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Die
Erfindung betrifft das Gebiet der Molekularbiologie und Biotechnologie.
Genauer gesagt betrifft die vorliegende Erfindung Mittel und Verfahren,
um die Herstellung einer oder mehrerer Nucleinsäuren, die Proteine in einer
Wirtszelle codieren können,
zu verbessern.
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Proteine
können
in verschiedenen Wirtszellen für
eine breiten Anwendungsbereich in der Biologie und Biotechnologie
zum Beispiel als Biopharmazeutika hergestellt werden. Verfahren
für eine
solche Herstellung sind gut etabliert und sind im Allgemeinen mit
der Expression einer Nucleinsäure,
die das Protein von Interesse codiert (auch als „Transgen" bezeichnet), in einer Wirtszelle verbunden.
Ein Problem, das mit der Expression von Transgenen einhergeht, ist,
dass sie unvorhersehbar ist, was von der Wahrscheinlichkeit herrührt, dass das
Transgen durch das Silencing von Genen (McBurney et al., 2002) inaktiv
wird und daher viele Wirtszellclone auf hohe Expression des Transgens
getestet werden müssen.
Weiterhin ist die Expression des Transgens oft nicht stabil, sobald
ein solcher Clon etabliert wurde, und das Silencing der Transgen-Expression
während
der anhaltenden Züchtung
der Wirtszellen ist ein häufig
beobachtetes Phänomen.
In Wirbeltierzellen kann es durch Bildung von Heterochromatin am
Transgen-Locus verursacht werden, was die Transkription des Transgens
verhindert (Whitelaw et al., 2001). Silencing von Transgenen ist
stochastisch; es kann kurz nach der Integration des Transgens in
das Genom oder nach einer Anzahl von Zellteilungen auftreten. Dies
führt zu heterogenen
Zellpopulationen nach einer anhaltenden Züchtung, in der einige Zellen
weiterhin hohe Spiegel des rekombinanten Proteins exprimieren, während andere
niedrige oder nicht nachweisbare Spiegel des Proteins exprimieren
(Martin & Whitelaw,
1996, McBurney et al., 2002). Eine Zelllinie, die zur heterologen
Proteinherstellung verwendet wird, stammt von einer einzelnen Zelle
ab, wird aber oft bis zu Zelldichten über zehn Millionen Zellen pro
ml in Kultivatoren von 1000 Litern oder mehr hochgezüchtet und
für längere Zeitspannen bei
diesen Zelldichten gehalten. Diese großen Zellpopulationen (1014–1016 Zellen) sind anfällig für ernsthafte Produktivitätseinbrüche durch
Silencing der Transgene (Migliaccio et al., 2000, Strutzenberger
et al., 1999).
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Eine
Möglichkeit,
die vorstehend beschriebenen Probleme zu lösen, ist die Verwendung sogenannter STAR-Sequenzen
im Expressionssystem. Eine Vielfalt solcher STAR-Sequenzen wurde
in
WO 03/004704 beschrieben.
Diese Sequenzen können
verwendet werden, um die Vorhersagbarkeit, die Ausbeute und/oder
die Stabilität
der Proteinherstellung durch Verwendung von Expressionskonstrukten
in verschiedenen Typen von Wirtszellen zu verbessern (
WO 03/004704 ; Kwaks et al, 2003).
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Die
internationale Veröffentlichung
WO 03/106674 beschreibt
die Verwendung von STAR-Sequenzen zur Expression von Nucleinsäuren, die
rekombinante Proteine codieren, in einigen Zelllinien.
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Die
internationale Veröffentlichung
WO 03/106684 beschreibt
die Verwendung von STAR-Sequenzen zur Expression von Nucleinsäuren, die
multimere Proteine wie Antikörper
codieren.
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Die
vorliegende Erfindung hat die Bereitstellung alternativer Mittel
und Verfahren zur Verbesserung der Proteinherstellung zum Ziel.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
Erfindung stellt rekombinante Nucleinsäuremoleküle, Zellen, Verfahren und eine
Verwendung gemäß der Ansprüche bereit.
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Genaue Beschreibung der Erfindung
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Anti-Repressor-Sequenzen
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Sequenzen
mit Anti-Repressor-Aktivität,
wie sie hier verwendet werden, sind Sequenzen, die in der Lage sind,
zumindest teilweise der repressiven Wirkung von HP1- oder HPC2-Proteinen
entgegenzuwirken, wenn diese Proteine an DNA gebunden sind. Sequenzen
mit Anti-Repressor-Aktivität
(hier manchmal auch als Anti-Repressor-Sequenzen oder Anti-Repressor-Elemente
bezeichnet), die für
die vorliegende Erfindung geeignet sind, wurden in
WO 03/004704 offenbart, die durch
Bezugnahme hierin eingebunden ist, und wurden darin als „STAR"-Sequenzen bezeichtet
(immer wenn hierin eine Sequenz als STAR-Sequenz bezeichnet wird, hat
diese Sequenz erfindungsgemäß Anti-Repressor-Aktivität). Als
ein nichteinschränkendes
Beispiel werden die Sequenzen von 65 Anti-Repressor-Elementen, genannt
STAR1-65 (vgl.
WO 03/004704 ),
hierin entsprechend als SEQ. ID. NOs. 1–65 präsentiert.
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Gemäß der Erfindung
wird ein funktionelles Fragment oder ein Derivat eines bestimmten
Anti-Repressor-Elements als äquivalent
zum Anti-Repressor-Element angesehen, wenn es noch Anti-Repressor-Aktivität hat. Das
Vorhandensein einer solchen Anti-Repressor-Aktivität kann leicht
durch den Fachmann überprüft werden,
zum Beispiel durch den nachstehend beschriebenen Test. Funktionelle
Fragmente oder Derivate können durch
den Fachmann der Molekularbiologie leicht erhalten werden, indem
man mit einer bestimmten Anti-Repressor-Sequenz beginnt und Deletionen,
Additionen, Substitutionen, Inversionen und Ähnliches durchführt (vgl.
z. B.
WO 03/004704 ).
Ein funktionelles Fragment oder Derivat umfasst auch Orthologe von
anderen Spezies, welche unter Verwendung der bekannten Anti-Repressor-Sequenzen mit dem
Fachmann bekannten Verfahren gefunden werden können (vgl. z. B.
WO 03/004704 ). Daher umfasst die
vorliegende Erfindung Fragmente der Anti-Repressor-Sequenzen, wobei die Fragmente
noch Anti-Repressor-Aktivität
haben. Für
Fragmente einer bestimmten Sequenzen bezieht sich die prozentuale
Identität
auf den Anteil der nativen Referenzsequenz, die im Fragment gefunden
wird. Die Erfindung umfasst auch Sequenzen, die zu mindestens 70%
in der Nucleotidsequenz identisch zu den Sequenzen mit Anti-Repressor-Aktivität oder zu
funktionellen Fragmenten davon mit Anti-Repressor-Aktivität sind,
solange diese Sequenzen, die mindestens zu 70% identisch sind, noch
die erfindungsgemäße Anti-Repressor-Aktivität aufweisen.
Vorzugsweise sind die Sequenzen mindestens zu 80% identisch, stärker bevorzugt
mindestens zu 90% identisch und noch stärker bevorzugt mindestens zu
95% identisch zur nativen Referenzsequenz oder dem funktionellen
Fragment davon.
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Sequenzen
mit erfindungsgemäßer Anti-Repressor-Aktivität können durch
verschiedene Verfahren erhalten werden, einschließlich, aber
nicht beschränkt
auf das Clonieren aus dem menschlichen Genom oder aus dem Genom
eines anderen Organismus oder zum Beispiel durch Amplifizierung
bekannter Anti-Repressor-Sequenzen
direkt aus einem solchen Genom unter Verwendung der Kenntnis der
Sequenzen, z. B. durch PCR, oder sie können zum Teil oder in Gänze chemisch
synthetisiert werden.
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Sequenzen
mit Anti-Repressor-Aktivität
und funktionelle Fragmente oder Derivate davon werden hier strukturell
durch ihre Sequenzen definiert und werden zusätzlich als Sequenzen mit Anti-Repressor-Aktivität funktionell
definiert, welche mit dem nachstehend beschriebenen Test bestimmt
werden kann.
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Jede
beliebige Sequenz mit erfindungsgemäßer Anti-Repressor-Aktivität sollte
zumindest in der Lage sein, den folgenden funktionellen Test zu überstehen
(vgl.
WO 03/004704 ),
Beispiel 1, hierin durch Bezugnahme eingebunden). Menschliche U-2
OS-Zellen (ATCC HTB-96) werden mit dem pTet-Off-Plasmid (Clontech K1620-A)
und mit Nucleinsäure,
codierend ein LexA-Repressor-Fusionsprotein, enthaltend die LexA-DNA-bindende
Domäne
und die codierende Region von entweder HP1 oder HPC2 (Proteine der
Drosophila-Polycomb-Gruppe, welche die Genexpression reprimieren,
wenn sie an DNA gebunden sind; der Test funktioniert mit beiden
Fusionsproteinen) unter Kontrolle des transkriptionellen regulatorischen
Tet-Off-Systems
(Gossen und Bujard, 1992) stabil transfiziert. Diese Zellen werden
nachstehend als Reporterzellen für
den Anti-Repressor-Aktivitätstest
bezeichnet. Ein Reporterplasmid, welches Hygromycinresistenz bereitstellt,
enthält
eine Polylinkersequenz, die zwischen vier LexA-Operator-Stellen
und dem SV40-Promoter,
der das Zeocin-Resistenzgen steuert, positioniert ist. Die auf Anti-Repressor-Aktivität zu prüfende Sequenz
kann in den Polylinker cloniert werden. Die Konstruktion eines geeigneten
Reporterplasmids wie pSelect wird in Beispiel 1 und
1 von
WO 00/004704 beschrieben.
Das Reporterplasmid wird in die Reporterzellen transfiziert und
die Zellen werden unter Hygromycin-Selektion (25 μg/ml, Selektion
auf die Anwesenheit des Reporterplasmids) und Tetracyclin-Repression (Doxycyclin,
10 ng/ml, verhindert die Expression des LexA-Repressor-Fusionsproteins) gezüchtet. Nach
1 Woche des Wachstums unter diesen Bedingungen wird die Doxycyclin-Konzentration
auf 0,1 ng/ml (oder niedriger) reduziert, um das LexA-Regressorgen
zu induzieren, und nach 2 Tagen wird Zeocin zu 250 μg/ml zugegeben.
Die Zellen werden für
5 Wochen gezüchtet,
bis die Kontrollkulturen (transfiziert mit dem leeren Reporterplasmid,
d. h. es fehlt eine clonierte Anti-Repressor-Sequenz im Polylinker)
durch das Zeocin abgetötet
werden (in diesem Kontrollplasmid wird der SV40-Promoter durch das
LexA-Repressor-Fusionsprotein
reprimiert, das an die LexA-Operatorstellen gebunden ist, was zu
einer Zeocin-Expression in solchen Zellen führt, die nicht ausreicht, um
die Zeocin-Selektion
zu überleben).
Eine Sequenz hat eine erfindungsgemäße Anti-Repressor-Aktivität, wenn
die Reporterzellen die 5 Wochen der Selektion unter Zeocin überleben,
wenn die Sequenz in den Polylinker des Reporterplasmids cloniert
wird. Zellen aus solchen Kolonien können immer noch nach 5 Wochen
der Zeocin-Selektion
in neuem Medium, das Zeocin enthält,
vermehrt werden, während
Zellen, die mit Reporterplasmiden transfiziert wurden, denen Anti-Repressor-Sequenzen fehlen,
nicht in neuem Medium, das Zeocin enthält, vermehrt werden können. Jede
Sequenz, die nicht in der Lage ist, ein solches Wachstum nach 5
Wochen mit Zeocin in diesem Test zu vermitteln, qualifiziert sich
nicht als erfindungsgemäße Sequenz
mit Anti-Repressor-Aktivität
oder ein funktionelles Fragment oder ein funktionelles Derivat davon.
Als ein Beispiel überleben
bekannte Randsequenzen wie jene, die von Van der Vlag et al. (2000)
getestet wurden, einschließlich
Drosophila-scs. (Kellum und Schedl, 1991), 5'-HS4 des Huhn-β-Globin-Locus (Chung et al.,
1993, 1997) oder Matrix Attachment Regions (MARs) (Phi-Van et al.,
1990) den Test nicht.
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Zusätzlich wird
es bevorzugt, dass die Anti-Repressor-Sequenz oder ein funktionelles
Fragment oder Derivat davon einen höheren Anteil an den Reporter überexprimierenden
Clonen vermittelt, wenn sie/es ein Reportergen flankiert (z. B.
Luciferase, GFP), welches in das Genom von U-2 OS- oder CHO-Zellen
integriert ist, im Vergleich dazu, wenn das Reportergen nicht von
Anti-Repressor-Sequenzen oder von schwächeren Regressions-blockierenden
Sequenzen wie Drosophila-scs flankiert wird. Dies kann unter Verwendung
von zum Beispiel dem pSDH-Vektor oder ähnlichen Vektoren, wie in Beispiel
1 und
2 von
WO 03/004704 beschrieben, bestätigt werden.
