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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft eine Beschichtung für Glassbustrate und dergleichen,
die der Ansammlung von Staub und Wasserflecken gegenüber widerstandsfähig ist.
Beschichtete Glassubstrate gemäß der Erfindung können in
Isolierglaseinheiten verwendet werden, wobei die Beschichtung gemäß der Erfindung
an der Außenfläche einer
Glasscheibe vorhanden ist, während
eine reflektierende Beschichtung an der entgegengesetzten Seite
derselben Glasscheibe aufgebracht ist.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Das
Sauberhalten von Fenstern und anderen Glasoberflächen ist ein verhältnismäßig kostspieliges und
zeitraubendes Verfahren. Während
die Reinigung eines einzelnen Fensters nicht besonders mühevoll ist, kann
das Sauberhalten einer großen
Anzahl von Fenstern eine beträchtliche
Last darstellen. Beispielsweise sind bei modernen Bürotürmen mit
Glasfassade beträchtliche
Aufwendungen an Zeit und Kosten erforderlich, um Fensterputzer regelmäßig die äußere Oberfläche der
Fenster säubern
zu lassen.
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Fenster
und andere Glasoberflächen
können
auf verschiedene Weise schmutzig werden. Zwei der hauptsächlichen
Arten, auf die Fenster Staub sammeln können, betreffen die Wirkung
von Wasser auf die Glasoberfläche.
Zunächst
kann das Wasser selbst Schmutz, Mineralien oder dergleichen auf
der Glasoberfläche abscheiden
oder ansammeln. Schmutziges Wasser, das auf das Glas auftrifft,
hinterläßt den mitgeschleppten oder
gelösten
Schmutz nach dem Trocknen auf dem Glas. Selbst wenn verhältnismäßig sauberes
Wasser auf die äußere Oberfläche eines
Fensters auftrifft, neigt jedes Wasser tröpfchen, das auf dem Fenster
sitzt, dazu, Staub und andere aus der Luft stammende Teilchen beim
Trocknen anzusammeln. Diese Teilchen und andere Chemikalien, die
in dem Wasser gelöst
werden, konzentrieren sich im Lauf der Zeit, wonach sie einen charakteristischen
Fleck oder Trocknungsring auf der Glasoberfläche hinterlassen.
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Die
zweite Art, auf die Wasser dazu neigt, einem Fenster oder einer
anderen Glasoberfläche
ein verschmutztes oder wenig ansprechendes Aussehen zu verleihen,
ist mit einem Angriff auf die Glasoberfläche selbst verbunden. Wenn
sich ein Tröpfchen
von selbst verhältnismäßig sauberem
Wasser auf einem Glas absetzt, fängt
es an, alkalische Komponenten aus dem Glas auszulaugen. Bei einem
typischen Kalk-Natron-Glas werden
Natrium und Calcium aus dem Glas herausgelaugt, wobei der pH-Wert
des Tröpfchens
steigt. Mit steigendem pH-Wert wird der Angriff auf die Glasoberfläche heftiger.
Schließlich
wird das Glas, welches unter einem trocknenden Wassertropfen liegt,
ein klein wenig rauher, wenn das Wassertröpfchen mit der Zeit vollständig trocknet.
Außerdem
setzten sich die alkalischen Komponenten, die aus dem Glas herausgelaugt
worden sind, in Form eines Trockungsringes erneut auf der Glasoberfläche ab.
Dieses getrockente alkalische Material macht nicht nur das Aussehen
des Glases schlechter, sondern es hat zugleich die Tendenz, sich
wieder aufzulösen,
wenn die Glasoberfläche
erneut naß wird,
wobei es den pH-Wert des nächsten
Wassertropfens, der auf der Glasoberfläche zusammenläuft, rasch
erhöht.
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Beim
Aufbewahren und Verschicken von plattenförmigen Glas ist die Anwesenheit
von Wasser auf der Oberfläche
zwischen einander benachbarten Glasscheiben ein chronisches Problem.
Man kann Maßnahmen ergreifen,
um das Glas vor unmittelbarem Kontakt mit Wasser zu schützen. Wenn
jedoch Glas in feuch ter Umgebung aufbewahrt wird, kann Wasser aus
der Atmosphäre
auf der Glasoberfläche
kondensieren.
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Dies
wird noch problematischer, wenn große Glasstapel zusammengetragen
werden. Große
Stapel aus Glas besitzen eine verhältnismäßig große thermische Masse und brauchen
viel Zeit, um sich zu erwärmen. Demzufolge
sind sie häufig
kühler
aus die Umgebungsluft, wenn die Umgebungstemperatur steigt (beispielsweise
am Morgen), und veranlassen Feuchtigkeit in der Luft, auf der Oberfläche des
Glases zu kondensieren. Zufolge der beschränkten Luftzirkulation benötigt jede
Feuchtigkeit, die zwischen den Glasscheiben kondensiert, eine beträchtliche
Zeit, um zu trocknen. Dies gibt der kondensierten Feuchtigkeit die
Gelegenheit, die alkalischen Komponenten aus dem Glas auszulaugen
und die Glasoberfläche
zu schädigen.
Die Geschwindigkeit des Angriffs kann etwas verlangsamt werden,
wenn man eine Säure
auf die Oberfläche
des Glases aufbringt. Dies erfolgt im allgemeinen durch Zugabe einer
schwachen Säure,
beispielsweise Adipinsäure,
zu dem Trennmittel, welches dazu verwendet wird, die Glasscheiben
daran zu hindern, aneinander zu kleben und gegeneinander zu kratzen.
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Zahlreiche
Versuche sind unternommen worden, um eine Glasscheibe dazu zu befähigen, längere Zeit ein
sauberes Aussehen zu behalten. Ein Weg der gegenwärtigen Forschung
besteht in einer "selbstreinigenden" Oberfläche für Glas und
andere keramische Werkstoffe. Die Forschung auf diesem Gebiet gründet sich auf
der Fähigkeit
bestimmter Metalloxide, ultraviolettes Licht zu absorbieren und
biologische Materialien, wie beispielsweise Öl, Pflanzenmaterie, Fette usw.
photokatalytisch abzubauen. Das stärkste dieser photokatalytischen
Metalloxide scheint Titandioxid zu sein, wenngleich andere Metalloxide,
die diesen photokatalytischen Effekt zu besitzen scheinen, Oxide
von Eisen, Silber, Kup fer, Wolfram, Aluminium, Zink, Strontium,
Palladium, Gold, Platin, Nickel und Kobalt sind.
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Während derartige
photokatalytische Beschichtungen einen gewissen Vorteil bei der
Entfernung von Material biologischen Ursprungs haben, ist ihre unmittelbare
Wirkung auf andere Materialien unklar und scheint mit der Exposition
gegenüber
ultroviolettem Licht zu variieren. Demzufolge wird den oben erwähnten Schwierigkeiten,
die mit Wasser auf der Oberfläche
von derartigen beschichteten Gläsern
zusammenhängen, durch
derartige photokatalytische Beschichtungen nicht unmittelbar entgegengewirkt.
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Zahlreiche
Versuche sind unternommen worden, um die Wirkung von Wasser auf
Glasoberflächien
zu verringern, indem man das Wasser dazu veranlaßt, sich in kleine Tröpfchen aufzuperlen.
Beispielsweise ist es aus
US-PS
5,424,130 bekannt, eine Glasoberfläche mit einer auf Siliciumoxid
basierenden Beschichtung, die Fluoralkylgruppen enthält, zu versehen.
Hierfür
soll ein Silicium-alkoxid-Anstrich auf die Oberfläche des
Glases aufgebracht werden, wobei der Anstrich getrocknet wird und
die getrocknete Farbe anschließend
an der Luft eingebrannt wird. Es wird die Bedeutung des Ersatzes
eines Teils der nichtmetallischen Atome, d. h., Sauerstoff in einer
Schicht aus SiO
2, durch eine Fluoralkylgruppe
hervorgehoben. Bis zu 1,5% der Sauerstoffatome sollen auf diese
Weise ersetzt werden. Es wird angegeben, daß, wenn weniger als 0,1% der
Sauerstoffatome durch eine Fluoralkylgruppe ersetzt werden, das
Glas das Wasser nicht richtig abstoßen würde, weil der Kontaktwinkel
zwischen Wasser und Glasoberfläche
geringer als 80° sein
würde.
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Derartige "wasserabstoßende" Beschichtungen führen leicht
dazu, daß Wasser
an der Oberfläche
von Glas sich in Perlen verteilt. Wenn die Beschichtung auf eine
Automobil-Wind schutzscheibe oder dergleichen aufgebracht wird, wo
eine konstante Strömung
schnell bewegter Luft über
die Oberfläche
bläst,
kann dieses Sich-aufperlen des Wassers dazu beitragen, Wasser von
der Glasoberfläche
zu entfernen, indem die Tröpfchen
von der Oberfläche
geblasen werden. Bei ruhigeren Anwendungen jedoch bleiben diese
Tröpfchen
auf der Oberfläche
des Glases sitzen und verdampfen langsam. Demzufolge löst diese
vermutete "wasserabstoßende" Beschichtung nicht
die oben erwähnten,
mit Wasser verbundenen Fleckbildungsprobleme. Im Gegenteil, durch
Veranlassen, daß das
Wasser leichter aufperlt, kann das Problem tatsächlich verschärft werden.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Gemäß der Erfindung
wird ein beschichteter Gegenstand aus Glas mit einer Außenfläche, die
periodisch der Berührung
mit Wasser ausgesetzt ist, und einer Innenfläche vorgesehen, wobei die Außenfläche einen äußeren, Wasser
zu einer zusammenhängenden
Masse formenden Überzug
trägt,
der aus einer Graphit-Schicht von einer Dicke von 50 bis 100 Å gebildet
und entweder unmittelbar auf die Außenfläche des Gegenstandes durch
Sputtering aufgebracht oder auf einer durchsichtigen Grundschicht
ausgebildet wird, die unmittelbar auf die Außenfläche des Gegenstandes aufgebracht
wird, wobei der Überzug
den Kontaktwinkel des Wassers auf der beschichteten Außenfläche auf
unter 25° verringert
und veranlaßt,
daß Wasser,
welches auf die beschichtete Außenfläche aufgebracht
wird, zusammenläuft.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
besitzt die Glasfläche
eine Innenfläche,
die eine reflektierende Beschichtung trägt. Die reflektierende Beschichtung
kann eine reflektierende Metallschicht und mindestens eine dielektrische
Schicht umfassen.
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Ein
Verfahren zum Widerstandsfähigmachen
einer Glasoberfläche
gegenüber
Verschmutzung und Fleckenbildung kann daraus bestehen, daß man zunächst eine
Glasscheibe mit einer Innenoberfläche und einer Außenoberfläche herstellt.
Die innere und äußere Oberfläche des
Glases werden gesäubert.
Danach wird die Innenoberfläche
der Glasscheibe mit einem reflektierenden Überzug durch Sputtering überzogen,
wobei nacheinander zunächst
eine erste dielektrische Schicht, mindestens eine Metallschicht
und mindestens eine zweite dielektrische Schicht aufgebracht werden.
