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Die
vorliegende Erfindung betrifft neue alicyclische Carbonsäureoxycarbonylmethylester
und ihre Verwendung als Duftstoffe oder Duftmittel. Diese Erfindung
betrifft außerdem
ein Verfahren zu ihrer Herstellung und Duftzusammensetzungen, die
sie umfassen.
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In
der Duftstoff- oder Duftindustrie gibt es einen konstanten Bedarf
an neuen Verbindungen, die Duftnoten steigern oder verbessern oder
neue Duftnoten verleihen. Es wurde nun gefunden, dass bestimmte
alicyclische Carbonsäureoxycarbonylmethylester
neue starke nach Moschus riechende Duftmittel oder Duftstoffe bilden,
insbesondere geeignet zur Verwendung als frische moschusartige Noten
in fruchtig grünen
Zusammensetzungen aufgrund ihres einzigartigen fruchtigen nach Moschus
riechenden oder moschusartigen Charakters.
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Demzufolge
betrifft die vorliegende Erfindung unter einem ihrer Gesichtspunkte
eine Verbindung der Formel (I)
wobei R
1 und
R
2 unabhängig
für Wasserstoff
oder CH
3 stehen;
n für 0 oder
1 steht und
m für
0 oder 1 steht.
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Die
Verbindungen gemäß der vorliegenden
Erfindung können
mehrere Chiralitätszentren
enthalten, und als solches als ein Gemisch von Stereoisomeren vorliegen,
oder sie können
in isomerenreine Formen getrennt werden. Ein Trennen der Stereoisomere
fügt der
Herstellung und der Reinigung dieser Verbindungen eine Komplexität zu, und
es ist so bevorzugt, die Verbindungen als Gemische ihrer Stereoisomere
einfach aus ökonomischen
Gründen
zu verwenden. Wenn es jedoch gewünscht
ist, einzelne Stereoisomere herzustellen, kann dies erreicht werden
gemäß der in
der Technik bekannten Methodologie, z. B. präparative HPLC und GC oder durch
stereoselektive Synthese.
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Besonders
bevorzugte Verbindungen der Formel (I) sind 2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylester
und 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethoxycarbonylmethylester.
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Die
Verbindungen gemäß der vorliegenden
Erfindung können
alleine oder in Kombination oder zusammen mit bekannten Duftmolekülen verwendet
werden, die ausgewählt
sind aus dem umfangreichen Bereich natürlicher und synthetischer Moleküle, die
derzeit verfügbar
sind, wie ätherische Öle und Extrakte,
Alkohole, Aldehyde und Ketone, Ether und Acetale, Ester und Lactone,
Makrocyclen und Heterocyclen und/oder im Gemisch mit einem oder
mehreren Inhaltststoff(en) oder Hilfsstoff(en), der/die herkömmlicherweise
verwendet wird/werden in Verbindung oder zusammen mit Duftstoffen
oder Duftmitteln in Duftzusammensetzungen, z. B. Trägermaterialien
und anderen Hilfsmitteln, die üblicherweise
in der Technik verwendet werden.
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Die
folgende Liste umfasst Beispiele von bekannten Duftmolekülen, die
kombiniert werden können
mit den Verbindungen der vorliegenden Erfindung:
- – ätherische Öle und Extrakte,
z. B. Castoreum, Costuswurzelöl,
Eichenmoos absolut, Geranienöl
oder Geraniumöl,
Jasmin absolut, Patschuliöl,
Rosenöl,
Sandelholzöl
oder Ylang-Ylang-Öl.
- – Alkohole,
z. B. Citronellol, Ebanol®, Eugenol, Geraniol, Super
Muguet, Linalool, Phenylethylalkohol, Sandalore®, Terpineol
oder Timberol®.
- – Aldehyde
und Ketone, z. B. Azurone®, α-Amylzimtaldehyd, Georgywood,
Hydroxycitronellal, Iso E Super, Isoraldeine, Hedione®, Maltol,
Methylcedrylketon, Methylionon oder Vanillin.
