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DE602005003331T2 - Haldenbioauslaugungsverfahren - Google Patents

Haldenbioauslaugungsverfahren Download PDF

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DE602005003331T2
DE602005003331T2 DE602005003331T DE602005003331T DE602005003331T2 DE 602005003331 T2 DE602005003331 T2 DE 602005003331T2 DE 602005003331 T DE602005003331 T DE 602005003331T DE 602005003331 T DE602005003331 T DE 602005003331T DE 602005003331 T2 DE602005003331 T2 DE 602005003331T2
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DE
Germany
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heap
carbon
temperature
heat
microbial
Prior art date
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Expired - Lifetime
Application number
DE602005003331T
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English (en)
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DE602005003331D1 (de
Inventor
Chris Andre Du Plessis
Sanet H. De Kock
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
BHP Billiton SA Ltd
Original Assignee
BHP Billiton SA Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by BHP Billiton SA Ltd filed Critical BHP Billiton SA Ltd
Publication of DE602005003331D1 publication Critical patent/DE602005003331D1/de
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Publication of DE602005003331T2 publication Critical patent/DE602005003331T2/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B3/00Extraction of metal compounds from ores or concentrates by wet processes
    • C22B3/18Extraction of metal compounds from ores or concentrates by wet processes with the aid of microorganisms or enzymes, e.g. bacteria or algae
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B15/00Obtaining copper
    • C22B15/0063Hydrometallurgy
    • C22B15/0065Leaching or slurrying
    • C22B15/0067Leaching or slurrying with acids or salts thereof
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
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Description

  • Allgemeiner Stand der Technik
  • Diese Erfindung betrifft allgemein ein biologisches Haldenauslaugungsverfahren zur Gewinnung von einem oder mehreren Metallen aus einem Erz.
  • Die Erfindung wird hier nachfolgend insbesondere in Bezug auf die Gewinnung von Kupfer aus einem geringwertigen, gerade noch kostendeckenden Erz (z. B. weniger als 0,7% Kupfer) beschrieben, das hitzebeständige primäre Sulfidmineralien, wie Kupferkies, enthält. Dies ist jedoch lediglich beispielhaft gemeint, und die Prinzipien der Erfindung können unter anderen Bedingungen zur Gewinnung anderer Metalle aus anderen Erzen verwendet werden.
  • Die Haldenbioauslaugung von Kupfer ist ein mikrobiell (durch Bakterien und Archaeen) vermitteltes Auslaugungsverfahren, bei dem:
    die Mikroorganismen zweiwertiges Eisen zu dreiwertigem Eisen oxidieren;
    das dreiwertige Eisen einen ersten Angriff auf das Sulfid erleichtert, während Schwefel oxidierende Mikroorganismen die reduzierten Schwefelspezies weiter zu Sulfat oxidieren;
    die mikrobielle Oxidation dieser Schwefelspezies zu Wärmeentwicklung führt;
    die entwickelte Wärme wichtige Auswirkungen auf das nachfolgende Auslaugungsverfahren hat, insbesondere auf primäre Kupfermineralien wie Kupferkies, die bei niedrigen Temperaturen (unter 45°C) nicht gut auslaugen und höhere Temperaturen bis zu 65°C erfordern, um eine befriedigende Auslaugungsrate zu erreichen, und Säure erzeugt wird, die für das Auslaugungsverfahren und zum Halten des Kupfers in Lösung wichtig ist.
  • Um erhöhte Haldentemperaturen zu erreichen, die zum Auslaugen von Kupferkieshalden führen, sind sequentielle Populationen von bioauslaugenden Mikroorganismen erforderlich. Dies ist notwendig, weil Mikroorganismen, die bei Umgebungstemperatur dominieren, wenn die Halde in Betrieb genommen wird, bei dem Bioauslaugungsverfahren bei erhöhten Temperaturen nicht wachsen können und zu diesem nicht beitragen können. Mikrobenstämme mit einem Temperaturoptimum von 35°C haben beispielsweise eine relativ niedrige Aktivität bei 45°C und darüber, während Stämme mit einem Temperaturoptimum von 65°C eine relativ niedrige Aktivität bei 45°C haben.
  • Sauerstoff und Kohlendioxid werden einer Halde in Form von Luft zugeführt, wie in der Technik bekannt ist. Der Sauerstoff ist für mikrobiologische und chemische Oxidationsreaktionen erforderlich, während das Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle für die Mikroorganismen erforderlich ist.
  • Die Verwendung sequentieller Mikrobenpopulationen mit ansteigenden Temperaturoptima ist erforderlich, um die Temperatur der Halde von Umgebungstemperatur bis auf einen Wert zu erhöhen, bei dem die Kupferkiesauslaugung erfolgen kann. Der Temperaturanstieg resultiert aus Wärme, die von den Bakterien und Archaeen erzeugt wird, die Schwefel oxidieren.
  • Die Bioauslaugungsaktivität in einer Halde kann bekanntermaßen bewertet werden, indem zusätzlich zu der Kupfergewinnung die Umwandlungsrate von zweiwertigem Eisen in dreiwertiges Eisen überwacht wird. Eine Anzeige der Oxidationsrate von Eisen(II) kann relativ leicht aus der beladenen Laugenlösung erhalten werden, die aus der Halde abläuft, indem entweder das Verhältnis von zweiwertigem Eisen zu dreiwertigem Eisen in der Lösung gemessen wird oder das Redoxpotential überwacht wird, das eine Funktion des Verhältnisses von zweiwertigem zu dreiwertigem Eisen ist.
