die
vorliegende Erfindung erfordert lediglich einen geringen Entwicklungsaufwand
und ist mit dem IMS und dem zukünftigen
IMS/TISPAN Standard konform.
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Die
Erfindung erlaubt eine gleichzeitige Session-Mobilität der verbundenen
Benutzer ohne jede Einschränkung.
Sie ist nicht anwendbar, wenn sich die Benutzer in unterschiedlichen
Zugangsnetzwerken befinden oder zu unterschiedlichen Dienstan bietern
oder Betreibern gehören,
aber auch, wenn sich die Benutzer im gleichen Zugangsnetzwerk befinden oder
zum gleichen Dienstanbieter oder Betreiber gehören.
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Weitere
Vorteile werden mit den in den abhängigen Patentansprüchen angegebenen
Ausführungsformen
erzielt.
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Gemäß der vorliegenden
Ausführungsform der
Erfindung ermittelt ein einem Anrufsignalisierungs-Server zugeordneter
Anwendungs-Server
einen Netzwerkknoten, der die aktuelle Kommunikations-Session verarbeitet,
d. h. einen Netzwerkknoten, der Zugang auf die aktuelle Kommunikations-Session
hat und der die der aktuellen Kommunikations-Session zugeordneten
Datenpakete ändern kann.
Bevorzugt wählt
der Anwendungs-Server einen Netzwerkknoten im Heim-Netzwerk des Dienstanbieters
des Teilnehmers aus oder im Heim-Netzwerk des Dienstanbieters des
Kommunikationspartners oder des Kern-Netzwerks der Kommunikations-Session. Die Auswahl
kann von Aspekten wie beispielsweise der Anforderung eines Minimums
von Netzwerk-Ressourcen oder der Implementierung einer Berechtigungsfunktion
abhängen, beispielsweise
zum Identifizieren des anfordernden Teilnehmers, der Geschwindigkeit
des Netzwerkwechsels, der Einfachheit des Netzwerkwechsels, der
Gebühren
für den
Netzwerkwechsel etc.
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Bevorzugt
empfängt
der Teilnehmer, der den Netzwerkwechsel anfordert, einen Anruf an
seinem zweiten Endgerät,
an das die Kommunikations-Session übertragen werden soll. Der
Anruf stammt von dem ausgewählten
Netzwerkknoten und weist auf eine anstehende Session-Einrichtung
am zweiten Endgerät
hin. Sobald der Teilnehmer den Anruf akzeptiert, beispielsweise
durch Abnehmen des Hörers am
zweiten Endgerät,
wird eine Kommunikations-Session zwischen diesem Netzwerkknoten
und dem zweiten Endgerät
eingerichtet. Nachdem die Kommunikations-Session von seinem ersten
Endgerät
an sein zweites Endgerät übergeben
wurde, legt der Teilnehmer den Hörer
am ersten Endgerät
auf, und der Austausch von Datenpaketen zwischen dem Netzwerkknoten
und dem ersten Endgerät
des Teilnehmers über
das erste Zugangsnetzwerk wird im Kontext der Kommunikations-Session
beendet.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird einer internen Medien-Leitung des ausgewählten Netzwerkknotens
eine Konferenzfunktion zum Mischen und Kopieren der Datenpakete
hinzugefügt.
Durch die Konferenzfunktion ist die laufende Kommunikations-Session
mit beiden Endgeräten
des Teilnehmers über
eine Konferenzschaltung verbunden, und die Medien-Datenströme von den
beiden Endgeräten
des Teilnehmers werden gemischt und als ein einziger Datenstrom
in den Datenstrom der Kommunikations-Session-Verbindung, die an
den Kommunikationspartner des Teilnehmers gerichtet ist, eingespeist.
Nach der Beendigung des Netzwerkwechsels wird die Konferenzfunktion
aus der internen Medienleitung des Netzwerkknotens entfernt, und
die der Konferenzfunktion zugeordneten Ressourcen werden freigegeben.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird der Netzwerkwechsel vom Teilnehmer ausgelöst, der
den Netzwerkwechsel am ersten Endgerät des Teilnehmers anfordert, beispielsweise
durch Drücken
einer Taste auf der Tastatur des Endgeräts, durch Wählen einer Nummer oder dadurch,
dass er das Endgerät
in die Nähe
eines zweiten Endgeräts
bringt oder einer Vorrichtung, die dem zweiten Endgerät zugeordnet
ist, zum Auslösen
des Netzwerkwechsels, beispielsweise durch RFID oder Bluetooth (RFID
= Radio Frequency Identification).
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist der Netzwerkwechsel als ein Benutzerdienst im Kontext der Teilnehmerdienste
festgelegt, die den Teilnehmern vom Netzbetreiber des Teilnehmers
bereitgestellt werden. Der Teilnehmer kann die Vorgaben und Einstellungen
für spezifische
Situationen festlegen wie auch die Regeln für den Netzwerkwechsel. Die
auf den Teilnehmer bezogenen Daten werden in einer Datenbank eines
Anwendungs-Servers
gespeichert und als Reaktion auf das Auslösen aufgerufen. Alternativ
dazu werden diese Daten zu den Einstellungen und/oder den Teilnehmervorgaben
für den Netzwerkwechsel
in einer Datenbank gespeichert, die vom Netzbetreiber zum Speichern
von teilnehmerbezogenen Informationen wie beispielsweise der Teilnehmerposition,
der Teilnehmeradressen etc. bereitgestellt wird, beispielsweise über einen
HSS (HSS = Home Subscriber Service).
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung erzeugt ein Anrufsignalisierungs-Server des Kommunikationsnetzwerks
Steuernachrichten und sendet die Steuernachrichten über ein
Signalprotokoll an den Netzwerkknoten, wobei die Steuernachrichten
die Verarbeitung des Netzwerkwechsels regeln. Bevorzugt wurden die
Steuernachrichten auf der Basis der Daten zu den vordefinierten
Einstellungen und/oder Teilnehmer-Vorgaben zum Netzwerkwechsel erzeugt.
