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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft eine optisch biaxiale Folie, Verfahren und Materialien
zu ihrer Herstellung, ihre Verwendung in optischen Vorrichtungen
wie Kompensatoren und Flüssigkristallanzeigen
sowie Kompensatoren und Flüssigkristallanzeigen
enthaltend eine solche biaxiale Folie.
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Hintergrund und Stand der
Technik
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Optische
Kompensatoren werden im Stand der Technik dazu verwendet, die optischen
Eigenschaften von Flüssigkristallanzeigen
(liquid crystal displays – LCDs),
wie das Kontrastverhältnis
und die Grauskaladarstellung bei großen Blickwinkeln zu verbessern.
So sind beispielsweise in unkompensierten Anzeigen des TN- oder
STN-Typs bei großen
Blickwinkeln häufig
eine Veränderung
der Graustufen und sogar Grauskalaumkehrung sowie Kontrastverlust
und unerwünschte Änderungen
der Farbskala zu beobachten.
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Eine Übersicht über die
LCD-Technologie und die Prinzipien und Verfahren der optischen Kompensation
von LCDs findet sich in der
US
5 619 352 , deren gesamte Offenbarung durch Bezugnahme in
diese Anmeldung aufgenommen ist. Wie in der
US 5 619 352 beschrieben, kann man
zur Verbesserung des Kontrastes einer Anzeige bei weiten Blickwinkeln
einen negativ doppelbrechenden C-Plattenkompensator
verwenden, wobei ein solcher Kompensator die Grauskaladarstellung
der Anzeige jedoch nicht verbessert. Andererseits schlägt die
US 5 619 352 die Verwendung
eines doppelbrechenden O-Plattenkompensators vor, um die Grauskalaumkehr
zu unterdrücken
oder sogar aufzuheben und die Grauskalastabilität zu verbessern. Ein O-Plattenkompensator
wie in der
US 5 619 352 beschrieben
enthält
eine O-Platte und kann zusätzlich
eine oder mehrere A-Platten und/oder negative C-Platten enthalten.
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Die
Ausdrücke „O-Platte", „A-Platte" und „C-Platte", wie sie in der
US 5 619 352 und durchgehend
in dieser Erfindung verwendet werden, haben die folgenden Bedeutungen.
Eine „O-Platte" ist ein optischer
Verzögerer,
der eine Schicht eines positiv doppelbrechenden (z. B. Flüssigkristall-)Materials
nutzt, bei dem die optische Hauptachse schräg (engl. oblique) zur Schichtebene
ausgerichtet ist. Eine „A-Platte" ist ein optischer Verzögerer, der
eine Schicht eines uniaxial doppelbrechenden Materials nutzt, bei
dem die außerordentliche Achse
parallel zur Schichtebene und die ordentliche Achse (auch „a-Achse" genannt) senkrecht
zur Schichtebene ausgerichtet ist, d. h. parallel zur Richtung des
normalen Lichteinfalls. Eine „C-Platte" ist ein optischer Verzögerer, der
eine Schicht eines uniaxial doppelbrechenden Materials mit seiner
außerordentlichen
Achse (auch „c-Achse" genannt) senkrecht
zur Schichtebene, d. h. parallel zur Richtung des normalen Lichteinfalls, nutzt.
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Negative
doppelbrechende C-Plattenverzögerer
wurden im Stand der Technik beispielsweise aus uniaxial verdichteten
Folien aus isotropen Polymeren, durch Aufdampfen von anorganischen
Dünnfilmen,
wie z. B. in der
US 5 196 953 beschrieben,
oder aus negativ doppelbrechenden Flüssigkristallmaterialien hergestellt. Verstreckte
oder verdichtete Polymerfolien zeigen jedoch häufig nur mäßige Doppelbrechung und erfordern hohe
Foliendicken, Aufdampfen erfordert komplizierte Herstellungsverfahren
und negativ doppelbrechende Flüssigkristallmaterialien
sind häufig
weniger einfach erhältlich
und teurer als positiv doppelbrechende Materialien.
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Um
diese Nachteile zu überwinden,
wurde kürzlich
vorgeschlagen, z. B. in den
WO
01/20393 und
WO 01/20394 ,
eine cholesterische Flüssigkristallfolie
mit kurzer Ganghöhe,
typischerweise mit ihrer Braggschen Reflexionsbande im UV-Bereich
des elektromagnetischem Spektrums, zu verwenden. Eine solche Folie
weist negative doppelbrechende Verzögerung des C-Typs auf für Wellenlängen, die
größer sind
als ihr Reflexionsmaximum. Das Brechungsindexellipsoid einer Folie
dieser Art nähert
sich dem eines senkrecht ausgerichteten Flüssigkristalls mit negativer
Doppelbrechung an. Eine solche Verzögerungsfolie kann beispielsweise
verwendet werden, um Off-Axis-Verzögerung im homöotropisch
gesteuerten Dunkel zustand einer TN-LCD auszugleichen, und somit
den Blickwinkel der LC-Anzeige erheblich zu verbessern.
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Die
WO 01/20393 offenbart einen
Kompensator, der eine Kombination aus einer planaren A-Platte, einer
O-Platte und einer negativen C-Platte darstellt, worin die negative
C-Platte eine cholesterische LC-Folie mit
kurzer Ganghöhe
enthält.
Bei Verwendung in beispielsweise einer TN-LCD bietet diese Kombination
ausgezeichneten Kontrast bei horizontalen Blickwinkeln und reduziert
unerwünschte Änderungen
der Farbskala. Ihre Leistung bei vertikalen Blickwinkeln ist jedoch
begrenzt. Zudem ist die Verwendung mehrerer Verzögerungsfolien kostspielig und
wirft Herstellungs- und Strapazierfähigkeitsprobleme auf.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines
optischen Kompensators, der verbesserte Leistung bei der Kompensation
von LCDs besitzt, einfach herzustellen ist, insbesondere in Massenproduktion,
und die oben beschriebenen Nachteile der Kompensatoren des Standes
der Technik nicht aufweist. Eine weitere Aufgabe der Erfindung liegt
in der Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens zu seiner Herstellung.
Andere Aufgaben der vorliegenden Erfindung sind dem Fachmann aus
der folgenden ausführlichen
Beschreibung sofort deutlich.
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Es
wurde gefunden, dass die oben beschriebenen Probleme gelöst werden
können
und ein optischer Kompensator mit hervorragender Leistung erhalten
werden kann, indem man mehrere Folien in einer einzigen Schicht
kombiniert und indem man einen biaxialen C-Plattenverzögerer verwendet. Es wurde gefunden,
dass ein biaxialer negativer C-Plattenverzögerer sich in seinen optischen
Eigenschaften einer Kombination einer planaren A-Platte und einer
negativen C-Platte
annähert,
jedoch bessere optische Leistung zeigt als eine solche Kombination.
Die Anisotropie in der Ebene des biaxialen negativen C-Plattenverzögerers (Δnxy) nähert sich
der A-Platte an und die Anisotropie außerhalb der Ebene (Δnxz und Δnyz) der negativen C-Platte. Simulationen haben gezeigt,
dass die optische Leistung des biaxialen negativen C-Plattenverzögerers überraschenderweise
der der nacheinander gestapelten A-Platte und negativen C-Platte überlegen
ist und ausgezeichnete Blickwinkelleistungen für Flüssigkristallanzeigen zeigt.
Zudem reduziert die Verwendung einer einzigen biaxialen Folie anstelle
von zwei gestapelten Folien Kosten und Herstellungsprobleme.
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Weiterhin
wurde ein neues und verbessertes Verfahren zur Herstellung einer
solchen Folie gefunden, bei dem man ein polymerisierbares chirales
Flüssigkristallmaterial
enthaltend eine lichtempfindliche Verbindung verwendet und das Material
mit polarisiertem UV-Licht bestrahlt, was zu einer Änderung
der Form oder Struktur und somit einer Änderung der Doppelbrechung
der lichtempfindlichen Verbindungen in einigen Teilen der Folie
führt,
welche dann durch Polymerisation eingefroren wird.
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Die
WO 03/01544 offenbart eine
cholesterische biaxiale Folie mit einer deformierten Helixstruktur
mit elliptischem Brechungsindex und ein Verfahren zur Herstellung
einer solchen Folie aus einem polymerisierbaren cholesterischen,
einen dichroitischen Photoinitiator enthaltenden Material. Sie offenbart
jedoch keine biaxiale Folie mit uniformer Helixstruktur und sich ändernder
Doppelbrechung, die nach den Verfahren und aus Materialien enthaltend
eine lichtempfindliche Verbindung wie in der vorliegenden Erfindung
beansprucht erhalten wird.
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Die
US 6 685 998 offenbart einen
Kompensator enthaltend ein transparentes Substrat und eine aus stabartigen
Flüssigkristallmolekülen gebildete
Folie, worin die Folie drei verschiedene Haupt-Brechungsindices
aufweist und die Flüssigkristallmoleküle in cholesterischer
Orientierung ausgerichtet sind. Sie offenbart jedoch keine biaxiale
cholesterische Folie, die im UV-Bereich reflektiert und eine sich
periodisch ändernde
Doppelbrechung besitzt, die nach den Verfahren und aus den Materialien
wie in der vorliegenden Erfindung beansprucht erhalten wird.
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Definition der Ausdrücke
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Die
Ausdrücke „photoreaktiv", „lichtempfindlich" und „Photoreaktion" beziehen sich auf
Verbindungen, die ihre Struktur oder Form unter Photobestrahlung
durch Reaktionen wie u. a. Photoisomerisierung, photoaktivierte
2 + 2-Cycloaddition, Photo-Fries-Umlagerung oder ein vergleichbares
photochemisches Abbauverfahren, ohne auf diese Reaktionen beschränkt zu sein, ändern. Photopolymerisationsreaktionen
werden von diesen Bedeutungen nicht umfasst. Die beschriebenen photoreaktiven
oder lichtempfindlichen Verbindungen, wie sie in dieser Erfindung
beschrieben sind, können
jedoch zusätzlich
auch polymerisierbar oder photopolymerisierbar sein.
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Der
Ausdruck „Folie" umfasst starre oder
flexible, selbsttragende oder für
sich stehende Folien mit mechanischer Stabilität sowie Beschichtungen oder
Schichten auf einem tragenden Substrat oder zwischen zwei Substraten.