  • Kurzdarstellung der Erfindung
  • Die Erfindung stellt ein Verfahren zur Durchführung eines mikrobiell vermit telten Erzhaldenauslaugungsverfahrens zur Verfügung, umfassend den Schritt mindestens einen Betriebsparameter zu verändern, um die Temperatur in der Halde zu erhöhen, wenn die Kohlenstoffversorgung limitierend für die mikrobielle Aktivität im Temperaturbereich von 45°C bis 60°C und somit für die Schwefeloxidation und die Wärmeentwicklung in der Halde wird.
  • Der Betriebsparameter oder die Betriebsparameter kann bzw. können verändert werden, indem der Halde Kohlenstoff in einer beliebigen geeigneten Form zugeführt wird. Der Kohlenstoff kann beispielsweise als Kohlendioxid zugegeben werden, z. B. indem der Kohlendioxidgehalt in einem Luftstrom angereichert wird, der der Halde zugeführt wird. Der Kohlenstoff kann alternativ oder zusätzlich in Form von carbonathaltigen Mineralien, die der Halde zugeführt werden, oder in Form von preisgünstigem organischem Kohlenstoff, wie Melasse, Hefeextrakt oder dergleichen, bereitgestellt werden.
  • Der Betriebsparameter wird alternativ oder zusätzlich durch Wärmezufuhr zu der Halde verändert. Dies kann auf jede geeignete Weise erfolgen, beispielsweise Erwärmen einer Bewässerungslösung, die der Halde zugeführt wird, Erwärmen der Luft, die der Halde zugeführt wird, Sonnenerwärmung der Halde, Anwendung von thermischen Isolierungen an der Halde, um den Wärmeverlust zu vermindern, oder dergleichen.
  • Um die Halde zu erwärmen, können auch beliebige der Techniken verwendet werden, die in der Beschreibung der Internationalen Patentanmeldung Nr. PCT/ZA2001/00154 beschrieben sind. Der Inhalt dieser Beschreibung wird hier zum Zweck der Bezugnahme zitiert.
  • Das Verfahren kann den Schritt die Halde zu überwachen, um eine verminderte mikrobielle Aktivität zu erkennen und sobald solch eine Feststellung erfolgt, die Änderung bei dem mindestens einen Betriebsparameter zu veranlassen, umfassen.
  • Kohlenstofflimitierung kann überwacht werden, indem hineinfließende und herausfließende Kohlendioxidkonzentrationen verglichen werden. Diese Überwachung kann zusammen mit einer Überwachung der Wärmeerzeugung der Halde durchgeführt werden, da dies die Wachstumseinschränkungen bestätigt. Wenn das Kohlendioxid limitierend ist, werden Kohlenstoffzugaben für das mikrobielle Wachstum und zur Wärmeerzeugung vorteilhaft sein.
  • Die Kohlendioxidmessung ist im Bereich von 45°C bis 60°C nicht so aussagekräftig, da die Mikroben Kohlendioxid nicht sehr effizient fixieren, und weil ein signifikanter Anteil des bei dieser Temperatur bereitgestellten Kohlenstoffbedarfs durch Kohlenstoffverbindungen bereitgestellt werden könnte, die durch die zerfallenden Bakterien freigesetzt werden, die sich in den vorhergehenden Wachstumsbereichen mit niedrigerer Temperatur angereichert haben. Mikrobielle Wachstumseinschränkungen werden in diesem Temperaturbereich genauer nachgewiesen, indem die Wärmeentwicklung in der Halde überwacht wird. Dies kann in jeder geeigneten Weise erfolgen, und es kann beispielsweise die Haldenauslaugungs-Simulationssäule verwendet werden, die in der Beschreibung der Internationalen Patentanmeldung Nr. PCT/ZA2004/000025 beschrieben ist, deren Inhalt in dieser Beschreibung zum Zweck der Bezugnahme zitiert wird.
  • Nachdem die Wärmeentwicklungsrate im Bereich von 45°C bis 60°C nicht länger abnimmt, wäre dies eine Indikation, die mäßig thermophilen Mikroben mit Zugaben von organischem Kohlenstoff, z. B. in Form von Hefeextrakt, zu versorgen, da gezeigt wurde, dass organischer Kohlenstoff das Wachstum dieser Mikroben effektiver stimuliert als Kohlendioxid.
  • Der Betrieb der Halde kann somit unter Laborbedingungen simuliert werden, um die Bedingungen zu bestimmen, unter denen reduzierte mikrobielle Aktivität auftritt, und diese Informationen werden dann in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Bestimmung des Punkts verwendet, an dem der Betriebsparameter geändert wird.
  • Alternativ kann der Schritt des Veränderns des Betriebsparameters bei einer speziellen oder festgelegten Temperatur, beispielsweise 45°C, veranlasst werden, die bekanntermaßen eine Temperatur ist, nach der die Rate der Wärmeentwicklung infolge von mikrobieller Aktivität auf ein inakzeptables Niveau abnimmt.
  • Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft mit Bezug auf die angefügten Zeichnungen beschrieben, in denen
  • 1 den Prozess der Wärmeentwicklung graphisch darstellt, welche aus der Oxidation von reduzierten Schwefelspezies resultiert,
  • 2 schematisch ein Prinzip darstellt, auf dem die Erfindung basiert, und
  • 3 eine Blockdiagrammdarstellung der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist.
  • Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
  • Die Erfindung basiert auf der als Ergebnis von Labortests gewonnenen Erkenntnis, dass das CO2:O2-Verhältnis, in dem diese beiden Verbindungen in einer Halde verbraucht werden, ungefähr 10 Mal größer als das Verhältnis ist, mit der diese Verbindungen in Luft vorhanden sind, wodurch Kohlendioxid und nicht Sauerstoff der am stärksten limitierende Faktor für die mikrobielle Wachstumsrate (in Abwesenheit anderer Einschränkungen) und somit die Wärmeentwicklung ist.