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Für die Steuerung
des Netzwerkwechsels kann jedes geeignete Steuer- und Signalprotokoll verwendet
werden. Bevorzugt ist der Signaldatenverkehr des Anrufsignalisierungs-Servers
für die
Steuerung des Netzwerkknotens mit dem Session-Einleitungsprotokoll
oder dem H.323-Protokoll oder dem Media Gateway Steuerprotokoll
konform.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist der Anrufsignalisierungs-Server so angepasst,
dass er die Einrichtung der Kommunikations-Session als zwei diskrete
Teile steuert, wobei der erste Session-Teil zwischen dem Teilnehmer
und dem Netzwerkknoten liegt und der zweite Session-Teil zwischen
dem Netzwerkknoten und dem Kommunikationspartner des Teilnehmers, und
wobei der zweite Session-Teil zwischen dem Netzwerkknoten und dem
Kommunikationspartner beim Netzwerkwechsel nicht verändert wird.
Der entsprechende Netzwerkknoten oder der Anrufsignalisierungs-Server
wird beispielsweise als Back-to-Back User-Agent ausgeführt.
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Diese
wie auch weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden deutlicher
durch die Lektüre der
folgenden ausführlichen
Beschreibung der derzeit bevorzugten exemplarischen Ausführungsformen
in Verbindung mit den beigefügten
Zeichnungen, für
die gilt:
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1 ist
ein Blockdiagramm eines Kommunikationsnetzwerks gemäß einer
Ausführungsform der
Erfindung.
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2 ist
ein Nachrichtenablaufdiagramm, das eine Kommunikation über ein
erstes Endgerät
eines Teilnehmers in einem Kommunikationsnetzwerk gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der Erfindung zeigt.
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3 ist
ein Blockdiagramm, das eine Kommunikation über ein erstes Endgerät eines
Teilnehmers vor einem Netzwerkwechsel und Details zu einem Netzwerkknoten
gemäß einer
Ausführungsform der
Erfindung zeigt.
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4 ist
ein Blockdiagramm, das eine Kommunikation über ein erstes und ein zweites
Endgerät eines
Teilnehmers während eines
Netzwerkwechsels und zu einem Anrufsignalisierungs-Server gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung zeigt.
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5 ist
ein Nachrichtenablaufdiagramm, das eine Kommunikation über ein
erstes und ein zweites Endgerät
während
eines Netzwerkwechsels in einem Kommunikationsnetzwerk gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der Erfindung zeigt.
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6 ist
ein Blockdiagramm, das das Kopieren von Kommunikations-Session-Daten
in einem Netzwerkknoten gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung zeigt.
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7 ist
ein Blockdiagramm, das das Mischen von Kommunikations-Session-Daten
in einem Netzwerkknoten gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung zeigt.
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8 ist
eine alternative Ausführungsform des
in 5 dargestellten Nachrichtenablaufdiagramms.
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9 ist
eine weitere alternative Ausführungsform
des in 5 dargestellten Nachrichtenablaufdiagramms.
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10 ist
ein Blockdiagramm, das eine Kommunikation über ein zweites Endgerät eines
Teilnehmers nach einem Netzwerkwechsel und Details zu einem Netzwerkknoten
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung zeigt.
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1 zeigt
ein Kommunikationsnetzwerk 3, das ein paketbasiertes Kern-Netzwerk 300,
Zugangsnetzwerke 101, 102, 103, 201, 202,
Netzwerkknoten 1010, 1020, 1030, 2010, 2020,
verschiedene Telefon-Endgeräte 10, 11 und 20,
einen Teilnehmer 1 und einen Kommunikationspartner 2 des
Teilnehmers 1 umfasst. Die Telefon-Endgeräte 10 und 11 sind
dem Teilnehmer 1 zugeord net, und das Telefon-Endgerät 20 ist
seinem Kommunikationspartner 2 zugeordnet. Das Telefon-Endgerät 10 kann
beispielsweise ein Mobiltelefon sein, das unter UMTS betrieben wird,
und die Telefon-Endgeräte 11 und 20 können VoIP-Telefone
sein.
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Die
VoIP-Telefon-Endgeräte 11, 20 sind IP-Telefone
oder Computer, die einen IP-Telefon-Client ausführen. Diese Endgeräte können beispielsweise
SIP-Telefone sein oder Computer, die einen SIP-Client ausführen. Gemäß einer
spezifischen Ausführungsform
dieser Erfindung ist das VoIP-Telefon-Endgerät 10 ein kleines mobiles
Endgerät
mit geringem Gewicht, geringen Abmessungen und reduzierter Funktionalität, während das
VoIP-Telefon-Endgerät 11 ein
bequemes fest eingerichtetes Endgerät ist, beispielsweise ein Computer
mit einem SIP-Client und einer breiten Auswahl von Funktionen.
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Das
Kommunikationsnetzwerk 3 kann ein NGN-Kommunikationsnetzwerk
sein, das auf einem verteilten IP-Netzwerk basiert (NGN = Next Generation
Network). In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Kommunikationsnetzwerk 3 mit
dem IMS- oder dem TISPAN-Standard konform.
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Die
Zugangsnetzwerke 101, 102, 103, 201, 202 des
Kommunikationsnetzwerks 3 bieten den Telefon-Endgeräten 10, 11, 20 Zugriff
auf das Kern-Netzwerk 300. Jedes der Zugangsnetzwerke 101, 102, 103, 201, 202 kann
von einem anderen Betreiber betrieben werden (bedienerübergreifendes Szenario).
Jedes Zugangsnetzwerk 101, 102, 103, 201, 202 kann
auf einer anderen Technologie basieren – paketbasiert oder nicht-paketbasiert – wie beispielsweise
GSM, GPRS, UMTS, Wi-Fi, WiMax, LMDS, DSL, Kabel und anderen (WiMax
= Worldwide Interoperability for Microwave Access; LMDS = Local Multipoint
Distribution System). Gemäß einer
anderen Ausführungsform
der Erfindung können
die Endge räte 10, 11 und 20 jedoch
mit Zugangsnetzwerken verbunden sein, die auf der gleichen Technologie
basieren und zum gleichen Anbieter gehören.