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Der
Ausdruck „Flüssigkristall-
oder mesogenes Material" oder „Flüssigkristall-
oder mesogene Verbindung" bezeichnet
Materialien oder Verbindungen mit einer oder mehreren stab-, platten-
oder scheibenförmigen
mesogenen Gruppen, d. h. Gruppen, welche die Fähigkeit haben, Flüssigkristallphasenverhalten
(LC-(liquid crystal)-Phasenverhalten) zu induzieren. LC-Verbindungen
mit stab- oder plattenförmigen
Gruppen sind in der Technik auch als „kalamitische" Flüssigkristalle
bekannt. LC-Verbindungen mit einer scheibenförmigen Gruppe sind in der Technik
auch als „diskotische" Flüssigkristalle
bekannt. Die Verbindungen oder Materialien, die mesogene Gruppen
enthalten, brauchen nicht notwendig selber eine LC-Phase aufzuweisen.
Es ist auch möglich,
dass sie nur in Mischungen mit anderen Verbindungen oder wenn die
mesogenen Verbindungen oder Materialien oder deren Mischungen polymerisiert
werden, LC-Phasenverhalten
zeigen.
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Der
Einfachheit halber wird im Folgenden der Ausdruck „Flüssigkristallmaterial" sowohl für mesogene als
auch für
LC-Materialien verwendet.
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Polymerisierbare
Verbindungen mit einer polymerisierbaren Gruppe werden auch als „monoreaktive" Verbindungen, Verbindungen
mit zwei polymerisierbaren Gruppen als „direaktive" Verbindungen und
Verbindungen mit mehr als zwei polymerisierbaren Gruppen als „multireaktive" Verbindungen bezeichnet.
Verbindungen ohne polymerisierbare Gruppe werden auch als „nicht
reaktive" Verbindungen
bezeichnet.
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Der
Ausdruck „reaktives
Mesogen" (RM) bezeichnet
eine polymerisierbare mesogene oder Flüssigkristallverbindung.
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Der
Ausdruck „Direktor" ist aus dem Stand
der Technik bekannt und bezeichnet die bevorzugte Ausrichtungsrichtung
der langen Molekülachsen
(bei kalamitischen Verbindungen) oder kurzen Molekülachse (bei diskotischen
Verbindungen) der mesogenen Gruppen in einem LC-Material.
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In
Folien, die uniaxial positiv doppelbrechendes LC-Material enthalten,
wird die optische Achse durch den Direktor angegeben.
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Der
Ausdruck „cholesterische
Struktur" oder „helikal
verdrillte Struktur" bezeichnet
eine LC-Moleküle enthaltende
Folie, worin der Direktor parallel zur Folienebene liegt und helikal
um eine Achse senkrecht zur Folienebene verdrillt ist.
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Der
Ausdruck „homöotrope Struktur" oder „homöotrope Ausrichtung" bezeichnet eine
Folie, bei der die optische Achse im Wesentlichen senkrecht zur
Folienebene liegt.
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Der
Ausdruck „planare
Struktur" oder „planare
Ausrichtung" bezeichnet
eine Folie, bei der die optische Achse im Wesentlichen parallel
zur Folienebene liegt.
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Der
Ausdruck „Tilt-Struktur" oder „Tilt-Ausrichtung" bezeichnet eine
Folie, bei der die optische Achse in einem Winkel θ zwischen
0 und 90° gegen
die Folienebene geneigt ist.
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Der
Ausdruck „Splay-Struktur" oder „Splay-Ausrichtung" bezeichnet eine
Tilt-Ausrichtung wie oben definiert, bei der der Tilt-Winkel sich
in der Richtung senkrecht zur Folienebene ändert, vorzugsweise von einem Minimum-
zu einem Maximumwert.
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Der
durchschnittliche Tilt-Winkel θ
ave ist wie folgt definiert
worin θ'(d')
der lokale Tilt-Winkel bei der Dicke d' innerhalb der Folie und d die Gesamtdicke
der Folie ist.
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Der
Tilt-Winkel einer Splay-Folie wird nachfolgend, wenn nicht anders
angegeben, als der durchschnittliche Tilt-Winkel θave gegeben.
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Der
Einfachheit halber wird im Folgenden eine optische Folie mit verdrillter,
planarer, homöotroper,
Tilt- oder Splay-Ausrichtung oder -Struktur auch als „verdrillte
Folie", „planare
Folie", „homöotrope Folie", „Tilt-Folie" bzw. „Splay-Folie" bezeichnet.
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Tilt-
und Splay-Folien werden auch als „O-Platte" bezeichnet. Eine planare Folie wird
auch als „A-Platte" oder „planare
A-Platte" bezeichnet.
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„E-Modus" bezeichnet eine
verdrillte nematische Flüssigkristallanzeige
(TN-LCD), bei der die Eingangspolarisationsrichtung beim Eindringen
in die Anzeigezelle im Wesentlichen parallel zum Direktor der LC-Moleküle liegt,
d. h. entlang des außerordentlichen
(engl. extraordinary – E)
Brechungsindex. „O-Modus" bezeichnet eine
TN-LCD, bei der
die Eingangspolarisation beim Eindringen in die An zeigezelle im
Wesentlichen senkrecht zum Direktor liegt, d. h. entlang des ordentlichen
(O) Brechungsindex.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft eine optisch biaxiale Folie, die ein anisotropes
Material mit helikal verdrillter Struktur und uniformer Helix enthält und Licht
mit einer Wellenlänge
unterhalb 400 nm reflektiert.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin eine optisch biaxiale Folie wie vor- und nachstehend
beschrieben, die eine lokale Doppelbrechung besitzt, die sich periodisch
in der Richtung der Helixachse ändert.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer
biaxialen Folie wie vor- und nachstehend beschrieben.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung einer biaxialen Folie
wie vor- und nachstehend beschrieben als Verzögerungs- oder Kompensationsfolie
in optischen Vorrichtungen wie beispielsweise Flüssigkristallanzeigen.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin einen Kompensator enthaltend eine biaxiale
Folie wie vor- und nachstehend beschrieben.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin eine Flüssigkristallanzeige enthaltend
einen Kompensator oder eine biaxiale Folie wie vor- und nachstehend
beschrieben.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Es
zeigen:
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1 beispielhaft
die Formänderung
einer lichtempfindlichen mesogenen Verbindung unter UV-Strahlung;
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2 ein
Verfahren zur Herstellung einer biaxialen Folie des Standes der
Technik (A), ein Verfahren zur Herstellung einer uniaxialen Folie
des Standes der Technik (B) und ein Verfahren zur Herstellung einer
biaxialen Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung (C);
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3 schematisch
kompensierte TN-LCDs des Standes der Technik (A, B) und gemäß der vorliegenden
Erfindung (C);
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4 schematisch
kompensierte MVA-LCDs des Standes der Technik (A) und gemäß der vorliegenden
Erfindung (B);
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5 schematisch
kompensierte OCB-LCDs des Standes der Technik (A) und gemäß der vorliegenden
Erfindung (B);
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6A und 6B schematisch
die In-cell-Verwendung einer biaxialen Folie gemäß der vorliegenden Erfindung
in einer Flüssigkristallanzeige.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Bei
Verwendung eines Kompensators mit einer biaxialen Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer LCD werden der Kontrast bei großen Blickwinkeln
und die Graustufendarstellung der Anzeige erheblich verbessert sowie
die Grauskalaumkehrung unterdrückt.
Bei Farbanzeigen wird die Farbstabilität erheblich verbessert und Änderungen
der Farbskala werden unterdrückt.
Zudem ist ein Kompensator gemäß der vorliegenden
Erfindung besonders geeignet für
die Massenproduktion.
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Besonders
bevorzugt ist eine biaxiale Verzögerungsfolie,
die optisch biaxiale negative C-Symmetrie mit nx ≠ ny ≠ nz und nx, ny > nz aufweist, worin nx und
ny, die Hauptbrechungsindices in orthogonaler
Richtung in der Folienebene sind und nz der
Hauptbrechungsindex senkrecht zur Folienebene ist.
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Die
biaxiale Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung reflektiert zirkular polarisiertes Licht einer Wellenlänge von
weniger als 400 nm. Besonders bevorzugt ist eine biaxiale Folie,
die Licht im UV-Bereich oder unterhalb des UV-Bereichs reflektiert,
vorzugsweise Licht einer Wellenlänge
unterhalb 380 nm. Weiterhin bevorzugt ist eine biaxiale Folie, die
für Licht
mit einer Wellenlänge
von 400 nm oder höher,
vorzugsweise 380 nm oder höher,
im Wesentlichen transparent ist. Sehr bevorzugt ist die biaxiale
Folie für
sichtbares Licht mit einer Wellenlänge von 380 bis mindestens
780 nm im Wesentlichen transparent.
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Die
Dicke der biaxialen Folie beträgt
vorzugsweise 0,5 bis 5 μm,
sehr bevorzugt 1 bis 3 μm.
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Die
Verzögerung
einer biaxialen Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung auf der Achse (d. h. bei 0° Blickwinkel) beträgt vorzugsweise
60 nm bis 400 nm, besonders bevorzugt 100 nm bis 350 nm. In einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
besitzt die biaxiale Folie eine Verzögerung von vorzugsweise 10
bis 200 nm, ganz bevorzugt 20 bis 150 nm.
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Für einige
LCD-Anwendungen ist es bevorzugt, dass die biaxiale Folie eine Verzögerung von
ungefähr dem
0,25-Fachen der Wellenlänge
des einfallenden Lichtes aufweist, im Stand der Technik auch als
Viertelwellen-Verzögerungsfolie
(quarter-wave retardation film – QWF)
oder λ/4-Platte
bekannt. Besonders bevorzugt für
solche Anwendungen sind Verzögerungswerte
von 90 bis 200 nm, vorzugsweise von 100 bis 175 nm.
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Für andere
LCD-Anwendungen ist es bevorzugt, dass die biaxiale Folie eine Verzögerung von
ungefähr
dem 0,5-Fachen der Wellenlänge
des einfallenden Lichtes aufweist, im Stand der Technik auch als
Halbwellen-Verzögerungsfolie
(half-wave retardation film – HWF)
oder λ/2-Platte
bekannt. Besonders bevorzugt für solche
Anwendungen sind Verzögerungswerte
von 180 bis 400 nm, vorzugsweise von 200 bis 350 nm.
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Die
biaxiale Folie besitzt vorzugsweise eine cholesterische Struktur.
Die helikale Ganghöhe
der cholesterischen Helix einer solchen biaxialen Folie wird vorzugsweise
unterhalb 225 nm gewählt
und die Reflexionswellenlänge
ist vorzugsweise kleiner als 380 nm, was unterhalb der sichtbaren
Wellenlängen
liegt.