  • Ein weiterer Faktor ist, dass die Auswirkungen der mikrobiellen Aktivität in einer Halde, nämlich die Oxidation von zweiwertigem Eisen und die Oxidation von Schwefel, nicht in einer festgelegten Beziehung zueinander erfolgen. Eine befriedigende Rate der mikrobiellen Oxidation von zweiwertigem Eisen bedeutet somit nicht, dass die Rate der begleitenden mikrobiellen Schwefeloxidation auch befriedigend ist. Obwohl diese Prozesse miteinander zusammenhängen und oft gleichzeitig durch die gleichen Mikroorganismen durchgeführt werden, sind die relativen Raten dieser Reaktionen und das Ausmaß, in dem sie unter Bedingungen von suboptimaler mikrobieller Aktivität beeinflusst werden, nicht auf ein konstantes Verhältnis festgelegt.
  • Es gibt viele Gründe, warum die Oxidationsraten von Schwefel im Unterschied zu der Praxis, die hier im allgemeinen Teil dargestellt ist, nicht aus den Oxidationsraten von zweiwertigem Eisen gefolgert werden können. Zu diesen Gründen gehören die Folgenden:
    • (a) die mikrobielle Energetik, die mit diesen Verbindungen zusammenhängt, unterscheidet sich, d. h. aus der Oxidation von reduzierten Schwefelspezies wird mehr Energie gewonnen als aus der Oxidation von zweiwertigem Eisen;
    • (b) es sind unterschiedliche Enzyme beteiligt;
    • (c) einige Mikrobenstämme können nur Eisen(II) oxidieren, während andere nur Schwefel oxidieren können;
    • (d) die aktiven Stämme und Enzyme, die für die Oxidationsprozesse verantwortlich sind, zeigen oft unterschiedliche kinetische Reaktionen auf die vorherrschenden Umweltbedingungen, und
    • (e) zweiwertiges Eisen ist im Haldenauslaugungsumfeld mobiler als reduzierte Schwefelspezies, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ersteres mikrobiell oxidiert wird.
  • Obwohl das meiste des Eisens in der Lösung, die in Kontakt mit dem Erz kommt, im dreiwertigen Zustand statt im zweiwertigen Zustand vorliegt, wird durch die mikrobielle Aktivität fast ausschließlich das Schwefeloxidationsphänomen (und somit die Wärmeentwicklung) mit ihrer anschließenden Wirkung auf die Kinetik der Kupferauslaugung beeinflusst. Der Nachweis und die Erklärung dieses Effekts sind nicht leicht zu erreichen.
  • Ein anderer Faktor ist, dass die Oxidationsrate von zweiwertigem Eisen gegenüber Bedingungen, die die Mikroben stören, weniger empfindlich zu sein scheint als die Schwefeloxidationsrate, wodurch die Überwachung des Ei sen(II)/Eisen(III)-Verhältnisses (oder des Redoxpotentials) eine schlechte Vorhersage für die Schwefeloxidation liefert.
  • Während eines Bioauslaugungsverfahrens multipliziert sich die Mikrobenpopulation, mit denen die Halde am Anfang geimpft wurde, infolge des Wachstums der Mikroben. Wenn die Mikrobenkonzentration zunimmt, steigt auch der Bedarf an Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle. Daten, die durch Überwachung der Kohlendioxid- und Sauerstoffverbrauchsraten in einer Haldenauslaugungs-Simulationssäule des in der Beschreibung der südafrikanischen Patentanmeldung Nr. 2003/9936 beschriebenen Typs erhalten wurden, die in einer Gesamtzellkonzentration von 3 × 1010 Zellen/Tonne geimpft wurde, zeigen, dass Kohlendioxid-Verbrauchsraten Werte von 0,15 g Co2 h–1 Tonne–1 mit Sauerstoff-Verbrauchsraten von 8,1 g O2 h–1 Tonne–1 (bei einer Gasdurchflussrate von 0,23 Nm3 h–1 Tonne–1) in einem Zeitraum von 100 Tagen unter Verwendung einer Erzteilchengröße von 12 mm Durchmesser mit einem Pyritgehalt von 3% (Gew./Gew.) und einem Gesamtkupfergehalt von 0,6% (Gew./Gew.) erreichen konnten, wobei 50% des Kupfers als Chalcocit oder Covellit vorlagen und die restlichen 50% als Kupferkies vorlagen. Das Verhältnis der Masse an Kohlendioxid, welche die Mikroorganismen verbrauchten, zu der Masse an Sauerstoff, die die Mikroorganismen verbrauchten, betrug ungefähr 0,0185. Das Kohlendioxid, das dem Auslaugungsprozess durch das Luftzufuhrsystem zugeführt wurde, wurde praktisch zu 100% verbraucht, während nur ungefähr 20% des Sauerstoffs verbraucht wurden. Aus dieser Beobachtung und der Tatsache, dass das Verhältnis der Masse an Kohlendioxid zu der Masse an Sauerstoff in der Luft etwa 0,0022 beträgt, geht hervor, dass die Verfügbarkeit von Kohlendioxid für das Mikrobenwachstum wahrscheinlich limitierend wird, bevor die Verfügbarkeit von Sauerstoff limitierend wird.