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Das
Zugangsnetzwerk 101 ist ein Heim-Netzwerk des Teilnehmers 1.
Es umfasst einen oder mehrere Anrufsignalisierungs-Server 1011 und 1012,
eine Datenbank 1013, z. B. eine Datenbank 1013 eines
HSS-Moduls und einen Anwendungs-Server 1014. Das Zugangsnetzwerk 101 ist mit
dem Kern-Netzwerk 300 über
den Netzwerkknoten 1010 verbunden.
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Zum
Aktivieren der Einrichtung der Kommunikation mit seinen Telefon-Endgeräten 10, 11 muss der
Teilnehmer 1 einen Dienstanbieter auswählen, einen Teilnahmevertrag
beim Dienstanbieter unterzeichnen und seine Telefon-Endgeräte 10, 11 entsprechend
konfigurieren. Der Teilnehmer 1 wählt beispielsweise einen Dienstanbieter
für den
Betrieb des Zugangsnetzwerks 101 aus, wodurch das Zugangsnetzwerk 101 das
Heim-Netzwerk des Teilnehmers wird. Die Telefon-Konfigurationsdaten,
Teilnehmerdaten, Teilnehmervorgaben etc. werden in der Datenbank 1013 des
HSS-Moduls zum Zugangsnetzwerk 101 gespeichert.
Die in der Datenbank 1013 des HSS-Moduls gespeicherten
Daten umfassen die erforderlichen Informationen, die es den Telefon-Endgeräten 10, 11 ermöglichen,
sich an den besuchten Netzwerken 102 und 103 zu
registrieren und den von den Dienstanbietern des Heim-Zugangsnetzwerks 101 und
der besuchten Zugangsnetzwerke 102, 103 bereitgestellten
Telefondienste dem Teilnehmer 1 verfügbar zu machen.
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Das
Zugangsnetzwerk 102 ist ein besuchtes Netzwerk, in dem
der Teilnehmer 1 derzeit zur Nutzung des Telefon-Endgeräts 10 registriert
ist. Es umfasst einen Anrufsignalisierungs-Server 1021,
und es ist mit dem Kern-Netzwerk 300 über den Netzwerk knoten 1020 und
außerdem
mit dem Zugangsnetzwerk 101 verbunden. Ebenso ist das Zugangsnetzwerk 103 ein
weiteres besuchtes Netzwerk, in dem der Teilnehmer 1 derzeit
zur Nutzung des Telefon-Endgeräts 11 registriert
ist. Es umfasst einen Anrufsignalisierungs-Server 1031,
und es ist mit dem Kern-Netzwerk 300 über den Netzwerkknoten 1030 und
außerdem
mit dem Zugangsnetzwerk 101 verbunden.
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Das
Zugangsnetzwerk 201 ist ein Heim-Netzwerk des Kommunikationspartners 2 des Teilnehmers.
Es umfasst einen Anrufsignalisierungs-Server 2011, und
es ist mit dem Kern-Netzwerk 300 über den Netzwerkknoten 2010 verbunden. Das
Zugangsnetzwerk 202 ist ein besuchtes Netzwerk, in dem
der Kommunikationspartner 2 derzeit zur Nutzung seines
Telefon-Endgeräts 20 registriert ist.
Es umfasst einen Anrufsignalisierungs-Server 2021, und
es ist mit dem Kern-Netzwerk 300 über den Netzwerkknoten 2020 und
außerdem
mit dem Zugangsnetzwerk 201 verbunden.
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Der
Systemteil des von dem Zugangsverfahren unabhängigen Kommunikationsnetzwerks 3 wird als
Kern-Netzwerk 300 bezeichnet oder auch als Backbone-Netzwerk.
In einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich dabei um ein IP-basiertes Netzwerk wie beispielsweise
das Internet.
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In
einer ersten Ausführungsform
handelt es sich bei den Netzwerkknoten 1010, 1020, 1030, 2010, 2020 um
Medien-Gateways. In einer anderen Ausführungsform werden die Netzwerkknoten 1010, 1020, 1030, 2010, 2020 durch
Session-Grenzcontroller („Session
Border Controller",
SBC) oder durch ähnliche
Netzwerkeinrichtungen dargestellt oder durch eine Sammlung von Funktionen,
die den Echtzeit-Session-Datenverkehr auf der Signal-, Anrufsteuerungs-
und Paketebene steuern, wenn die Datenverkehrspakete die Netzwerkgrenze
zwischen den Zugangsnetzwerken 101, 102, 103, 201, 202 und dem
Kern-Netzwerk 300 passieren. Alternativ dazu können die
Netzwerkknoten 1010, 1020, 1030, 2010, 2020 die
Funktionalität
der Medien-Gateways und/oder der Grenzcontroller umfassen und in
die Netzwerkelemente des Kommunikationsnetzwerks 3 integriert
sein, die den Daten- und/oder
Signalverkehr zu der Kommunikations-Session zwischen dem Teilnehmer 1 und
dem Kommunikationspartner 2 verarbeiten.
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Die
Anrufsignalisierungs-Server 1011, 1012, 1021, 1031, 2011 und 2021 sind
Bestandteil der Steuerungsebene des Kommunikationsnetzwerks 3. Sie
bieten alle Steuerungsfunktionen für Netzwerkelemente der Transportebene
des Kommunikationsnetzwerks 3. Die Anrufsignalisierungs-Server 1011, 1012, 1021, 1031, 2011 und 2021 sind
beispielsweise Medien-Gateway-Controller, die innerhalb einer NGN-Architektur
die zentrale intelligente Instanz bilden für die Bereitstellung neuer
VoIP- oder Multimedia-Services. Ein Medien-Gateway-Controller ist
eine einzelne Einheit, die über
eine spezifische Schnittstelle (beispielsweise H.248) verschiedene
Medien-Gateways steuert zur Bereitstellung eines Zugangspunkts für Teilnehmer
von Telekommunikationsnetzwerken. Der Medien-Gateway-Controller
bietet unabhängige
Call-Funktionalitäten
zusammen mit Umschaltfunktionen für Basis- und ergänzende Dienste,
zusätzlich
beispielsweise zur Abrechnung, Weiterleitung und Messung von Kapazitäten für Netzbetreiber
und Anbieter von Telekommunikationsdiensten.