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Erfindungsgemäße Anti-Repressor-Elemente
können
zumindest eine von drei Konsequenzen für die Proteinherstellung haben:
(1) sie erhöhen
die Vorhersagbarkeit der Identifizierung der Wirtszelllinien, welche ein
Protein in einem industriell akzeptablen Ausmaß exprimieren, (2) sie führen zu
Wirtszelllinien mit erhöhten Proteinausbeuten
und/oder (3) sie führen
zu Wirtszelllinien, die eine stabilere Proteinprotein während der
anhaltenden Züchtung
zeigen. Jede dieser Eigenschaften wird nachstehend genauer diskutiert:
- (1) Eine erhöhte Vorhersagbarkeit: Integration
von Transgen-Expressionskassetten kann an zufälligen Positionen innerhalb
des Wirtszellgenoms auftreten. Ein Großteil des Genoms ist jedoch
transkriptionell stummes Heterochromatin. Wenn die Expressionskassetten
das Transgen flankierende Anti-Repressor-Elemente umfassen, hat
die Position der Integration eine verringerte Wirkung auf die Expression.
Die Anti-Repressor-Elemente behindern die Fähigkeit des angrenzenden Heterochromatins,
das Transgen stumm zu schalten. Infolgedessen wird der Anteil der
Transgen-enthaltenden Wirtszellen mit annehmbarem Expressionsniveau
erhöht.
In der Tat führt
der Einbau der Anti-Repressor-Sequenzen zur Etablierung von bis
zu 10-fach mehr Kolonien, verglichen mit demselben Transgen, dem
die Anti-Repressor-Sequenzen
fehlen, wenn dieselbe Menge DNA transfiziert wird.
- (2) Ausbeute: Das Niveau der Proteinexpression in den Primärpopulationen
der rekombinanten Wirtszellen direkt nach der Integration des Transgens
wurde beobachtet. Der Expressionsspiegel der Individuen in den Populationen
variiert. Wenn die Transgene jedoch durch Anti-Repressor-Elemente
geschützt
werden, ist die Variabilität
verringert. Diese verringerte Variabilität ist am auffälligsten
dahingehend, dass weniger Clone gewonnen werden, die niedrige Expressionsspiegel
haben. Weiterhin weisen die Populationen mit Anti-Repressor-Elementen üblicherweise
Individuen mit auffällig
hoher Expression auf. Diese Individuen mit hoher Ausbeute sind für die Proteinherstellung
zu bevorzugen, entweder zu Erntezwecken oder zu Zwecken der Änderung
des Phänotyps
der Zelle oder eines Organismus, der solche Zellen umfasst.
- (3) Erhöhte
Stabilität:
Anti-Repressor-Elemente erhöhen
die Stabilität
von Transgenen in rekombinanten Wirtszellinien durch Sicherstellen,
dass die Transgene während
der anhaltenden Züchtung
nicht transkriptionell stummgeschaltet werden. Vergleichsstudien
zeigen, dass unter Bedingungen, in denen Transgene, die nicht durch
Anti-Repressor-Elemente geschützt
werden, progressiv stummgeschaltet werden (5-25 Passagen der Züchtung),
durch Anti-Repressor-Elemente geschützte Transgene weiterhin auf
hohem Niveau exprimiert werden. Dies ist ein Vorteil während der
industriellen Herstellung von proteinartigen Molekülen, währenddessen
die Zellzüchtung
für längere Zeiträume von
einigen Wochen bis zu vielen Monaten fortfährt. In ähnlicher Weise kann die Stabilität der Expression über längere Zeiträume in Pflanzen
oder Tieren mit veränderten
Phänotypen
als Folge der rekombinanten Expression von Anti-Repressor-geschützten Transgenen
vorteilhaft sein.
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STAR67
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine neue Sequenz mit Anti-Repressor-Aktivität bereit,
die als STAR67 bezeichnet wurde (SEQ. ID. NO. 66). Diese Anti-Repressor-Sequenz erhöht die Expression
bereits stark, wenn sie nur stromaufwärts eines Promoters, der die
Expression eines Gens von Interesse steuert, eingebaut wird, wie
es aus den hier bereitgestellten Beispielen offensichtlich wird,
während
bislang bekannte, potente Anti-Repressor-Sequenzen wie STAR6 oder
STAR7 anscheinend viel weniger Vorteile in dieser Konfiguration
bereitstellen (sie funktionieren besonders gut, wenn sie ein Transgen
flankieren, d. h. wenn sie sowohl stromaufwärts als auch stromabwärts des
Transgens vorhanden sind). Daher stellt STAR67 eine Alternative
zu bereits bekannten Anti-Repressor-Sequenzen bereit und, wenn sie
stromaufwärts
eines Promoters eingebaut wird, scheint sie einen erhöhten Nutzen
im Vergleich zu solchen bekannten Anti-Repressor-Sequenzen zu haben. STAR67
ist im Gegensatz zu anderen Anti-Repressor-Sequenzen, die auf diese
Eigenschaft getestet wurden (Kwaks et al, 2003), kein Enhancer-Blocker,
was einen weiteren Unterschied zwischen STAR67 und anderen zuvor
offenbarten Anti-Repressor-Sequenzen bereitstellt. STAR67 kann auch
in zwei Richtungen funktionieren, wie es in Beispiel 7 gezeigt wird.
Gemäß der Erfindung
stellt die Anwesenheit der STAR67-Sequenz in einer Expressionskassette
eine verbesserte Vorhersagbarkeit und/oder Ausbeute und/oder Stabilität der Expression
bereit. Hier wird gezeigt, dass STAR67 in Kombination mit verschiedenen
Promotoren und in verschiedenen Zelllinien funktionell ist.
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Expressionskassette
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Ein
erfindungsgemäßes Nucleinsäuremolekül, umfassend
STAR67, kann in einem beliebigen Format sein, z. B. als DNA-Fragment,
das wahlweise in einem Clonierungsvektor wie einem Plasmid, vorzugsweise einem
Expressionsvektor, vorhanden ist, und kann zum Beispiel zu Clonierungszwecken
unter Verwendung von rekombinanten DNA-Standardverfahren verwendet
werden. In bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung umfasst die Nucleinsäure eine Expressionskassette,
die zur Expression von Sequenzen von Interesse zum Beispiel in Wirtszellen
nützlich
ist.
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Eine 'Expressionskassette', wie sie hier verwendet
wird, ist eine Nucleinsäuresequenz,
die zumindest einen Promoter umfasst, der funktionell an eine Sequenz
geknüpft
ist, von der die Expression gewünscht
wird, wobei die Sequenz, von der die Expression gewünscht wird,
vorzugsweise ein offener Leserahmen ist, der das Protein von Interesse
ganz oder teilweise codiert. Der Promotor ist vorzugsweise ein heterologer
Promotor bezogen auf die Nucleinsäure von Interesse, wobei ein
heterologer Promotor als ein Promotor definiert wird, der nicht
der natürliche
Promotor der Sequenz von Interesse ist. Mit anderen Worten wurde
einige Arten des menschlichen Eingreifens z. B. molekulares Clonieren,
zu irgendeinem Zeitpunkt verwendet, um eine funktionelle Kombination
eines heterologen Promotors mit einer Nucleinsäure von Interesse herzustellen,
und es wird in diesem Zusammenhang leicht zu verstehen sein, dass
ein heterologer Promotor von demselben oder einem anderen Organismus
wie die Sequenz von Interesse abgeleitet werden kann. Vorzugsweise
enthält
eine Expressionskassette weiterhin Transkriptionsterminations- und
Polyadenylierungssequenzen. Andere regulatorischen Sequenzen wie
Enhancer können
auch eingeschlossen werden. Die erfindungsgemäßen Expressionseinheiten umfassen
weiterhin mindestens eine Anti-Repressor-Sequenz
wie STAR67. In bestimmten bevorzugten Ausführungsformen wird die Anti-Repressor-Sequenz,
vorzugsweise STAR67, stromaufwärts
des Promotors eingebaut, vorzugsweise so, dass weniger als 2 kb
zwischen dem 3'-Ende der Anti-Repressor-Sequenz und
dem Beginn der Promotorsequenz vorhanden sind. In bevorzugten Ausführungsformen
sind weniger als 1 kb, stärker
bevorzugt weniger als 500 Nucleotide (Nt), noch stärker bevorzugt
weniger als etwa 200, 100, 50 oder 30 Nt zwischen dem 3'-Ende der Anti-Repressor-Sequenz
und dem Beginn der Promotorsequenz vorhanden. In bestimmten bevorzugten
Ausführungsformen
wird die Anti-Repressor-Sequenz direkt stromaufwärts des Promotors cloniert,
was zu nur 0–20
Nt. zwischen dem 3'-Ende
der Anti-Repressor-Sequenz und dem Beginn der Promotorsequenz führt.
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Um
die Expression der das rekombinante Protein codierenden Nucleinsäuresequenzen
zu erhalten, ist es dem Fachmann wohlbekannt, dass Sequenzen, die
in der Lage sind, eine solche Expression zu steuern, funktionell
mit Protein codierenden Nucleinsäuren
verknüpft
werden können,
was zu rekombinanten Nucleinsäuremolekülen führt, die
ein rekombinantes Protein in einem exprimierbaren Format codieren.
Im Allgemeinen wird die Promotorsequenz stromaufwärts der
Sequenzen, die das Protein von Interesse codieren, eingebaut. Nützliche
Expressionsvektoren sind im Fachgebiet erhältlich, z. B. die pcDNA- und
pEF-Vektorserien
von Invitrogen, pMSCV und pTK-Hyg von BD Sciences, pCMV-Script von
Stratagene etc..
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Wo
die das Polypeptid von Interesse codierende Sequenz in Bezug auf
Sequenzen, welche die Transkription und Translation des codierten
Polypeptids steuern, richtig eingefügt ist, ist die entstehende
Expressionskassette nützlich,
um das Protein von Interesse herzustellen, was als Expression bezeichnet
wird. Die Expression antreibende Sequenzen können Promotoren, Enhancer und Ähnliche
und Kombinationen davon umfassen. Diese sollten in der Lage sein,
in der Wirtszelle zu funktionieren, um die Expression der Nucleinsäuresequenzen,
die funktionell daran geknüpft
sind, anzutreiben. Der Fachmann ist sich bewusst, dass verschiedene
Promotoren verwendet werden können,
um die Expression eines Gens von Interesse in Wirtszellen zu erhalten.
Promotoren können
konstitutiv oder reguliert sein und sie können aus verschiedenen Quellen,
einschließlich
Viren, prokaryontischen oder eukaryontischen Quellen, erhalten oder
künstlich
entworfen werden. Die Expression von Nucleinsäuren von Interesse kann vom
natürlichen
Promotor oder einem Derivat davon oder von einem gänzlich heterologen
Promotor erfolgen (Kaufman, 2000). Einige wohlbekannte und viel
verwendete Promotoren für
die Expression in eukaryontischen Zellen umfassen Promotoren, die
von Viren stammen, wie Adenoviren, z. B. der E1A-Promotor, Promotoren,
die aus dem Cytomegalievirus (CMV) stammen, wie der sehr frühe (IE)
CMV-Promotor (hier als der CMV Promotor bezeichnet) (erhältlich zum
Beispiel von pcDNA, Invitrogen), Promotoren aus dem Affenvirus 40
(SV40) (Das et al., 1985) und Ähnliche.
Geeignete Promotoren können
auch aus eukaryontischen Zellen stammen, wie Metallothionein (MT)-Promotoren,
Elongationsfaktor 1 α (EF-1α)-Promotor
(Gill et al., 2001), Ubiquitin C- oder UB6-Promotor (Gill et al., 2001, Schorpp et
al., 1996), Actin-Promotor, ein Immunglobulin- Promotor, Hitzeschock-Promotoren und Ähnliche.
Einige Promotoren, die bevorzugt werden, um Expression in eukaryontischen
Zellen zu erhalten, welche für
die vorliegende Erfindung geeignete Promotoren sind, sind der CMV-Promotor,
ein Säuger-EF1-alpha-Promotor,
ein Säuger-Ubiquitin-Promotor
wie ein Ubiquitin-C-Promotor
oder ein SV40-Promotor (z. B. erhältlich von pIRES, Kat.-Nr.
631605, BD Sciences). Das Testen auf die Promotorfunktion und die
Stärke
eines Promotors ist eine Routinesache für einen Fachmann und kann im
Allgemeinen das Clonieren eines Testgens wie lacZ, Luciferase, GFP
etc. hinter der Promotorsequenz und einen Test auf die Expression
des Testgens umfassen. Natürlich können die
Promotoren durch Deletion, Addition oder Mutation von Sequenzen
darin verändert
und auf Funktionalität
getestet werden, um neue attenuierte oder verbesserte Promotorsequenzen
zu finden.
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Eine
erfindungsgemäße Expressionskassette
kann monocistronisch, bicistronisch oder multicistronisch sein.
Der Begriff „bicistronisches
Gen" ist als ein
Gen definiert, das in der Lage ist, ein RNA-Molekül bereitzustellen,
das zwei Proteine/Polypeptide codiert. Der Begriff „monocistronisches
Gen" ist als ein
Gen definiert, das in der Lage ist, ein RNA-Molekül bereitzustellen,
das ein Protein/Polypeptid codiert. Der Begriff „multicistronisch" ist als ein Gen
definiert, das in der Lage ist, ein RNA-Molekül bereitzustellen, das zwei
oder mehr Proteine/Polypeptide codiert, und ein bicistronisches
Gen ist daher innerhalb der Definition eines multicistronischen
Gens eingeschlossen. Ein „Gen", wie es in der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, kann chromosomale DNA, cDNA, künstliche
DNA, Kombinationen davon und Ähnliches
umfassen und könnte
auch in Form von anderen Nucleinsäuren, z. B. RNA, vorliegen.