Die Außenoberfläche des
Glases wird mit einer Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung
versehen, indem man Kohlenstoff unmittelbar auf die Außenoberfläche der
Glasplatte oder Glasscheibe sputtert. Gewünschtenfalls kann die Wasser
zusammenlaufen lassende Beschichtung mit derselben Sputter-Beschichtungsvorrichtung
aufgebracht werden, wie sie zur Herstellung der reflektierenden
Beschichtung verwendet wird. Bei geeigneter Auswahl des Materials
können
die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung und eine der dielektrischen
Schichten der reflektierenden Beschichtung sogar in derselben Sputteringkammer
in nichtoxidierender Atmosphäre
aufgebracht werden. Gewünschtenfalls
kann die Glasscheibe sowohl auf der Innenoberfläche als auch der Außenoberfläche beschichtet
werden, während
das Glas in einer konstanten Ausrichtung gehalten wird, in der die
Innenoberfläche
oberhalb der Außenoberfläche positioniert
ist.
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Es
kann eine Sputtering-Linie vorgesehen werden, bei eine Reihe von
Sputtering-Kammern angeordnet ist, die jede einen Träger für eine Glasscheibe
aufweist. Mindestens eine der Sputtering-Kammern besitzt eine Sputtering-Kammer
mit doppelter Ausrichtung, die eine obere Targetposition oberhalb
des Trägers
und eine untere Targetposition unterhalb des Trägers besitzt. Die Innen- und
Außenoberfläche des
Glases werden gereinigt und danach die Glasscheibe auf dem Träger in der
Kammer für
das Sputtering in zwei Richtungen derart angeordnet, daß die Innenoberfläche in Richtung
auf das obere Target und die Außenfläche in Richtung auf
das untere Target orientiert werden. Das obere Target wird gesputtert,
um eine dielektrische Schicht abzuscheiden. Diese dielektrische
Schicht kann unmittelbar auf die Innenoberfläche des Glases oder auf eine
zuvor abgeschiedene Schicht eines Überzugsstapels auf der Innenoberfläche des
Glases abgeschieden werden. Während
die Glasscheibe in der Sputtering-Kammer für zwei Richtungen verbleibt,
wird das untere Target gesputtert, um eine Wasser zusammenlaufen
lassende Beschichtung auf der Außenschicht des Glases abzuscheiden.
Bei einer möglichen
bevorzugten Ausführungsform
werden sowohl das obere Target als auch das untere Target in nichtoxidierender
Atmosphäre
innerhalb derselben Sputtering-Kammer
gesputtert.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 ist
ein schematischer Querschnitt einer Glasscheibe mit einer Beschichtung
gemäß einer
Ausführung
der Erfindung;
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1A ist
ein schematischer Querschnitt einer Glasscheibe mit einer Beschichtung,
die eine durchsichtige Grundschicht gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung aufweist;
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2 ist
eine Erläuterung
einer Mehrscheiben-Isolierglaseinheit
mit einer Wasser ablaufen lassenden Beschichtung gemäß der Erfindung,
teilweise als Querschnittsansicht;
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3 ist
ein schematischer Querschnitt einer laminierten Fensterstruktur
derart, wie sie gewöhnlich als
Automobil-Windschutzscheibe verwendet wird, die eine Wasser zusammenlaufen
lassende Beschichtung gemäß der Erfindung
aufweist;
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4 ist
eine schematische Darstellung eines Sputtering-Kammer mit doppelter
Sputtering-Richtung zur Verwendung bei der Herstellung eines Gegenstandes
gemäß der Erfindung,
und
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5 ist
eine schematische Darstellung einer Sputtering-Kammer mit doppelter
Sputtering-Richtung in Form einer multiplen Zone zur Verwendung
bei der Herstellung eines Gegenstandes gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung.
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EINZELBESCHREIBUNG DER BEVORZUGTE
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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1 erläutert schematisch
eine Glasscheibe, die ein Paar Beschichtungen gemäß einer
nützlichen Ausführungsform
der Erfindung trägt.
Die Glasscheibe 10 umfaßt eine äußere Fläche 12 und eine innere
Fläche 14.
Die Bezeichnung "innere" und "äußere" Fläche
in der nachfolgenden Erörterung
ist etwas willkürlich. Es
wird jedoch angenommen, daß in
den meisten Fällen
die äußere Fläche einer
Umgebung ausgesetzt wird, in der sie in Kontakt mit Schmutz, Wasser
und dergleichen tritt. Die Innenfläche kann auch derselben Art
von Umgebung ausgesetzt sein. Bei den Ausführungsformen gemäß 2 und 3 ist
diese "innere" Fläche tatsächlich geschützt, und
eine zweite Glasscheibe steht zwischen dieser inneren Fläche und
der Umgebung).
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Für die Zwecke
der Erfindung eignet sich eine Vielzahl von Substraten. In den meisten
Fällen
ist das Substrat plattenartig (beispielsweise besitzt es zwei allgemein
einander gegenüberliegende
Hauptoberflächen).
Beispielsweise kann das Substrat eine Platte oder Scheibe aus durchsichtigem
Material (d. h., eine durchsichtige Scheibe) sein. Beispielsweise
können
in einigen Fällen
opake Substrate von Nutzen sein. Jedoch ist davon auszugehen, daß für die meisten
Anwendungszwecke das Substrat ein durchsichtiges oder durchscheinendes
Material, wie beispielsweise Glas oder klaren Kunststoff, umfaßt. In vielen
Fällen
ist das Substrat eine Glasscheibe. Die Glassubstrate 10,
die sich zur Verwendung in Verbindung mit der Erfindung eignen,
umfassen jegliche herkömmliche
Glassubstrate, die dem Fachmann zur Herstellung von beschichteten Glasgegenständen bekannt
sind. Ein typisches Glassubstrat, das bei der Herstellung von Fahrzeugfenstern und
Plattenglas verwendet wird, wird allgemein als Kalk-Natron-Silicat-Glas
bzeichnet. Andere geeignete Gläser
können
allgemein als Kalk-Alkali-Silicat-Glas, Borosilicat-Glas, Aluminosilicat-Glas,
Boroaluminosilicat-Glas, Phosphat-Glas, geschmolzenes Siliciumoxid
usw. sowie als Kombinationen davon bezeichnet werden. Eine bevorzugte
Glasplatte oder -scheibe 10 wird aus Kalk-Natron-Silicat-Glas
hergestellt.
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Substrate
verschiedener Größe können erfindungsgemäß verwendet
werden. Gewöhnlich
werden großflächige Substrate
verwendet. Bestimmte Ausführungsformen
sind durch ein Substrat gekennzeichnet, welches eine Breite von
mindestens etwa 0,5 m, vorzugsweise mindestens etwa 1 m und insbesondere
mindestens 1,5 m (beispielsweise zwischen etwa 2 und etwa 4 m) und
in einigen Fällen
mindestens etwa 3 m aufweist.
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Substrate
verschiedener Stärke
können
erfindungsgemäß verwendet
werden. Üblicherweise
werden Substrate (beispielsweise Glasscheiben) mit einer Stärke von
etwa 1 bis 5 mm verwendet. Bestimmte Ausführungsformen sind durch ein
Substrat mit einer Dicke von etwa zwischen 2,3 und etwa 4,8 mm und
vorzugsweise von zwischen etwa 2,5 und etwa 4,8 mm gekennzeichnet.
In einigen Fällen
wird eine Glasscheibe (beispielsweise ein Kalk-Natron-Glas) mit
einer Stärke
von etwa 3 mm verwendet.
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Die
Innenfläche 14 des
Glases 10 trägt
eine reflektiertende Beschichtung 30. Wie der Fachmann
erkennt, kann diese reflektierende Beschichtung je nach den gewünschten
Eigenschaften eine beliebige gewünschte
Form aufweisen. Eine große
Vielzahl verschiedener derartiger Überzüge ist in der Technik bekannt, und
die genauer Natur der reflektierenden Beschichtung 30 befindet
sich außerhalb
des Umfangs der vorliegenden Erfindung.
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Wenn
beispielsweise der Glasgegenstand als Spiegel verwendet werden soll,
kann die Beschichtung 30 einfach eine verhältnismäßig starke
Schicht aus einem reflektierenden Metall aufweisen. Gewünschtenfalls kann
eine Schutzbeschichtung aus einem dielektrischen Material auf der
Oberfläche
des Metalls gegenüber dessen
Kontaktfläche
mit der Obefläche
des Glases aufgebracht werden. Wie bekannt, trägt dies dazu bei, die Metallschicht
vor chemischem und physiaklischem Angriff zu schützen. Man könnte ebenso eine beliebige
Art von Spiegelbeschichtungen verwenden, die in der Technik bekannt
sind und eine Schicht aus dielektrischem Material auf einer Seite
einer reflektierenden Metallschicht umfassen; viele dichroitische
Spiegel, die in der Fachwelt bekannt sind, besitzen eine derartige
Sruktur.
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Bei
der Ausführungsform
gemäß 1 ist
die reflektierende Beschichtung 30 als Infrarot-Strahlung reflektierende
Beschichtung der Art, wie sie gewöhnlich bei Überzügen für Solarkontrolle mit niedrigem
Emissionsvermögen
verwendet wird, anzusehen. Typischerweise umfassen derartige Überzüge eine
Metallschicht, die sandwichartig zwischen einem Paar dielektrischer
Schichten angeordnet ist. Diese Struktur kann wiederholt werden,
um die Infrarot-Licht reflektierenden Eigenschaften des Überzugsstapels
weiter zu erhöhen.
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Ein
Beispiel für
einen nützlichen,
Infrarot-Strahlung reflektierenden Überzugsstapel ist in
US-PS 5,302,449 von Eby
et al. beschrieben.
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Der Überzugsstapel 30 gemäß 1 umfaßt eine
Grundbeschichtung 32, die eine oder mehrere Schichten aus
dielektrischen Materialien umfassen kann. Beispielsweise kann diese
Grundbeschichtung 32 Zinkoxid umfassen, welches in einer
Stärke
von etwa 150 bis 275 Å aufgebracht
ist. Eine erste Metallschicht 34 kann unmittelbar auf die
Oberfläche
dieser Grundbeschichtung 32 aufgebracht werden. Dieses
Metall kann beispielsweise Silber sein, welches mit einer Stärke von
etwa zwischen 100 und etwa 150 Å aufgebracht
wird. Eine zweite dielektrische Schicht 38 kann über der
ersten Metallschicht 34 aufgebracht werden. Die Stärke dieser
dielektrischen Schicht 38 hängt mindestens teilweise davon
ab, ob eine zweite Metallschicht 40 in den Überzugsstapel
einbezogen wird. In einem Überzugsstapel
mit zwei Metallschichten, wie dargestellt, kann diese zweite dielektrische
Schicht 38 typischerweise eine verhältnismäßig dicke Schicht aus einem
Metalloxid sein, wie beispielsweise Zinkoxid in einer Stärke von
700 bis 750 Å.
Gewünschtenfalls
kann eine verhältnismäßig dünne Opferschicht 36 zwischen
der Metallschicht 34 und der dielektrischen Schicht 38 aufgebracht werden.
Dies trägt
dazu bei, die Metallschicht 34 während der Abscheidung der dielektrischen
Schicht 38 durch Sputtering zu schützen. Die Opferschicht 36 kann
beispielsweise eine Schicht aus metallischem Titan sein, die in
einer Stärke
von 25 Å oder
darunter aufgebracht wird. Dieses metallische Titan wird während der
Abscheidung eines dielektrischen Metalloxids 38 "aufopfernd" oxidiert, wobei
es Schaden an der darunterliegenden Silberschicht 34 in
Grenzen hält.
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Bei
dem erläuterten Überzugsstapel
ist eine zweite Metallschicht 40 über der zweiten dielektrischen Schicht 38 angeordnet.