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Es
ist jedoch ebenso möglich,
dass es sich bei dem Kommunikationsnetzwerk 3 um ein reines IP-Netzwerk
handelt und bei den Anrufsignalisierungs-Servern 1011, 1012, 1021, 1031, 2011 und 2021 um
SIP-Server, die die Einrichtung von VoIP-Verbindungen unterstützen durch
das IP-Netzwerk, das durch das Kommunikationswerk 3 gebildet wird,
oder um andere Netzwerkelemente, die mit der Funktionalität eines
SIP-Servers bereitgestellt werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
können
die Anrufsignalisierungs-Server 1011, 1012, 1021, 1031, 2011 und 2021 eine
Funktionalität
umfassen, die der von SIP-Servern wie I-CSCF, S-CSCF und P-CSCF
entspricht (I-CSCF = Interrogating Call Session Control Function;
S-CSCF = Serving Call Session Control Function; P-CSCF = Proxy Call
Session Control Function). Die Anrufsignalisierungs-Server 1011, 1012, 1021, 1031, 2011 und 2021 sind
jedoch nicht begrenzt auf das SIP-Protokoll, sondern können unter
jedem geeigneten Signalprotokoll wie beispielsweise H.323, MEGACO
oder H.248 arbeiten (MEGACO = Media Gateway Control Protocol).
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Der
Teilnehmer 1 kommuniziert derzeit in einer Kommunikations-Session mit seinem
Kommunikationspartner 2. Für die Kommunikation verwendet der
Teilnehmer 1 das Telefon-Endgerät 10. Der Teilnehmer 1 möchte jedoch
zu seinem anderen Telefon-Endgerät 11 wechseln
und dabei die Kommunikations-Session fortsetzen. Der Teilnehmer 1 empfängt beispielsweise
an seinem UMTS-Mobiltelefon 10 einen Sprachanruf von seinem
Kommunikationspartner 2, z. B. einem Geschäftspartner,
während
er auf dem Weg zu seinem Büro
ist. Bei der Ankunft in seinem Büro
möchte
er die laufende Sprachkommunikations-Session von seinem Mobiltelefon 10 auf sein
leitungsgebundenes DSL-Bürotelefon 11 umstellen.
Dies gibt ihm die Möglichkeit,
die Freisprecheinrichtung seines DSL-Bürotelefons 11 zu nutzen, während er
die relevanten Daten auf seinem Desktop-Computer aufruft.
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Der
Teilnehmer möchte
den Netzwerkwechsel der Kommunikations-Session ohne Unterbrechung durchführen und
ohne dass sein Kommunikationspartner 2 anhand von Audio-
und/oder Video- Störungen dies
bemerkt. Das bedeutet, dass der Netzwerkwechsel nahtlos erfolgen
muss.
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2 zeigt
die Situation im Kommunikationsnetzwerk 3, bevor der Teilnehmer 1 beschließt, den
Netzwerkwechsel auszulösen.
Die Architektur des Kommunikationsnetzwerks 3 ist in zwei
Hauptbereiche unterteilt, die Signalebene 41, auch als
Steuerungsebene bezeichnet, die für die Steuerung der Kommunikationsverbindung
zwischen Benutzern des Kommunikationssystems 3 verantwortlich
ist, und die Transportebene 42, die für den Transport der entsprechenden
Medienströme
zuständig
ist. Die für
die Übertragung
des Signal- und Steuerungsdatenverkehrs zuständige Signalebene 41 – in 2 als Punkt-Strich-Linie
dargestellt – ist
im oberen Bereich von 2 dargestellt. Die für die Übertragung
des Medien-Datenverkehrs verwendete Medien-Transportebene 42 – in 2 als
durchgezogene Linie dargestellt – ist im unteren Bereich von 2 dargestellt.
Zur besseren Unterscheidung sind in 2 beide
Ebenen durch die gestrichelte Linie 40 getrennt.
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Die
Medien-Transportebene 42 kann durch verschiedene Arten
physischer Netzwerke gebildet werden, z. B. durch ATM-Netzwerke
oder MPLS-Netzwerke (ATM = Asynchronous Transfer Mode; MPLS = Multi
Protocol Label Switching), die über
eine gemeinsame IP-Protokoll-Schicht der Ebene 3 verbunden
sind. Die Signalebene 41 kann durch ein beliebiges, für die Übertragung
von Signalen/Steuerungssignalen geeignetes Protokoll, z. B. SIP,
H.323, MEGACO etc. implementiert werden.
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Die
verschiedenen Datenverkehrs-Netzwerkelemente wie beispielsweise
Medien-Gateways, Zugangs-Gateways und Umschaltknoten für die Umschaltung
und Weiterleitung von Medienströmen durch
das Kommunikationsnetzwerk 3 werden von der Signalebene 41 aus
gesteuert. Diese Datenverkehrs-Netzwerkelemente unterstützen eine stream-ähnliche
Kommunikation wie beispielsweise Sprache, Fax- oder Videokommunikation
zwischen zwei oder mehr mit dem Kommunikationsnetzwerk 3 verknüpften Endgeräten. Darüber hinaus
können
solche Datenverkehrs-Netzwerkelemente eine reibungslose Zusammenarbeit
von Sprach- und Fax-Verbindungen, beispielsweise zwischen öffentlichen
Telefon-Wählnetzen
und IP-basierten Netzwerken, ermöglichen.