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Die
Folie wird vorzugsweise aus einem chiralen polymerisierbaren mesogenen
oder Flüssigkristallmaterial,
besonders bevorzugt einem polymerisierbaren Flüssigkristallmaterial mit einer
cholesterischen Phase hergestellt. Das Material ist vorzugsweise
eine Mischung aus monomeren Verbindungen, die aus mono-, di- oder
multifunktionellen polymerisierbaren Verbindungen und nicht polymerisierbaren
Verbindungen ausgewählt
sind. Bei einer oder mehreren dieser Verbindungen handelt es sich
um chirale Verbindungen, welche die helikal verdrillte cholesterische
Struktur induzieren. Weiterhin handelt es sich bei einer oder mehreren
dieser Verbindungen um lichtempfindliche oder photoreaktive Verbindungen,
vorzugsweise in einer Menge von 5 bis 100 Gew.-%, beispielsweise
mesogene oder flüssigkristalline
Zimtsäureester.
Bei Bestrahlung mit z. B. UV-Licht zeigen diese lichtempfindlichen
Verbindungen eine Änderung
der Form und/oder des Brechungsindex, wie beispielhaft in 1 dargestellt.
Dies führt
zu einer lokalen Änderung
der Doppelbrechung in ausgewählten
Teilen der cholesterischen Helix. Weiterhin enthält das Material vorzugsweise
einen oder mehrere Photoinitiatoren, vorzugsweise UV-Photoinitiatoren.
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Das
polymerisierbare Material wird vorzugsweise als dünner Film
auf ein Substrat aufgetragen, auf dem es eine planare Ausrichtung
annimmt, bei der die cholesterische Helix im Wesentlichen senkrecht
zur Folienebene liegt. Gegebenenfalls wird die Orientierung des
polymerisierbaren Materials in planare Ausrichtung durch zusätzliche
Mittel oder Techniken, wie z. B. durch Zugabe von Orientierungsmitteln
wie Tensiden, oder durch Behandlung des Substrates mit einer Orientierungsschicht
und/oder Reiben des Substrates oder der Orientierungsschicht unterstützt. Geeignete
Mittel und Techniken sind dem Fachmann bekannt. Die Menge und das
helikale Verdrillungsvermögen
(helical twisting power – HTP)
der chiralen Verbindungen werden vorzugsweise so gewählt, dass
das cholesterische Material eine kurze Ganghöhe und eine Reflexionswellenlänge < 380 nm aufweist.
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Bei
Photobestrahlung des orientierten cholesterischen Materials wird/werden
die lichtempfindliche(n) Verbindung(en) in eine Form mit einer anderen
Doppelbrechung als die oben erwähnte
umgewandelt. Da das Material mit polarisiertem Licht bestrahlt wird,
findet nur in denjenigen Domänen
der Helix, in denen der LC-Direktor entlang der Richtung des polarisierten
Lichtes fällt,
eine Photoreaktion statt, wodurch die Doppelbrechung nur in diesen
Bereichen herabgesetzt wird.
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Gleichzeitig
starten die (UV-)Photoinitiator(en) den Polymerisationsprozess,
was die Helixstruktur „fixiert", während die
lichtempfindlichen Materialien entsprechend ihrer Position in der
Helix in ihrem hohen oder niedrigen Doppelbrechungszustand „gefangen" werden. Auf diese
Weise bleibt die Helixstruktur uniform, während sich die Doppelbrechung
lokal im Verlauf der Helix ändert,
was zu einer biaxialen optischen Folie führt.
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Durch
Variieren der Photostrahlungsdosis, z. B. der Strahlungsintensität und/oder
Belichtungszeit können
der Isomerisierungsgrad und damit die endgültige Verzögerung der biaxialen Folie
variiert werden. Beispielsweise führen eine höhere Intensität und längere Belichtungszeit
zu einem höheren
Isomerisierungsgrad und somit zu einer Abnahme der Verzögerung.
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Durch
Variieren der Polarisationsrichtung der linear polarisierten Photostrahlung
ist es auch möglich, die
Richtung der langsamen Achse der biaxialen Folie zu steuern. Die „langsame
Achse" entspricht
der Richtung des höchsten
Brechungsindex, d. h. in einer Folie, in der nx > ny > nz,
ist die Richtung der langsamen Achse die von nx (in
der Folienebene). Bestrahlung mit linear polarisiertem UV- Licht ist beispielsweise
dadurch möglich,
dass UV-Licht durch einen Linearpolarisator (z. B. einen handelsüblichen
farbstoffdotierten Absorptionspolarisator) geführt wird. Die Richtung der
langsamen Achse in der erhaltenen biaxialen Folie entspricht dann der
Richtung der Transmissionsachse des Polarisators. Durch Drehen des
Polarisators kann somit die Richtung der langsamen Achse gesteuert
werden.
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2 zeigt
schematisch die Helixstruktur in einer biaxialen cholesterischen
Folie der vorliegenden Erfindung (C), verglichen mit der Helixstruktur
in einer biaxialen cholesterischen Folie des Standes der Technik (A)
wie in der
WO 03/054111 beschrieben
und die Helixstruktur in einer uniaxialen cholesterischen Folie
des Standes der Technik (B).
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Die
biaxiale Folie der
2A erhält man aus
einem einen dichroitischen Photoinitiator enthaltenden polymerisierbaren
cholesterischen Material durch Bestrahlung mit linear polarisiertem
Licht wie in der
WO 03/054111 beschrieben.
Durch dieses Verfahrens weist die biaxiale Folie eine deformierte
Helixstruktur auf, zeigt jedoch keine lokale Änderung der Doppelbrechung.
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Bestrahlung
eines polymerisierbaren cholesterischen Materials mit unpolarisiertem
Licht führt
zu einer Reduzierung der Doppelbrechung in der Folie insgesamt und
somit zu einer optisch uniaxialen Folie wie in 2B gezeigt.
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Im
Gegensatz dazu besitzt die nach einem Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung erhaltene Folie der
2C eine
uniforme Helix (d. h. nicht deformiert wie in der
WO 03/054111 ), aber eine sich periodisch ändernde
Doppelbrechung mit Regionen hoher Doppelbrechung (
1) und
Regionen mit niedriger Doppelbrechung (
2).
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Die
biaxiale Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung besitzt eine uniforme Helix und ein kreisförmiges, diskotisches
Brechungsindexellipsoid.
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In
der biaxialen Folie gemäß der Erfindung
ist die helikale Ganghöhe
auf Werte erheblich unterhalb der sichtbaren Wellenlängen abgesenkt,
so dass nur die durchschnittlichen direktionalen Brechungsindices
zu beobachten sind. Infolgedessen treten die Braggschen Reflexionsbanden
im UV auf, so dass die Folie für sichtbare
Wellenlängen
des Lichtes transparent ist und sich für diese sichtbaren Wellenlängen ausschließlich als
Verzögerer
verhält.
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Auf
diese Weise lässt
sich eine cholesterische Folie mit optischer biaxialer negativer
C-Typ-Symmetrie erzeugen, die als Verzögerer für linear polarisiertes Licht
mit Wellenlängen
im sichtbaren Spektrum dienen kann.
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Alternativ
kann das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung so durchgeführt
werden, dass in einem ersten Schritt Polymerisation durch Bestrahlung
mit nicht polarisiertem Licht, vorzugsweise nicht polarisiertem
UV-Licht, erreicht wird, um die Polymerhelix zu fixieren, und in
einem zweiten Schritt die Doppelbrechung in ausgewählten Teilen
der Helixstruktur durch Bestrahlung mit polarisiertem Licht, vorzugsweise
polarisiertem UV-Licht geändert
wird.
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Es
ist auch möglich,
Photoreaktion und Photopolymerisation gleichzeitig durchzuführen.
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Alternativ
zur Photopolymerisation wie vor- und nachstehend beschrieben kann
das polymerisierbare chirale mesogene Material auch mit anderen
Techniken wie beispielsweise thermische Polymerisation gemäß oder in
Analogie zu bekannten Verfahren polymerisiert werden.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
einer biaxialen Verzögerungsfolie
wie vor- und nachstehend beschrieben, vorzugsweise ein Verfahren
umfassend die folgenden Schritte
- A) Aufbringen
einer Schicht eines chiralen polymerisierbaren mesogenen Materials
enthaltend mindestens eine lichtempfindliche Verbindung, mindestens
eine chirale Verbindung und mindestens eine polymerisierbare Verbindung,
wobei diese Verbindungen gleich oder verschieden sein können, auf
ein Substrat, wo es sich in planare Ausrichtung orientiert oder
gegebenenfalls in planare Ausrichtung orientiert wird,
- B) Bestrahlen des Materials mit linear polarisiertem Licht,
vorzugsweise linear polarisiertem UV-Licht, um eine Photoreaktion
der lichtempfindlichen Verbindung(en) in ausgewählten Regionen des Materials
zu induzieren,
- C) Polymerisieren des chiralen mesogenen Materials,
- D) gegebenenfalls Entfernen des polymerisierten Materials von
dem Substrat.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren wie oben beschrieben,
worin Schritt C) vor oder gleichzeitig mit Schritt B) durchgeführt wird.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin eine biaxiale Folie mit cholesterischer
Struktur, die nach einem Verfahren wie vor- und nachstehend beschrieben
erhältlich
ist oder erhalten wird.
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Gemusterte biaxiale Folie
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Die
Erfindung betrifft weiterhin eine optisch biaxiale Folie mit uniformer
Helixstruktur enthaltend mindestens zwei Regionen mit unterschiedlicher
Doppelbrechung oder enthaltend ein Muster von zwei oder mehr Regionen
mit unterschiedlicher Doppelbrechung. Die Änderung der Doppelbrechung
führt zu
einer Änderung der
Verzögerung
in den verschiedenen Bereichen der Folie.
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Eine
derartige Folie kann nach dem Verfahren wie oben beschrieben hergestellt
werden, worin nur ausgewählte
Teile der polymerisierbaren Mischung Photostrahlung ausgesetzt werden,
z. B. durch Verwendung einer Photomaske, oder worin verschiedene
Teile der polymerisierbaren Mischung unterschiedlichen Photostrahlungsintensitäten ausgesetzt
werden, z. B. durch Verwendung einer schattierten Photomaske mit verschiedenen
Bereichen mit unterschiedlicher Durchlässigkeit für Photostrahlung oder durch
Verwendung einer Strahlungsquelle variabler Intensität.
