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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Minimierung der thermischen Zersetzung
von Cyanhydrinen in chemischen Reaktionen, die Cyanhydrine einschließen, wie
z. B. Hydrolysereaktionen von Acetoncyanhydrin, wodurch die Produktgesamtausbeuten
erhöht
werden.
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Es
gibt viele chemische Verfahren, an denen Cyanhydrine entweder als
Reaktanden oder als Produkte beteiligt sind. Beispielsweise umfassen
bekannte technische Verfahren zur Herstellung von Methacrylsäure („MAA") und Estern davon,
wie z. B. Methylmethacrylat („MMA") und Butylmethacrylat
(„BMA"), aus Acetoncyanhydrin
typischerweise eine Reihe von Reaktionen, einschließlich der
anfänglichen
Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure. Das
Verfahren zur Herstellung von MAA und Estern von MAA umfasst auch
das Cracken bzw. Spalten der Hydrolyseprodukte und eine weitere
Reaktion, wie z. B. eine Azidifizierungsreaktion zur Bildung von
MAA oder eine Veresterungsreaktion zur Bildung von Estern von MAA.
Darüber hinaus
ist Acetoncyanhydrin selbst das Produkt der Reaktion von Aceton
mit Cyanwasserstoff. Der kommerzielle Markt für MAA und Ester davon ist extrem
kostensensibel und daher kann auch jede noch so geringe Verbesserung
der Produktausbeute zu signifikanten Kosteneinsparungen führen.
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Es
ist bekannt, dass Cyanhydrine bezüglich einer Zersetzung in der
Gegenwart von starken Säuren (z.
B. Schwefel- oder Phosphorsäure)
oder von starken Basen (z. B. Alkali oder Diethylamin) empfindlich
sind und Cyanwasserstoff und andere Zersetzungsprodukte (abhängig von
der Art des Cyanhydrins) bei erhöhten Temperaturen,
wie z. B. von mehr als etwa 70°C,
bilden. Die Zersetzung von Cyanhydrinen in Reaktionen, bei denen
die Cyanhydrine selbst die gewünschten
Produkte sind, führt
direkt zu verminderten Produktausbeuten. Die Zersetzung von Cyanhydrinen
in Reaktionen, bei denen die Cyanhydrine Zwischenprodukte oder Reaktanden
in weiteren Reaktionen sind, wie z. B. bei der Herstellung von MAA
und deren Estern, führt
indirekt zu verminderten Produktausbeuten, da ein Teil des Cyanhydrins
zerstört
wird, anstatt durch weitere Reaktionen zur Erzeugung der beabsichtigten,
gewünschten
Reaktionsprodukte verbraucht zu werden. Folglich ist die Minimierung
der Zersetzung von Cyanhydrin ein fortwährendes Ziel von Chemikalienherstellern,
deren Reaktionen Cyanhydrine umfassen.
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Während höhere Temperaturen
im Allgemeinen die Reaktionsgeschwindigkeit von chemischen Reaktionen
erhöhen,
die Cyanhydrine einschließen,
ist bekannt, dass solche Reaktionen typischerweise auch exotherm
sind. Folglich ist im Hinblick auf das Potenzial für eine Zersetzung
von Cyanhydrinen bei hohen Temperaturen eine strikte Kontrolle bzw.
Steuerung der Reaktionstemperatur in Verfahren, die Cyanhydrine
einschließen,
wichtig, um Reaktionsgeschwindigkeiten aufrechtzuerhalten, während die
Zersetzung der Cyanhydrine minimiert wird.
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Ein
bekanntes Verfahren zur strikten Steuerung der Reaktionstemperatur
von Reaktionen, die Cyanhydrine einschließen, einschließlich die
Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure, besteht darin,
die Reaktionszone (wo die Reaktion stattfindet) in einen oder mehreren
kontinuierlichen gerührten
Tankreaktor(en) („CSTR") einzubringen. CSTR's sind typischerweise
gut gerührte
Kessel oder Tanks und aus verschiedenen Gründen kann ein Reaktionsverfahren
zwei oder mehr CSTR's
umfassen, die in Reihe verbunden sind. CSTR's werden häufig so ausgewählt, dass
sie Reaktionszonen von bestimmten chemischen Reaktionen enthalten,
die eine Homogenität
erfordern, da von diesen bekannt ist, dass sie eine homogene Reaktionsumgebung
bereitstellen, d. h. bei der die Reaktionsgemischzusammensetzung
und die Reaktionstemperatur in der gesamten Reaktionszone homogen
sind. Dies bedeutet, dass in dem Fachgebiet davon ausgegangen wird,
dass die Zusammensetzung und die Temperatur, bei der die Reaktion
innerhalb eines CSTR stattfindet, an allen Stellen innerhalb des
CSTR sowie in dem CSTR-Austragsstrom gleich sind. Eine solche Einheitlichkeit von
Temperatur und Zusammensetzung ist zur Optimierung der Ausbeute
von chemischen Reaktionen, einschließlich solchen, die Cyanhydrine
einschließen,
wie z. B. Hydrolysereaktionen von Acetoncyanhydrin, gemäß bekannten
Verfahren nützlich.
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Beispielsweise
lehrt die Encyclopedia of Chemical Technology von Kirk-Othmer, 4.
Auflage, Band 16, John Wiley & Sons,
1995, Seiten 16 bis 18 und
4, die
Herstellung von MAA und deren Estern unter Verwendung des bekannten
Verfahrens, das mit der Hydrolyse von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure in einem CSTR
beginnt. Entsprechend lehrt die
US-Patentveröffentlichung
Nr. 2003/0208093 (US '093)
ein Verfahren zur Herstellung von MAA und deren Estern, bei dem
eine Reihe von zwei bis drei CSTR's für
die Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure verwendet
wird. Die US '093
lehrt, dass die Hydrolysereaktionstemperatur typischerweise 70°C bis 135°C beträgt (was
bedeutet, dass die Temperatur des Gesamtreaktionsgemischs in dem
CSTR 70°C
bis 135°C
beträgt).
Gemäß den Lehren
von beiden Dokumenten erzeugt die Hydrolysereaktion ein Hydrolysegemisch,
das α-Sulfatoisobutyramid
(„SIBAM"), α-Hydroxyisobutyramid („HIBAM") und eine geringere
Menge an Methacrylamid („MAM") umfasst. Das Hydrolysegemisch
wird einer Crackreaktion unterzogen, bei der SIBAM und HIBAM zu
mehr MAM umgewandelt werden. Das resultierende MAM-Produkt kann
dann ferner mit Wasser zur Erzeugung von MAA und mit Alkano len (z.
B. Methanol, Butanol) zur Erzeugung von Estern von MAA (z. B. MMA,
BMA) umgesetzt werden.
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Überraschenderweise
und im Gegensatz zum allgemeinen Fachwissen wurde jedoch gefunden,
dass dann, wenn CSTR's
in Reaktionen, die Cyanhydrine einschließen, verwendet werden, wie
z. B. der Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure, persistente
Bereiche mit hoher Temperatur in der Stelle und um die Stelle auftreten,
an der die Reaktandbeschickung in den CSTR eingeführt wird
(nachstehend als „Zugabepunkt" bezeichnet). Diese
lokalisierten Bereiche mit einer hohen Temperatur (nachstehend als
Heißstellen
bezeichnet) können
bis zu 10°C
oder sogar bis zu 20°C
höher liegen
als die ansonsten einheitliche Temperatur des Gesamtreaktionsgemischs
innerhalb des CSTR. Diese Heißstellen
fördern
die thermische Zersetzung des Cyanhydrins, was zu einer signifikanten
Quelle von verminderten Produktausbeuten führt.
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Folglich
beträgt
z. B. in einem Verfahren zur Herstellung von MAA und deren Estern,
das die Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure in einem
CSTR umfasst, wo die Reaktionstemperatur innerhalb des vermutlichen
Sicherheitsbereichs von 80°C
bis 90°C
gehalten wird, die Heißstelle
an dem Zugabepunkt des Acetoncyanhydrins mehr als 90°C, was die
Zersetzung des Acetoncyanhydrins während der Herstellung der bevorzugten
Hydrolyseprodukte (d. h. SIBAM, HIBAM und MAM), die für die weiteren,
stromabwärts
stattfindenden Reaktionen und schließlich für die Herstellung von MAA und
deren Ester erforderlich sind, fördert.