In bestimmten Ausführungsformen
umfasst eine Proteinexpressionseinheit ein multicistronisches Gen.
Einheiten, die einige Cistrone umfassen, können als eine einzelne mRNA
transkribiert werden. Die Translation der zweiten und weiteren codierenden
Regionen, die auf dieser RNA vorhanden sind, kann auf verschiedenen
Wegen erreicht werden, einschließlich der Verwendung der Translations-Reinitiationsstellen
oder der internen Ribosomen-Eintrittsstellen,
wobei die letzteren davon bevorzugt werden. Ein Vorteil der bi-
oder multicistronischen Einheiten kann eine einfache Selektion von
Clonen, die das Protein von Interesse exprimieren, durch Einbauen
der Nucleinsäure,
die ein selektierbares Markerprotein codiert, stromabwärts der
Nucleinsäure
sein, die ein Protein oder Polypeptid von Interesse codiert.
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Zur
Herstellung von multimeren Proteinen können zwei oder mehr Expressionskassetten
verwendet werden. Diese Ausführungsform
hat gezeigt, dass sie gute Ergebnisse erzielt, z. B. zur Expression
der schweren und der leichten Kette von Antikörpern. Gemäß der Erfindung sollte zumindest
eine der Expressionskassetten, vorzugsweise jedoch jede von ihnen,
eine STAR-Sequenz umfassen. In einer anderen Ausführungsform
sind verschiedene Untereinheiten oder Teile eines multimeren Proteins
auf einer einzelnen Expressionskassette vorhanden.
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Anstelle
von oder zusätzlich
zur Anwesenheit einer Anti-Repressor-Sequenz, die stromaufwärts eines Promotors
in einer Expressionskassette eingebaut ist, hat es sich als hochgradig
vorteilhaft herausgestellt, eine Anti-Repressor-Sequenz auf beiden
Seiten einer Expressionskassette bereitzustellen, so dass die das Transgen
enthaltende Expressionskassette von zwei Anti-Repressor-Sequenzen
flankiert wird, welche in bestimmten Ausführungsformen im Wesentlichen
identisch miteinander sind. Natürlich
kann dies mit STAR67 durchgeführt
werden, um eine Expressionskassette zu erhalten, die von zwei STAR67-Sequenzen
flankiert wird. Alternative Positionen einer einzelnen STAR67-Sequenz
in einer Expressionskassette, z. B. hinter dem Transgen, vorzugsweise
hinter dem Transkriptionsterminations- und Polyadenylierungssignal,
mit dem 3'-Ende
der STAR67-Sequenz dem Transgen zugewandt, sind ebenfalls möglich.
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Eine
erfindungsgemäße Expressionskassette
kann wahlweise ein Selektionsmarkergen umfassen. Der Begriff „Selektionsmarker
oder selektierbarer Marker" wird
typischerweise verwendet, um sich auf ein Gen und/oder Protein zu
beziehen, dessen Gegenwart direkt oder indirekt in einer Zelle nachgewiesen
werden kann, zum Beispiel ein Gen und/oder ein Protein, das ein
Selektionsmittel inaktiviert und die Wirtszelle vor den tödlichen
oder wachstumshemmenden Wirkungen des Mittels schützt (z.
B. ein Antibiotikum-Resistenzgen und/oder -protein). Eine andere
Möglichkeit
ist, dass der Selektionsmarker Fluoreszenz oder eine Farbablagerung
induziert (z. B. grün
fluoreszierendes Protein und Derivate, Luziferase, LacZ, alkalische
Phosphatase etc.). In bestimmten Ausführungsformen ist ein für die Erfindung
verwendeter Selektionsmarker Zeocin und zur Selektion einer zweiten
Expressionskassette wird Puromycin verwendet. Der Fachmann wird
wissen, dass andere Selektionsmarker verfügbar sind und verwendet werden
können,
z. B.
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Neomycin,
Blasticidin, Puromycin, Bleomycin, Hygromycin, dhfr etc..
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Der
Begriff „Selektion" wird typischerweise
als das Verfahren der Verwendung eines Selektionsmarkers/selektierbaren
Markers und eines Selektionsmittels definiert, um Wirtszellen mit
spezifischen genetischen Eigenschaften zu identifizieren (z. B.
dass die Wirtszelle ein Transgen enthält, das in sein Genom integriert
ist). Es ist einem Fachmann klar, dass zahlreiche Kombinationen
der Selektionsmarker möglich
sind. Ein Beispiel eines möglichen
Antibiotikums wird vorstehend bereitgestellt. Ein Antibiotikum,
das besonders vorteilhaft ist, ist Zeocin, da das Zeocin-Resistenzprotein
(Zeocin-R) dadurch wirkt, dass es den Wirkstoff bindet und harmlos macht.
Daher ist es einfach, die Menge des Wirkstoffs zu titrieren, die
die Zellen mit niedrigem Zeocin-R-Expressionsniveau abtötet, während es
den hochexprimierenden Zellen das Überleben ermöglicht.
Alle anderen Antibiotika-Resistenzproteine
sind in üblicher
Verwendung Enzyme und wirken daher katalytisch (nicht 1:1 mit dem
Wirkstoff). Wenn eine Selektion in zwei Schritten durchgeführt wird,
ist es daher vorteilhaft, ein Antibiotikum-Resistenzprotein mit
diesem 1:1-Bindungsmodus
zu verwenden. Daher ist das Antibiotikum Zeocin ein bevorzugter
Selektionsmarker. Der Einfachheit halber kann das Zeocin-Antibiotikum
in einem Selektionsverfahren in zwei Schritten mit zum Beispiel
Puromycin, Blasticidin oder Hygromycin, welche zum Beispiel in einem
monocistronischen Gen vorhanden sein können, kombiniert werden.
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Es
auch möglich,
einen antibiotischen Selektionsmarker mit einem Selektionsmarker,
welcher die Induktion von Fluoreszenz oder eine Farbstoffablagerung
bereitstellt, zu kombinieren. Verschiedene Promotoren können verwendet
werden, solange sie in der verwendeten Zelle funktionell sind.
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In
bestimmten Ausführungsformen
wird eine Expressionskassette mit einer (schwachen) internen Ribosomenbindungsstelle
(IRES) als ein Beispiel für
eine Protein-Translations-Initiationsstelle mit einer reduzierten
Translationseffizienz bereitgestellt, z. B. zwischen dem offenen
Leserahmen des Proteins von Interesse und dem offenen Leserahmen
des Selektionsmarkers. Die Translation von Proteinen von den IRES-Elementen ist
weniger effizient als die Kappenstruktur-abhängige Translation: die Menge
des Proteins aus IRES-abhängigen
offenen Leserahmen (ORFs) reicht von weniger als 20% bis 50% der
Menge vom ersten ORF (Mizuguchi et al., 2000). Weiterhin kann die
Mutation von IRES-Elementen ihre Aktivität attenuieren und die Expression von
IRES-abhängigen
ORFs auf unter 10% des ersten ORF senken (Lopez de Quinto & Martinez-Salas,
1998, Rees et al., 1996). Wenn der IRES-abhängige ORF ein selektierbares
Markerprotein codiert, bedeutet sein niedriges, relatives Translationsniveau,
dass das hohe, absolute Transkriptionsniveau vorhanden sein muss, um
die rekombinante Wirtszelle selektieren zu können. Daher exprimieren ausgewählte rekombinante
Wirtszellisolate notwendigerweise große Mengen der Transgen-mRNA.
Da das rekombinante Protein vom Kappenstruktur-abhängigen ORF
translatiert wird, kann es im Übermaß produziert
werden, was zu hohen Produktausbeuten führt.
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Konventionelle
Expressionssysteme sind DNA-Moleküle in Form eines rekombinanten
Plasmids oder eines rekombinanten viralen Genoms. Das Plasmid oder
das virale Genom wird in (eukaryontische Wirts-)Zellen eingeführt und
vorzugsweise durch im Fachgebiet bekannte Verfahren in ihre Genome
integriert. In bevorzugten Ausführungsformen
verwendet die vorliegende Erfindung auch diese Typen von DNA-Molekülen, um ihr
verbessertes Transgen-Expressionssystem abzugeben. Eine bevorzugte
Ausführungsform
der Erfindung ist die Verwendung von Plasmid-DNA zur Abgabe des
Expressionssystems. Ein Plasmid enthält einige Komponenten: konventionelle
Komponenten, die im Fachgebiet bekannt sind, sind ein Replikationsursprung
und ein selektierbarer Marker zur Vermehrung des Plasmids in Bakterienzellen;
einen selektierbaren Marker, der in eukaryotischen Zellen funktioniert,
um Wirtszellen zu identifizieren und zu isolieren, welche ein integriertes Transgen-Expressionssystem
tragen; Nucleinsäuren,
die das Protein von Interesse codieren, dessen hohes Transkriptionsniveau
durch einen Promotor erreicht wird, der in eukaryontischen Zellen
funktionell ist (z. B. der menschliche sehr frühe Haupt-Promotor/Enhancer
aus dem Cytomegalievirus, pCMV (Boshart et al., 1985), und transkriptionelle
Terminatoren (z. B. die SV40-Polyadenylierungsstelle (Kaufman & Sharp, 1982)
für das Transgen
von Interesse und den selektierbaren Marker.
-
Der
verwendete Vektor kann ein beliebiger Vektor sein, der für die Clonierung
von DNA geeignet ist und für
die Transkription einer Nucleinsäure
von Interesse verwendet werden kann. Wenn die Wirtszellen verwendet
werden, wird es bevorzugt, dass der Vektor ein integrierender Vektor
ist. Alternativ kann der Vektor ein episomal replizierender Vektor
sein.
-
Einige
nicht-limitierende schematische Abbildungen möglicher Konfigurationen von
Expressionskassetten werden in 1 bereitgestellt.
Dies ist die Konfiguration der DNA-Elemente der Expressionskassetten im
Plasmid sowie nach Integration in das Genom. Das Konstrukt A enthält eine
Expressionseinheit, welche einen ein Protein codierenden offenen
Leserahmen (Gen) umfasst. Dieses liegt stromaufwärts des attenuierten EMCV-IRES
(Martinez-Salas et al., 1999, Mizuguchi et al., 2000, Rees et al.,
1996) und des offenen Leserahmens, codierend das selektierbare Markerprotein
für die
Zeocin-Resistenz (zeo). Die Genkassette hat den transkriptionellen
Terminator aus SV40 an ihrem 3'-Ende
(t). Dieses bicistronische Transgen wird auf hohem Niveau von CMV-Promotor
transkribiert. Das Konstrukt B stammt von Konstrukt A ab, aber STAR67
wird nun stromaufwärts
des CMV-Promotors
cloniert. Konstrukt C stammt von Konstrukt B ab, aber nun werden
zwei Anti-Repressor-Elemente (in diesem Fall STAR7) cloniert, so
dass die gesamte Kassette flankiert wird.
-
Kombination von Anti-Repressor-Sequenzen
in Expressionskassetten
-
Es
wird hier gezeigt, dass die Kombination eines ersten Anti-Repressor-Elements, stromaufwärts des Promotors
und die Expressionskassette flankierend, mit zwei anderen Anti-Repressor-Sequenzen
bessere Ergebnisse erzielt. Insbesondere wenn SV40-Promotor in CHO-Zellen
verwendet wird, ist die Expression schon in Abwesenheit von Anti-Repressor-Sequenzen
sehr hoch, wird aber erheblich verstärkt, wenn STAR67 stromaufwärts des
Promotors eingebaut und die gesamte Expressionskassette von zwei
Anti-Repressor-Elementen flankiert wird, wie STAR6, STAR7 oder STAR40.
-
Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein rekombinantes
Nucleinsäuremolekül, umfassend
eine Expressionskassette, bereitzustellen, welche (von 5' bis 3') umfasst: Anti-Repressor-Sequenz
A – Promotor – Nucleinsäure, die
ein Protein von Interesse codiert – Anti-Repressor-Sequenz B,
charakterisiert dadurch, dass die Expressionskassette weiterhin
eine Anti-Repressor-Sequenz C zwischen den Anti-Repressor-Sequenzen
A und B umfasst. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anti-Repressor-Sequenz
C stromaufwärts
des Promotors in einer Konfiguration vorhanden, die vorstehend unter
der Überschrift „Expressionskassette" beschrieben wird.
Die Expressionskassette zwischen den Anti-Repressor-Sequenzen A
und B kann weiterhin die Elemente, wie vorstehend für Expressionskassetten
beschrieben, umfassen, z. B. Transkriptions-Terminatorsequenz, Polyadenylierungssignal,
Selektionsmarkergen, Enhancer etc., und kann monocistronisch, bicistronisch
oder multicistronisch sein, wie vorstehend beschrieben.
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Zwei
oder alle drei der Anti-Repressor-Sequenzen A, B und C können dieselbe
sein oder alle drei können
unterschiedlich sein. Die Anti-Repressor-Sequenzen A und B können dieselben
wie die Anti-Repressor-Sequenz C oder unterschiedlich sein. In bestimmten
Ausführungsformen
sind die Anti-Repressor-Sequenzen A und B (im Wesentlichen) identisch
miteinander. In einer Ausführungsform
ist die Anti-Repressor-Sequenz
C STAR67 oder ein funktionelles Fragment oder Derivat davon. Die
Anti-Repressor-Sequenzen A und B können beliebige Anti-Repressor-Sequenzen
sein und in bestimmten Ausführungsformen
eine der SEQ. ID. NOs. 1–65
oder funktionelle Fragmente oder Derivate davon sein. In bestimmten
Ausführungsformen
enthält die
Expressionskassette ein multicistronisches Gen und in bevorzugten
Ausführungsformen
davon umfasst das multicistronische Gen eine Sequenz, die ein Protein
von Interesse und ein Selektionsmarkergen codiert. Alternativ ist
ein Selektionsmarkergen unter der Kontrolle eines getrennten Promotors
vorhanden.