  • Es stehen möglicherweise keine optimalen Mikrobenwachstumsraten und damit verbundene Wärmeentwicklung aus der Schwefeloxidation zur Verfügung, wenn typische Halden-Luftzufuhrraten von 0,02 bis 0,08 N m3 h–1 Tonne–1 verwendet werden. Die Luftzufuhrraten sind üblicherweise auf diesen Bereich begrenzt (was unter anderem von dem Sulfidgehalt des Erzes abhängt), weil die Wärme im Inneren der Halde bewahrt und gehalten werden muss, d. h. eine hohe Luft stromzufuhrrate neigt dazu, die Halde zu kühlen, weshalb die Luftzufuhrrate beschränkt werden muss, um die Wärme in der Halde zu halten. Diese Beschränkung der Luftzufuhrrate, um Wärme zu bewahren, beschränkt jedoch auch die Rate der Kohlendioxidabgabe an Schwefel oxidierende Mikroorganismen, wodurch deren optimales Wachstum verhindert und dadurch ihre Wärmeentwicklungskapazität begrenzt wird. Eine derart beschränkte Luftzufuhrrate führt außerdem zu einer ungleichförmigen Verteilung des mikrobiellen Wachstums in einer Halde, welche ausgelaugt wird, wobei das meiste des Kohlenstoffverbrauchs (und somit des mikrobiellen Wachstums und der Wärmeentwicklung) hauptsächlich am Boden der Halde stattfindet, während dem Rest der Halde praktisch Kohlendioxid und somit mikrobielles Wachstum vorenthalten werden. Die Kontrolle der Luftzufuhrrate hat somit in Bezug auf die Wärmeentwicklung (durch mikrobielle Tätigkeit) und Bewahrung der Wärme zwei miteinander in Konflikt stehende Folgen.
  • Die aktuellen Techniken zur Berechnung der Luftzufuhranforderungen in Halden basieren auf dem stöchiometrischen Sauerstoffbedarf für die Oxidation von verfügbarem Schwefel zu Sulfat und Eisen(II) zu Eisen(III) sowie der Oxidation anderer reduzierter Verbindungen zu ihren oxidierten Äquivalenten. Es wird angenommen, dass eine derartige stöchiometriebezogene rationale Erklärung fehlerhaft ist, weil angenommen wird, dass der Prozess von der Verfügbarkeit von Sauerstoff und reduzierten (oxidierbaren) Spezies angetrieben wird, und angenommen wird, dass die Mikroben, die die Oxidationsreaktionen katalysieren müssen, in ausreichenden Zellzahlen und mit adäquater Aktivität vorhanden sind. Es trifft nicht notwendigerweise zu, dass mikrobielle Zellen in adäquater Zahl anwesend sind, wodurch die Anwesenheit von Sauerstoff und oxidierbaren chemischen Spezies nicht notwendigerweise zur Oxidation dieser Spezies und zu einem effektiven anschließenden Bioauslaugungsprozess führt. Die Mikroben, die zum Katalysieren der biologischen Auslaugungsreaktionen erforderlich sind, müssen entweder in ausreichender Konzentration zugeführt werden oder in situ kultiviert werden, um ausreichende Zellkonzentrationen in der Halde zu erreichen. Eine derartige in-situ-Kultivierung erfordert, neben anderen Verbindungen, eine adäquate Kohlenstoffversorgung.
  • Neben dem allgemeinen Problem, dass eine inadäquate Kohlendioxidversorgung wachstumslimitierend (und somit wärmeentwicklungslimitierend) sein kann, gibt es im Temperaturbereich von 45°C bis 60°C ein komplexes Problem. Obwohl es bekanntermaßen in allen relevanten Temperaturbereichen Mikrobenstämme gibt, die Bioauslaugung durchführen können, haben Laboruntersuchungen reduzierte mikrobielle Aktivität, sowohl in Bezug auf die Oxidationsraten von Eisen(II) als auch auf die Schwefeloxidationsraten, im Temperaturbereich von 45°C bis 60°C gezeigt, verglichen mit höheren und niedrigeren Temperaturbereichen. Die reduzierte mikrobielle Aktivität ist eine Funktion der temperaturabhängigen Wachstumskinetik und wird durch die Tatsache verschlimmert, dass Bakterien und Archaeen, die in diesem Temperaturbereich wachsen können, allgemein erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen oder die Zugabe von organischem Kohlenstoff benötigen, um optimales Wachstum und optimale Schwefeloxidationsraten zu erreichen. Der praktische Einfluss dieser Faktoren ist in-situ aus Ergebnissen bestimmt worden, die aus einer Haldenauslaugungs-Simulationssäule des Typs erhalten wurden, der in der Beschreibung der Internationalen Patentanmeldung Nr. PCT/ZA2004/000025 beschrieben ist. Die Simulationssäule erreichte unter drei Bedingungen (unter Verwendung unterschiedlicher Erztypen mit 1,5%, 3% beziehungsweise 6% Pyrit) ein durchschnittliches Temperaturplateau bei ungefähr 50°C bis 55°C, was einem Bereich niedrigerer mikrobieller Aktivität entspricht, der aus Laborergebnissen erhalten wurde und durch eine reduzierte Rate der mikrobiellen Schwefeloxidation und somit Wärmeentwicklung resultiert. Wenn dieses Temperaturplateau nicht überschritten werden kann, können Temperaturen, die 50°C übersteigen, nicht leicht erreicht werden, wodurch das Erreichen einer signifikanten Kupfergewinnung aus Erzen ausgeschlossen ist, die Kupfer vorwiegend als Kupferkies enthalten.