Die zweite Metallschicht 40 besteht normalerweise aus demselben
Material wie die erste Metallschicht 34. Beispielsweise
kann die zweite Metallschicht 40 aus Silber in einer Stärke von
etwa 125–175 Å bestehen.
Wiederum kann eine Opferschicht 42 aus Titan oder dergleichen über der
Metallschicht 40 aufgebracht werden, um die Metallschicht
während
der anschließenden
Abscheidung der darüberliegenden Dielektrika 44 und 46 zu
schützen.
Eine dritte dielektrische Schicht 44 wird über der
Opferschicht 42 aufgebracht. Diese dielektrische Schicht 44 kann
auch ein Metalloxid sein, beispielsweise Zinkoxid in einer Stärke von
etwa 250–300 Å. Gewünschtenfalls
kann eine Überzugsschutzschicht 46 aus
einem anderen dielektrischen Material über die dielektrische Schicht 44 aufgebracht
werden. Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann diese Überzugsschicht 46 eine
Schicht aus Si3N4 in
einer Stärke
von 50–60 Å sein.
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Die
Wasser zum Zusammenlaufen bringende Beschichtung 20 gemäß der Erfindung
umfaßt
zweckmäßigerweise
Kohlenstoff, der unmittelbar auf die äußere Oberfläche 12 des Glases 10 abgeschieden
wird. Während
eine stark ins Einzelne gehende Oberflächenanalyse nicht durchgeführt worden
ist, so nimmt man dennoch an, daß die Oberfläche der
Kohlenstoffbeschichtung verhältnismäßig hart
und glatt ist. Wegen des Fehlens der detaillierten Analyse ist die
genaue Stärke
der Kohlenstoffüberzüge, die
sich als beträchtliche funktionelle
Verbesserung erwiesen haben, nicht bekannt. Aus Informationsberichten
betreffend die Sputtering-Geschwindigkeiten von Kohlenstoff und
den bekannten Leistungs- und Glasgeschwindigkeiten, die bei der Herstellung
dieser Beschichtungen angewandt wurden, ist es aber möglich, eine
qualifizierte Abschätzung
dieser Stärken
vorzunehmen und eine Überzeugung
bezüglich
der Stärken,
die gute Ergebnisse erzielen lassen, auszubilden. Die Beschichtung 20 sollte
eine Dicke von etwa zwischen 50 und etwa 100 Å aufweisen. Eine bevorzugte
Art, in der diese Beschichtung 20 auf die äußere Oberfläche 12 des
Glases 10 aufgebracht wird, wird im einzelnen weiter unten
erörtert.
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Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung besteht in der Schaffung von Wasser zusammenlaufen lassenden
Beschichtungen der äußeren Oberfläche mit
einer durchsichtigen Grundschicht, wie in 1A gezeigt.
Die durchsichtige Grundschicht 22 soll einen besonderen
Nutzen für
wärmebehandelbare
Beschichtungen von niedrigem Emissionsvermögen haben. Beispielsweise wurde
gefunden, daß die
Aufbringung einer durchsichtigen Grundschicht 22 auf die äußere Glasoberfläche 12 die
Rauheit der Oberfläche
glättet
und winzige Risse in Nanogröße verringert
oder beseitigt, wodurch das Anhaften einer Wasser zum Zusammenlaufen bringenden
Beschichtung 20 an dem Substrat 10 verbessert
wird. Außerdem
wurde gefunden, daß die
Aufbringung einer durchsichtigen Grundschicht 22 auf das
Substrat 10 vor dem Aufbringen der Wasser zum Zusammenlaufen
bringenden Beschichtung 20 das Substrat versiegelt und
die Möglichkeit
der Natrium-Korrosion der Beschichtung verhindert.
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Bei
bestimmten Ausführungsformen
besitzt die durchsichtige Grundschicht 22 nicht einen beträchtlichen
unmittelbaren Einfluß auf
die optische Funktion der Überzugsschichten,
die darüber
abgeschieden werden. Das heißt,
daß das
Vorhandensein der Grundschicht 22 selbst in dem beschichteten
Endprodukt keinen wesentlichen Einfluß auf die optischen Eigenschaften
des beschichteten Produktes besitzt. Jedoch liefert die Grundschicht 22 eine
Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Verschlechterung (beispielsweise Beeinträchtigung der optischen Eigenschaften)
der Überzugsstapel,
in die sie eingearbeitet ist. So kann die Grundschicht 22 aus einem Material
gebildet werden, welches einen Brechungsindex aufweist, der dem
des Substrates nahekommt, auf das die Grundschicht aufgebracht wird.
Vorzugsweise besteht die Grundschicht aus einem Material mit einem
Brechungsindex, der gleich demjenigen oder praktisch gleich demjenigen
des Barunterliegenden Substrates ist. In vielen Fällen wird
das Substrat aus einem Material gebildet, welches einen Brechungsindex von
zwischen etwa 1,35 und etwa 1,65, noch häufiger zwischen etwa 1,4 und
etwa 1,55, aufweist. In diesen Fällen
kann die Grundschicht aus einem Material mit einem Brechungsindex
von weniger als etwa 1,7, vorzugsweise weniger als 1,55 und insbesondere
weniger als etwa 1,65 ausgebildet werden. Jedoch ist es in diesen
Fällen
noch mehr bevorzugt, die Grundschicht aus einem Material mit einem
Brechungsindex von zwischen etwa 1,35 und etwa 1,65 oder zwischen
etwa 1,4 und etwa 1,55 auszubilden.
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Bei
bestimmten Ausführungsformen
der Erfindung ist die Grundschicht 22 ein amorpher Überzug.
In vielen Fällen
wird angenommen, daß es
von Vorteil ist, die Grundschicht 22 aus einem Überzug auszubilden, der
so amorph wie möglich
ist. Beispielsweise ist eine Grundschicht 22 aus Siliciumdioxid
besonders bevorzugt. Eine amorphe Grundschicht 22 dieser
Art kann mit Vorteil durch Sputtering abgeschieden werden, wie weiter
unten beschrieben. Während
ein praktisch amorpher Überzug
(beispielsweise Siliciumnitrid) bei manchen Ausführungsformen verwendet werden
kann, ist die Grundschicht 22 vorzugsweise ein praktisch
nicht kristalliner Überzug.
Während
Siliciumdioxid im einzelnen als bevorzugtes amorphes Material beschrieben wird,
kann der Fachmann den Wunsch haben, andere amorphe Materialien zur
Verwendung als Grundschicht 22 auszuwählen.
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Wie
oben erwähnt,
umfaßt
bei bestimmten Ausführungsformen
der Erfindung die Grundschicht Siliciumdioxid. Siliciumdi oxid besitzt
typischerweise einen Brechungsindex von etwa 1,4. Natürlich können andere Materialien
mit einem Brechungsindex von etwa zwischen 1,35 und 1,65 oder bevorzugt
zwischen etwa 1,4 und 1,55 ebensogut verwendet werden. Beispielsweise
kann der Fachmann andere Materialien mit geeigneten Brechungsindices
auswählen.
Jedoch ist die Grundschicht 22 unabhängig von dem ausgewählten Material vorzugsweise
aus praktisch unporösem
Material gebildet. Außerdem
wird die Grundschicht 22 vorzugsweise aus einem Material
gebildet, welches gut an dem gewünschten
Substrat anhaftet.
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Die
vorliegende Grundschicht 22 ist vielleicht von größtem Vorteil,
wenn sie in Verbindung mit einem Substrat verwendet wird, welches
korrosionsempfindlich ist (beispielsweise durch Exposition gegenüber Feuchtigkeit).
Beispielsweise kann das Substrat eine Glasscheibe sein. Die verschiedensten
Arten Glas können
verwendet werden, wenngleich Kalk-Natron-Glas vielleicht das am meisten
bevorzugte ist. Kalk-Natron-Glas
besitzt typischerweise einen Brechungsindex von zwischen etwa 1,4
und etwa 1,55.
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Die
Grundschicht 22 wird vorzugsweise unmittelbar auf eine
Oberfläche 12 des
Substrates 10 abgeschieden. Wie oben erwähnt, wird
angenommen, daß Kalk-Natron-Glas
das bevorzugte Substrat für
viele Anwendungszwecke ist. Es ist wohlbekannt, daß Kalk-Natron-Glas
in großem
Maße aus
Siliciumdioxid hergestellt wird. Somit wird bei bestimmten bevorzugten
Ausführungsformen
eine Grundschicht 22 aus Siliciumdioxid unmittelbar auf
eine Scheibe aus Kalk-Natron-Glas aufgebracht. Bei Ausführungsformen
dieser Art ist die erhaltene Bindung zwischen dem Siliciumdioxid
und dem Glas nach verbreiteter Ansicht außerordentlich stark. Demzufolge
ist Siliciumdioxid ein besonders bevorzugtes Material für die Grundschicht 22,
da es unwahrscheinlich ist, daß es
von dem Substrat während
der nachfolgenden Verarbeitung oder während des nachfolgenden Gebrauches
delaminiert wird.
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Die
durchsichtige Grundschicht 22 besitzt zweckmäßigerweise
eine Stärke
von mindestens etwa 25 Å.
Beispielsweise kann die Grundschicht 22 eine Stärke von
etwa zwischen etwa 25 und etwa 100 Å aufweisen. Besonders gute
Ergebnisse sind erzielt worden, wenn man Siliciumdioxid-Grundschichten
in diesen Stärkebereichen
verwendete. Da der Brechungsindex der durchsichtigen Grundschicht
etwa derselbe ist wie der des Substrates, kann die Grundschicht
in einen Überzugsstapel
auf dem Substrat in praktisch jeder Stärke eingebracht werden, ohne
daß die
sichtbare Durchlässigkeit,
Reflektion oder Farbe des beschichteten Substrates wesentlich verändert wird.
Demzufolge besitzt diese Schicht keine strenge maximale Stärke.
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Jedoch
ist es zeit- und kostenwirksam, die Stärke der Grundschicht auf ein
Minimum herabzudrücken. Dies
ist besonders der Fall, wenn die Grundschicht 22 aus gesputtertem
Siliciumdioxid besteht (zufolge der geringen Sputtering-Geschwindigkeit von
Siliciumdioxid). Die Herstellung einer starken gesputterten Siliciumdioxid-Grundschicht
würde eine
nicht annehmbare Länge
der Verfahrensdauer bedeuten und entweder eine nicht annehmbare
große
Anzahl von Sputtering-Kammern
(das heißt,
eine unannehmbar lange Sputtering-Linie) oder eine unannehmbar geringe
Substratgeschwindigkeit (was eine unannehmbare Wirkung auf den Durchsatz
haben würde)
erfordern. Außerdem
erhöht
sich die Spannung in der Grundschicht 22 typischerweise
mit zunehmender Stärke
dieser Schicht 22. Während
dies weniger wichtig sein mag, wenn die Grundschicht 22 aus
gesputtertem Siliciumdioxid gebildet wird (da gesputtertes Siliciumdioxid
nicht dazu neigt, eine besonders hohe Spannung zu entwickeln), läßt sich
doch einiger Vorteil durch die Anwesenheit geringer Spannung durch
Minimieren der Stärke
erzielen. Überraschenderweise
wurden gute Ergebnisse erzielt, wenn eine durchsichtige Grundschicht 22 in
einer Stärke
von weniger als 100 Å und
selbst in einer Stärke
von weniger als etwa 90 Å (beispielsweise
etwa 50 bis 70 Å)
verwendet wurde. Grundschichten 22 aus Silliciumdioxid
ergeben beispielsweise in diesen Stärken gute Resultate.