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Besonders
bevorzugt ist eine biaxiale Folie gemäß der vorliegenden Erfindung,
die ein Muster aus einer oder mehreren, vorzugsweise einer, zwei
oder drei verschiedenen Regionen mit verschiedenen Werten der Verzögerung enthält, wobei
jeder der Werte so eingestellt ist, dass seine Effizienz bei der
Umwandlung linear polarisierten Lichtes in zirkular polarisiertes
Licht für
Licht einer der Primärfarben
rot, grün
und blau (R, G, B) optimiert ist. Insbesondere entsprechen die Verzögerungswerte
einem Viertel der Wellenlänge
der jeweiligen Farben und sind vorzugsweise wie folgt:
- Für rotes
Licht einer Wellenlänge
von 600 nm beträgt
die Verzögerung
140 bis 190 nm, vorzugsweise 145 bis 180 nm, sehr bevorzugt 145
bis 160 nm, ganz bevorzugt 150 nm.
- Für
grünes
Licht einer Wellenlänge
von 550 nm beträgt
die Verzögerung
122 bis 152 nm, vorzugsweise 127 bis 147 nm, sehr bevorzugt 132
bis 142 nm, ganz bevorzugt 137 nm.
- Für
blaues Licht einer Wellenlänge
von 450 nm beträgt
die Verzögerung
85 bis 120 nm, vorzugsweise 90 bis 115 nm, sehr bevorzugt 100 bis
115 nm, ganz bevorzugt 112 nm.
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Die
Verzögerung
der Folie kann variiert werden, z. B. durch Variieren der Intensität und/oder
der Dauer der Photostrahlung, welche die Isomerisierung auslöst.
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Vorzugsweise
wird die gemusterte biaxiale Verzögerungsfolie nach einem Verfahren
hergestellt, das die folgenden Schritte umfasst
- A)
Aufbringen einer Schicht eines chiralen polymerisierbaren mesogenen
Materials enthaltend mindestens eine lichtem pfindliche Verbindung,
mindestens eine chirale Verbindung und mindestens eine polymerisierbare
Verbindung, wobei diese Verbindungen gleich oder verschieden sein
können,
auf ein Substrat, wo es sich in planare Ausrichtung orientiert oder
gegebenenfalls in planare Ausrichtung orientiert wird,
- B) Bestrahlen des Materials mit linear polarisiertem Licht,
vorzugsweise linear polarisiertem UV-Licht, so dass ausgewählte Regionen
des Materials unterschiedliche Mengen UV-Leistung empfangen, z.
B. durch eine Photomaske, um eine Photoreaktion der lichtempfindlichen
Verbindung(en) zu induzieren, so dass die lichtempfindlichen Verbindungen
in den ausgewählten
Regionen ein anderes Maß an
Photoreaktion zeigen als in den nicht ausgewählten Regionen,
- C) Polymerisieren des chiralen mesogenen Materials,
- D) gegebenenfalls Entfernen des polymerisierten Materials von
dem Substrat.
-
Die
biaxiale Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung kann allein oder in Kombination mit anderen Verzögerungsfolien
als Kompensator oder Verzögerer,
insbesondere zur Blickwinkelkompensierung in LCDs verwendet werden.
-
Vorzugsweise
wird die biaxiale Folie in Kombination mit einem zusätzlichen
Verzögerer
aus der Gruppe der A-Platten-, C-Platten- und O-Plattenverzögerer oder
anisotropen oder Flüssigkristallfolien
mit planarer, homöotroper,
Tilt- oder Splay-Struktur verwendet. Besonders bevorzugt wird die
biaxiale Folie in Kombination mit mindestens einem O-Plattenverzögerer mit
Tilt- oder Splay-Struktur, ganz besonders bevorzugt mit Splay-Struktur
verwendet.
-
Somit
betrifft die Erfindung weiterhin einen Kompensator enthaltend mindestens
eine biaxiale Verzögerungsfolie
wie vor- und nachstehend beschrieben und gegebenenfalls weiterhin
enthaltend mindestens einen O-Plattenverzögerer mit Splay- oder Tilt-Struktur.
-
Geeignete
Beispiele von O-Plattenverzögerern,
die in einem Kompensator gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können,
und deren Herstellung sind beschrieben in
WO 01/20393 , deren gesamte Offenbarung
in diese Anmeldung durch Bezugnahme aufgenommen ist.
-
Die
einzelnen optischen Folien wie Polarisatoren und Verzögerer können miteinander
laminiert oder durch Klebeschichten, wie z. B. TAC- oder DAC-Folien
(Tri- oder Diacetylcellulosefolien) verbunden werden.
-
Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Flüssigkristallanzeige
enthaltend mindestens eine biaxiale Folie oder einen Kompensator
wie vor- und nachstehend beschrieben.
-
Besonders
bevorzugt enthält
die Flüssigkristallanzeigevorrichtung
die folgenden Elemente
- – eine Flüssigkristallzelle, die durch
zwei transparente Substrate mit einander gegenüberliegenden Oberflächen, eine
auf der Innenseite mindestens eines der beiden transparenten Substrate
vorgesehene Elektrodenschicht, die gegebenenfalls mit einer Orientierungsschicht überlagert
ist, und ein Flüssigkristallmedium,
das sich zwischen den beiden transparenten Substraten befindet,
gebildet wird,
- – einen
außerhalb
der transparenten Substrate liegenden Polarisator oder ein Polarisatorenpaar,
das die Substrate zwischen sich einschließt, und
- – mindestens
eine biaxiale Folie oder einen Kompensator gemäß der vorliegenden Erfindung,
die/der zwischen der Flüssigkristallzelle
und mindestens einem der Polarisatoren angeordnet ist,
wobei
die obigen Elemente in jeder beliebigen Kombination dieser Montagetechniken
getrennt, gestapelt, aufeinander montiert oder durch Klebeschichten
verbunden sein können.
-
Die
biaxiale Folie und der Kompensator gemäß der vorliegenden Erfindung
können
zur Kompensation herkömmlicher
Anzeigen verwendet werden, insbesondere von solchen mit TN-(twisted
nematic), HTN-(highly twisted nematic) oder STN-Modus (super twisted
nematic), in AMD-TN-Anzeigen (active matrix driven TN), in Anzeigen
mit IPS-Modus (in plane switching), die auch als „Super-TFT"-Anzeigen bekannt sind, in Anzeigen mit
DAP-(Deformation ausgerichteter Phasen) oder VA-Modus (vertically
aligned), wie z. B. ECB-(electrically controlled
birefringence), CSH-(colour super homeotropic), VAN- oder VAC-Anzeigen
(vertically aligned nematic oder cholesteric), MVA-Anzeigen (multi-domain
vertically aligned), in Anzeigen mit Bend-Modus oder des Hybridtyps,
wie z. B. OCB-(opticallly
compensated bend cell oder optically compensated birefringence), R-OCB-(reflective
OCB), HAN-(hybrid aligned nematic) oder Pi-Zellen-Anzeigen (π-cell), weiterhin
für transflektive
Anzeigen.
-
Nachfolgend
werden kompensierte Anzeigen nach bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung beschrieben.
-
Die
unten beschriebenen Computersimulationen werden mit der Berreman-4×4-Matrixmethode
für geschichtete
anisotrope Medien durchgeführt.
-
TN-Modus (Twisted Nematic)
-
3A und 3B zeigen
eine kompensierte TN-Anzeige des Standes der Technik, enthaltend
eine LC-Zelle mit einer nematischen Flüssigkristallmischung in verdrillter
nematischer Ausrichtung im AUS-Zustand, einen Kompensator enthaltend
eine planare A-Platte, eine (uniaxiale) negative C-Platte und eine Splay-O-Platte
auf beiden Seiten der Zelle und zwei Polarisatoren mit rechtwinklig
gekreuzten Polarisationsachsen, welche die Zelle und die Kompensatoren
zwischen sich einschließen.
-
3C zeigt beispielhaft eine kompensierte
TN-Anzeige gemäß einer
ersten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfin dung, worin, anders als in 3A und 3B, der Kompensator anstelle von separaten
A-Platten- und negativen C-Plattenverzögerern eine einzige biaxiale
negative C-Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung enthält.
-
Computersimulationen
haben gezeigt, dass ein Kompensator wie in 3C gezeigt
in bestimmten Konfigurationen die optische Leistung einer TN-Anzeige
wesentlich verbessert. Die Kompensatorkonfigurationen sind abhängig vom
Wellenleitmodus (O-Modus oder E-Modus)
und der relativen Position der Splay- und biaxialen Folien. Durch
Modelle konnte auch gezeigt werden, dass die optische Leistung,
die man mit einem Kompensator nach 3C,
der eine einzige biaxiale Folie sowie eine Splay-Folie enthält, erreicht,
wesentlich besser sein kann als diejenige, die man mit einem Kompensator
nach 3A oder 3B mit
separaten A- und negativen C-Platten, die nacheinander mit einer
Splay-Folie gestapelt sind, erreicht.
-
In
einem wie beispielsweise in 3C gezeigten
Kompensationsstapel ist das Verhältnis
der direktionalen Brechungsindices der erfindungsgemäßen biaxialen
Folie wichtiger als ihre Größe. Bei
einer biaxialen Folie mit nx = 1,65, ny = 1,60 und nz =
1,50 erzielt man beispielsweise einen hervorragenden Kontrast mit
einer Foliendicke von 1200 nm.
-
Es
ist aber beispielsweise auch möglich,
die Anisotropie innerhalb und außerhalb der Ebene (Δnyz und Δnxy) um einen Faktor zu verringern und die
Foliendicke mit demselben Faktor zu multiplizieren, um eine Folie mit
weitgehend der gleichen optischen Leistung zu erhalten. Dieses Verfahren
ist auf die biaxialen Folien gemäß der vorliegenden
Erfindung anwendbar.
-
MVA-Modus (Multi-Domain Vertically Aligned)
-
Computersimulation
hat gezeigt, dass eine Anzeige mit MVA-Modus so kompensiert werden
kann, dass man ein Kontrastverhältnis
von 10:1 bis zu einem Winkel von 80° in allen Blickrichtungen erzielt, indem man
eine negative C-Platte und eine A-Platte verwendet. Diese Art der
Kompensation verbessert außerdem die
Farbleistung, was den Off-Axis-Farbverblassung reduziert.
-
4A zeigt eine kompensierte MVA-Anzeige,
enthaltend eine LC-Zelle
mit einer nematischen Flüssigkristallmischung
in homöotroper
Ausrichtung im AUS-Zustand, einen Kompensator enthaltend eine planare A-Platte
sowie eine (uniaxiale) negative C-Platte auf einer Seite der LC-Zelle
und zwei Polarisatoren mit rechtwinklig gekreuzten Polarisationsachsen,
welche die Zelle und den Kompensator zwischen sich einschließen.