  • Die Wärmeentwicklung in einer Bioauslaugungshalde hängt von der Oxidation reduzierter Schwefelspezies ab. Die Oxidation dieser Schwefelspezies erzeugt den größten Teil der Wärme bei der Haldenauslaugung. Der überwiegende Teil dieser Oxidationsreaktionen von reduziertem Schwefel zu Sulfat erfolgt durch mikrobiell vermittelte Reaktionen. In diesem Prozess wird Sauerstoff als Elektronenakzeptor verwendet und, infolge des mikrobiellen Wachstums unter Verwendung von Schwefel als Energiequelle, nicht als treibende Kraft des mikrobiellen Wachstums. Die Mikroben verwenden die aus der Oxidation von Schwefel stammende Energie zum Fixieren von Kohlendioxid, d. h. zur Produktion von Zellmetaboliten, und somit zum Wachstum und zur Proliferation. Die Schwefeloxidationsrate wird somit durch die Rate bestimmt, mit der Mikroben Energie benötigen (Wachstum). Die mikrobielle Wachstumsrate ist somit in kritischer Weise von dem am meisten limitierenden Faktor dieses Wachstums abhängig. Ein derartiger limitierender Faktor kann Sauerstoff, Kohlendioxid, Energie (in diesem Falle Schwefel) oder andere Nährstoffe, wie Stickstoff, usw. sein. Diese Beziehungen sind in 1 graphisch dargestellt.
  • 2 der angefügten Zeichnungen ist eine graphische Darstellung von Temperatur gegen Zeit in einer Halde, in der mikrobiell vermitteltes Auslaugen erfolgt. Die Halde wird am Anfang mit einer gemischten Population geimpft, die unter anderem mesophile und mäßig mesophile Stämme enthält, die im Temperaturbereich von Umgebungstemperatur bis etwa 45°C unter Verwendung des Kohlendioxids arbeiten können, das aus der Luftzufuhr durch die Halde zur Verfügung steht. Die Luftzufuhr wird geregelt, um zu gewährleisten, dass die Luftzufuhrrate nicht so hoch ist, dass sie eine Kühlwirkung auf die Halde ausübt.
  • Bei etwa 45°C beginnt, wie konstatiert, die Reduktion der mikrobiellen Aktivität, und es ist oft nicht möglich, dass die Mikroorganismen die Temperatur im Inneren der Halde über eine Temperaturlücke von etwa 45°C auf 60°C erhöhen. Dies ist besonders problematisch, wenn der Pyritgehalt (Hauptquelle für Schwefel und somit Wärme) unter 3% Gew./Gew. liegt. Wenn die Temperatur der Halde auf etwa 60°C erhöht werden kann, sind thermophile Mikroorganismen in der Mikrobenpopulation, die in die Halde geimpft wurden, üblicherweise in der Lage, den Auslaugungsprozess bei diesen erhöhten Temperaturen unter Verwendung von Kohlendioxid aus der normalen Luftzufuhr durch die Halde weiterzuführen.
  • Die reduzierte mikrobielle Wachstumsrate in der genannten Temperaturlücke kann durch die pauschale Zugabe (d. h. unabhängig von der Temperatur in der Halde) von Kohlendioxid oder einer anderen Kohlenstoffquelle überbrückt werden, welche von bioauslaugenden Bakterien und Archaeen genutzt werden kann. Dies würde jedoch hohe Betriebskosten bei der Haldenauslaugung mit sich bringen, oder potentiell inhibierende Wirkungen (im Fall von organischem Kohlenstoff) für mesophile bioauslaugende Bakterien herbeiführen.
  • Die Limitierung im Bereich von 45°C bis 60°C ist nicht vorwiegend auf eine Kohlendioxidlimitierung zurückzuführen, sondern auf inhärent langsamere kinetische Wachstumsratenbedingungen der Mikroben, die in diesem Bereich arbeiten. Dieses Problem kann jedoch durch Kohlenstoffversorgung, insbesondere in Form von organischem Kohlenstoff (beispielsweise Hefeextrakt), überwunden werden, um so die Aktivität dieser Mikroben anzuregen. Obwohl die Gründe für langsamere Wachstumsraten bei Temperaturen unter 45°C und bei Temperaturen im Bereich von 45°C bis 60°C unterschiedlich sind, können beide Probleme zumindest in gewissem Maße durch Kohlenstoffzusatz überwunden werden.
  • 3 der angefügten Zeichnungen zeigt schematisch die Weise, nach der das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird. Eine Halde 10, die normalerweise ein geringwertiges, gerade noch kostendeckendes Kupfererz mit einem hitzebeständigen primären Sulfid enthält, z. B. Kupferkies, wird unter Verwendung konventioneller Techniken mit einer gemischten Mikrobenpopulation 11 geimpft. Ohne einschränkend gemeint zu sein, könnte diese Population Spezies der folgenden Archaeen- und Bakteriengattungsgruppen für jede Temperaturkategorie enthalten:
    Umgebungstemperatur bis 45°C: Acidithiobacillus, Leptospirillum, Thiobacillus, Acidimicrobium, Sulfobacillus, Ferroplasma (Ferriplasma), Ferrimicrobium, Acidiphilum, Alicyclobacillus;
    45°C bis 60°C: Acidithiobacillus, Thiobacillus, Acidimicrobium, Sulfobacillus, Ferroplasma (Ferriplasma), Thermoplasma, Alicyclobacillus, Ferrimicrobium;
    und > 60°C: Sulfolobus, Acidianus, Metallosphaera, Ferroplasma (Ferriplasma), Thermoplasma.
  • Luft 12, die aus der Atmosphäre angesaugt wird, wird der Halde mit einer Rate zugeführt, die durch einen Kontrollmechanismus 14 kontrolliert wird. Die Luft enthält, wie zuvor beschrieben wurde, ausreichend Kohlendioxid, damit die Mikrobenstämme in der Halde in Bezug auf die Eisen(II)-Oxidationsraten und Schwefeloxidationsraten bis zu einer Temperatur von etwa 45°C effektiv arbeiten können.