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In
bestimmten Ausführungsformen
kann eine vierte Anti-Repressor-Sequenz D zwischen den STAR-Sequenzen
A und B vorhanden sein. In einer solchen Ausführungsform ist die Anti-Repressor-Sequenz D
vorzugsweise stromabwärts
der Nucleinsäure
positioniert, die das Protein von Interesse codiert. Wiederum kann
diese Anti-Repressor-Sequenz D dieselbe sein oder sich von anderen
Anti-Repressor-Sequenzen
im rekombinanten Nucleinsäuremolekül unterscheiden,
sie kann eine beliebige Anti-Repressor-Sequenz sein und wird in
bestimmten Ausführungsformen
aus einer beliebigen der SEQ. ID. NOs. 1–66 oder funktionellen Fragmenten
oder Derivaten davon ausgewählt.
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Da
zumindest einige Anti-Repressor-Sequenzen gerichtet sein können (
WO 00/004704 ), können die Anti-Repressor-Sequenzen,
welche die Expressionskassette flankieren (Anti-Repressor-Sequenzen
A und B), günstigerweise
in umgekehrter Richtung zueinander eingebaut werden, so dass das
3'-Ende jeder dieser
Anti- Repressor-Sequenzen
einwärts
zur Expressionskassette (und zueinander) zeigt. Daher zeigt in bevorzugten Ausführungsformen
die 5'-Seite eines
Anti-Repressor-Elements
zur DNA/zum Chromatin, von welchen der Einfluss auf das Transgen
durch das Anti-Repressor-Element gemindert wird. Bei einer Anti-Repressor-Sequenz
stromaufwärts
eines Promotors in einer Expressionskassette zeigt das 3'-Ende zum Promotor.
Die Sequenzen des Anti-Repressor-Elements (SEQ. ID. NOs. 1–66) im
Sequenzprotokoll werden in 5'-3'-Richtung angegeben,
wenn nicht anders angezeigt.
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Erfindungsgemäße Zellen
-
Nucleinsäuremoleküle, welche
STAR-Sequenzen und/oder erfindungsgemäße Expressionskassetten umfassen,
können
zur Verbesserung der Expression von Nucleinsäure vorzugsweise in Wirtszellen
verwendet werden. Die Begriffe „Zelle"/"Wirtszelle"" und „Zelllinie"/"Wirtszelllinie" sind jeweils typischerweise
als eine Zelle und homogene Populationen davon definiert, die mit
im Fachgebiet bekannten Verfahren in Zellkultur gehalten werden
können
und die Fähigkeit
haben, heterologe oder homologe Proteine zu exprimieren. Eine erfindungsgemäße Wirtszelle
ist vorzugsweise eine eukaryontische Zelle, stärker bevorzugt eine Säugerzelle
wie eine Nagerzelle oder eine menschliche Zelle oder eine Fusion
zwischen verschiedenen Zellen. In bestimmten nicht-limitierenden
Ausführungsformen
ist die Wirtszelle eine U-2 OS-Osteosarkom-, CHO-(Ovarzelle des
Chinesischen Hamsters), HEK293-, HuNS-1-Myelom-, WERI-Rb-1-Retinoblastom-,
BHK-, Vero-, nicht-sekretierende Maus-Myelom Sp2/0-Ag 14-, nicht-sekretierende
Maus-Myelom-NS0-, NCl-H295R-Nebennierencarcinom-
oder eine PER-C6®-Zelle.
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In
bestimmten Ausführungsformen
der Erfindung ist eine Wirtszelle eine Zelle, die zumindest E1A
und vorzugsweise auch E1B eines Adenovirus exprimiert. Als nicht-limitierende
Beispiele kann eine solche Zelle zum Beispiel von menschlichen Zellen
zum Beispiel von einer Niere (Beispiel: HEK 293-Zellen, vgl. Graham et
al., 1977), aus der Lunge (z. B. A549, vgl. z. B.
WO 98/39411 ) oder der Retina (Beispiel:
HER-Zellen, die unter dem Handelsnamen PER.C6
® vertrieben
werden, vgl.
US-Patent 5,994,128 )
oder von Amniocyten (z. B. N52.E6, beschrieben im
US-Patent 6,558,948 ) und gleichermaßen von
anderen Zellen stammen. Verfahren zum Erhalten solcher Zellen werden
zum Beispiel in den
US-Patenten
5,994,128 und
US 6,558,948 beschrieben.
PER.C6
®-Zellen
zum Zwecke der vorliegenden Anmeldung bedeuten Zellen aus der Stromaufwärts- oder Stromabwärts-Passage
oder einen Abkömmling
von einer Stromaufwärts-
oder Stromabwärts-Passage
von Zellen, die unter ECACC Nr. 96022940 hinterlegt wurden. Es wurde
zuvor gezeigt, dass solche Zellen in der Lage sind, Proteine auf
hohem Niveau zu exprimieren (z. B.
WO
00/63403 und Jones et al., 2003).
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Solche
Wirtszellen, die das gewünschte
erfindungsgemäße Protein
exprimieren, können
durch Einführung
eines Nucleinsäuremoleküls vorzugsweise
in Form einer erfindungsgemäßen Expressionskassette
in die Zellen erhalten werden. In einer alternativen Ausführungsform
wird auf die STAR67-Sequenz für
die Integration in eine chromosomale Region abgezielt, um die Expression
eines Gens von Interesse zu verbessern, das bereits in das Genom
integriert ist, z. B. ein natürlich
vorkommendes Gen, wahlweise unter Kontrolle eines heterologen Promotors,
der stromaufwärts
des Gens eingebaut wurde, um die Expression des Gens zu regulieren.
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Vorzugsweise
stammen die Wirtszellen aus einem stabilen Clon, der gemäß den dem
Fachmann bekannten Standardverfahren ausgewählt und vermehrt werden kann.
Eine Kultur eines solchen Clons ist in der Lage, rekombinantes Protein
von Interesse herzustellen. Erfindungsgemäße Zellen sind vorzugsweise
in der Lage, in serumfreiem Medium in Suspensionskultur zu wachsen.
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Ein
erfindungsgemäßes Protein
von Interesse kann ein beliebiges Protein und ein monomeres oder ein
multimeres Protein sein. Ein multimeres Protein umfasst mindestens
zwei Polypeptidketten. Nicht-limitierende Beispiele für ein erfindungsgemäßes Protein
von Interesse sind Enzyme, Hormone, Immunglobulinketten, therapeutische
Proteine wie Anti-Krebs-Proteine, Blutgerinnungsproteine wie Faktor
VIII, multifunktionelle Proteine wie Erythropoietin, diagnostische
Proteine oder Proteine oder Fragmente davon, die zu Impfzwecken nützlich sind;
alle sind dem Fachmann bekannt.
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In
bestimmten Ausführungsformen
codiert eine erfindungsgemäße Expressionskassette
eine schwere oder leichte Kette oder einen Antigen-bindenden Teil
eines Immunglobulins, eines Derivats und/oder eines Analogs davon.
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird eine erfindungsgemäße Proteinexpressionseinheit bereitgestellt,
worin das Protein von Interesse eine schwere Kette eines Immunglobulins
ist. In noch einer anderen bevorzugten Ausführungsform wird eine erfindungsgemäße Proteinexpressionseinheit
bereitgestellt, worin das Protein von Interesse eine leichte Kette
eines Immunglobulins ist. Wenn diese beiden Proteinexpressionseinheiten
innerhalb derselben (Wirts-)Zelle vorhanden sind, wird ein multimeres
Protein und spezifischer ein Antikörper zusammengesetzt. Daher
ist das Protein von Interesse in bestimmten Ausführungsformen ein Immunglobulin
wie ein Antikörper,
der ein multimeres Protein ist. Vorzugsweise ist ein solcher Antikörper ein menschlicher
oder humanisierter Antikörper.
In bestimmten Ausführungsformen
davon ist er ein IgG-, IgA- oder IgM-Antikörper. Ein Immunglobulin kann
durch die schweren und leichten Ketten auf verschiedenen Expressionskassetten
codiert sein oder auf einer einzelnen Expressionskassette, wobei
das Gen, das jede einzelne Kette codiert, jeweils unter Kontrolle
eines getrennten Promotors in monocistronischen Transkriptionseinheiten vorliegt
oder alternativ können
beide Ketten auf einem multicistronischen Gen codiert sein.
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Das
Protein von Interesse kann aus einer beliebigen Quelle stammen und
in bestimmten Ausführungsformen
ist es ein Säugerprotein,
ein künstliches
Protein (z. B. ein Fusionsprotein oder ein mutiertes Protein) und
ist vorzugsweise ein menschliches Protein.
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Offensichtlich
können
die Anti-Repressor-Sequenzen und -Konfigurationen der erfindungsgemäßen Expressionskassetten
auch verwendet werden, wenn das letztendliche Ziel nicht die Herstellung
eines Proteins ist, sondern die RNA selbst, zum Beispiel zur Herstellung
erhöhter
Mengen von RNA von einer Expressionskassette, welche zum Zweck der
Regulierung anderer Gene (z. B. RNAi, Antisense-RNA), Gentherapie,
in vitro-Proteinherstellung etc. verwendet werden kann.
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Verfahren zur Herstellung eines Proteins
von Interesse
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In
einem Aspekt stellt die Erfindung ein Verfahren zur Expression einer
Sequenz von Interesse, die vorzugsweise ein Protein von Interesse
codiert, durch Bereitstellung einer Wirtszelle mit einem erfindungsgemäßen Nucleinsäuremolekül oder einer
erfindungsgemäßen Expressionskassette
durch Züchtung
der Zelle und Expression der Sequenz von Interesse bereit.
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Der
Begriff „Expression" wird typischerweise
verwendet, um auf die Herstellung eines spezifischen RNA-Produkts
oder von RNA-Produkten oder eines spezifischen Proteins oder von
Proteinen in einer Zelle Bezug zu nehmen. Im Fall von RNA-Produkten bezieht
er sich auf den Prozess der Transkription. Im Fall von Proteinprodukten
bezieht er sich auf die Prozesse der Transkription, Translation
und wahlweise der posttranslationalen Modifizierungen (z. B. Glycosylierung,
Bildung von Disulfidbrücken
etc.). Im Fall von sekretierten Proteinen bezieht er sich auf die
Prozesse der Transkription, Translation und wahlweise der post-translationalen Modifizierungen,
gefolgt von Sekretion.
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Die
Einführung
der Nucleinsäure,
die in einer Zelle exprimiert werden soll, kann durch eines von
mehreren Verfahren, welche als solche dem Fachmann bekannt sind,
in Abhängigkeit
vom Format der einzuführenden
Nucleinsäure
durchgeführt
werden. Die Verfahren beinhalten Transfektion, Infektion, Injektion,
Transformation und Ähnliche,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein.
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Die
Züchtung
einer Zelle wird durchgeführt,
um Stoffwechsel, Wachstum, Teilung zu ermöglichen und/oder rekombinante
Proteine von Interesse herzustellen. Dies kann durch dem Fachmann
wohlbekannte Verfahren erreicht werden und umfasst die Bereitstellung
von Nährstoffen
für die
Zelle, ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein. Die Verfahren umfassen das Wachstum von Zellen, die an
Oberflächen
anhaften, Wachstum in Suspension oder Kombinationen davon. Die Züchtung kann
zum Beispiel in Schalen, Rollflaschen oder in Bioreaktoren unter
Verwendung von Batch-, Fed-Batch-, kontinuierlichen Systemen wie
Perfusionssystemen und Ähnlichen
durchgeführt
werden. Um eine (kontinuierliche) Herstellung von rekombinanten
Proteinen durch Zellkultur im großen Maßstab zu erreichen, wird es
im Fachgebiet bevorzugt, Zellen zu haben, die in der Lage sind,
in Suspension zu wachsen, und es wird bevorzugt, Zellen zu haben,
die in der Lage sind, in Abwesenheit von Serum aus Tieren oder Menschen
oder in Abwesenheit von Serumkomponenten aus Tieren oder Menschen
zu wachsen.
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Die
Bedingungen zum Züchten
oder Vervielfachen von Zellen (vgl. z. B. Tissue Culture, Academic Press,
Kruse and Paterson, Herausgeber (1973)) und die Bedingungen für die Expression
des rekombinanten Produkts sind dem Fachmann bekannt. Im Allgemeinen
finden sich Prinzipien, Protokolle und praktische Verfahren zur
Maximierung der Produktivität
von Säugerzellkulturen
bei Mammalian Cell Biotechnology: a Practical Approach (M. Butler,
Hrsg., IRL Press, 1991). In einer bevorzugten Ausführungsform
wird das exprimierte Protein entweder aus den Zellen oder aus dem
Kulturmedium oder aus beiden gesammelt (isoliert). Es kann dann
unter Verwendung bekannter Verfahren, z. B. Filtrieren, Säulenchromatographie
etc., durch Verfahren, die dem Fachmann im Allgemeinen bekannt sind,
weiter gereinigt.