Solche unwiederbringlichen Ausbeuteverluste können einen hohen Wert von 3%
aufweisen und sind daher für
die MAA- und MAA-Ester-Gesamtherstellungsverfahren ziemlich signifikant.
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Untersuchungen
haben gezeigt, dass von allen Prozessvariablen in der vorstehend
diskutierten Hydrolysereaktion die Reaktionstemperatur bezüglich der
Acetoncyanhydrinzersetzung am signifikantesten ist. Laborexperimente
durch die Anmelder haben im Durchschnitt gezeigt, dass eine Acetoncyanhydrinzersetzung die
Hydrolyseausbeute um etwa 1% für
jede 10°C-Zunahme
der Hydrolysereaktionstemperatur vermindert. Beispielsweise wurde
bei Hydrolysereaktionen von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure, die
in einem Labormaßstab-CSTR durchgeführt worden
sind, festgestellt, dass eine Erhöhung der Hydrolysetemperatur
von 10°C von
85°C auf
95°C zu
einem inkrementellen Produktausbeuteverlust von 1% führte.
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Zusätzlich ist
ein schnelles und gründliches
Mischen der Reaktanden mit dem Reaktionsmedium in der Reaktionszone
aus verschiedenen Gründen
wichtig, einschließlich
einer Erleich terung der Temperatursteuerung bei Reaktionen, die
Cyanhydrine umfassen. Das
US-Patent
Nr. 5,763,687 beschreibt, dass das gründliche Mischen in einer chemischen
Reaktion zur Herstellung von aromatischen Mononitroverbindungen
durch die Verwendung eines Rohrreaktors mit einer besonderen Innenkonfiguration
erreicht werden kann. Insbesondere ist eine Mehrzahl von verdrehten
Tafelelementen derart innerhalb des Rohrreaktors angeordnet, dass dann,
wenn Reaktanden dem Reaktor zugeführt werden, diese effizient
gemischt werden, wenn sie den Reaktor passieren.
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Im
Hinblick auf die vorstehend genannten Schwierigkeiten und Mängel bei
der Durchführung
von Reaktionen, die Cyanhydrine umfassen, unter Verwendung von CSTR's, die zur neu gefundenen
Bildung einer schädlichen
Heißstelle
am Punkt der Zugabe zu dem CSTR führen, gibt es einen Bedarf
für ein
Verfahren zur Durchführung
solcher Reaktionen, welches das Potenzial zur Zersetzung der Cyanhydrine
minimiert. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung erreicht dieses
Ziel durch die Verwendung einer Reaktorvorrichtung, die ein schnelles
und gründliches
Mischen der Reaktanden mit dem Reaktionsmedium in der Reaktionszone
und durch Einstellen der Reaktionstemperatur sicherstellt.
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In
einer allgemeinen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Minimieren der
Zersetzung von Cyanhydrinen in einem exothermen Reaktionsverfahren,
welches Cyanhydrine einschließt,
bereitgestellt. Das Verfahren umfasst die Schritte: (a) das Bereitstellen
eines Reaktionsmediums in einem Rohrreaktor, welcher mindestens
eine Reaktionszone darin enthält
und in der mindestens einen Reaktionszone angeordnete interne Mischmittel
aufweist, (b) das Bereitstellen eines oder mehrerer Reaktanden in dem
Rohrreaktor, und (c) das Mischen des Reaktionsmediums mit dem einen
oder den mehreren Reaktanden in der mindestens einen Reaktionszone,
wodurch ein Gesamtreaktionsgemisch mit einer im Wesentlichen homogenen
Zusammensetzung und einer im Wesentlichen homogenen Reaktionstemperatur
gebildet wird. Die exotherme Reaktion erzeugt eine Menge von Wärme und
daher umfasst das Verfahren der vorliegenden Erfindung ferner (d)
das Entfernen einer Menge von Wärme
aus dem exothermen Reaktionsverfahren, wobei die Menge an Wärme äquivalent
zu der durch das exotherme Reaktionsverfahren gebildeten Menge an
Wärme ist,
und (e) das Umsetzen des einen oder der mehreren Reaktanden in der
mindestens einen Reaktionszone, um ein gemischtes Produkt mit einer
Gesamttemperatur zu bilden.
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Der
Rohrreaktor kann tatsächlich
zwei oder mehr Rohrreaktoren umfassen, die parallel oder in Reihe miteinander
angeordnet sein können.
Das interne Mischmittel des Rohrreaktors kann mindestens eine Vorrichtung
sein, die aus der Gruppe, bestehend aus statischen Mi schern, Blendenplatten,
Venturis, Strahlmischern, Ejektoren, perforierten Platten, Anschwänzvorrichtungen,
Rührern,
Rotationsmischern, mit hoher Geschwindigkeit zirkulierenden Schleifen
und Sprühdüsen, ausgewählt ist.
Ferner können
das Reaktionsmedium und der eine oder die mehreren Reaktand(en)
in einem Verhältnis
von Reaktionsmedium:Reaktanden von zwischen 2:1 und 200:1 bereitgestellt
werden.
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In
einer speziellen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann der Schritt des Entfernens einer Menge
von Wärme
durch Kühlen
des Reaktionsmediums auf eine Temperatur zwischen 1°C und 10°C weniger als
die Gesamttemperatur vor dem Bereitstellen des Reaktionsmediums
in dem Rohrreaktor durchgeführt
werden.
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In
einer anderen speziellen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann ein erster des einen oder der mehreren
Reaktanden in dem Rohrreaktor an mindestens einem einer Vielzahl
von Zugabepunkten durch eine Vielzahl von Einspritzvorrichtungen
bereitgestellt werden, welche peripherisch um die Rohrreaktor-Vorrichtung
angeordnet sind. Der Schritt des Mischens des Reaktionsmediums mit
dem einen oder den mehreren Reaktanden zur Bildung eines homogenen
Gesamtreaktionsgemischs kann zumindest teilweise durch das Auswählen und
Verwenden einer oder mehrerer der Vielzahl von Einspritzvorrichtungen
erreicht werden, um mindestens einen ersten des einen oder der mehreren
Reaktanden in dem Rohrreaktor bereitzustellen.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das exotherme Reaktionsverfahren, das
Cyanhydrine einschließt,
eine Hydrolysereaktion, bei der ein erster Reaktand Acetoncyanhydrin
umfasst und ein zweiter Reaktand eine Säure umfasst, die aus der Gruppe,
bestehend aus Schwefelsäure,
Oleum und Gemischen davon, ausgewählt ist. In dieser Ausführungsform
kann das molare Verhältnis
von Säure:Acetoncyanhydrin,
das in dem Gesamtreaktionsgemisch vorliegt, im Bereich von 1,3:1
bis 1,9:1 liegen. Zusätzlich kann
in dieser Ausführungsform
das gemischte Produkt der Hydrolysereaktion ein oder mehrere Produkt(e) umfassen,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus α-Sulfatoisobutyramid, α-Hydroxyisobutyramid
und Methacrylamid, und wobei das Verfahren weiter die Schritte umfasst:
(f) das thermische Umwandeln des gemischten Produkts von der Hydrolysereaktion
in einem Crackreaktor, um ein Crackreaktorgemisch herzustellen,
welches Methacrylamid und Methacrylsäure umfasst, und (g) das Umsetzen
des Crackreaktorgemischs in mindestens einem Reaktor mit einem Material,
welches aus Alkanol und Wasser ausgewählt ist, um ein Monomer, ausgewählt aus
Methacrylsäure
und Estern davon, herzustellen.
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Zusätzliche
Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der folgenden detaillierten
Beschreibung verschiedener Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung zusammen mit den beigefügten Zeichnungen,
worin entsprechende Bezugszeichen entsprechende Merkmale bezeichnen,
und worin:
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1 eine
schematische Darstellung einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist, wobei das Reaktionsverfahren eine Hydrolysereaktion
von Acetoncyanhydrin mit Säure
ist, und
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2 eine
schematische Darstellung eines bekannten Verfahrens des Standes
der Technik zur Hydrolyse von Acetoncyanhydrin mit Säure ist,
die zum Vergleich angegeben ist.