  • Die Rate, mit der Luft 12 zugeführt wird, wird manipuliert, um zu gewährleisten, dass die Kohlenstoffanforderungen der Mikrobenpopulation erfüllt werden, ohne dass die Luft eine signifikante Kühlwirkung auf die Halde ausübt.
  • Bei einer festgelegten Temperatur in der Halde, die schematisch durch ein Kästchen 16 dargestellt ist und normalerweise in der Größenordnung von 45°C liegt, unterscheidet sich der Schritt der Kohlenstoffzugabe (in Form von Kohlendioxid) zu der Halde von dem Wärmemanipulationsschritt und wird im wesentlichen unabhängig durchgeführt. In anderen Worten wird die Luftzufuhrrate nicht zum simultanen Kontrollieren der Zugabe von Kohlenstoff und zum Regulieren der Temperatur der Halde verwendet. Die Luftzufuhrrate wird oberhalb dieser Temperatur vorwiegend kontrolliert, um die Temperatur in der Halde zu manipulieren, d. h. um zu verhindern, dass der Luftstrom (obwohl er adäquaten Sauerstoff für die Mikroorganismen zur Verfügung stellt) die Halde kühlt, und Kohlenstoff wird der Halde aus einer geeigneten Quelle 18, vorzugsweise unter Kontrolle einer geeigneten Kontrollvorrichtung 20, zugeführt, um den Kohlenstoff in der Luftzufuhr auf ein Niveau zu ergänzen, das angemessen ist, um das Überbrücken der Lücke der niedrigen mikrobiellen Aktivität zu ermöglichen.
  • Die Erfindung liefert somit die gezielte Zugabe von Kohlenstoff zu der Halde an dem speziellen Punkt des Haldenauslaugungsprozesses, an dem sie erforderlich ist, d. h. wenn die Kohlenstoffversorgung für das mikrobielle Wachstum und somit die Schwefeloxidation und Wärmeentwicklung limitierend wird.
  • Es ist in dem erfindungsgemäßen Verfahren erforderlich, den Punkt zu kennen, an dem der Wärmeentwicklungsprozess stagniert, d. h. an dem die Lücke des Temperaturplateaus oder der mikrobiellen Aktivität beginnt, die in 2 gezeigt ist. Die in der Offenbarung der Internationalen Patentanmeldung Nr. PCT/ZA2004/000025 beschriebene Hallenauslaugungs-Simulationssäule liefert einen Mechanismus zum genauen Nachweis der Wärmeentwicklungskapazität in der Haldenauslaugungsumgebung als Funktion der Impfungsbedingungen, der Kinetik des mikrobiellen Wachstums, der Dynamik der Mikrobenpopulation und anderen relevanten Betriebsparametern der Halde, die den Erztyp, die Teilchenverteilung, die Gangerzsäurechemie und -mineralogie, die Kupfermineralzusammensetzung, den Pyritgehalt, die Luftzufuhrrate, die Bewässerungszufuhr, die PLS-Chemie, usw. einschließen. Die aus der Haldenauslaugungs-Simulationssäule stammenden Daten erleichtern den genauen Nachweis des Punkts, an dem die mikrobiell katalysierte Wärmeentwicklung limitiert wird, und ermöglicht dadurch die gezielte Kohlenstoffzugabe, um diese limitierenden Faktoren während des Haldenauslaugungsbetriebs zu überwinden.
  • Es können auch zusätzlich zu den Wärmeentwicklungsdaten, die die Simulationssäule liefert, Kohlendioxidverbrauchsdaten erhalten werden, wenn die Säule mit Kohlendioxidüberwachungsgeräten ausgestattet ist. Die experimentellen Daten von diesen Simulationsstudien haben gezeigt, dass Abnahmen der Kohlendioxidverbrauchsraten mit abnehmenden Wärmeentwicklungsraten zusammenfallen (oder ihnen etwas vorausgehen), wodurch ein weiterer Beweis geliefert wird, dass die Mikrobenwachstumsraten (gezeigt durch Kohlenstoffassimilationsraten) mit den Schwefeloxidationsraten (Wärmeerzeugung) verknüpft sind. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Kohlendioxidüberwachung als Indikator des Mikrobenwachstums nur in Abwesenheit von Carbonatmineralien in dem Erzmaterial und in Abwesenheit von organischen Verbindungen aussagekräftig ist, welche von den bioauslaugenden Mikroorganismen als Kohlenstoffquelle genutzt werden.
  • Weiterer Kohlenstoff kann in Form von Kohlendioxid zugegeben werden, der wahrscheinlich in das Lufteinblassystem gegeben wird, oder als organischer Kohlenstoff, wie Hefeextrakt, der wahrscheinlich dem Bewässerungssystem der Halde an dem Punkt zugegeben wird, an dem die Wärmeentwicklungsraten limitierend werden (am Wahrscheinlichsten und typischerweise infolge von reduzierter Wachstumskinetik und reduzierter Kohlenstofffixierkapazität der mäßig thermophilen Mikroorganismen im Bereich von 45°C bis 60°C).
  • Die Kohlendioxidkonzentration kann in Abhängigkeit von den verwendeten Luftzufuhrraten und den Kohlendioxidverbrauchsraten pro Tonne Erz im Bereich von 0,03% bis 5% zugegeben werden. Eine organische Kohlenstoffquelle, wie Hefeextrakt, kann in Abhängigkeit von den Haldenbedingungen in einer Konzentration im Bereich von 10 bis 1000 mgl–1 zugegeben werden.
  • Die Zugabe der Kohlenstoffzugabe kann so lange wie nötig beibehalten werden, endet normalerweise jedoch, wenn eine Temperatur von 60°C erreicht ist. Bei dieser Temperatur haben thermophile bioauslaugende Archaeen üblicherweise eine hohe Kohlendioxidfixierkapazität und erfordern wahrscheinlich keinen Kohlenstoff zusätzlich zu dem, der in Luft enthalten ist, obwohl der Vorteil der Kohlendioxidzugabe bei Temperaturen über 60°C nicht völlig ausgeschlossen ist.