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Der
Signaldatenverkehr zu der aktuellen Kommunikations-Session zwischen
dem Teilnehmer 1 und seinem Kommunikationspartner 2 wird
zwischen Netzwerkelementen entlang des Pfades durch das Kommunikationsnetzwerk 3 zwischen
dem Teilnehmer-Endgerät 10 und
dem Endgerät 11 des
Kommunikationspartners ausgetauscht. Der Signaldatenverkehr läuft beispielsweise
vom ersten Endgerät 10 des
Teilnehmers 1 zum Anrufsignalisierungs-Server 1021 in
dem vom Teilnehmer besuchten Zugangsnetzwerk 102, von dort
zum Anrufsignalisierungs-Server 1011 im Heim-Netzwerk 101 des
Teilnehmers und von dort durch das Kern-Netzwerk 300 zum
Anrufsignalisierungs-Server 2011 im Heim-Netzwerk 201 des
Kommunikationspartners 2. Der Anrufsignalisierungs-Server 2011 leitet
den Signaldatenverkehr an den Anrufsignalisierungs-Server 2021 im
besuchten Zugangsnetzwerk 202 des Kommunikationspartners 2 weiter,
und von dort läuft
der Signaldatenverkehr an das Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2.
Somit gibt es eine kontinuierliche Signaldatenverkehrsverbindung
zwischen dem ersten Endgerät 10 des
Teilnehmers 1 und dem Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2.
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Der
Mediendatenverkehr, d. h. die Datenpakete werden zwischen dem ersten
Endgerät 10 des Teilnehmers 1 und
dem Endgerät 20 des
Kommunikationspartners 2 ausgetauscht. Die Datenpakete laufen
beispielsweise über
den Netzwerkknoten 1010 des Heim- Netzwerks 101 des Teilnehmers über das
Kern-Netzwerk 300 an den Netzwerkknoten 2010 des
Heim-Netzwerks 201 des Kommunikationspartners 2.
Von dort gelangen sie an das Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2.
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Die
Verarbeitung der Session-Daten im Netzwerkknoten 1010 wird über eine
Steuerverbindung 52 durch eine dedizierte Session-Steuerfunktion 1015 der
Anrufsignalisierungs-Server 1011 und 1012 gesteuert.
Die Session-Steuerfunktion 1015 kann in jeden der Anrufsignalisierungs-Server 1011 und 1012 integriert
werden, beispielsweise als MGCF in einer Steuerungseinheit 1016 des
Signalisierungs-Servers 1011, oder sie kann durch ein separates
Modul realisiert werden (MGCF = Media Gateway Control Function).
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Zum
Auslösen
eines Netzwerkwechsels an sein anderes Endgerät 11 kann der Teilnehmer 1 eine vordefinierte
Taste an seinem aktuellen Endgerät 10 drücken. Als
eine weitere Möglichkeit
zum Auslösen eines
Netzwerkwechsels kann der Teilnehmer 1 den Handapparat
seines zweiten Endgeräts 11 während der
laufenden Kommunikations-Session seines ersten Endgeräts 10 abheben.
Oder der Teilnehmer 1 wählt
eine spezielle Telefonnummer zum Anwendungs-Server 1014,
wodurch seine Endgeräte 10, 11 sowie
der Status des Teilnehmers 10 ermittelt werden.
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Eine
Anwendung ermittelt beispielsweise die Telefon-Endgeräte 10, 11 des
Teilnehmers 1 und die laufende Kommunikations-Session. Eine Anwendung
auf dem Anwendungs-Server 1014 interpretiert den vom Teilnehmer 1 erhaltenen
Auslöser
als Hinweis darauf, dass der Teilnehmer 1 in vordefinierter Weise
einen Wechsel von seinem momentan aktiven Endgerät an sein anderes, momentan
inaktives Endgerät 11 durchführen möchte. Andere
Möglichkeiten, die
einen Netzwerkwechsel auslösen
können,
sind beispielsweise eine Web-Schnittstelle, eine Anwendung mit Bezug
auf Präsenz-
und Präferenz-Services oder
RFID- und Bluetooth-Erkennungsfunktionen.
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Ein
RFID-fähiges
Telefon 11 empfangt beispielsweise Signale von einem momentan
verwendeten Mobilgerät 10 des
Teilnehmers 1, wenn sich der Teilnehmer 1 in der
Nahe des RFID-fähigen
Telefons 11 aufhält.
Gemäß den vordefinierten
Präferenzen des
Teilnehmers 1 löst
das RFID-fähige
Telefon 11 automatisch den Netzwerkwechsel der laufenden Kommunikations-Session
von dem momentan verwendeten Mobilendgerät 10 des Teilnehmers
an das RFID-fähige
Telefon 11 aus. Es ist auch möglich, dass der Anwendungs-Server 1014 dem
Teilnehmer 1 eine bedienerfreundliche GUI oder eine Sprach-Schnittstelle
bereitstellt zum Einleiten der Session-Mobilität (GUI = „Graphical User Interface", grafische Benutzeroberfläche).
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Nachdem
der Teilnehmer 1 den Session-Transfer ausgelöst hat,
führt die
Anwendung auf dem Anwendungs-Server 1014 einen dedizierten
Arbeitsablauf aus, um die nahtlose Session-Mobilität zu erzielen.
In einem unter dem SIP-Protokoll betriebenen Kommunikationsnetzwerk 3 können die
Anrufsignalisierungs-Server 1011, 1012, 1021, 2011 und 2021 durch
CSCFs dargestellt sein, d. h. durch Funktionseinheiten innerhalb
des IMS, wie im 3GPP standardisiert, die zum Verarbeiten von SIP-Signalpaketen
verwendet werden (CSCF = Call Session Control Function; 3GPP = Third
Generation Partnership Project). Anschließend kann der Arbeitsablauf
auf der Signalisierungsebene 41 wie folgt sein.
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Als
Reaktion auf das Auslöseereignis
vom Teilnehmer-Endgerät 10 ermittelt
die P-CSCF 1021 im besuchten Netzwerk 102 die
I-CSCF 1011 im Heim-Netzwerk 101.