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Bei
bestimmten, besonders vorteilhaften Ausführungsformen ist die durchsichtige
Grundschicht
21 ein aufgesputteter Überzug. Gesputterte Überzüge besitzen
eine außergewöhnliche
Glattheit und Dickengleichmäßigkeit.
Beide Eigenschaften sind für
ein verbessertes Anhaften von zusätzlichen Überzügen, die auf die Grundschicht
22 aufgesputtert
werden, von großer
Bedeutung. Im einzelnen fördert
eine niedrige Oberflächenrauheit
einer gesputterten Grundschicht
22 eine besonders gute
Dickengleichmäßigkeit
der darüberliegenden Überzüge. Gesputterte
Siliciumdioxid-Grundschichten sind besonders von Vorteil, da sie
dazu neigen, eine sehr erwünschte
amorphe Struktur aufzuweisen. Sputtering-Techniken und -ausrüstungen
sind in der Fachwelt wohlbekannt. Beispielsweise sind Sputtering-Kammern
mit einem Magnetron und dazugehörige
Ausrüstungsteile
von vielen Bezugsquellen im Handel erhältlich (beispielsweise von
Leybold und BOC Coating Technology). Nützliche Magnetron-Sputtering-Techniken
und -ausrüstungen
sind außerdem
in
US-PS 4,166,018 von Chapin
beschrieben.
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Zum
Aufbringen der durchsichtigen Grundschicht 22 können herkömmliche
Sputtering-Techniken und -ausrüstungen
mit einem Magnetron verwendet werden. Wie oben erwähnt, kann
die Grundschicht 22 vorteilhafterweise aus Siliciumdioxid
abgeschieden werden. Beispielsweise könnte diese Schicht 22 durch
Sputtering von Silicium-Targets in einer inerten Atmosphäre abgeschieden
werden. Jedoch kann es äußerst schwierig
sein, Siliciumdioixd-Targets zuverlässig zu sputtern. Dies ist
deswegen der Fall, weil Targets als Kathoden bei einem herkömmlichen
Sputtering-Verfahren mit Magnetron verwendet werden und weil Siliciumdioxid
ein schlechter Leiter ist. Demzufolge ist es bevorzugt, Siliciumdioxid
abzuscheiden, indem man Targets verwendet, die metallisches Silicium
statt Siliciumdioxid enthalten. Das tatsächlich auf dem Substrat abgeschiedene Material
kann durch Verwendung einer Sputtering-Atmosphäre, die Sauerstoff enthält, zu Siliciumdioxid
umgewandelt werden.
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Die
Siliciumtargets werden vorzugsweise nicht aus reinem Silicium gebildet.
Vielmehr enthalten die Targets vorzugsweise eine Verbindung aus
Silicium und Aluminium oder einem anderen elektrisch leitenden Material.
Reine Silciumtargets lassen sich in einer konsistenten, kontrollierten
Weise schlecht sputtern, weil Silicium ein Halbleiter ist. Demzufolge
wird ein Teil des Siliciumdioxids (welches nicht leitend ist), das
emittiert wird, wenn reine Siliciumtargets gesputtert werden, erneut
auf der Targetoberfläche
sowie auf den Anoden und umgebenden Abschirmungen in der Sputtering-Kammer
abgeschieden. Das kann den Stromfluß beeinträchtigen, was seinerseits die
Bildung eines Lichtbogens hervorrufen kann, wenn das Sputtering
fortgesetzt wird. Um die Entstehung eines Lichtbogens zu vermindern,
ist es somit bevorzugt, daß die
Targets zwischen etwa 5 und 15% Aluminium oder ein anderes elektrisch
leitendes Material enthalten. Silicium/Aluminium-Targets sind von
einer Reihe bekannter Anbieter im Handel erhältlich, wie beispielsweise
von Bekaert VDS nv aus Deinze, Belgien.
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Die
Atmosphäre
in der Sputtering-Kammer kann variiert werden, um eine optimierte
Sputtering-Geschwindigkeit zu erzielen. Eine oxidierende Sputtering-Atmosphäre wird
vorzugsweise in solchen Fällen
verwendet, bei denen Silicium- oder
Silicium/Aluminium-Targets verwendet werden. Natürlich braucht in diesen Fällen die
Sputtering-Atmosphäre
nicht aus reinem Sauerstoff zu bestehen. Im Gegenteil, ein Gemisch
aus Sauerstoff und Inertgas (beispielsweise Argon) führt dazu,
daß die
Sputtering-Geschwindigkeit erhöht
wird. Beispielsweise wird angenommen, daß eine Sputtering-Atmosphäre aus Sauerstoff
und bis etwa 40% Argon (vorzugsweise 0 bis 20% Argon), die bei einem
Druck von 3 × 10–3 mbar
gehalten wird, ausreicht. Die Leistung, mit der jedes Target betrieben
wird, wird vorzugsweise optimiert, um eine Bildung von Lichtbögen zu verhindern
und doch die Sputtering-Geschwindigkeit
zu maximieren. Leistungshöhen
von bis zu 80 kW je Target sollen gute Ergebnisse liefern.
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Eine
Herstellungsanordnung, die zu guten Ergebnissen geführt hat,
besteht aus drei rotierenden Sputtering-Targets aus Silicium, welches
mit etwa 5 bis 15% Aluminium dotiert ist (d. h., zwischen etwa 95%
Silicium/etwa 5% Aluminium und etwa 85% Silicium/etwa 15% Aluminium
enthält),
wobei jedes Target mit einer Leistung von etwa 42 kW betrieben wird.
Die Atmosphäre
in der Sputtering-Kammer kann 100% Sauerstoff bei einem Druck von
etwa 2,5 bis 4,5 mTorr enthalten. Alternativ kann eine Atmosphäre verwendet
werden, die etwa 80% Sauerstoff und etwa 20% Argon bei einem Druck
von etwa 3 × 10–3 mbar
enthält.
Das Substrat kann an den Sputtering-Targets vorbei mit einer Geschwindigkeit
von 2,54 bis 12,7 m/min (100 bis 500 Zoll je Minute) geführt werden.
Natürlich
können
die genauen Betriebsbedingungen (beispielsweise die Substratgeschwindigkeit,
die Leistung, die Zusammensetzung des Plasmas, die Zusammensetzung
des Targets usw.), unter denen eine Siliciumdioxid-Grundschicht 22 aufgebracht
werden kann, nach Wunsch verändert
werden, um die Abscheidung dieser Schicht 22 mit unterschiedlicher
Stärke
zu optimieren. Unter Anleitung durch die angegebene Lehre kann der
Fachmann die Betriebsbedingungen leicht aus wählen und in geeigneter Weise
abwandeln, um eine Siliciumdioxid-Grundschicht von unterschiedlicher
Dicke aufzubringen.
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Bei
einem Herstellungsverfahren gemäß der Erfindung
kann somit eine Siliciumdioxid-Grundschicht 22 dadurch
abgeschieden werden, daß man
ein Glassubstrat 10 unter einer Anzahl von Silicium/Aluminium-Targets
hindurchfährt,
während
man die Targets in einer oxidierenden Atmosphäre sputtert. Gewünschtenfalls
kann diese Atmosphäre
im wesentlichen aus Sauerstoff und Inertgas bestehen. Wenngleich
dies keinesfalls erforderlich ist, haben Sputtering-Atmosphären dieser
Art zu guten Ergebnissen geführt.
Eine Grundschicht 22, die nach einem derartigen Verfahren
abgeschieden worden ist, sollte im wesentlichen aus Siliciumdioxid
und einer geringen Menge Aluminium (oder einem anderen Metall, das
in den Targets vorhanden ist, um ihre Leitfähigkeit zu erhöhen) bestehen,
zumindestens dann, wenn sie zu Anfang abgeschieden wird. Als nächstes wird
die Wasser zum Zusammenlaufen bringende Beschichtung 20 abgeschieden,
indem man ein Glassubstrat 10 unter einer Anzahl Graphit-Targets
vorbeiführt,
während
die Targets in einer inerten Atmosphäre, beispielsweise aus Argon,
gesputtert werden. 1A zeigt eine besonders bevorzugte
Beschichtung gemäß der Erfindung.
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In
dem Überzugsstapel,
der in 1A dargestellt ist, wird die
durchsichtige Grundschicht 22 unmittelbar auf dem Glassubstrat 10 ausgebildet.
Auf die Grundschicht 22 wird eine zweite Schicht 20 abgeschieden, die
einen oder mehrere Graphitüberzüge enthalten
kann.
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2 ist
eine schematische Erläuterung
einer Mehrscheiben-Isolierglaseinheit gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung. Isolierglaseinheiten sind in der Technik wohlbekannt
und brauchen deshalb hier nicht im einzelnen erörtert zu werden. Kurz sei jedoch
gesagt, daß eine
derartige Isolierglaseinheit allgemein zwei Scheiben aus Glas 10, 100,
die von einem Abstandshalter 110 in einem Abstand voneinander
gehalten werden, umfaßt.
Bei dieser Ausführungsform
wird die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung 20,
die von der äußeren Oberfläche des
Glases 10 getragen wird, in der Richtung weg von der zweiten
Glasscheibe 100 angeordnet, während die reflektierende Beschichtung 30,
die von der inneren Fläche
des Glases 10 gehalten wird, in Richtung auf die zweite
Glasscheibe 100 angeordnet wird. Der Abstandshalter 110 ist
an einer Seite an die Innenfläche 102 der
zweiten Glasscheibe 100 und an der anderen Seite an die
erste Glasscheibe 10 gebunden. Wie dem Fachmann bekannt,
kann der Abstandshalter unmittelbar mit der Innenoberfläche 14 des
Glases 10 verbunden sein, oder die reflektierende Beschichtung 30 kann
sich nach außerhalb an
die Ränder
des Glases 10 erstrecken und der Abstandshalter unmittelbar
an diese Beschichtung 30 gebunden werden.
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Typischerweise
wird der Abstandshalter aus Metall oder dergleichen hergestellt
und enthält
in seinem Inneren ein Trocknungsmittel 112. Dieses Trockungsmittel
wird mit dem Gas in dem Zwischenscheibenraum 115 in Berührung treten
gelassen, um Feuchtigkeit, die zwischen die Scheiben des Glases
eindringen kann, zu entfernen. Eine äußere Abdichtung 114 kann
rund um den äußern Umfang
des Abstandshalters 110 angeordnet sein, um einem zuverlässige Gas-
und Feuchtigkeitssperre auszubilden.
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Bei
einer Abwandlung der in 2 dargestellten Struktur ist
eine Wasser zum Zusammenlaufen führende
Beschichtung (nicht dargestellt) praktisch die gleiche wie die oben
für die
Beschichtung 20 von 1 beschriebene
und kann auf der äußeren Oberfläche 104 der
zweiten Glasscheibe 100 auf gebracht sein. Diese Beschichtung
kann entweder statt der oder zusätzlich
zu der Beschichtung 20 verwendet werden, die auf der äußeren Oberfläche der
ersten Scheibe 10 dargestellt ist. Daher beträgt bei einer
(nicht dargestellten) Ausführungsform
die äußere Oberfläche 12 der
ersten Glasscheibe 10 eine Wasser zum Zusammenlaufen bringende Beschichtung
gemäß der Erfindung;
die innere Oberfläche 14 der
ersten Glasscheibe trägt
eine aus mehreren Schichten bestehende Infrarotlicht reflektierende
Beschichtung 30; die innere Oberfläche 102 der zweiten Glasscheibe 100 besitzt
keine sekundäre
Beschichtung; und die äußere Oberfläche 104 der
zweiten Glasscheibe trägt
eine zweite Wasser zum Zusammenlaufen bringende Beschichtung, die
praktisch die gleiche ist wie die Beschichtung 20 auf der äußeren Oberfläche der
ersten Scheibe.