  • Alternativ zu der Verwendung der Simulationssäule zur Bestimmung der Temperatur, bei der das Temperaturplateau vorliegt, sollte in den oberen Bereichen der mesophilen Temperaturen (d. h. bei ungefähr 40°C) mit der Kohlenstoffzugabe begonnen werden. Die Zugabe von Kohlenstoff in diesem Temperaturbereich, bei dem die meisten Bakterien eine hohe Kohlenstofffixierfähigkeit haben, sollte die potentielle Verarmung an Kohlendioxid kompensieren, das mit der Luftzufuhr an die Halde abgegeben wird. Diese Kohlenstoffzugabe wird dann bis in den thermophilen Temperaturbereich weitergeführt. Ein zusätzlicher Vorteil der Kohlenstoffzugabe bei 40°C ist, dass die Zellkonzentration mesophiler Mikroorganismen erhöht wird. Obwohl mesophile Mikroorganismen in der Regel bei Temperaturen von mehr als 45°C relativ inaktiv sind, behalten sie jenseits dieser Temperatur ein niedriges Aktivitätsniveau. Wenn die Zahl der mesophilen Mikroorganismen erhöht wird, wird die gesamte mikrobielle Aktivität und somit die Wärmeerzeugungskapazität (durch Schwefeloxidation) bei den niedrigeren mäßigen thermophilen Temperaturen (45°C bis 55°C) erhöht. Die Mesophilen sorgen somit für unterstützende Aktivität für die echten mäßig thermophilen Mikroorganismen in diesem Temperaturbereich.
  • Zusätzlich zu der Optimierung des mikrobiellen Wachstums und somit der Wärmeentwicklung durch Kohlenstoffversorgung können auch andere Faktoren implementiert werden, die das Mikrobenwachstum beeinflussen. Hierzu gehören:
    • (a) Nahrungszusätze, die in der Technik bekannt sind (in der Regel 10 bis 50 mgl–1) von Phosphat beziehungsweise Ammonium;
    • (b) Eliminierung von Säureschäden an einer mikrobiellen Impflösung, wenn Säure während des Impfens bei Agglomeration verwendet wird. Derartige Schäden können dann auftreten, wenn Säure während der Agglomeration zum Zeitpunkt des Impfens verwendet wird. Wenn die Konzentration der verwendeten Säure relativ zu dem Feuchtigkeitsgehalt des Materials zu hoch ist, zeigen die Zellen Säureschädigungseffekte, welche die Zellen selektiv beschädigen können, die in einem speziellen Temperaturbereich wachsen können, und dies beeinflusst den reibungslosen Ablauf der Abfolge der Mikroben und der Wärmeentwicklung;
    • (c) die Eliminierung von Schäden durch hohen pH-Wert während der Anfangsphasen der Inbetriebnahme der Halde. Der pH-Wert der Lösung von Haldenauslaugungsbetrieben ist wegen des Verbrauchseffekts durch Gangerz-Säure in der Regel relativ hoch (im Bereich von 2,5 bis 4,5). Einige Archaeen sind besonders anfällig gegenüber Beschädigung, wenn sie längere Zeiten pH-Werten über 2 ausgesetzt werden. Dies kann zur selektiven Beschädigung von Zellen führen, die in einem speziellen Temperaturbereich wachsen können, und kann somit auch den reibungslosen Ablauf der Abfolge von Mikroben und der Wärmeentwicklung beeinflussen, und
    • (d) die Eliminierung inhibierender anorganischer Verbindungen und organischer Verbindungen in der Lösung (in der Regel Raffinat), mit der die Halde bewässert wird. Spezielle anorganische Verbindungen, wie Chlorid, hohe Gesamtkonzentrationen an anorganischem Salz (in der Regel > 120 gl–1) oder organische Verbindungen (in sehr niedrigen Konzentrationen), die aus Lösungsmittelextraktionschemikalien stammen, können zu inhibierenden Wirkungen auf bioauslaugende Mikroorganismen führen und somit ihre Wärmeentwicklungsfähigkeit nachteilig beeinflussen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die folgenden Vorteile:
    • (a) die gezielte Zugabe von Kohlenstoff ist kostengünstiger als die unspezifische Kohlenstoffzugabe und vermeidet Sekundärprobleme, die mit der ungezielten Kohlenstoffzugabe verbunden sind;
    • (b) die gezielte Zugabe von Kohlenstoff erhöht die Mikrobenwachstumsraten, führt zu erhöhten Schwefeloxidationsraten und somit erhöhter Wärmeerzeugung, insbesondere im Temperaturbereich von 45°C bis 60°C;
    • (c) die Temperaturerhöhung in einer Halde wird wahrscheinlich während des typischerweise auftretenden Temperaturplateaus von 50°C und darüber hinaus fortgesetzt, wodurch Bedingungen erleichtert werden, die zum Wachstum der thermophilen Archaeen (mit Temperaturoptima > 60°C) führen, und erleichtert das Erreichen von Haldentemperaturen, die 65°C überschreiten; und
    • (d) erhöhte Haldentemperaturen von mehr als 50°C führen zu verbesserter Gesamtkupfergewinnung im Ganzen und verbesserten Gewinnungsraten insbesondere aus Kupferkies in Haldenbioauslaugungsumgebungen.