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Wie
es vorstehend diskutiert worden ist, unterliegen Cyanhydrine in
der Gegenwart von starken Säuren
bei erhöhten
Temperaturen, wie z. B. Temperaturen von mehr als etwa 70°C, einer
Zersetzung, was zu verminderten Verfahrensausbeuten führt. Ferner
führt im
Zusammenhang mit einer Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin („ACH") mit Schwefelsäure die
Zersetzung von Acetoncyanhydrin zu Aceton und Cyanwasserstoff nicht
nur zur Verminderung der Ausbeute der Hydrolyseprodukte und damit
der stromabwärts
erzeugten MAA- und MAA-Esterprodukte, sondern sie kann auch zu zusätzlichen
Komplikationen in dem Hydrolysesystem führen.
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Beispielsweise
wird der Cyanwasserstoff, der durch die Zersetzung von Acetoncyanhydrin
gebildet wird, in der Hydrolysereaktion rasch hydrolysiert und in
Formamid umgewandelt. Anschließlich
wird das Formamid mit einer niedrigeren Geschwindigkeit thermisch
gecrackt, so dass Kohlenmonoxid (CO)-Gas und Ammoniumsulfatsalz
gebildet werden. Solange das Produktgemisch nicht angemessen entgast
wird, kann sich die Gegenwart des CO als Pumpenkavitation zeigen
und zu einem Versagen des gesamten Verfahrens und einer Einheit
führen.
Erhöhungen
der Gesamttemperatur des Verfahrens können bei dem Entgasungsvorgang unterstützen, jedoch
führt eine
erhöhte
Hydrolysereaktionstemperatur zu einer Erhöhung des Ausmaßes der Zersetzung
von Acetoncyanhydrin.
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Zusätzlich wird
unter den typischen Betriebsbedingungen, die in Kirk-Othmer, Encyclopedia
of Chemical Technology, beschrieben sind, Aceton durch Schwefelsäure zu einem
Gemisch von Mono- und Disulfonsäuren
sulfoniert. In dem Hydrolyseabschnitt herrscht Acetonmonosulfonsäure („AMSA") vor und mit fortschreitender
Reaktion nimmt Acetondisulfonsäure
(„ADSA") zu und wird vorherrschend.
Diese Reihe von Reaktionen ist wichtig, da jede Sulfonierungsreaktion
von Aceton mit der stöchiometrischen
Erzeugung von Wasser einhergeht.
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Wie
es in dem Fachgebiet bekannt ist und in US '093 hervorgehoben wird, wird Wasser,
wenn es in dem Hydrolysereaktionsgemisch vorliegt, reagieren, so
dass SIBAM in HIBAM umgewandelt wird, das in der anschließenden Crackreaktion
schwieriger in MAM umzuwandeln ist und dafür höhere Temperaturen erfordert.
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In
einer allgemeinen Ausführungsform
umfasst das Verfahren der vorliegenden Erfindung zum Minimieren
der Zersetzung von Cyanhydrinen in einem exothermen Reaktionsverfahren,
welches Cyanhydrine einschließt,
die Schritte des Bereitstellens eines Reaktionsmediums in einem
Rohrreaktor und des Bereitstellens eines oder mehrerer Reaktanden
in dem Rohrreaktor. Der Rohrreaktor enthält mindestens eine Reaktionszone darin
und weist in der mindestens einen Reaktionszone angeordnete interne
Mischmittel auf. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung umfasst
ferner das Mischen des Reaktionsmediums mit dem einen oder den mehreren
Reaktanden in der mindestens einen Reaktionszone. Dieses Mischen
bildet ein Gesamtreaktionsgemisch mit einer im Wesentlichen homogenen
Zusammensetzung und einer im Wesentlichen homogenen Reaktionstemperatur.
Das Verfahren umfasst auch das Entfernen einer Menge von Wärme aus
dem exothermen Reaktionsverfahren, wobei die Menge an entfernter
Wärme zu
der durch das exotherme Reaktionsverfahren gebildeten Menge an Wärme äquivalent
ist. Die Mengen an Wärme,
die entfernt und erzeugt werden, sind für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung äquivalent,
wenn die Mengen innerhalb von ±10%
oder sogar z. B. 1% gleich sind. Schließlich umfasst das Verfahren
der vorliegenden Erfindung den Schritt des Umsetzens des einen oder
der mehreren Reaktanden in der mindestens einen Reaktionszone, um
ein gemischtes Produkt mit einer Gesamttemperatur zu bilden. Die
Gesamttemperatur des gemischten Produkts wird optimalerweise nach dem
Ende der Reaktion (wie z. B. wenn im Wesentlichen die Gesamtheit
des einen oder der mehreren Reaktanden umgesetzt worden ist), und
wenn das gemischte Produkt den Rohrreaktor verlassen hat, gemessen.
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Mit
einem exothermen Reaktionsverfahren, das „Cyanhydrine einschließt", ist gemeint, dass
einer oder mehrere der Reaktanden und eines oder mehrere der Produkte
der Reaktionsverfahren ein oder mehrere Cyanhydrin(e) umfasst. Darüber hinaus
ist eine exotherme Reaktion gemäß dem Fachwissen
des einschlägigen
Fachmanns eine Reaktion, die eine Menge an Wärme erzeugt, wobei die Menge
an Wärme
von einer Anzahl von Faktoren abhängt, einschließlich unter
anderem der Arten und Mengen von Reaktanden und der Temperatur und
der Dauer der Reaktion.
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Der
Begriff „Cyanhydrine", der hier verwendet
wird, steht für
Verbindungen mit der allgemeinen Formel
worin R und R' gleich oder verschieden
sein können
und aus der Gruppe, bestehend aus Wasserstoff und Kohlenwasserstoffen,
ausgewählt
sind. Die Struktur der Kohlenwasserstoffe ist nicht speziell beschränkt und
kann gerade Ketten, verzweigte Ketten, aromatische Ringe, usw.,
umfassen, und die Kohlenwasserstoffe können gesättigt, substituiert oder ungesättigt sein.
Darüber
hinaus können
R und R' zusammen
einen Teil eines alicyclischen oder heterocyclischen Rests bilden.
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Bezüglich des
Rohrreaktors umfasst das Verfahren der vorliegenden Erfindung Ausführungsformen, bei
denen mehr als ein Rohrreaktor oder sogar eine Vielzahl von Rohrreaktoren
(wie z. B. in einer Reaktorvorrichtung des Hülle- und Röhrentyps) vorliegt, der bzw.
die zur Durchführung
des exothermen Reaktionsverfahrens, das Cyanhydrine einschließt, verwendet
wird bzw. werden. Wenn mehr als ein Rohrreaktor eingesetzt wird,
enthält
mindestens einer und enthalten vorzugsweise alle Rohrreaktoren mindestens
eine Reaktionszone darin und weist bzw. weisen in der mindestens
einen Reaktionszone angeordnete interne Mischmittel auf.
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Darüber hinaus
ist das interne Mischmittel des Rohrreaktors mindestens eine Vorrichtung,
die aus der Gruppe, bestehend aus statischen Mischern, die statische
Mischelemente umfassen, Blendenplatten, Venturis, Strahlmischern,
Ejektoren, perforierten Platten, Anschwänzvorrichtungen, Rührern, Rotationsmischern,
mit hoher Geschwindigkeit zirkulierenden Schleifen und Sprühdüsen, ausgewählt ist.
Die statischen Mischelemente können
ein oder mehrere Element(e) sein, das bzw. die aus der Gruppe bestehend
aus Rührblättern bzw. -schaufeln,
Stiften, Prallplatten, tafelförmigen
Einsätzen
und anderen, eine Scherung induzierenden Vorrichtungen, ausgewählt ist
bzw. sind. Solche Vorrichtungen und statischen Mischelemente sind
bekannt und von Unternehmen wie z. B. Koch-Glitsch, Inc., Wichita,
KS, Chemineer, Inc., Dayton, OH, und Sulzer Chemtech Ltd., Tulsa,
OK, erhältlich.
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Wie
es dem Fachmann bekannt ist, sollten dann, wenn das Reaktionsverfahren
die Verwendung korrosiver Substanzen (wie z. B. Schwefelsäure oder
Alkali) umfasst, der Rohrreaktor und dessen interne Mischmittel
aus korrosionsbeständigen
Materialien aufgebaut sein, einschließlich unter anderem rostfreien
Stahl (z. B. der Reihe 300, 904L, 6-Moly), Tantal, Zirkonium und
HASTELLOY® (z.