-
4B zeigt beispielhaft eine kompensierte
MVA-Anzeige gemäß einer
zweiten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, enthaltend eine homöotrope LC-Zelle und eine erfindungsgemäße biaxiale
negative C-Folie auf einer Seite der LC-Zelle, eingeschlossen zwischen
zwei gekreuzten Polarisatoren.
-
Wie
bereits beschrieben, kann man die Kombination aus einer negativen
C-Platte und einer A-Platte (planare Folie) näherungsweise als eine biaxiale
negative C-Folie betrachten. Die Anwendung einer einzigen biaxialen
negativen C-Folie in einer Anzeige mit MVA-Modus wie in 4B gezeigt führt überraschenderweise zu verbessertem
Kontrast im Vergleich zu den einzeln angewendeten Folien wie in 4A gezeigt.
-
OCB- oder Pi-Zellen-Modus
-
5A zeigt eine kompensierte Anzeige mit
OCB-Modus, enthaltend eine LC-Zelle mit einer nematischen Flüssigkristallmischung
mit Standard-OCB-Konfiguration (homogene Randorientierung und Bent-Struktur)
im AUS-Zustand, einen Kompensator enthaltend eine planare A-Platte
sowie eine (uniaxiale) negative C-Platte auf beiden Seiten der LC-Zelle
und zwei Polarisatoren mit rechtwinklig gekreuzten Polarisationsachsen,
welche die Zelle und den Kompensator zwischen sich einschließen.
-
5B zeigt beispielhaft eine kompensierte
OCB-Anzeige gemäß einer
dritten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, enthaltend eine LC-Zelle mit Bent-Struktur,
eine erfindungsgemäße biaxiale
negative C-Folie auf beiden Seiten der LC-Zelle, eingeschlossen
zwischen zwei gekreuzten Polarisatoren.
-
Computersimulationen
haben gezeigt, dass eine einzige biaxiale negative C-Folie wie in 5B gezeigt verwendet werden kann, um eine
separate A-Platte und negative C-Platte wie in 5A gezeigt
so zu ersetzen, dass sich eine vergleichbare optische Leistung ergibt,
während
die Anzahl der verschiedenen Folien im Stapel verringert wird.
-
In-cell-Verwendung
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
wird die biaxiale Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung als optische Verzögerungsfolie
in einer LCD nicht außerhalb
der schaltbaren LC-Zelle der Anzeige, sondern zwischen den Substraten, üblicherweise
Glassubstraten, welche die schaltbare LC-Zelle bilden und das schaltbare
LC-Medium enthalten, verwendet (In-cell-Anwendung).
-
Im
Vergleich zu herkömmlichen
Anzeigen, bei denen optische Verzögerer normalerweise zwischen
der LC-Zelle und den Polarisatoren angeordnet werden, hat die In-cell-Anwendung
einer optischen Verzögerungsfolie
mehrere Vorteile. Eine Anzeige, bei der die optische Folie außerhalb
der Glassubstrate angebracht ist, welche die LC-Zelle bilden, krankt beispielsweise
normalerweise an Parallaxenproblemen, was die Blickwinkeleigenschaften
ernsthaft beeinträchtigen
kann. Werden die Verzögerungsfolien
innerhalb der LC-Anzeigezelle
hergestellt, so lassen sich diese Parallaxenproblemen verringern
oder sogar vermeiden.
-
Zudem
ermöglicht
die In-cell-Anwendung der optischen Verzögerungsfolie eine Reduzierung
der Gesamtdicke der LCD-Vorrichtung, was für Flachbildschirme ein wichtiger
Vorteil ist. Auch werden die Anzeigen robuster. Besonders vorteilhaft
für eine
In-cell-Anwendung ist eine polymerisiertes LC-Material gemäß der vorliegenden
Erfindung enthaltende Folie, da sie aufgrund der höheren Doppelbrechung
des LC-Materials im Vergleich zu beispielsweise verstreckten Kunststofffolien
dünner
hergestellt werden kann. Dementsprechend kann eine Folie mit einer
Dicke von 2 Mikron oder weniger verwendet werden, was für In-cell-Anwendungen besonders
geeignet ist.
-
Die
Erfindung betrifft daher weiterhin eine LCD enthaltend
- – eine
Flüssigkristallzelle,
die durch zwei planparallele Substrate, von denen mindestens eines
für einfallendes
Licht transparent ist, eine auf der Innenseite mindestens eines
der beiden transparenten Substrate aufgebrachte Elektrodenschicht,
die gegebenenfalls mit einer Orientierungsschicht überlagert
ist, und ein Flüssigkristallmedium,
das sich zwischen den beiden transparenten Substraten befindet und
durch Anlegen eines elektrischen Feldes zwischen mindestens zwei
unterschiedlichen Zuständen
schaltbar ist, gebildet wird,
- – einen
ersten Linearpolarisator auf der ersten Seite der Flüssigkristallzelle,
- – gegebenenfalls
einen zweiten Linearpolarisator auf der zweiten Seite der Flüssigkristallzelle,
dadurch
gekennzeichnet, dass sie mindestens eine biaxiale Folie wie vor-
und nachstehend beschrieben enthält,
die zwischen den beiden planparallelen Substraten der Flüssigkristallzelle
angeordnet ist.
-
Eine
bevorzugte LCD gemäß dieser
Ausführungsform
enthält
- – eine
Flüssigkristallzelle
(LC-Zelle) enthaltend die folgenden Elemente
- – ein
erstes und ein zweites Substrat planparallel zueinander, von denen
mindestens eines für
einfallendes Licht transparent ist,
- – eine
Anordnung von nichtlinearen elektrischen Elementen auf einem der
Substrate, die verwendet werden kann, um einzelne Bildpunkte der
LC-Zelle individuell zu schalten, wobei es sich bei den Elementen
vorzugsweise um aktive Elemente wie Transistoren, ganz bevorzugt
TFTs handelt,
- – eine
auf einem der Substrate vorgesehene Farbfilteranordnung, vorzugsweise
auf dem Substrat gegenüber
demjenigen, das die Anordnung der nichtlinearen Elemente trägt, mit
einem Muster aus verschiedenen Bildpunkten, welche einer der Primärfarben
rot, grün
und blau (R, G, B) aussenden, wobei der Farbfilter gegebenenfalls
durch eine Planarisierungsschicht bedeckt ist,
- – eine
auf der Innenseite des ersten Substrats vorgesehene erste Elektrodenschicht,
- – gegebenenfalls
eine auf der Innenseite des zweiten Substrats vorgesehene zweite
Elektrodenschicht,
- – gegebenenfalls
auf den ersten und zweiten Elektroden vorgesehene erste und zweite
Orientierungsschichten,
- – ein
LC-Medium, das durch Anlegen eines elektrischen Feldes zwischen
mindestens zwei unterschiedlichen Ausrichtungen schaltbar ist,
- – einen
ersten (oder „vorderen") Linearpolarisator
auf der ersten Seite der LC-Zelle,
- – gegebenenfalls
einen zweiten (oder „hinteren") Linearpolarisator
auf der zweiten Seite der LC-Zelle und
- – mindestens
eine biaxiale Folie wie vor- und nachstehend beschrieben,
dadurch
gekennzeichnet, dass die biaxiale Folie zwischen dem ersten und
zweiten Substrat der LC-Zelle angeordnet ist, vorzugsweise zwischen
dem Farbfilter und dem Flüssigkristallmedium,
sehr bevorzugt zwischen dem Farbfilter und einer der Elektrodenschichten,
oder, bei Vorhandensein einer Planarisierungsschicht, zwischen der
planarisierenden Schicht und einer der Elektrodenschichten.
-
Eine
LCD gemäß dieser
bevorzugten Ausführungsform
ist beispielhaft in 6A dargestellt und enthält zwei
Substrate (11a, 11b), eine TFT-Anordnung (12),
eine Farbfilteranordnung (13a), gegebenenfalls eine Planarisierungsschicht
(13b), Elektrodenschichten ((14) und gegebenenfalls
(15)), gegebenenfalls zwei Orientierungsschichten (16a, 16b),
ein LC-Medium (17) und eine biaxiale Folie (4) gemäß der vorliegenden
Erfindung, die zwischen der Planarisierungsschicht und dem LC-Medium
angeordnet und gegebenenfalls auf einer weiteren Orientierungsschicht
(16c) vorgesehen ist. Je nach Anzeigemodus können die
Planarisierungsschicht (13a), die Orientierungsschicht
(16a) und/oder (16b) und eine der Elektrodenschichten
(14) und (15) auch entfallen. Vorzugsweise ist
zwischen der optischen Verzögerungsfolie
(4) und der Planarisierungsschicht (13b) eine
Orientierungsschicht (16c) vorhanden.
-
Die
biaxiale Folie (4) kann auch direkt (d. h. ohne die Anwesenheit
einer Zwischenschicht) auf der Farbfilteranordnung (13a)
angeordnet werden, ohne die Anwesenheit einer Planarisierungsschicht
(13b), so dass die optische Verzögerungsfolie als Planarisierungsschicht
dient. Es ist auch möglich,
die optische Verzögerungsfolie
(4) zwischen der Farbfilteranordnung (13a) und
der Planarisierungsschicht (13b) anzuordnen. Vorzugsweise
ist zwischen der optischen Verzögerungsfolie
(4) und dem Farbfilter (13a) eine Orientierungsschicht
(16c) vorhanden.
-
Besonders
bevorzugt wird die biaxiale Folie (4) direkt auf dem Farbfilter
(13a) oder der Planarisierungsschicht (13b) innerhalb
der Anzeigezelle hergestellt, d. h. der Farbfilter oder die Planarisierungsschicht, gegebenenfalls
mit einer Orientierungsschicht bedeckt, dient als Substrat für die Herstellung
der LC-Folie.
-
Die
ersten und zweiten Polarisatoren können außerhalb der LC-Zelle angebracht
werden, so dass sie die LC-Zelle zwischen sich einschließen. Alternativ
können
ein oder beide Polarisatoren innerhalb der LC-Zelle angebracht werden,
so dass sie das LC-Medium zwischen sich einschließen. Beispielsweise
werden in einer Anzeige wie in 6B gezeigt
zwei Polarisatoren (18) und (19) auf den inneren
Oberflächen
der die LC-Zelle bildenden Substrate (11a, 11b)
angebracht.