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Neues Selektionsverfahren
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart ein neues Verfahren zur Erzeugung
von Wirtszellen, welche zwei Polypeptide von Interesse exprimieren,
wobei das Verfahren zu überraschend
guten Ergebnissen führt
dahingehend, dass beinahe keine oder keine Kolonien ohne Verwendung
der Anti-Repressor-Sequenz erscheinen, während die Anwesenheit einer
Anti-Repressor-Sequenz zu Clonen führt, welche die Selektion überleben,
und diese Clone exprimieren im Allgemeinen die beiden Polypeptide
von Interesse auf hohem Niveau (Beispiel 7,
11).
Die Erfindung stellt daher ein Verfahren zur Erzeugung einer Wirtszelle,
die zwei Polypeptide von Interesse exprimiert, bereit, wobei das
Verfahren umfasst: a) Einführung
von einem oder mehreren Nucleinsäuremolekül/en in
eine Wirtszelle, wobei das Nucleinsäuremolekül oder die Moleküle zusammen
umfassen: (i) einen Promotor, der funktionell an eine Sequenz geknüpft ist,
die ein erstes Polypeptid von Interesse und ein erstes selektierbares
Markergen codiert und (ii) einen Promotor, der funktionell an eine
Sequenz geknüpft
ist, die ein zweites Polypeptid von Interesse und einen zweiten
selektierbaren Marker codiert und (iii) mindestens eine Anti-Repressor-Sequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus (a) SEQ. ID. NO. 66, (b) Fragmente von
SEQ. ID. NO. 66, wobei die Fragmente Anti-Repressor-Aktivität haben,
(c) Sequenzen, die mindestens zu 70% identisch zu (a) oder (b) sind
und Anti-Repressor-Aktivität haben,
und (d) dem Komplement zu einem beliebigen aus (a)–(c), b)
Selektion einer Wirtszelle durch im Wesentlichen gleichzeitiges
Selektieren auf Expression der ersten und zweiten selektierbaren
Markergene. Die ausgewählten
Wirtszellen können
günstigerweise für die Expression
der beiden Polypeptide durch Züchtung
der ausgewählten
Wirtszellen verwendet werden. In einer Ausführungsform werden zwei Nucleinsäuremoleküle, eines
enthaltend (i) und das andere enthaltend (ii), für die Einführung in die Wirtszelle verwendet.
In dieser Ausführungsform
enthält
jedes Nucleinsäuremolekül vorzugsweise
mindestens eine Anti-Repressor-Sequenz. In einer anderen Ausführungsform
wird ein einzelnes Nucleinsäuremolekül, enthaltend
sowohl (i) als auch (ii), verwendet, welches dann mindestens eine
Anti-Repressor-Sequenz
enthalten muss. Ein Vorteil davon, die codierenden Sequenzen für beide
Polypeptide auf einem einzelnen Nucleinsäuremolekül zu haben, ist, dass nur eine
Nucleinsäurepräparation
benötigt
wird, bevor die Nucleinsäure
in die Zellen eingeführt
wird. Weiterhin ist in einer solchen Ausführungsform ein einzelnes Integrationsereignis
für die
codierenden Sequenzen beider Polypeptide ausreichend, wodurch die
Möglichkeit
ausgeschlossen wird, dass die das erste Polypeptid codierende Nucleinsäure an einem
anderen Ort oder mit einer anderen Kopienzahl als diejenige, welche
das zweite Polypeptid codiert, integriert wird. In bevorzugten Ausführungsformen
können
die beiden Polypeptode einen Teil eines multimeren Proteins wie
ein Immunglobulin bilden. Das Verfahren ist daher besonders für die Expression
von Antikörpern
geeignet. Die beiden Promotoren können dieselben oder unterschiedlich
sein und können
beliebige der vorstehend beschriebenen Promotoren sein. Wenn die
Ausführungsform,
bei der ein einzelnes Nucleinsäuremolekül sowohl
(i) als auch (ii) enthält,
verwendet wird, kann die Richtung der beiden Transkriptionseinheiten
auf einem einzelnen Nucleinsäuremolekül zum Beispiel
bei beiden dieselbe sein oder in entgegengesetzter Richtung zueinander weisend
oder in entgegengesetzter Richtung jede nach außen weisend sein. Im letzteren
Fall kann die Anti-Repressor-Sequenz
zwischen die beiden Promotoren eingebaut werden (vgl. z. B.
11B). Weiterhin können die Anti-Repressor-Sequenzen
hinzugefügt
werden, so dass eine oder beide Transkriptionseinheiten flankiert werden.
Die Markergene müssen
jeweils unterschiedlich sein und können zum Beispiel, wie vorstehend
beschrieben, aus den Markergenen ausgewählt werden. In bestimmten Ausführungsformen
ist ein selektierbarer Marker Zeocin und der andere selektierbare
Marker ist zum Beispiel Puromycin. Es wird jedoch klar sein, dass andere
Kombinationen verwendet werden können
und innerhalb des Umfangs dieses Aspekts der Erfindung liegen. Die
Expression der Marker sollte vorzugsweise von der Expression der
Polypeptide von Interesse abhängig
sein. Dies kann durch Verknüpfung
der Expression der Markergene mit der der Polypeptide von Interesse
zum Beispiel unter Verwendung von multicistronischen Genen, z. B.
mit IRES Sequenzen, etabliert werden, wie vorstehend diskutiert. „Im Wesentlichen
gleichzeitig" bedeutet,
dass zumindest zu einem Teil der Zeit, vorzugsweise mindestens einen
Tag, stärker
bevorzugt mindestens zwei Tage, noch stärker bevorzugt mindestens 5
Tage beide Selektionsmittel vorhanden sind, welche dadurch eingebracht
werden können,
dass beide Selektionsmittel zur selben Zeit zum Kulturmedium hinzugefügt werden
oder das Kulturmedium, welches beide Selektionsmittel enthält, hinzugefügt wird
(z. B. Beispiel 7). Es wird klar sein, dass die Zugabe eines zweiten Selektionsmittels
nach nur wenigen Stunden oder Tagen zum Medium, in dem das erste
Selektionsmittel bereits enthalten ist, immer noch zu einer im Wesentlichen
simultanen Selektion im Sinne der Erfindung führt. Diese Situation wird von
der Situation unterschieden, in der die Zellen erst mit dem ersten
Selektionsmittel selektiert werden und sobald sich Kolonien gebildet
haben, die Zellen auf einem neuen Medium selektiert werden, zu dem
das zweite Selektionsmittel und nicht das erste Selektionsmittel
zugegeben wurde (aufeinanderfolgende Selektion, z. B. Beispiel 5
und
WO 03/106684 ).
Durch die im Wesentlichen gleichzeitige Selektion auf beide selektierbare
Marker wird hier überraschend
offenbart, dass eine schnelle und starke Selektion bereitgestellt
wird, wodurch viele schwach produzierende Clone eliminiert werden,
was zu einer stark verminderten Arbeitslast für das Auffinden eines Clons
mit wünschenswerten
Expressionscharakteristika führt.
Dies ist insbesondere für
die biotechnologische Industrie vorteilhaft, wo viele, üblicherweise
hunderte oder sogar tausende von Kolonien durchmustert werden müssen, bevor
ein gewünschter
Clon mit hohem Expressionsniveau identifiziert wird.
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Die
Praxis dieser Erfindung verwendet, wenn nicht anders angegeben,
konventionelle Verfahren der Immunologie, Molekularbiologie, Mikrobiologie,
Zellbiologie und DNA-Rekombination, welche innerhalb des Stands
der Technik liegen. Vgl. z. B. Sambrook, Fritsch und Maniatis, Molecular
Cloning: A Laborstory Manual, 2te Auflage, 1989, Current Protocols
in Molecular Biology, Ausubel FM et al., Hrsg. 1987, die Serie Methods in
Enzymology (Academic Press, Inc.), PCR2: A Practical Approach, MacPherson
MJ, Hams BD, Taylor GR, Hrsg., 1995, Antibodies: A Laborstory Manual,
Harlow und Lane, Hrsg., 1988.
-
Die
Erfindung wird in den folgenden Beispielen weiter erklärt. Die
Beispiele schränken
die Erfindung in keiner Weise ein. Sie dienen lediglich dazu, die
Erfindung zu verdeutlichen.
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Beispiele
-
Beispiel 1: Konstruktion der STAR67-Vektoren
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Eine
neue Anti-Repressor-Sequenz wurde unter Verwendung einer genetischen
Durchmusterung, wie in
WO 03/004704 beschrieben,
isoliert und diese neue Sequenz wurde STAR67 (SEQ. ID. NO. 66) genannt. Die
Wirkungen von STAR67 auf die Expression von Transgenen in Säugerzelllinien
wurden geprüft.
Hier beschreiben wir die Konstruktion der verschiedenen Konstrukte.
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Materialien und Verfahren
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Drei
Plasmide wurden erzeugt (1):
- A) CMV-d2EGFP-ires-Zeo (CMV-Kontrolle),
- B) STAR67-CMV-d2EGFP-ires-Zeo (CMV-STAR67),
- C) STAR7-STAR67-CMV-d2EGFP-ires-Zeo-STAR7 (CMV-STAR67 7/7)
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Die
Konstruktion des Konstrukts A wird nachstehend beschrieben. Das
Plasmid pd2EGFP (Clontech 6010-1) wurde durch Insertion eines Linkers
an der BsiWI-Stelle modifiziert, um pd2EGFP-link zu erhalten. Der Linker,
der durch Anelierung der Oligonucleotide
hergestellt wurde, führte die
Stellen für
die Restriktionsendonucleasen PacI, BglII und EcoRV ein. Dies erzeugte
die multiple Clonierungsstelle MCSII zur Insertion von STAR-Elementen.
Dann wurden die Primer

verwendet,
um eine Region von 0,37 Kb ausgehend von pd2EGFP zu amplifizieren,
welche in die BglII-Stelle von pIRES (Clontech 6028-1) inseriert
wurde, um pIRES-stuf
zu erhalten. Dies führte
die Stellen für
die Restriktionsendonucleasen AscI und SwaI bei der MCSI ein und
wirkt als ein „Füllfragment", um eine potenzielle Wechselwirkung
zwischen STAR-Elementen und angrenzenden Promotoren zu vermeiden.
pIRES-stuf wurde mit BglII und FspI gespalten, um ein DNA-Fragment
freizusetzen, das aus einem Füllfragment,
dem CMV Promotor, dem IRES-Element (flankiert von multiplen Clonierungsstellen
MCS A und MCS B) und dem SV40-Polyadenylierungssignal
zusammengesetzt ist. Dieses Fragment wurde mit dem Vektor-Rückgrat von pd2EGFP-link
ligiert, das durch Spaltung mit BamHI und StuI hergestellt wurde,
um pIRES-link zu erhalten.
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Der
offene Leserahmen des Zeocin-Resistenzgens wurde in die BamHI/NotI-Stellen stromabwärts von pIRES
wie folgt inseriert: der Zeocin-Resistenz-ORF wurde mittels PCR
mit den Primern
ausgehend vom Plasmid pCMV/zeo
amplifiziert (Invitrogen, Kat.-Nr. V50120), mit BamHI und NotI gespalten und
mit BamHI/NotI-gespaltenem pIRES-link ligiert, um pIRES-link-zeo
zu erhalten. Der d2EGFP-Reporter-ORF wurde in pIRES-link-zeo durch
Amplifizierung von pd2EGFP (Clontech 6010-1) mit den Primern
und Insertion
der mit EcoRI gespaltenen d2EGFP-Kassette in die EcoRI-Stelle im
pIRES-link-zeo-Plasmid eingeführt.
Dies erzeugte das Konstrukt A, CMV-d2EGFP-IRES-Zeo (CMV Kontrolle).
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STAR67
wurde stromaufwärts
des CMV-Promotors in die AscI-Stelle (etwa 15 Nt. verbleibend zwischen
STAR67 und dem Promotor) cloniert. Dies erzeugte Konstrukt B, STAR67-CMV-d2EGFP-ires-Zeo (CMV-STAR67).
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STAR67
wurde auch im Kontext einer Kassette geprüft, die auch STAR7 (SEQ. ID.
NO. 7) enthält,
welches gerichtet in die 5'-SalI-
und XbaI-Stellen und 3'-BglII-
und PacI-Stellen cloniert wurde, um die gesamte Kassette mit STAR7
zu flankieren. Dies ist Konstrukt C (CMV-STAR67 7/7).
-
Beispiel 2: STAR67 verstärkt das
Expressionsniveau von CMV-, EF1α-
und UB6-Promotoren in stabil transfizierten CHO-Zellen.
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Wir
haben geprüft,
ob die Anwesenheit von STAR67, angrenzend an die CMV-, EF1α- und UB6-Promotoren,
das Expressionsniveau dieser Promotoren in CHO-Zellen beeinflusst. Die in Beispiel
1 beschriebenen Konstrukte A und B (1), welche
für die
jeweiligen Promotoren modifiziert wurden, werden zu diesem Zweck
verwendet:
- 1 CMV-d2EGFP-ires-Zeo (CMV-Kontrolle)
- 2 STAR67-CMV-d2EGFP-ires-Zeo (CMV-STAR67)
- 3 EF1α-d2EGFP-ires-Zeo
(EF1α-Kontrolle)
- 4 STAR67-EF1α-d2EGFP-ires-Zeo
(EF1α-STAR67)
- 5 UB6-d2EGFP-ires-Zeo (UB6-Kontrolle)
- 6 STAR67-UB6-d2EGFP-ires-Zeo (UB6-STAR67).