B. B, B-2, B-3, B-3, C-22 und C-276).
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Das
Reaktionsmedium kann jedwedes Material sein, das zum Mischen mit,
Aufnehmen und Transportieren der Reaktanden der gewünschten
chemischen Reaktion geeignet ist, ohne durch die Reaktion verbraucht
zu werden, und es wird von der Art der gewünschten chemischen Reaktion
und der erforderlichen Reaktanden abhängen. Beispielsweise kann ein
geeignetes Reaktionsmedium ohne Beschränkung die gleichen Arten von
Verbindungen umfassen, von denen erwartet wird, dass sie durch das
Reaktionsverfahren, das Cyanhydrine einschließt, erzeugt werden. Tatsächlich kann
das Reaktionsmedium zweckmäßig eingefangene und
rezyklierte Produkte des Reaktionsverfahrens umfassen. Folglich
kann in dem Fall einer Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin und
Schwefelsäure,
von der erwartet wird, dass sie SIBAM, HIBAM und MAM erzeugt, das
Reaktionsmedium zweckmäßig eines
oder mehrere von SIBAM, HIBAM und MAM umfassen. In einigen Ausführungsformen
kann das Reaktionsmedium ferner Verdünnungsmaterialien, wie z. B.
Hexan, Schwefeldioxid oder geradkettige Kohlenwasserstoffe, umfassen.
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Es
sollte beachtet werden, dass einer oder mehrere der Reaktanden (wie
z. B. die Säure
in einer Hydrolysereaktion) dadurch indirekt dem Rohrreaktor zugeführt werden
kann bzw. können,
dass zuerst einer oder mehrere der Reaktanden dem Reaktionsmedium
vor dem Einbringen des Reaktionsmediums in den Rohrreaktor zugesetzt
wird bzw. werden.
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Der
eine oder die mehreren Reaktand(en), der bzw. die für das Reaktionsverfahren
verwendet wird bzw. werden, wird bzw. werden von der gewünschten
Reaktion und den gewünschten
Reaktionsprodukten abhängen
und es liegt innerhalb des Fachwissens des Durchschnittsfachmanns,
geeignete Reaktanden auszuwählen.
Wenn es beispielsweise gewünscht
ist, SIBAM, HIBAM und MAM für
eine weitere Umwandlung zu MAA und Estern davon herzustellen, können geeignete
Reaktanden Acetoncyanhydrin und eine Säure sein, die aus der Gruppe,
bestehend aus Schwefelsäure,
Oleum und Gemischen davon, ausgewählt ist (wie es in der weiter
oben diskutierten US '093
beschrieben ist). Wenn Acetoncyanhydrin selbst das gewünschte Produkt ist,
können
die Reaktanden Aceton und Cyanwasserstoff sein (wie es in Kirk-Othmer,
Encyclopedia of Chemical Technology, beschrieben ist) und eine starke
Base, wie z. B. Natriumhydroxid, kann vorliegen. Bei dieser Reaktion
kann auch Wasser als Verdünnungsmittel
vorliegen und die Reaktion kann typischerweise zwischen 0°C und 20°C durchgeführt werden,
wobei erhöhte
Temperaturen (höher
als etwa 20°C)
die Cyanhydrinzersetzung in diesem Reaktionssystem fördern. Wenn
es gewünscht
ist, ein spezielles Cyanhydrin zu erzeugen, das als Methylethylketoncyanhydrin
bekannt ist, können
die Reaktanden Cyanwasserstoffsäure
und Methylethylketon sein (wie es in dem
US-Patent Nr. 6,743,938 beschrieben
ist) und die Reaktion kann in der Gegenwart einer starken Base,
wie z. B. Diethylamin, durchgeführt
werden. Folglich kann das Cyanhydrin in dem Reaktionsver fahren der
Reaktand oder das Produkt sein und das Verfahren der vorliegenden
Erfindung kann in vorteilhafter Weise auf jedwedes derartige exotherme
Reaktionsverfahren, das Cyanhydrine einschließt, angewandt werden.
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Der
Schritt des Mischens des Reaktionsmediums mit dem einen oder den
mehreren Reaktanden zur Bildung eines Gesamtreaktionsgemischs mit
einer im Wesentlichen homogenen Zusammensetzung und einer im Wesentlichen
homogenen Reaktionstemperatur wird erfindungsgemäß mindestens teilweise durch
die Verwendung des vorstehend beschriebenen Rohrreaktors, der interne
Mischmittel aufweist, erreicht.
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Ein
anderer Weg zum schnellen und gründlichen
Mischen des Reaktionsmediums und eines oder mehrerer Reaktanden
zur Bildung eines homogenen Gesamtreaktionsgemischs würde erfindungsgemäß darin
bestehen, mindestens einen der Reaktanden in dem Rohrreaktor an
einer Vielzahl von Zugabepunkten unter Verwendung einer Vielzahl
von Einspritzvorrichtungen, wie z. B. unter anderem Einspritzdüsen, bereitzustellen,
die um die Rohrreaktor-Vorrichtung
bereitgestellt sind. Die Einspritzvorrichtungen können peripherisch, in
Längsrichtung
oder auf beide Arten um den Rohrreaktor angeordnet sein. Darüber hinaus
müssen
nicht alle der Einspritzvorrichtungen zu jeder gegebener Zeit verwendet
werden, sondern vielmehr sollte mindestens eine und vorzugsweise
mehr als eine Einspritzvorrichtung in Gebrauch sein, um mindestens
einen der Reaktanden in dem Rohrreaktor an verschiedenen Zugabepunkten
bereitzustellen. Diese Anordnung dient zur gleichmäßigeren
Verteilung des Reaktanden in dem Reaktionsmedium. In einer speziellen
Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung kann die Einspritzgeschwindigkeit des Reaktanden
oder der Reaktanden, der bzw. die durch die Einspritzvorrichtungen
bereitgestellt wird bzw. werden, an jeder der verwendeten Einspritzvorrichtungen
gleich sein. Zusätzlich
kann die Einspritzgeschwindigkeit des bzw. der Reaktanden z. B.
unter anderem zwischen 10 Fuß/s
und 80 Fuß/s
(3 m/s und 24 m/s) oder zwischen 20 Fuß/s und 65 Fuß/s (6 m/s
und 20 m/s) oder zwischen 28 Fuß/s
und 42 Fuß/s
(8,5 m/s und 13 m/s) aufrechterhalten werden, um ein effizientes Mischen
zu erreichen.
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Erfindungsgemäß ist es
auch möglich,
eine optimale Mischeffizienz unter Verwendung der Einspritzvorrichtungen
durch Betreiben von weniger Einspritzvorrichtungen bei niedrigeren
Gesamtherstellungsgeschwindigkeiten und entsprechend durch Betreiben
von mehr der Einspritzvorrichtungen bei höheren Herstellungsgeschwindigkeiten
aufrechtzuerhalten, anstatt immer die gleiche Anzahl von Einspritzvorrichtungen
zu verwenden und die Strömungsgeschwindigkeit
durch jede Düse
einzustellen. Es wird davon ausgegangen, dass das erstgenannte Verfahren
besser ist als das letztgenannte Verfahren, da das letztgenannte
Verfahren zu variablen Einspritzgeschwindigkeiten und daher variablen
Mischeffizienzen an verschiedenen Stellen innerhalb der Reaktionszonen
führen
würde.
Beispielsweise würde
das Betreiben von 10 Einspritzvorrichtungen bei verschiedenen Einspritzgeschwindigkeiten,
um eine Gesamtreaktandzuführungsgeschwindigkeit
von 100 Pfund pro Stunde zu erreichen, in dem Rohrreaktor variable
Mischbedingungen und ein nicht-homogenes Gesamtreaktionsgemisch
erzeugen. Das Betreiben von 10 Einspritzvorrichtungen mit jeweils
10 Pfund pro Stunde würde
ein einheitlicheres Mischen und ein homogeneres Gesamtreaktionsgemisch
erzeugen. Wenn entschieden wird, die Herstellungsgeschwindigkeit
zu senken, so dass nur eine Zuführungsgeschwindigkeit
von 50 Pfund pro Stunde des Reaktanden erforderlich ist, dann könnten nur
5 der Einspritzvorrichtungen betrieben werden, und zwar jeweils
mit den gleichen 10 Pfund pro Stunde, während die anderen 5 Einspritzvorrichtungen gesperrt
oder abgestellt werden, wodurch eine Einheitlichkeit des Mischens
innerhalb des Rohrreaktors aufrechterhalten wird. Es wird davon
ausgegangen, dass eine weitere Optimierung der vorstehend genannten Verfahren
sowie die Berechnungen und Umrechnungen, die erforderlich sind,
um den optimalen Betriebsvorgang der Einspritzvorrichtung zu bestimmen,
vom einschlägigen
Fachmann ausgeführt
werden können.