- – Ether
und Acetale, z. B. Ambrox®, Geranylmethylether,
Rosenoxid oder Spirambrene®.
- – Ester
und Lactone, z. B. Benzylacetat, Cedrylacetat, γ-Decalacton, Helvetolide®, γ-Undecalacton
oder Vetivenylacetat.
- – Macrocyclen,
z. B. Ambrettolid, Ethylenbrassylat oder Exaitolide®.
- – Heterocyclen,
z. B. Isobutylchinolin.
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Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können in einem breiten Bereich
von Duftanwendungen verwendet werden, z. B. in einem beliebigen
Gebiet der Fein- und funktionellen Parfümerie, wie Parfümen, Haushaltsprodukten,
Wäscheprodukten,
Körperpflegeprodukten
und Kosmetika. Die Verbindungen können eingesetzt werden in weit
verschiedenen oder variierenden Mengen, in Abhängigkeit von der speziellen
Anwendung und von der Natur oder Eigenschaft und Menge anderer Duftinhaltsstoffe.
Das Verhältnis
oder der Anteil beträgt
typischerweise von 0,001 bis 20 Gew.-% der Anwendung. Bei einer
Ausführungsform
können Verbindungen
der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden in einem Weichspüler in einer
Menge von 0,001 bis 0,05 Gew.-%. Bei einer anderen Ausführungsform
können
Verbindungen der vorliegenden Erfindung in einer alkoholischen Lösung in
Mengen von 0,1 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 5 und
20 Gew.-%, verwendet werden. Diese Werte werden jedoch nur im Wege
eines Beispiels angegeben, da der erfahrene Parfümeur auch Effekte oder Wirkungen
erreichen kann oder neue Akkorde erzeugen kann mit geringeren oder
höheren
Konzentrationen, z. B. bis zu etwa 50 Gew.-%, bezogen auf die Duftzusammensetzung.
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Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können eingesetzt werden in der
Duftanwendung einfach durch direktes Mischen der Duftzusammensetzung
mit der Duftanwendung, oder sie können in einer früheren Stufe
eingeschlossen oder verkapselt werden mit einem Verkapselungsmaterial,
wie z. B. Polymeren, Kapseln, Mikrokapseln und Nanokapseln, Liposomen,
Filmbildnern, Absorbenzien oder Absorptionsmitteln, wie Kohlenstoff
oder Zeolithen, cyclischen Oligosacchariden und Gemischen davon,
oder sie können
chemisch an Substrate gebunden werden, die dazu eingerichtet sind,
die Duftmoleküle
freizusetzen nach der Anwendung eines äußeren Reizes oder Stimulus,
wie Licht, Enzym oder dergleichen, und dann mit der Anwendung gemischt
werden.
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Die
Erfindung stellt daher zusätzlich
ein Verfahren bereit zur Herstellung einer Duftanwendung, umfassend
die Einverleibung einer Verbindung der Formel (I) als Duftinhaltsstoff,
entweder direkt durch Mischen der Verbindung zu der Anwendung oder
durch Mischen einer Duftzusammensetzung, umfas send eine Verbindung
der Formel (I), die dann gemischt wird zu einer Duftanwendung, unter
Verwendung herkömmlicher
Techniken und Verfahren. Durch die Zugabe einer olfaktorisch annehmbaren
Menge einer Verbindung der vorliegenden Erfindung werden die Duftnoten
einer Duftanwendung verbessert, gesteigert oder modifiziert.
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Daher
stellt die Erfindung außerdem
ein Verfahren bereit zur Verbesserung, Steigerung oder Modifizierung
oder Veränderung
einer Duftanwendung durch die Zugabe einer olfaktorisch annehmbaren
Menge einer Verbindung der Formel (I) dazu.
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Wie
hierin verwendet, steht „Duftanwendung" für beliebige
Produkte, wie feine Düfte,
z. B. Eaux de Parfum und Eaux de Toilette; Haushaltsprodukte, z.