-
Im
Idealfall werden die Polarisatoren vor Anbringen des Farbfilters
oder TFT direkt auf der inneren Oberfläche der Substrate angebracht.
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Für die In-cell-Verwendung
besonders geeignet und bevorzugt sind Linearpolarisatoren enthaltend
ein polymerisiertes oder vernetztes Flüssigkristallmaterial enthaltend
einen dichroitischen Farbstoff, wie z. B. in
EP 0 397 263 A oder
EP 1 132 450 A beschrieben.
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Als
Farbfilter (13a) kann ein beliebiger im Stand der Technik
für die
Verwendung in Flachbildschirmen bekannter Standardfarbfilter verwendet
werden. Ein derartiger Farbfilter weist typischerweise ein Muster
aus verschiedenen Bildpunkten auf, die eine der Primärfarben
rot, grün
und blau (R, G, B) aussenden.
-
Besonders
bevorzugt sind gemultiplexte oder Matrixanzeigen, sehr bevorzugt
Aktivmatrixanzeigen.
-
Eine
weitere bevorzugte Ausführungsform
betrifft eine biaxiale Folie mit einem Muster aus Regionen oder
Bildpunkten mit drei verschiedenen Verzögerungen, wobei die Verzögerungswerte
in diesen Regionen so eingestellt sind, dass die Effizienz bei der
Umwandlung von linear polarisiertem Licht in zirkular polarisiertes Licht
in jeder Region oder jedem Bildpunkt für eine der Farben R, G und
B optimiert ist, und vorzugsweise so auf dem Farbfilter angeordnet
ist, dass jeder R-, G- oder B-Bildpunkt des Farbfilters durch einen
entsprechenden Bildpunkt auf der biaxialen Folie mit einer für diese
Farbe optimierten Verzögerung
bedeckt ist.
-
Es
kann beispielsweise eine verpixelte biaxiale QWF mit drei Arten
von Bildpunkten mit einer Verzögerung
von ungefähr
112 nm, 137 nm und 150 nm, was ungefähr einem Viertel der Wellenlänge des
blauen (B) Bildpunktes von 450 nm, grünen (G) Bildpunktes von 550
nm bzw. roten (R) Bildpunktes von 600 nm des Farbfilters entspricht,
aufgebaut werden. Eine verpixelte HWF lässt sich analog herstellen.
Im Gegensatz dazu bietet eine nicht verpixelte Folie nur eine durchschnittliche
einheitliche Eigenschaft für
alle Bereiche der Anzeige.
-
Alternativ
oder zusätzlich
zum RGB-Muster kann die biaxiale Folie auch ein Muster aus Bereichen
mit QWF-(oder HWF-)Verzögerung
und Bereichen mit einer anderen Verzögerung, z. B. null Verzögerung,
aufweisen. Eine derartige gemusterte Folie eignet sich insbesondere
als Kompensator in einer gemusterten transflektiven Anzeige, z.
B. einer transflektiven Anzeige des Lochspiegel-Typs wie z. B. in
WO 03/019276 A2 oder in
van der Zande et al., SID Digest 14.2, 2003, Seite 194–197, S.
Roosendaal et al., SID Digest 8.1, 2003, Seite 78–81 und
M. Kubo et al., Proceedings of the IDW 1999, Seite 183–186 beschrieben.
-
Auch
ist es möglich,
eine ungemusterte biaxiale Folie gemäß der vorliegenden Erfindung
zur Verwendung in einer LCD, z. B. des VA- oder MVA-Typs, als In-cell-Folie zu
verwenden, typischerweise mit einer Verzögerung von 25–60 nm.
-
In
der Erfindung und den oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
ist die A-Platte vorzugsweise eine Folie aus polymerisiertem Flüssigkristallmaterial
mit planarer Struktur. Die negative C-Platte ist vorzugsweise eine
Folie aus polymerisiertem Flüssigkristallmaterial
mit cholesterischer Struktur mit kurzer Ganghöhe und Reflexion im UV-Bereich.
Die O-Platte ist vorzugsweise eine Folie aus polymerisiertem Flüssigkristallmaterial
mit Splay-Struktur. Es ist jedoch auch möglich, andere aus dem Stand
der Technik bekannte A-Platten-, C-Platten- und O-Plattenverzögerer zu
verwenden. Geeignete Folien werden beispielsweise in
US 5 619 352 oder
WO 01/20393 offenbart.
-
Die
biaxiale Folie gemäß der vorliegenden
Erfindung kann aus polymerisierbaren chiralen Flüssigkristallmaterialien hergestellt
werden, die entwickelt werden, um zu gestatten, dass die Reflexionswellenlänge der Mischung
unterhalb derjenigen des normalerweise für die Polymerisation verwendeten
Lichtes (typischerweise bei etwa 365 nm) liegt, und um lokale Änderung
der Doppelbrechung zu ermöglichen.
Dies lässt
sich beispielsweise dadurch erreichen, dass man eine oder mehrere
chirale Komponenten mit hoher Verdrillung und/oder in großen Mengen
zugibt, so dass die Braggsche Reflexionsbande in den UV verschoben
wird, und dass man eine oder mehrere lichtempfindliche Verbindungen
zugibt.
-
Außerdem erlauben
es die Mischungen und Materialien gemäß der vorliegenden Erfindung,
das Folienherstellungsverfahren für die Herstellung auf einem
Kunststoffsubstrat anwendbar zu machen, wobei die Härtungszeit
weniger als 5 Minuten beträgt,
was besonders für
die Massenproduktion geeignet ist.
-
Bei
dem polymerisierbaren Material handelt es sich bevorzugt um ein
Flüssigkristallmaterial
(LC-Material) mit einer chiralen smektischen oder chiralen nematischen
(cholesterischen) LC-Phase oder mit einer blauen Phase. Zu den geeigneten
smektischen Materialien zählt
beispielsweise ein LC-Material mit einer chiralen smektischen C-Phase.
-
Besonders
bevorzugt handelt es sich bei dem polymerisierbaren Material um
ein cholesterisches LC-Material (CLC-Material). Es enthält vorzugsweise
eine oder mehrere achirale polymerisierbare mesogene Verbindungen
und mindestens eine chirale Verbindung. Die chiralen Verbindungen
können
aus nicht polymerisierbaren chiralen Verbindungen, wie z. B. chiralen
Dotierstoffen, wie sie in Flüssigkristallmischungen
oder -vorrichtungen verwendet werden, polymerisierbaren chiralen
nicht mesogenen oder polymerisierbaren chiralen mesogenen Verbindungen
ausgewählt
sein. Besonders bevorzugt sind chirale Dotierstoffe, die ein hohes helikales
Verdrillungsvermögen
besitzen, da sie selbst bei Verwendung in geringen Mengen CLC-Mischungen mit
niedriger Ganghöhe
ergeben.
-
Besonders
bevorzugt ist ein chirales polymerisierbares mesogenes Material
enthaltend
- a) mindestens eine polymerisierbare
mesogene Verbindung mit mindestens einer polymerisierbaren Gruppe,
- b) mindestens eine chirale Verbindung, die auch polymerisierbar
und/oder mesogen sein kann und bei der es sich um eine der Verbindungen
der Komponente a) und/oder c) oder eine zusätzliche Verbindung handeln
kann,
- c) mindestens eine lichtempfindliche Verbindung, die auch polymerisierbar
und/oder mesogen sein kann und bei der es sich um eine der Verbindungen
der Komponente a) und/oder b) oder eine zusätzliche Verbindung handeln
kann, und gegebenenfalls enthaltend eine oder mehrere der folgenden
Komponenten
- d) eine oder mehrere nicht mesogene Verbindungen mit einer,
zwei oder mehr polymerisierbaren Gruppen,
- e) einen oder mehrere Photoinitiatoren,
- f) im Falle der Photopolymerisierung des Materials einen oder
mehrere Farbstoffe, die bei einer zur Initiierung der Photopolymerisation
verwendeten Wellenlänge
ein Absorptionsmaximum aufweisen,
- g) einen oder mehrere Kettenregler,
- h) eine oder mehrere oberflächenaktive
Verbindungen.
-
Die
vor- und nachstehend beschriebenen chiralen polymerisierbaren mesogenen
und LC-Materialen sind ein weiterer Gegenstand der Erfindung.
-
Vorzugsweise
ist die Anzahl der polymerisierbaren Gruppen bei den achiralen und
chiralen Verbindungen unterschiedlich.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
das polymerisierbare Material mindestens eine di- oder multifunktionelle
chirale polymerisierbare mesogene Verbindung und min destens eine
mono-, di- oder multifunktionelle achirale polymerisierbare mesogene
Verbindung.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
das polymerisierbare Material mindestens eine monofunktionelle chirale
polymerisierbare mesogene Verbindung und mindestens eine mono-,
di- oder multifunktionelle achirale polymerisierbare mesogene Verbindung.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
enthält
das polymerisierbare Material mindestens eine nicht polymerisierbare
chirale Verbindung und mindestens eine mono-, di- oder multifunktionelle
polymerisierbare mesogene Verbindung.
-
Bei
Vorliegen di- oder multifunktioneller polymerisierbarer Verbindungen
im polymerisierbaren Material bildet sich ein Polymernetz. Eine
aus einem solchen Netz hergestellte optische Verzögerungsfolie
ist selbsttragend und besitzt eine hohe mechanische und thermische
Stabilität
sowie eine geringe Temperaturabhängigkeit ihrer
physikalischen und optischen Eigenschaften.
-
Durch
Variieren der Konzentration der di- und multifunktionellen Verbindungen
lassen sich die Vernetzungsdichte der Polymerfolie und damit ihre
physikalischen und chemischen Eigenschaften wie die Glasübergangstemperatur,
die auch für
die Temperaturabhängigkeit
der optischen Eigenschaften der optischen Verzögerungsfolie wichtig ist, die
thermische und mechanische Stabilität sowie die Lösungsmittelbeständigkeit
einfach einstellen.