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In
einer speziellen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, bei der es sich um eine Hydrolysereaktion
von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure handelt, wird die Zugabegeschwindigkeit
eines Reaktanden, wie z. B. Acetoncyanhydrin, so gesteuert, dass
die Temperatur an dem Zugabepunkt niemals größer ist als die Gesamttemperatur
des gemischten Produkts, das den Rohrreaktor verlässt. Dies
dient zur Minimierung oder sogar Beseitigung der Heißstellen,
die sich ansonsten an dem Zugabepunkt der Reaktanden durch die Einspritzvorrichtungen
bilden können.
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Wie
bei den meisten exothermen Reaktionen muss die Wärme, die durch das exotherme
Reaktionsverfahren, das Cyanhydrine einschließt, erzeugt wird, entfernt
werden, um das Reaktionsverfahren im Zeitverlauf in einem kontinuierlichen
stationären
Zustand zu halten. Die Wärme
kann durch Kühlen
des Rohrreaktors, was selbstverständlich auch die Reaktionszonen
und das Gesamtreaktionsgemisch darin kühlt, unter Verwendung von jedweder
herkömmlichen
Kühleinrichtung
entfernt werden, wie z. B. mit einer oder mehreren der folgenden
Vorrichtungen: Hülle-
und Röhrenwärmetauscher,
Spiralkühler,
Rahmenwärmetauscher,
Abschnitte mit Mantelrohren und Behälter mit internen Kühlschlangen
oder -mänteln.
Es ist möglich,
in den Röhren
der Hülle-
und Röhrenwärmetauscher
Turbulatoren zu verwenden, um die Kühleffizienz zu verbessern und/oder eine
Verkrustungsbeständigkeit
bereitzustellen.
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Erfindungsgemäß kann die
Wärme auch
so aus dem exothermen Reaktionsverfahren entfernt werden, dass das
Reaktionsmedium auf eine Temperatur zwischen 1°C und 10°C weniger als die Gesamttemperatur des
gemischten Produkts vor dem Bereitstellen des Reaktionsmediums in
dem Rohrreaktor gekühlt
wird. Dieser Aspekt der vorliegenden Erfindung führt zur Bildung eines gekühlten Gesamtreaktionsgemischs
beim Mischen der Reaktanden mit dem Reaktionsmedium in der mindestens
einen Reaktionszone des Rohrreaktors, was eine kühlere Umgebung für das Cyanhydrin
ungeachtet davon bereitstellt, ob das Cyanhydrin ein Reaktand ist,
der in der Reaktionszone zugesetzt wird, oder ein Produkt ist, das
in der Reaktionszone gebildet wird.
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Zusätzlich ist
es vorteilhaft, Wärme
von den Cyanhydrinen zu entfernen, während sie sich in der mindestens
einen Reaktionszone mit dem Reaktionsmedium befinden, um deren Zersetzung
zu minimieren. Erfindungsgemäß kann dies
zumindest teilweise durch Bereitstellen eines Überschusses an Reaktionsmedium in
der mindestens einen Reaktionszone im Vergleich zu der Menge an
bereitgestellten Reaktanden erreicht werden, worauf das Reaktionsmedium
zu einer Wärmesenke
wird und einen Teil der Wärme
von den Cyanhydrinen absorbiert. Beispielsweise können das
Reaktionsmedium und der eine oder die mehreren Reaktand(en) in einem
Verhältnis
von Reaktionsmedium:Reaktanden von zwischen 2:1 und 200:1 oder zwischen
3:1 und 100:1 oder sogar zwischen 4:1 bis 40:1 bereitgestellt werden.
Es sollte beachtet werden, dass höhere Reaktionsmedium:Reaktanden-Verhältnisse
besser sind, da dabei davon ausgegangen wird, dass sie eine größere Wärmesenke
bereitstellen, die größere Wärmemengen
absorbieren kann.
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In
einer anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann bzw. können einer oder mehrere der
Reaktanden vor dem Bereitstellen in dem Rohrreaktor z. B. unter
Verwendung separater Wärmetauscher (nicht
gezeigt) gekühlt
werden.
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Wenn
das exotherme Reaktionsverfahren, das Cyanhydrine einschließt, eine
Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin und Schwefelsäure ist,
die ein gemischtes Produkt, das SIBAM, HIBAM und MAM umfasst, wie
es vorstehend diskutiert worden ist, für eine weitere Reaktion zur
Herstellung von MAA und Estern davon erzeugt, kann das Verfahren
ferner das thermische Umwandeln des gemischten Produkts von der
Hydrolysereaktion in einem Crackreaktor, um ein Crackreaktorgemisch
herzustellen, das Methacrylamid und Methacrylsäure umfasst, umfassen. Das
Crackreaktorgemisch kann dann in mindestens einem Reaktor mit einem
Material umgesetzt werden, das aus Alkanolen und Wasser ausgewählt ist,
um ein Monomer, ausgewählt
aus Methacrylsäure
und Estern davon, herzustellen. Beispiele für geeignete Alkanole umfassen
unter anderem Methanol, Ethanol und Butanol.
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Zusätzlich zu
den vorstehenden Merkmalen ist es für den einschlägigen Fachmann
möglich,
viele Zusätze
und Modifizierungen für
die Verfahren der vorliegenden Erfindung zu entwickeln, die alle
im Schutzbereich der Erfindung liegen sollen. Beispielsweise wenn
das exotherme Reaktionsverfahren eine Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin
mit Schwefelsäure
ist, kann das Reaktionsverfahren ein zweistufiges System sein, d.
h. ein System mit zwei Rohrreaktoren, und bei dem die Acetoncyanhydrin-Reaktandbeschickung
zwischen den zwei Reaktoren aufgeteilt wird, wobei zwischen 50%
und 95% der Acetoncyanhydrinreaktion für den ersten Reaktor bereitgestellt
werden und der Rest für
den zweiten Reaktor bereitgestellt wird.
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Es
ist dem Fachmann klar, dass die Reaktionsverfahren, die Cyanhydrine
einschließen,
auch erfordern können,
Prozessströme,
die hochviskos sind, zu transportieren und zu pumpen. Eines oder
mehrere des Reaktionsmediums und des gemischten Produkts kann bzw.
können
durch und zwischen der Verfahrensvorrichtung unter Verwendung von
Pumpen für
hochviskose Medien, wie z. B. unter anderem Scheibenpumpen (von
Discflo Corporation, Santee, Kalifornien), Verdrängerpumpen oder Zahnradpumpen,
transportiert und umgewälzt
werden. Einer oder mehrere der Reaktanden, wie z. B. die Säure in einer
Hydrolysereaktion, kann bzw. können
in das Reaktionsmedium vor dem Bereitstellen des Reaktionsmediums
in dem Rohrreaktor eingespritzt werden, um stärker lokalisierte Molverhältnisse
bereitzustellen und die Viskositätseffekte
zu vermindern.
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Die
Bedingungen in dem Reaktionsverfahren, wie z. B. wenn das Reaktionsverfahren
eine Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure ist,
können
das Entgasen des gemischten Produkts vorteilhaft machen. Unter solchen
Umständen
ist jedwedes herkömmliche
Entgasungsmittel geeignet, einschließlich unter anderem eine oder
mehrere Vorrichtung(en), die aus der Gruppe, bestehend aus Prallplatten,
Koaleszenzeinrichtungen, Ablenkplatten, Zentrifugalseparatoren (wie
z. B. der „Porta-Test
Revolution"-Entgaser
von NATCO Group, Inc., Houston, TX), Vakuumkammern, Verteilern,
Düsen,
Drosselventilen, Kondensattanks, Absetzkammern, Entgasungspumpen
des ASP-Typs (von Yokota Manufacturing Co., Ltd., Hiroshima, Japan,
erhältlich)
und der Kurabo In-line-Entgasungsvorrichtung (von Kurabo Industries
Ltd., Osaka, Japan, erhältlich), ausgewählt ist
bzw. sind.