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3 erläutert eine
weitere Anwendung für
einen beschichteten Glasgegenstand gemäß der Erfindung. Bei dieser
Ausführungsform
ist die Glasscheibe 10 an eine zweite Glasscheibe 100 durch
eine dazwischen angeordnete reißfeste
Kunststoffolie 130 unter Ausbildung einer laminierten Struktur
gebunden. Derartige laminierte Fensterstrukturen sind auf dem Gebiet
der Automobilfenster wohlbekannt. Typischerweise nimmt diese Kunststoffolie 130 die
Form einer relativ dicken Schicht aus Polyvinylbutyral oder dergleichen
ein, die durch Wärmeeinwirkung
mit den anderen beiden Glasscheiben verschmolzen wird. Gewünschtenfalls
kann die Beschichtung 30 weggelassen werden. Vorzugsweise
jedoch umfaßt
der reflektierende Überzug 30 einen temperbaren
Infrarotstrahlung reflektierenden Überzug. Eine Vielzahl derartiger Überzüge sind
dem Fachmann bekannt, und die genaue Natur eines derartigen Überzuges
liegt außerhalb
des Umfanges der Erfindung, jedoch kann jeder beliebige geeignete
temperbare Überzug 30 verwendet
werden.
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Wie
oben erwähnt,
wird die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung zweckmäßigerweise durch
Sputtering aufgebracht – wie
auch die reflektierende Beschichtung 30, wenn sie vorhanden
ist. Diese getrennten Beschichtungen können unter Verwendung herkömmlicher
Sputtering-Ausrüstungen
durch Aufbringen der beiden Beschichtungen in getrennten Durchläufen durch
eine Sputtering-Linie hergestellt werden. Beispielsweise kann vor
der Aufbringung der reflektierenden Beschichtung die Wasser zusammenlaufen
lassende Beschichtung 20 gemäß der Erfindung auf die äußere Oberfläche des
Glases dadurch aufgebracht werden, daß die Oberfläche des
Glases unter einem Kohlenstoff enthaltenden Target in einer nichtoxidierenden Sputtering-Atmosphäre angeordnet
wird. Danach kann eine aus mehreren Schichten bestehende reflektierende
Beschichtung unter Verwendung einer Reihe von Sputtering-Kammern in herkömmlicher
Weise aufgebracht werden, wobei jede Kammer derart eingerichtet
ist, daß sie
eine oder mehrere spezifische Schichten des gewünschten Überzugsstapels aufsputtert.
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4 erläutert schematisch
eine Sputtering-Kammer mit doppelter Ausrichtung. Sputtering-Kammern mit
einem Magnetron sind dem Fachmann wohlbekannt und aus verschiedenen
Quellen im Handel erhältlich. Während eine
gründliche
Erörterung
derartiger Sputtering-Kammern mit Magnetron außerhalb des Umfanges der vorliegenden
Offenbarung liegt, ist eine relativ nützliche Struktur eines derartigen
Gerätes
aus
US-PS 5,645,699 von
Sieck bekannt.
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Allgemein
gesagt, besteht ein Sputtering mit Magnetron darin, daß ein Target
aus einem Metall oder Dielektrikum gebildet wird, welches auf dem
Substrat abzuscheiden ist. Dieses Target wird mit einer negativen Ladung
versehen, und neben dem Target wird eine relativ positiv geladene
Anode angeordnet. Durch Einführung
einer verhältnismäßig geringen Menge
eines gewünschten
Gases in die Kammer neben dem Target kann ein Plasma dieses Gases
erzeugt werden. Atome in diesem Plasma stoßen mit dem Target zusammen,
wobei Targetmaterial aus dem Target herausgeschossen und auf das
zu beschichtende Substrat gesputtert wird. Außerdem ist dem Fachmann bekannt,
einen Magneten hinter dem Target anzuordnen, um das Plasma zu formen
und es in einem Gebiet in der Nähe
der Oberfläche
des Targets zu fokussieren.
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Gemäß 4 wird
eine Glasscheibe 10, die beschichtet werden soll, auf einer
Anzahl von Trägerwalzen 210 angeordnet,
die längs
der Länge
der Sputtering-Kammer 200 im Abstand voneinander vorgesehen sind.
Während
der genaue Abstand zwischen diesen Walzen 210 aus weiter
unten näher
erläuterten
Gründen variiert
werden kann, ist es zweckmäßig, daß diese
Walzen mindestens längs
einer Zwischenstrecke der Kammer 200 etwas weiter voneinander
angeordnet werden, um die wirksame Beschichtungsfläche von
dem unteren Target 260 zu erhöhen.
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In
der dargestellten Ausführungsform
ist die Glasscheibe 10 derart angeordnet, daß sie waagerecht über diese
Walzen, beispielsweise von links nach rechts, wandert. Die innere
Oberfläche 14 des
Glases ist nach oben gerichtet, während die äußere Oberfläche des Glases nach unten gerichtet
ist und auf den Walzen 210 ruht. (Während dies vermutlich die typischste
Konfiguration ist, muß darauf
hingewiesen werden, daß die relative
Anordnung des Glases innerhalb der Sputtering-Kammer 200 ausgetauscht
werden kann, solange die relativen Positionen der oberen Targets 200 und
des unteren Targets 260 ebenfalls ausgetauscht werden. Demzufolge
ist zu bemerken, daß die
Bezeichnung dieser Targets als "obere" oder "untere" lediglich zur Vereinfachung
erfolgt und die relative Anordnung dieser Elemente innerhalb der
Sputtering-Kammer gewünschtenfalls
leicht umgekehrt werden kann).
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Die
Sputtering-Kammer
200, die in
4 dargestellt
ist, umfaßt
zwei voneinander im Abstand angeordnete obere Sputtering-Targets
220a und
220b.
Während
diese Targets planare Targets sein können, sind sie als sogenannte
rotierende oder zylindrische Targets dargestellt. Diese Targets
sind allgemein parallel zueinander angeordnet, wobei sich eine Vielzahl
von Anoden
230 horizontal und allgemein parallel zu diesen
Targets erstreckt. Wie gemäß
US-PS 5,645,699 vorgeschlagen,
kann eine Zwischenanode
230 ebenfalls zwischen diesen beiden
Targets angeordnet sein.
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Um
das Sputtering-Gas in die Kammer neben den Targets 220a und 220b einzuleiten,
wird ein Gasverteilungssystem verwendet. Während eine Anzahl von Gasverteilungssystemen
dem Fachmann bekannt ist, kann dieses Verteilungssystem einfach
ein Paar Röhren 235 umfassen,
die eine Anzahl von voneinander beabstandeten Öffnungen oder Düsen aufweisen,
die allgemein in Richtung auf das Target angeordnet sind.
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Die
Verwendung von Mehrfach-Targets, die über einem Glassubstrat in einer
Sputtering-Kammer mit einem Magnetron angeordnet sind, ist auf dem
Fachgebiet ziemlich üblich.
Jedoch ist der einzige Aspekt der in 4 dargestellten
Sputtering-Kammer 200 das Vorhandensein des "unteren" Targets 260.
Dieses Target ist dasjenige, welches dazu verwendet wird, die Wasser
zusammenlaufen lassende Beschichtung 20 gemäß der Erfindung
unmittelbar auf die äußere Oberfläche 12 des
Glases aufzusputtern. Wie es bei den oberen Targets 220a und 220b der
Fall ist, ist das untere Target 260 mit mindestens einer
und vorzugsweise zwei Anoden 270 in hinreichender Nachbarschaft
versehen, um ein stabiles Plasma zu erzeugen. Die Gasverteilungsleitungen 235,
die neben den oberen Targets 220a und 220b dargestellt
sind, sind von dem unteren Target 260 unzweckmäßig weit
entfernt, und die in der Mitte vorhandene Glasscheibe 10 teilt
die Sputte ring-Kammer 200 in zwei getrennte funktionale
Bereiche auf. Demzufolge ist es bevorzugt, getrennte Gasverteilungsrohre 275 vorzusehen,
die unterhalb des Glases neben dem unteren Target 260 angeordnet
sind, um eine konsistente Gasversorgung für das Plasma neben dem Target
sicherzustellen. Gewünschtenfalls
können
die unteren Rohre 275 und die oberen Rohre 235 Teil
desselben Gasverteilungssystems sein, d. h., beide Arten von Röhren können an
eine einzige Gasversorgung angeschlossen sein.
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Die
Art des Gases, das durch die unteren Rohre 275 heranbefördert wird,
hängt mindestens
zum Teil von der Art des zu sputternden Targets 260 ab.
Beim herkömmlichen
Sputtering mit Magnetron muß das
Target als Kathode dienen. Es versteht sich, daß beim Aufbringen einer Wasser
zusammenlaufen lassenden Beschichtung 20 gemäß der Erfindung
ein Graphit-Target
in nichtoxidierender (und vorzugsweise anaerober) Atmosphäre gesputtert
wird. Graphit ist verhältnismäßig leitfähig und
fest und steif, was ihm geeignete mechanische Eigenschaften verleiht,
um als Targetmaterial zu dienen. Selbst dann ist es wahrscheinlich,
daß bei
der großtechnischen
Herstellung das Target eine Metallstütze benötigt, die eine Graphit-Sputtering-Schicht
trägt. Rotierende
Targets zur Verwendung gemäß der Erfindung
können
aus einer hohlen Stützröhre aus
Metall bestehen, (die aus rostfreiem Stahl hergestellt sein kann)
und auf die eine Kohlenstoffschicht abgeschieden worden ist, beispielsweise
durch Plasmasprühen
in nichtoxidierender (und vorzugsweise leicht redizierender) Atmosphäre oder
durch Sintern von Graphitpulver. Die Kohlenstoffschicht ist im folgenden
zeitweise als "Graphit"überzug bezeichnet, jedoch muß darauf
hingewiesen werden, daß der
Kohlenstoff jede andere kristalline oder amorphe Form annehmen kann,
solange er richtig sputtert und eine geeignete Wasser zusammenlaufen lassende
Beschichtung 20 auf Kohlenstoffgrundlage gemäß der Erfindung
bildet. Je doch ist die Wasser zusammenlaufende Beschichtung 20 auf
Kohlenstoffbasis vorzugsweise aus nicht-hydriertem Graphit zusammengesetzt.
Darüber
hinaus ist die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung auf Kohlenstoffgrundlage
allgemein aus etwa mehr als 70% Graphit, vorzgusweise mehr als etwa
85% Graphit und insbesondere mehr als etwa 90% Graphit zusammengesetzt.
Es ist allgemein bekannt, daß Graphit
aus Kohlenstoff besteht, der vorherrschend trigonal planare (sp2)-Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen aufweist.
Derartige Beschichtungen sind allgemein hydrophil und fördern daher
das Zusammenlaufen von Wasser während
des Kontaktes des Wassers mit der Beschichtungsoberfläche.