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Materialien und Verfahren
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Der
CMV-Promotor wurde in den in 1 beschriebenen
Plasmiden gegen die UB6- und
EF1α-Promotoren
ausgetauscht. Der UB6-Promotor wurde wie folgt cloniert. Eine 0,37
Kb-Füll-DNA
aus dem pd2EGFP-Plasmid wurde unter Verwendung von Primern, die
durch die SEQ. ID. NOs. 69 und 70 identifiziert werden, durch PCR
amplifiziert, wie in Beispiel 1 beschrieben. Die entstehende Füll-DNA wurde
in die BglII-Stelle von pUB6/V5-His [Invitrogen V250-20] cloniert,
wodurch pUB6-stuf erzeugt wurde. Von pUB6-stuf wurde ein AscI-SacI-Fragment
in CMV-d2EGFP-IRES-Zeo
cloniert, von dem der CMV-Promotor entfernt wurde.
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Der
EF1α-Promotor
wurde durch PCR mit pEF1α/V5-His
[Invitrogen V920-20] als Matrize amplifiziert unter Verwendung der
Primer
-
Das
PCR-Fragment wurde in die AscI- und PpuMI-Stellen von CMV-d2EGFP-IRES-Zeo cloniert, von dem
der CMV-Promotor entfernt wurde.
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Die
Chinesische Hamster-Ovarzelllinie CHO-K1 (ATCC CCL-61) wurde in
HAMS-F12-Medium
+ 10% fötales
Kälberserum,
enthaltend 2 mM Glutamin, 100 E/ml Penicillin und 100 Mikrogramm/ml
Streptomycin bei 37°C/5%
CO2 gezüchtet.
Die Zellen wurden mit den Plasmiden unter Verwendung von SuperFect
(QIAGEN), wie durch den Hersteller beschrieben, transfiziert. In
Kürze beschrieben,
wurden die Zellen in Kulturgefäße eingesät und über Nacht
bis 70–90%
Konfluenz wachsen gelassen. Das Superfect-Reagenz wurde mit Plasmid-DNA
in einem Verhältnis
von 6 Mikrolitern pro Mikrogramm vereinigt (z. B. für eine 10
cm-Petrischale 20 Mikrogramm DNA und 120 Mikroliter SuperFect) und
zu den Zellen hinzugegeben. Nach Inkubation über Nacht wurde das Transfektionsgemisch
durch frisches Medium ersetzt und die transfizierten Zellen wurden
weiter inkubiert. Nach Züchtung über Nacht
wurden die Zellen mit Trypsin behandelt und in frische Kulturgefäße mit frischem
Medium gesät.
Nach einer weiteren Inkubation über
Nacht wurde Zeocin in einer Konzentration von 50 μg/ml hinzugefügt und die
Zellen wurden weiter gezüchtet.
Nach weiteren drei Tagen wurde das Medium durch frisches, Zeocin
(100 μg/ml)
enthaltendes Medium ersetzt und weiter gezüchtet. Wenn einzelne Kolonien sichtbar
wurden (etwa zehn Tage nach der Transfektion), wurde das Medium
entfernt und durch frisches Medium ohne Zeocin ersetzt. Einzelne
Clone wurden isoliert und in Medium ohne Zeocin in Platten mit 24-Vertiefungen übertragen.
Ein Tag nach der Isolierung der Kolonien wurde Zeocin zum Medium
hinzugefügt.
Die Expression des d2EGFP-Reportergens wurde etwa 3 Wochen nach
der Transfektion beurteilt. Das d2EGFP-Expressionsniveau in den
Kolonien wurde nach Zeitspannen von 2 Wochen gemessen. Nach den
anfänglichen zwei
Wochen nach der Transfektion, wenn die ersten d2EGFP-Messungen durchgeführt wurden,
wurden die Kolonien in Medium ohne Zeocin oder andere Antibiotika
gezüchtet.
Dies wurde für
den Rest des Experiments weitergeführt.
-
Ergebnisse
-
2 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das STAR67 enthält, welches
stromaufwärts
des CMV-Promotors cloniert wurde, zu einer Anzahl von CHO-Kolonien führte, welche
im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67,
CMV-Kontrolle, signifikant
höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 10 Kolonien, die mit CMV-Kontrollplasmid transfiziert wurden,
war bei Messung 25 Tage nach der Transfektion 34. 60 Tage nach der
Transfektion verringerte sich der Durchschnitt des d2EGFP-Signals
in diesen 10 Kolonien auf 13, was zeigt, dass die Expression im
Verlauf der Zeit nicht stabil ist. Im Vergleich war der Durchschnitt
des d2EGFP-Signals in den 10 Kolonien, die mit dem STAR67-CMV-Plasmid
transfiziert wurden, bei Messung nach 25 Tagen 42 und gemessen 60
Tage nach Transfektion 32. Daher vermittelte ein STAR67-umfassendes CMV-Konstrukt
60 Tage nach Transfektion ein um den Faktor 2,5 höheres, durch
den CMV-Promotor gesteuertes Expressionsniveau des Reporterproteins
in stabil transfizierten Clonen. Wichtig ist, dass 25 Tage nach
der Transfektion nach der ersten Messung durch Züchtung der Kolonien in Medium
ohne Zeocin der Selektionsdruck entfernt wurde. Daher sind Kolonien,
die das STAR67-Konstrukt
enthalten, im Laufe der Zeit stabiler in Abwesenheit des Selektionsdrucks
als Kolonien, die kein STAR67-Konstrukt enthalten.
-
3 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das STAR67 enthält, welches
stromaufwärts
des EF1α-Promotors
cloniert wurde, zu einer Anzahl von CHO-Kolonien führt, welche im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67,
EF1α-Kontrolle, signifikant
höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 10 Kolonien, die mit dem EF1α-Kontrollplasmid transfiziert wurden, war
bei Messung 25 Tage nach der Transfektion 31. 60 Tage nach der Transfektion
war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in diesen 10 Kolonien 26.
Im Vergleich dazu war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in den
10 Kolonien, die mit dem EF1α-STAR67-Plasmid
transfiziert wurden, bei Messung nach 25 Tagen 60 und gemessen 60
Tage nach Transfektion 76. Daher vermittelte ein STAR67-umfassendes
EF1α-Konstrukt
nach 25 und 60 Tagen nach der Transfektion ein um den Faktor 2,9
höheres,
durch den EF1α-Promotor
gesteuertes Expressionsniveau des Reporterproteins in stabil transfizierten
Clonen.
-
4 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das STAR67 enthält, welches
stromaufwärts
des UB6-Promotors cloniert wurde, zu einer Anzahl von CHO-Kolonien führte, welche
im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67,
UB6-Kontrolle, signifikant
höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 10 Kolonien, die mit dem UB6-Kontrollplasmid transfiziert wurden,
war bei Messung 25 Tage nach der Transfektion 51. 60 Tage nach der
Transfektion war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in diesen 10
Kolonien 29, was zeigt, dass die Expression im Verlauf der Zeit
nicht stabil war. Im Vergleich war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals
in den 10 Kolonien, die mit dem UB6-STAR67-Plasmid transfiziert
wurden, bei Messung nach 25 Tagen 218 und gemessen 60 Tage nach
Transfektion 224. Daher vermittelte ein STAR67-umfassendes UB6-Konstrukt 25 Tage nach
Transfektion ein um den Faktor 4,3 höheres durch den UB6-Promotor
gesteuertes Expressionsniveau des Reporterproteins in stabil transfizierten
Clonen. Nach 60 Tagen war dieser Faktor aufgrund von Instabilität der Expression
in den Kontrollkolonien und Stabilität in den UB6-STAR67-Kolonien
7,7. Wichtig ist, dass 25 Tage nach der Transfektion durch Züchtung der Kolonien
in Medium ohne Zeocin nach der ersten Messung der Selektionsdruck
entfernt wurde. Daher sind Kolonien, die das STAR67-Konstrukt enthalten,
im Verlauf der Zeit in Abwesenheit des Selektionsdrucks stabiler
als Kolonien, die kein STAR67-Konstrukt enthalten.
-
Schlussendlich
erhöht
STAR67 die Expression ausgehend von drei verschiedenen nicht verwandten Promotoren.
-
Beispiel 3: STAR67 erhöht das Expressionsniveau ausgehend
von CMV-, EF1α- und UB6-Promotoren
in stabil transfizierten PER-C6-Zellen.
-
Wir
prüften,
ob die Anwesenheit von STAR67 angrenzend an die CMV-, EF1α- und UB6-Promotoren das
Expressionsniveau dieser Promotoren in einem anderen Zelltyp als
CHO-Zellen, nämlich
den menschlichen PER.C6-Zellen, beeinflusst. Dieselben Konstrukte
wie in Beispiel 1 wurden verwendet.
-
Materialien und Verfahren
-
Transfektion, Züchtung und Analyse von PER.C6-Zellen
-
PER.C6®-Zellen
wurden in DMEM-Medium + Pyridoxin + 9% fötales Kälberserum (nicht hitzeinaktiviert),
8,9 mM MgCl2, 100 E/ml Penicillin und 100
Mikrogramm/ml Streptomycin bei 37°C/10%
CO2 gezüchtet. Die
Zellen wurden mit den Plasmiden unter Verwendung von Lipofectamin
2000 (Invitrogen) transfiziert, wie vom Hersteller beschrieben.
In Kürze
beschrieben, wurden die Zellen in Schalen mit 6 Vertiefungen gesät und über Nacht
zu 70–90%
Konfluenz gezüchtet.
Das Lipofectaminreagenz wurde mit Plasmid-DNA in einem Verhältnis von
15 Mikroliter pro 3 Mikrogramm vereinigt (z. B. für eine Petrischale
von 10 cm 20 Mikrogramm DNA und 120 Mikroliter Lipofectamin) und
nach 30 Minuten der Inkubation bei 25°C zu den Zellen hinzugefügt. Nach einer
Inkubation für
6 Stunden wurde das Transfektionsgemisch durch frisches Medium ersetzt
und die transfizierten Zellen wurden weiter inkubiert. Nach Züchtung über Nacht
wurden die Zellen trypsiniert und in frische Petrischalen (90 mm)
mit frischem Medium mit Zeocin, das in einer Konzentration von 100 μg/ml hinzugefügt wurde,
ausgesät
(Verdünnungen
1:15, 1:30, 1:60, 1:120) und die Zellen wurden weiter gezüchtet. Sobald
Kolonien sichtbar wurden, wurden einzelne Clone durch Abschaben
isoliert und in Platten mit 24 Vertiefungen in Medium mit Zeocin überführt. Wenn
sie zu ~70% Konfluenz gewachsen waren, wurden die Zellen in Platten mit
6 Vertiefungen überführt. Stabile
Kolonien wurden für
2 Wochen in Platten mit 6 Vertiefungen expandiert, bevor das d2EGFP-Signal
auf einem XL-MCL Beckman-Coulter-Durchflusscytometer bestimmt wurde.
Der Mittelwert des d2EGFP-Signals
wurde als Maß für das Expressionsniveau
von d2EGFP genommen. Die Kolonien wurde ein zweites Mal nach 2 Wochen
gemessen. Danach wurden die Kolonien in Abwesenheit von Zeocin weiter
gezüchtet.
-
Ergebnisse
-
5 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das STAR67 enthält, welches
stromaufwärts
des CMV-Promotors cloniert wurde, zu einer Anzahl von PER.C6-Kolonien führte, welche
im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67,
CMV-Kontrolle, signifikant
höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 10 Kolonien, die mit CMV-Kontrollplasmid transfiziert wurden,
war bei Messung 30 Tage nach der Transfektion 37. 60 Tage nach der
Transfektion war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in diesen 10
Kolonien auf 14 reduziert, was zeigt, dass die Expression im Verlauf
der Zeit nicht stabil war. Im Vergleich war der Durchschnitt des
d2EGFP-Signals in den 10 Kolonien, die mit dem STAR67-CMV-Plasmid
transfiziert wurden, bei Messung nach 30 Tagen 101 und gemessen
60 Tage nach Transfektion 45. Daher vermittelte ein STAR67-umfassendes
CMV-Konstrukt 60 Tage nach Transfektion ein um den Faktor 3,2 höheres, durch
den CMV-Promotor gesteuertes Expressionsniveau des Reporterproteins
in stabil transfizierten Clonen.
-
6 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das STAR67 enthält, welches
stromaufwärts
des EF1α-Promotors
cloniert wurde, zu einer Anzahl von PER.C6-Kolonien führte, welche im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67,
EF1α-Kontrolle, signifikant
höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 10 Kolonien, die mit dem EF1α-Kontrollplasmid transfiziert wurden, war
bei Messung 30 Tage nach der Transfektion 5. 60 Tage nach der Transfektion
war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in diesen 10 Kolonien 6.
Im Vergleich war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in den 10 Kolonien,
die mit dem EF1α-STAR67-Plasmid
transfiziert wurden, bei Messung nach 30 Tagen 25 und gemessen 60
Tage nach Transfektion 20. Daher vermittelte ein STAR67-umfassendes
EF1α-Konstrukt
sowohl 30 als auch 60 Tage nach Transfektion ein um den Faktor 4
höheres,
durch den EF1α-Promotor
gesteuertes Expressionsniveau des Reporterproteins in stabil transfizierten
Clonen.