B. Detergenzien für
Geschirrspüler,
Oberflächenreiniger; Wäscheprodukte,
z. B. Weichspüler,
Bleichen, Detergenzien; Körperpflegeprodukte,
z. B. Shampoo, Duschgel; und Kosmetika, z. B. Deodorantien, Tagescreme,
umfassend ein Duftmittel.
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Verbindungen
der Formel (I), wobei n für
1 steht, nämlich
die gegebenenfalls substituierten Spiro[2.5]octan-1-carbonsäureoxycarbonylmethylester,
können
hergestellt werden durch eine Wittig-Horner-Emmons-Reaktion von Triethyl-2-phosphonopropionat
mit dem entsprechenden Cyclohexanon, gefolgt von einer Cyclopropanierung
des gebildeten α,β-ungesättigten
Esters, Verseifung des Esters und Veresterung der erhaltenen Säure mit
dem entsprechenden Glykolat.
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Verbindungen
der Formel (I), wobei n für
0 steht, nämlich
die gegebenenfalls substituierten 2-(Cyclohexyl)propionsäureester, können hergestellt werden durch
eine Wittig-Horner-Emmons-Reaktion von Triethyl-2-phosphonopropionat
mit dem entsprechenden Cyclohexanon, gefolgt von einer Verseifung,
Veresterung der erhaltenen Säure
mit dem entsprechenden Glykolat und Hydrierung unter Standardbedingungen,
die den Leuten vom Fach bekannt sind.
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Die
Erfindung wird nun weiter beschrieben in Bezug auf die folgenden
Beispiele.
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Beispiel 1: 2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsureethoxycarbonylmethylester
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Eine
Lösung
von Triethyl-2-phosphonopropionat (79,8 g, 335 mmol) in 1,2-Dimethoxyethan
(70 ml) wurde tropfenweise innerhalb von 30 min zu einer gerührten Suspension
von 95% NaH (7,54 g, 300 mmol) in 1,2-Dimethoxyethan (350 ml) gegeben.
Das Reaktionsgemisch wurde bis zum Rückfluss erwärmt, und 3,3-Dimethylcyclohexanon
(63,0 g, 500 mmol) wurde während
eines Zeitraums von 5 min zugegeben. Nach einem Rückflusskochen
oder Refluxieren über
einen Zeitraum von 15 h wurde das Reaktionsgemisch auf zerstoßenes Eis
(600 g) gegossen, auf einen pH von 5 angesäuert durch Zugabe von AcOH
(etwa 18 ml, 315 mmol) und mit Et2O (2 × 1 l) extrahiert.
Die vereinigten organischen Extrakte wurden mit Wasser und gesättigter
wässriger
NaCl gewaschen, getrocknet (MgSO4) und am
Rotationsverdampfer konzentriert, um den rohen α,β-ungesättigten Ester (89,2 g) bereitzustellen.
Eine Destillation unter Vakuum lieferte bei 89 bis 90°C/3 mbar Ethyl-2-(3,3-dimethylcyclohexyliden)propionat
(61,3 g, 97%). Das Ethyl-2-(3,3-dimethylcyclohexyliden)propionat
(30,0 g, 143 mmol) wurde in EtOH/Wasser (1:1, 300 ml) gelöst, und
NaOH (28,6 g, 715 mmol) wurde unter Rühren zugegeben. Nach einem
Erwärmen
bis zum Rückfluss über einen
Zeitraum von 5 h, wurde das EtOH abdestilliert, und das Reaktionsgemisch
wurde mit Wasser (500 ml) vor der Extraktion verdünnt. Die ätherischen
Waschflüssigkeiten
wurden verworfen, die wässrige
Lösung
mit konzentrierter H3PO4 angesäuert und mit
Et2O (3 × 700 ml) extrahiert.