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Während die
aufeinanderfolgenden Glasscheiben 10 wirksam die Sputtering-Kammer
aufteilen, schließt
dies nicht aus, daß Gas,
welches in einem Bereich der Kammer eingeführt worden ist, sonst wohin
in die Kammer wandert. So wie es bevorzugt ist, das das untere Target 260 ein
Graphit-Target ist, das in einer nichtoxidierenden Atmosphäre gesputtert
wird, so ist es bevorzugt, daß das
Sputtering der oberen Targets 220a und 220b nicht
beträchtliche
Mengen an Sauerstoff in dem Sputtering-Plasma erforderlich macht,
um die gewünschte
Beschichtungszuammensetzung abzuscheiden. Dies kann die Verwendbarkeit
dieser Sputtering-Kammer 200 mit doppelter Ausrichtung
zur Abscheidung einer Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung 20 auf
einer Seite der Glasscheibe und des Sputterns eines metallischen
Targets in einer stark oxidierenden Atmosphäre für die Abscheidung eines dielektrischen
Metalloxids auf der anderen Oberfläche einschränken.
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Von
größerem Vorteil
ist es, daß die
doppelte Ausrichtung der Sputtering-Kammer gemäß 4 dafür verwendet
werden kann, eine dielektrische Schicht auf der Innenoberfläche 14 des
Glases und die Wasser zusammenlaufende lassende Be schichtung 20 auf
Kohlenstoffgrundlage auf der äußeren Oberfläche 12 des
Glases in einer einzigen Kammer abzuscheiden. Das gesputterte Dielektrikum
kann ein Metalloxid sein.
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Wie
sich aus einigen der weiter unten angegebenen Versuchsbeispiele
ergibt, ist es bevorzugt, die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung 20 auf
Kohlenstoffgrundlage gemäß der Erfindung
unter Verwendung einer nichtoxidierenden Atmosphäre aus vorzugsweise Argon oder
Stickstoff aufzubringen. Gewünschtenfalls
kann die Kammer gemäß 4 zum
Sputtering in doppelter Richtung dazu verwendet werden, eine Metallschicht
oder ein Metallnitrid auf der Innenoberfläche 14 des Glases
zugleich mit der Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung auf
der Außenoberfläche 12 des
Glases abzuscheiden. Selbst wenn das durch die untere Röhre 275 zugeführte Gas
reines Argon und das in die obere Röhre 235 eingeführte Gas
reiner Stickstoff oder eine Kombination aus Argon und Stickstoff
wäre, würde eine
Vermischung dieser beiden Gase das Aufbringen einer Metallnitrid-Schicht
unter Verwendung der oberen Targets und das gleichzeitige Aufbringen
einer Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung 20 auf
Kohlenstoffgrundlage unter Verwendung von Graphit-Targets nicht
wesentlich beeinträchtigen.
Beispielsweise können
ein oder beide Targets 220a und 220b aus metallischem
Silicium, welches mit bis zu 5 Aluminium dotiert ist, hergestellt
sein und das Gas, das durch beide Arten der Gaszuleitungen 235 und 275 zugeführt wird,
aus einem in geeigneter Weise ausgewogenen Gemisch aus Argon und
Stickstoff oder selbst reinigendem Stickstoff bestehen.
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Bei
herkömmlichen
Sputtering-Kammern mit einem Magnetron wird der Abstand zwischen
den Walzen 210, die dazu verwendet werden, das Glas zu
haltern, ziemlich eng gehalten, um kleinere Glassubstrate auf der
Linie ohne großes
Risiko, daß das
Glas zwischen die Walzen fällt,
verarbeiten zu können.
Um die Störung durch
die Walzen beim Aufbringen der Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung
auf die Außenfläche 12 des
Glases auf einem Minimum zu halten, kann dieser Abstand jedoch vergrößert werden.
Der maximale sichere Abstand muß von
Fall zu Fall für
einen gegebenen Bereich der gewünschten
Glasgrößen bestimmt werden.
Je größer jedoch
der Zwischenraum zwischen den Walzen auf dem Weg zwischen dem unteren
Target 260 zu der äußeren Oberfläche 12 des
Glases ist, desto größer ist
der Anteil an gesputtertem Kohlenstoff, der auf dem Glas abgeschieden
wird. Natürlich
können
die Walzen in anderen Bereichen der Sputtering-Apparatur in ihrem
normalen Abstand voneinander gehalten werden. Es kann zweckmäßig sein,
einige wenige der Walzen in der Zwei-Richtungs-Sputtering-Kammer 200 derart
auszugestalten, daß sie
leicht entfernt werden können,
so daß die
Kammer von der dargestellten Konfiguration auf eine konventioneller
betriebene Kammer umgebaut werden kann, die lediglich eine Seite
des Glases mit einem Überzug
versieht und deren Walzen näher
aneinander angeordnet sind.
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Statt
daß man
den Abstand zwischen den Walzen verändert, kann man auch die Walzen
kleiner im Durchmesser ausbilden. Herkömmliche Walzen sind hohle Metallröhren. Gewünschtenfalls
können
die Walzen mit geringerem Durchmesser ausgesteift werden, beispielsweise
durch Füllen
mit einem starren Schaumstoff. Um dieselbe Transportgeschwindigkeit
des Glases längs
des Trägers
aufrechtzuerhalten, würden
die Walzen mit geringerem Durchmesser schneller betrieben werden
müssen,
beispielsweise mittels eines Paares von Getrieben mit dem gewünschten Übersetzungsverhältnis.
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Die
Walzen 210 können
von jeder beliebigen herkömmlichen
Struktur sein. Es wird gefunden, daß gute Ergebnisse erzielt werden
können,
wenn man zylindrische Aluminiumwalzen verwendet, um die in Spiralform ein
Seil aus Kevlar® gewunden
ist, wobei das Kevlar® die Oberfläche darstellt,
mit der das Glas in unmittelbarer Berührung steht.
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Bei
bestimmten spezifischen Anwendungsformen kann die Zwei-Richtungs-Sputtering-Kammer 200 gemäß 4 ausreichen,
um die gesamte gewünschte
Beschichtung sowohl auf die innere als auch auf die äußere Oberfläche des
Glases aufzubringen. Häufiger
jedoch pflegt die Sputtering-Kammer 200 Teil einer Sputtering-Linie
zu sein, die aus einer Reihe von Sputtering-Kammern besteht. Jede
Sputtering-Kammer der Linie kann sowohl ein oberes als auch ein
unteres Target enthalten, bei den meisten herkömmlichen Anwendungszwecken
ist jedoch der Überzugsstapel,
der auf die obere Fläche
des Glases aufgebracht wird, komplexer (d. h., umfaßt eine
Reihe von unterschiedlichen Schichten mit variierender Zusammensetzung)
und dicker als die Wasser zum Ablaufen bringende Beschichtung gemäß der Erfindung.
Demzufolge kann die Mehrzahl der Sputtering-Kammern aus herkömmlichen,
nach unten sputternden Kammern bestehen, die lediglich ein oberes
Target aufweisen und unterhalb der Träger kein Target besitzen.
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Wenn
die Sputtering-Linie aus einer Kombination von nach unten sputternden
Kammern und Kammern 200 mit Zwei-Richtungs-Sputtering besteht,
kann die Stellung der Zwei-Richtungs-Kammern längs der Sputtering-Linie verändert werden.
Wenn die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung gemäß der Erfindung
durch Sputtering von Graphit in einer Stickstoffatmosphäre aufgebracht
wird, sollte man beispielsweise nicht versuchen, eine Metalloxidschicht
von einem Metalltarget aus auf die obere Oberfläche des Glases in derselben
Kammer abzuscheiden. Demzufolge können mindestens diejenigen
Kammern, die dazu verwendet werden, eine Metalloxid-Schicht zu sputtern,
als nach unten gerichtete Sputtering- Kammern durch Weglassen des unteren
Targets betrieben werden. Es wäre
jedoch möglich,
ein Metallnitrid (beispielsweise Si3N4 oder TiN oder eine Kombination aus Si3N4 und SiC) auf
der oberen Oberfläche
des Glases in derselben Kammer abzuscheiden.
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Herkömmliches
Fachwissen würde
es dem Fachmann nahelegen, die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung
gemäß der Erfindung
in der ersten Sputtering-Kammer oder nötigenfalls den ersten Sputtering-Kammern
aufzubringen, um sicherzustellen, daß die Wasser zusammenlaufen
lassende Beschichtung aufgebracht ist, bevor die Glasoberfläche durch
Berührung
mit den Walzen, die das Glas innerhalb der Kammer haltern, beschädigt oder
verschmutzt wird. Ganz überraschend
wurde jedoch gefunden, daß das
Gegenteil zutrifft – die
Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung gemäß der Erfindung wird optimalerweise
in der letzten Sputtering-Kammer
aufgebracht. Wenn mehr als eine Zwei-Richtungs-Sputtering-Kammer 200 erforderlich
ist, um eine hinreichend starke Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung
ohne übermäßige Senkung
der Glasgeschwindigkeit durch die Sputtering-Linie abzuscheiden,
wird die Wasser zuammenlaufen lassende Beschichtung optimalerweise
in den letzten Sputtering-Kammern aufgebracht.
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Wenn
die Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung gemäß der Erfindung
am Anfang der Sputtering-Linie aufgebracht wird, wird der Hauptanteil
der äußeren Oberfläche des
Glases die gewünschten Wasser
zusammenlaufen lassenden Eigenschaften aufweisen. Jedoch die Ränder des
Glases könnten
diese verbesserten Eigenschaften nicht in konsistenter Weise aufweisen.
Dies ist vermutlich einem leichten Übersprühen der auf die obere Oberfläche des
Glases nach Abscheidung der Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung
aufgebrachten Beschichtung zurückzuführen, wobei
eine sehr ge ringe Menge an Material, das auf die obere Oberfläche aufgebracht
wird, nach unten auf die untere Oberfläche wandert und über der
Wasser zum Zusammenlaufen bringenden Beschichtung an den Rändern der
Glasscheibe zu liegen kommt. Obwohl diese übergesprühte Beschichtung so dünn ist,
daß sie
keinen leicht erkennbaren Einfluß auf die optischen Eigenschaften
des Glases besitzt, verringert diese praktisch unsichtbare Beschichtung
etwas die Vorteile der Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung
um die Ränder
des Glases herum. Durch Aufbringen des Kohlenstoffs auf die äußere Oberfläche des
Glases in der Nähe
des Endes der Sputtering-Linie
kann das Ausmaß der Übersprühung, die
sich auf der Kohlenstoffbeschichtung absetzt, auf ein Minimum herabgedrückt werden
und die vorteilhaften Wasser zusammenlaufen lassenden Wirkungen
dieser Beschichtung erhalten bleiben.
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Eine
Zwei-Richtungs-Sputtering-Kammer 200, wie sie in 4 dargestellt
ist, sollte die Kosten minimieren und die Herstellungswirksamkeit
beim Aufbringen der Beschichtungen auf beiden Seiten der Glasscheibe
maximieren. Weniger wünschenswert
ist es, eine Wasser zum Zusammenlaufen bringende Beschichtung gemäß der Erfindung
in einem einzigen Durchgang aufzubringen und die reflektierende
Beschichtung auf der anderen Seite des Glases in einem zweiten Durchgang,
wobei ein Herumdrehen des Glases zwischen den Durchgängen erforderlich
ist, um zu gestatten, daß sämtliche
Targets auf derselben Seite der Träger in der Kammer oder in den
Kammern angeordnet sind. Dies ist viel weniger wirksam als das oben
beschriebene Verfahren, und es ist nicht anzunehmen, daß sich dieses
Verfahren zur großtechnischen
Glasherstellung mit niedrigen Kosten eignet.