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Es
ist für
den Fachmann klar, dass es auch vorteilhaft sein kann, dem Reaktionsverfahren
einen oder mehrere Polymerisationsinhibitor(en) zuzusetzen, wie
z. B. einem oder mehreren der Reaktanden vor der Bereitstellung
der Reaktanden in dem Rohrreaktor. Geeignete Polymerisationsinhibitoren
werden zumindest teilweise von den Arten der Reaktanden und Pro dukte
abhängen,
die an dem Reaktionsverfahren beteiligt sind. Wenn beispielsweise
das exotherme Reaktionsverfahren eine Hydrolysereaktion von Acetoncyanhydrin
mit Schwefelsäure
ist, würde
ein geeigneter Inhibitor unter anderem Phenothiazin umfassen.
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Wenn
das exotherme Reaktionsverfahren ferner eine Hydrolysereaktion von
Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure
ist, liegt das molare Verhältnis
von Säure:Acetoncyanhydrin,
das in dem Gesamtreaktionsgemisch vorliegt, im Bereich von 1,3:1
bis 1,9:1.
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Diese
und andere entsprechende Modifizierungen sind für den Fachmann offensichtlich
und sollen vom Wesen der hier beschriebenen vorliegenden Erfindung
und vom Schutzbereich der beigefügten
Ansprüche
umfasst sein.
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Beispiele
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Die
folgenden Beispiele stellen Vergleichsausbeuten für zwei Hydrolysereaktionsverfahren
im technischen Maßstab
bereit, die bei identischen Bedingungen durchgeführt werden. Die Ergebnisse
dieser Beispiele zeigen den Ausbeutevorteil, der durch das Verfahren
der vorliegenden Erfindung im Hinblick auf Reaktionsverfahren auf
CSTR-Basis des Standes der Technik, die Cyanhydrine einschließen, erreicht
wird, und zwar insbesondere dann, wenn es auf eine Hydrolysereaktion
von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure angewandt wird. Die Zusammensetzungen
des Acetoncyanhydrinreaktanden und des Schwefelsäurereaktanden waren für das Beispiel
1 und das Beispiel 2 gleich.
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Beispiel 1 (Vergleich – Verfahren des Standes der
Technik)
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Ein
erstes Hydrolyseverfahren („Stand
der Technik") der
Art, wie es in Kirk-Othmer und der US '093 beschrieben ist, ist in der 2 veranschaulicht
und umfasst zwei CSTR-Reaktoren
in Reihe. Dieses System wurde bei einem molaren Verhältnis von
H2SO4:ACH von 1,48
und einer 2,3:1-ACH-Zugabeaufteilung durchgeführt, wobei 70 Gew.-% der gesamten
ACH-Beschickung der ersten Reaktionsstufe zugesetzt wurden und 30
Gew.-% der gesamten ACH-Beschickung der zweiten Reaktionsstufe zugesetzt
wurden. Als Reaktanden in diesem System wurden Schwefelsäure bei
einer Konzentration von 99,5% und ACH bei einer Konzentration von
98,5% verwendet.
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Insbesondere
umfasste die 1. Reaktionsstufe des in diesem Beispiel eingesetzten
Hydrolysesystems einen CSTR der 1. Stufe 230, eine Zentrifugalpumpe 210,
einen Wärmetauscher 220 und
dazugehörige
Umwälzleitungen
der 1. Stufe (203, 204, 205). Der CSTR 230 umfass te
einen 5000 Gallonen (19 Kubikmeter)-Behälter und einen Rührer mit
Doppelrührflügel und
geneigten Rührblättern für ein hocheffizientes
Mischen des Reaktorinhalts. Die ACH-Zugabe unter der Oberfläche zu dem
CSTR der 1. Stufe 230 wurde über 201 unter Verwendung
eines ersten Tauchrohrs bereitgestellt. Entsprechend wurde die Schwefelsäurezugabe
unter der Oberfläche
zu dem CSTR der 1. Stufe 230 über 202 unter Verwendung
eines zweiten Tauchrohrs bereitgestellt. Diese Tauchrohre dienten
zum Richten des Stroms von Reaktanden in die turbulente Zone in
der Nähe
der Spitze der Rührblätter, um
die Mischeffizienz zu maximieren. Dem CSTR 230 wurde auch
ein PTZ-Inhibitor in Acetonlösung
(nicht gezeigt) zugesetzt, um die Polymerbildung zu verzögern. Die
Temperatur der Gesamtflüssigkeit
in dem Boden des CSTR 230 konnte unter Verwendung des Thermoelements
T230 überwacht
werden.
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Der
Strom 203 führt
das Hydrolysegemisch der Pumpe 210 zu, die dann das Hydrolysegemisch
durch die Umwälzleitungen
der 1. Stufe mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von etwa
2,8 Millionen Pfund/Stunde (d. h. 4000 gpm, 15140 Liter/min) umwälzt. Der
Strom 204 förderte
das Hydrolysegemisch von dem Austrag der Pumpe 210 zu dem
Wärmetauscher 220,
wo es gekühlt
wurde. Der Wärmetauscher 220 war ein
Wärmetauscher
des Hülle-
und Röhrentyps,
wobei der Prozessstrom (Hydrolysegemisch) durch die Hülleseite
und ein Wasserstrom mit einer Nenntemperatur von 60°C durch die
Röhrenseite
strömten.
Das gekühlte Hydrolysegemisch
trat aus dem Wärmetauscher
mittels des Stroms 205 aus und wurde zu dem CSTR 230 zurückgeführt. Gase,
die aus dem Hydrolysegemisch entfernt worden sind, wurden zur Entsorgung
einem Gasabfackelkopf (nicht gezeigt) zugeführt. Das entgaste Hydrolysegemisch
strömte
von der Seite des CSTR 230 über und wurde über den
Strom 209 zu der 2. Reaktionsstufe weiter gefördert.
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Die
2. Reaktionsstufe des in diesem Beispiel eingesetzten Hydrolysesystems
umfasste einen CSTR der 2. Stufe 260, eine Zentrifugalpumpe 240,
einen Wärmetauscher 250 und
dazugehörige
Umwälzleitungen der
2. Stufe (213, 214, 215). Der CSTR 260 umfasste
einen 5000 Gallonen (19 Kubikmeter)-Behälter und einen Rührer mit
Doppelrührflügel und
geneigten Rührblättern für ein hocheffizientes
Mischen des Reaktorinhalts. Die ACH-Zugabe unter der Oberfläche zu dem
CSTR der 2. Stufe 230 wurde über 211 unter Verwendung
eines ersten Tauchrohrs bereitgestellt. Eine optionale Schwefelsäurezugabe
(212) unter der Oberfläche
zu dem CSTR der 2. Stufe 230 wurde in diesem Beispiel nicht
eingesetzt. Wie die Tauchrohre des CSTR der 1. Stufe dienten diese
Tauchrohre der 2. Stufe zum Richten des Stroms von Reaktanden in
die turbulente Zone in der Nähe
der Spitze der Rührblätter, um
die Mischeffizienz zu maximieren. Die Temperatur der Gesamtflüssigkeit in
dem Boden des CSTR 260 konnte unter Verwendung des Thermoelements
T260 überwacht
werden.
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Der
Strom 213 führte
das Hydrolysegemisch der Pumpe 240 zu, die dann das Hydrolysegemisch durch
die Umwälzleitungen
der 2. Stufe mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von etwa
4,2 Millionen Pfund/Stunde (d. h. 6000 gpm, 22700 Liter/min) umwälzte. Der
Strom 214 förderte
das Hydrolysegemisch von dem Austrag der Pumpe 240 zu dem
Wärmetauscher 250,
wo es gekühlt
wurde. Der Wärmetauscher 250 war ein
Wärmetauscher
des Hülle-
und Röhrentyps,
wobei der Prozessstrom (Hydrolysegemisch) durch die Hülleseite
und ein Wasserstrom mit einer Nenntemperatur von 65°C durch die
Röhrenseite
strömten.
Das gekühlte Hydrolysegemisch
trat aus dem Wärmetauscher
mittels des Stroms 215 aus und wurde zu dem CSTR 260 zurückgeführt. Gase,
die aus dem Hydrolysegemisch entfernt worden sind, wurden zur Entsorgung
einem Gasabfackelkopf (nicht gezeigt) zugeführt. Das entgaste Hydrolysegemisch
strömte
von der Seite des CSTR 260 über und wurde über den
Strom 219 zu dem Crackreaktor (100) weiter gefördert.