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Die
vereinigten organischen Extrakte wurden getrocknet (MgSO4), und das Lösemittel wurde an einem Rotationsverdampfer
verdampft, um 2-(3,3-Dimethylcyclohexyliden)propionsäure (24,6
g, 95%) ausreichend rein für
weitere Transformationen oder Umsetzungen bereitzustellen. Bei 0°C wurde diese
rohe 2-(3,3-dimethylcyclohexyliden)propionsäure (3,00
g, 16,5 mmol) in CH2Cl2 (40
ml) gelöst
und mit Ethylglykolat (1,71 g, 16,4 mmol) behandelt. Dann wurde
4-Dimethylaminopyridin (2,01 g, 16,5 mmol) bei 0°C zugegeben, und nach einem
Rühren
bei dieser Temperatur über
einen Zeitraum von 5 min wurde eine Lösung von 1,3-Dicyclohexylcarbodiimid
(3,74 g, 18,1 mmol) in CH2Cl2 (20
ml) tropfenweise zugegeben. Das Kühlbad wurde entfernt, und das
Rühren
wurde bei Raumtemperatur 15 h lang fortgesetzt vor einem Trennen
der Kristallisate oder Präzipitate
durch Vakuumfiltration. Das Präzipitat
oder Kristallisat wurde mit CH2Cl2 (100 ml) gewaschen, und die vereinigten
Filtrate wurden am Rotationsverdampfer konzentriert. Das rohe Produkt
(7,55 g) wurde durch Kieselgel-Flashchromatographie (FC) gereinigt
(Pentan/Et2O, 19:1), um 2-(3,3-Dimethylcyclohexyliden)propionsäureethoxycarbonylmethylester
(3,96 g, 90%) als eine farblose Flüssigkeit mit einem sehr schwachen
Duft oder Geruch bereitzustellen. Pd 10% an Aktivkohle oder aktiviertem
Kohlenstoff (0,10 g, 0,094 mmol) wurde zu einer gerührten Lösung dieses
2-(3,3-Dimethylcyclohexyliden)propionsäureethoxycarbonylmethylesters
(1,00 g, 3,73 mmol) in EtOAc (10 ml) gegeben. Nach zwei Zyklen einer
Evakuierung des Reaktionskolbens und Spülen mit N2 wurde
der Kolben wieder evakuiert und mit H2 gespült. Nach
einem Rühren
in einer H2-Atmosphäre über 1 Tag wurde der Reaktionskolben
wieder zweimal evakuiert und mit N2 gespült. Der
Katalysator wurde durch Vakuumfiltration über einer Schicht von Celite® getrennt
und mit EtOAc (100 ml) gewaschen, um das rohe Material (1,02 g)
bereitzustellen, das durch Kugelrohr-Destillation gereinigt wurde,
um bei 75 bis 85°C/0,04
mbar die duftende oder wohlriechende Verbindung gemäß der Überschrift
2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylester
(0,96 g, 96%) bereitzustellen.
IR(pur): ν = 1744s, 1764m (ν C=OO); 1144s
(ν C-O). 1H-NMR (CDCl3): 0,90
(s, Me2C(3')); 0,91-1,60 (m, CH2(2'), CH2(4'), CH2(5'), CH2(6')); 1.15/1.16 (d,
J = 7,5, CH3(3)); 1,28 (t, J = 7,0, CH3(5''')); 1,76 (mc,
H-C(1')); 2,29/2,30 (quint,
J = 7,5, H-C(2)); 4,22 (q, J = 7,0, CH2(4'''));
4,60 (s, CH2(1''')). 13C-NMR
(CDCl3): 13,7/13,8/13,9/14,0 (q, C(5''',
3)); 22,0/22,1 (t, C(5'));
24,4/24,5 (q, Meax-C(3')); 29,0/30,8 (t, C(6')); 30,6/30,7 (s,
C(3')); 33,3/33,4
(q, Meaq-C(3')); 36,1/36,2 (d, C(1')); 38,8/38,9 (t,
C(4')); 42,4/43,9
(t, C(2')); 45,1/45,2
(d, C(2)); 60,3/60,3/61,0/61,1 (t, C(1''', 4'''));
167,7/167,8 (s, C(2''')); 175,6/175,7 (s, C(1)). MS (70 eV):
270 (1, M+), 255 (1, [M-Me]+),
225 (8, [M-EtO]+), 185 (5, C11H21O2 +),
167 (11, [C11H21O2-H2O]+), 160 (100,
C7H12O4 +, McLafferty rearr.), 114 (78, [C7H12O4-EtOH]+), 95 (54, C7H11 +), 69 (48, C5H9 +),
56 (59, C4H8 +).