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Während sich
das Glassubstrat durch die Kammer bewegt, gibt es Zeiten, zu denen
das Glas die oberen Targets 200a und 200b vor
dem unteren Target 260 oder umgekehrt nicht wirk sam abschirmt.
Demzufolge kann Material von oberen Targets auf dem unteren Target
und Material von dem unteren Target auf einem oder beiden der oberen
Targets abgeschieden werden. Während
sich die Sputtering-Kammer 200 gemäß 4 in idealer
Weise zum Sputtering eignet, wenn die oberen Targets 220a, 220b und
das untere Target 260 praktisch die gleiche Zusammensetzung
besitzen, ist dies nicht erforderlich. Wenn die oberen Targets eine
abweichende Zusammensetzung von der des unteren Targets aufweisen,
muß nötigenfalls
Sorge dafür
getragen werden, die wechselseitige Verunreinigung der unterschiedlichen
Targets auf ein Minimum herabzudrücken.
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Mindestens
in der Theorie kann diese Schwierigkeit dadurch überwunden werden, daß man unabhängig voneinander
die Leistung steuert, mit der jedes der Sputtering-Targets betrieben
wird, um sicherzustellen, das jedes Target lediglich dann sputtert,
wenn das Glas so positioniert ist, daß es die oberen und unteren
Targets voneinander abschirmt. Handelsübliche Energieversorgungs-Steuergeräte sind
jedoch bisher nicht entwickelt worden. Außerdem kann die Steuerungslogik
für eine
derartige Anordnung übermäßig schwierig
sein, wenn die Sputtering-Linie dazu verwendet wird, Glassubstrate
verschiedener Größe statt
solcher von konsistenter Größe zu beschichten.
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5 erläutert eine
mögliche
Sputtering-Kammer 300, die dazu verwendet werden kann,
sowohl die innere Oberfläche 14 als
auch die äußere Oberfläche 12 des
Substrats in einem einzigen Durchgang ohne bedeutende wechselseitige
Verunreinigung der Sputtering-Targets zu beschichten. Elemente,
die eine analoge Funktion wie Elemente, die in 4 dargestellt
sind, aufweisen, tragen die gleichen Bezugszahlen, sind jedoch um 100 erhöht sind,
so daß beispielsweise
die oberen Gasverteilungsleitungen 335 gemäß 5 funktiona le
Analoga zu den oberen Gasverteilungsleitungen 235 gemäß 4 sind.
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Die
Sputtering-Kammer 300 gemäß 5 läßt sich
wirksam in drei Beschichtungszonen 300a, 300b und 300c durch
jeweils ein Paar Sperren 340 unterteilen. Ein Teil des
Gases in einer Beschichtungszone kann in eine andere Beschichtungszone
strömen,
so daß es
am besten ist, die gleiche Atmosphäre in allen drei Zonen zu verwenden.
Jedoch dienen die Barrieren oder Sperren 340 dazu, die
Menge an in einer Beschichtungszone gesputtertem Material, die auf
einem Target in einer anderen Beschichtungszone landet, wirksam
zu begrenzen.
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In
der Ausführungsform
gemäß 5 ist
jede der drei Beschichtungszonen 300a–300c dazu eingerichtet,
bis zu vier Targets zu enthalten, wobei zwei Targets oberhalb des
Substrats und zwei unterhalb des Substrats angeordnet sind. Daher
sind sechs obere Target-Befestigungsstellen 321–326 oberhalb
des Glasweges und sechs untere Targets-Befestigungsstellen 361–366 unterhalb
des Glasweges vorgesehen. Dies erlaubt eine maximale Flexibilität bei der
Verwendung dieser einzigen multizonalen Sputtering-Kammer 300,
um Erzeugnisse mit unterschiedlichen Eigenschaften herzustellen. 5 erläutert schematisch
jede der oberen Target-Befestigungsstellen 321–326,
die mit je einer der unteren Target-Befestigungsstellen 361–366 senkrecht
in Flucht stehen. Es ist jedoch zu beachten, daß die Targets nicht senkrecht
in dieser Stellung in Flucht stehen müssen, sondern in vorteilhafterer
Weise in einer waagerechten versetzten Anordnung positioniert sein können.
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In
der in 5 dargestellten Anordnung besitzt die erste Beschichtungszone 300a zwei
obere Targets (320a und 320b), jedoch kein unteres
Target auf den unteren Target-Befesti gungsstellen 361 und 362.
Während
ein Sputtering-Gas zu den oberen Gasverteillungsleitungen 335 geleitet
und die oberen Anoden 330 in der ersten Beschichtungszone
mit Energie versorgt werden, besteht keine Notwendigkeit, irgendwelche
Mengen an Gas in die unteren Gasverteilungsleitungen 375 einzuleiten
oder irgendeine Energie den unteren Anoden 370 zuzuführen. Die
zweite Beschichtungszone 300b besitzt zwei untere Targets 360c und 360d,
jedoch trägt
keine der oberen Target-Befestigungsstellen 323 und 324 Sputtering-Targets.
Analog besitzt die dritte Beschichtungszone 300c zwei untere
Targets 360e und 360f, doch keine der oberen Target-Be-Festigungsstellen 325 und 326 trägt Sputtering-Targets.
Optimalerweise (wie oben erörtert),
wird die erste Beschichtungszone 300a dazu verwendet, die äußerste Schicht
des reflektierenden Überzugsstapels,
die von der Innenoberfläche 14 der
Substrate getragen wird, aufzubringen, und die letzten beiden Beschichtungszonen 300b und 300c dazu,
die Wasser ablaufen lassende Beschichtung 20 auf die äußere Oberfläche 12 der
Substrate abzuscheiden.
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Die
Anordnung von Targets in der multizonalen Sputtering-Kammer 300 gemäß 5 ist
lediglich zur Erläuterung
dargestellt, und es versteht sich, daß die Target-Anordnung variiert
werden kann, um die Produktionswirksamkeit für unterschiedliche Produkte
zu maximieren. Wenn beispielsweise eine dickere Wasser zusammenlaufen
lassende Beschichtung mit derselben Glasbeförderungsgeschwindigkeit erwünscht ist,
kann ein Graphit-Target oder dergleichen an jeder der unteren Target-Befestigungsstellen 361–366 montiert
werden, während
keine der oberen Target-Befestigungsstellen 321–326 ein
Target trägt.
Wenn eine dünnere
Beschichtung ausreicht (oder wenn die Glastransportgeschwindigkeit
durch die Beschichtungskammer in geeigneter Weise vermindert wird),
können
lediglich die letzten beiden unteren Target-Befestigungsstellen 365 und 366 mit
Targets versehen wer den, während
sämtliche
vier ersten oberen Target-Befestigungsstellen 321–324 Sputtering-Targets
tragen. Natürlich
kann jede oder können
mehrere der Beschichtungszonen 300a–300c ganz ähnlich wie
bei der Zwei-Richtungs-Sputtering-Kammer 200 gemäß 4 betrieben
werden, indem man immer Targets an den oberen und den unteren Target-Befestigungsstellen
derselben Zone montiert.
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Die
Vorrichtung gemäß den 4 und 5 und
das Verfahren zur Abscheidung von Beschichtungen unter Verwendung
derartiger Beschichtungssysteme ist in der vorliegenden Anmeldung
hauptsächlich
im Zusammenhang mit dem Aufbringen eines reflektierenden Überzugsstapels
auf einer Seite des Glases und einer Wasser zum Zusammenlaufen bringenden
Beschichtung auf der anderen Seite des Glases erörtert. Selbstverständlich können diese
Vorrichtung und dieses Verfahren auch dazu eingesetzt werden, Beschichtungen
auf beiden Seiten einer Glasscheibe aufzubringen, unabhängig von
der Art der darauf aufgebrachten Beschichtungen. Beispielsweise
kann die Vorrichtung dazu verwendet werden, eine anti-reflektive
Beschichtung auf beiden Seiten einer Glasscheibe, Infrarot-Strahlung reflektierende
Beschichtungen auf beiden Seiten eines durchsichtigen oder durchscheinenden
organischen Substrates oder eine Wasser zusammenlaufen lassende
Beschichtung auf jeder Seite desselben Substrates aufzubringen.
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Der
Vorteil des in den 4 und 5 erläuterten
Systems besteht darin, daß ein
Substrat auf beiden Seiten mit einer aufgesputterten Beschichtung
versehen werden kann (unabhängig
von deren Zusammensetzung), welche in einem einzigen Durchgang durch
die Beschichtungsvorrichtung aufgebracht wird, wobei das Glas in
einer konstanten Ausrichtung gehalten wird, d. h., wobei es nicht
notwendig ist, es umzuklappen, zu wenden oder anderweitig zu manipulieren.
Dies ermöglicht
die Verwendung eines einfachen Satzes üblicher Transportwalzen, um
das Glas längs
der Produktionslinie zu befördern.
Ohne die Erfindung hätte
man typischerweise das Glas entweder manuell handhaben müssen, um
es umzuklappen und es zurück
in die Beschichtungsvorrichtung zu einem getrennten Durchgang zu
schicken oder ein kompliziertes Glasbehandlungssystem einzusetzen,
welches das Substrat haltern und es an einem bestimmten Punkt während des
Herstellungsverfahrens umklappen müßte. Somit wird es ermöglicht,
Glas mit Beschichtungen auf beiden Seiten besonders wirtschaftlich
ohne Qualitätsverlust
bei Beschichtung herzustellen.
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In
der Vergangenheit nahm man an, daß selbst dann, wenn nur die
Unterseite des Glases zu beschichten war, der Kontakt mit den Walzen
die Beschichtung zerkratzen und bzw. oder die Bodenfläche des
Glases vor dem Aufbringen der Beschichtung beschädigen würde. Überraschenderweise zeigt die
Erfindung jedoch, daß beide
Seiten des Glases in einem einzigen Durchgang mit ausgezeichneten
Ergebnissen beschichtet werden können.
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Die
genauen Betriebsbedingungen (beispielsweise Zusammensetzung des
Targets, Zusammensetzung des Plasmas usw.), unter denen die Wasser
zum Zusammenlaufen bringende Beschichtung gemäß der Erfindung aufgebracht
wird, können,
wie erforderlich, variiert werden, um die Abscheidung einer Beschichtung der
gewünschten
Dicke zu optimieren. Aufgrund der vorliegenden Lehre als Anleitung
muß ein
Durchschnittsfachmann in der Lage sein, geeignete Betriebsbedingungen
auszwählen,
um eine Beschichtung gemäß der Erfindung
ohne übermäßige Versuchsanstellung
aufzubringen.
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Bei
der Herstellung von Floatglas wird geschmolzenes Glas auf einem
Bad aus geschmolzenem Zinn schwimmen gelassen, wobei die obere Seite
als obere Seite und die untere Seite als "Zinnseite" bezeichnet wird. Wenn üblicherweise
Float glas mit einer reflektierenden Beschichtung versehen wird,
wird die Beschichtung auf die Oberseite des Glases wegen einiger
kleiner Oberflächenunvollkommmenheiten
auf der Zinnseite des Glases zufolge der Berührung mit Trägerwalzen
in dem Temperungskühlofen
aufgebracht. Wenn eine Scheibe aus Floatglas 10 mit sowohl
einer Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung 20 als
auch einer reflektierenden Schicht 30 versehen werden soll,
ist es bevorzugt, daß die
obere Oberfläche
der Glasscheibe als die Innenoberfläche 14 des Glases
verwendet wird und die reflektierende Beschichtung 30 erhält, während die
Zinnseite des Glases als äußere Oberfläche verwendet
wird und die Wasser zusammenlaufenlassende Beschichtung 20 erhält.