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In
diesem Beispiel wurde die Gesamttemperatur des Reaktionsgemischs,
das aus dem CSTR der 1. Stufe (230) austrat, die mit dem
Thermoelement T230 gemessen worden ist, konstant bei 85°C gehalten;
die Gesamttemperatur des Reaktionsgemischs, das aus dem CSTR der
2. Stufe (260) austrat, die mit dem Thermoelement T260
gemessen worden ist, wurde konstant bei 101°C gehalten.
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Unter
Bedingungen eines stationären
Zustands wurden Proben des fertigen Hydrolysegemischs von dem Strom 219 unter
Verwendung von gut isolierten Probenbehältern (Vakuumflaschen der Marke
ThermosTM) gesammelt.
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Ein
Aliquot (etwa 10 g) des repräsentativen
Hydrolysegemischs wurde entnommen und in einen tarierten Becher,
der einen Rührstab
enthielt, eingebracht und dessen Gewicht wurde aufgezeichnet. Methansulfonsäure (99,5%
Reinheit, etwa 3 g, von Aldrich Chemical Company) wurde als interner
Standard mittels einer Spritze zugesetzt und alle Gewichte wurden
aufgezeichnet. Das Gemisch wurde in einem Wasserbad mit konstanter
Temperatur bei 60°C
für 40
min gerührt.
Ein Aliquot (etwa 0,2 g) des resultierenden Gemischs wurde entfernt
und in ein NMR-Röhrchen
eingebracht und mit deuteriertem Nitromethan (CD3NO2 von Aldrich Chemical Company) verdünnt. Das
klare und homogene Gemisch wurde mittels NMR auf einem Varian Inova 500-Gerät analysiert.
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Die
molare Gesamtausbeute an SIBAM, HIBAM und MAM, die mit dem vorstehend
beschriebenen Verfahren erzeugt worden ist, ist in der Tabelle 1
angegeben.
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Beispiel 2
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Ein
verbessertes Hydrolysesystem („erfindungsgemäß") gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung ist in der 1 veranschaulicht
und umfasste zwei kontinuierliche Strömungsreaktionsstufen. Dieses System
wurde unter den gleichen Bedingungen betrieben, wie sie für das Hydrolysesystem
auf CSTR-Basis des vorstehenden Beispiels 1 eingesetzt worden sind.
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Insbesondere
wurde dieses verbesserte Hydrolysesystem bei einem molaren Verhältnis von H2SO4:ACH von 1,48
und einer 2,3:1-ACH-Zugabeaufteilung durchgeführt, wobei 70 Gew.-% der gesamten ACH-Beschickung
der ersten Reaktionsstufe zugesetzt wurden und 30 Gew.-% der gesamten
ACH-Beschickung der zweiten Reaktionsstufe zugesetzt wurden. Wie
in dem vorstehenden Beispiel wurden als Reaktanden Schwefelsäure bei
einer Konzentration von 99,5% und ACH bei einer Konzentration von
98,5% verwendet.
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Insbesondere
umfasste die 1. Reaktionsstufe des in diesem Beispiel eingesetzten
Hydrolysesystems eine ACH-Mischvorrichtung 10, eine Entgasungsvorrichtung 20,
eine Zentrifugalpumpe 30, einen Wärmetauscher 40 und
dazugehörige
Umwälzleitungen
der 1. Stufe (3, 4, 5, 7, 8).
Schwefelsäure
(6) wurde dem Hydrolysegemisch in dem Strom 5 durch
ein Misch-T-Stück zugesetzt.
Der Strom 5 führte
das Hydrolysegemisch der Pumpe 30 zu, die dann das Hydrolysegemisch
durch die Umwälzleitungen
der 1. Stufe mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von etwa
2,5 Millionen Pfund/Stunde (d. h. 3500 gpm, 13250 Liter/min) umwälzte. Der Strom 7 förderte das
Hydrolysegemisch von dem Austrag der Pumpe 30 zu dem Wärmetauscher 40,
wo es gekühlt
wurde. Der Wärmetauscher 40 war
ein Wärmetauscher
des Hülle-
und Röhrentyps,
wobei der Prozessstrom (Hydrolysegemisch) durch die Hülleseite
und ein Wasserstrom mit einer Nenntemperatur von 60°C durch die
Röhrenseite
strömten.
Das gekühlte
Hydrolysegemisch trat aus dem Wärmetauscher
mittels des Stroms 8 aus. Die Temperatur des gekühlten Hydrolysegemischs
konnte unter Verwendung des Thermoelements T8 überwacht werden. Das Hydrolysegemisch
trat dann in die ACH-Mischvorrichtung 10 ein, wo ACH dem
Hydrolysegemischstrom zugesetzt wurde. Die ACH-Mischvorrichtung 10 umfasste
eine einzelne statische Mischeinheit, die aus vier Koch SMXL-Mischelementen
(von Koch-Glitsch, Inc., Wichita, Kansas) bestand, die in Reihe
innerhalb eines Leitungsabschnitts mit 12 Zoll Durchmesser installiert
waren. Die statische Mischeinheit wies eine Länge von etwa 190 Zoll auf.
Die ACH-Mischvorrichtung 10 umfasste ferner zwei Sätze von ACH-Einspritzvorrichtungen:
Einen ersten Satz von vier Einspritzvorrichtungen (1),
die sich in einer Distanz von etwa 30 Zoll von dem Einlassende der
Mischvorrichtung befanden, und einen zweiten Satz von vier Einspritzvorrichtungen
(2), die sich in einer Distanz von etwa 45 Zoll von dem
Einlassende des Mischelements befanden. Jede der vier Einspritzvorrichtungen
in einem Satz war entlang der Peripherie des Leitungsabschnitts
gleichmäßig beabstandet – z. B.
war jeweils eine Einspritzvorrichtung bei 0°, 90°, 180° und 270°, bezogen auf die Mittellinie
des Leitungsabschnitts, angeordnet. Jede Einspritzvorrichtung umfasste
eine Öffnung mit
einem Innendurchmesser von 0,290 Zoll, die bündig an der Leitungsabschnittswand
montiert war und durch die flüssiges
ACH mit einer Geschwindigkeit von etwa 36 Fuß pro Sekunde (11 Meter pro
Sekunde) in die statische Mischeinheit strömte. Bei dieser Geschwindigkeit
wurde ein Strahl von ACH mit einer ausreichenden kinetischen Energie
erzeugt, um eine Strecke von der Leitungsabschnittswand in Richtung
der Mittellinie der statischen Mischeinheit zurückzulegen, wodurch ein schnelles
und effizientes Mischen sichergestellt wurde. Für die Betriebsgeschwindigkeit
dieses spezifischen Beispiels wurden sechs der acht Einspritzvorrichtungen
genutzt: Alle vier des ersten Satzes von Einspritzvorrichtungen
und zwei des zweiten Satzes von Einspritzvorrichtungen. Von den
Einspritzvorrichtungen, die in Betrieb waren, wurden alle bei der
gleichen ACH-Strömungsgeschwindigkeit
betrieben. Als ein Ergebnis der exothermen ACH-Hydrolysereaktion
wurde das Hydrolysegemisch innerhalb der ACH-Mischvorrichtung erwärmt. Das
warme Hydrolysegemisch trat aus der ACH-Mischvorrichtung über den Strom 3 aus
und in die Entgasungsvorrichtung 20 ein. Ein PTZ-Inhibitor in Acetonlösung (9)
wurde dem Hydrolysegemischstrom 3 zugesetzt, um die Polymerbildung
zu verzögern.
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Die
Entgasungsvorrichtung 20 umfasste einen ungerührten 5600
Gallonen (21 Kubikmeter)-Entgasungsbehälter, in
dem ein „Ports-Test
Revolution"-Modell
eines Zentrifugal-Gas/Flüssigkeit-Separators
(von NATCO Group, Inc., Houston, Texas, entworfen und hergestellt)
installiert war. Gase, die aus dem Hydrolysegemisch entfernt worden
sind, wurden zur Entsorgung einem Gasabfackelkopf (nicht gezeigt)
zugeführt;
das entgaste Hydrolysegemisch wurde als Gesamtflüssigkeit in dem Boden des Entgasungsbehälters gesammelt. Die
Temperatur der Gesamtflüssigkeit
in dem Boden des Entgasungsbehälters
konnte unter Verwendung des Thermoelements T20 überwacht werden. Das entgaste
Hydrolysegemisch wurde aus dem Boden des Entgasungsbehälters entfernt
und in zwei Ströme
aufgeteilt: Der Strom 49 förderte einen ersten Teil des
Hydrolysegemischs weiter zu der 2. Reaktionsstufe, während der
Strom 5 einen zweiten Teil des Hydrolysegemischs zu der
Zentrifugalpumpe 30 förderte,
um die Zirkulation der 1. Stufe aufrechtzuerhalten.