-
7 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das STAR67 enthält, welches
stromaufwärts
des UB6-Promotors cloniert wurde, zu einer Anzahl von PER.C6-Kolonien führte, welche
im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67,
UB6-Kontrolle, signifikant
höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 10 Kolonien, die mit UB6-Kontrollplasmid transfiziert wurden,
war bei Messung 30 Tage nach der Transfektion 4. 60 Tage nach der
Transfektion war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals in diesen 10
Kolonien 2. Im Vergleich war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals
in den 10 Kolonien, die mit dem UB6-STAR67-Plasmid transfiziert
wurden, bei Messung nach 30 Tagen 27 und gemessen 60 Tage nach Transfektion
18. Daher vermittelte ein STAR67-umfassendes UB6-Konstrukt sowohl
nach 30 als auch 60 Tage nach Transfektion ein um den Faktor 7 bis
9 höheres,
durch den UB6-Promotor gesteuertes Expressionsniveau des Reporterproteins
in stabil transfizierten Clonen.
-
Daher
führt das
Einbauen von STAR67 stromaufwärts
des Promotors zu einem signifikant höherem Proteinexpressionsniveau
im Vergleich zu Konstrukten ohne STAR67, auch in PER.C6-Zellen.
Daher funktioniert STAR67 in verschiedenen, nicht verwandten Zelltypen.
-
Beispiel 4: Neue Konfiguration von STAR67
kombiniert mit anderen Anti-Repressor-Elementen
zur Verstärkung
des SV40-Promotors in CHO-Zellen.
-
Wir
prüften,
ob die Anwesenheit von STAR67 angrenzend an den SV40-Promotor das Expressionsniveau
dieses Promotors entweder allein oder in Kombination mit einem anderen
Anti-Repressor-Element, in diesem Beispiel STAR7, beeinflusst. Die
Konstrukte, die zu diesem Zweck verwendet wurden (vgl. 8), sind:
- 1 SV40-d2EGFP-ires-Zeo (SV40-Kontrolle)
- 2 STAR67-SV40-d2EGFP-ires-Zeo (SV40-STAR67)
- 3 STAR7-SV40-d2EGFP-ires-Zeo-STAR7 (SV40-STAR7/7)
- 4 STAR7-STAR67-SV40-d2EGFP-ires-Zeo-STAR7 (SV40-STAR67 7/7).
-
Materialien und Verfahren
-
Der
SV40-Promotor wurde durch PCR mit pIRES als Matrize unter Verwendung
der Primer
-
Das
PCR-Fragment wurde in die AscI- und SacI-Stellen von CMV-d2EGFP-IRES-Zeo
cloniert, von dem der CMV-Promotor entfernt wurde.
-
CHO-Zellen
wurden transfiziert, Kolonien wurden isoliert und propagiert und
analysiert, wie in Beispiel 2 beschrieben.
-
Ergebnisse
-
8 zeigt,
dass die Transfektion des Konstrukts, das entweder STAR67, welches
stromaufwärts
des SV40-Promotors cloniert wurde (SV40-STAR67), oder STAR 7, welches
cloniert wurde, um das gesamte Konstrukt zu flankieren (SV40-STAR7/7), enthält, nicht
zu CHO-Kolonien führte,
die im Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne Anti-Repressor-Elemente
(SV40-Kontrolle) signifikant höhere
Spiegel des d2EGFP-Proteins exprimieren. Das durchschnittliche d2EGFP-Signal
in den 18 Kolonien, die mit SV40-Kontrollplasmid transfiziert waren,
war bei Messung 40 Tage nach der Transfektion 86. Im Vergleich dazu
war der Durchschnitt des d2EGFP-Signals
in den 18 Kolonien, die mit dem SV40-STAR67-Plasmid transfiziert
waren, bei Messung nach 40 Tagen 82 und der Durchschnitt des d2EGFP-Signals
in den 18 Kolonien, die mit dem SV40-STAR7/7-Plasmid transfiziert
waren, bei Messung nach 40 Tagen 91. Daher wurde keine signifikante
Wirkung dieser Anti-Repressor-Elemente
auf den SV40-Promotor in CHO-Zellen beobachtet.
-
Es
scheint, dass die Expressionsspiegel ausgehend vom SV40-Promotor
in diesen Zellen bereits ziemlich hoch sind und sogar viel höher als
jene, die mit dem CMV-Promotor beobachtet wurden, welcher als ein
sehr starker Promotor angesehen wurde. Diese hohe Hintergrund-Expression
in Abwesenheit eines Anti-Repressor-Elements unter Verwendung des SV40-Promoters
in CHO-Zellen kann erklären,
warum keine signifikante Wirkung von STAR67 alleine oder von das
Transgen flankierendem STAR7 beobachtet wurde.
-
Das
durchschnittliche d2EGFP-Signal in den 18 Kolonien, die mit SV40-STAR67 7/7-Plasmid
transfiziert wurden, war jedoch bei Messung bei 40 Tage-Kolonien 209, was
um den Faktor 2,4 höher
ist, als der Durchschnitt der 18 Kontrollkolonien (86). Daher führte, wenn
das STAR67-Element in Kombination mit anderen Anti-Repressor-Elementen
verwendet wurde, dies zu einer Anzahl von stabil transfizierten
CHO-Kolonien, die signifikant höhere
d2EGFP-Expressionsspiegel zeigen.
-
Daher
scheinen die STAR-Elemente in dieser neuen Konfiguration (5'-STAR-Sequenz A – STAR-Sequenz
C – Promotor – eine ein
Protein von Interesse codierende Nucleinsäure – STAR-Sequenz B – 3', wobei im vorliegenden
Beispiel die STAR-Sequenzen A und B STAR 7 und die STAR-Sequenz
C STAR67 sind) sogar besser zu funktionieren, als in bislang offenbarten
Konfigurationen.
-
Wir
haben Experimente durchgeführt,
in denen die flankierenden STAR7-Elemente
durch flankierende STAR6-Elemente (SEQ. ID: NO.6) oder durch flankierende
STAR4-Elemente (SEQ. ID: NO.4) in Kombination mit STAR67 stromaufwärts des
SV40-Promotors (SV40-STAR67 6/6 beziehungsweise SV40-STAR67 4/4, unter
Anwendung derselben Nomenklatur wie vorstehend) ersetzt wurden,
und beobachteten eine verbesserte Expression auch mit diesen Kombinationen.
Dies beweist, dass die flankierenden STAR7-Elemente gegen andere
STAR-Sequenzen ausgetauscht werden können und die Verbesserung der
neuen Konfiguration der Expressionskassette mit den STAR-Sequenzen
immer noch beobachtet wird.
-
Beispiel 5: Eine Kombination von STAR67
und STAR7 verstärkt
das durch UB6 gesteuerte Antikörperexpressionsniveau
in stabil transfizierten CHO-Zellen.
-
In
Beispiel 4 zeigten wir, dass die Kombination von STAR67 und STAR7
das Expressionsniveau des d2EGFP-Proteins in CHO-Zellen verstärkte. Hier
prüften
wir, ob die Kombination von STAR67 und STAR7 für die Produktion eines Antikörpers verwendet
werden kann. Wir wählten
einen Antikörper
gegen das EpCAM-Molekül
(Huls et al., 1999) als Testprotein und verwendeten den UB6-Promotor.
-
Materialien und Verfahren
-
Plasmide
-
Die
schwere-Ketten-cDNA (HC-EpCAM) wurde in einem Konstrukt, das den
UB6-Promotor umfasste, cloniert.
Das HC-EpCAM wurde mittels einer IRES-Sequenz an das Zeocin-Resistenzgen
gekoppelt. Die leichte-Ketten-cDNA (LC-EpCAM) wurde auch in einem
Konstrukt, das den UB6-Promotor umfasste, cloniert. Das LC-EpCAM wurde
durch eine IRES-Sequenz an das Puromycin-Resistenzgen gekoppelt.
Zusammen stellen diese beiden Plasmide die UB6 (HC+LC)-Kontrolle
dar (9).
-
Um
die Wirkungen von STAR67 und STAR7 zu prüfen, wurde STAR67 in beide
HC+LC-Konstrukte stromaufwärts
des UB6-Promotors cloniert. STAR7 wurde cloniert, um die gesamten
Kassetten sowohl am 5'- als
auch am 3'-Ende
zu flankieren (9). Diese beiden Plasmide repräsentieren
STAR7-STAR67-UB6 (HC + LC) STAR7.
-
Transfektion und Züchtung von CHO-Zellen
-
Die
Chinesische Hamster-Ovarzelllinie CHO-K1 (ATCC CCL-61) wurde transfiziert
und wie in Beispiel 2 unter Verwendung von Zeocin (100 μg/ml) und
Puromycin (2,5 μg/ml)
für die
Selektion gezüchtet.
Einen Tag nach der Transfektion wurde Zeocin zum Kulturmedium hinzugefügt. Als
die ersten Kolonien sichtbar wurden (etwa 7 Tage nach der Zugabe
von Zeocin) wurde das Kulturmedium entfernt und durch Puromycin
enthaltendes Kulturmedium ersetzt. Nach etwa 7 Tagen wurden Kolonien
isoliert und auf Platten mit 24 Vertiefungen in Medium nur mit Zeocin überführt.
-
Ergebnisse
-
9 zeigt,
dass die Transfektion von Antikörperkonstrukten,
welche STAR67, das stromaufwärts
des UB6-Promotors cloniert wurde, und zwei STAR7-Elemente, die so
cloniert wurden, dass sie die gesamten Kassetten flankieren, enthalten,
zu einer Anzahl von CHO-Kolonien führte, welche signifikant höhere Spiegel
des EpCAM-Antikörpers exprimieren
(gemessen mittels ELISA unter Verwendung eines Anti-Mensch-IgG-Antikörpers im
Vergleich zur „leeren" Kontrolle ohne STAR67
und STAR7, UB6 (HC+LC)-Kontrolle. Der Durchschnitt der EpCAM-Produktion
in den 18 Kolonien, die mit dem UB6 (HC+LC)-Kontrollplasmid transfiziert
wurden, war bei Messung 25 Tage nach der Transfektion 2,7 pg/Zelle/Tag.
Die Selektionsmittel Zeocin und Puromycin wurden nach 25 Tagen entfernt.
45 Tage nach der Transfektion war die durchschnittliche EpCAM-Produktion
in diesen 18 Kolonien 2,7 pg/Zelle/Tag. Im Vergleich dazu war das
durchschnittliche EpCAM-Produktionssignal in den 18 Kolonien, die
mit STAR7-STAR67-UB6(HC+LC)-STAR7-Plasmid transfiziert wurden, bei
Messung nach 25 Tagen 6,7 und bei Messung 45 Tage nach Transfektion
7,7 pg/Zelle/Tag. Daher führte
sowohl nach 30 als auch nach 45 Tagen nach der Transfektion ein
STAR67/STAR7-umfassendes UB6-Konstrukt zu einem um den Faktor 2,5
bis 2,9-fach höheren,
durch den UB6-Promotor gesteuerten EpCAM-Expressionsniveau in stabil transfizierten
CHO-Clonen.
-
Daher
führte
das Einbauen von STAR67 stromaufwärts des Promotors und von zwei
die Kassetten flankierenden STAR7-Elementen zu einem signifikant
höheren
EpCAM-Antikörper-Expressionsniveau
in CHO-Zellen im Vergleich zu Konstrukten ohne STAR67/STAR7.
-
Beispiel 6: STAR67 ist kein Enhancer-Blocker,
während
dies bei STAR6 und STAR7 der Fall ist.
-
Alle
bislang bekannten STAR-Elemente, die auf diese Eigenschaft geprüft wurden,
einschließlich STAR6
und STAR7, sind Enhancer-Blocker (
WO
03/004704 , Kwaks et al., 2003). Die Enhancer-Blocker-Aktivität wird geprüft, indem
ein STAR-Element
zwischen einen starken Enhancer und einen Promotor platziert wird.
Hier prüften
wir, ob auch STAR67 ein Enhancer-Blocker ist.
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Materialien und Verfahren
-
Das
d2EGFP-Gen wurde durch PCR unter Verwendung der Primer
amplifiziert
und in das Plasmid pGL3-Promotor (Promega) unter Verwendung der
NcoI- und XbaI-Restriktionsstellen cloniert, um das Luciferasegen
zu ersetzen, um das Plasmid pGL3-Promotor-GFP zu erzeugen. Ein Linker
(erzeugt durch Anelierung der Oligos

wurde
in die SacI- und BglII-Stellen cloniert, um multiple Clonierungsstellen
zu schaffen. Die ursprüngliche BglII-Stelle
wurde durch die Ligierung mit dem Linker zerstört, wodurch eine neue einzigartige
BglII-Stelle innerhalb der Linker-DNA geschaffen wird. Der SV40-Enhancer
wurde unter Verwendung von BsaBI und BamHI aus dem Plasmid pGL3-basic
(Promega) geschnitten und unter Verwendung der EcoRV- und BglII-Stellen
in pGL3-Linker-Promotor-GFP
cloniert, wodurch das Plasmid pGL3-Enhancer-Promotor-GFP erzeugt
wurde. Das STAR40-Element (SEQ. ID. NO. 40) wurde stromaufwärts des
SV40-Enhancers unter Verwendung der KpnI- und SacI-Stellen eingebaut,
um die Wirkung des Enhancers auf stromaufwärts liegende Sequenzen zu verhindern.
Schließlich
wurden die Anti-Repressor-Elemente STAR6, STAR7 und STAR67 unter
Verwendung der SpeI- und AscI-Restriktionsstellen zwischen dem SV40-Enhancer
und dem SV40-Minimalpromotor eingebaut.