-
Eine
bevorzugte polymerisierbare LC-Mischung enthält
- – 0–80%, vorzugsweise
5 bis 50% einer oder mehrerer achiraler mesogener Verbindungen mit
zwei oder mehr polymerisierbaren Gruppen,
- – 0–80%, vorzugsweise
5 bis 50% einer oder mehrerer achiraler mesogener Verbindungen mit
einer polymerisierbaren Gruppe,
- – 1–80%, vorzugsweise
5 bis 50% einer oder mehrerer polymerisierbarer chiraler mesogener
Verbindungen und/oder 0,1–20%
einer oder mehrerer nicht polymerisierbarer chiraler Verbindungen,
die auch mesogen sein können,
- – 5
bis 100% einer oder mehrerer lichtempfindlicher mesogener Verbindungen,
die vorzugsweise eine oder zwei polymerisierbare Gruppen aufweisen,
- – 0
bis 15%, vorzugsweise 0,01 bis 10%, sehr bevorzugt 0,05 bis 5% eines
oder mehrerer Photoinitiatoren,
- – 0
bis 10% eines oder mehrerer Kettenregler,
- – 0
bis 5% eines oder mehrerer nicht polymerisierbarer oder monofunktioneller,
di- oder multifunktioneller polymerisierbarer Tenside.
-
Besonders
bevorzugt sind stab- oder plattenförmige mesogene oder Flüssigkristallverbindungen.
-
Für die vorliegende
Erfindung verwendete polymerisierbare mesogene mono-, di- und multifunktionelle
Verbindungen können
nach an sich bekannten Methoden hergestellt werden, wie sie beispielsweise
in Standardwerken der organischen Chemie wie z. B. Houben-Weyl,
Methoden der organischen Chemie, Thieme-Verlag, Stuttgart beschrieben
sind.
-
Beispiele
geeigneter polymerisierbarer mesogener Verbindungen, die als Monomere
oder Comonomere in einer polymerisierbaren LC-Mischung gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können, werden
beispielsweise in den
WO 93/22397 ,
EP 0 261 712 ,
DE 195 04 224 ,
WO 95/22586 ,
WO 97/00600 und
GB 2 351 734 offenbart. Die in diesen
Schriften offenbarten Verbindungen sind jedoch nur als Beispiele
zu betrachten, die den Schutzumfang dieser Erfindung nicht einschränken.
-
Beispiele
besonders nützlicher
chiraler und achiraler polymerisierbarer mesogener Verbindungen
sind in den folgenden Listen gezeigt, die jedoch nur als erläuternd anzusehen
sind und die vorliegende Erfindung in keiner Weise einschränken, sondern
vielmehr erklären
sollen:
-
In
den obigen Formeln bedeutet P eine polymerisierbare Gruppe, vorzugsweise
eine Acryl-, Methacryl-, Vinyl-, Vinyloxy-, Propenylether-, Epoxy-,
Oxetan- oder Styrylgruppe, x und y bedeuten gleiche oder verschiedene
ganze Zahlen von 1 bis 12, A bedeutet 1,4-Phenylen, das gegebenenfalls ein-, zwei-
oder dreifach durch 11 substituiert ist, oder 1,4-Cyclohexylen,
u und v bedeuten unabhängig
voneinander 0 oder 1, Z0 und X0 bedeuten
unabhängig
voneinander -O-, -S-, -COO-, -OCO-, -O-COO-, NR'-CO-NR'-, -O-CO-NR'-, NR'-COO-,
-CH2CH2-, -CH=CH-,
-C≡C-
oder eine Einfachbindung, R' bedeutet
H oder Alkyl mit 1 bis 6 C-Atomen, R0 bedeutet
eine polare Gruppe oder eine unpolare Gruppe, Ter bedeutet einen
Terpenoidrest wie z. B. Menthyl, Chol bedeutet eine Cholesterylgruppe,
L, L1 und L2 bedeuten
unabhängig
voneinander H, F, Cl, CN oder eine gegebenenfalls halogenierte Alkyl-,
Alkoxy-, Alkylcarbonyl-, Alkylcarbonyloxy-, Alkoxycarbonyl- oder Alkoxycarbonyloxygruppe
mit 1 bis 7 C-Atomen und r bedeutet 0, 1, 2, 3 oder 4. Die Phenylringe
in den obigen Formeln sind gegebenenfalls mit 1, 2, 3 oder 4 Gruppen
L substituiert.
-
Als „polare
Gruppe" wird in
diesem Zusammenhang eine Gruppe bezeichnet, die ausgewählt ist
aus F, Cl, ON, NO2, OH, OCH3,
OCN, SCN, einer gegebenenfalls fluorierten Alkylcarbonyl-, Alkoxycarbonyl-,
Alkylcarbonyloxy- oder Alkoxycarbonyloxygruppe mit bis zu 4 C-Atomen
oder einer mono-, oligo- oder polyfluorierten Alkyl- oder Alkoxygruppe
mit 1 bis 4 C-Atomen. Unter „unpolare
Gruppe" ist eine
gegebenenfalls halogenierte Alkyl-, Alkoxy-, Alkylcarbonyl-, Alkoxycarbonyl-,
Alkylcarbonyloxy- oder Alkoxycarbonyloxygruppe mit 1 oder mehr,
bevorzugt 1 bis 12 O-Atomen zu verstehen, die nicht von der obigen
Definition für „polare
Gruppe" umfasst
wird.
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Geeignete
chirale Dotierstoffe können
z. B. aus den im Handel erhältlichen
R- oder S-811, R- oder S-1011, R- oder S-2011, R- oder S-3011, R- oder S-4011,
R- oder S-5011 oder CB 15 (Fa. Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland)
ausgewählt
werden. Ganz bevorzugt sind chirale Verbindungen mit hohem helikalem
Verdrillungsvermögen
(helical twisting power – HTP),
insbesondere Verbindungen mit einer Sorbitolgruppe wie in der
WO 98/00428 beschrieben,
Verbindungen mit einer Hydrobenzoingruppe wie in der
GB 2 328 207 beschrieben, chirale
Binaphthylderivate wie in der
WO
02/94805 beschrieben, chirale Binaphtholacetalderivate wie
in der
WO 02/34739 beschrieben,
chirale TADDOL-Derivate wie in der
WO
02/06265 beschrieben und chirale Verbindungen mit mindestens
einer fluorierten Verknüpfungsgruppe
und einer terminalen oder zentralen chiralen Gruppe wie in den
WO 02/06196 und
WO 02/06195 beschrieben.
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Geeignete
photoreaktive oder lichtempfindliche Verbindungen sind im Stand
der Technik bekannt. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Verbindungen,
die bei Photobestrahlung Photoisomerisierung, Photo-Fries-Umlagerung
oder 2 + 2-Cycloaddition oder ein anderes photochemisches Abbauverfahren
zeigen. Besonders bevorzugt sind photoisomerisierbare Verbindungen.
Beispiele für
diese Verbindungen sind unter anderem Azobenzole, Benzaldoxime,
Azomethine, Stilbene, Spiropyrane, Spirooxadine, Fulgide, Diarylethene, Zimtsäureester.
Weitere Beispiele sind 2-Methylenindan-1-one wie beispielsweise
in der
EP 1 247 796 beschrieben
und (Bis-)benzyliden-cycloalkanone wie beispielsweise in der
EP 1 247 797 beschrieben.
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Besonders
bevorzugt enthält
das LC-Material ein oder mehrere Zimtsäureester, insbesondere polymerisierbare
mesogene oder flüssigkristalline
Zimtsäureester
wie beispielsweise in den
GB
2 314 839 ,
EP 03007236.7 ,
US 5 770 107 oder
EP 02008230.1 und den ihnen
entsprechenden Patenten offenbart. Sehr bevorzugt enthält das LC-Material
ein oder mehrere Zimtsäureester
ausgewählt
aus den folgenden Formeln
worin
P, A, L und v die oben angegebenen Bedeutungen besitzen, Sp eine
Spacergruppe, wie zum Beispiel Alkylen, Alkylen-oxy, Alkylen-carbonyl,
Alkylenoxy-carbonyl, Alkylen-carbonyloxy oder Alkylenoxy-carbonyloxy mit
1 bis 12 C-Atomen, oder eine Einfachbindung bedeutet und R die Bedeutung
von R
0 wie oben definiert besitzt oder P-Sp
bedeutet.
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Besonders
bevorzugt sind Zimtsäureester-RMs,
die eine polare Endgruppe R0 wie oben definiert
enthalten. Sehr bevorzugt sind Zimtsäureester-RMs der Formel I und
II, worin R eine polare Gruppe R0 bedeutet.
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Weiterhin
bevorzugt sind chirale polymerisierbare Zimtsäureester, wie beispielsweise
chirale Sorbitol-Zimtsäureester
wie in der
GB 2 314 839 oder
der
EP 03007236.7 beschrieben
oder Zimtsäureester
wie in der
US 5 770 107 beschrieben,
welche eine chirale Gruppe enthalten.
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Die
zum Auslösen
der Photoreaktion in dem LC-Material verwendete Photostrahlung hängt von
der Art der lichtempfindlichen Verbindungen ab und kann durch den
Fachmann leicht ausgewählt
werden. Allgemein sind Verbindungen, die eine durch UV-Strahlung
induzierte Photoreaktion zeigen, bevorzugt. Beispielsweise wird
für Zimtsäureesterverbindungen
wie die der Formel III, IV und V typischerweise UV-Strahlung mit
einer Wellenlänge
im UV-A-Bereich (320–400
nm) oder mit einer Wellenlänge
von 365 nm verwendet.
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Für die Herstellung
einer cholesterischen Folie wird das polymerisierbare LC-Material
vorzugsweise auf Substrat aufgetragen, in eine einheitliche Ausrichtung
orientiert und zur permanenten Fixierung der cholesterischen Struktur
polymerisiert. Als Substrat lässt
sich beispielsweise eine Glas- oder Quarzplatte sowie eine Kunststofffolie
verwenden. Es ist auch möglich,
vor und/oder während
und/oder nach der Polymerisation ein zweites Substrat auf die aufgetragene
Mischung zu legen. Die Substrate können nach der Polymerisation gegebenenfalls
entfernt werden. Verwendet man beim Härten mit aktinischer Strahlung
zwei Substrate, so muss mindestens ein Substrat für die zur
Polymerisation verwendete aktinische Strahlung durchlässig sein. Man
kann isotrope oder doppelbrechende Substrate verwenden. Wenn das
Substrat nach der Polymerisation nicht von der polymerisierten Folie
entfernt wird, verwendet man vorzugsweise isotrope Substrate.
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Vorzugsweise
ist mindestens ein Substrat ein Kunststoffsubstrat, wie beispielsweise
eine Folie aus Polyester wie Polyethylenterephthalat (PET) oder
Polyethylennaphthalat (PEN), aus Polyvinylalkohol (PVA), Polycarbonat
(PC) oder Triacetylcellulose (TAC), besonders bevorzugt eine PET-
oder eine TAC-Folie. Als doppelbrechendes Substrat kann man beispielsweise
eine uniaxial verstreckte Kunststofffolie verwenden. PET-Folien
sind im Handel z. B. unter dem Handelsnamen Melinex® von
DuPont Teijin Films erhältlich.