Duftbeschreibung: moschusartig,
fruchtig, Rhabarber, leicht rosig.
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Beispiel 2: 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethoxycarbonylmethylester
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Unter
N2-Atmosphäre wurde AgOAc (120 mg, 0,719
mmol) in AcOH (125 ml) gelöst.
Unter Rückfluss wurde
Zn-Pulver (20,2 g, 309 mmol) unter Rühren zugegeben, und nach zusätzlichen
10 min Rühren
bei Rückflusstemperatur
wurde die Heizquelle entfernt. Der Überstand wurde dekantiert,
und der Rückstand
mit AcOH (100 ml) und Et2O (5 × 100 ml)
gewaschen. Das unlösliche
Material wurde dann in Et2O (250 ml) suspendiert, und
eine katalytische Menge von Ag-Wolle wurde unter N2 zugegeben.
Zu dieser Suspension wurde bei Raumtemperatur unter kräftigem Rühren Ethyl-2-(3,3-dimethylcyclohexyliden)propionat
(25,0 g, 119 mmol), hergestellt gemäß Beispiel 1, zugegeben. Nachfolgend
wurde CH2I2 (41,4
g, 155 mmol) tropfenweise unter Rühren innerhalb von 10 min bei
dieser Temperatur zugegeben, und dann wurde das Reaktionsgemisch
24 h lang refluxiert, vor einer Zugabe von weiterem CH2I2 (20,7 g, 77,3 mmol). Nach weiteren 64 h
Rühren
bei Rückflusstemperatur
wurde das Heizbad entfernt; das Reaktionsgemisch ließ man auf
Raumtemperatur abkühlen
und goss in gesättigtes
wässriges
NH4Cl. Die organische Schicht wurde getrennt,
und die wässrige
zweimal mit Et2O extrahiert. Die vereinigten
organischen Extrakte wurden mit Wasser, 40% wässrigem NaHSO4 und
Salzlösung
gewaschen, getrocknet (MgSO4) und am Rotationsverdampfer
konzentriert, um das rohe Material (26,5 g) zu ergeben. Dies wurde
dann in Hexan (200 ml) gelöst
und Br2 (1,55 ml) wurde tropfenweise unter
Rühren bei
Raumtemperatur über
einen Zeitraum von 30 min zugegeben. Nach 2 h Rühren bei Raumtemperatur wurde das
Gemisch auf zerstoßenes
Eis (500 g) gegossen. Die organische Phase wurde getrennt, und die
wässrige zweimal
mit Et2O extrahiert. Die vereinigten organischen
Extrakte wurden mit gesättigtem
wässrigem
NaHCO3, Wasser und Salzlösung gewaschen. Nach einem
Trocknen (MgSO4) und Verdampfung des Lösemittels
am Rotationsverdampfer wurde der erhaltene Rückstand durch Flashchromatographie
(FC) an Kieselgel (Pentan/Et2O, 99:1, Rf = 0,55) gereinigt, um 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethylester
(22,3 g, 84%) bereitzustellen. Dieser 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethylester
(17,0 g, 75,8 mmol) wurde in EtOH/Wasser (1:1, 300 ml) gelöst, und