  • Die obige Diskussion behandelt die Zugabe von Kohlendioxid oder organischem Kohlenstoff als austauschbare Alternativen. Allgemein kann jede geeignete Kohlenstoffquelle, z. B. carbonathaltige Materialien, zum Ergänzen des Kohlenstoffniveaus in der Halde verwendet werden. Die Zugabe von organischem Kohlenstoff in Form von Hefeextrakt kann beispielsweise neben dem Kohlenstoff und der erhöhten Wasserlöslichkeit weitere Vorteile bieten. Preiswerte organische Kohlenstoffquellen, wie Hefeextrakt oder Melasse, können Vitamine und andere Wachstumsfaktoren enthalten, die zu erhöhtem Mikrobenwachstum beitragen, welches über dasjenige hinausgeht, das auf den in diesen organischen Kohlenstoffquellen enthaltenen Kohlenstoff zurückzuführen ist.
  • In einer Variante der Erfindung, die anstelle von oder zusammen mit der Zugabe von Kohlenstoff verwendet wird, um die Lücke der reduzierten mikrobiellen Aktivität zu schließen, kann der Halde direkt Wärmeenergie auf jede geeignete Weise zugeführt werden. Eine Bewässerungslösung, die auf die Halde angewendet wird, kann beispielsweise durch äußere Mittel erwärmt werden. Es ist auch möglich, den Luftstrom zu erwärmen, der der Halde zugeführt wird. Zu diesem Zweck kann Solarheizen verwendet werden, und es kann auf die Halde, wo dies geeignet ist, eine Wärmeisolierung aufgebracht werden, um Wärmeverluste zu reduzieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von beliebigen der Techniken, die in der Beschreibung der Internationalen Patentanmeldung Nr. PCT/ZA2001/00154 beschrieben sind, wobei allgemein gesagt die in einem Tankauslaugungsverfahren erzeugte Wärme verwendet wird, um die Temperatur einer Bioauslaugungshalde zu erhöhen. Dies würde unter Verwendung der Prinzipien der vorliegenden Erfindung erfolgen, um das Schließen der Temperaturlücke zu ermöglichen, in der reduzierte mikrobielle Aktivität stattfindet.

Claims (14)

  1. Verfahren zur Durchführung eines mikrobiell vermittelten Erzhaldenauslaugungsverfahrens, umfassend den Schritt mindestens einen Betriebsparameter zu verändern, um die Temperatur in der Halde zu erhöhen, wenn die Kohlenstoffversorgung limitierend für die mikrobielle Aktivität im Temperaturbereich von 45°C bis 60°C und somit für die Schwefeloxidation und die Wärmeentwicklung in der Halde wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, worin der mindestens eine Betriebsparameter mittels mindestens einer der folgenden Möglichkeiten verändert wird: (a) Zugabe von Kohlenstoff zu der Halde und (b) Zugabe von Wärme zu der Halde.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, worin der Kohlenstoff mittels mindestens einer der folgenden Möglichkeiten zugegeben wird: (a) Anreicherung des Kohlendioxidgehalts in einem Luftstrom, der der Halde zugeführt wird; (b) Zugabe von carbonathaltigen Mineralien zu der Halde und (c) Zugabe von organischem Kohlenstoff zu der Halde.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, worin der organische Kohlenstoff mindestens einer der folgenden ist: (a) Melasse und (b) Hefe oder ein Hefeextrakt.
  5. Verfahren nach Anspruch 2, worin die Wärme mittels einer der folgenden Möglichkeiten zugegeben wird: (a) Erwärmen einer Bewässerungslösung, die der Halde zugeführt wird, (b) Erwärmen der Luft, die der Halde zugeführt wird, (c) Sonnenerwärmung der Halde, (d) Anwendung von thermischen Isolierungen an der Halde, um den Wärmeverlust zu vermindern und (e) Zugabe von in einer Behälterauslaugungsoperation hergestellter Wärme zu der Halde.
  6. Verfahren nach Anspruch 1 umfassend den Schritt die Halde zu überwachen, um eine verminderte mikrobielle Aktivität zu erkennen und sobald solch eine Feststellung erfolgt, die Änderung bei dem mindestens einen Betriebsparameter zu veranlassen.
  7. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Schritt der Änderung des mindestens einen Betriebsparameters veranlasst wird, wenn die Temperatur in der Halde mehr als 40°C beträgt.
  8. Verfahren nach Anspruch 1, worin die mikrobielle Wachstumsbegrenzung durch das Überwachen der Wärmeentwicklung in der Halde ermittelt wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Schritt der Änderung als mindestens einen Betriebsparameters bei einer Temperatur veranlasst wird, die unter Verwendung eines Beispielerzes in einer Haldenauslaugungs-Simulationssäule bestimmt wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Schritt der Änderung des mindestens einen Betriebsparameters beendet wird, wenn die Temperatur in der Halde mehr als 65°C beträgt.
  11. Verfahren nach Anspruch 1, worin bei einer Haldentemperatur, die im Bereich von 45°C bis 60°C liegt, die Luftzufuhr zur Halde derart kontrolliert wird, dass die Luftzufuhr die Halde nicht kühlt und Kohlenstoff zu der Halde zugegeben wird, um die Aktivität der Mikroben zu erhöhen, die in diesem Temperaturbereich arbeiten.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, worin bei einer Temperatur unter 45°C die Luftzufuhr zu der Halde verwendet wird, um gleichzeitig die Zugabe von Kohlenstoff zu der Halde zu kontrollieren und um die Temperatur der Halde zu kontrollieren.
  13. Verfahren nach Anspruch 3, worin der Kohlendioxidgehalt im der Halde zugeführten Luftstrom im Bereich von 0,03% bis 5% liegt.
  14. Verfahren nach Anspruch 3, worin der organische Kohlenstoff mit einer Konzentration von 10–1000 mgl–1 zugegeben wird.
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