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Das
polymerisierbare 10-Material kann auf das Substrat mittels üblicher
Beschichtungstechniken wie Aufschleudern oder Rakelbeschichtung
aufgebracht werden. Es kann auf das Substrat auch mittels üblicher, dem
Fachmann bekannter Drucktechniken aufgebracht werden, wie beispielsweise
Siebdruck, Offsetdruck, Rollendruck, Hochdruck, Tiefdruck, Rotationstiefdruck,
Flexodruck, Rastertiefdruck, Tampondruck, Heißsiegeldruck, Tintenstrahldruck
oder Drucken unter Verwendung eines Stempels oder einer Druckplatte.
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Das
polymerisierbare mesogene Material kann auch in einem geeigneten
Lösungsmittel
gelöst
werden. Diese Lösung
wird dann auf das Substrat aufgetragen oder gedruckt, z. B. durch
Aufschleudern oder Drucken oder andere bekannte Techniken, und das
Lösungsmittel
vor der Polymerisation abgedampft. In den meisten Fällen ist
es zweckmäßig, die
Mischung zu erhitzen, um das Verdampfen des Lösungsmittels zu erleichtern.
Als Lösungsmittel
können
beispielsweise organische Standardlösungsmittel verwendet werden.
Die Lösungsmittel
können
zum Beispiel aus Ketonen wie z. B. Aceton, Methyl-ethyl-keton, Methyl-propyl-keton oder
Cyclohexanon, Acetaten wie z. B. Methyl-, Ethyl- oder Butylacetat
oder Methylacetoacetat, Alkoholen wie z. B. Methanol, Ethanol oder
Isopropylalkohol, aromatischen Lösungsmitteln
wie z. B. Toluol oder Xylol, halogenierten Kohlenwasserstoffen wie
z. B. Di- oder Trichlormethan, Glykolen oder deren Estern wie z.
B. PGMEA (Propylglykol-mono-methyletheracetate), γ-Butyrolacton
und dergleichen ausgewählt
werden. Es ist auch möglich,
Zweistoff-, Dreistoff- oder höhere
Mischungen der obigen Lösungsmittel
zu verwenden.
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Polymerisation
des LC-Materials findet bevorzugt durch Einwirkung von Wärme oder
aktinischer Strahlung statt. Unter aktinischer Strahlung wird Bestrahlung
mit Licht, wie UV-Licht, IR-Licht oder sichtbarem Licht, Bestrahlung
mit Röntgen-
oder Gammastrahlen oder Bestrahlung mit hochenergetischen Teilchen,
wie Ionen oder Elektronen, verstanden. Vorzugsweise wird die Polymerisation
durch Photobestrahlung, insbesondere mit UV-Licht, sehr bevorzugt
mit linear polarisiertem UV-Licht durchgeführt. Als Quelle für aktinische Strahlung
lässt sich
z. B. eine einzelne UV-Lampe oder ein Satz von UV-Lampen verwenden.
Bei Verwendung einer hohen Lampenstärke kann die Härtungszeit
verkürzt
werden. Eine andere mögliche
Quelle für
Photostrahlung ist ein Laser, wie z. B. ein UV-Laser, ein IR-Laser
oder ein sichtbarer Laser.
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Die
Polymerisation wird vorzugsweise in Gegenwart eines Initiators durchgeführt, der
bei der Wellenlänge
der aktinischen Strahlung absorbiert. Beim Polymerisieren mit UV-Licht
kann man zum Beispiel einen Photoinitiator verwenden, der unter
UV-Bestrahlung zerfällt
und freie Radikale oder Ionen bildet, welche die Polymerisationsreaktion
initiieren. UV-Photoinitiatoren, insbesondere radikalische UV-Photoinitiatoren
sind bevorzugt.
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Die
polymerisierbare Mischung enthält
vorzugsweise einen oder mehrere herkömmliche oder Flüssigkristall-Photoinitatoren.
Als Standardphotoinitiator für
die radikalische Polymerisation lässt sich z. B. das handelsübliche Irgacure® 651,
Irgacure® 184,
Darocure® 1173
oder Darocure® 4205
(alle Firma Ciba Geigy AG) verwenden, während man bei kationischer
Photopolymerisation das handelsübliche
UVI 6974 (Union Carbide) verwenden kann.
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Die
Härtungszeit
hängt unter
anderem von der Reaktionsbereitschaft des polymerisierbaren Materials, der
Dicke der aufgetragenen Schicht, der Art des Polymerisationsinitiators
und der Stärke
der UV-Lampe ab. Die
erfindungsgemäße Härtungszeit
ist vorzugsweise nicht länger
als 10 Minuten, besonders bevorzugt nicht länger als 5 Minuten und ganz
besonders bevorzugt kürzer
als 2 Minuten. Für
die Massenproduktion werden kurze Härtungszeiten von 3 Minuten
oder weniger, ganz bevorzugt von 1 Minute oder weniger, insbesondere von
30 Sekunden oder weniger bevorzugt.
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Das
polymerisierbare LC-Material kann zusätzlich eine oder mehrere weitere
geeignete Komponenten enthalten, wie beispielsweise Katalysatoren,
Sensibilisierer, Stabilisatoren, Kettenregler, Inhibitoren, Beschleuniger,
co-reagierende Monomere, oberflächenaktive
Verbindungen, Schmier-, Netz-, Dispergier-, Hydrophobier- und Haftmittel,
Fließverbesserer,
Entschäumer,
Entgasungs- und Verdünnungsmittel,
Reaktivverdünner,
Hilfsstoffe, Farbmittel, Farbstoffe oder Pigmente.
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Die
Mischung kann auch einen oder mehrere Farbstoffe mit einem auf die
Wellenlänge
der für
die Polymerisation verwendeten Strahlung eingestellten Absorptionsmaximum
enthalten, insbesondere UV-Farbstoffe wie z. B. 4,4'-Azoxyanisol oder
das im Handel erhältliche
Tinuvin (Firma Ciba AG, Basel, Schweiz).
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
enthält
die Mischung aus polymerisierbarem Material bis zu 70%, bevorzugt
1 bis 50%, einer oder mehrerer nicht mesogener Verbindungen mit
einer polymerisierbaren funktionellen Gruppe. Typische Beispiele
sind Alkylacrylate oder -methacrylate.
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Um
die Vernetzung der Polymere zu erhöhen, ist es auch möglich, dem
polymerisierbaren LC-Material alternativ oder zusätzlich zu
den di- oder multifunktionellen polymerisierbaren mesogenen Verbindungen
bis zu 20% einer oder mehrerer nicht mesogener Verbindungen mit
zwei oder mehr polymerisierbaren funktionellen Gruppen zuzusetzen,
um die Vernetzung des Polymers zu erhöhen. Typische Beispiele difunktioneller
nicht mesogener Monomere sind Alkyldiacrylate oder -methacrylate
mit Alkylgruppen mit 1 bis 20 C-Atomen. Typische Beispiele multifunktioneller
nicht mesogener Monomere sind Trimethylpropantrimethacrylat oder
Pentaerythrittetraacrylat.
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Es
ist auch möglich,
dem polymerisierbaren Material einen oder mehrere Kettenregler zuzugeben,
um die physikalischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Polymerfolie
zu verändern.
Besonders bevorzugt sind Thiolverbindungen wie monofunktionelle
Thiolverbindungen, wie z. B. Dodecanthiol, oder multifunktionelle Thiolverbindungen,
wie z. B. Trimethylpropan-tri(3-mercaptopropionat), sehr bevorzugt
mesogene oder flüssigkristalline
Thiolverbindungen, wie sie z. B. in den
WO 96/12209 ,
WO 96/25470 oder
US 6 420 001 offenbart werden. Mit
der Zugabe eines Kettenreglers kann die Länge der freien Polymerketten
und/oder die Länge
der Polymerketten zwischen zwei Vernetzungen in der erfindungsgemäßen Polymerfolie
gesteuert werden. Erhöht man
die Menge an Kettenregler, so nimmt die Polymerkettenlänge in der
erhaltenen Polymerfolie ab.
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Für die Herstellung
der cholesterischen Folie ist es notwendig, eine planare Orientierung
des chiralen polymerisierbaren Materials zu erreichen, d. h. mit
weitgehend senkrechter Ausrichtung der Helixachse zur Folienebene.
Planare Orientierung lässt
sich beispielsweise durch Scheren des Materials, z. B. mit einer
Rakel, erreichen. Es ist auch möglich,
auf mindestens einem der Substrate eine Orientierungsschicht, z.
B. eine Schicht aus geriebenem Polyimid oder gesputtertem SiO
x, anzubringen. Planare Orientierung ist
auch durch Reiben des Substrats ohne Anbringen einer zusätzlichen
Orientierungsschicht zu erreichen, z. B. mit einem Reibtuch oder
einer Reibwalze. Planare Orientierung mit geringem Tilt-Winkel lässt sich
auch erreichen, indem man das polymerisierbare mesogene Material
mit einem oder mehreren Tensiden versetzt. Geeignete Tenside sind
beispielsweise in J. Cognard, Mol. Cryst. Liq. Cryst. 78, Supplement
1, 1–77
(1981) beschrieben. Besonders bevorzugt sind nichtionische Tenside,
z. B. nichtionische Fluorkohlenstofftenside, wie das im Handel erhältliche
Fluorad
® (Firma
3M) oder Zonyl FSN
® (Firma DuPont), oder
polymerisierbare Tenside, wie sie in der
EP 1 256 617 A1 offenbart
werden. Weiterhin bevorzugt sind Multiblock-Tenside wie in der
GB 2 383 040 A offenbart.
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In
einigen Fällen
ist das Anbringen eines zweiten Substrates vorteilhaft, um die Orientierung
zu unterstützen
und Sauerstoff auszuschließen,
der die Polymerisation hemmen könnte.
Alternativ kann die Härtung unter
Inertgasatmosphäre
durchgeführt
werden. Bei Verwendung geeigneter Photoinitiatoren und hoher UV-Lampenstärke ist
jedoch auch eine Härtung
an der Luft möglich.
Bei Verwendung eines kationischen Photoinitiators ist Sauerstoffausschluss
meistens nicht erforderlich, Wasser sollte jedoch ausgeschlossen
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird
die Polymerisation des polymerisierbaren Materials unter Inertgasatmosphäre, vorzugsweise
unter Stickstoffatmosphäre
durchgeführt.