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Das
Verhalten einer Glasscheibe, die mit einer Wasser zusammenlaufen
lassenden Beschichtung gemäß der Erfindung
versehen ist, ist sichtbar verschieden von denjenigen einer ähnlichen
Glasscheibe, die die vorliegende Beschichtung nicht trägt. Eine
Glasoberfläche,
die eine Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung 20 trägt, läßt Wasser
leichter zusammenlaufen und ist merklich einfacher zu reinigen,
ohne sichtbare Streifen oder Mängel
hervorzurufen, als eine vergleichbare Scheibe aus unbeschichtetem
Glas unter den selben Bedingungen.
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Eine
herkömmliche
Reinigungslösung,
die unter der Handelsmarke "Windex®" im Handel erhältlich ist, wurde
auf die Oberfläche
der Glasscheibe gesprüht,
die den Überzug 20 trägt und die
Oberfläche
wurde mit einem Papiertuch so lange gewischt, bis die Fläche trocken
erschien. Derselbe Vorgang wurde mit einer einfachen, unbeschichteten
Floatglasscheibe derselben Zusammensetzung wiederholt, und es wurde
festgestellt, daß die
Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung 20 gemäß der Erfindung
in kürzerer
Zeit und mit weniger eingesetzer Anstrengung trocken und streifenfrei erschien
als das standardmäßige Floatglas.
Während derartige
sichtbare Streifen schließlich
auch trocknen können,
ohne beträchtliche
Reststreifen auf dem Glas zu hinterlassen, wird angenommen, daß eine durchschnittliche
Reinigungskraft dazu neigen würde,
das Wischen der Glasoberfläche
solange fortzusetzen, bis sämtliche
sichtbaren Streifen verschwunden sind, was bedeutet, daß die Reinigungskraft
weniger Zeit und Arbeitseinsatz aufwenden muß, um einen Glasgegenstand mit
einer Wasser zusammenlaufenen lassenden Beschichtung 20 statt
eines Glasgegenstandes ohne eine derartige Beschichtung zu säubern.
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Die
Veränderung
in den Oberflächeneigenschaften,
die durch die Erfindung hervorgerrufen wird, lassen sich leicht
qualitativ erkennen, jedoch kann es schwieriger sein, diese Unterschiede
in bedeutungsvoller Weise zu quanitfizieren. Dessen ungeachtet sollen
die folgenden Beispiele den Unterschied zwischen einer unbeschichteten
Glasscheibe und einer Glasscheibe mit einer Wasser zusammenlaufen
lassenden Beschichtung 20 gemäß der Erfindung zu erläutern.
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Versuchsbeispiel 1
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Es
wurden fünf
gleiche Scheiben aus Kalk-Natron-Glas hergestellt. Zwei der Scheiben
(Probe A1 und Probe A2) wurden mit einer Kohlenstoffbeschichtung 20 gemäß der Erfindung
unter Argonatmosphäre
versehen. Zwei der Proben (Probe B1 und Probe B2) wurden mit einer
gleichen Beschichtung in einer Stickstoffatmosphäre versehen. Die fünfte Probe
(Probe C) wurde unbeschichtet gelassen.
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Sämtliche
Kohlenstoffbeschichtungen wurden in einer herkömmlichen Standard-Sputtering-Linie
aufgebracht, wobei ein rotierendes Target mit einem Metallkern verwendet
wurde, über
dem eine teilchenförmige Graphitschicht
aufgesprüht worden
war. Probe A1 wurde mit einer Leistung von etwa 15,5 kW bei 485
V in einer Argonatmosphäre
aufgebracht, die bei etwa 4,0 mT und einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa
627 sccm angewandt wurde, wobei die Glasbewegung mit einer Geschwindigkeit
von etwa 8,89 m/min (350 Zoll pro Minute) erfolgte. Die Probe A2
wurde mit einer Leistung von etwa 15,7 kW bei 513 V in einer Argonatmosphäre aufgebracht,
die bei 4,0 mT gehalten wurde und eine Strömungsgeschwindigkeit von 616
sccm aufwies, wobei die Glasbewegung mit einer Geschwindigkeit von
etwa 12,7 m/min. (500 Zoll je Minute) erfolgte. Die dritte Probe
B1 wurde mit einer Leistung von etwa 15 kW bei 576 V bei einer Stickstoffatmosphäre von etwa
4,0 mT und einer Strömungsgeschwindigkeit
von etwa 1204 sccm aufgebracht, wobei die Glasbewegung mit einer
Geschwindigkeit von etwa 8,89 m/min. (350 Zoll pro Minute) erfolgte.
Schließlich
wurde die Probe B2 mit einer Leistung von etwa 15,3 kW bei 603 V
in einer Stickstoffatmosphäre
von etwa 4,0 mT und einer Strömungsgeschwindigkeit
von etwa 1187 sccm aufgebracht, wobei die Glasbewegung mit einer
Geschwindigkeit von etwa 12,7 m/min. (500 Zoll je Minute) erfolgte.
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Der
Kontaktwinkel von Wasser auf der beschichteten Seite des Glases
wurde dann unter Verwendung eines herkömmlichen Standard-Gerätes zum
Messen derartiger Kontaktwinkel bestimmt. Die Ergebnisse dieser
Messungen sind in der folgenden Tabelle 1 zusammengefaßt. Jede
der Proben wurde in eine Feuchtigkeitstestkammer (Singleton Model
SL23) eingebracht, die etwa 15 Tage lang bei 90 relativer Feuchtigkeit
und etwa 120°F
(etwa 49°C)
gehalten wurde. Jede Probe wurde dann aus der Testkammer entfernt,
mit Leitungswasser abgesprüht
und trocknen gelassen. Danach wurden die getrockneten Proben visuell
untersucht, um die Sauberkeit der Oberfläche mit einer Skala von 1 bis
5 zu bewerten, wobei 1 den saubersten und 5 den schmutzigsten Zustand
bedeuten. Diese schmutzigen Glasoberflächen wurden anschließend mit
Windex
® besprüht und mit
einem Papiertuch der Marke Kim Wipe
® abgewischt.
Während
dieses Reinigungsverfahrens wurden Bestimmungen der Leichtigkeit
der Reinigung und der Leichtigkeit des Abwischens vorgenommen, wobei
eine ähnliche
5-Punkte-Bewertungsskala
verwendet wurde mit 1 als der leichtesten und 5 als der schwierigsten
jeweiligen Behandlung. Die Werte für die Sauberkeit, Leichtigkeit
der Säuberung
und Leichtigkeit des Abwischens sind ebenfalls in Tabelle 1 zusammengefaßt. TABELLE 1
| Probe | Kontaktwinkel | Sauberkeit | Leichtigkeit
d. Reinigung | Leichtigkit
d. Abwischens |
| A1 | 43° | 4 | 3 | 3 |
| A2 | 43° | 4 | 3–4 | 3 |
| B1 | 17° | 3 | 2 | 2 |
| B2 | 24° | 4 | 3 | 2 |
| C | | 4 | 3 | 3 |
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Diese
Ergebnisse zeigen, daß die
beschichteten Proben gemäß der Erfindung
mindestens ebenso gut waren wie die unbeschichteten Gläser. Vielleicht überraschend
besaß das
Gas in dem zur Aufbringung der Beschichtung 20 verwendeten
Plasma einen ausgesprochenen Einfluß auf die Eigenschaften des
Glases. Insbesondere die beiden Proben, bei denen eine Kohlenstoffbeschichtung
einer einer Stickstoffatmosphäre
aufgebracht worden war (B1 und B2), besaßen einen beträchtliche
niedrigeren Kontaktwinkel als die Proben mit den Beschichtungen,
die unter Verwendung von Argon aufgesputtert worden waren. Die Probe
B1 zeigte außerdem
ein etwas verbessertes Verhalten hinsichtlich Sauberkeit, Leichtigkeit der
Reinigung und Leichtigkeit des Abwischens gegenüber dem einfachen, unbeschichteten
Glas. Daher sollte die Beschichtung länger als unbeschichtetes Glas
sauber bleiben, wenn sie derselben Umgebung ausgesetzt wird, und
beträchtlich
leichter zu reinigen sein, wenn sie schmutzig geworden ist.
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Versuchsbeispiel 2
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Ähnliche
Proben wurden unter Verwendung eines "Q Panel Model QUV"-Testgerätes einem Bewitterungstest
unterzogen, der dazu verwendet wird, die Verschlechterungen zu simulieren,
die durch Wasser, wie Regen oder Tau, und längere Expositionen gegenüber Ultraviolett-Energie
in Sonnenlicht verursacht werden. Während einer Periode von etwa
7 Tagen wurden die Proben einem Zyklus aus vier Stunden Exposition
gegenüber
einer Ultraviolett-Lichtquelle bei etwa 60°C und anschließend etwa
vier Stunden einer Kondensation bei etwa 50°C (d. h., die relative Feuchtigkeit
in der Kammer war so hoch, daß Wasser
auf der Glasoberfläche bei
dieser Temperatur kondensierte) unterzogen. Dieselben Bewertungen
für Sauberkeit,
Leichtigkeit der Reinigung und Leichtigkeit des Abwischens wurden
mit den folgenden Ergebnissen vorgenommen: TABELLE 2
| Probe
d. Abwischens | Sauberkeit | Leichtigkeit
d. Reinigung | Leichtigkeit
d. Abwischens |
| A1 | 3 | 1 | 4 |
| A2 | 3 | 1 | 4 |
| B1 | 2 | 1 | 3 |
| B2 | 2 | 1 | 3 |
| C | 4 | 3 | 3 |
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Diese
Daten zeigen eine noch auffälligere
Verbesserung. Jede der Proben, die eine Beschichtung 20 gemäß der Erfindung
aufwies, blieb sauberer als das unbeschichtete Glas und ließ sich viel
leichter reinigen. Das einzige Negativum bestand darin, daß die Proben,
die in einer Argonatmosphäre
beschichtet waren, schwieriger abwischbar waren als die anderen
Proben. Wiederum zeigt sich, daß die
Proben mit einer Wasser zusammenlaufen lassenden Beschichtung, die
in Stickstoff aufgesputtert worden war, bessere Ergebnisse zeigten
als Beschichtungen, die in einer Argonatmosphäre aufgebracht worden waren.
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Versuchsbeispiel 3
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Die
Leichtigkeit, mit der Glasoberflächen
gereinigt werden konnten, wurde unter Verwendung einer etwas stärkeren Sorte
von Verschmutzungsmitteln verglichen. Insbesondere wurde eine Glasoberfläche, die eine
Wasser zusammenlaufen lassende Beschichtung 20 aufwies
und eine unbeschichtete Glasoberfläche jeweils mit Leitungswasser,
Schmutzwasser, Regenwasser, "ChapStik
(einem Lippenbalsam, der einen wachsigen Rest hinterläßt) und
Fingerabdrücken
von ungewaschenen Händen
verschmutzt. Nichtsdestoweniger wurde die Leichtigkeit der Reinigung
insgesamt für
die unbeschichtete Glasprobe auf der obigen 5-Punkte-Skala mit 4
und die Leichtigkeit der Reinigung der mit Kohlenstoff überzogenen
Oberfläche
gemäß der Erfindung
insgesamt wesentlich besser mit 2 bewertet.