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Die
2. Reaktionsstufe des in diesem Beispiel eingesetzten erfindungsgemäßen Hydrolysesystems nutzte
eine ACH-Mischvorrichtung 50, eine Entgasungsvorrichtung 60,
eine Zentrifugalpumpe 70, einen Wärmetauscher 80 und
dazugehörige
Umwälzleitungen
der 2. Stufe (13, 14, 15, 17, 18).
Das Hydrolysegemisch von dem Strom 49 trat in die 2. Stufe
ein und wurde mit dem Hydrolysegemisch in dem Strom 15 vereinigt.
In diesem speziellen Beispiel wurde die optionale Schwefelsäure (16)
nicht zugesetzt. Der Strom 15 führte das Hydrolysegemisch der
Pumpe 70 zu, die dann das Hydrolysegemisch durch die Umwälzleitungen
der 2. Stufe mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von etwa
2,2 Millionen Pfund/Stunde (d. h. 3000 gpm, 11360 Liter/min) umwälzte. Der
Strom 17 förderte
das Hydrolysegemisch von dem Austrag der Pumpe 70 zu dem
Wärmetauscher 80,
wo es gekühlt
wurde. Der Wärmetauscher 80 war
ein Wärmetauscher
des Hülle-
und Röhrentyps,
wobei der Prozessstrom (Hydrolysegemisch) durch die Hülleseite
und ein Wasserstrom mit einer Nenntemperatur von 70°C durch die
Röhrenseite
strömten.
Das gekühlte
Hydrolysegemisch trat aus dem Wärmetauscher
mittels des Stroms 18 aus. Die Temperatur des gekühlten Hydrolysegemischs
konnte unter Verwendung des Thermoelements T18 überwacht werden. Das Hydrolysegemisch
trat dann in die ACH-Mischvorrichtung 50 ein, wo ACH dem
Hydrolysegemischstrom zugesetzt wurde. Die ACH-Mischvorrichtung 50 umfasste eine
einzelne statische Mischeinheit, die aus vier Koch SMXL-Mischelementen
bestand, die in Reihe innerhalb eines Leitungsabschnitts mit 12
Zoll Durchmesser installiert waren. Die statische Mischeinheit wies
eine Länge von
etwa 210 Zoll auf. Die ACH-Mischvorrichtung 50 umfasste
ferner zwei Sätze
von ACH-Einspritzvorrichtungen: Einen ersten Satz von vier Einspritzvorrichtungen
(1), die sich in einer Distanz von etwa 30 Zoll von dem Einlassende
der Mischvorrichtung befanden, und einen zweiten Satz von vier Einspritzvorrichtungen
(2), die sich in einer Distanz von etwa 45 Zoll von dem Einlassende
des Mischelements befanden. Jede der vier Einspritzvorrichtungen
in einem Satz war entlang der Peripherie des Leitungsabschnitts
gleichmäßig beabstandet – z. B.
war jeweils eine Einspritzvorrichtung bei 0°, 90°, 180° und 270°, bezogen auf die Mittellinie
des Leitungsabschnitts, angeordnet. Jede Einspritzvorrichtung umfasste
eine Öffnung
mit einem Innendurchmesser von 0,175 Zoll, die bündig an der Leitungsabschnittswand
montiert war und durch die flüssiges
ACH mit einer Geschwindigkeit von etwa 62 Fuß pro Sekunde (19 Meter pro
Sekunde) in die statische Mischeinheit strömte. Bei dieser Geschwindigkeit
wurde ein Strahl von ACH mit einer ausreichenden kinetischen Energie
erzeugt, um eine Strecke von der Leitungsabschnittswand in Richtung
der Mittellinie der statischen Mischeinheit zurückzulegen, wodurch ein schnelles
und effizientes Mischen sichergestellt wurde. Für die Betriebsgeschwindigkeit dieses
spezifischen Beispiels wurde nur der erste Satz von vier Einspritzvorrichtungen
verwendet. Von den Einspritzvorrichtungen, die in Betrieb waren,
wurden alle bei der gleichen ACH-Strömungsgeschwindigkeit betrieben.
Als ein Ergebnis der exothermen ACH-Hydrolysereaktion wurde das
Hydrolysegemisch innerhalb der ACH-Mischvorrichtung erwärmt. Das
warme Hydrolysegemisch trat aus der ACH-Mischvorrichtung über den Strom 13 aus
und in die Entgasungsvorrichtung 60 ein. In diesem speziellen
Beispiel wurde ein optionaler PTZ-Inhibitor in Acetonlösung (19)
nicht zugesetzt.
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Die
Entgasungsvorrichtung 60 umfasste einen ungerührten 10900
Gallonen (41 Kubikmeter)-Entgasungsbehälter, in
dem ein „Ports-Test
Revolution"-Modell
eines Zentrifugal-Gas/Flüssigkeit-Separators
(von NATCO Group, Inc., Houston, Texas, entworfen und hergestellt)
installiert war. Gase, die aus dem Hydrolysegemisch entfernt worden
sind, wurden zur Entsorgung einem Gasabfackelkopf (nicht gezeigt)
zugeführt;
das entgaste Hydrolysegemisch wurde als Gesamtflüssigkeit in dem Boden des Entgasungsbehälters gesammelt. Die
Temperatur der Gesamtflüssigkeit
in dem Boden des Entgasungsbehälters
konnte unter Verwendung des Thermoelements T60 überwacht werden. Das entgaste
Hydrolysegemisch wurde aus dem Boden des Entgasungsbehälters (14)
entfernt und in zwei Ströme
aufgeteilt: Der Strom 99 förderte einen ersten Teil des
Hydrolysegemischs weiter zu dem Crackreaktor (100), während der
Strom 15 einen zweiten Teil des Hydrolysegemischs zu der
Zentrifugalpumpe 70 förderte,
um die Zirkulation der 2. Stufe aufrechtzuerhalten.
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In
diesem Beispiel wurde die Gesamttemperatur des Reaktionsgemischs,
das aus der Entgasungsvorrichtung (20) der 1. Stufe austrat,
die mit dem Thermoelement T20 gemessen worden ist, konstant bei
85°C gehalten;
die Gesamttemperatur des Reaktionsgemischs, das aus der Entgasungsvorrichtung
(60) der 2. Stufe austrat, die mit dem Thermoelement T60
gemessen worden ist, wurde konstant bei 101°C gehalten.
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Unter
Bedingungen eines stationären
Zustands wurden Proben des fertigen Hydrolysegemischs von dem Strom 99 unter
Verwendung von gut isolierten Probenbehältern (Vakuumflaschen der Marke
ThermosTM) gesammelt.
-
Wie
in dem vorstehenden Beispiel wurde die Hydrolysegemischprobe angesäuert, verdünnt und
mittels NMR analysiert. Die molare Gesamtausbeute an SIBAM, HIBAM
und MAM, die mit dem vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren
erzeugt worden ist, ist in der Tabelle 1 angegeben. Tabelle 1
| Hydrolysesystem | Stromtemperatur
am ACH-Beschickungspunkt | Verweilzeit | Molare ACH-Ausbeute (%) |
| 1.
Stufe | 2.
Stufe |
| Beispiel
1 (CSTR des Standes der Technik) (Figur 2) | 85°C (T230) | 101°C (T260) | 40
min | 95,23 ± 060 |
| Beispiel
2 (erfindungsgemäßes Verfahren)
(Figur 1) | 79°C (T8) | 100°C (T18) | 110
min | 96,01 ± 0,22 |
-
Dieses
Vergleichsbeispiel veranschaulicht, dass das erfindungsgemäße kontinuierliche
Strömungsreaktionssystem
eine höhere
ACH-Ausbeute bereitstellt als das System des Standes der Technik
auf SCTR-Basis, wenn es zur Durchführung von ACH-Hydrolysereaktionen
verwendet wird.