-
Transfektion und Kultur von CHO-Zellen
-
Die
Chinesische Hamster-Ovarzelllinie CHO-K1 (ATCC CCL-61) wird wie
in Beispiel 2 transfiziert. Ein Tag nach der Transfektion wurden
die d2EGFP-Spiegel auf einem Epics XL-Durchflusscytometer (Beckmann Coulter)
gemessen.
-
Ergebnisse
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10 zeigt, dass STAR67 kein Enhancer-Blocker ist,
während
STAR6 und STAR7 in demselben Test als Enhancer-Blocker wirken. STAR6,
STAR7 und STAR67 wurden zwischen den SV40-Enhancer und einen minimalen
SV40-Promotor stromaufwärts
des d2EGFP-Gens cloniert. Wenn kein STAR-Element zwischen den Enhancer
und den Promotor cloniert wurde, trat eine starke transkriptionelle
Aktivierung auf (willkürlich
auf 100% gesetzt). Wenn STAR6 oder STAR7 zwischen dem Enhancer und
dem Promotor eingebaut wurde, fiel die Transkription auf Hintergrundniveau
ab, was darauf hinweist, dass STAR6 und STAR7 potente Enhancer-Blocker
sind. Im Gegensatz dazu war das relative Transkriptionsniveau immer
noch bei 80% der Kontrolle, wenn STAR67 zwischen den Enhancer und
den Promotor cloniert wurde, was darauf hinweist, dass STAR67 kein
guter Enhancer-Blocker
ist; dies steht im Gegensatz zu STAR6 und STAR7 sowie zu anderen
Anti-Repressor-Elementen,
wie zuvor beschrieben (
WO 03/004704 ,
Kwaks et al., 2003).
-
Beispiel 7: STAR67 verstärkt das
UB6- und CMV-gesteuerte Antikörper-Expressionsniveau
in stabil transfizierten CHO-Zellen.
-
In
Beispiel 5 zeigten wir, dass die Kombination von STAR67 und STAR7
das Expressionsniveau des EpCAM-Antikörpers in CHO-Zellen im Kontext
mit zwei verschiedenen Plasmiden verstärkte, welche die schwere und
die leichte Kette enthielten. In diesem Beispiel prüften wir,
ob STAR67 für
die Herstellung von EpCAM-Antikörpern
verwendet werden kann, wenn beide, schwere und leichte Kette, in
ein Plasmid eingebaut werden. Wir wendeten die gleichzeitige Selektion
für jeden
selektierbaren Marker an.
-
Materialien und Verfahren
-
Plasmide
-
Die
schwere-Ketten-cDNA (HC-EpCMA) steht unter der Kontrolle des UB6-Promotors
und ist durch eine IRES-Sequenz an das Zeocin-Resistenzgen gekoppelt.
Die leichte-Ketten-cDNA (LC-EpCAM) steht unter der Kontrolle des
CMV-Promotors und ist durch eine IRES-Sequenz an das Puromycin-Resistenzgen
gekoppelt. Im Prinzip gibt es Konstrukte, die in Beispiel 5 verwendet
werden. Diese beiden Expressionskassetten wurden in einer solchen
Art und Weise auf einem Plasmid eingebaut, dass die Transkription
der beiden Expressionseinheiten gegenläufige Richtungen hatten. Im
Kontrollplasmid waren die UB6- und CMV-Promotoren durch ein Stuffer-Fragment
von 500 Bp getrennt (EpCAM-Kontrolle) (10).
In einem anderen Plasmid war STAR67 zwischen den UB6- und den CMV-Promotor
eingebaut (EpCAM STAR67) (10).
-
Transfektion und Züchtung von CHO-Zellen
-
Die
Chinesische Hamster-Ovarzellinie CHO-K1 (ATCC CCL-61) wurde transfiziert
und wie in Beispiel 2 unter Verwendung von Zeocin (100 μg/ml) und
Puromycin (2,5 μg/ml)
für die
Selektion gezüchtet.
In Beispiel 5 wurde die nachfolgende Selektion für beide Selektionsmarker verwendet.
Im Gegensatz dazu waren hier beide Selektionsmittel im Kulturmedium
gleichzeitig vorhanden. Einen Tag nach der Transfektion wurden Zeocin und
Puromycin zum Kulturmedium hinzugefügt. Das Selektionsmedium war
vorhanden, bis die Kolonien isoliert wurden (etwa 14 Tage nach der
Transfektion). Nachdem die Kolonien isoliert und in Platten mit
24 Vertiefungen überführt wurden,
wurden die Zellen in Gegenwart von Zeocin und Puromycin gezüchtet.
-
Ergebnisse
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11 zeigt, dass die Transfektion des Antikörperkonstrukts,
welches STAR67 enthält,
das zwischen den UB6- und CMV-Promotor cloniert war, zu einer Anzahl
von CHO-Kolonien führte,
die EpCAM-Antikörper exprimieren
(gemessen durch ELISA unter Verwendung eines Anti-Mensch-IgG-Antikörpers).
Der Durchschnitt der EpCAM-Produktion in den 19 Kolonien, die mit
dem EpCAM-STAR67-Plasmid transfiziert wurden, war bei Messung 25
Tage nach der Transfektion 9,8 pg/Zelle/Tag.
-
Im
Gegensatz dazu überlebten überraschenderweise
keine Kolonien die Transfektion mit dem EpCAM-Kontrollplasmid. Wenn
die Selektion mit entweder Zeocin oder Puromycin alleine durchgeführt wurde, überlebten
die EpCAM-Kontrollkolonien.
Wenn der Selektionsdruck jedoch durch Ausübung des Selektionsdrucks sowohl
auf die schwere als auch auf die leichte Kette erhöht wurde,
erlaubten diese Bedingungen nur denjenigen Kolonien zu überleben,
bei denen ein STAR67 im transfizierten Plasmid vorhanden war.
-
Die
Ergebnisse zeigen auch, dass der Einbau von STAR67 eine vorteilhafte
Wirkung auf zwei Promotoren, den UB6- und CMV-Promotor, hat, die
stromaufwärts
und stromabwärts
eines STAR67-Elements eingebaut wurden. Dies zeigt, dass STAR67
in einer bidirektionalen Art und Weise funktionieren kann.
-
Der
Unterschied zwischen der EpCAM-Kontrolle und dem EpCAM-STAR67-Plasmid ist schwarz-weiß in dem
Sinne, dass nur die Transfektion von EpCAM-STAR67 zur Etablierung von Kolonien
führt,
wenn der Selektionsdruck hoch ist. Dies eröffnet eine Gelegenheit, diese
Plasmidkonfiguration zur Identifizierung der Region in STAR67 zu
verwenden, die für
die Vermittlung dieser Wirkung verantwortlich ist. Kleinere, überlappende
Anteile von STAR67 werden zwischen den UB6- und CMV-Promotor eingebaut,
die das EpCAM-Molekül
steuern. Wenn ein Anteil von STAR67 funktionell ist, überleben
Kolonien, wenn sowohl Zeocin als auch Puromycin gleichzeitig als
Selektionsmittel verwendet werden. Wenn ein Anteil von STAR67 nicht
funktionell ist, überleben
keine Kolonien unter identischen Selektionsbedingungen.
-
Daher
führte
das Einbauen von STAR67 stromaufwärts des Promotors zu einem
signifikant höheren EpCAM-Antikörper-Expressionsniveau
in CHO-Zellen im Vergleich zu Konstrukten, denen solche Anti-Repressor-Elemente
fehlen.
-
Ein ähnliches
Experiment wird mit dem SV40-Promotor durchgeführt, um die Expression der
schweren und leichten Ketten des Anti-EpCAM-Antikörpers anzusteuern.
In anderen Experimenten wird STAR67 gegen andere STAR-Sequenzen ausgetauscht.
In weiteren Experimenten wird die Orientierung der beiden Expressionseinheiten,
welche die schweren und leichten Ketten codieren, so ausgetauscht,
dass beide in derselben Richtung liegen. In einem anderen Experiment
werden die Expressionseinheiten für die schweren beziehungsweise leichten
Ketten auf verschiedene Nucleinsäuremoleküle eingebaut
(wie in Beispiel 5) und die entstehenden Clone werden gleichzeitig
für beide
selektierbare Marker ausgewählt.
In einem anderen Experiment wird der Typ der Wirtszelle variiert.
Kombinationen dieser Variationen werden vorgenommen.
-
BESCHREIBUNG DER FIGUREN
-
1.
Schematisches Diagramm der Erfindung.
- A) Bicistronisches
Gen, das (von 5' nach
3') ein Transgen
(codierend zum Beispiel das d2EGFP-Gen), eine IRES und einen selektierbaren
Marker (zeo, vermittelt eine Zeocin-Resistenz) unter Kontrolle des
CMV-Promotors enthält.
Die Expressionseinheit hat den transkriptionellen Terminator von
SV40 an seinem 3'-Ende (t). Der Name
des Konstrukts ist CMV d2EGFP-ires-Zeo (CMV-Kontrolle).
- B) Konstrukt wie in A, aber nun ist STAR67 stromaufwärts des
CMV-Promotors cloniert. Der Name des Konstrukts ist STAR67-CMV-d2EGFP-ires-Zeo
(CMV STAR67).
- C) Konstrukt wie in B, aber stromaufwärts und stromabwärts liegende
STAR7-Elemente werden
so cloniert, dass das gesamte Konstrukt flankiert wird. Der Name
des Konstrukts ist STAR7-STAR67-CMV-d2EGFP-ires-Zeo-STAR7 (CMV-STAR67
7/7).
-
2.
STAR67 verbessert die von CMV gesteuerte d2EGFP-Expression in CHO-Zellen.
Der
Mittelwert des d2EGFP-Signals für
10 unabhängige,
stabile Kolonien wird für
die angegebenen Konstrukte in CHO-Zellen aufgetragen. A) CMV Kontrolle;
B) STAR67-CMV. X(10):
durchschnittliches d2EGFP-Expressionsniveau der 10 Kolonien. Für Details
vgl. Beispiel 2.
-
3.
STAR67 verbessert die von EF1α gesteuerte
d2EGFP-Expression in CHO-Zellen.
Wie in 2, aber
nun mit dem EF1α-Promotor.
A) EF1α-Kontrolle;
B) STAR67-EF1α.
-
4.
STAR67 verbessert die von UB6 gesteuerte d2EGFP-Expression in CHO-Zellen.
Wie
in 2 und 3, aber nun mit dem UB6-Promotor.
A) UB6-Kontrolle; B) STAR67-UB6.
-
5.
STAR67 verbessert die von CMV gesteuerte d2EGFP-Expression in PER.C6-Zellen.
Wie
in 2, aber nun in PER.C6-Zellen. A) CMV-Kontrolle;
B) STAR67-CMV.
-
6.
STAR67 verbessert die von EF1α gesteuerte
d2EGFP-Expression in PER.C6-Zellen.
Wie in 3,
aber nun mit dem PER.C6-Zellen. A) EF1α-Kontrolle; B) STAR67-EF1α.
-
7.
STAR67 verbessert die von UB6 gesteuerte d2EGFP-Expression in PER.C6-Zellen.
Wie
in 4, aber nun in PER.C6-Zellen. A) UB6-Kontrolle;
B) STAR67-UB6.
-
8.
STAR67 verbessert die von SV40 gesteuerte d2EGFP-Expression in CHO-K1-Zellen
in Kombination mit einem anderen STAR-Element. Ähnlich wie in 2,
aber nun unter Verwendung des SV40-Promotors in CHO-Zellen und der
angegebenen Konstrukte. Der Mittelwert des d2EGFP-Signals wird für 18–20 unabhängige, stabile
Kolonien 60 Tage nach der Transfektion aufgetragen. A) SV40-Kontrolle, SV40-STAR67, SV40-STAR7/7;
B) SV40-Kontrolle und SV40-STAR67 7/7. Für Details vgl. Beispiel 4.
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9.
STAR67 verbessert das von UB6 gesteuerte Expressionsniveau des EpCAM-Antikörpers in CHO-K1-Zellen.
Für Details
vgl. Beispiel 5. A) Konstrukte ohne STAR-Elemente; B) Konstrukte
mit STAR67 stromaufwärts
des Promotors und die STAR7-Elemente flankierend. Die Anti-EpCAM-Antikörper-Konzentration
wird als pg/Zelle/Tag dargestellt. X(18): durchschnittliches Produktionsniveau
der 18 Kolonien.
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10. STAR67 ist kein Enhancer-Blocker, während es
bei STAR 6 und 7 der Fall ist. Für
Details vgl. Beispiel 6.
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11. STAR67 verstärkt das von UB6 und CMV gesteuerte
Antikörper-Expressionsniveau
in stabil transfizierten CHO-Zellen. Für Details vgl. Beispiel 7.
A) einzelnes DNA-Molekül
mit der schweren Kette (HC) und der leichten Kette (LC) von Anti-EpCAM,
jede hinter einem Promotor und jede an ein unterschiedliches selektierbares
Markergen geknüpft
(simultane Selektion wurde für
beide Marker verwendet): Konstrukt ohne STAR-Elemente. Es wurden
keine Kolonien gefunden. B) Dasselbe Konstrukt mit STAR67 zwischen
den beiden Promotoren. Die Anti-EpCAM- Antikörper-Konzentration wird als
pg/Zelle/Tag dargestellt. X(19): durchschnittliches Produktionsniveau
der 19 Kolonien.
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