Anschließend
ermittelt die I-CSCF 1011 die
S-CSCF 1012, die immer im Heim-Netzwerk 101 liegt.
Die Auswahl der S-CSCF 1012 hängt davon ab, welchen Dienst
der Teilnehmer 1 nutzen möchte. Das Teilnehmer-Serviceprofil,
das die Dienste angibt, die der Teilnehmer 1 nutzen möchte, ist
in der Datenbank 1013 des HSS gespeichert. Somit zieht
die I-CSCF 1011 das HSS bei der Auswahl der S-CSCF zu Rate.
Die ausgewählte S-CSCF 1012 kann
einen geeigneten Anwendungs-Server (= AS) 1014 für den Session-Netzwerkwechsel
ausfindig machen.
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Der
AS 1014 wählt
den Netzwerkknoten 1010 aus, der die aktuelle Session verarbeitet. 3 zeigt
eine Darstellung des Netzwerkknotens 1010, der die Session 60, 62 verarbeitet.
Der Netzwerknoten 1010 umfasst eine Medien-Umwandlungseinheit 71,
eine NAT-Umsetzungseinheit 72 und eine Abschlusseinheit 73 (NAT
= Network Address Translation).
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Der
Netzwerkknoten 1010 kann beispielsweise durch einen Medien-Gateway
oder durch einen Session-Grenzcontroller gebildet werden. Normalerweise
beendet der Netzwerkknoten 1010 die Session 60, 62 zwischen
dem Teilnehmer 1 und dem Kommunikationspartner 2 und
richtet sie neu ein, beispielsweise als logischen Medienablauf 600, 620 unter
dem RTP-Protokoll, um zusätzliche
Funktionalitäten
in der Session 60, 62 durchzuführen wie beispielsweise Umcodierung,
NAT-Umsetzung, Verbergen von Netzwerken, legales Unterbrechen, etc. (RTP
= Real Time Transport Protocol). Somit arbeitet die Beendigungseinheit 73 als
Client und als Server im Rahmenwerk einer logischen RTP-Verbindung 6 zwischen
dem Teilnehmer 1 und dem Kommunikationspartner 2.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird der Anrufsignalisierungs-Server 1012, beispielsweise
eine S-CSCF, als B2BUA (= Back to Back User Agent) ausgeführt, d.
h. die Ende-zu-Ende- Session 6 zwischen
dem Teilnehmer 1 und dem Kommunikationspartner 2 wird
als zwei Sessions 60, 62 implementiert, wobei
eine Session 60 zwischen dem ersten Teilnehmer-Endgerät 10 und
dem Netzwerkknoten 1010 besteht und die andere Session 62 zwischen
dem Netzwerkknoten 1010 und dem Endgerät 20 des Kommunikationspartners.
Die Kommunikations-Session 62, beispielsweise eine RTP-Session, zwischen
dem Netzwerkknoten 1010 und dem Endgerät 20 des Kommunikationspartners,
wird während des
folgenden Netzwerkwechsel-Prozesses nicht verändert. Der Netzwerkknoten 1010 bildet
eine Verbindungsleitung mit Media-Funktionen.
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Die
Erfindung erfordert einen Netzwerkknoten 1010, d. h. einen
Medien-Gateway oder einen Session-Grenzcontroller mit Medienfunktionen,
der über
ein geeignetes Signalprotokoll wie beispielsweise SIP, H.323 oder
MEGACO durch geeignete Funktionsmodule wie beispielsweise einen
Anrufsignalisierungs-Server 1011, 1012 und einen
zugeordneten AS 1014 gesteuert werden kann. Ein Anrufsignalisierungs-Server
und ein zugeordneter Anwendungs-Server sind Basismodule einer typischen NGN/IMS/TISPAN-Anwendung.
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Der
AS 1014 führt
alle Dienste aus, für
die sich der Teilnehmer 1 angemeldet hat. Eine nahtlose Session-Mobilität ist einer
dieser Benutzerdienste. Da der Teilnehmer 1 sich für verschiedene
Dienste angemeldet hat, die im Allgemeinen – gemäß dem Konzept des IMS – im Heim-Netzwerk 101 des Dienstanbieters
durchgeführt
werden, ist der ausgewählte
Netzwerkknoten 1010 ebenfalls Teil des Heim-Netzwerk 101 des
Dienstanbieters.
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4 zeigt
den nächsten
Schritt, in dem der AS 1014 die Session-Steuerungsfunktion 1015 des Anrufsignalisierungs- Servers 1011 veranlasst, über eine
Steuerverbindung 50 eine Steuernachricht an den Netzwerkknoten 1010 zu
senden. Der Netzwerkknoten 1010 wird über die Steuernachricht aktiviert und
startet eine Signalisierung, z. B. eine SIP-Signalisierung, zwischen
dem Netzwerkknoten 1010 und dem zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers. Die Signalisierung startet die Einrichtung einer neuen
Session 61, z. B. einer RTP-Session, zwischen dem zweiten
Endgerät 11 des
Teilnehmers und dem Netzwerk-Server 1010.
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Mithilfe
einer weiteren über
die Steuerverbindung 50 gesendeten Steuernachricht weist
der AS 1014 den Netzwerkknoten 1010 an, eine Kopier-
und Mischfunktion in der internen Medienleitung des Netzwerkknotens 1010 einzurichten. 4 zeigt
eine Ausführungsform,
bei der die Kopier- und Mischfunktion den konventionellen Funktionen 70 des
Netzwerkknotens 1010 in Form eines Konferenzmoduls 74 hinzugefügt wurde. Über das
Konferenzmodul 74 werden Datenpakete, die vom ersten Endgerät 10 und
dem zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers 1 empfangen wurden, mit der Kommunikations-Session 62 zum
Endgerät 20 des
Kommunikationspartners 2 des Teilnehmers gemischt, und
Datenpakete, die vom Endgerät 20 des
Kommunikationspartners 2 des Teilnehmers empfangen wurden,
werden auf die Kommunikations-Sessions 60 und 61 zum
ersten Endgerät 10 und
dem zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers 1 kopiert.