NaOH (15,2 g, 380 mmol) wurde unter Rühren zugegeben. Nach einem Erwärmen bis
zum Rückfluss über 5 h
wurde das EtOH abdestilliert, und das Reaktionsgemisch wurde mit Wasser
(500 ml) vor einer Extraktion verdünnt. Die ätherischen Waschflüssigkeiten
wurden verworfen, die wässrige
Lösung
mit konzentrierter H3PO4 angesäuert und
mit Et2O (3 × 700 ml) extrahiert. Die vereinigten
organischen Extrakte wurden getrocknet (MgSO4),
und das Lösemittel
wurde an einem Rotationsverdampfer verdampft, um 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäure (13,9
g, 94%) ausreichend rein für
weitere Transformationen oder Umsetzungen zu liefern. Bei 0°C wurde diese
rohe 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäure (1,50 g, 7,64 mmol) in
CH2Cl2 (20 ml) gelöst und mit
Ethylglykolat (790 mg, 7,59 mmol) behandelt. Dann wurde 4-Dimethylaminopyridin
(0,18 g, 1,48 mmol) bei 0°C
zugegeben, und nach einem Rühren
bei dieser Temperatur über
einen Zeitraum von 5 min wurde eine Lösung von 1,3-Dicyclohexylcarbodiimid
(1,73 g, 8,38 mmol) in CH2Cl2 (20
ml) tropfenweise zugegeben. Das Kühlbad wurde entfernt, und das
Rühren
wurde bei Raumtemperatur 15 h lang fortgesetzt vor einem Trennen
der Kristallisate oder Präzipitate
durch Vakuumfiltration. Das Präzipitat
oder Kristallisat wurde mit CH2Cl2 (50 ml) gewaschen, und die vereinigten
Filtrate wurden am Rotationsverdampfer konzentriert. Das rohe Produkt
(3,77 g) wurde durch Kieselgel-FC (Pentan/Et2O, 19:1,
Rf = 0,48) gereinigt, um 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethoxycarbonylmethylester
(1,76 g, 82%) als eine wohlriechende oder duftende Flüssigkeit
bereitzustellen.
IR(pur): ν =
1131s (ν C-O);
1731s, 1764m (ν C=OO). 1H-NMR (CDCl3): 0,52/0,53
(d, J = 24,5, CH2(2)); 0,83/0,93 (s, Me-C(1));
0,94 (s, Me2-C(5)); 1,11-1,62 (m, CH2(4), CH2(6), CH2(7), CH2(8)); 1,29
(t, J = 7,0, CH3(5')); 4,21/4,22 (q, J = 7,0, CH2(4'));
4,60 (s, CH2(1')). 13C-NMR
(CDCl3): 13,9/14,0 (q, C(5')); 15,6/16,1 (q, Me-C(1));
21,3/21,4 (t, C(7)); 25,9/26,6 (t, C(8)); 26,9/27,1 (q, Meax-C(5)); 27,2/27,6 (s, C(5)); 30,3/33,4
(q, Meaq-C(5)); 30,5/31,5 (t, C(2)); 29,5/30,0/31,7/31,8
(s, C(1, 3)); 39,0/39,1 (t, C(6)); 42,0/43,4 (t, C(4)); 60,7/60,8/61,0/61,1
(t, C(1', 4')); 167,9/168,0 (s,
C(2')); 173,7/173,8
(s, 1-C=O). MS (70 eV): 282 (1, M+), 237 (3,
[M-EtO]+), 178 (43, [M-C4H8O3]+),
163 (24, [M-C4H8O3-Me]+), 150 (8,
C11H18 +),
135 (21, [M-C4H8O3-C3H7]+), 122 (25, C8H10O+), 109 (100,
C8H13 +),
95 (26, C7H11 +), 81 (16, [C8H13 +-C2H4]+), 69 (56, C5H9 +),
41 (42, C3H5 +).
Duftbeschreibung: moschusartig,
fruchtig.