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Im
Allgemeinen kann die Kopier- und Mischfunktion in der internen Leitung
des Netzwerkknotens auf verschiedene Arten implementiert werden.
Eine einfache Möglichkeit
ist die Implementierung temporärer
Elemente einer Konferenzschaltung 74, die zum Kopieren
von Datenpaketen eines Medienstroms in einer Richtung und zum Mischen
von Datenpaketen zweier Medienströme in der anderen Richtung
verwendet werden.
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Sobald
der Teilnehmer 1 akzeptiert, bevorzugt am zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers, wird ein Anruf entsprechend der Einrichtung der neuen zweiten
Session 61 zwischen dem Netzwerkknoten 1010 und
dem zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers, und eine neue Kommunikations-Session 61, bevorzugt
eine RTP-Session,
zwischen dem zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers und dem Netzwerkknoten 1010 eingerichtet. Innerhalb
des Netzwerkknotens 1010 ist diese Session 61 an
die Konferenz-Session innerhalb des Netzwerkknotens 1010 gebunden,
bevorzugt durch Verbinden der neuen Session 61 mit der
Kopier- und Mischfunktion des Konferenzmoduls 74. Die beiden
Endgeräte 10 und 11 des
Teilnehmers 1 sind daher in der Konferenz-Session, und
der Teilnehmer 1 kann jetzt der Kommunikations-Session 60, 61, 62 entweder
am Endgerät 10 oder
am Endgerät 11 folgen.
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5 zeigt
das Kommunikationsnetzwerk 3 in der Situation, in der die
zweite Session 61 zwischen dem zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers und dem Netzwerkknoten 1010 eingerichtet wurde
und der Teilnehmer 1 über
seine beiden Endgeräte 10 und 11 kommunizieren
kann. Die für
die Übertragung von
Signal- und Steuerdatenverkehr verwendete Signalebene 41 und
die für
die Übertragung
von Mediendatenverkehr verwendete Medientransportebene 42 sind
in 2 dargestellt. Außerdem sind die beiden Ebenen 41, 42 zur
besseren Unterscheidung in 5 durch
eine gestrichelte Linie 40 getrennt.
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Das
erste Endgerät 10 des
Teilnehmers ist auf der Signalebene 41 mit dem Anrufsignalisierungs-Server 1021 im
besuchten Zugangsnetzwerk 102 des Teilnehmers verbunden,
von dort mit dem Anrufsignalisierungs-Server 1011 im Heim-Netzwerk 101 des
Teilnehmers 101 und von dort über das Kern-Netzwerk 300 mit
dem Anrufsignalisierungs-Server 2011 im Heim-Netzwerk 201 des Kommunikationspartners 2.
Der Anrufsignalisierungs-Server 2011 ist mit dem Anrufsignalisierungs-Server 2021 im
besuchten Zugangsnetzwerk 202 des Kommunikationspartners 2 verbunden,
und von dort läuft
der Signaldatenverkehr an das Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2.
Somit gibt es eine kontinuierliche Signaldatenverkehrsverbindung zwischen
dem ersten Endgerät 10 des
Teilnehmers 1 und dem Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2.
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Ebenso
ist das zweite Endgerät 11 des
Teilnehmers auf der Signalebene 41 mit dem Anrufsignalisierungs-Server 1031 im
besuchten Zugangsnetzwerk 103 des Teilnehmers verbunden
und von dort mit dem Anrufsignalisierungs-Server 1011 im Heim-Netzwerk 101 des
Teilnehmers. Von dort verläuft
der Signaldatenverkehr analog zum Ablauf des Signaldatenverkehrs
zu dem oben beschriebenen ersten Endgerät 10 des Teilnehmers.
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Der
Mediendatenverkehr, d. h. die Datenpakete werden zwischen dem ersten
Endgerät 10 bzw. dem
zweiten Endgerät 11 des
Teilnehmers 1 und dem Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2 ausgetauscht.
Die Datenpakete mit Bezug auf das erste Endgerät 10 des Teilnehmers
laufen über
den Netzwerkknoten 1010 des Heim-Netzwerks 101 des Teilnehmers über das
Kern-Netzwerk 300 an den Netzwerkknoten 2010 des
Heim-Netzwerks 201 des Kommunikationspartners 2.
Von dort gelangen sie an das Endgerät 20 des Kommunikationspartners 2.
Die Datenpakete mit Bezug auf das zweite Endgerät 11 des Teilnehmers
laufen ebenfalls an den Netzwerkknoten 1010 des Heim-Netzwerks 101 des
Teilnehmers, und von dort über
den gleichen Pfad wie oben für
das erste Endgerät 10 des
Teilnehmers beschrieben.
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Die 6 und 7 zeigen
die Verarbeitung der Datenstrompakete zu der Kommunikations-Session 60, 61, 62 innerhalb
des Netzwerkknotens 1010. Der Netzwerkknoten 1010 wird
von AS 1014 über eine
Steuerverbindung 51 von der Steuerfunktion 1015 des
Anrufsignalisierungs-Servers 1011, 1012 an den
Netzwerkknoten 1010 gesteuert. Der AS 1014 steuert
die Leistung der Konferenzfunktion 74 des Netzwerkknotens 1010.
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Wie
in 6 ausführlich
gezeigt, wird jedes Paket des Datenstroms 82, das an der
Konferenzfunktion 74 über
Teil 62 der Session-Verbindung vom Endgerät 20 des
Kommunikationspartners empfangen wird, kopiert. Jetzt wird eines
der beiden identischen Pakete in einem Datenstrom 80 von
der Konferenzfunktion 74 des Netzwerkknotens 1010 über den
Session-Verbindungsteil 60 an das erste Endgerät 10 des
Teilnehmers gesendet, und das zweite der beiden identischen Pakete
wird in einem Datenstrom 81 vom Netzwerkknoten 1010 über den
Session-Verbindungsteil 61 an das zweite Endgerät 11 des
Teilnehmers gesendet.
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Wie
in 7 für
die entgegengesetzte Datenrichtung ausführlich dargestellt, werden
die am Konferenzmodul 74 über Teil 60 der Session-Verbindung
vom ersten Endgerät 10 des
Teilnehmers empfangenen Datenstrompakete 91 mit den am
Konferenzmodul 74 über
den parallelen Teil 61 der Sessions-Verbindung vom zweiten
Endgerät 11 des
Teilnehmers empfangenen Datenstrompaketen gemischt. Das Mischen
kann in einer dem Fachmann für
Konferenzschaltungen bekannten konventionellen Weise durchgeführt werden.
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Ein
möglicherweise
erforderliches Medien-Transcodieren der Datenpakete 80, 81, 82, 90, 91, 92 erfolgt
ebenfalls im Netzwerkknoten 1010, bevorzugt über die
Medien-Umwandlungseinheit 71.
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Es
ist jedoch zu beachten, dass es für die bei der vorliegenden
Erfindung erforderliche Konferenzfunktion 74 nicht erforderlich
ist, dass die vom Endgerät 10 des
Teilnehmers empfangenen Datenpakete 90 an das Endgerät 11 des
Teilnehmers gesendet werden und umgekehrt. Die vorliegende Konferenzfunktion 74 kann
daher durch eine Konferenzschaltung mit reduzierter Funktionalität realisiert
werden, die nur ein Ein-Weg-Mischen und eine Kopierfunktion in umgekehrter
Richtung ermöglicht.
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8 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
in 5 beschriebenen Architektur. Im Gegensatz zu der
in 5 gezeigten Architektur zeigt 8,
dass der AS 1014 den Netzwerkknoten 2010 im Heim-Netzwerk 201 des
Kommunikationspartners 2 zur Verarbeitung des Netzwerkwechsels
ausgewählt
hat, insbesondere für
das Mischen und Kopieren der Datenpakete während des Netzwerkwechsels. 9 zeigt,
dass in einer weiteren Ausführungsform
der AS 1014 einen Netzwerkknoten 3010 im Kern-Netzwerk 300 des
Kommunikationsnetzwerks 3 zur Verarbeitung des Netzwerkwechsels ausgewählt hat,
insbesondere für
das Mischen und Kopieren der Datenpakete während des Netzwerkwechsels.
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Ebenso
können
andere geeignete Netzwerkelemente des Kommunikationsnetzwerks 3 vom
AS 1014 zur Ausführung
des Netzwerkwechsels ausgewählt
werden.
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Im
Prinzip kann der AS 1014 jeden beliebigen Netzwerkknoten
des Kommunikationsnetzwerks 3 im gemeinsamen Teil des Medienpfads
zwischen dem Endgerät 20 des
Kommunikationspartners 2 und den beiden beteiligten Endgeräten 10, 11 des Teilnehmers 1 auswählen und
steuern. Der Netzwerkknoten, der die oben beschriebenen Funktionen für die nahtlose
Session-Mobilität durchführt, wird
anhand der Aspekte Mindest-Netzwerkressourcen, Autorisierung etc.
festgelegt.
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Sobald
der Teilnehmer 1 erkannt hat, dass die aktuelle Kommunikations-Session
als Konferenz auf beide seine Endgeräte 10 und 11 gesendet
wird, kann der Teilnehmer 1 das Endgerät 10 auflegen. Sobald
der Teilnehmer 10 das Endgerät 10 auflegt, kann der
Anrufsignalisierungs-Server 1011 von dem aufgelegten Endgerät 10 ein
Signal über
das Auflegen empfangen. Anschließend kann der AS 1014 den Netzwerkknoten 1010 veranlassen,
die Session-Komponente 60 zwischen dem Endgerät 60 und dem
Netzwerkknoten 1010 ebenfalls zu beenden, aber die Session-Komponente 61 zwischen
dem Endgerät 11 und
dem Netzwerkknoten 1010 beizubehalten. Das Endgerät 20 des
Kommunikationspartners 2 erfährt keine Änderung des Medien-Session-Teils 62,
da die Medien-Session in zwei Teile unterteilt ist, wobei ein Teil
die Session-Komponenten 60, 61 und der andere
Teil die Session Komponente 62 umfasst, die nur über die
interne Leitung des Netzwerkknotens 1010 miteinander verbunden
sind. Die Session wird daher ohne Unterbrechung übergeben.
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Der
AS 1014 kann jetzt entscheiden, dass das Konferenzmodul 74 aus
der internen Leitung des Netzwerkknotens entfernt werden soll, weil
es nicht mehr erforderlich ist, und damit die entsprechenden Ressourcen
freigeben, die durch das Konferenzmodul 74 gebunden waren.
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10 zeigt
den Netzwerkknoten 1010 in einem Moment nach der Durchführung des
Netzwerkwechsels und nach dem Entfernen des Konferenzmoduls 74 aus
dem Medienfluss 610, 620. Das erste Endgerät 10 des
Teilnehmers 1 wird aus der Kommunikations-Session abgezogen
und nicht mehr verwendet. Statt dessen hat das Endgerät 11 des
Teilnehmers 1 die Funktion des Endpunkts der Kommunikations-Session-Endpunkts
des Teilnehmers 1 übernommen.
Die Kommunikations-Session wurde vom ersten Endgerät 10 an
das zweite Endgerät 11 übergeben,
und die Kommunikations-Session wird mit den Session-Teilen 61, 62 durchgeführt, d.
h. dem Session-Teil 62 zwischen dem Endgerät 20 des
Kommunikationspartners 2 und dem Netzwerkknoten 1010 und
dem Session-Teil 61 zwischen dem Endgerät 11 des Teilnehmers 1 und
dem Netzwerkknoten 1010.
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2
- 41
- Signalisierung
- 42
- Medien
-
5
- 41
- Signalisierung
- 42
- Medien
-
8
- 41
- Signalisierung
- 42
- Medien
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9
- 41
- Signalisierung
- 42
- Medien