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Beispiele 3 bis 12:
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Dem
allgemeinen Verfahren von Beispiel 1 und 2 folgend können demzufolge
die Verbindungen 3 bis 12 der Tabelle 1 entsprechend hergestellt
werden. Tabelle 1
| | R1 | R2 | n | m | Name |
| 3 | CH3 | CH3 | 0 | 1 | 2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäurecyclopropoxycarbonylmethylester |
| 4 | CH3 | H | 0 | 0 | 2-(3-Methylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylester |
| 5 | CH3 | H | 0 | 1 | 2-(3-Methylcyclohexyl)propionsäurecyclopropoxycarbonylmethylester |
| 6 | H | H | 0 | 0 | 2-Cyclohexylpropionsäureethoxycarbonylmethylester |
| 7 | H | H | 0 | 1 | 2-Cyclohexylpropionsäurecyclopropoxycarbonylmethylester |
| 8 | CH3 | CH3 | 1 | 1 | 1,5,5-Trimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäurecyclopropoxycarbonylmethylester |
| 9 | CH3 | H | 1 | 0 | 1,5-Dimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethoxycarbonylmethylester |
| 10 | CH3 | H | 1 | 1 | 1,5-Dimethylspiro[2.5]octan-1-carbonsäurecyclopropoxycarbonylmethylester |
| 11 | H | H | 1 | 0 | 1-Methylspiro[2.5]octan-1-carbonsäureethoxycarbonylmethylester |
| 12 | H | H | 1 | 1 | 1-Methylspiro[2.5]octan-1-carbonsäurecyclopropoxycarbonylmethylester |
Beispiel 13: Fruchtig-grüner Akkord
für Damenparfums
| | Inhaltsstoff | Gewichtsteile |
| 1. | Bergamottöl | 40 |
| 2. | para-tert-Butylcyclohexylacetat | 150 |
| 3. | Citral | 5 |
| 4. | para-Kresylmethylether | 5 |
| 5. | gamma-Decalacton | 4 |
| 6. | 4,5-Dimethyl-3-hydroxy-2[5H]-furanon
@ 1% in Triethylcitrat (TEC) | 2 |
| 7. | Dodecanal | 2 |
| 8. | Guaiylacetat | 10 |
| 9. | (3Z)-Hex-3-enol
@ 10% in Dipropylenglykol (DPG) | 4 |
| 10. | Hexylacetat | 50 |
| 11. | beta-Ionon | 40 |
| 12. | Linalool | 20 |
| 13. | Linalylacetat | 13 |
| 14. | Methyldihydrojasmonat | 100 |
| 15. | 3-Methyl-5-(2,2,3-trimethyl-3-cyclopenten-1-yl)-4-penten-2-ol | 1 |
| 16. | Nonaylacetat | 50 |
| 17. | Octahydrocumarin | 10 |
| 18. | Phenoxyethylalkohol | 140 |
| 19. | 2-Phenylethylacetat | 12 |
| 20. | 2-Phenylethylalkohol | 80 |
| 21. | Süßorangenöl (Sweet
Orange Oil) | 50 |
| 22. | 3a,6,6,9a-Tetramethyldodecahydronaphto[2,1-b]furan | 2 |
| 23. | (6E)-3,7,11-Trimethyl-6,10-dodecadienal | 30 |
| 24. | 1,7,7-Trimethyl-2'-(isopropyl)-spiro-(bicyclo[2.2.1]heptan-2,4'-[1,3]dioxan) @ 50%
in Isopropylmyristat | 30 |
| 25. | 2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylester | 150 |
| | | Gesamt: 1000 |
-
Der
2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylester
bringt diesem Duft Glanz und Frische. Er hebt die lactonische Kopf-
oder Spitzennote und stellt einen sinnlichen moschusartigen oder
nach Moschus riechenden „Touch" oder Note im „Abtrocknen" (dry-down) bereit.
Insgesamt fügt
es Eleganz, Knusprigkeit und Volumen zu diesem Duft. Neben der moschusartigen
Hauptnote harmonieren die fruchtigen, rharbarberartigen Facetten
des 2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylesters
sehr gut mit dem fruchtigen Akkord; daher führt er zu einem einzigartigen
Gemisch, in dem auch die blumige Seite des 2-(3,3-Dimethylcyclohexyl)propionsäureethoxycarbonylmethylesters
ins Spiel kommt.